#225: The First Duty (TNG 5.19)

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30. März 1992:
Die Flaggen auf dem Campus der Sternenflotten-Akademie wehen auf Halbmast, denn Wesleys Nova-Fliegerstaffel war in einen verheerenden Unfall verwickelt. Nun steht der junge Crusher zwischen den Stühlen: Auf der einen Seite sein Ziehvater Jean, der für Pflicht und Wahrheit steht – und auf der anderen ein Proto-Tom-Paris, der flammend für Teamgeist und Freundschaft plädiert.

In Deutschland: Ein missglücktes Manöver, ausgestrahlt am 29. April 1994.

Dieser Beitrag hat 27 Kommentare

  1. Chris

    Ich stell mir die Entscheidung, dass alle sich nur bei Wesley treffen ungefähr so vor:

    Berman: Mahlzeit Gary. Wat gibbet?

    Speckman: Hallo Rick. Du, ich brauch nochmal die Firmen-Kreditkarte. Der Jim (Mees) wollte gleich nochmal in die Stadt nen bisschen Nippes holen und wo er schon unterwegs ist, bringt er mir auch nen Eimer Farbe mit.

    B: Klar. Kann ja nich viel kosten. Sach mir nur, auf welche Folge ich dat buchen muss.

    S: Hier dieses Ding an der Akademie. Wir müssen die Studentenbude ja zwischendurch umdekorieren, damit wir für jeden Kadetten was eigenes haben.

    B: Samma Gary, ich glaub et hackt! Weißt du, wat wir da schon alles reinbuttern müssen? Hast du ne Ahnung, wie viel allein die Effektshots kosten? Dann hab ich 40 Namen zusätzlich auf der Besetzungsliste. Die müssen natürlich alle Klamotten kriegen und ich muss die ganze Bagage für Außenszenen noch durch die Gegend karren lassen. Hör mich auf mit extra Kulissen. Hier hast du nen alten Enterprise-Bausatz. Sprüh den nen bisschen schick an, dann reicht dat. Ich sach Paul (Lynch) bescheid, dass alles in Wesleys Butze spielt. Und jetzt raus.

    S: Natürlich Rick. Entschuldige die Störung. (vor der Tür) Warts ab. Du willst es billig? Du kriegst es billig. Ich spar dir sogar die beiden Hanseln, die hinter der Wand stehen und die Türen auf und zu schieben.

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  2. Jan aus B. an der S.

    Lieber TaD-is,
    Ich bedanke mich auch noch einmal ganz herzlich für eure Stellungnahme und Positionierung in der vorletzten Folge und die Auswertung der dazugehörigen Reaktionen. Auch ich empfinde Streit und Diskussion als Privileg und nicht als Übel. Nicht nur im Roddenberry’schen Sinne, finde ich, tragt ihr damit eine positive Botschaft in die Welt (eure und unsere Community und alle die einmal über TaD stolpern werden) hinaus sondern betont auch, dass unterschiedliche Auffassungen eigentlich immer gut sein können solange sich die Beteiligten auf eine Basis und höfliche Form von Diskussionskultur einigen können und solang zumindest versucht wird, niemandem damit zu schaden oder auf die Füße zu treten. Chapeau und danke dafür!

    Jetzt zu Simon, Du bist nicht allein! Und ich danke Dir, dass ich endlich einmal gehört habe, dass ich nicht allein mit meinen sinistren Gedanken bin – auch ich beobachte jedes Mal im Bus diesen kleinen roten Hammer und male mir aus, wie ich ihn entreiße und die Schreiben zertrümmere. Ich glaube von uns gibt es noch viele andere, denen Du hiermit den Mut gegeben hast dass Hoffnung für uns besteht und „wir“ noch nicht gänzlich wahnsinnig geworden sind. Auch dafür herzlichen Dank!

    In diesem Sinne, sonnige Grüße von der Deutschen liebsten Insel und alles Gute,
    Euer Jan

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  3. Nico

    Der Teaser mit „es gab einen Unfall“ und was ihr darüber gesagt hat, hat mich dermaßen an eine Situation in meiner Familie erinnert! Das möchte ich hier mal kurz beschreiben

    Telefon klingelt
    Ich: „Ja, Hallo Mama“
    Mutter: „Dein Vater hatte einen Herzinfarkt“
    Ich, nachdem ich mich wieder einigermaßen gefangen hatte: „Oh, äh, ja, äh, ok, wie geht es ihm? In welchem Krankenhaus ist er? Kann ich hinfahren?“
    Mutter: „Wie? Ach so, nee, das muss schon etwas her sein“
    Ich: „Wie bitte?“
    Mutter: „Das haben Sie heute bei ner Routineuntersuchung festgestellt, war wahrscheinlich im Schlaf, so dass er es nicht gemerkt hatte, konnte man aber noch feststellen“
    Ich: „Äh ja gut, wo ist er denn jetzt??“
    Mutter: „Hier auf der Couch, wieso?“
    Ich, gedanklich: AAAAAAAAAAHHHH, wie kann man nur so wenig nachdenken und damit den Sohn in Panik versetzen“
    Ich, gesprochen: „Alles klar Mama, danke für den Anruf, Tschüss“

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  4. Alexander

    Hallo Simon und Sebastian,

    Ich feiere jede gute Folge die ihr in eurem Podcast besprecht. Die Folge ist einfach deshalb schon gut, weil es die Schlüsselszenen mit Picard und Wesley gibt. In Picards Raum und auch auf dem Campus. Man sieht welchen langen Weg die beiden gegangen sind. Und Wesley muss sich den Konsequenzen in seinem Leben als Erwachsener stellen. Was den boothby betrifft finde ich es auch schade, dass der nicht mysteriöser war. Ihr wisst schon. Als Picard in die letzte Mission von dem erzählt hat, war ich schon schnell fasziniert. Denn nur der Picard als Lichtgestalt erkennt solche Menschen😄Ein Typ der über das Leben Ahnung hat und wie Guinan vielleicht multiple oder nicht lineare Wahrnehmungen von der Zeit hat. Also genau die Vorbilder die einen als Jugendlicher so faszinieren können. Wesley wirkt durch sein Dilemma sehr mitleidend. Er ist viel greifbarer geworden und ist nicht mehr das naive Wunderkind. Ihr habt es schon so gut gesagt. Und Beverly hätte natürlich einfach sagen können das ihr Sohn lügt. Jedenfalls besten Dank und Grüße an Euch. Ich bin schon auf die übernächste Folge gespannt, wo es der Picard mit einer gewissen Dame mit vielen Talenten zu tun bekommt😄 Da geht der Jean zum Luc usw hin und her.

    Haha Gruß Alexander

  5. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Schöne Besprechung wieder mal und eine interessante Folge.

    Auch ich habe die Serie „JAG – Im Auftrag der Ehre“ gerne gesehen. Welches Mädchen kann schon Navy Blue widerstehen – jedenfalls nicht, wenn es von der Waterkant kommt. 😍

    Okay, Scherz beiseite, korrigiert mein gefährliches Halbwissen, wenn ich mich irre, aber müßten die Beteiligten an einer solchen Katastrophe nicht erst mal jeder für sich vernommen werden? Ich glaube, einzeln hätten sie ihre Version der Story nicht lange durchgehalten.

    Ich fand Beverly auch ziemlich komisch, als Picard ihr von dem Unfall erzählte. Ich stelle mir vor, daß sie sich in einer Art Schockstarre befand. Erst Jack und jetzt noch Wesley, das musste ja so kommen. Wir haben immer gewusst, worauf wir uns einlassen. Jetzt nur nichts vor dem Chef anmerken lassen. Heulen kann ich nachher im Bett.

    Ja, wäre schon schön gewesen, wenn die Szene dringeblieben wäre, wo Beverly sagt, Wesley lügt wie gedruckt. Aber mit dem Gedanken im Hinterkopf sieht man die Szene zuvor mit ihr und Wesley mit anderen Augen.

    LL&P
    Eure Bridge

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  6. Roger

    An der Folge hat mir immer gefallen, dass sie endlich mal wieder auf der Erde spielte, die man in Star Trek bis dahin ja sehr selten gesehen hatte (zumindest in der Star-Trek-Gegenwart).

    Ich persönlich finde es eher schade, dass man bei Voyager den Locarno als Charakter nicht weiter verwendet hat und die Figur Tom Paris nannte, obwohl Schauspieler und Charakter-Hintergrundgeschichte (Ausgangssituation) dieselbe waren. Klar, Locarno hat sch*** gebaut, aber aufgrund der kurzen Zeitspanne die wir von ihm in dieser Episode sehen (wohl maximal drei Tage oder so) kann man sich kein abschliessendes Urteil über ihn erlauben. Der hätte die Kurve durchaus wieder kriegen können, z.B. eben auf der Voyager. Aber ich bin dann bei „Caretaker“ sehr gespannt, was ihr darüber zu berichten wisst. :

    … und vielleicht hat der Nick L. ja einfach sein Zimmer nie aufgeräumt, so dass die immer bei Wesley abhängen 🙂

    Lg Roger

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    1. Michael from Outer Space

      Hi Roger! 😊

      Ich sehe natürlich auch die Ähnlichkeiten zwischen Nick Locarno und Tom Paris. Hinter den Kulissen gab es wohl Streitigkeiten wegen des Urheberrechts, weil Paramount für die Verwendung des Charakters Nick Locarno in VOY Tantiemen hätte zahlen müssen und dazu nicht bereit war.

      Meiner Meinung nach ist die Entwicklung von Nick Locarno nach „The First Duty“ abgeschlossen. Er hat eine fahrlässige Tötung begangen, wird von der Sternenflottenakademie geworfen und (in meinem Kopf-Kanon) von einem Zivilgericht zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Wenn die Sternenflottenakademie jemanden rauswirft, dann meinen die es bestimmt ernst und nehmen die-/denjenigen nicht im nächsten Jahr wieder auf! Locarno hat damit keine abgeschlossene Pilotenausbildung, geschweige denn ein Offizierspatent. Ja, vielleicht kann er beweisen, kein Vollidiot zu sein. Dazu müsste er z. B. an einem Resozialisierungsprogramm teilnehmen. In der Funktion eines Sternenflottenoffiziers hat er aber nichts verloren.

      Tom Paris’ Laufbahn unterscheidet sich davon: Er hat seine Pilotenausbildung an der Sternenflottenakademie abgeschlossen und ein Offizierspatent erworben. Danach ist er zum Maquis übergelaufen und hat sich dummerweise bei seiner ersten Mission von der Sternenflotte gefangen nehmen lassen. Für seinen Verrat wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt. Paris kann froh sein, den Cardassianern entkommen zu sein, aber das ist eine andere Geschichte. Der Punkt ist: Tom Paris besitzt eine abgeschlossene Pilotenausbildung und ein Offizierspatent! Weil er in den Badlands geflogen ist, kennt er sich dort aus. Damit wird er für Captain Janeway interessant, die ihn aus dem Knast holt und ihn zu ihrem Steuermann macht.

      Wenn du sagst „Der [Nick Locarno] hätte die Kurve durchaus wieder kriegen können, z. B. eben auf der Voyager.“, hätte VOY eine Erklärung dafür liefern müssen, wieso Captain Janeway einen Akademie-Abbrecher ohne abgeschlossene Ausbildung und ohne Offizierspatent nicht nur aus dem Gefängnis holt, sondern ihn obendrein zum Steuermann ihres Raumschiffes ernennt! Wie hätte das deiner Meinung nach funktioniert? Captain Picard fliegt doch auch nicht zur nächsten Gefängniskolonie, schnappt sich dort irgendeinen Typen und gibt ihm den Job des Steuermanns an Bord der Enterprise!

      Ich weiß, dass der Wunsch, Nick Locarno anstelle von Tom Paris an Bord der Voyager zu sehen, im Fandom weit verbreitet ist. Ich verstehe bloß nicht, wie das Autorenteam das storymäßig hätte erklären können/sollen.

      LL&P
      Michael from Outer Space 🖖 👋

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      1. Roger

        Hey Michael 🙂

        Die Unterschiede zwischen Tom Paris und Nicolas Locarno stelle ich nicht in Abrede. Auf diese hätte man ja eben verzichten können, wenn man Locarno für Voyager verwendet hätte. Ich meine nach wie vor, es hätte funktioniert und nach 7 Jahren Locarno-auf-der-Voyager würden wir heute gar nicht darüber diskutieren, dass man es auch hätte mit einem anderen Charakter (Paris) machen können.

        Meine Argumentation „Pro N.L. in Voyager“:

        1.) Der Tatbestand „fahrlässige Tötung“ kann (zumindest im Schweizer Strafrecht; über Deutschland weiss ich zuwenig Bescheid) auch zur Geldstrafe ausgesetzt werden. Insofern wäre es durchaus möglich, dass Locarno sich im Föderationsraum hätte frei bewegen können, obwohl er verurteilt war.

        2.) Die weitere Story hätten die Autoren dann irgendwie so hinkriegen müssen, dass Locarno für Janeway auf dieser ersten Mission irgendeinen Nutzen gehabt hätte. Möglich, dass er ihr auch von einem Admiral zugewiesen worden wäre und es gar nicht ihre Idee gewesen wäre. Was noch mehr Konfliktpotential gehabt hätte.

        3.) Ab dem Zeitpunkt, wo die Voyager im Delta-Quadranten verschollen ist, wird sowieso alles „auf Null“ gesetzt. Auch ein Locarno hätte dann die Chance gehabt, sich unter diesen ausserordentlichen Umständen neu zu beweisen, und irgendwann das Vertrauen von Janeway zu gewinnen (was gerne auch 2-3 Staffeln hätte dauern können).

        4.) Meine These ist, dass sich der Tom Paris der 6./7. Voyager-Staffel letztlich gar nicht mal so sehr von einem Nicolas Locarno in einer 6./7. Staffel unterschieden hätte. Tom sagt ja mehrmals „ich bin hier (im Delta-Quadranten) zuhause!“ Das wäre Locarno wohl auch gewesen.

        Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn man es hätte machen wollen, man hätte es wohl gut hingekriegt. Ok, hat man nicht… Schwamm drüber. 😉

        Lg Roger

  7. Martin

    Ich bin beeindruckt, dass ihr es in jeder Folge schafft, den Begriff „Soliton-Welle“ einzubauen. Zieht ihr den Running Gag jetzt bis zur letzten Enterprise Folge durch? 🙂

    In „First Duty“ gibt es noch zwei schöne hochskalierte PAL-Shots, die springen einem richtig fies ins Auge.

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  8. Anarch

    Auch wenn es hin und wieder ein paar schöne Momente in den Star-Trek-Serien gibt, sonderlich mitgefühlig scheint mir die Zukunft nicht zu sein. Sei es nun die Nicht-Reaktion auf Tode in Aussenmissionen in TOS oder Picards „Uh, Gefühle kann ich nicht so“-Steifheit. Man muss in der Zukunft vor allem funktionieren. Aber es ist halt (trotz Freundschaften) immer das Arbeitsumfeld, in der wir die Personen sehen.

    Zum Eindruck von Beverly und Wesley: Vielleicht ist der gar nicht gewollt, sondern einfach nicht gekonnt.
    Wenn ich mir die ganze Truppe in Conventions so ansehe, wirkt die Schauspielerin auf mich auch immer etwas frostiger, als die anderen. Das ist evtl. einfach ihre Art bzw. ihre Aussenwirkung? Habe sie leider nie in anderen Rollen gesehen.

  9. Anarch

    *stellt sich jetzt vor, wie Simon für TaD eine Weltraumstation töpfert*

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  10. Ronnsen RD

    Hallo zusammen!

    Danke an Simon und Sebastian für die unterhaltsame Besprechung dieser (für mich) außergewöhnlichen Folge.

    Den deutschen Titel „Das missglückte Manöver“ find ich gar nicht unpassend, denn kann man ihn auch zweideutig sehen: Zum einen das eigentliche Flugmanöver, das schiefgelaufen ist. Zum anderen das Täuschungsmanöver, das Locarno & Co. hier abzuziehen versuchen und das letztendlich an Wesleys später Courage scheitert.

    Wie Simon schon richtig sagt: Beverly ist am Anfang nicht gefasst, sondern geschockt! Ihr völlig entrückter Blick sagt alles. Vor ihrem inneren Auge spielen sich wilde Unfallszenarien ab: „Es hätte auch Wesley sein können! Was, wenn es Wesley gewesen wäre! Er ist doch noch immer mein Baby und so schrecklich zerbrechlich in dieser tödlichen Welt da draußen. Ich hätte ihn niemals aus den Augen lassen dürfen! Ich bin schuld, dass alles passiert ist! Konnte ihn nicht beschützen! Aber irgendwas muss ich doch jetzt tun! Wahhhhh!!!“ Jedes Elternteil kennt solche Gedanken. 😉

    Als Beverly und Picard von Wesley rausgebeten werden, fällt Beverly alles aus dem Gesicht. Wesely gibt „Freunden“ Vorrang vor der Familie. Da realisiert Beverly, dass ihr Sohn sich von Ihr abgespalten hat. Sie und Picard sind jetzt nur noch Besucher in seinem Leben, keine Mitbestimmer/Gestalter mehr. Wesley ist es auch total unangenehm, dass seine Mutter da ist und ihn wieder „bemuttert“. Er will das nicht mehr, er ist kein Kind mehr. Er will seine Probleme allein bewältigen und das soll sie auch endlich begreifen.

    Als Commander Albert Wesley den Pullover zurückgibt, musste ich kurz schmunzeln. Ist das nicht das hässliche grüne Ding, das Wesley auch in „Mission Farpoint“ getragen hat? Wenn ja, wäre dies noch so ein schöner Rückgriff auf seine erste Szene auf der Brücke, die Picard in diese Episode auch erwähnt.

    ————-

    Die Folge behandelt zentrale Themen des Erwachsenwerdens, an die Jugendliche und Heranwachsende emotional gut andocken können:

    – jugendliche Überheblichkeit und das schmerzliche Anerkennen eigener Grenzen
    – Gruppenzwang & der Zwiespalt zwischen zwei Arten von Verpflichtungen (Obrigkeit/Familie vs. Freunde)
    – die Bereitschaft, Verantwortung für seine eigenen Taten zu übernehmen
    – die Erkenntnis, dass das eigene Handeln unentschuldbare/nicht wieder gutzumachende Konsequenzen haben kann
    – das Abspalten vom Elternhaus/ Bestreben, seine Probleme ohne Hilfe der Eltern zu bewältigen

    Das sind ganz elementare Fragen, die hier diskutiert werden, mit denen sich jeder Mensch irgendwann mal auseinandersetzen muss. Im Grunde ist das auch hier gar keine SciFi-Story. Diese Geschichte hätte auch in jedem anderen Setting funktioniert und darum kann jeder etwas damit anfangen.

    Wichtig finde ich hier auch nochmal festzustellen, dass Picard in seiner Gardinenpredigt Wesley nicht dazu ermahnt, irgendwelchen Vorschriften verpflichtet zu sein, sondern in allererster Linie der Wahrheit: „be it scientific truth, historical truth, or personal truth.“
    Na ja gut, der Begriff „persönliche Wahrheit“ ist bei uns seit ein paar Jahren eher negativ konnotiert, aber im Grunde umreißt das hier Picards Credo, dass die Wahrheit über allem, selbst über den Vorschriften der Sternenflotte steht.

    Laut Script stehen im Garten übrigens „one or two statues or busts of alumni“ also Büsten von Absolventen. Die eine könnte sogar Ähnlichkeit mit dem späten Captain Kirk haben. Wäre schon witzig gewesen, wenn man da jemanden bekannteste genommen hätte.

    —————

    Boothby:
    Der Bewertung der Boothby-Szenen in der Besprechung von Simon und Sebastian kann ich nicht zustimmen. Ich persönlich finde, dass diese Szenen wichtig sind und glaube auch nicht, dass er die „Guinan“ der SF-Akademie darstellen soll. Er hat für mich eher was Kauziges, ein bisschen was von Yoda… und verfügt eher über sowas wie die Weisheit eines Schulhausmeisters, wie man sie auch anderen Fernsehproduktionen kennt.
    Diese Weisheit leitet sich nicht aus reichhaltiger Lebenserfahrung ab, wie bei Guinan, sondern daraus, dass er als Beobachter/Behüter von außen Generationen von Absolventen hat aufwachsen und erblühen sehen. Damit kennt er sich aus, denn Boothby ist ja schließlich Gärtner (!!).
    Diese Parallele ist offensichtlich: er kümmert sich um die Kadetten mit gleicher Hingabe und Fachwissen („I know them all.“) wie um seine Pflanzen. Pflanzt man einen Sprössling (Kadetten) zu tief in den Boden (in das Korsett der Vorschriften) verfault er (Badmiral), pflanzt man ihn zu flach ein (kein Pflichtbewusstsein), kann er sich nicht entwickeln. Das Zupfen des Unkrauts in der zweiten Szene ist wieder so eine Doppeldeutigkeit: Boothby hilft dabei das Unkraut aus den Gedanken der Kadetten zu zupfen, damit sie sich entwickeln können.

    Und es gibt noch einen Grund warum die Boothby Szenen mit Picard wichtig sind:
    Picard bedankt sich bei Boothby, für etwas was dieser für ihn in der Vergangenheit getan hat, ohne das Picard sonst von der Akademie geflogen wäre.
    Boothby sagt: „You did what you had to do. I just made sure that you listened to yourself.“
    (Im Script steht „You knew what you had to do… I just made sure you listened to yourself…“. Ray Walston sagt aber „You did what…“, wurde so belassen.)
    Boothby sagt auch noch „By the way, I was about the same age you are now.“ – ein deutlicher Hinweis auf das, was dann später passiert.
    In der letzten Szene sagt Picard dann zu Wesley, als dieser sich bedankt: „You knew what you had to do…I just made sure you listened to yourself.“
    Genau die gleiche Formulierung, ein Spiegel der Szene mit Boothby. Picard hat hier das für Wesley getan, was Boothby für Picard getan hat. (Als Boothby so alt war, wie Picard jetzt.)

    Ich finde, das wertet die Szenen mit Boothby nur noch mehr auf und rundet die Folge auch irgendwie ab. Ein Kreis schließt sich. Picard hat damals Scheiße gebaut, Boothby hat geholfen. Aus Picard ist doch noch ein ordentlicher Offizier geworden und mit der gleichen Weichenstellung für Wesley gehen wir dann aus der Folge.

    Daumen hoch!

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  11. Alexander

    Hallo nochmal,

    Da möchte ich doch gleich den Kommentar von Ronnsen RD direkt loben. Danke für deinen Ausführlichen Kommentar.!!! Ich denke auch, dass Boothby so viel mehr ist als man es von ihm vielleicht erwarten würde. Da fand ich deine Beschreibung in deinem Beitrag sehr schön. Er ist halt Gärtner. Und in dieser Eigenschaft einfach da und ein Beobachter von den Kadetten. Ich denke ,dass Problem ist dass man sich unter Boothby alles vorstellen kann. Aber deine Parallelen und Beschreibungen sind sehr schön. Eine Parallele zum echten Leben dabei, macht gerade die Leute in Star Trek so faszinierend. Ich denke da auch an die Treffen mit Luke Skywalker und Yoda.

    Viele Grüße Alexander

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  12. Kleiner Bruder

    Freunde, Trekkies, Mitbürger:innen!

    Das fand ich mal wieder eine runde Folge, auch wenn der SF Aspekt etwas im Hintergrund blieb. Ein ernstes Thema, gut inszeniert, da hätte ich sogar für einen Award gestimmt.

    Auf ein paar eurer Bedenken wurde ja schon eingegangen, wie oben Ronnsen die Szenen mit Boothby analysiert hat (top!). Ich verstehe zwar nicht so viel vom Gärtnern oder von Kindererziehung (was mein Kind sicher bestätigen würde), aber das klang stimmig.

    Gut fand ich schon am Anfang, dass Picard als Freund der Mutter angesprochen wurde. Er würde ihr das sicher schonender beibringen können. Ausserdem wäre er selber nicht so emotional betroffen, da er kein Elternteil ist… obwohl… da war doch was… war das nicht auch die Erklärung dafür, dass Beverly so distanziert gegenüber Wesley ist, weil sie sich mit Schuldgefühlen plagt?

    Bei der Verhandlung hatte ich mich kurz gefragt, ob sie für so was denn keinen Betazoiden hätten. Aber der war wohl gerade auf Urlaub, sonst wäre die Folge gleich zu Ende gewesen.

    Locarno hätte sich also fürs Team geopfert? So klang das eher, als ob Wesley sich opfern sollte. „Aber das ist ein Opfer, das ich gerne bereit bin zu bringen“.
    Aber, selbst bei einem geglückten Manöver hätten sie doch in Gefahr gestanden, rauszufliegen oder degradiert zu werden.

    Einen wichtigen Unterschied zu Kirk und Co gab es doch: die haben nicht aus Geltungssucht jemanden in Gefahr gebracht und geopfert, sie haben, um einen Kameraden und Freund zu retten, sich quasi selbst geopfert.

    Der Originaltitel gefällt mir auch ausnehmend gut, weil er auch ein wenig doppeldeutig ist. Ist die erste Pflicht beim Militär denn nicht Gehorsam gegenüber den Vorgesetzten oder die Bereitschaft, sich für die Truppe zu opfern?

    Und, ein letztes, ich bin froh, dass sie aus Wesley nicht „Anakin Crusher“ gemacht haben. Das ist etwas, was mir in SW nicht gefällt.

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  13. Michael from Outer Space

    Hallo allerseits!

    Ich möchte zwei Trivia-Aspekte zu „The First Duty“ loswerden, die mir erst durch die TaD-Besprechung nahegebracht wurden. Es gibt nämlich interessante Parallelen zu einer früheren Gerichtsverhandlung, die Simon und Sebastian im TaD-Podcast Nr. 20 zur TOS-Episode „Court Martial“ (1. Staffel, 20. Episode) angesprochen haben. Dort steht Kirk vor Gericht, weil er ein Besatzungsmitglied getötet haben soll. Die Trivia-Aspekte sind:
    1) Der Richter Commodore Stone schlägt drei Mal eine Glocke an, um die Sitzung zu eröffnen. Diese Glocke, also dieselbe Requisite, wurde 25 Jahre später bei den Dreharbeiten zu „The First Duty“ verwendet. Nun schlägt Admiral Brand die Glocke an.
    2) Im Gerichtssaal gibt es keine automatischen „Schhht… schhht-Star Trek-Türen“, sondern „klassische“ Türen mit Klinken, die auf- und zuschwenken. Genauso ist es in Wesleys Quartier auf dem Campus der Sternenflottenakademie. Das Anklopfen an Wesleys Tür finde ich für Star Trek sehr untypisch.

    Über die „Erste Pflicht“ jeder Offizierin und jedes Offiziers der Sternenflotte müssen wir uns bei den DS9-Folgen „Homefront“, „Paradise Lost“ und „In the Pale Moonlight“ nochmal unterhalten.

    LL&P
    Michael from Outer Space

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  14. Christian aus der Pfalz

    Ihr Lieben, diese Folge gehört nicht so ganz zu meinen Lieblingsfolgen. Ich finde sie hauptsächlich zum Schluß zu glatt gezogen. Besser wäre es gewesen wenn Wesley von der Akademie exmatrikuliert worden wäre. Das hätte (meine persönliche Meinung) diesem extrem glatten Charakter Ecken und Kanten gegeben. So geht Wesley wieder total „unschuldig“ aus der Folge raus und man hätte diesem Streber Image mal eine neue Richtung im Star Trek Universum geben können. Wie oft passiert es im wahren Leben, das Vorbilder, Stars, Lichtgestalten scheitern? Das passiert oft!

    Sehr schade, so eine Charakterveränderung hätte ich mir bei Wesley gewünscht.

    Wesley der Outlaw… 😉

  15. Michael

    Ich habe es ja damals schon gesagt und sage es wieder: Picard hat den Reisenden falsch verstanden. Er sollte Wesley helfen sein Genie nutzbar zu machen und nicht ihn für die Offiziersschule einschreiben. Das schließt sich zwar nicht generell aus. Ergänzt sich aber auch nicht zwangsläufig. Wobei ich nicht die Hauptschuld bei Lorcano (klingt so nach Lorca) sehe. In einem Shuttle sitzt jeder selber am Steuer. Der Fehler von Lorcano war es, die Fähigkeit seiner Truppe falsch einzuschätzen. Das ist ja bei Führungskräften nicht unüblich. Insbesondere bei Starfleet hätte ihn das für eine Laufbahn zum Admiral qualifiziert. Was den Versuch der Vertuschung angeht sagte einst Buddha: Drei Dinge bleiben nie lange verborgen : Die Sonne, der Mond und die Warheit.

  16. Michael

    Ich habe wegen Lt. Paris nochmals nachgeschaut:

    Originally, the character of Paris was to be Nic Locarno, who was kicked out of Starfleet Academy and sent to prison for attempting a dangerous stunt that got a fellow cadet killed. When the producers ran into copyright issues on the matter (the author of the episode with Locarno demanded royalties for every time the character would appear) they rewrote him as Tom Paris with an almost identical background. And they were both played by Robert Duncan McNeill.

    Der einen Savik ist der anderen Valeris oder so?

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    1. SarahCrusher

      Diese Folge wurde in meinem Paralelluniversum nachträglich zum Backdoor Pilot von Voyager. Nicholas Locarno war nur Tom Paris Alias um sich von seinem Vater dem Admiral vollständig zu lösen und um ihm es zu beweisen was für ein toller Sohn er ist, was ja nicht so dolle geklappt hatte. Die ganze Geschichte der Voyager ist dort auch hauptsächlich eine Serie um das Erwachsenwerdens von Tom vom jungen Wilden zum Familienvater.

  17. Michael

    Und noch ein Nachtrag wegen der Türen. Das geht auf TOS zurück. Seit Finnegans Streich auf Kosten von Jim, wissen wir, dass manche Türen in der Akademie noch regulär sind.

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  18. Irina

    Nachdem ich früher alle Wesley-Folgen geliebt habe, musste ich beim letzten Rewatch feststellen, dass mir sein regelmäßiges Erscheinen doch ziemlich auf die Nerven ging. Diese Folge hier bildet jedoch die rühmliche Ausnahme, vielleicht weil auch ein gewisser Wesley-Entzug eingesetzt hat. Noch bei The Game war ich so „ja klar! Der findet wieder die Lösung! *augenroll*“ Aber hier hat das einfach eine ganz andere Hausnummer.

    Die Nick Locarno/Tom Paris Verwirrung hatte ich auch. Und mal ganz ehrlich, die haben sich so viel „gerade geschrieben“ da wäre es auf eine weitere Sache nicht angekommen. Und die Charakterisierung von Nick passt auch ganz gut zu Tom. Nicht zu 100% von daher ist es tatsächlich gut, dass es eben Tom ist und nicht Nick, aber der größte Faux-Pas wäre es jetzt auch nicht in der Geschichte von Star Trek gewesen.

    Beverley … die hätte von mir aus eh weiter im Home-Office bleiben können, oder was auch immer sie gemacht hat, während Kate Polaski auf der Enterprise war 🙂

    Ansonsten einfach mal wieder ein ganz großes Lob an Simon und Sebastian. Ich wünscht wirklich, ihr könntet sehen, wie viel mir Euer Podcast gibt und wie ich Eure Versprecher, Franzgonen und all das abfeiere. Ihr gehört zu meinem Mittwoch und meist auch zum kochen am Sonntag einfach dazu und eine Woche ohne Euch ist eine schlechte Woche!
    Nicht zuletzt weil ihr die Sache mit dem großen C so selten erwähnt, bin ich einfach besser gelaunt und kann all die kleinen Probleme ein bisschen besser wegstecken. Deswegen: Bleibt gesund und vor allem macht weiter so (inklusive der gelegentlichen Gesangseinlagen im Abspann)

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  19. Matthias Vogt

    Nachdem so viel Interessantes über die Folge gesagt wurde, hier vom mir noch etwas Klugschiss:
    Der Ort Locarno ist (im Gegensatz zu Paris) keine Grossstadt. Es handelt sich um eine (sehr schöne) Stadt im Schweizer Kanton Tessin, mit etwa 15000 Einwohnern. Sogar für schweizer Verhältnisse eine kleine Stadt.

    Liebe Grüsse aus eben dieser Schweiz
    Matthias

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  20. Michael Kleu

    Ich fand schön, dass hier mal etwas sehr Ernstes thematisiert wird. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Ronnsen hat sich sehr schöne Gedanken zu Boothby gemacht.

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  21. Kai Schmidt

    Hallo Simon, Hallo Sebastian,

    seit nun etwas mehr als 2 Monaten bin ich Teil eurer Hörerschaft und als TNG Kind der ersten ZDF Minute möchte ich euch sagen: „WEITER SO!!!“
    Ja Satzzeichen sind keine Rudeltiere, aber irgendwie muss ich meiner Begeisterung und meinem Respekt gegenüber dem, wie ihr euer Projekt voran treibt, Ausdruck verleihen.
    Nachdem ich mittlerweile auch viele ältere TNG-Folgen des Podcast nachgeholt habe möchte ich euch gerne dafür danken, wie ihr es oft schafft mir neue Blickwinkel in Episoden zu eröffnen die ich schon so gut wie auswendig mitreden kann. (Ich freue mich schon immens auf DS9) Genau so oft bin ich aber mit euch nicht einer Meinung versuche dann aber nachzuvollziehen was ihr meint, was mir nicht immer gelingen will.

    Alles in allem ein überaus gelungener Podcast bei dem ich in alt Bekanntem Neues erleben kann.

    Vielen Dank und Grüße

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