#272: Second Chances (TNG 6.24)

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24. Mai 1993:
Ein kerniger Typ wie unser Bill hebt die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik locker aus ihren Angeln. Denn: Schrödingers Riker strandete vor acht Jahren auf Nervala IV und beamte sich gleichzeitig auf die Potemkin. Die Geschichte um Bill und seinen parallelen „Bruder“ Till bietet aber keine harte Physik, sondern einen gefühlsechten und charaktervollen Blick auf verpasste Chancen mit Deanna.

In Deutschland: Riker : 2 = ?, ausgestrahlt am 20. Juni 1994.

Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Maestro84

    Mein Gedanke zur Folge: Besser zwei Riker denn ein Tuwix. Urgs, zu der Folge kommen wir ja auch noch.

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    1. E. T. Plebnista (aka Yodacat)

      Aus Riker wird jetzt Tuwix, sonst ändert sich nix? Sehr gute Verbindung hegestellt, dass war wirklich eine missglückte Voyager-Niete.

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  2. Michael from Outer Space

    Hi! 😉

    Ich hätte selbst nicht daran gedacht, aber Cortana erinnerte mich an das „Klonschaf“ Dolly. Sie wurde am 5. Juli 1996 geboren. Genau 26 Jahre später sprechen Simon und Sebastian über die TNG-Folge, in der unser Bill seinem Transporterunfall-Klon-Zwillingsbruder kennenlernt! Ist das ein Zufall?

    Wobei Dolly streng genommen kein Klon war, weil (ich zitiere Wikipedia):
    „… die Gene der Mitochondrien (Endosymbiontentheorie) nicht vom Spendertier, sondern von den Eizellen mit übernommen wurden. Somit wurde keine hundertprozentige genetische Übereinstimmung mit dem Ausgangstier erreicht.“

    Die Prämisse von „Second Chances“ macht mir Probleme! Vor acht Jahren, also noch vor der Farpoint-Mission, entstand ein Transporterunfall-Klon-Zwillingsbruder von Bill Riker. Dieser musste anschließend mutterseelenallein auf dieser elenden Station hausen, bis zufällig die Enterprise (klar, welches Raumschiff sollte es auch sonst sein?) vorbeikommt und ihn rettet. Wie hat er so lange ganz allein überlebt? Es war nicht geplant, dass er auf der Station bleibt, darum wurden keine Vorkehrungen für seinen Aufenthalt getroffen. Er sagt selbst:
    „The replicators on the station haven’t worked for a long time ago.“
    Was hat er in der langen Zeit gegessen? Vielleicht gab es ein paar Sternenflotten-Notrationen auf der Station, aber die reichten bestimmt nicht für mehrere Jahre! Es war wie gesagt nicht geplant, dass eine Person dort Jahre verbringen wird. Till ist außerdem genauso gesund und fit wie sein „Zwillingsbruder“ Bill. Mit der Ernährung scheint er also keine Schwierigkeiten gehabt zu haben. Sport hat er wohl auch getrieben. Und eine medizinische Versorgung war ebenfalls vorhanden. Till konnte sogar duschen und seine Kleidung wechseln bzw. waschen, ansonsten müsste er nach acht Jahren stinken wie der leibhaftige Klingonenteufel. Seine Uniform ist zerrissen und er ist ungekämmt, ansonsten ist bei ihm alles OK. Wie genau funktionierte das?

    Diese Logiklöcher machen die Folge für mich aber nicht kaputt, weil das Charakterdrama wie Simon und Sebastian schon sagten gut ist. Ich hätte mir aber gewünscht, Till öfter wiederzusehen. Ja, er taucht noch ein Mal auf, aber seine Entwicklung nach „Second Chances“ bleibt trotzdem größtenteils unklar.

    Data hat mit Lore einen Zwillingsbruder, jetzt hat Bill mit Till auch einen Zwillingsbruder. Bei zwei Charakteren finde ich es noch in Ordnung, aber man sollte diese Story nicht überreizen. Irgendwann wirkt sie nämlich abgestanden.

    LL&P
    Michael from Outer Space

    1. Michael

      „Data hat mit Lore einen Zwillingsbruder, jetzt hat Bill mit Till auch einen Zwillingsbruder. Bei zwei Charakteren finde ich es noch in Ordnung, aber man sollte diese Story nicht überreizen. Irgendwann wirkt sie nämlich abgestanden.“ Und damit geben wir ab an die Sendezentrale und von da aus weiter in das Spiegeluniversum, New Trek und Star Trek Nemesis.

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      1. Michael from Outer Space

        🤣🤣🤣

        Ich finde z. B. die Mirror-Charaktere in den DS9-Mirror Universe-Folgen meistens nicht so toll, weil sie nur Varianten der bekannten Charaktere aus dem Prime Universe sind. Anstatt DIE zu vertiefen, setzt mir die Serie ihre Ebenbilder vor die Nase… und stellt sie als stupide Bösewichte dar oder lässt sie sterben. Ich weiß nicht, was mir das sagen soll. DISCO macht mit dem Mirror Universe meiner Meinung nach denselben Fehler.

        1. Maestro84

          Peinlich ist das Spiegeluniversum gerade dann, wenn es z. B. Kira in Lack und Leder auftreten lässt. Das war schon in den 90ern trashig.

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  3. Michael

    Für Fans von Jonathan Frakes ist die Folge natürlich doppelt so gut. Die kann man auch gerne 2x gucken.

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  4. Florian

    Schöner Cast wie immer. Die Folge hat schon ein recht öde/absurde Story. Nach 8 Jahren findet ihn dann ausgerchnet Riker auch wieder? LOL also Bitte 🙂 Aber ich sah Frakes immer ganz gerne also damals fand ich die OK.

  5. BjoernHH

    Und wieder ist eine Lebensweisheit entstanden, die auch gern als Sprichwort in den deutschen Sprachgebrauch eingehen darf:

    Ein blaues Wams verheißt Liebe!

    Es stimmt schon, der Till sieht deutlich zu gut aus für acht Jahre Höhlenleben. Aber sanitäre Einrichtungen wird es wohl schon geben, und ein schneidiger ehrgeiziger Offizier verlottert halt nicht, sondern rasiert sich ordentlich und treibt Sport!
    Einzig die Nahrungsversorgung ist rätselhaft.

    Meine Lieblingsszene habt Ihr ein bisschen schnell abgehandelt:
    Als Worf beim Poker um vier neue Karten bittet, schauen alle ihn an, als hätte er das Spiel nicht verstanden, und Worfs halbpanischer Blick ist unbezahlbar!!

    Wenn am Ende Bill gestorben wäre und Till seinen Platz eingenommen hätte: Das klingt nach einer Simpsons-Folge!
    Da sind auch schon so einige Identitäten getauscht worden. Nicht wahr, Rektor Skinner?

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  6. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!

    Guter Cast, wie immer und gute Folge, wie meistens. Und endlich mal ein echtes SF-Thema (wenn auch mehr social fiction und nicht Hard SF): durch einen technischen Fehler existiert jemand zwei mal – wie geht man damit um? Die beiden konkurrieren nicht nur um dieselbe Frau oder den gleichen Posten, sie konkurrieren um ihren Platz im Leben.

    Letztes Jahr erschien der Roman von Hervé LeTellier, „Die Anomalie“. Da gerät ein Flugzeug mit mehr oder weniger durchschnittlichen Fluggästen in einen Gewittersturm, erreicht aber sicher sein Ziel. Zwei Monate später landet das selbe Flugzeug noch einmal, mit genau den gleichen/den selben (?) Menschen an Bord. Keiner weiß wieso, und angeblich passiert das noch mehrmals, bis man sich zu einem radikalen Schritt entschließt. Aber diese Menschen müssen jetzt erst einmal ihren Platz im Leben neu finden.

    Dass Thomas Riker überlebt fand ich damals gar nicht soooo mutig. Sie hätten vielleicht aus ihm den „Bösen Riker“ machen können, wie den bösen Kirk damals. Für kurze Zeit dachte ich auch, sie hätten verschiedene Gefühlswelten, bis „Till“ dann doch Karriere machen wollte. Besser war das hier aber schon. Ein bisschen hatte ich sogar auf einen Award gewartet. Gut fand ich das „Leitmotiv“ mit der Posaune, die mehrmals vorkam.

    Beziehungen in Star Fleet waren schon immer schwierig, das haben Jean Luc und die O’Briens doch schon vorgemacht. Da kann nur eine/r Karriere machen, sich befördern und immer wieder versetzen lassen, der/die Andere muss zurückstecken und folgen. Das ist gar kein böser Wille, das liegt in der Natur der Sache. Man könnte natürlich spekulieren, ob deswegen hauptsächlich Beziehungsgestörte zu Star Fleet gehen😬.

    Und nächste Woche geht es schon wieder um „Persönlichkeiten“? Da klingt „Meuterei“ doch spannender.

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  7. Florian

    @ Björb Ein blaues Wams verheißt Liebe! Ja Göttlich!

  8. Florian

    Björn meine ich Sorry.

  9. René

    Hallo zusammen,

    selten genug schaut meine Frau mit mir zusammen Star Trek. Diesmal war es wieder soweit. Zum Ende hin entspann sich folgender Dialog sinngemäß:

    Thomas: „Ich nenne mich jetzt Thomas!“
    Diana: „Dein zweiter Vorname!“
    Will: „Der Name hat mir nie gefallen!“
    Meine Frau: „Das verstehe ich total…“
    Ich : „?“
    Meine Frau mit mich fragendem Blick: „Ja, was für ein blöder Name…“
    Ich weiterhin: „?“. „Was ist falsch an diesem Allerweltsnamen?“
    Meine Frau: „Allerweltsnamen? Der Kerl nennt sich jetzt Pommes! Ist das in der Zukunft normal?“
    Ich, nachdem ich sehr langsam hinter das Missverständnis komme: „Der Kerl heißt Thomas!“
    Im Blick meiner Frau setzt langsam ebenso Verständnis ein.
    Wir Beide brechen zusammen vor lachen.

    Ich liebe Star Trek! Und meine Frau! Und Pommes Riker.

    Grüße

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    1. Emma

      Ich hab damals auch gedacht: Pommes?!

      1. Michael from Outer Space

        Auf der Hülle des neuen Mampfschiffs Enterprise, das einem interstellaren Fast Food-Konzern gehört, prangt ein riesiges goldenes „M“. Im bordeigenen Schnellrestaurant essen Captain Jean-Cheeseburger Picard und sein Erster Offizier William Pommes Riker gemeinsam zu Mittag. Der Barkeeper Data serviert ihnen dazu eisgekühlte Coca Cola, der er aus den Spitzen seiner Zeigefinger in bereitstehende Pappbecher fließen lässt.

        Jean-Cheeseburger tunkt gerade einen Chicken Wing in eine süß-würzige BBQ-Soße, während Pommes herzhaft in seinen Big Tasty (R) Bacon beißt. Plötzlich unterbricht ein Notruf das leckere Mahl und mehrere Katastrophen bahnen sich an:
        Die Chefärztin stellt entsetzt fest, dass eine mysteriöse Epidemie namens „Übergewicht“ ausgebrochen ist, im Drive-in-Schalter für Shuttles hat sich ein Stau gebildet und der leitende Ingenieur meldet den Totalausfall der Steuerbord-Ketchupfabrik!

        Können Jean-Cheeseburger und sein treuer Freund Pommes diese Herausforderungen meistern?

        Schalten Sie auch nächste Woche ein, wenn es wieder heißt: „Patty Trek: Der nächste Big Mac“!

        DISCLAIMER:
        Dies ist keine Werbesendung für McDonalds. Alle Ähnlichkeiten zu Logos oder Produkten von McDonalds sind unbeabsichtigt.

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        1. Kleiner Bruder

          Zitat des Klingonen Barf: „Coleslaw is a dish best served cold“

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          1. sternburg

            Ihr seid alle komplett bekloppt und ich mag das.

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          2. Michael from Outer Space

            Aus Wikipedia:
            „Barf oder BARF ist eine Methode zur Ernährung fleischfressender Haustiere, die primär für Haushunde entwickelt wurde.“

            Was haben Klingonen mit Hunden zu tun?

          3. Kleiner Bruder

            @Michael: Du hast doch Kruges Hund gesehen – sah halt nur ein bisschen ungewöhnlich aus. Übrigens: to barf = sich übergeben.

        2. E.T. Plebnista

          Und wer hat‘s geschrieben?
          Ronald D. McMoore, später bekannt für „Battlestar Burgerking“!😋

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  10. Don

    @Kleiner Bruder
    Und ausgerechnet solch ein Wort wird dann für eine Ernährungsmethode fürs Haustier ausgewählt? 🤢

  11. Roger

    Gut besprochene Folge, welche mir beim jetzigen Rewatch sehr gut gefallen hat.

    Mir kam das etwas knapp vor in der Timeline bzw. in Rikers Lebenslauf, dass er 8 Jahre vor dieser Folge noch Lieutenant auf der Potemkin war und wenig später auf der Enterprise erster Offizier wurde. In der Tat waren es – gemäss Memory Alpha – nur rund zweieinhalb bis drei Jahre (2361 – 2364), in denen Will zuerst als Lt. Commander und dann als Commander / erster Offizier auf der Hood diente. Gut, es geht schon auf, und Will hat sicher Vollgas gegeben, aber für meinen Geschmack ist es noch immer etwas wenig Zeit für dies alles…

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  12. Sören

    Vielen Dank für die launige Besprechung – ihr seid immer wieder für Überraschungen gut – die Anreden Bill und Till haben mir für die Unterscheidung gut gefallen.

    Ich finde die Folge hätte ein echter Opener für viel tolles Potenzial werden können: Die Idee Will Riker durch Till zu ersetzen wäre echt ein Knüller gewesen – hätte im Serienverlauf wahrscheinlich dann aber etwas früher positioniert werden müssen. Hätte aber Raum für neue Geschichten und Figurenkonstellationen eröffnet.

    Aus der Prämisse 8 Jahre allein auf dem Planeten hätte man auch noch so einiges herausholen können – z.B. Aufarbeitung des Traumas, PTBS, ein imaginärer Freund / Wahnvorstellungen, Survivors Guilt – da wäre was drin gewesen.

  13. Michael from Outer Space

    @Kleiner Bruder:
    Hat Herrn Krügers süßes Hündchen in Star Trek III auch schon BARF gefressen und sah darum so putzig aus? Oder kriegte er nur BARF zu futtern, weil er so aussah? 🤔😉

    1. Kleiner Bruder

      Ehrlich? Keine Ahnung… selber habe ich leider kein Haustier. Aber gewundert habe ich mich schon, als ich das erste Mal von diesem BARF für Hunde gehört hatte. Muss wohl eine Abk. für irgend was totaaaal Neues sein. Trend halt.

      Aber wo wir bei „to barf“ sind: ich habe den alten SNL Sketch wiedergefunden, den ich mal gesehen hatte. Damit ich nicht wieder einen falschen Link setze: „Star Trek: 7 Stellar Comedy Sketches — and 4 Terrible Ones“ auf http://www.cracked.com. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben!

      P.S., der Satz mit dem Coleslaw war nicht von mir, der stand vor Jahrzehnten mal in einer britischen SF Zeitschrift.

      Laptop!
      Quatsch, das war die Autokorrektur.
      Llap! 🖖

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  14. Michael Kleu

    Und allmählich neigt sich die vorletzte Staffel ihrem Ende entgegen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, kommen in der 7. dann aber noch ein paar Folgen, die ich echt gut fand.

    Die hier war auch ok.

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  15. E. T. Plebnista

    @Michael Kleu
    Freuen wir uns also ganz besonders auf MASKS.
    Masaka erwacht bald…

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    1. Michael Kleu

      Die Folge mag ich tatsächlich. Aus irgendeinem Grund vermischt mein Gehirn diese Folge immer mit „Darmok“. Ist mir jetzt beim Rewatch erst aufgefallen, dass das zwei unterschiedliche Folgen sind.

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  16. E. T. Plebnista

    @Michael Kleu: Masks
    Das habe ich mir gedacht, denn erfahrungsgemäss wird die Episode von Archäologen, Althistorikern und Ethnologen sehr geschätzt. Alle anderen im Fandom scheinen sie zu verachten. Für mich immer noch eine der besten Leistungen von Brent Spiner!

    1. Don

      Sehr schön, damit bin ich nun offiziell zum Archäologen, Althistoriker oder Ethnologen geadelt worden. 😂

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