Der Intergalaktische Frühschoppen #9: Joko, Helge & Helmut

dif9_800

Episode herunterladen (MP3, 46 MB)

Zum vorletzten Mal laden wir in die sonntägliche TaD-Schenke ein und packen drei heiße Eisen an. Simon weist auf eine wichtige Viertelstunde Fernsehen hin. Hörerin Steffi klopft unsere humoristische Ader ab. Sebastian bleibt im Fahrstuhl und in der Zeit stecken.

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Don

    „Mein Name ist Lohse. Ich höre hier Podcast!“

    Ich habe relativ oft Wadenkrämpfe im Schlaf und habe irgendwann was dafür gefunden, dass die Stelle danach nicht mehr so schmerzt: Pferdesalbe. Riecht zwar intensiv, aber locktert die Muskulatur so sehr, dass da nichts zurückbleibt.

    Korf erfindet eine Art von Witzen,
    die erst viele Stunden später wirken.
    Jeder hört sie an mit Langerweile.

    Doch als hätt ein Zunder still geglommen,
    wird man nachts im Bette plötzlich munter,
    selig lächelnd wie ein satter Säugling.
    (von Christian Morgenstern)

    „Pappa ante Portas“ finde ich im Gegensatz zu „Ödipussi“ immer noch saukomisch. Ansonsten ist natürlich aus manchen Sachen auch eine Tradition inzwischen geworden, so z.B. bei „Weihnachten bei Hoppenstedts“, das ist dann wie „Dinner for One“, das schaut man sich eben jedes Jahr wieder an!
    Und so Sachen wie „Berta, das Ei ist hart.“, die das deutsche Spießbürgertum satirisch herunterbrechen, sind für mich auch heute weiterhin herrlich.
    Ich finde dagegen, dass sich Ekel Alfred sehr abgenutzt hat, weil es zu sehr ein Kind seiner Zeit ist. Da wird dann über Brandt und Ulbricht diskutiert, was dann aber nur noch wenig Bezug zu meiner Gegenwart hat.
    Was bei mir aber auch immer noch sehr gut funktioniert, sind die Filme von Laurel & Hardy.

    Also „South Park“ finde ich oft, nicht immer, sehr lustig. Wenn ich da an die riesigen Meerschweinchen denke, die die Menschen fressen und nur durch Panflöten-Bands besiegt werden können, das finde ich einfach genial.
    Wobei die Serie einen eher kabarettistischen Ansatz hat, es ist eine Satire auf unsere Zeit.

    Wen ich noch unglaublich lustig finde ist Olaf Schubert. Wenn der da in der „heute Show“ über was für ein Thema auch immer referiert, ist das wirklich der geballte Irrsinn! (Zumal ich ja auch ein großer Freund von Wortspielen bin.)

    Außerdem bin ich noch ein großer Fan der Muppet Show. Diese ist in meinen Augen auch deutlich besser gealtert als die Muppetfilme. (Außer „Die Muppets feiern Weihnacht“, das finde ich auch heute noch großartig und es ist ein einzigartiges Crossover mit Sesamstraße und den Fraggles.)
    Leider sind von der Muppet Show bisher nur drei Staffeln veröffentlicht worden und ich bin langsam hoffnungslos, dass die beiden fehlenden noch irgendwann nachfolgen werden.

    Aber Torsten Sträter find ich auch klasse!

    Ich glaube, Hella von Sinnen noch macht solch einen COMIC-Talk auf Massengeschmack.tv.

    Das hat Helmut Kohl im Wahlkampf 1976 wirklich mal so gesagt:
    „Isch will Kanzler werden! Isch will die Wahl gewinnen und Kanzler werden!“ (hat er damals sehr knapp verfehlt)

  2. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!
    Was für eine krasse Folge diesmal: von Gewalt zu Humor zum Traum. Wobei ich finde, Gewalt und Humor liegt oft – leider – nahe beieinander. Aber Gewalt steckt anscheinend ganz tief im Menschen drin, da muss wohl jeder mit rechnen, der Schwäche zeigt. Und wenn man sich dann getroffen zeigt heißt es, man habe keinen Humor. Klar, für den anderen ist das „witzig“, er ist dabei der Stärkere. Viel „humoristisches“ basiert ja gerade auf Schadenfreude. Von daher konnte ich auch mit Loriot nie viel anfangen. Viele seiner Sketche fand ich immer nur peinlich, die taten fast weh. Und „Das Ei ist hart“ habe ich schon einmal so ähnlich erlebt. Womit wir wieder bei der Gewalt wären, psychischer und physischer.
    Auch hier in Deutschland liegt offenbar nur ein dünner Vorhang der Zivilisation davor. Damit meine ich nicht einmal bestimmte Parteien, die sind nur ein Symptom. Aber wenn jetzt zum Beispiel nach ein paar Wochen mit gewissen Einschränkungen – die woanders ja noch viel strenger waren – von Revolution gefaselt wird, dann kriege ich Angst. Oder wenn jemand meint, bei Splatterfilmen lachen zu können, als ob die Realität nicht schon blutig genug wäre. Und wie war das mit gewissen Rappern, die mit ihren Texten zu Stars geworden sind? Wobei ich mich gerade frage, wie das eigentlich bei Metal aussieht. Aber da versteht man wahrscheinlich eh kein Wort.
    Bei beiden Themen bestimmt die Intelligenz vielleicht das Niveau. Wichtiger ist aber wohl das Herz.
    Und Humor ist auch von der Stimmung abhängig. Wenn schon die richtige Stimmung da ist muss es nicht unbedingt die geschliffene Satire sein, dann kann ich auch prima über Kalauer lachen. Und natürlich ist es wichtig, über sich selbst lachen zu können.
    Mein aktueller Lieblingswitz: Treffen sich ein Stormtrooper und ein Redshirt. Der Stormtrooper schiesst daneben. Das Redshirt stirbt trotzdem (hm, der war jetzt auch nicht so gewaltfrei).
    Aber vielen Dank für eure Denkanstöße.

  3. Sandra

    Hi ihr Zwei,
    zu der Frage was das soll * hüstel * Schwanzbilder zu verschicken oder andere schriftliche oder verbale Belästigungen. Da denke ich, das ist zum einen Provokation und sich dann an der Reaktion des Opfers aufgeilen und zum anderen Machtgehabe, so ala schau mal was ich mir hier erlauben kann…
    Aber zum Glück sind die meisten Männer ja nette Kerle und ein paar Idioten versauen halt leider den Schnitt. Cool das ihr so ein Thema ansprecht!
    Liebe Grüße & bleibt gesund
    Sandra

  4. gepee

    Hach, ich werde den intergalaktischen Frühschoppen vermissen! Aber ich versteh schon, dass ihr das nicht dauernd machen könnt … aber trotzdem …

    Dass heute nach der Gewalt der Humor kam, war irgendwie unangenehm passend. Ich hab nämlich bis jetzt mehr Glück gehabt als viele Geschlechtsgenossinnen und bin nicht wirklich körperlich angegangen worden. Aber schon oft verbal – und wenn man dann was sagt, kommt meistens: Jetzt mach dich mal locker, das war ein Wiiiiitz, du hast ja gar keinen Humor – oder: Frauen haben ja gar keinen Humor

    Und: Hinsehen ist auf jeden Fall wichtig, selbst wenn man auch als Unbeteiligter nicht immer so hilfreich reagiert / reagieren kann, wie man möchte. Aber es ist ja schon gut, wenn wenigstens ein Bewusstsein für das entsteht, was nicht ok ist – und dass das eben keine Randerscheinungen sind, sondern dauernd vorkommt. Damit man sich da nix vormacht.
    So mit 20 hatte ich mal einen Stalker – der war zum Glück ganz gewaltlos. Aber kam halt ständig, und irgendwie wurde damals gar nicht über sowas gesprochen, ich wusste nicht, dass das ein Stalker ist. Ich wusste nur, der ist mir extreeem unangenehm, obwohl ja alle meinten, das wär doch ein Kompliment, wenn der mir dauernd Geschenke bringt, die ich nicht will, etc … Ich wünschte, ich hätte damals schon gewusst, dass sowas eben nicht ok und ganz normal ist

    Wenn ihr euch so unterhaltet, ich könnt euch ewig zuhören. Nur wär ich manchmal gerne dabei, ich glaube, ich könnte auch ewig mit euch reden, da würden die Themen nicht ausgehen;)

    Machts gut

  5. Ronnsen RD

    Zum Ende hin dreht Ihr nochmal richtig auf, oder? 😉 Nachdem der letzte Frühschoppen für mich so seine Schwächen hatte, diesmal wieder eine sehr schöne Folge!

    Danke Simon, dass Du „Männerwelten“ als dein Thema gewählt hast. Eine ganz wichtige Sache das… diese 15 min Sendung sollte man vielleicht mal zum Pflichtstoff in der Abschlussklasse jeder deutschen Schule machen. Ich halte ja an sich von Joko und Klaas nicht viel, aber für die Aktion verdienen sie Respekt… und künstlerische Anerkennung für den Vorspann. 😉 …und auch wenn ich bei Sophie Passmann in ihrem „Schaulustigen“ Podcast regelmäßig zum Picard’schen Facepalm neige, habe ich in diesen 15 min, die sie moderiert, zur Abwechslung mal nichts an ihr auszusetzen.

    Das Gespräch zum Thema „Humor“ habe ich sehr genossen und viele Parallelen zu mir gefunden. Wie der große Herbert Feuerstein mal zutreffend sagte: „Jeder hat das Recht, verarscht zu werden!“ Solange das auf Augenhöhe passiert, bin ich der Meinung, dass kein Spruch zu flach sein kann, um ihn nicht zu bringen.

    Loriot halte ich persönlich für einen der genialsten und intelligentesten Humoristen (oder besser Humor-Architekten), die es je gab. Allein der Sketch „Das Bild hängt schief!“ ist ein Meisterwerk. Was Vicco von Bülow für den deutschen, das sind Monty Python und Rowan Atkinson für den britischen Humor. Auch darüber kann ich immer wieder herzhaft lachen. Kleine Tipp in Sachen britischer Humor : „Black Books“ … sehr genial!

    Was mich in meiner Jugend sehr geprägt hat, war RTL Samstag Nacht / Die Wochenshow und Switch… oder auch „The First Wave Of German Comedy“ … was danach kam, waren dann Ausdünstungen vom Quatsch Comedy Club und Nightwash, die zwar anfänglich komisch waren, aber spätestens als RTL die Hälfte von ihnen aufgekauft hatte, jeglichen Witz und Originalität verloren… soviel zum Thema Pocher, Barth & Co.

    Heute tendiere ich auch mehr in Richtung Kabarett (Volker Pispers, Lisa Eckart) und da bin ich voll bei Sebastian: Thorsten Sträter sorgt regelmäßig für Atemaussetzer der angenehmen Art.

    Und endlich kommt auch mal Helge Schneider mal zur Sprache, wo ja fast in jeder zweiten TAD Folge irgendwo ein Helge Zitat hervorlunzt, zu meiner persönlichen Freude.
    Ich kann Sebastian nur beipflichten, bei Helge-Auftritten kommt es sehr stark auf die Chemie mit dem Publikum an. Wenn der Funke nicht überspringt, hat Helge auch kein Problem damit, den ganzen Abend nur Jazz zu spielen ohne großartig was dabei zu erzählen. Man weiß halt nie, was passiert. Seine Fähigkeit zur Improvisation ist allerdings auch sein Verhängnis. Viele Leute erwarten bei Helge, dass plötzlich etwas Unvorhergesehenes passiert… und wenn das ausbleibt, könnten sie enttäuscht sein. Bei der Tour mit den Firefuckers haben z.B. viele im Publikum auch nicht gerafft, dass es eine Musik-Tour war und kein Humor-Programm hat. Das passiert allerdings nur, wenn man ihn in eine Schublade zu stecken versucht (z.B. Comedy). Helge ist zu talentiert für Schubladen. Das nicht Schubladig-Sein und das „nicht erfüllen wollen“ von Erwartungen sind zwei seiner Kernkompetenzen.

    Sehr zu empfehlen sind auch Helges Gespräche mit Alexander Kluge (dctp.tv).

    Und noch einmal muss ich Simon bestätigen: „00 Schneider“ ist der beste deutsche Film aller Zeiten und zusammen mit „Texas“ stets ein unerschöpflicher Quell an Zitaten und Sprüchen passend zu allen Lebenslagen („Solange man lebt, soll man rauchen!“). …und Helmut Körschgen ist ungeschlagen der beste deutsche Nicht-Schauspieler aller Zeiten.

    Einen muss ich noch erwähnen: Ich hatte letztes Jahr noch die Möglichkeit, Fips Asmussen live erleben zu können, den Godfather der deutschen Stand-Up Comedy. Ja, seine Witze sind alt… ja, sie sind abgedroschen, teilweise wirklich dämlich und einige kann man heute auch als frauenfeindlich betrachten. Aber dieser Mann hatte das altersmäßig breit gefächerte Publikum vom ersten Moment an im Griff und das mit über 80 Jahren. Man fühlte sich in die Zeit zurück versetzt, wo man Papas Fips Kassetten von Ariola Express im Auto mithörte und die Hälfte der Pointen gar nicht verstand. Zugegeben etwas tatterig ist Fips mittlerweile und den einen oder anderen Hänger hat er auch, aber alles in allem ein sehr lustiger Abend.

    In diesem Sinne… Blaulicht!
    https://www.youtube.com/watch?v=rE9YZIQv4zU

  6. Don

    Ich habe mir jetzt auch mal das „Männerwelten“-Video von Joko & Klaas bzw. von Sophie Passmann angesehen.
    Furchtbar, wie manche Männer mit Frauen umgehen. Dass es das gibt, ist, denke ich, uns allen bewusst. Es aber mal so komprimiert in 15 Minuten präsentiert zu bekommen, ist schon echt krass!

    Ich hoffe nur, dass ich niemals so werde!

  7. Bridge 66

    Hallo Jungs,
    Auch ein cooler Spruch: „Humor ist eine ernste Sache.“ Keine Ahnung, wer das gesagt hat, im Zweifel Heinz Erhardt oder Loriot. Das ist einer der Gründe, weshalb ich so lange gebraucht habe, um diesen Kommentar zu schreiben. Ich musste mir erst mal darüber klar werden, was ich eigentlich lustig finde und wenn ja, warum? Meine Ergebnisse will ich euch nicht vorenthalten.

    Womit ich aufgewachsen bin: Filmkomödien mit Heinz Rühmann oder Doris Day, „Väter der Klamotte“, Otto Waalkes, Fips Asmussen (na ja…).

    Was ich lustig finde: Wortakrobaten wie Erhardt und Malmsheimer, Willy Astor mit Einschränkungen (beim ersten Mal liegt man am Boden vor Lachen, beim zweiten Mal kann man nur noch müde grinsen), gerne auch mit Musik wie Bodo Wartke („Probleme, die ich früher noch nicht hatte..“) oder hier eine Perle von vorgestern: der dänisch-amerikanische Pianist und Komiker Victor Borge mit seiner „phonetischen Interpunktion“:
    https://youtu.be/8gpzqgVbKkU
    Wortwitz geht aber auch ohne Worte, genauer gesagt: Ohne Rolf
    https://youtu.be/UhRgPBJzvBA
    Meine aktuelle Lieblingssendung ist der „Schlachthof“ mit Christian Springer und Michael Altinger, einmal im Monat Donnerstags 21.00 Uhr im BR Fernsehen.

    Was ich weniger lustig finde: Wenn der Komiker selber über seine eigenen Späße lacht. Z. B. Sascha Grammel. Frederic Freiherr von Furchensumpf ist urkomisch, aber wenn Grammel (als Bauchredner wohlgemerkt!) daneben steht und sich selbst kaum das Lachen verbeissen kann, obwohl er von seinem gefiederten Partner gerade gröblichst beleidigt wird, dann wird die Nummer unglaubwürdig.

    Was ich gar nicht lustig finde: Wenn mit Essen herumgeworfen wird (halbe Welt hungert und wir schmeißen Essen weg?!) und wenn es unter die Gürtellinie geht. Ich habe mal versucht, in „Sketch History“ im ZDF reinzugucken, mußte aber jedes Mal schnell wieder abschalten, weil mich das einfach nur genervt hat. Dabei gibt die Geschichte doch so viel Stoff her. Als Alternative empfehle ich die britische Reihe „Horrible Histories“, die auf youtube und teilweise auch bei alpha zur Verfügung steht. Manche Sketche können vielleicht etwas unappetitlich sein, aber sie basieren auf historischen Fakten. Und sind urkomisch.

    Womit ich nichts anfangen kann: Absurder Humor wie Helge Schneider oder Monty Python. Sorry, aber ich habe keinen Schimmer, was an „Katzeklo“ lustig sein soll.

    Oft wird gefragt, warum es im Verhältnis so wenig weibliche Komiker und Kabarettisten gibt. Das bedaure ich auch, aber wenn den Ladies nichts besseres einfällt als sich über Männer, ihre Gewichtsprobleme oder ihre Wechseljahre zu beschweren, dann kann ich nicht darüber lachen.

    Hat Humor was mit Intelligenz zu tun? Auf jeden Fall. Egal, wie man Intelligenz definiert oder gar messen will, jeder Mensch kann über irgend etwas lachen. Tiere tun das nicht, auch wenn manche Tierlaute sich wie Lachen anhören. Aber wer weiß, vielleicht haben sie ja eine andere Art von Intelligenz?

    Auf jeden Fall kann ich den Spruch von Charlie Chaplin nur unterschreiben: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“.

    LL&P
    Eure Bridge

    1
    1. Michael Kleu

      Horrible History benutze ich an der Uni auch ganz gerne im Unterricht. Die Folge, in der „die“ Frau der athenischen Demokratie mit der Spartas verglichen wird, ist z.B. ein ziemlicher Brüller.

  8. Michael Kleu

    Hella von Sinnen macht einen recht erfolgreichen Comicpodcast.

    Was Humor angeht, teile ich weitestgehend Eure Geschmäcker.

    Kürzlich saß ich mal in einem Büro, in dem ich nur gelegentlich bin und mein Kollege sagte „Ja, Helge“, woraufhin ich ganz automatisch „Ja, Reinhold“ antwortete. Hat uns sehr amüsiert 😉

Schreibe einen Kommentar