#174: Hollow Pursuits (TNG 3.21)

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30. April 1990:
Eigentlich denkt Jean, dass seine Crew ausschließlich aus wunderbar funktionierenden Sternenflotten-Arbeitsbienchen besteht, doch da hat er die Rechnung ohne den Brokkoli gemacht. Die Darstellung eines Außenseiters und wie Kollegen mit ihm umgehen, über die man reden muss. Ausgiebig.

In Deutschland: Der schüchterne Reginald, ausgestrahlt am 3. August 1993.

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Stephen

    In der deutschen Synchro haben sie tatsächlich aus „Programm 9“ „Programm Troi“ gemacht.

  2. Sören

    Vielen Dank für diesen tollen Verriss – ich finde Eure Lobhudeleien durchaus unterhaltsam, aber es sind die Verrisse, die das Salz in der Suppe sind.

    Ich wäre bei meinem Urteil nicht so hart wie Ihr, da ich die schauspielerischen Leistungen und Inszenierung eigentlich durchaus gelungen finde. Aber natürlich ist die „Botschaft“ dieser Folge, sofern man denn davon sprechen möchte, höchst problematisch und sicherlich haben die Autoren den Charakter Barkley zur Karikatur vereinfacht. Spannend finde ich wie Ihr das Führungsverhalten von Riker und LaForge bewertet. Ich fürchte 1990 war man da auf Höhe der Zeit und es ist so wunderbar, das sich in 30 Jahren das Verständnis von Menschen insb. auch in der Mitarbeiterführung so deutlich verbessert hat. die Folge ist was das angeht, echt ein Kind seiner Zeit. Schade, denn Star Trek weiß eigentlich wie man bewusst von Erwartungen der Zeit, in der es produziert wurde, auszubrechen.

    In Summe ist Eure Bewertung nachvollziehbar und es war sehr kurzweilig Euch zuzuhören.

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  3. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Ihr habt mal wieder treffend in Worte gefasst, was ich nicht formulieren konnte. Ich fand die Folge damals seltsam unzusammenhängend und dachte mir, mit Surrealismus konnte ich noch nie was anfangen, vielleicht habe ich sie einfach nur nicht verstanden.

    Ich fand Barclay auch nervig und fand ihn bis zuletzt nervig. Immerhin besaß er Fachkompetenz. Dennoch habe ich mich gefragt, wie so jemand es überhaupt in die Sternenflotte geschweige denn auf das Flaggschiff geschafft hat. Die Lobeshymnen, die der vorige Captain über Barclay abgegeben hat, erinnerten mich ein wenig an „Charlie X“, TOS, wo die Crew der Antares verzweifelt versuchte, den unberechenbaren Gast loszuwerden.

    Wie die Kollegen und Vorgesetzten mit ihm umgegangen sind, fand ich auch nicht gerade „flottig“. Und das Ende kam in der Tat sehr plötzlich nach dem Motto „und wenn sie nicht gestorben sind…“

    Als Mantel-und-Degen-Fan fand ich besonders die „Musketiere“ auf dem Holodeck ziemlich peinlich. Sowas will ich nicht nochmal sehen. 👎

    Allerdings fürchte ich, daß diese Episode nicht der letzte „Brocken“ sein wird, mit dem ihr und wir uns auseinandersetzen müssen. Besonders in der 7. Staffel fallen mir da ein paar Kandidaten ein, wo ich nur Fragezeichen über dem Kopf hatte. 😵

    Fun Fact am Rande: Ingenieur Duffy dient in den Romanen der „Starfleet Corps of Engineers“ Reihe auf der USS Da Vinci. Seine Vorgesetzte als Erster Offizier des Schiffes ist niemand anders als Sonya Gomez!

    LL&P
    Eure Bridge

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  4. stef baura s

    hallo Ihr,

    danke für diese Folgenbesprechung.

    Das habt Ihr wirklich toll rausgearbeitet.

    Ich hatte bei den Holodeckszenen früher immer das Gefühl, dass Reginald eben gerne mit den „Beliebten der Klasse“ befreundet gewesen wäre, und dies aber nur in der Fantasiewelt geschehen kann, weil er anders ist.
    Und ich fand, dass die Brückencrew sich genau so herablassend verhalten hat, wie sich die „Beliebten der Klasse“ eben benehmen.

    Weil ich als Kind/Jugendlicher auch schon in solchen Situationen war, schwankte ich damals zwischen Mitleid und Fremdscham für Reggie.

    Insgesamt find ich den Charakter Reginald ziemlich furchtbar, weil der Schwerpunkt in den Folgen darauf liegt, sich über ihn lustig zu machen, ja gar ihn lächerlich zu machen.
    Ich kann sowas gar nicht gut gucken.

  5. Christoph

    Hallo,

    die Szene, in der Troi Barclay angegrabbelt ist echt super schräg. Vielleicht ist man da echt durcheinander gekommen und das war ursprünglich mal eine Idee für eine weitere Holodeck-Szene? Das da irgendwas vermischt wurde?

    Das Thema Datenschutz/Privatsphäre ist hier auch wieder so ein Ding. Ja klar, laufen wir einfach in ein fremdes Programm rein, da ist nix geschützt, wird kein Eintritt verweigert, einfach rein und sich die Fetische der Mitmenschen anschauen :D.

    Trotzdem ganz unterhaltsam mit gute Gags. Hab diese Folge aber auch wirklich das letzte Mal vor 15 Jahren gesehen und fand sie früher unerträglich. Die deutsche Synchronstimme von Barclay ist auch fürchterlich und machte alles nur schlimmer. War dieses Mal also sogar ein bisschen positiv überrascht :D.

    Am Ende ist es echt schade, dass durch die Überzeichnungen das Potential der Grundidee echt vertan wurde. Hat Sebastian schön dargestellt, wobei er mir dann am Ende doch zu fatalistisch ist 😀

    LG

  6. BjoernHH

    Ihr wart ganz schön streng, habt aber mit den meisten Argumenten absolut recht.
    Vielleicht hatte ich zu gute Laune, als ich die Folge vor ein paar Tagen wieder gesehen habe. Vielleicht war es auch die gute schauspielerische Leistung von D-Wight Schultz, die mich versöhnt hat.

    Aber die Grundaussage ist wirklich schlimm. Auch wenn heutzutage der Umgang mit Mitarbeiter:innen vielleicht besser geworden ist, definiert sich unsere Gesellschaft immer noch über die Arbeit. Wer nix tut, ist lange nicht so viel wert.
    Aber gerade die Menschheit hat ja angeblich alles hinter sich gelassen und kennt so was wie Kopfschmerzen, Gier und Lästern nicht mehr.
    Das wurde hier echt unfreiwillig dekonstruiert.

    Wer schon wie ich länger in Großraumbüros gearbeitet hat, dem kommen manche Szenen der Folge leider bekannt vor. Auch das „Wegloben“ von Team zu Team haben wir schon oft erlebt.

    Und ich habe mich gefragt, ob man bei Quark auch so einfach in die Holosuiten reinlaufen kann, wenn man jemanden sucht. Das könnte unangenehm werden…

  7. Yvonne

    Vielleicht war ich letzte Nacht, als ich eure Folge hörte, schon ein bisschen in anderen Dimensionen oder dies war wirklich eure lustigste Folge bislang. Ich bin fast aus dem Bett gefallen vor lachen.
    Insgesamt sehe ich die Episode nicht so schlimm wie ihr, was auch daran liegt, dass ich nur das Thema Soziophobie und Flucht in die eigene Fantasie durch das Holodeck/Sucht erkenne. Der Nerd ist komplett an mir vorbeigegangen, auch gestern beim nochmaligen Gucken. Reg war (und blieb bis zu einem gewissen Punkt) einfach ziemlich eigen und seltsam, für mich auch nicht sonderlich sympathisch. Ein Nerd ist für mich eher Geordi, der ist zwar in seinen eigenen Sphären, aber hat die Verbindung zur Realität nicht verloren und kennt das Leben außerhalb.
    Dass diese sexuelle Komponente hier wieder auftauchen, fand ich auch hochgradig problematisch und ist für mich der Punkt, den ich den Machern ankreide, weil sie das mit Geordi auch schon so gemacht haben. Dass sie sich unbeholfen anstellen, ok, aber doch nicht so creepy.
    Ein bisschen mehr Verständnis oder Willen zum Verstehen für Reg hätte ich von Geordi erwartet, schon weil er selbst auch seine sozialen Probleme hat. Er kann sich ja beraten, aber derart rumzumeckern über einen Mitarbeiter, passt irgendwie nicht zum Charakter, wenn er so viel Verständnis und Geduld für Data aufbringt.
    Dass man einfach ins Holodeck gehen kann ohne „anzuklopfen“ hat mich gewundert, aber war hier auch nicht das erste Mal, von daher geschenkt. Und schenken hätte man sich auch die dortigen Szenen können, meine Güte, was für ein Fremdschamfaktor.
    Insgesamt war es trotzdem eine kurzweilige Folge, die die Charaktere mal anders gezeigt hat. Braucht man das? Keine Ahnung. Ich freu ich auf nächste Woche und gehe jetzt schon fest davon aus, dass das kein Verriss wird.

    Liebe Grüße,
    Yvonne

  8. Florian

    Sehr göttliche Folge von Euch.
    Fand auch dem Ausflug zu der Arbeit von Euch gut. War aber sehr neidisch Ihr scheint Jobs mit null Kundenkontakt zu haben..? Sonst muss man Bullshit Gerede jeden Tag ertragen und kann nicht sagen, das will ich nicht hören.
    Die Folge ist wahrlich schlimm. Troi ist schon immer eine Figur zum Schämen gewesen. A kann sie nicht schauspielern & B ist sie völlig überflüssig an Bord. Ein Psychologe der erst mal dem Chef der Patienten alles erzählt. Dann immer die tollen Erkenntnis von Ihr ( jemand schlägt vor Wut eine Türe kaputt ) Troi…. “ Ich fühle er ist wütend“ Ah! Ja..
    Geordi und Riker und Co sind hier alle totale Arschlöcher. Was genau hat Barclay verbrochen? Er ist nervös.. Ah OK ! Und wir sehen wie er 2x zu spät kommt.. ( 1x davon nur einige Sekunden) Das ist natürlich das allerletzte.
    Auf dem Holodeck kann also jeder reinkommen wenn man da gerade seine Sexphantasien auslebt? Ah sehr nett..
    Und Gerodi ist doch selber ein Sittenstrolch der hat es gerade nötig..

  9. Michael from Outer Space

    Hi,

    euer „Hallo Spencer“-Intro hat mir gefallen! 😉 Vielleicht liegt das daran, dass die Hallo Spencer-Folge in der Rückspultaste zu meinen Lieblingsfolgen gehört.

    Solange ihr den Jean nicht „JL“ nennt, habe ich damit kein Problem! 😅

    Ich mag den Charakter Barclay schon, weil er so anders ist und trotzdem dazugehört. Das Ende von „Hollow Pursuits“ fand ich aber auch bei der ersten Sichtung seltsam, weil er die ganze Zeit über als idiotischer Sonderling gezeigt wird, der schließlich doch die rettende Idee hat und dann gnä­di­ger­wei­se doch irgendwie akzeptiert wird. Als Verkörperung von Nerds empfinde ich ihn aber nicht, eher als verschrobenen Außenseiter, der aufgrund seines seltsamen Verhaltens auffällt. Zum Nerdsein gehört meiner Meinung nach mehr als das. Er wird aber sehr eindimensional dargestellt, das stimmt schon.

    Data spricht in seiner kindlichen Naivität das Offensichtliche aus und bringt seine Kollegen damit zur Räson, das finde ich gut. Wobei die Crew hier natürlich komplett versagt und das finde ich auch sehr ärgerlich. Gerade die Empathin Troi müsste doch spüren, dass Barclay bis über beide Ohren in sie verknallt ist!

    Über Smalltalk und wie man sich lange über Nichts unterhalten kann werden wir in TNG auch noch sprechen! 🙂

    Die Auflösung am Ende finde ich auch blöd. Man versucht eine Substanz aufzuspüren, die von den Sensoren nicht erfasst werden kann. Der Schiffscomputer sagt sogar, es gäbe 15.000 Substanzen, die er nicht scannen kann. Eigentlich sagt SIE das, es ist ja schließlich DIE Enterprise mit der Stimme von Majel Barrett. Die Schiffscomputerin sagt also: „Es existieren 15.000 Substanzen, die ich nicht durch Sensormessungen registrieren kann.“ Entschuldigung, woher weiß sie das denn bitte? Wenn sich die Anwesenheit eines Stoffes nicht messen lässt, dann kann auch niemand sagen, ob er an einem bestimmten Ort, im ganzen Universum oder wo auch immer vorhanden ist! Darum ergibt diese Aussage keinen Sinn. Wenn klar ist, dass ein Stoff existiert, wurde er zuvor durch Messungen untersucht!

    Die nicht-perfekten Zahnräder gibt es in VOYAGER auch, wahrscheinlich werdet ihr dann auch Barclay erwähnen.

    Ich habe „Hollow Pursuits“ nie eine große Bedeutung zugemessen. Sebastian, warum genau ist diese Folge für dich der Beginn des Sündenfalls von Star Trek? Möchtest du das vielleicht näher erläutern oder ist es dafür zu früh? Diese Aussage hat mich überrascht!

    LL&P
    Michael from Outer Space

    1. Sebastian

      Hey Michael,

      das Wort „Sündenfall“ ward aus meiner überschwenglichen Echauffierung heraus geboren. Mit kühlerem Kopf würde ich es eher „symptomatisch“ nennen. Symptomatisch dafür, dass manchmal Menschen Star Trek machen, die es eigentlich uncool finden. Die lieber zu den Jocks und Quarterbacks als zu den Nerds zugehörig wären.

      Auf diesen Trichter kam ich, als ich vor ein paar Monaten anlässlich unserer Livestreams recherchierte. Hör Dir mal den Audiokommentar von Ronald D. Moore zu „Star Trek III“ an, der ist auf den Blu-rays. Und danach den Kommentar von Alex Kurtzman zu „Star Trek IV“. In diesem unmittelbaren Kontrast wird deutlich, wer Star Trek liebt und versteht – und wem es eher peinlich ist, damit in Verbindung gebracht zu werden. Auch sehr symptomatisch. (Interessanterweise brachten die Inglorious Treksperts ein paar Wochen später eine Sendung – ich glaub es war die mit Manny Coto – in der genau das thematisiert und von „Hollywood-Insidern“ bestätigt wurde.)

      Nichtsdestotrotz kommt demnächst eine Folge, die ich auch nüchtern betrachtet als einen Apfel im Garten Eden bezeichnen würde. Stay tuned.

      Schönen Sonntag noch,
      Sebastian

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      1. Michael from Outer Space

        Hi Sebastian!

        Vielen Dank für die Antwort und deine Tipps, ich werde mal reinschauen. Die Interviews von Alex Kurtzman über Star Trek, die ich bisher kenne, finde ich tatsächlich respektlos und beleidigend gegenüber den Fans. Der Mann hat keinen Bock auf Star Trek, wurde von den CBS-Bossen aber trotzdem auf diesen Stuhl gesetzt, weil er Vitamin B hat oder jemandem tief in den Allerwertesten gekrochen ist. Das ärgert mich so sehr an ihm. Er empfindet keinerlei Wertschätzung für dieses Franchise. Was soll dabei herauskommen, wenn solche Menschen jetzt die Verantwortung tragen?

        LG
        Michael from Outer Space

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    2. Ronnsen RD

      Hi Michael,
      kurz zu deinem Sensoren-Problem: Ich denke, der Computer meint nicht, dass jetzt gerade 15.000 Substanzen an Board der Enterprise existieren, die die Sensoren nicht messen können, sondern, dass in der Datenbank 15.000 Stoffe bekannt sind, für die die Sensoren des Schiffs nicht ausgelegt sind. Die Sensoren können unter Garantie nicht jedes wissenschaftlichen Labor-Setup imitieren, das benutzt wird, um bestimmte Stoffe nachzuweisen.

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  10. Ronnsen RD

    Es gibt ja so Episoden, bei denen erinnert man sich, wie man sie als Kind sah und total gut gefunden hat. Dann schaut man sie Jahrzehnte später und stellt fast, wie hart fragwürdig die Grundaussage als solche doch sein kann.

    „Der Schüchterne Reginald“ fand ich früher super. Ich mag Barcley als Charakter an sich sehr und ich mochte auch seinen Weg in die Gesellschaft in dieser Episode. Ich hatte das tatsächlich so wahrgenommen, als wenn der Mann nicht glücklich war in seinem Leben und mir war damals schon bewusst, dass das Holodeck in Star Trek kein Ersatz für das echte Leben sein kann. Zumindest nicht in der Art, wie übertrieben die Holodeckprogramme von Barcley dargestellt werden.

    Eine Rolle spielte damals sicher auch, dass ich als großer A-Team Fan mich natürlich sehr gefreut habe, Dwight Schultz nun auch in Star Trek sehen zu dürfen und dann auch noch in einer Rolle, die ebenso ein bisschen verrückt und daneben ist wie Mordock.

    Obendrauf natürlich noch „Captain Picard & The Broccoli Incident“ … eine der komödiantischen Sternstunden des Franchise. Wie das Gesicht von Picard einfriert und die Mundwinkel fast in Zeitlupe nach unten gehen und die blanke Panik in die Augen steigt. Eigentlich hätte Picard noch Rot anlaufen müssen, aber das kann man als Schauspieler schlecht steuern. Grandios, auch der Rest der Crew in dem Moment. 😀

    Und Danke an Simon und Sebastian, dass Ihr es nochmal ausdrücklich klar gestellt habt: Guinan macht Trois Job und ist darüber hinaus der viel bessere Counselor! Punkt!

    Nachdem ich mir nun aber die ganze Besprechung der Folge angehört habe, muss ich sagen: Ja, sehr viele Sachen laufen da schief und das Fazit, die Simon und Sebastian ziehen, kann man so ziehen und sie leiten es sehr gut her und begründen es auch stichhaltig.

    Allerdings bin ich bei zwei Punkten doch ins Grübeln gekommen:

    Punkt 1: Verletzung der Ärztlichen Schweigepflicht
    Nüchtern betrachtet, ganz klar. Was Deanna als „Ärztin“ mit ihren Patienten in einer offiziellen Sitzung bespricht, unterliegt der Ärztlichen Schweigepflicht und diese wird hier eklatant verletzt, als sie drauf hin zu Geordi rennt und ihm davon berichtet. Gucken wir aber mal genauer hin: Hier befinden wir uns auf einem Raumschiff der Sternenflotte, also beim Militär.

    Einschränkungen der Ärztlichen Schweigepflicht könnten hier vielleicht doch zulässig sein, wenn sie z.B. die Sicherheit des Schiffs oder die Mission betreffen. Sollte also eine Beeinträchtigung des gesundheitliche/psychischen Zustandes eines Crewmitglieds, das womöglich noch an kritischen Systemen arbeitet, dazu führen, dass dieses Crewmitglied seinen Job nicht mehr wie benötigt ausüben kann, dann sind Ärzte angehalten diese auch zu melden.

    Eine entsprechende Klausel (letzter Halbsatz), die zumindest in die Richtung geht, kann heute schon beim U.S. Militär gefunden werden unter:
    https://www.health.mil/Military-Health-Topics/Privacy-and-Civil-Liberties/HIPAA-Compliance-within-the-MHS/Military-Command-Exception

    „Mental Health and/or Substance Abuse Disclosures:
    DoD supports the provision of mental health care and voluntarily seeks substance abuse education to Armed Forces personnel while maintaining a balance between patient confidentiality rights and Command notification. Therefore, covered entities are not permitted to notify a Service member’s Commander when the member obtains these services, unless certain conditions are met, such as displaying a serious risk of harm to self, others, or the mission.“

    Somit könnte das Verhalten von Deanna hier zumindest auf Statuten der Sternenflotte fußen und keinen Verstoß gegen ärztliche Schweigepflicht darstellen. Ob dieser Fall hier aber wirklich greift, ist fraglich, da ich persönlich nicht sehe, dass von Barcley eine ernsthafte/unmittelbare Gefahr für sich, andere oder die Mission ausgeht.

    Punkt 2: Privatsphäre in der Sternenflotte

    Ich habe das Gefühl, dass wir manchmal bei unserer Betrachtung zu oft dazu neigen, die Maßstäbe unserer Gegenwart auf die Zukunft in Star Trek anzuwenden, ohne dabei in ausreichender Weise die Maßstäbe zu würdigen, die Star Trek als „Welt“ selbst schon mitliefert.

    Bedeutet „Privatsphäre“ in Star Trek das Gleiche wie wir „Privatsphäre“ definieren. Dazu reiht sich die Frage: wie viel Datenschutz/Privatsphäre kann auf einem militärischen Schiff gaben?

    Hier ein schöner Thread, der neben Punkt 1 das auch Problem gut darlegt (englisch):
    https://scifi.stackexchange.com/questions/126986/why-is-there-no-medical-confidentiality-in-star-trek-except-when-there-is

    Im letzten Beitrag geht es gerade um die Frage, was heißt „privat“ in Star Trek und die Argumente sind nicht von der Hand zu weisen.

    Auf Deutsch: In Star Trek haben wir eine viel offenere Gesellschaft und zudem sind wir auch noch beim Militär.

    – Computer hört mit.
    – jeder kann in dein Holodeckprogramm hereinlaufen, es ist ja quasi der „Freizeit-Raum“ der Crew (Die Holo-Suite bei Quark ist ja das anders, die mietet man gegen Geld.)
    – offene Kommunikation über Kommunikator
    – ständiger Zugriff auf Standort jedes Crewmitglieds

    Auch der Umstand, dass ich jeden Menschen (egal ob Vorgesetzer oder nicht) im Holodeck nachbauen kann, ist ein Anzeichen dafür dass dort ein andere Auffassung von „privat“ herrscht.

    Unter diesen Voraussetzungen wirken die Bemühungen der Crew, Barcley zu integrieren, vielleicht ein schon bisschen weniger übergriffig?

    Zum Schluss nochmal ein Gedanke zum Fazit von Simon und Sebastian:

    Frage: Was ist, wenn Barcley eben nicht nur der Archetyp eines introvertierten Nerds ist, der WoW spielt, sondern hier wirklich schon ein pathologischer Fall dargestellt werden soll? Also jemand, der sich wirklich nicht einfügen kann in eine militärische Arbeitsstruktur, aufgrund von psychischen Problemen wie Realitätsflucht etc… Jemand, dem wirklich geholfen werden muss, auch zu seinem eigenen Wohl.
    Klar, nicht jeder Eskapismus hat Suchtpotential, aber Barcley geht auch nicht Kajakfahren wie O’Brain oder kloppt sich mit hässlichen SpaceMonstern wie Worf. Hier kann man es so deuten, dass Barcley gar nicht mehr klar kommt, wenn er nicht seinen Dampf nicht aufm Holodeck an den Abbildern der Crew auslässt.
    In unsere Gegenwart transponiert wäre das jemand, der das Foto vom Chef auf die Dartscheibe und das Bild von der geilen Schnalle aus der Personalabteilung auf den Kopf seiner Gummipuppe geklebt hat und das alles nicht zu Hause, sondern im Freizeitraum der Firma benutzt. Hm… schwierig.
    Zudem sehe ich am Ende keinen wirklichen „Cold Turkey“, da Barcley es ja selbst macht. Man nimmt es ihm nicht weg. Er sagt seinen Holoprogrammen „in Übereinstimmung mit Troi“ auf Wiedersehen. Also kann man davon ausgehen, dass dort zumindest eine Art psychische Betreuung stattfindet.

    Für den Humor und die schauspielerische Leistung der Folge gebe ich den Daumen klar hoch. Für den Rest heute immerhin noch quer.

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  11. Kleiner Bruder

    Ja, ja, „die Menschheit des 24. Jahrhunderts ist…“ unserer doch ziemlich ähnlich. Kurz hatte ich gedacht, warum man anstelle eines Starfleet-Angehörigen nicht einfach einen Austauschoffizier eingeführt hat. Das kam ja schon drei mal vor. Aber so ist Barclay wohl eine gute Identifikationsfigur für die meisten Fans. Nicht nur, dass er mit seinen Lieblingscharakteren quasi „spielt“ bzw. Sie als Flucht vor der Realität benutzt, er ist hier der Typ, der im wirklichen Leben nicht für voll genommen wird und am Ende doch alle rettet (Oh, hallo Mary Sue!)
    Bemerkenswert finde ich hier aber, dass Picard Geordi anweist, sein Verhalten gegenüber Barclay zu ändern, statt diesen vielleicht zu bestrafen. Wenn das nicht fortschrittlich ist.
    Diese seltsame Aversion gegen Nerds gab es aber schon früher, erinnert Ihr euch? In „Die Macht der Naniten“ wurde ganz übel auf Wesley herumgehackt, dass er sich nicht wie ein typischer Teenager verhalten würde.
    Barclay ist aber auch, da muss ich euch zustimmen, nicht einfach nur ein Nerd, der ein wenig schüchtern ist. So wie gezeigt würde ich auch eine Angststörung vermuten. Da ist es natürlich nicht verkehrt, mit Entspannungsübungen anzufangen – einatmen – ausatmen – aber wie sollte die arme Therapeutin auch wissen, dass gerade diese Situation für den Patienten eine gewisse Bedeutung hatte?
    Immerhin hat Barclay seine Obsession nicht ins pathologische gesteigert. Ihr habt bestimmt schon vov der Episode „Uss Callister“ aus der Serie Black Mirror gehört. Darin erschafft der nerdige Programmierer für seine VR Spielwelt bewusste Kopien seiner Arbeitskollegen, um sie zu quälen und gefügig zu machen. Die Reaktion der Enterprise Crew darauf wäre interessant gewesen….
    Die Folge hätte auch ohne das Science Fiction Setting funktioniert, vielleicht mit Karikaturen, die Matrose Barclay von seinem Captain angefertigt hätte. Obwohl, in der heutigen Realität würde man ihm so was kaum durchgehen lassen.
    Aber am Schluss wird doch alles gut, und für diese positive Sicht der Dinge würde ich auch den Daumen hoch geben.

  12. Don

    Moin!

    Während Barclay den „Riker“ in den Schwitzkasten nimmt, sieht man übrigens im Hintergrund, wie „Guinan“ den Fusel schnell in Sicherheit bringt.

    Broccoli ist ein Gemüse, dass ich überhaupt nicht abkann. Insofern finde ich das durchaus einen passenden Spitznamen für Barclay.

    Hätten sie statt Barclay nicht Sonya Gomez behalten können?

    „The A-Team, the A-Team, I see the A-Team“*
    Darf ich mich hier outen?: Ich habe das A-Team immer gehasst. Mir war völlig unverständlich, dass alle diesen Murks gut fanden. Allenfalls die Flugangst von B.A. und dass im Intro ein Zylone an Faceman vorbeilief, fand ich ganz nett. Mehr konnte ich diesem Mist nie abgewinnen. (Meine zweite Hass-Serie dieser Zeit war „Knight Rider“.)

    Wird der „Dee-Wight Schultz“ ausgesprochen? Wusste ich noch gar nicht.

    Übrigens ist doch eine neue Pan-Tau-Serie geplant. (Das kann ja eigentlich nur in die Hose gehen!)
    Pan Tau ist aber nicht immer stumm, manchmal sagt er auch „Bimbo“, wenn ihm ein Elefant über den Weg läuft! ^^

    Der Söder sagt: „I will au mal Kanzler sein!“

    Sonya war aber im Gegensatz zu Barclay alles andere als schüchtern!

    Vielleicht kann man sich ja für einen Platz in der Sternenflotten-Akademie auch Warte-Semester anrechnen lassen, sodass auch ein Barclay mit mutmaßlich etwas schlechterem Numerus Clausus irgendwann aufgenommen wird?

    Bei Barclay finde ich die Bezeichnung „Sittenstrolch“ durchaus berechtigt, ganz anders als bei Geordi in „Booby Trap“.

    Ihr lasst Euch immer so leicht vom Techno Babble verschrecken, obwohl das alles hier diesmal doch gar nicht so schwer zu verstehen war.

    Hier erleben wir, dass Barclay zumindest fachlich nicht solch eine Napfsülze ist, denn er bekommt den Auftrag, eine Analyse durchzuführen, die er aber bereits dabei ist zu tun. Er war den anderen also ermittlungstechnisch schon voraus! (Ah ja, Sebastian spricht dies dann auch nochmal an. 🙂 )

    Ist „light ale“ nicht einfach nur ein Helles?

    Jetzt wird auch klar, warum Guinan in „The Outrageous Okona“ so schlechte Witze erzählte. Sie hat einfach keinen Humor, den hatte in ihrer Familie ja einzig ihr Onkel.

    Interessant, dass Geordi da so einfach ins Holodeck stapfen kann. Gibt es da keine Privatsphäre-Beschränkungen?

    Was ist Programm Nr. 9?
    https://www.youtube.com/watch?v=SNdcFPjGsm8

    In der deutschen Synchro wird explizit gesagt, dass er das Programm Troi nicht löschte.

    Fazit? Tja, früher fand ich die Folge besser, weil ich es ganz witzig fand, die bekannten Protagonisten in anderen Rollen mal zu sehen.
    Nach den Jahren gingen mir aber auch die angesprochenen Probleme dieser Folge immer mehr auf. Deshalbe gebe ich inzwischen den Daumen quer.
    In späteren Folgen hat mir Reginald Barclay dann wieder deutlich besser gefallen. (Wobei er auch in einer Folge auftritt, die für mich zu meinen persönlichen TNG-„Worst Ten“ gehört!)
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    * https://www.youtube.com/watch?v=BFiNK8LAHWE

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