#173: Tin Man (TNG 3.20)

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23. April 1990:
Der Gaststar der Woche ist nicht nur ein unverschämter Kollege mit der Extraportion psychischem Ballast, er missfällt auch dem ersten Offizier gewaltig. Liegt das nur an dieser Ghorusda-Sache? Oder weil er Dee näher steht, als es Billy Boy lieb ist? Egal, Tam schließt Freundschaft mit Data und einem Weltraumwal.

In Deutschland: Der Telepath, ausgestrahlt am 2. August 1993.

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. Michael

    Die Folge ist gut. Daumen hoch. Ich mag es, wenn sich tragische Charaktere zusammen finden. Wobei der Titel auch für eine Data Folge geeignet wäre.

  2. David

    Gefühle…Gefühle so viele Gefühle…Gefühle😳 Boah freu ich mich auf nächste Woche 😅🙈 Romulaner werden zu Statisten & Tammy findet einen Tannenzapfen als Kumpel😂 Tammy wenn du scheisse gebaut hast, wieso bist du noch Botschafter der Föderation? Und wenn es dir auf dem Zeitlupen Planeten so gefallen hat, warum gehst du da weg? Und ich hab dem Schauspieler die Rolle von Tam nicht abgenommen, konnte mich damit nicht anfreunden. Und wie gesagt die Romulaner sind nur Beilage, hätten auch Ferengi oder sonst wer sein können! Ich war froh über den Geordi Plott, da wurde ich wenigstens mal kurz auf Pulsgeschwindigkeit gebracht 🙈 Schlimme Folge…Meine Meinung😄 ✌🏾

  3. BjoernHH

    Tolle Folge! Meine Meinung! 🙂

    Erstmal nochmals Originalton und Untertitel loben! Ich schaue immer mit englischem Ton und englischen Untertiteln, zur Not mit deutschen Untertiteln.
    Das finde ich am authentischsten. Selbst wenn mal ein dänischer oder spanischer Film geguckt wird, dann gern Originalton mit Untertiteln. Dann lese ich halt alles, aber ich lese ja gern! Und es ist einfach näher an dem dran, was die Produzenten erschaffen wollten.
    Aber jeder, wie er will.

    Der Tin Man selbst hat mich an ST Discovery und den Gormergander-Spacewal denken lassen, obwohl die doch deutlich kleiner waren…

    Wer hätte gedacht, dass mir gerade diese Folge so gut gefällt? Sie war mir von früher gar nicht so positiv in Erinnerung. Vielleicht war die nicht so gelungene deutsche Stimme von Tam Elbrun der Grund. Wer weiß…
    Aber jetzt war ich begeistert. Man konnte seine Schmerzen und Probleme richtig mitfühlen.
    Mir gehen Menschenmassen auch auf die Nerven, jetzt in der Coronazeit noch mehr, weil alle da draußen die Krise schon für beendet halten. Bin dann auch immer froh, wenn ich wieder für mich bin. Und das ohne telepathische Fähigkeiten.

    Vielleicht war das die richtige Folge zur richtigen Zeit. Alle wollen individuell sein, aber wehe, jemand ist anders…

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  4. the Mike

    Dies ist eine gute TNG Folge, auf diese Rasse wird meines Wissens noch mal zurückgegriffen in den USS Titan Romanen. In einem der 6 oder 7 Teilen kommen einige der großen TNG Weltraumwesen wieder for so auch das quallenartige Wesen aus Mission Farpoint

  5. Yvonne

    Heute höre ich eure Folge tatsächlich direkt nachdem ich die Episode gesehen habe und tippe parallel zu beidem noch meine Gedanken nieder. Mal sehen, wie das funktioniert.

    Tam ist für mich ein großartiger Charakter und genauso gespielt. Auch Gomtuu ist ein spannendes Element, insbesondere durch seine Verbindung zu Tam. Und es ist wohl gut, dass ich die Folge nicht auf Deutsch gesehen habe. Ich fand Tam von Anfang an interessant und auch sehr schnell sympathisch, aber keine Sekunde lang nervig. Unverschämt auf jeden Fall und ungeduldig mit den ganzen Gedankenträgern um sich herum. Es war sehr lustig, Picards angefressenes Gesicht zu sehen.

    Was ich mich gefragt habe, als Tam Datas Bild betrachtet: sehe ich da etwa Unsicherheit bei Data oder runzelt er nur missbilligend die Stirn? Ihr sagt es ja auch: super interessanter, menschlicher Moment. Dieses Gespräch zwischen Data und Tam über das eigene Sein ist so typisch Star Trek und so wunderschön. Wieder scheint Datas Unsicherheit durch darüber, was er eigentlich ist, und Tam reagiert großartig.

    Wir haben hier ein hochemotionales Motiv – ein lebendes Schiff, das ohne seine Besatzung und mit Jahrtausenden ohne Kontakt zu seiner Spezies so einsam und voller Schmerz ist, dass es sterben will. Bis es einem Individuum begegnet, das sich genauso fühlt. In Gomtuu sehen wir ganz wundervoll, wie sich die beiden miteinander verbinden und dass sie in ihrem Lebenssinn zusammengehören. Datas Erklärung an Deanna am Ende, was zwischen Gomtuu und Tam passiert ist und was für Data für sich begriffen hat, schließt die Folge wunderschön ab. Eigentlich finde ich so eine Aufgabe von Individualität und Verschmelzung zu einem Wesen immer ziemlich gruselig, wenn ich das bei Paaren in der Real World sehe oder höre. Hier ist es anders, vielleicht weil es auf einer „höheren Ebene“ passiert. Oder einfach weil es SciFi ist, wer weiß.

    Bei mir hat diese Folge einen ganz besonderen Platz und ist ganz klar ein Beispiel dafür, was ST ist. Was ich der Folge vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass im Grunde Tam der Protagonist ist und niemand von der Crew (ich mag Tam zu sehr, um mich daran zu stören) und dass die Romulaner nicht mehr als ein Vehicle sind für einen zusätzlichen Konflikt (ist der eigentlich nötig, wo wir doch Tams Verbindung zu Gomtuu und die kommende Supernova haben?).
    Darüber, dass Gomtuu ein typisches Überwesen ist, kann ich hinwegsehen, das haben wir ja häufiger mal in ST. Irgendwie müssen die Romulaner verschwinden und die Enterprise am Ende vor dem Sternentod gerettet werden. Für mich passt das. Den Wunsch nach Ruhe und Frieden und der engen Verbindung zu einigen wenigen Personen kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Dass es eine nicht romantische Liebesgeschichte ist, darauf musste mich erst Sebastian bringen, dabei liegt es so auf der Hand, wenn sich zwei derart voneinander angezogen fühlen.

    Im Übrigen liebe ich eure Aufdeckung der Hintergründe um die Bromance Data/Geordi/Tam 🤣 Im Übrigen 2 benennt Memory Alpha das äußere Aussehen von Gomtuu als Sonnenblumenkern-artig. Wie auch immer die darauf kommen. Aber euer Tannenzapfen-gefüllt-mit-Lava-Vergleich ist auch gut.

    Zu eurer Einführung der Folge: TOS habe ich auch nachgeholt, sowohl eure Folgen als auch die Episoden, wenn auch ziemlich durcheinander, da ich eure Folgen zuerst gehört und danach die Episoden gesehen habe. Ihr empfehlt es ja sinnigerweiser andersrum, aber mit einigen Tagen oder Wochen dazwischen geht es auch so, wie ich es gemacht habe.

    Ich freue mich auf die nächste Folge mit euch!
    Yvonne 

  6. Michael from Outer Space

    Hallo allerseits!

    „Tin Man / Der Telepath“ habe ich vor langer Zeit auf deutsch gesehen und da gefiel sie mir nicht, vielleicht lag das an Tams unpassender Synchronstimme. Durch Simons und Sebastians Besprechung habe ich aber erkannt, dass es sich hierbei um eine ruhige Charakterfolge handelt, die meinen Lieblingscharakter Data tatsächlich weiterentwickelt. Weil ich diese Storys sehr mag und immer mehr schätzen lerne, werde ich die Folge reviewen und danach in mich gehen, um sie ein weiteres Mal im Lichte der TAD-Diskussion zu bewerten. Sie könnte tatsächlich ein „Hidden Gem“ sein, den ich bisher einfach nicht auf meinem Viewscreen hatte.

    Vor dem Serienstart von PICARD gab es auf Star Trek-Websites, in Blogs und Videos Listen der „5, 10, 12, was-auch-immer ‚definitiven‘ TNG-Folgen, die man UNBEDINGT gesehen haben muss, um PICARD zu verstehen“. Da waren dann die „üblichen Verdächtigen“ wie „The Measure of a Man“, „Q Who“, „The Best of Both Worlds“ usw. dabei. Es soll sogar Podcasts geben, in denen zur Vorbereitung auf PICARD gezielt solche Folgen besprochen wurden. Diese Vorgehensweise verstehe ich nicht, weil sie meiner Meinung nach zu kurz greift. Wenn man sich auf die berühmten Episoden konzentriert, geraten Folgen wie „Tin Man“ oder „The Most Toys“, die Data ja auch ausarbeiten und in ungewöhnlichen Situationen zeigen, aus dem Fokus. Wie so oft zeigt sich hier, dass der „harte Weg“, nämlich alle Folgen nacheinander zu besprechen, der richtige ist.

    Ganz allgemein fehlen mir im „New Trek“ solche spannenden Charaktere wie V’Ger und Gomtuu, die wirklich andersartig sind, keine humanoide Gestalt haben und das auch nicht wollen, komplett andere und für Menschen rätselhafte Motive haben usw. Ja, sie sind zu groß/mächtig, aber ich mag einfach die zugrundeliegenden Ideen. Ein lebendiges, organisches Raumschiff kann eben ein vollwertiger Charakter sein. Die Enterprise-D wird schließlich auch mal ein Bewusstsein entwickeln und „lebendig“ werden, genauso wie die Discovery! 😉 Das erinnert mich nicht nur an Farscape, sondern auch an Futurama und an Babylon 5. Das ist ganz schlicht und ergreifend ein tolles SciFi-Konzept, das zu Star Trek, KIs, synthetischen Lebensformen, Evolution etc. passt. Die Raumschiffe sind bei Star Trek sowieso die wichtigsten Charaktere, denn ohne sie gäbe es dieses ganze Universum nicht.

    Den Trivia-Aspekt über die Gomtuu-Geräusche finde ich superb! Hoffentlich war die Pizza, die der Sound Editor Jim Wolvington verspeisen durfte, genauso lecker! 😉Toll, dass er anstelle technischer Geräte zur Abwechslung seinen eigenen Magen zur Klangerzeugung nutzte. Auf so eine Idee muss man erstmal kommen! Ich finde es jedenfalls super.

    LL&P
    Michael from Outer Space

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  7. Ingo

    Eine eher nebensächliche Anmerkung: Ich bin mir mehr oder weniger sicher, dass die wöchentlichen Folgen damals im ZDF Freitags liefen und nicht Donnerstags. Ich erinnere mich nie an die wichtigen, sondern immer nur an die unwichtigen Dinge und dazu gehörte, dass ich mich als Schüler damals noch ein bisschen mehr auf das Wochenende gefreut habe, weil dann TNG lief.

    Irgendwann muss auch die Phase los gegangen sein, als ich die Folgen zunächst immer im Original sehen durfte, weil das damals per Satellit frei empfangbare Sky One täglich(?) um 18:00 eine neue Folge zeigte. Dazu noch Alf und die Simpsons… Zusammen mit Monty Pythons Flying Circus im NDR sorgte Sky One dafür, dass meine Englisch-Kenntnisse damals recht gut waren…

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  8. Ingo

    Noch eine Ergänzung: Mit „Sky One“ ist nicht das heutige Sky One gemeint, sondern ein britischer Sender, der Anfang der 90er vermutlich den Zweck hatte, mögliche Abonnenten mit einem anfangs frei empfangbaren Programm für Sky UK zu ködern. Ich kann mich daran erinnern, dass ich Folgen wie „Best of both worlds“ oder „Unification“ hier erstmals gesehen habe. Auch mein Erstkontakt mit DS9 fand hier statt. The Emissary lief an einem Sonntag Abend – leider bereits verschlüsselt, zumindest das Bild (wie damals auch bei Premiere üblich). In meiner Verzweiflung habe ich mir das dennoch „angehört“ und außerdem den Sat-Receiver mit meiner Stereoanlage verbunden, um den Ton aufzunehmen. So hatte ich ein schickes DS9-Hörspiel und konnte mir in Verbindung mit der Trekworld-Lektüre den Sinn der Geschehnisse erschließen.
    Das war aber nichts, was man am nächsten Tag auf dem Schulhof erzählte… 😉

    Nun aber genug Exkurs von mir.

  9. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Zu allererst möchte ich euch für euren „Warnhinweis“ ausdrücklich loben. Das hat mich sehr berührt, daß ihr so umsichtig seid. Das soll nicht heißen, daß ich euch das nicht zugetraut hätte. Ich selbst hätte bei der Folge nicht an sowas gedacht, zumal sie ja am Ende gut ausgeht. Andererseits kann man als Außenstehender ja nie wissen, wovon jemand, der selbsmordgefährdet ist, getriggert wird. 👍👍👍

    Nun zur Folge selbst.
    Tin Man, Blechmann, ist eigentlich ein passender Codename für Gomtuu: hier ein Roboter, der sich ein Herz wünscht, dort ein Raumschiff, das sich eine neue Crew wünscht. Die Frage ist: Wer hat ihm den Namen gegeben und warum? Man wusste doch bis dahin nichts über das fremde Wesen. Ich habe gerade noch mal die Szene im Besprechungsraum angeguckt. Im Deutschen wird hier der Begriff Tin Man bzw. Blechmann konsequent vermieden. Man sagt nur „fremdes Wesen“.
    Und überhaupt paßt der Name viel besser auf Data. Der Roboter, der sich ein Herz wünscht und am Ende feststellt, daß er schon längst eines hatte.

    Ich hatte die Folge zuvor höchstens ein oder zwei Mal gesehen und hatte Tam Elbrun wie viele andere auch als sehr unsympathisch und arrogant in Erinnerung. „Ich kann Gedanken lesen, ich weiß alles und ihr man nicht, ätsch!“ Aber in Wirklichkeit war er ja ein sehr bedauernswerter Mann. Nicht nur, daß er Zeit seines Lebens unter heftiger Migräne und Tinnitus gelitten hat, jetzt kommt auch noch der Haß und die Schuldgefühle wegen der Ghorusda-Sache dazu. Mir reicht ja schon ein Wetterumschwung und ich fange an, meine Mutter am Telefon anzublaffen. *schäm*😳

    Riker sagte, es hätte eine Untersuchung gegeben. Ich vermute, daß Darson ein erfahrener Kommandant war (oder sich dafür hielt) und sich von einem Zivilisten, noch dazu einem „Verrückten“, nichts sagen lassen wollte. Personen wie Riker, die nicht an der Untersuchung beteiligt waren, aber durch den Verlust von Freunden persönlich betroffen, mußten einen Schuldigen finden und zogen Elbruns Aussagen in Zweifel.
    Die deutsche Synchro dichtet hier noch etwas dazu. Im Original sagt Deanna: „Last I heard you were the only federation delegate assigned to Chandra V.“
    Im deutschen sagt sie: „das letzte, das ich von dir hörte war, du seist als einziger Überlebender nach Chandra V versetzt worden.“ Das vermittelt natürlich einen völlig falschen Eindruck.

    Und Rikers Frage, ob man nicht versucht hätte, Kontakt mit dem fremden Wesen aufzunehmen, ist in der Tat eine selten dämliche. Kein Wunder, daß Elbrun da ausgeflippt ist. Das ist doch die Standardprozedur der Sternenflotte : „Open hailing frequencies!“ Wenn das funktioniert hätte, hätte man Elbrun ja gar nicht erst bemühen müssen.

    Nach dieser Besprechung und nachdem ich die Folge noch mal auf deutsch und englisch gesehen habe, wird aus einem Daumen quer mit Neigung nach unten ein Daumen quer mit Neigung nach oben.

    LL&P
    Eure Bridge

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  10. Ronnsen RD

    Diese Folge ist das perfekte Beispiel dafür, welch großen Einfluss eine Synchronstimme auf die Wahrnehmung einer Figur hat. Bis vor Kurzem kannte ich die Folge nur in Deutsch und da ist Tam Elbrun für mich immer nur ein überhebliches Arschloch gewesen. Jetzt, wo ich die Folge in Originalton gesehen habe, frage ich mich, welcher Entscheidungsträger da versagt hat, für Tam diese deutsche Stimme zu genehmigen. Die ganze Fragilität dieser Figur, sein Leid und seine Verzweiflung, all das, was ihn im wahrsten Sinne sympathisch macht, fehlt hier völlig in der Stimme. Sehr, sehr schade… zum Glück haben wir ja heute die Möglichkeit, Star Trek auch im Originalton genießen zu können und damit hat sich meine Meinung zu Tam Elbrun letztlich grundlegend geändert.

    „Tin Man“… also der Blechmann aus dem „Zauberer von Oz“, der auf der Suche ist nach einem richtigen Herzen.
    Aber: wir erleben hier die Story von der anderen Seite! Nicht der Blechmann sucht und findet das Herz, sondern das Herz (Tam) sucht und findet seinen „Tin Man“ (Gomtuu).
    Tam ist hier das Herz, schön dargestellt durch die Überempfindlichkeit allen Gefühlen und Gedanken seines Umfelds gegenüber. Das Herz ohne Körper ist dazu verdammt, ungefiltert alles fremde um sich herum zu fühlen, was ihm selbst aber nur Leid bereitet. Gomtuu ist der Körper, der sich ohne Herz (Crew) leer und nutzlos fühlt. Nur gemeinsam sind sie vollkommen.

    Data wiederum ist der personifizierte Blechmann, der ja ständig auf der Suche nach dem sprichwörtlichen Herzen ist, das ihn dem Menschsein näherbringt. Am Ende der Folge stellt Data fest, dass er sein „Herz“ schon gefunden hat. Sein Herz, das ist die Enterprise und seine Freunde in der Crew, die ihn quasi vollkommen machen. Die Menschen, die in ihm nicht nur eine Maschine sehen, sondern ihn als ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft und als Freund akzeptieren und ihn damit einem Menschen gleichsetzen. Sie sind es, die Data dem Menschsein näher bringen und das jeden Tag. Mit diesen Leuten um sich, „fühlt“ Data sich vollkommen, so wie der Blechmann mit einem Herzen.
    So würde ich das Ende zumindest deuten.

    Ich denke auch die Folge beschäftigt sich durchaus mit den Thema Autismus/Asperger, wie Sebastian schon richtig angemerkt. Tam ist überempfindlich/übersinnig und daher nicht in der Lage, sich an gesellschaftliche Normen zu halten. Er beachtet keine Regeln der Höflichkeit, wie es „gelernte“ Betazoiden tun und eckt durch sein Verhalten ständig an.
    Schön zu sehen in der „Billy Boy“ Szene mit Riker: Tam kann bzw. muss alle Gedanken und Gefühle von jedem auf dem Schiff empfangen. Der Kontakt scheint intensiver zu werden, je weniger Abstand besteht. Ein Mensch, der direkt vor ihm steht ist quasi ein offenes Buch, das ihn laut anschreit. Riker ist davon überzeugt, dass Tam auf Ghorusda Mist gebaut hat und stellt ihn deshalb auch bei dieser Mission zumindest gedanklich infrage. Tam merkt das, nimmt das sehr persönlich und reagiert nach dem Motto: „Du Arsch denkst doch eh nur Scheiß über mich, warum soll ich dann noch höflich sein!“.
    Solches Verhalten drängt ihn in eine Außenseiterposition. Dazu kommt noch, dass er sich bewusst von anderen absondert, weil es deren Gegenwart ihm Schmerzen bereitet.
    Ein Merkmal von Asperger ist das „Sich-absondern“, das Zurückziehen in eine eigenen Gedanken-und Vorstellungswelt, die womöglich nicht so „kompliziert“ ist, wie die wirkliche Welt und in der man selbst die Kontrolle hat.

    In dieser Folge ist mir auch zum ersten Mal wirklich aufgefallen, dass Betazoiden keine Iris haben. Bei Deanna fällt das nicht auf, weil sie so ein dunkler Typ mit dunklen Augen ist, aber bei Tam sticht es extrem hervor. Ich dachte erst, der Typ wäre auf Drogen oder sowas, aber nein, das scheint wohl normal zu sein.

    Doofe Frage: Warum kann Tam nicht Datas „Gedanken“ lesen? In TOS konnte Spock alle naselang die „Gedanken“ von Maschinen erspürt, oder irre ich mich da? Oder hat Spock immer nur telepathisch den Fehlerspeicher ausgelesen? Geheimnisvoll, geheimnisvoll…

    Einen Minuspunkt hat die Folge für mich allerdings: diese hässliche grüne Klamotte von Tam mit diesen exorbitanten Schulterpolstern. Das geht gar nicht… das … nein! Nein! Kill it! Kill it with fire!

    Trotzdem ganz klar Daumen hoch (für die englische Fassung)! Tiefgründige Folge, toll gespielt von Harry Groener und Brent Spiner.

    Zum Schluss noch Danke an Simon für das schöne Intro! XD … da bleibt nur noch eines zu sagen: Das ist doch kein Spaten, Sie Ferkel!

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  11. Bridge 66

    Hallo Ronnsen,

    Das trifft den Nagel auf den Kopf, das Herz, das den Tinman sucht. 👍

    Ich denke, das die deutsche Stimme von der Klangfarbe durchaus passt. Klaus-Peter Grap hat auch Daniel Jackson in Stargate SG-1 und Lennier in Babylon 5 gesprochen. Da hat er gezeigt, wozu er in der Lage ist. Das Problem mit dieser Folge ist eher die Dialogregie, die ihn angewiesen hat, Elbrun als arrogantes A*loch zu sprechen.

    Warum kann Tam nicht Datas Gedanken lesen? Ich stelle mir das so vor: Als Betazoide ist seine Fähigkeit vielleicht etwas anders geartet als die von Spock. Außerdem ist Data eine Maschine von einzigartiger Bauart, anders als V’ger oder Nomad. Vielleicht spielt das eine Rolle?

    Oh ja, die Klamotte! 👎👎👎

    LL&P
    Bridge

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    1. Ronnsen RD

      Hi Bridge,

      ich hab es gerade nochmal selbst verglichen und Du hast Recht, die Stimme an sich passt. Dahingehend muss ich meine Meinung etwas revidieren. Es ist wirklich nur die Art und Weise, wie gesprochen wird. Daniel Jackson und Lennier sind mMn auch sehr rationale und weniger emotionale Charaktere, da passt die mehr sachliche Sprechweise von Klaus Peter Grap sehr gut.
      Bei Tam fehlt offensichtlich ganz viel von der Emotionalität/dem Leid der Figur in der Stimme. Ob der Sprecher da eine Anweisung bekommen hat oder ob ihm eine emotionale Sprechweise schlicht nicht liegt, kann ich aber nicht wirklich beurteilen.

      Okay, das ist interessant: es gibt also verschiedene Arten/Funktionsweisen der Telepathie?! Zapften die Vulkanier da andere Quellen an als die Betazoiden?
      Wird eigentlich mal irgendwo was zu den physikalischen oder biochemischen Grundlagen der Telepathie gesagt im ST Universum?Ich mein, Technobabble gibts doch ohne Ende, wieso nicht auch Psychobabble?

      1. Bridge 66

        Da kennen sich andere vielleicht besser aus, ich dachte nur, weil es sich doch um zwei verschiedene Spezies handelt. 😁

        Bridge

  12. Kleiner Bruder

    Ich glaube, das mit der Telepathie ist einfach nur ein bequemes Plotdevice für Film- und Fernsehautoren. Gerade weil es dafür keine Erklärung gibt, kann man das shcön vage und „geheimnisvoll“ halten. Gerade heute abend ist mir das wieder bei Star Wars aufgefallen. Die Jedi „spüren“ unheimlich viel und können ganz leicht andere beeinflussen – ausser, es würde dazu beitragen, die Handlung zu beenden.

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  13. Florian

    Hallo ihr beiden, da dies mein erster Post bei Euch ist es stell ich mich erst mal vor.
    Ich bin der Florian (47) und seit 25 Jahren große Star Trek Fan, meine Leidenschaft begann wie vermutlich bei Euch auch mit TNG.
    Das kann ich aber heute nicht mehr so gut gucken, da ich es nicht mehr so richtig ernst nehmen kann, über die Jahre ist doch sehr schlecht gealtert. Auch gibt es bis auf Stewart und Spiner doch recht schlechte Schauspieler. Besonders Sirtis und Mac Fadden oder Whil Whetaon sind doch eher Laien Theater. Auch sind besonders viele Folgen aus Staffel 1-2 absurd.
    Heute mag ich Deep Space Nine und Discovery am meisten. Aber auch Voyager kann ich noch gut schauen, meiner Meinung nach ist diese Serie noch am besten gealtert. Auch besser als DS9. Aber das hat die besseren Schauspieler und die epischste Story.
    Ich mag heute auch Discovery sehr gerne den Hass dem es entgegenschlägt kann ich nicht nachvollzeihen. Hier sind besonders die Schauspieler viel bessere als in anderen Serien. Aber das ist natürlich alles Geschmacke. Mit Picard wiederum konnte ich gar nichts anfangen. Hie braucht ich keine Staffel II.

    Euren Podcast habe ich schon früher entdeckt aber die Alte TOS Podcast hab ich mir bisher noch nicht angehört.
    Ich habe aber jeden Podcast von Next Generation gehört. Die meisten auch mehrmals. Ihr beiden seid einfach fantastisch! ihr bereichert förmlich mein Leben ich freue mich jeden Tag wenn ich ein Podcast beim Biken hören kann.
    Es ist einfach großartig euch zu lauschen. Ihr redet einfach so lustig und eloquent über TNG & seit dazu mega Sympathisch.
    Vielen vielen Dank für euren tollen Einsatz.
    Ihr beiden seid wirklich großartig ich muss immer Tränen lachen und habe eine tolle Zeit.
    Zur Folge bei mir gibt es einen Daumen Mittel… 🙂

  14. Simon

    An dieser Stelle ein „Herzliches Willkommen!“ an alle Neuzuhörenden. 😀 Danke für euren tollen Beiträge und dafür, dass ihr da seid!

  15. Julien

    Interessant ist, dass Tin Man in der deutsche Fassung völlig ignoriert wird. „They call it Tin Man“ wird in der deutsche Fassung zu „unsere Wissenschaftler haben dieses Ding entdeckt“.

    1. Ronnsen RD

      Höchstwahrscheinlich haben die Verantwortlichen angenommen, das deutsche Publikum könne mit dem Bezug zu „Der Zauberer von Oz“ nichts anfangen.
      Zitat Wikipedia „Viele US-Amerikaner sind mit dieser Erzählung aufgewachsen und mit ihr so vertraut wie deutschsprachige Mitteleuropäer mit den Märchen von Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen.“
      Da sich nichts Vergleichbares von den Gebrüdern Grimm finden lies, haben sie den Bezug zum Buch einfach weggelassen.

  16. Don

    Moin!

    https://www.youtube.com/watch?v=7zcAb4n1zZ0

    Und eine weitere Romulaner-Folge – die dritte bleibt die Romulaner-Staffel!

    Die Romulaner werden wahrscheinlich schon misstrauisch, wenn sich zwei Sternenflotten-Schiffe verschlüsselte Nachrichten zusenden, dafür brauchen sie diese noch nicht mal zu entschlüsseln, um die Lunte zu riechen.

    Ich glaube, in der deutschen Synchro wird da immer von „Wesen“ statt von „Tin Man“ gesprochen.

    Tam sagt zu Deanna, er fühlt sich verbunden mit dem „Tin Man“. Das ist eine Parallele zu Spock und V’Ger.

    Die Lexx war ja auch eine Art lebendes Raumschiff.

    Wieso ist Gomtuu überhaupt gegen den möglichen Angriff der Romulaner vorgegangen? Es wollte doch sowieso sterben.

    Fazit: Daumen rauf. (mit Einschränkungen)
    Es werden viele existentielle Fragen gestellt. Tam Elbrun ist in seiner Zerrissenheit sehr gut gezeichnet. Und doch: so hundertprozentig hat mich die Folge dann doch nicht mitgenommen.

  17. JackJean'n'Walker-Buddy-Movie

    Uh uh uh, schön, dass der Gaststar so heraus gestellt wird. Der Mann ist super. Vielleicht erinnert sich jemand an den großartigen Bürgermeister aus Buffy, Staffel 3 (sogar mit Szenen mit Armin Shimerman), der einen absolut durchgeknallten, irgendwie merkwürdig sympathischen Soziopathen mimt.

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