Gene Roddenberry II: Guru & Schwerenöter

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In der zweiten Sendung zum 100. Geburtstag von Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry wird es esoterisch und erotisch. Seine Romanumsetzung von Star Trek: The Motion Picture wirft Fragen auf, denn sie bedient einerseits New-Age-Ideen – und wirkt andererseits übermäßig sexualisiert. Das gibt Anlass, über die Appetite des Herrn R. zu sprechen und damit über zahlreiche bestätigte und unbestätigte romantische Beziehungen. Da darf ein Blick auf die Roddenberry-Sex-Klamotte Pretty Maids All in a Row (Eine nach der anderen) nicht fehlen.

Die restlichen Teile unserer Trilogie…
Gene Roddenberry I: Flieger & Rebell
Gene Roddenberry III: Visionär & Heiliger

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Ali

    Hey. Danke für den den Tipp mit der Jane Fonda Doku. Die ist wirklich großartig.

    1. Mo

      Dem schließe ich mich an, danke 🙂

  2. Michael from Outer Space

    Hallo Simon, Hallo Sebastian!

    Vielen Dank für euer Special zu Gene Roddenberry. Ich finde die Hintergrundgeschichten tatsächlich spannend, auch wenn dort viel „schmutzige Wäsche“ gewaschen wird. Schade, dass Gene wegen seines ungesunden Lebensstils keine Chance hatte, 100 Jahre alt zu werden. Ich halte ihn im Falle der Vergewaltigung von Grace Lee Whitney nach der Unschuldsvermutung „unschuldig bis die Schuld bewiesen ist“ nicht für den Täter. Wenn Nimoy den Vergewaltiger allerdings ge- und erkannt hat, war es seine Pflicht, ihn anzuzeigen. Selbst wenn keine Verurteilung dabei herauskommt, hätte es trotzdem eine Anzeige geben müssen.

    LL&P
    Michael from Outer Space

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  3. Kai

    Frage: Wie kommt ihr eigentlich auf die Größe von 2m von Gene?
    In allen Quellen bei google liest mal 1,85m?!

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    1. Sebastian

      Hallo Kai,

      in einer der Biografien stand (sinngemäß, finde die Seite nicht): „towering/hulking well over six feet“.

      Das habe ich über den Daumen gepeilt und die exakte Größe in Zentimetern nicht mehr nachgeschlagen.

      Schönes Wochenende Dir,
      Sebastian

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      1. kai

        Was dann 1,82 wären 😉

        1. Mo

          Bei diesem Mann werden selbst die leicht zu definierenden Fakten zum Mythos 😀

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  4. appiller

    Vielen Dank!
    Sehr unterhaltsame und informative Folge, auch wenn mir aufgrund der vielen Buchempfehlungen von Euch (e. g. Inside Star Trek ; The 50 Year Mission; These are the Voyages um nur einige zu nennen) mir vieles schon bekannt war – aber das ist ja letztlich auch euer Verdienst :)! Ich bin schon gespannt auf den 3. Teil.

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  5. Kleiner Bruder

    Ach, Leute!

    Das war eine richtig traurige Folge, muss ich sagen. Fast tut mir der Roddenberry ja leid, wenn ich all das höre, aber mehr noch die Leute – und ganz besonders die Frauen – die mit ihm zu tun hatten. Ganz offensichtlich hatte dieser Mensch einen Knacks, irgendein riesengroßes Trauma, dass er mit seinen Süchten zu verdrängen suchte. Möglicherweise war es eine ganze Generation, die nach Wirtschaftskrise und zwei Weltkriegen (der erste Weltkrieg hatte ja ihre Väter betroffen) traumatisiert war. Beispiele anderer Autoren habt ihr da auch genannt. Was ist, ganz nebenbei, über Roddenberrys Eltern bekannt?

    Jedenfalls finde ich es überhaupt nicht harmlos, wenn jemand ein „Sexaholic“, ein Sexsüchtiger ist. Ein Süchtiger nimmt nämlich keine Rücksicht auf seine Umgebung, wenn es um seine Befriedigung geht. Er kann gar nicht anders. Dann auch das Wort vom „Sexobjekt“. Es reduziert das Gegenüber vom eigenständigen, handelnden, zu respektierenden Subjekt auf das Format eines Gegenstands, ein „Objekt“ eben. Warum gibt es so viele Frauen, die dabei mitmachen? Ich fürchte, in vielen Familien kriegen sie schon als Kinder vermittelt, dass es völlig in Ordnung sei, dass Frauen so sein müssten.

    Auch mit dem Wort „Schwerenöter“ habe ich ein Problem. Das klingt für mich so verharmlosend für ältere Herren die junge Frauen belästigen. Das hat nichts vom „Charmeur“ oder ähnlichem. Was mir tatsächlich für ein Wort in den Sinn kommt, mag ich gar nicht schreiben. Mit „Liebe“ hat das alles nichts zu tun.

    Das New Age Geschwafel mit Telepathie und so war wohl auch eine Art Realitätsflucht der Zeit. Damals dachten einige auch, Drogen würden das Bewusstsein erweitern (Transzendenz!) und den Weltfrieden bringen. Und radioaktive Strahlung würde Menschen zu Superwesen mutieren lassen. Wenn wir nicht von selbst früher oder später die nächste Evolutionsstufe erreichen würden, die uns von unserer niederen Existenz befreien sollte. In neuerer Zeit war es der Gedanke, dass das freie Internet die Menschheit verbessern und vereinen könnte.

    Bei der Zukunftsvision von der geteilten Gesellschaft – hier die primitiven und hier die weiterentwickelten Menschen – musste ich an zwei Klassiker der SF denken. Das eine sind Asimovs „Stahlhöhlen“, in der der eine Teil der Menschheit in engen Städten lebt und Weite nicht erträgt, während andere einsam ausserhalb leben und direkten menschlichen Kontakt nicht ertragen. Und das andere war „Die Zeitmaschine“, in der am Ende die „Elite“ in einer Art Garten vor sich hin lebt und von den Arbeitern, die unter Tage leben, gefressen wird (Hm, hat die Menscheit auf der Erde nicht auch Wartungspersonal?). Ist es nicht in der Realität eher so, dass die, die in die Welt hinausgehen, mehr aufgeschlossen sind als die, die zuhause bleiben?

    Ein bisschen möchte ich in einem Punkt widersprechen: etwas oder jemand zu lieben bedeutet für mich nicht, alles kritiklos zu akzeptieren. Das wäre Hörigkeit. Ich kann auch einem Menschen Gutes wünschen, der Schlechtes tut, aber wichtig wäre mir, dass dieser jemand damit aufhört. Warum wird hierzulande nicht die Todesstrafe verhängt? Weil das menschliche Leben, selbst eines Mörders, höher bewertet wird als der Wunsch nach einer gerechten Strafe.

    Ihr hattet auch den Begriff „Wahrheit“ angesprochen. Für mich ist Wahrheit das, was mit den Tatsachen übereinstimmt. Daneben steht der Irrtum und dahinter lauert die Lüge, Hand in Hand mit dem „Nicht wissen wollen“. Der Rest sind Meinungen, Vermutungen und Vorlieben.

    Fast scheint es mir, als wäre Star Trek als positive Vision mehr so eine Art „Unfall“ gewesen, der auch leicht in Esoterik hätte enden können. Oder sonstwo.

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  6. Christian aus der Pfalz

    Hallo ihr lieben, was soll ich sagen? DANKE für diese tollen „Sonderfolgen“. Es ist immer wieder ein Vergnügen euren kreativen, lustigen und kurzweiligen Podcast anzuhören. Bitte macht genau so weiter. Star Trek ist seit den späten 80ern ein Teil meines Lebens und durch euren Podcast wird mein „Fan Dasein“ noch viel mehr bereichert!

    Liebe Grüße aus der Pfalz

    Christian

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  7. Julien

    Hallo. Tolle Folge, sehr interessant. Wahrscheinlich mehr als ich erfahren wollte, aber trotzdem super recherchiert. Danke für den Hinweis auf dem Roman „The Motion Picture“. Ich habe es gerade gegoogelt und fand eine deutsche Übersetzung des Vorworts von Admiral Kirk. Love instructor wurde by the way sehr harmlos übersetzt. Könnte es sein, dass Discovery sich darauf bezieht, wenn sie eine Frau Michael nennen? Die Tradition des männlichen Vornamen, die in der Sternenflotte nur langsam verschwindet. Oder bei Lower Decks, dass Beckett Mariner heißt und nicht Freeman? Das wäre schon eine sehr tiefe Andeutung. Ich freue mich auf die übermorgige Sendung. Ciao.

  8. Rod Fly

    Sind bei pretty maids in a row möglicherweise viele nackte Füße zu sehen?
    Die hat der Quentin ja bekanntlich besonders gerne 😉

  9. Anna

    Hi zusammen, ich höre eure Specials immer sehr gerne, da sie mich in meine ST-Jugend zurückführen. Für dieses seid ihr schon viel gelobt worden. Ich will als Feministin noch speziell loben, wie behutsam und doch klar ihr durch die umstrittenen Themen gesegelt seid. So geht das!

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  10. Sören

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für dieses höchst informative Special. Trotz des boulevardesken Inhalts, habt Ihr das ganze super unterhaltsam präsentiert und auch eine vorsichtig kritische Beobachter-Perspektive beibehalten ohne zu verurteilen.

    Mir war diese Seite des Star Trek Schöpfers in der Tat noch nicht bekannt. Insofern habe ich neben guter Unterhaltung auch einiges gelernt.

    Jedoch finde ich den von Euch gewählten Titel ebenfalls zu verharmlosend. „Guru“ ist sicherlich noch neutral, aber „Schwerenöter“ gibt dem ganzen eine spielerische Leichtigkeit, die ich in Euren Erzählungen so nicht wiederfinde. Fairerweise finde ich aber auch spontan kein besseres Wort und „Gene Roddenberry – Guru und Hypersexueller“ ist sicherlich auch kein neutralerer Titel 🙂

  11. Michael Kleu

    Ich finde die Bezüge zu New Age-Ideen und zu Hubbard sehr spannend. In Folge Eurer Religionssendung habe ich mir schon einmal Gedanken über Star Trek als Religion gemacht. Wer weiß, wie zukünftige Menschen Roddenberry und Star Trek verklären werden 😉

    Schön, dass Ihr Zak McKracken ansprecht!

  12. Michael Kleu

    Bin ich gerade bei meinem Kollegen Tony Keen drüber gestolpert. Tony überlegt, inwiefern Roddenberry für das „Tiberius“ in James T. Kirk verantwortlich ist und kommt darauf zu sprechen, dass „Kirk“ im Vorwort des Star Trek I-Romans schreibt:

    „Tiberius, as I am forever tired of explaining, was the Roman emperor whose life for some unfathomable reason fascinated my grandfather Samuel.“

    Das führt ihn zu den folgenden Gedanken:

    „Anybody who has read Suetonius‘ Life of Tiberius, or is familiar with I, Claudius or Tinto Brass‘ 1979 film Caligula, will know that Tiberius was notorious for the quantity, variety and invention of his sexual perversions. “

    Interessanter Gedanke! 😉

    Hier der komplette Text:

    http://tonykeen.blogspot.com/2006/04/t-stands-for-tiberius-models-and.html

  13. Kai W

    Hallo,
    als Erfinder einer Unternehmung wie Star Trek, der nach wie vor viele Menschen rund um die Welt folgen, könnte man Roddenberry durchaus als Guru bezeichnen. Er muss dafür nicht einmal eine Religion oder Konfession predigen.
    Die Idee von der Erdgesellschaft im Vorwort des Romans, die im Kontrast zur Sternenflotte stehen soll, halte ich für nicht logisch. Wie soll die Erde oder die Föderation von etwas repräsentiert werden, das ihr Gegenteil darstellt?
    Wirklich erwachsen wird die Menschheit wohl nie werden. Ich halte es da mit Nessaja : „Ich wollte nie erwachsen sein.“

    Ob Gene Roddenberry mit seinen Partnerinnen Glück hatte, konnte nur er beurteilen, aber er hatte durchaus Geschmack.
    Bisher nicht erwähnt habt Ihr meines Wissens die Auftritte von Susan Sackett in Star Trek (zitiert nach Memory Alpha (engl.):
    In Star Trek der Film ist sie als Crew Member zu sehen und in der Episode TNG: Die Neutrale Zone tritt sie als Fähnrich der Wissenschaftsabteilung auf.

    Der Film „Eine nach der Anderen“ (bei Prime Video zu sehen) scheint nach Eurer Besprechung tatsächlich einiges von Roddenberry wider zu spiegeln, voraus gesetzt, es ist nicht nur Gerede.
    Die Sexualisierung im Kopf bei gleichzeitigen Schwierigkeiten in den Lenden wird durch Ponce verkörpert. Der Sexprotz, der er gerne gewesen wäre, der sich mit jungen Frauen umgeben kann, ist hier Tiger McDrew (übrigens ein Counselor). Außerdem kommt noch ein Zitat aus „Don Juan“ vor: Sinngemäß: Warum soll ich mich fest binden, wenn es noch andere gibt, von denen ich dann nichts habe.

    Ich freue mich auf den dritten Teil der Serie.

  14. Kai W

    Hallo,

    ich bitte um Entschuldigung, Ihr habt Susan Sackett auf jeden Fall in The Neutral Zone“ erwähnt.

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