Trek am Freitag #57.1: Khan I

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Botany Bay! Als die Entwicklung von Star Trek: Khan (damals noch Ceti Alpha V) unter Nicholas Meyer begann, war Trek am Dienstag noch Quark im Schaufenster. Nun endlich ist die Miniseries fertig, die das narrative Loch zwischen Space Seed und Star Trek II: The Wrath of Khan stopft – und sie ist ein Podcast! Simon & Sebastian rollen die epische Produktionshistorie auf, besprechen nach traditioneller TaD-Art ihr erstes Hörspiel und – oho! – brandneues Star Trek. Khans erste Tage im Exil erzählen die Episoden Paradise, Scheherazade & Do Your Worst. Fortsetzung folgt in drei Wochen.

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Christian Berger

    Wenn ich vielleicht alternative Erklärungen anbieten dürfte, warum das „nur“ ein Hörspiel ist.

    1. So große Unternehmen sind Risikoscheu. Die haben (aus Unternehmenssicht) ja mit den Fernsehserien alles „nach Handbuch“ für „erfolgreiches Mainstreamfernsehen“ gemacht, und hatten „trotzdem“ kaum Erfolg. So was kann passieren und deutet auf eine „falsche“ oder „inzwischen veraltete“ Richtung an. Es ist dann sinnvoll andere Dinge zu probieren um die neue Lage zu erkunden. Das kann man mit einem günstigen Testballon untersuchen. Funktioniert das nicht, so ist es auch egal, funktioniert es, dann hat man eventuell eine neue Goldader gefunden. (siehe StarWars!)

    2. Audio-Langformate mit erzählerischen Inhalt sind in den letzten Jahren doch noch ein ganzes Stück erfolgreicher geworden. Podcasts boomen, und unter denen sind „True Crime“ Podcasts, die ja eine Geschichte erzählen, sehr populär. Da können auch Hörspiele funktionieren. Da könnte eine neue „Goldader“ dahinter sein.

    Ich hab das Hörspiel (und auch eure Besprechung dazu) noch nicht ganz gehört, finde aber den „Aufmerksamkeitsaspekt“ sehr spannend. Ja einen Podcast konsumieren weniger Leute als eine Fernsehserie… aber dafür sorgt der auch für weniger Aufmerksamkeit im Unternehmen. Es ist dann so was wie ein „Skunkworks“-Projekt, etwas was, mehr oder weniger, unter dem Radar läuft. Dabei entsteht ein schöpferischer Freiraum. Oder anders gesagt, wenn Du dem Studio egal bist, dann verlangt das auch keine Änderungen.

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  2. Corinna

    Bis jetzt bin ich auch sehr angetan von den drei Folgen, vor allem weil es glaubwürdige Charakterentwicklung gibt. Die Rolle der McGivers kann man ja heutzutage nicht mehr so erzählen wie in TOS, nämlich als dummes 60er-Jahre-Frauchen, das beim Anblick einer durchtrainierten Männerbrust sämtliche Professionalität fahren lässt. Das Hörspiel findet hier für ihr Motiv Khan zu helfen aber eine glaubwürdige Begründung und damit auch einen nachvollziehen Wandel des Charakters für heutige Zeiten. Ich fand es auch schon immer komisch, dass die Enterprise auf ihrer Mission ausgerechnet eine Historikerin mitgenommen hat, die ja auch offensichtlich gar nix zu tun hatte und in der Crew wohl eine totale Außenseiterin war.
    Danke für die tolle Besprechung, das macht Lust auf mehr!

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  3. Lamelle

    Simon, ich muss das jetzt mal klugscheißen, weil ich das schon öfter bei dir wahrgenommen habe: Hörspiel, Comic, Film, etc. sind keine Genres, sondern Medienarten!! Genres sind z.B.: Fantasy, Horror, Krimi. Danke für die Aufmerksamkeit. Gruß & Kuss

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    1. Sebastian (TaD)

      Und, um mal zum Thema zu kommen, um das es hier eigentlich geht: Wie gefällt Dir das Khan-Hörspiel?

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    2. Simon (TaD)

      Hallo Lamelle, danke für den richtigen Hinweis, das ist mir natürlich klar. Genre habe ich an dieser Stelle spielerisch verwendet, aber allen war und ist ja hoffentlich trotzdem klar, wie ich das gemeint habe.

      Ich bitte um Verständnis, dass wir bei Abertausenden gesprochenen Wörtern pro Woche keine 100-Prozent-Quote an sprachlicher Genauigkeit erreichen können. Und das hoffentlich auch nicht vorausgesetzt wird, um über den Inhalt einer Folge zu diskutieren. Sonst würd das auch keine Spaß mehr machen, wenn wir bei jeder Formulierung ein Stoßgebet gen Konrad Duden machen müssten.

      Dennoch: Richtiger Hinweis, also danke. Hoffe, dass unser Gespräch trotzdem mehr Diskussionsstoff bietet als dieser Versprecher im Eifer des Gefechts. 😀

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  4. Benedikt

    Scheherazade hat den König wie ihre Vorgängerinnen noch vor der ersten Nacht geheiratet, der Unterschied war nur, daß sie auch den Folgetag überlebte. Sie konnte also nicht am Ende der Geschichte jemand anderen aussuchen.
    (Der König war übrigens der Schah von Persien, der Titel „Sultan“ wäre für ihn eher unüblich).

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  5. Michael from Outer Space

    Ja, es wirkt merkwürdig, dass ein Hörspiel scheinbar fast ein Jahrzehnt lang geplant wurde. Ich finde es aber nicht schlimm, dass „nur“ ein Hörspiel herauskam, solange es gut ist.

    Und das ist es meiner Ansicht nach, soweit ich es nach den ersten drei Episoden beurteilen kann! Die von euch gelobte Immersion hatte ich auch, ich fühlte mich beinahe in meine von diversen Hörspielen geprägte Kindheit zurückversetzt. Bisher finde ich „Star Trek: Khan“ gut geschrieben, hochwertig produziert und sehr unterhaltsam. Diese drei positiven Eigenschaften habe ich bei den Kinofilmen und Serien des „New Trek“ seit 2009 oft schmerzlich vermisst! Hier hat sich ein professionelles Produktionsteam zusammengesetzt und ein „erwachsenes“, überzeugendes Werk abgeliefert, das wir nebenbei bemerkt sogar KOSTENLOS konsumieren dürfen! Herzlichen Dank und „Chapeau!“ an CBS Studios. In einer Zeit, in der ich mich für jede Serie bei irgendeinem Streaming-Dienst anmelden und fleißig zahlen soll (was ich grundsätzlich nicht schlecht finde, mich stören aber der Hype und die Marktmacht der Dienste), wirkt das sehr wohltuend. Ich wuchs eben in einer Zeit auf, als man sich Serien im TV oder auf VHS angeschaut hat und da gingen die Uhren ein wenig anders.

    In der Anhörung am Anfang von „Paradise“ fand ich die Aussage „Die Geschichte wird von Siegern geschrieben“ der Historikerin Dr. Lear etwas seltsam. Das scheint mir ein Gemeinplatz zu sein, der oft verwendet, aber kaum hinterfragt wird. In der Realität wird „die“ Geschichte häufig gerade NICHT von den „Siegern“ geschrieben, ganz einfach deshalb, weil es „die“ Geschichte nicht gibt; in den beteiligten Gruppen entstehen vielmehr verschiedene Perspektiven und Narrative. Und wer in einem Konflikt „Sieger“ und „Besiegter“ ist, hängt ebenfalls von der Interpretation ab. Dr. Lear könnte höchstens ankündigen, dass sie prüfen will, ob die „offizielle“ Version des Bösewichts Khan mit den tatsächlichen Ereignissen übereinstimmt. Das sagt sie ja auch, aber diesen Spruch hätte man meiner Meinung nach einfach weglassen sollen. Andererseits erwarte ich in einem Unterhaltungshörspiel keine 100%ige Genauigkeit, deswegen geht das in Ordnung.

    Die glaubwürdige Weiterentwicklung von Charakteren wie Khan und McGivers gefällt mir. In einem Film hätte die Gefahr bestanden, dass ein plattes Action-Spektakel daraus gemacht wird, wofür die Story ja genug Raum bietet: ein fremdartiger Planet, Meteorschauer, Riesen-Wildschweine, Killer-Insekten, größenwahnsinnige und mordende Augments… wie hätte ein Regisseur vom Schlage eines J. J. Abrams diese Zutaten verwurstet? Für mich ist es keine Selbstverständlichkeit, dass hierbei eine vielschichtige Story mit Charaktertiefe und literarischen Bezügen herauskommt.

    Einer der Vorteile eines Hörspiels besteht ja gerade darin, dass es sich in seiner Darstellung ausschließlich auf die visuelle Ebene beschränkt! Darum darf ich mir als geneigter Zuhöry meine eigenen Gedanken machen, wie dieser Planet aussieht, wie die Charaktere aussehen, wie sie angezogen sind, welche „visuellen Spezialeffekte“ es dort wohl gibt usw. Das macht einen großen Teil des Reizes aus und darum höre ich auch als Erwachsener immer wieder gerne Hörspiele. Wenn mir ein Film das alles abnimmt, geht einfach viel verloren.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass kreative Menschen durch so ein Hörspiel inspiriert werden und anfangen, Ceti Alpha V, die Charaktere, die wilden Pflanzen und Tiere usw. zu zeichnen und daraus vielleicht ihren eigenen Comic zu entwickeln. Beim einem Film wäre eben schon alles vorgegeben gewesen, was die Kreativität eingeschränkt hätte.

    Was mich an diesem Hörspiel außerdem begeistert, ist die frische, andere Perspektive. In den Filmen und Serien sehen wir die Handlung meistens aus der Sicht einer Sternenflottencrew. In DS9 wird das zwar relativiert, weil es Haupt- und wichtige Nebencharaktere gibt, die nicht der Föderation/Sternenflotte angehören. Trotzdem kreist die Story um den Sternenflottenoffizier Benjamin Lafayette Sisko, sein Kommando auf DS9, seine Rolle als bajoranischer Abgesandter usw. „Khan“ bricht das bewusst auf und erzählt uns, wie eine andere, NICHT Föderation/Sternenlotten-Gruppe auf einem fremden Planeten verzweifelt ums Überleben kämpft. Ich kann gar nicht genug betonen, wie sehr das die ganze Geschichte um die Augments bereichert! In „The Wrath of Khan“ sind sie eigentlich nur Bösewichte bzw. Handlanger des Bösewichts Khan. DS9 und ENT spinnen die Story weiter und hier kriegen sie noch eine menschliche Ebene. Toll!

    Ich bin von „Star Trek: Kahn“ sehr angetan, trotz der langen Entwicklungsdauer. Beim Thema Hörspiele sah es im Franchise bisher eher mau aus, aber ich würde für weitere Hörspiele in dieser Qualität gerne bezahlen. Bitte mehr davon!

    Eure Besprechung war natürlich wieder super!

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  6. CptCalhoun

    Wer übrigens dem englischen nicht ganz so mächtig ist, der kann sonst auch mal versuchen das Hörspiel sich auf Youtube anzuhören. Dort gibt es nämlich die Möglichkeit sich live englische Untertitel einblenden zu lassen. Und natürlich ist pausieren und zurückspulen dann auch etwas einfacher, als wenn man das Handy mit dem Podcatcher in der Tasche hat. Ein Kollege, welcher jetzt nicht so fit in Englisch ist, hatte das dort mal ausprobiert und war davon recht angetan. Daher einfach mal als Empfehlung in den Raum.

    Zum Inhalt des Hörspiels. Es mag an meiner deutschen Hörspielsozialisation liegen, aber ich hätte es toll gefunden, wenn es einen Sprecher in dem Hörspiel geben hätte. Ich finde den Transport von Informationen manchmal doch immer etwas konstruiert, da die Personen immer zwingend einen Dialog führen müssen und sei es in Form eines Selbstgespräches. Allerdings finde ich auch das die Qualität mit den Soundeffekten großartig ist, hilft echt sich da gut reinzuversetzen. Hab Folge 2 und 3 jeweils zu Beginn während der Zugfahrt von der Arbeit nach Hause gehört und konnte damit echt gut abschalten im Zug. Fast zu gut, denn bei Folge 3 war ich so drin, dass ich fast meinen Ausstieg verpasst hätte. Die Besetzung ist ebenfalls super. Auch wenn ich bei Wrenn Schmidt immer auch wenn Macgyvers für mich vor dem inneren Auge auch immer wie Margo aussieht. Hab einfach zu viel For All Mankind gesehen. Finde die Charaktere auch gut ins moderne umgesetzt. Halt das was ihr auch schon angesprochen habt. Kahn halte ich allerdings für ein bisschen labil. Ich mein okay er will keine Statue von sich, bestellt dann aber gleich mal einfach so ein Kolosseum. Was glaubt er denn welche Statuen nach wessen Statur dort hingezimmert werden. Und außerdem was soll dann da in diesem Kolosseum langfristig stattfinden. Kämpfe auf Leben und Tod, wo Kahn aus dem Publikum dann den Daumen hebt oder senkt. Oder wird das ganze dann doch mehr wie eine Wrestlingshow, wo sich ein Face und ein Heel dann einfach jeden Abend verhauen und Kahn dann als man des Volkes aus dem Publikum in den Ring gesprungen kommt und mit einem Klappstuhl den Safe macht.
    Was die Veröffentlichungsform angeht ist es mal ein spannendes Experiment. Klar wäre eine Serie oder Film sicherlich in der breiten Masse mehr Aufmerksamkeit sicher. Allerdings besteh dann auch die Gefahr das schnell Kritik laut wird. Denke die Serie hätte eine Menge bis ausschließliche Außendrehs bedurft. Da wird es dann auch schnell teuer. Und wenn man mal auch darüber nachdenkt wenn z.B. das eine oder andere Tier angreift. Wie will man das gut darstellen visuell. Ich weiß nicht ob CGI Ceti Alfa Wildschweine so gut angekommen wären bei der Masse. Freu mich jetzt jedenfalls schon auf eure nächsten Besprechungen, da ich ja alleine schon weiß was in Folge 4 diese Woche passiert.

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  7. JoeM from the border

    Ein StarTrek-Hörspiel….
    das ich mir wegen fehlender Englischkenntnisse nicht anhören kann…..
    Macht es da Sinn, sich die Besprechung anzuhören ???

    AUF JEDEM FALL !!!!

    Auch wenn ich mir die originalen Teile nicht abhören kann, ist es eine tolle Reise mit euch zu Ceti-Alpha V . Ich kann durch euch die Geschichte miterleben und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Wenn Hörbuchbesprechungen so fesselnd sind machen sie richtig Spaß und Freude.

    Vielen Dank dafür euch beiden.

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    1. SarahCrusher

      Hallo JoeM from the border,

      mein Verständnis im Englisch anhören ist jetzt auch nicht so super daher finde ich es gut bei YouTube dass es dort möglich ist diesen Hörspiel„Podcast“ dort mit Untertiteln und zusätzlich auf etliche Sprachen als automatische Übersetzung auch auf Deutsch lesen zu können.

      Zusammen mit dieser Podcast-Begleitung hier macht es mir echt freude bei dieser Star Trek Audio-Serie reinzuhören. Danke für eure Folge die Appetit danach gemacht hat 🖖

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  8. Michael

    Daumen hoch für eure 1. Khan-Folge
    Wo ich das jetzt gerade höre (und Teil 2 noch nicht gehört habe)

    Weil ihr es nicht erwähnt habt… Es gab ja vor „kurzem“ den Mega-Roman (in 2 Teilen) zu Khan…
    In wie weit ist das Hörspiel mit dem Roman vereinbar?
    Ich habe den Roman bisher nicht gelesen, aber vielleicht
    komme ich ja mal da dran.

    1. Sebastian (TaD)

      Ich bin nicht sicher, welchen Roman Du meinen könntest. Ich kenne nur die Eugenics Wars von Greg Cox aus dem Jahre 2001/2. Das ist ein Zweibänder und „erst“ vor fünf Jahren bei Cross Cult erschienen. Nur falls Du den Roman-Zweiteiler wirklich meinst – über den und dessen Hörspiel-Vereinbarkeit sprechen wir ja in dieser Podcast-Folge.

      1. Michael

        Ich meine wohl die beiden.. weil „kürzlich“ vn CrossCult…
        Dann habe ch das wohl überhört.

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