#356: Distant Voices (DS9 3.18)

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10. April 1995:
Am Vorabend seines dreißigsten Geburtstags erlebt Julian sein blaues Wunder, denn ein Letheaner verwüstet zuerst die Krankenstube und dann sein Hirn. DS9 Goes Pixar lautet die Devise und Alles steht Kopf, als die Crew in die Rollen Bashirs verschiedener Wesenszüge von Angst bis Aggressivität schlüpft. Doch warum altert er dramatisch über seine dreißig Lenze hinaus – und welches Spiel spielt Garak?

In Deutschland: Ferne Stimmen, ausgestrahlt am 6. März 1996.

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Heute früh hatte mein Pottkätscher noch nichts angezeigt und ich dachte mir „Nanü, das kann doch nicht sein, die unverwüstliche Zuverlässigkeit des TaD-Uhrwerks ist bestimmt nicht gestört…“ und siehe da, es ist wohl wieder so ein Serverproblem und die Heimatseite hat was ich suchte.

    Ihr habt die Episode schön seziert und analysiert. „Der Coward kauert“ poppte in mir auf, als Ihr die Szene vom verschreckten Quark hinter der Theke beschriebt. Aufgefallen war mir auch die zunächst physische Bedrohlichkeit des Blitzhände-Antagonisten, die dann später eher zu Richtung Schulhof-Mobbing wechselte. Hätte noch gefehlt, dass Bashir den Bistrotisch deckt zu Raktajino und Kuchen für zwei – oder drei… Garak wäre vielleicht auch entzückt gewesen, schätze ich. „My dear Doctor, I had no idea that you are such a gifted Patissier – I find this pastry most delightful.“ Irgendwann wurde mir das tatternde Herumgeächze zuviel und ich dachte „Boah, jetzt könnte es mal zu Ende gehen“… unglaublich zäh und ohne dass irgendein Handlungsfortschritt erzählt worden wäre. Andocken konnte ich hier nicht – es ist eine von den Folgen, die ich nicht wieder schauen möchte. Dennoch will ich anmerken, dass ich das Spiel eines Greises durch Siddig El Tahir El Fadil El Siddig Abderahman Mohammed Ahmed Abdel Karim El Mahdi (war über seinen echten Namen gestolpert, da er nun als Alexander Siddig im Netz zu finden ist ohne „Fadil“…) deutlich überzeugender fand als das was Brent Spiner als Dr. Noonien Soong ablieferte.

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  2. Georg

    30 war kein Problem, man ist ja noch jung.
    Aber 40 dann doch, in dem Alter muss man ja was erreicht haben!

    Aber warte, gibt es kein weiteres medizinisches Personal auf der Station, sodass Dax das übernehmen muss?
    Was ist bei Star Trek denn nur mit der Krankenversorgung los?
    Auf Voyager gibts nur einen Doc, auf der Station anscheinend auch.
    Geht man davon aus, dass ein Doktor 24/7 zur Verfügung steht?
    Wie war das eigentlich auf der Entreprise? Gabs da noch jemand neben Beverley? So Arztmäßig, Krankenpersonal gab es ja schon mehr….

    (Ja, ich weiß, man muss in der Szene bekannte Stimmen nehmen, damit der Zuschauer leichter identifizieren kann, dass es sich hier um eine innere Welt handelt.. aber dennoch)

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    1. Maestro84

      Ich stehe kurz vor der 40, sehe diesem Alter ab locker entgegen. Kinder haben wir leider keine, auch kein Haus und keine bestbezahlten Jobs, aber das geht schon in Ordnung. Die 30 hat echt wehgetan, weil damit so richtig die Jugend vorbei war und die 50 wird dahingehend interessant, dass man ja langsam mal Richtung Rente planen sollte und hoffentlich noch fit bleibt.

      Dass hingegen der Sittich im mittlerweile großen und stark besuchten Westerstädtchen der einzige Doc zu sein scheint, verwundert mich auch. Gibt es keine Arbeitsrechte in der Föderation? Davon abgesehen finde ich es nach wie vor erschreckend, wie leicht man, gerade in Zeiten einer Bedrohung durch das Dominion, Sicherheitsmaßnahmen knacken und wichtige Stationen betreten kann. Wer entwirft diese Systeme? Etwa Michael Garibaldi?

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      1. Michael from Outer Space

        Garibaldi hat auch das Masterpasswort für alle Systeme auf DS9 festgelegt! Es lautet…

        Peekaboo

        🤣

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    2. Bridge66

      Hallo, Georg,

      Die Beverly hatte noch Dr. Selar als Unterstützung. Die kam allerdings nur in einer Episode vor und in einer weiteren wurde sie mal ausgerufen.

      Auch Pille war fast alleine. Neben ihm gab es noch Dr. M’Benga, der in zwei TOS-Folgen vorkam. Wer hätte gedacht, daß er im Prequel Strange New Worlds mal selbst der Chef war.

      Ach ja, und wer betreut eigentlich die Patienten, wenn Bashir mal wieder auf dem Zwutsch im Gamma-Quadranten ist?

      🖖Bridge

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      1. Georg

        Man muss ja keinen weiteren Doc sehen.
        Hätte ja ein running Gag sein können, dass Bashir immer über den gleichen Doc redet, bzw. in jeder Folge einen anderen erwähnt, der jetzt wieder neu eingestellt wurde.
        Um etwas mehr Atmosphäre zu schaffen.
        So wie der Captain mit dem durchsichtigen Kopf, den Dax datet.
        Dadurch fühlt sich die Welt gleich viel größer und belebter an.

  3. Alexandra

    Eigentlich sollte die Reise, durch sein inneres Ich, für Julian Bashir eigentlich Art Lehre sein, jeden Tag zu genießen und gleichzeitig sich selbst besser kennenzulernen. Wie Elim Garak schon erwähnt hat in der Episode: Je älter ein Cardassianer wurde, In der cardassianische Kultur wird das hohe Alter als ein Zeichen von Weisheit und Kraft angesehen. Daher werden alte Leute im Allgemeinen und ältere Verwandte im Besonderen sehr respektvoll behandelt.

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  4. Dominik

    Ich hatte lange Angst 30 zu werden. Als es dann passierte, folgte das vielleicht beste Jahrzehnt meines Lebens. Jetzt 40 zu sein ist aber beinahe noch besser. Man steht mitten im Leben, ist kein Rookie mehr, aber noch immer jung genug um alles machen zu können was man will. Die 40er sind die neuen 30er!

    Aber diese DS9-Episode hat mir nie gefallen. Wird von mir regelmässig geskipped. 🙂

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  5. SarahCrusher

    Retconnen das mag ich ja sehr und diese DS9 Folge läd so sehr ein für Julian Bashir und seine spätere Enthüllung, die ja erst später erdacht wird. Dass dieses telepathische Attentat die meisten Leute nicht überleben,er je doch schon, deutet für mich am meisten darauf hin. Die 2-3 Sätze Dialog mit Garak von wegen Glück und Stärke. Einfach großartig für mich.

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  6. Joe

    Mich erinnert diese Folge sehr an Remember me aus TNG. Beide spielen in einer traumähnlichen Umgebung,beide erforschen dabei das Innere eines Hauptcharkters und bei beiden definiert sich die Scheinwelt dadurch, was diese Charaktere zuletzt beschäftigt hat: Beverly denkt darüber nach dass Menschen aus ihrem Leben verschwinden,was dann die Handlung bestimmt und Julian hadert mit dem älter werdenm

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  7. JoeM

    Ja, ja, das älter werden.🙄
    20 findet man MEGA, 30 fand ich auch noch gut. Danach habe ich beschlossen, die runden Geburtstage genau so „nebenbei“ laufen zu lassen, wie die „normalen“. Und fühle mich gut dabei. Und (wie hier schon geschrieben) :
    Es stimmt! Über 50 denkt man schon manchmal darüber nach, das in nicht allzu langer Zukunft mal die Rente kommt. Zielsetzung also: gesund bleiben.!!!

    Ach ja. Mir geht es wie Dominik. Einmal schauen hat mir gereicht. Die TNG Folge mit Dr. B. Hat mir viel besser gefallen.
    Von mir hätte es nur nen Daumen nach unten gegeben. Sorry. 🤷‍♂️

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  8. ruben

    Endlich wieder auf der Spencer Station und dann auch noch mit so einer Folge! Zugegebenermaßen eine der Folgen, die ich schon fast wieder vergessen hatte, obwohl sie mich beim anschauen höchst erfreut hat. Mich hat es ein wenig überrascht, dass die Folge verhältnismäßig schlecht bei euch weggekommen ist: beim schauen habe ich mit einer spannenden Award-Diskussion gerechnet. Für mich hat die Folge vieles, was es für eine richtig gute Star Trek-Episode braucht. Guter Humor, überschreiten von Genre-Grenzen und eine schöne Charakter Entwicklung.
    Ich finde es spannend, dass wir die Außenwelt hier gar nicht zu Gesicht bekommen. In ähnlichen Episoden lüftet sich ja der Vorhang, sobald der Hauptprotagonist die Lage erkennt. Das finde ich mal einen interessanten Ansatz. Die Rollen, welche für Julians unterbewußte Seiten stehen, finde ich größtenteils sehr schön herausgearbeitet und zugleich gut gespielt. Gestört hat mich jedoch die Rolle von Garak: wird doch die Szene eröffnet mit einer freundschaftlichen, vielleicht sogar tendenziell homo-erotischen Szene zwischen Julian und Garak, die auch an klassichen Rollenklischees rüttelt; so ist Garak in Julians Gedanken plötzlich der bösartige Widersacher. Das passt nicht. Garak und Spencer müssten hier die Rollen tauschen – denn es ist doch Sisko zu dem Julian eine mehr als ambivalente Beziehung hat und vor dem sich Julian vielleicht sogar fürchtet.
    Toll finde ich auch, wie die Background-Story von Julian hier auf solide Beine gestellt wird. Auch wenn es hier vermutlich noch nicht angelegt war, passt die Story doch zu Julians genetischen Status. Die tiefe der Figuren bei DS9 macht die Serie doch so liebenswert.
    Schließlich finde ich das Motiv der Traumdeutung wunderbar. Je älter Julian dabei wird, desto bizarrer wird des ja eigentlich. Als Julian die Computer-Abdeckungen öffnet und sich ein Schwall Tennisbälle auf ihn ergießt ist es komisch und tiefgründig zugleich. Eine ausgiebige psychoanalytische Deutung dieses Traums wäre sicher spannend!
    Zuletzt sei noch angemerkt: Ich finde es tatsächlich ausreichend erklärt, warum Julian so schnell altert. Es wird für mich deutlich, dass das hohe Alter das fortschreiten der Krankheit symbolisiert; es aber deshalb so zentral ist, weil Julian sich unmittelbar vor dem Angriff so intensiv damit beschäftigt hat. Zum Ende sehen wir ja, dass dieser „Traum“ ihm beim Verarbeiten seines Älterwerdens geholfen hat.

  9. Mo

    Bei der Szene mit den Tennisbällen musste ich sehr lachen. Aktuell werden in der Bundesliga wegen eines ungewollten, möglichen Investoreneinstiegs von einigen Fans Tennisbälle auf den Platz geworfen. So muss das Spiel immer wieder unterbrochen werden. Beim Dr. kamen die Bälle auch nach und nach, um ihn immer wieder ausser Gefecht zu setzen. Das passte unheimlich gut zur aktuellen Situation und könnte ein Meme für die gute „alte“ Deutsche Fußball Liga sein.

    Gibt es unter uns Höris noch mehr von der Sorte wie mich? Also Sportschau UND Star Trek Fans? Habt ihr diese Szenen auch so gesehen wie ich?

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  10. Michael

    2024 entwickelt sich zu einem interessanten Jahr aus Star-Trek-Sicht. Zu einen – was ich nur der Vollständigkeit erwähnen möchte – ist es das Jahr, in dem DS9s „Paste Tense“ spielt, zum anderen exakt das Jahr, in dem ich ersten Freunden sagen kann, dass sie genauso alt werden wie Patrick Stewart als er Captain der Enterprise wurde. Die 30 liegt somit schon etwas hinter mir. Julians Sicht auf das Alter scheint mir sehr kontemporär geprägt zu sein, Picard hat den Höhepunkt seiner Karriere mit fast 60 erklommen mit dem Kommando der Enterprise. Um dann mit Anfang Siebzig zum Actionhelden zu mutieren.

    Die Episode selbst hatte ich besser in Erinnerung als beim erneuten Sehen, die Bottle Shows haben damals stark zwischen Hit („Duet“) und Miss – wie leider hier – geschwankt. Keine neuen Kulissen, wenige Gaststars, dadurch wie die Handlung schnell auf die Erfordernisse zurechtgebogen.

    Letzte Worte zu Garak: Dass das Alter bei den Cardassianern kein Makel ist und er deshalb Julians Ressentiments nicht wirklich versteht – geschenkt. Nach den Ausführungen von Gul Madred zur Situation auf Cardassia in der Vergangenheit, hätte er vielleicht noch den Satz fallen lassen: „Oh, my dear Doctor, I can assure you that many of my fellow Cardassians would have looked forward to their thirtieth birthday.“

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  11. BjoernHH

    Ich war ziemlich begeistert vom alten Julian.

    Nicht vom Make-Up, das sieht leider so schlimm aus, wie es halt in den 90ern meist aussah, wenn jemand alterte.

    Bei einer Szene im Turbolift hat er ganz plötzlich schneeweiße Schläfen, aber sehr dunkles Haar oben auf dem Kopf. Sieht fast aus wie ein Stirnband oder Ohrenschützer.

    Aber das Schauspiel fand ich toll. Ein bisschen dolle am Ende, aber so schön gebrechlich. Das hatte Jean in der Abschlussfolge von TNG in Sachen Körperlichkeit nicht so schön hinbekommen.

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  12. (auch) Simon

    Ein wenig zu spät, aber ich wollte es doch noch in den (Gesprächs)Topf werfen:
    Was Alter und andere Ungereimtheiten angeht, vielleicht dieses: Die Attacke des Letheaners ist ebenso psychologisch wie (tele)physisch. Er *kann* Julian gar nicht selbst töten. Wie am Schluss gesehen, lag die Macht die ganze Zeit beim Doktor. Er muss ihn also täuschen, in die falsche Richtung schicken, und vor allem davon überzeugen, aufzugeben. Dafür heftet er sich an Julians (bewusste oder unbewusste) Unsicherheiten, Ängste, Zweifel.

    Die Botschaft ist klar: Du bist alt. Du wirst alt. Du hast nichts erreicht. Du versagst, hast versagt, wirst versagen. Du hast dein Leben vergeudet, und nun ist es zu Ende. Gib auf. Und die Lösung ist vielleicht noch besser: Nicht ein „ich bin doch noch jung“, sondern das Akzeptieren, aber auch Umdeuten und letztlich Frieden-machen mit dem Älterwerden, und auch mit den Dingen, die man nicht erreicht hat (vielleicht nie erreichen wollte). Da liegt für mich die Kraft einer auf den zweiten und dritten Blick, denke ich, großartigen Folge.

    (Auch die kleine Vignette am Schluss: Der Schurke wird beinahe sofort erwischt. Nicht jeder Gegner ist ein hochgefährlicher Meisterverbrecher. Manchmal – meistens – funktioniert das System, und der Odo erwischt einen, kaum, dass man aus der Tür raus ist. Eben eine realere, erwachsenere Geschichte. Bis zum Schluss.)

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  13. Ole

    Ich fand die Folge von vorne bis hinten super! Mein dreißig werden war gefühlt schlimmer als der vom Julian. Deswegen finde ich es absolut nachvollziehbar, dass er in seinem Kopf rasant älter wird. 😁

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  14. Jack'n'Jean

    Danke, Ihr habt mir den Schluß gerettet: In der deutschen Synchro (die ich eigentlich mag) sagt Garak in etwa „nach all der Zeit (…) vertrauen Sie mir noch immer nicht. (Pause) Aber es gibt noch Hoffnung für Sie, Doktor“, was m.M. viel schwächer ist als „after all this time(…) you still don’t trust me. (Pause) There is hope for you yet, doctor.“ Irgendwie ist da viel verloren gegangen an Garaks Aussage (und Charakter) allein durch das Wort „aber“ statt einem „also“.

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