#135: Loud as a Whisper (TNG 2.05)

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9. Januar 1989:
Weil diese Woche Gehörlosigkeit und Inklusion die Themen sind, freuen wir uns über das Subraumkommuniqué einer Hörerin, die Gebärdensprache dolmetscht. Und weil es zudem um Kommunikation geht, bricht passenderweise mehrmals die Verbindung zwischen Lüdenscheid und Fürth zusammen.

In Deutschland: Der stumme Vermittler, ausgestrahlt am 18. Mai 1991.

46 Gedanken zu “#135: Loud as a Whisper (TNG 2.05)

  1. Hallo ihr Lieben,
    herzlichen Dank für eure sehr schöne Besprechung. =)
    @Sebastian, danke für die Mühe des Zusammenschnitts, da habe ich dir Arbeit gemacht. 🤭😊🖖🏻

    Asche auf mein Haupt, natürlich stammt Riva von Ramatis III, dafür hatten sie ja auch eine schöne Gebärde erfunden.

    Hoffe die Hörer*innen fühlen sich durch mich nicht (zu sehr 😉) belehrt und von der Folgenbesprechung abgelenkt. Muss das Ende selbst noch hören… 👋🏻✌🏻

    Herzliche Grüße
    TaoTao

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  2. Nachdem ich jetzt 50Minuten gehört habe, möchte ich nur sagen & hoffen das Frau TaoTao einen eigenen Podcast hat. Sollte dies so sein möchte ich gerne wissen welcher!

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    • Mahlzeit David,

      wie sagt unser lieber Kollege Felo von „Data sein Hals“ immer: TaoTao als Hörerin adelt jeden Podcast. Und den Wunsch nach einem eigenen Podcast von ihr können wir nur unterschreiben; leider gibt es den noch nicht.

      – Sebastian

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  3. Die Folge ist guter Durchschnitt. Der Diplomat Picard aus späteren Staffeln hätte den Konflikt so ausmoderiert ohne Riva zu brauchen. Die Kenntnis des späten Picard hilft hier also nicht weiter. Ansonsten ist die „Botschaft“ der Inklusion zwar nett eingebaut, aber war in der ersten Staffel organischer drin, als Geordi am Steuer saß. Mehr Inklusion geht ohnehin nicht.
    Persönlicher Hinweis: Der Jens Gag war bei Bok ok und wird durch die Wiederholung hier nicht besser. Wobei die Episode sogar relativ ernst ist und das eigentlich auch nicht schadet, wenn man einen ernsten Ton auch mal durchhält.

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  4. Moin Ihr!

    Die deutsche Regisseurin Caroline Link hat den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nicht für den großartigen Film „Jenseits der Stille“ bekommen, sondern für den auch sehr sehenswerten Film „Nirgendwo in Afrika“.
    Ich fand es aber damals toll, dass der gehörlose Botschafter Riva aus TNG jetzt der gehörlose Vater in diesem tollen Film war. Da merkte man mal, dass bei gehörlosen Schauspielern das Herkunftsland für den Zuschauer erstmal egal ist. Wobei das sicher nicht für die Dreharbeiten gilt, da die Gebärdensprachen sich ja international unterscheiden.

    Vielen, vielen Dank an TaoTao für die gehaltvollen Zusatzinformationen. Auch als Laie habe ich beim Zusehen gedacht, dass Datas Gebärden zu Picards Rede nicht so dolle waren…

    Zu Geordis Augen-OP-Thema: Ich musste doch echt schmunzeln.
    Pulaski sagt: Hey, Geordi, ich kann Dir Augen verpassen. 80% der jetzigen Leistung.
    Geordi überlegt und zögert.
    Pulaski: Geordi, ich verstehe gar nicht, warum Du zögerst. Ach ja, by the way, es gibt auch noch Risiken.
    Ich glaube, an Geordis Stelle hätte ich das Thema auch einfach nie mehr angesprochen.

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    • Ja, „Jenseits der Stille“ ist ein toller Film. Er erzählt die Geschichte einer Coda (Child of deaf adults) und ein Stück weit das Zugehen auf die hörende Welt durch den Vater, nach einem schwierigen Aufwachsen. Die Situation werden gut dargestellt. Als ich den Film vor kurzem wieder sah, musste ich nur über die Prä-Smartphone-Zeit schmunzeln. Schreibtelephone, Faxgeräte und vergebens vor jemandens Tür warten gehört mit Textnachrichten und Videotelephonie der Vergangenheit an. 😉
      Die Mutter ist im Film auch prominent besetzt mit Emmanuelle Laborit, einer französischen Schauspielerin, deren Buch ich empfehlen kann, wenn man von ihrem Leben erfahren möchte. Ich bekam von einer Dolmetscherin des Filmsets erzählt, dass es eine wahre Sprachvielfalt war. Sie saß auch schon mal unterm Tisch, um Howie Seago deutschen Text gebärdend zu soufflieren. Für die Schauspieler der Eltern war es natürlich erstmal eine Filmsprache, die ihnen nicht bekannt oder gewohnt war. Auf Sky läuft er z.Z. auf Abruf, die DVD ist aber auch glücklicherweise wieder erhältlich und echt günstig.

      Danke für eure Rückmeldungen. 😀 Ich werde mich auch noch zur Folge selbst äußern, bin aber gerade auf dem Sprung. 👋🏻🖖🏻🙌🏻

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  5. Nachtrag: Das Ende ist doch konsequent. Menschen ändern sich nicht, nur die Umstände unter denen sie handeln . Riva ist trotz des Verlustes Riva geblieben und versucht halt nochmal in aller Überzeugung die er von sich hat. Klare Linie. Das ist Riskant aber in seinem Charakter passend.

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  6. Es ist vielleicht nicht die beste Star Trek Folge, aber für mich einer der besten Podcast Folgen. Zwar habt ihr es immer wieder fertiggebracht, Folgen die ich bereits auswendig mit sprechen kann, durch eure Information in einem neuen Licht erscheinen zu lassen, aber durch die Eindrücke von Tao Tao war dieses Licht in der aktuellen Folge besonders hell. Vielen Dank dafür. 🙂

    Diese Folge hat auch für mich eine besondere Bedeutung. Nach der Schule machte ich 2004 ein freiwilliges soziales Jahr in der eine Bildungswoche das Thema „Leben mit Behinderung“ hatte. Dazu hatten wir auch eine Gebärdendolmetscherin zu Gast und sahen und besprachen auch den Film „Jenseits der Stille“. Irgendwann sagte ich laut während des Films: „Das ist ja Riva aus Star Trek“. Das Thema packte mich und ich begann mich mehr damit zu beschäftigen. Zwar wurde aus mir im Gegensatz zu Tao-Tao kein Gebärdensprachdolmetscher, meine Abende bestritt ich (PCNerd der 90er und 2000er) aber neben dem Spielen von „Bridge Commander“ auf dem PC, dann auch sehr oft mit den zwei Gebärdensprach-CD-ROMs „Die Firma“ .
    Frage @Tao-Tao: Gibt es heutzutage etwas vergleichbares?

    Ich finde das Thema, was ihr ziemlich am Ende angesprochen habt, sehr spannend – insbesondere für Star Trek. Sollte man Gehörlose hören machen? Ich erinnere mich an Nachrichten, in den gehörlose Eltern gerichtlich gegen Ärzte vorgingen, die deren Kindern ein Cochlea-Implantat einsetzen wollten, weil sie dies als ein gewaltsames Herausreißen ihres Kindes aus ihrer Kultur ansehen würden. Schade, dass die Autoren einen sehr normativen Ansatz hatten, aber gut, dass Howie Seago da auch noch ein Wörtchen mitzugebärden hatte. 😉 Diese grundsätzlichen Fragen ausführlich zu behandeln, wäre aber wohl auch für Star Trek zu viel gewesen, deshalb feiere ich es schon, dass das Thema wenigstens vorkam.

    Danke noch mal für die super Besprechung!

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    • Hallo MickTargPig,
      wie schön 🙂 Heute gibt es diese Produkte wie „Die Firma“ natürlich immer noch, manches mag vielleicht nicht mehr laufen. Vieles hat sich ins Netz verlagert und wenn man Videos sehen mag, sind Youtube und Facebook Anlaufziele. Klar, das ist nicht unbedingt gut durchblickbar für Anfänger… So gibt es bspw. im Kestner-Verlag ein aktuelles Lernprogramm (das ist persönlich nicht kenne) und den Kestner, ihr Wörterbuch, das aktuell einzigartig ist. Karin Kestner, die dieses Jahr leider verstarb, erarbeitete es mit tauben Gebärdensprachlern zusammen, die Vokabeln wurden nach subjektiven Gesichtspunkten ausgesucht. Ich sagte ja, es gibt Dialekte. https://www.kestner.de/n/verlag/verlag-produktuebersicht.htm
      Ein wissenschaftliches Vorgehen verfolgt das von Bund und Ländern finanzierte Korpus Projekt. Dieses stellt bereits viel Material zur Verfügung und hat ein kostenloses online Wörterbuch zum Ziel. https://www.sign-lang.uni-hamburg.de/dgs-korpus/index.php/projekt.html

      Ja, das Abschlussthema, die Frage ob man an die Mehrheitsgesellschaft angepasst werden/sein sollte, ist ein spannendes. Ich denke das Thema Cochlea-Implantat (CI) ist hier absichtlich ausgeklammert. Es ist eine von allen Beteiligten immer wieder emotional geführte Diskussion, die so facettenreich ist, dass ich gar nicht weiß, ob ich das Fass hier aufmachen kann. Ich sehe die Szene mit Geordi hier als Platzhalter. An ihm wird stellvertretend und damit emotional von Gebärdensprache und dem Gehör abgegrenzt gezeigt, was es für ein Dilemma ist. In dem Zusammenhang möchte ich ausdrücklich sagen, dass ich mich nicht gegen das Sprechenlernen oder CIs ausspreche. Das sind individuelle Entscheidungen, die jeder der sie zu treffen hat aktuell und für sich, bzw. sein Kind trifft. Ich spreche mich nur gegen Verschleierungsberatungen aus, die das CI als „Reparaturversprechen“ an verunsicherte Menschen verkauft. Auch bin ich gegen eine einseitige Beratung, denn das Eine kann und muss das Andere nicht ausschließen.
      Jeder sollte wissen was auf ihn zukommt. Ich weiß nicht wie ich entscheiden würde, keiner wird hier bewertet!

      Wenn man einen Einblick in das Leben mit Hörschädigung/Taubheit haben und den möglichen Nutzen (hier ein sehr guter Erfolg, hinter dem ein starker Willen und sehr viel Mühen steckt) von CIs sehen möchte und ohne das dem der Beigeschmack einer schlechten Darstellung wegen gebärdensprachlicher Interessen vorzuwerfen wäre, weil sie nicht erwähnt wird und in Natalies Leben keine Rolle spielt, der schaue die tolle Doku „Natalie – Der Klang nach der Stille“. Natalie wurde auch einige Jahre später noch mal für ein „Update“ besucht, als ihr Kind in den Kindergarten ging, ich finde nur leider gerade den Titel nicht. Auch dieser zweite Teil ist sehr interessant!

      Und ja, das von dir erwähnte gerichtliche Vorgehen ist erschütternd. Glücklicherweise erlebte Karin Kestner, die sich hier sehr engagierte noch den Verfahrensausgang. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob taub aufzuwachsen Kindeswohlgefährdung ist. Da kann einer Familie schon das Herz in die Hose rutschen, das Urteil erging in diesem Jahr. Infos zu diesem und anderen Fällen findet man auf ihrer Seite: https://www.kestner.de/n/verschiedenes/presse/2019/Amtsgericht-Goslar_Beschluss_Kindeswohlgefaehrdung.htm

      Gebärdenfreundliche Grüße
      TaoTao

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      • Ich habe vor einiger Zeit mal erlebt, wie zwei im Netz relativ bekannte Gehörlose sich auf einem Social Network ausgiebig über CIs stritten, ob diese die Gehörlosenkultur nun beschädigen würden oder nicht.
        Auch wenn ich die Argumente eigentlich beider Seiten durchaus nachvollziehen konnte, hatte es mich doch etwas befremdet, wie erbittert dieser Disput geführt wurde, man las in den Zeilen teilweise wirklich die Wut heraus!

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        • Es gibt in der Serie „Cold Case“ eine Folge 5/14, in der das Thema Cochlea Implantant ebenfalls behandelt wird. Ich habe die Folge nur einmal gesehen (2008) und ich erinnere mich, dass es damals das erste Mal, dass ich von diesem Implantat hörte. Der Mord geschieht aus dem Motiv heraus, dass es Streit um dieses Implantat war.

          Ich weiß nicht mehr, ob die Folge das Thema adäquat behandelt hat, aber mir ist sie mit diesem Konflikt um hören / nicht hören, WElt der Gehörlosen / Welt der „anderen“ zumidnest deutlich in Erinnerung geblieben.

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  7. Nano-Nano!

    Ok Basti, dann nenn ihn halt Bill, ich jedenfalls bleibe jetzt konsequent bei Will.
    Mit Jean habe ich dagegen überhaupt kein Problem!

    Hm, dass ein höheres Honorar für Missstimmungen im Cast führt, kann ich ja noch verstehen. Aber am Weggang von Gates McFadden war Muldaur ja nun wirklich nicht schuld, das sollte man ihr dann auch nicht vorwerfen.

    Wie stark unterscheiden sich denn die deutsche und die amerikanische Gebärdensprache? Kann man da so richtig aneinander vorbeireden oder versteht man sich dann vollständig nicht?

    Howie Seago ist auch ein berühmter Theaterschauspieler. Aber besonders gerne erinnere ich mich an einen sehr schönen Film mit ihm, „Jenseits der Stille“, in dem es um das Leben eines hörenden Mädchens mit ihren beiden gehörlosen Eltern geht:

    (Achja, Ihr sprecht diesen Film ja auch später noch an.)

    Als Riva den Picard anfährt, dass er doch gefälligst ihn selbst ansprechen soll, scheint zum ersten Mal seine Arroganz durch, die vermutlich durch seine zahlreichen Erfolge Teil seiner Persönlichkeit wurde. Ein Wesenszug, den er im Laufe der Folge bitter bereuen wird.

    „Ich glaube, das liegt an anderen Sachen.“
    => Nein, Sebastian, ich glaube, dass er mit den Blutern im Hause Hannover genau auf dieses Problem anspielt. Da Adlige nunmal genetisch unter sich bleiben, wenn ich das mal so sagen darf, können sich halt solche Merkmale wie „alle Adligen auf dem Planeten sind gehörlos“ herausbilden.

    Wenn Riva so seine Hände rechts und links von Geordi hält, sieht es fast so aus, als ob der VISOR evtl. irgendwelche Emissionen abgibt, die man spüren kann.
    Das Interesse am VISOR und die gemeinsame Sichtweise, dass ihnen nichts fehlt, sondern sie vielmehr auf ihre Weise etwas Besonderes haben, ist ja dann auch schon ein Ausblick auf den klitzekleinen B-Plot dieser Folge.

    „Da geht’s halt ums Bumsen.“
    => Jein, darum geht es jedenfalls nicht nur. Denn am Ende wird ja auch gesagt, dass sie nun eine gemeinsame Sprache gefunden hätten. Und da wurde ja eindeutig nicht gebumst! Es geht also schon mehr um das Erreichen eines Levels von Vertrautheit, sodass man sich auch nonverbal versteht.

    Auch bei diesem Briefing scheint Rivas Arroganz wieder durch. Auch wenn er natürlich vollkommen recht damit hat, dass die ursprünglichen Gründe für den Krieg nach solch einer langen Zeit eher abstrakt geworden sind für beide Seiten und die persönliche Ebene in den Vordergrund tritt.

    Rivas Zuversicht kommt daher, dass er in seinem Job noch niemals gescheitert ist. Aber gerade das macht ihn dann auch, wie wir später sehen, zum „Glaskinn“ (Boxer-Jargon).

    Die Gebärdensprachen basieren ja letztlich immer noch auf der jeweiligen Lautsprache mit ihren Eigenheiten: Mein Vater hat mal aus den USA ein englisches Lehrbuch zum Erlernen der deutschen Sprache mitgebracht, in dem sehr ausführlich erläutert wird, wie unglaublich kompliziert denn das Wort „bitte“ sei, weil es davon im Englischen etwa zehn verschiedene Wortbedeutungen abdeckt. Und solche regionalen Feinheiten schlagen sich dann sicher auch in der Gebärdensprache nieder, die somit auch nicht eins zu eins harmonisiert werden kann.

    Die Leute auf Solais sehen ein bisschen aus wie die napoleonischen Soldaten aus „Hide and Q“.

    Die Waffe, die den Chor auslöschte, scheint eine Art Disruptor gewesen zu sein.

    Interessant ist allerdings auch, dass Riva anscheinend keine wirkliche Trauer um die drei verstorbenen Personen zum Ausdruck bringt. Er ist nur völlig außer sich, dass diese besondere Form der Kommunikation nun vernichtet ist.
    Auch später findet Riva zwar Worte, den Chor als solches als etwas Besonderes, als etwas Außergwöhnliches anzuerkennen und zu benennen, die Personen, die diese Funktion ausfüllten, verblassen allerdings weiterhin dahinter.

    TaoTaos Einwand mit dem Lippenlesen ist interessant, darüber hab ich noch nie nachgedacht! Aber es stimmt, Riva wird ja wohl kaum eine Art Universalübersetzer ins Auge eingepflanzt bekommen haben.

    Wie Howie Seago wohl Datas Fake-Gebärdensprache empfunden hat?

    Da Geordi ja auch in den weiteren Folgen den VISOR trägt, hat er sich offenbar gegen den Eingriff entschieden. Erst später in den Kinofilmen, wird er dann die angesprochenen optischen Geräte eingepflanzt bekommen.
    In DS9 gab es auch mal eine Folge, die dieses Thema ähnlich angeht. „Melora“ – und auch sie entscheidet sich gegen die Operation, weil eine solche Entscheidung auch immer ein Verlust beinhaltet, die Änderung kann nicht rückgängig gemacht werden.

    War das hier eigentlich das erste Mal, dass Picard zu einem Crewmitglied „Well done!“ gesagt hat?

    Unabhängig davon, dass es ein ziemlich bescheuertes Ende gewesen wäre, hätte es auch Howie Seago vor arge Probleme gestellt, einen plötzlich wieder Hörenkönnenden zu spielen.

    Mir geht es wie Sebastian: Die Folge hat viele interessante Aspekte, die auch nur durch diese beeindruckende Person Riva so ausgedrückt werden können (wie z.B. dass er das Vibirieren der Enterprise spürt) und die Thematik für sich finde ich auch durchaus spannend. Und doch hat man leider immer wieder Leerlauf in der Folge. Auch von mir gibt es einen wohlwollenden Daumen zur Seite.

    Wo kann man denn Gebärdensprache lernen? Gibt es da VHS-Kurse?

    Vielend Dank für diese schöne Podcast-Folge und v.a. an den heutigen Gaststar TaoTao. 🙂

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    • Hallo Don,

      deutsche und amerikanische Gebärdensprache unterscheiden sich stark. Es kann einem nicht passieren, dass man „aneinander vorbei-“ gebärdet und es nicht merkt. Wie wenn jemand deutsch und der andere englisch spricht, da bleibt kein Zweifel übrig, dass es sich um zwei unterschiedliche Sprachen handelt. In der oben erwähnten App, bzw. auf der Seite von „Spread The Sign“ kannst du ja mal was eingeben und dann eine andere Flagge/Sprache auswählen. Ich habe heute „Feliz Navidad“ nachgeschlagen und muss sagen, es wird genauso schön gebärdet wie gesprochen. „Merry Christmas“ war dafür sowohl britisch als auch amerikanisch so „naja“. 😉

      Was Deine Aussage betrifft, dass Gebärdensprachen auf den jeweiligen Landeslautsprachen basieren, muss ich dir widersprechen. Wie gesagt, sie sind eigenständige Sprachen mit eigener Grammatik. Sie haben sich regional unterschiedlich entwickelt, weil bspw. in unterschiedlichen Kulturkreisen, das bedeutet aber nicht, dass sie auf den Lautsprchen basieren. Natürlich leben taube Menschen in ihren jeweiligen Ländern mit jeweiligen Landeslautsprachen, also zumindest mit der Schriftsprache müssen sie sich auseinandersetzen. Die ist aber dann eine Fremdsprache und wird auch so erworben.

      Dass ein Wort nur nach Kontext zu übersetzen ist, das kennen wir ja alle. Dein Bsp. des Wortes „bitte“ zB aufgreifend wäre hier auch die Frage, wie es gemeint ist, um es zu gebärden. Bittet man um etwas oder ist es im Sinne von gern geschehen.

      Danke für Deine Rückmeldung. 🙂

      LG 👋🏻

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      • Ok, dass auch die Schriftsprache für die Gehörlosen quasi eine Fremdsprache ist, war mir nicht bekannt. Dann waren meine Überlegungen natürlich ziemlicher Unsinn! Sorry… 😞

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    • PS. Genau, örtliche VHS sind gute Anlaufstellen. Schaut einfach, was es jeweils bei euch gibt, ansonsten fragt nochmal mit Nennung der Stadt/Region. Mancherorts gibt es auch einige andere Anbieter, Gebärdensprachschulen z.B. aber auch Landesverbände von gehörlosen Menschen sind denkbare Adressen.

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      • Werd ich mal schauen. Ich arbeite in einer Apotheke und da treffe ich durchaus öfter auf Gehörlose.
        Ich bin zwar ein ziemlicher Grobmotoriker und alles andere als ein Sprachentalent, aber wenn ich mir so ein paar Grundlagen aneigne, dann könnte das die Kommunikation ja vielleicht doch etwas vereinfachen.

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        • Ja tatsächlich! Und das muss noch nicht mal bedeuten, dass du flüssig gebärden müsstest, auch grundlegende Infos über den kommunikationsbedarf und -möglichkeiten helfen häufig schon sehr um sich viel besser zu verständigen. Ein Kurs oder anderer Kontakt kann da sehr nützlich sein.

          Jetzt mal eine Glückskekslösung, weil nur in wenigen Sätzen dahin geschrieben: Deutsch ist für prälautspracherwerb ertaubte Menschen eine Fremdsprache. Wie überall, mancher tut sich leichter als andere, aber um doch eine Pauschalaussage zu wagen, Deutsch ist für ziemlich viele taube Gebärdensprachler einfach nur fies. Den Beipackzettel lesen ist damit oft in weiter Ferne. Gerade bei der Beratung und Medikamentenausgabe wären da dann Infos wie etwas einzunehmen ist sehr gut. Darf man die Tabletten teilen, gibt es schon dem widersprechende Medis, Allergien etc.
          Egal ob man es laut- oder schriftsprachlich versucht, ihr habt es dann vermutlich nicht mit einem Deutschmuttersprachler zu tun. 📌 Daher einfache Sätze, also kurze Sätze, braucht man ein Komma, ist es eigentlich schon zu lang. Stichwort „einfache Sprache“ und Piktogramme. Blickkontakt ist das A und O, was man nicht sieht, bekommt man nicht mit, wenn man nichts hört. Langsam und deutlich sprechen, den Mund nicht verdecken, nicht schreien, denn das verzieht den Mund und die Chance des Ablesens ist auch dahin. Daher auch keinen Kaugummi, Zigarette im Mund haben oder einen zu langen Bart tragen. 😉

          Die Tipps sind für alle hörgeschädigten Menschen hilfreich. Gerade Schwerhörige sind auch darauf aus von den Lippen zu lesen. Hier werden i.d.R. die hohen Töne, die mindestens nicht gehört werden und was durch Störgeräusche und sonst wie verschluckt wurde, versucht zu kompensieren – also Blickkontakt, „normal“ sprechen, ggf. etwas überbetont artikuliert, aber übertreibt nicht, der Mund soll nicht so verzerrt werden.

          📌 Dies ist als Info für Ärzte etc. gedacht, aber vielleicht ist es in der Apotheke auch interessant. Der Dt. Gehörlosen-Bund gab diese Infos (herunterladbare Broschüren) zum Umgang und Kommunikation mit dem „gehörlosen Patienten“ heraus: http://gesundheit.gehoerlosen-bund.de/der-gehoerlose-patient/

          Wie gesagt, wenn Interesse an einem Kurs besteht und du nichts findest, sag noch mal Bescheid, ich kann mich umhören, wenn ich weiß wo.

          LG
          TaoTao

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  8. Hallo Sebastian,
    es ist wirklich wieder einmal schön, dass ihr es schafft, aus einer Folge die ich bisher eher in der „Daumen runter“ Kategorie zugeordnet hatte, eine spannende Besprechung zu machen. Ich muss sagen, ich fand auch den Input von TaoTao super – insbesondere hat auch dieser Teil dazu beigetragen, dass ich die Folge aus einem anderen Blickwinkel sehen konnte.

    Aber mal was Anderes: Wie sieht es denn bei euch einmal mit einem Live-Podcast aus? Vielleicht sogar zu einer Doppelfolge (?) Das wäre doch mal was.

    Falls es dazu kommen sollte, geht das Bier an dem Abend auf mich !

    Allerbeste Grüße
    Broncanius

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  9. liebe TaoTao,

    vielen Dank für Deinen die Folge erhellenden Beitrag im Podcast. Ich habe mit sehr viel Interesse zugehört. Die Infos zum Lippenlesen fand ich spannend.

    Ich hatte schon immer den Eindruck, dass sich Picard selten dämlich verhält Riva gegenüber, und habe nicht verstanden, dass ausgerechnet er diesen empathielosen Trampel spielen musste. Aber ok, einer musste natürlich der sein, der sich ständig ins Fettnäpfchen tritt.
    Unter der Szene, in der er Riva anschreit, habe ich am meisten gelitten, das fand ich so schlimm.

    Zur Folge selbst:
    ich mag die Rolle von Riva überhaupt nicht, ich finde den super arrogant, ich finde ihn elitär mit seinem „Privatchor“, und das weinerliche nach dem Attentat ist einfach nur schlimm, er heult ja nur um sich, dass da 3 Menschen bei draufgingen, die ihm doch eigentlich sehr nahe waren, ist ihm offensichtlich egal. Für mich ist dieser Riva einfach nur ein eitler egozentrischer Selbstdarsteller. Sorry.

    Für mich eine Folge, wo der Daumen in der Bewertung nach unten gezuckt hätte.

    Vielen Dank aber an Sebastian und Simon für die humorvolle Bearbeitung der Volke, am meisten habe ich über das „Gehöft“ gelacht, ich hatte Visionen von Riva auf einem englischen Landschloss, er sieht ja auch aus, wie so ein Earl Soundso…

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    • Hallo! Ich kann nur zustimmen: Riva ist mir tatsächlich in Erinnerung geblieben, aber eben als einer der unsympathischsten Charaktere, die mir in Star Trek untergekommen sind. Auch wie er sich an Troi ranmacht, finde ich so widerwärtig, dass mir unbegreiflich ist, wieso sie ihm keine schillert 😉

      Meine Lieblingsszene in dieser für mich schlechten Folge ist übrigens, wenn man zum ersten Mal auf Solais V ist und Riva sagt, dass sie ruhig bleiben sollen, auch wenn sie provoziert werden – Riker schaut Worf an und der Blick, den Worf zurück wirft, ist einfach schön.

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  10. Hallo zusammen!
    Seltsam, dass war wieder eine Folge, die ich total vergessen hatte. Und dass, obwohl sie doch das tut, was ich von guter Science Fiction erwarte, nämlich gesellschaftliche Themen (darf ich sagen: Körperbehinderung?) aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dass das nicht so gut funktioniert liegt vielleicht an den Schwächen, die ihr aufgezeigt habt.
    Danke auch von mir an Tao Tao, die uns den Hintergrund erfassbarer gemacht hat.
    Beim Thema Gehörlosigkeit bin ich natürlich ein Aussenseiter. Da ich aber privat in der Familie mit Fremdsprachen zu tun habe, und an der Arbeit im Kundenverkehr Kommunikation ein wichtiges Thema für mich ist, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
    Der Begriff „Taubstumm“ passt tatsächlich nicht ganz. Wenn das Gehör betroffen ist, dann gilt das ja normalerweise nicht für den Sprechapparat. Wenn jemand erst im höheren Alter das Gehör verloren hat, dann kann er sich, soweit ich weiß, meist noch ganz gut verständigen. Aber wer von klein auf nicht hören konnte, kann das wahrscheinlich nicht. Für den ist es dann doch so, als wäre er stumm. Ich erlebe das öfter, wenn Kunden kommen, die kein Wort Deutsch (oder Englisch) sprechen, oder eben gehörlos sind. Es ist teilweise sehr anstrengend, herauszufinden, was sie wollen oder ihnen zu sagen, was möglich ist.
    Wenn ich nun gezwungen wäre, in einem Land zu leben, dessen Sprache ich nicht spreche, dann könnte ich wenigstens die Sprache lernen. Für einen Gehörlosen ist das aber nicht möglich.
    Deswegen ist es für mich schwer zu verstehen, warum ein Cochlea-Implantat so ein Problem ist (abgesehen davon, dass es eine Operation bedeutet). Das erinnert mich an so einen Spruch wie: „Mein Kind soll nicht studieren. In unserer Familie waren alle Handwerker“.
    Was mich zu Geordi bringt. Genau genommen hat er ja schon ein Implantat. Die beiden silbernen Punkte an den Schläfen bilden ja anscheinend die Schnittstelle zwischen dem Visor und seinem Gehirn. Dr. Pulaski bietet ihm also nur an, ein Implantat gegen ein weniger auffälliges zu tauschen.
    Riva dagegen hat einen ganz anderen Umgang mit seiner Behinderung – er ist privilegiert. Seine Gehörlosigkeit ist für ihn sogar einen Art Auszeichnung. Dazu hat er gleich drei „Diener“, die die Kommunikation für ihn übernehmen, was ihn nach außen hin wohl etwas abschirmt. Wobei die telepathische Begabung anscheinend nur auf die Verbindung mit jenen beschränkt zu sein scheint. Das er sich so schnell wieder fängt ist wohl tatsächlich der beschränkten Sendezeit geschuldet.
    Es ist schön, am Ende zu sehen, dass er trotz seiner Einschränkungen weiter macht. Da musste ich an Surak denken. Irgendwo haben wir doch gehört, dass auch der Friedensprozess auf Vulkan lange dauerte un viele Opfer forderte.
    Langer Rede kurzer Sinn, es ist keine schlechte Folge mit guten Ansätzen, aber durchaus steigerungsfähig.

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    • Hallo Kleiner Bruder,

      ja, das erfasst du genau richtig. Je früher man ertaubt, desto schwerer ist es mit der Lautsprache, vor allem in der eigenen Artikulation, etwas anzufangen. Stumm ist man deswegen aber nicht, denn der Sprechapparat ist i.d.R. ja in Ordnung und es werden Laute produziert, wie verständlich das für andere ist, sollte hierfür nicht zu Grunde gelegt werden. Und die Gebärdensprache ist ja auch da, wenn man sich darin zuhause fühlt und sich ausdrückt, ist man ja auch nicht stumm, nutzt nur einen anderen Sprachmodus. Ja, jetzt kannst du anbringen, dass es vielleicht beim Verständnis des Wortes „stumm“ nicht darum geht, sich mitzuteilen und ich frage: War Steven Hawking demnach stumm, weil er „nur“ schrieb? Er konnte viele Jahre seines Lebens nicht selbst sprechen. Aber hier geht es nicht um haarspalterische Auslegungen, sondern um eine Gruppe, die sich davon diskriminiert fühlt. Ich denke das sollte mehr Gewicht haben, als über den Ursprung oder Sinn und Verständnis eines Wort zu diskutieren. 😉

      🎧 Das Cochlea-Implantat, es tut mir leid, das wird jetzt lang, versuche eine Gliederung:
      Ja, es stellt einen erheblichen Eingriff dar, man bekommt den Schädel aufgebohrt usw., aber das ist nicht der Punkt. Es ist keine „Reparatur“ einer Hörschädigung oder Taubheit, man wird dadurch nicht hörend. Die Ärzte können nur Wahrscheinlichkeiten äußern, wie es für jeden einzelnen CI-Träger ist, kann vorab nicht wirklich eingeschätzt werden. Fest steht auf jeden Fall, man bleibt Zeit seines Lebens hörgeschädigt und will man gute Erfolge, muss man dafür arbeiten (s.u.). Auch ist das CI eben genau das – ein Implantat für die Cochlea, die Hörschnecke. Liegt die Ursache wo anders, kommt diese OP nicht in Frage.

      📌 Der vorhandene Hörrest wird m.W.n. durch eine OP zerstört, ohne das CI hört man also nichts mehr, wenn ich noch richtig informiert bin. Die technische Entwicklung ist natürlich da, die Geräte werden immer besser und angenehmer, womöglich auch wasserdicht. Aber natürlich trägt man es/sie nicht 24 Stunden. Immer wenn man sie nicht trägt, ist man völlig taub. Wer mit seinem Hörrest gut lebt, will diese Veränderung womöglich nicht. Wie Geordi, stellt man sich die Frage, was für eine Katze kaufe ich da im Sack? Einige berichten danach auch von Begleitproblemen.

      📌 Wie oben schon geschrieben, gibt es durchaus einseitige und ja, ich bleibe bei dem Begriff, verschleiernde Beratungen von der medizinischen Seite, der ich auch schon beigewohnt habe. Will heißen, dass Eltern schon mal rasch ein OP-Termin ausgehändigt wird, ohne dass diesen klar ist, was das für die Familie, das Kind bedeutet. Ich sage nicht, dass man die Kinder taub lassen sollte, wie gesagt, ich weiß nicht, wie ich für mich oder jemand anderen entscheiden würde. Ich halte es nur für wichtig, dass man auf Grundlage möglichst vieler/aller Fakten entscheidet.

      📌 90% aller Hörgeschädigten haben hörende und damit meistens völlig überfahrene Eltern. Auch taube Eltern stehen vor der Frage, wenn ihr Kind (10% wahrscheinlich) taub/hörgeschädigt ist. Und Eltern aus beiden Gruppen entscheiden sich dafür. Hier ist durchaus nicht die Rede von „ich bin auch Handwerker“. 😉 Jeder sollte für sich entscheiden dürfen, glücklicherweise sah das Gericht es auch so (s.o. zum Thema ist taub aufwachsen Kindeswohlgefährdung?).

      📌 Dass das CI einen nicht hörend macht, das wird manchmal nicht gerne erzählt. Dass nach der OP auch erstmal akustisches Chaos herrscht, das ist auch so ein Thema. Es werden Impulse an das Gehirn weitergeleitet, welches dann über lange Zeit – Jahre… lernen muss was das jeweils bedeutet. Eltern stehen vor der Entscheidung sehr früh, das Neugeborenen-Hörscreening weist die Babys aus. Der Aufbau eines prälautsprachlichen Höreindrucks sehen die Ärzte als beste Basis damit auch im Frequenzbereich von Lautsprache so hören zu lernen, dass das Kind dann auch selbst mal gut spricht. Hier verknüpfen sich Synapsen usw. und ich wiederhole noch mal, ein CI macht nicht das Hören, sondern das damit aktive hören Lernen.

      📌 Oben erwähnte ich schon den 📺 DoKu-Film „Natalie oder der Klang nach der Stille“. Man kann ihn zur Zeit in der HR-Mediathek schauen. Womöglich ist es etwas zu subtil in der Doku: Natalie tut unfassbar viel, womöglich mehr als jeder andere und gilt lt. Film (Arzt der Uniklinik FFM) als Vorzeigepatientin, mit einem umwerfenden Erfolg. Und das zu einer Zeit in der Doku da Natalie selbst recht enttäuscht ist, dass sie von Null anfangen muss. Alles was ihr die Hörgeräte gaben ist auf dem operierten Ohr dahin und sie muss damit komplett neu hören lernen. Der zweite Teil (ich schaue noch wie der heißt), zeigt dann auch spannendes. Natalie ist recht zufrieden und dann führt eine (ich glaube) Ohrenentzündung dazu, dass sie das Ci nicht tragen kann. Alles ist da sehr empfindlich und es braucht lange, sie ist in der Zeit taub. Das ist eben die Katze im Sack. Sie entschließt sich das Ganze auch auf dem anderen Ohr anzugehen und lässt sich auch dort implantieren. Ironischerweise muss sie das komplette Hörtraining, das die erste Doku über die ersten vier Jahre hinweg zeigt, noch einmal durchmachen. Denn das Gelernte, wie die Impulse in Geräusche interpretiert werden, hat das Hirn nur für die bisherige Seite abgespeichert. Manchmal ist das Leben einfach nur ein Arschloch. Wie gesagt, Natalie ist Vorzeigepatientin und WILL es unbedingt. Sie ist erwachsen und lautsprachlich aufgewachsen. Lässt man sein Baby implantieren besteht die Kindheit aus vielen Klinikaufenthalten, jahrelangem Hörtraining und auch Schmerzen. Ja, der Lohn kann ein Höreindruck sein, der einem (besser) zur Lautsprache verhilft, vielleicht.

      📌 So ein Baby und Kinderschädel wächst zudem auch. Ich habe mir sagen lassen, sie implantieren nun an eine Stelle, dass das (erste) Implantat den Schädelwachstum gut mitmacht (kann schon mal komisch aussehen) und nicht sobald etwas geändert werden muss. Aber es ist nicht gesagt, dass es bei dieser OP bleibt.

      📌 Ich denke ich habe das Thema noch immer nur angekratzt und Punkte komplett ausgelassen. Das beinhaltet zB das Erleben einer lange unterdrückten Kulturgemeinschaft, deren Sprache von 1880 an in Deutschland in den Schulen verboten und gesellschaftlich verpönt war. Die erst 2002 gesetzlich als Sprache anerkannt wurde und die bis heute vieler Orts – auch gerade in hörgeschädigten Einrichtungen nicht selbstverständlich ist (Ironie trifft einen im Leben manchmal mit einem bitterbösen Holzhammer). Identität hat hiermit auch sehr viel zutun. Mancher ist einfach als gefestigter tauber Mensch sehr glücklich. Kommunikativ weder Fisch noch Fleisch zu sein, das macht viele auch unsicher und hilft dann nicht gerade sich zu finden.

      📌 Mal abgesehen davon, dass die medizinische Sicht auch heute immer wieder als Heilung und exklusiv auftritt. Warum bspw. nicht beides angehen? Implantieren und dennoch als Familie Gebärdensprache lernen? Denn viel zu oft wird vergessen, dass man sich ja dennoch verständigen will, auch wenn das CI nicht getragen wird oder gerade mal nicht geht. Was ist wenn es kein Erfolg wird und das Kind gar nicht in den Hörbereich kommt Lautsprache zu hören? Wenn man keine Lust oder Kraft auf permanentes Hörtraining und Reha-Geräte-Einstellungstermine über mehrere Tage, mehrfach im Jahr hatte? Wenn das auffällt, steht man dann gerne vor einer traumatisierten Familie, deren Kind vielleicht acht ist, sprachlos und herzlichen Glückwunsch, die zu bildenden Synapsen haben sich nicht gebildet. Denn es wurde ja bisher keine Sprache angeboten. Ich wage polemisch zu sagen, dass das dann wohl auch eher kein Abi mehr macht. Aber jetzt schließe ich das Thema, falls das alles überhaupt wer gelesen haben wird, du merkst, mein Ton zieht nun auch an.

      LG 👋🏻

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      • Hallo TaoTao!
        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Nein, sie war nicht zu lang. Offenbar gibt es da sehr viel mehr, als ein Laie sich vorstellen kann. Dass die Gebärdensprache selbst heute noch nicht selbstverständlich ist, das haut mich schon ein wenig um (der Film „Mr Hollands Opus“, den ich weiter unten noch erwähnt habe ist auch ein Plädoyer dafür). Um so peinlicher, was Brent Spiner da gemacht hat. Hatte er zu wenig Zeit, sich vorzubereiten?
        Dass ein CI das Hören nicht „ersetzt“, das war zu befürchten – die Natur ist unübertroffen (okay, wenn man gesund ist). Aber dass das so kompliziert und risikoreich ist, war neu für mich. Wieder was gelernt.
        Nur vielleicht dieses Argument, dass es die „Gehörlosenkultur beschädigen“ würde, das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Da hast du doch bessere Argumente geliefert.
        Noch mal vielen Dank für deine Mühe.

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        • Gerne. 🙂
          Die Kultur wird nicht direkt beschädigt. Früher tummelten sich aber viele in der Szene, die ohne technische Errungenschaften taub oder hochgradig schwerhörig waren/sind. Heute wachsen die mit CI implantierten Kinder anders auf. Sie gehen tendenziell nicht auf Gehörlosenschulen und werden sofern sie zur Mehrheit gehören mit ihren hörenden Eltern nicht unmittelbar Teil der Gemeinschaft. Lernen sie auch nicht gebärden, was sehr wahrscheinlich ist, sind sie nicht Teil der Gehörlosenkultur und damit reduziert sich der Kreis stark. Mancher malt den Teufel an die Wand und spricht vom Aussterben. Da fällt mir ein Film von einem der Merz-Brüder ein, ich bekomme die beiden schwer auseinander (taube Zwillinge, machen beide Filme). Einer davon ist „Laulose Flucht – The last Deaf“ http://lautloseflucht-derfilm.de/wp/ 😉🤟🏻

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      • P.S. Um das Thema hier abzuschließen noch der Hinweis auf einen aktuellen Artikel aus Österreich, der genauso auch in Deutschland seine Gültigkeit hat und einen guten Einblick in das Thema vermittelt. Hier kommen alle Seiten zu Wort, etwas das ich oben natürlich nicht abdecken konnte. https://datum.at/das-geschenk/

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  11. Kleiner Nachtrag: der Film „Mr Hollands Opus“ handelt von einem Musiklehrer, der in den 60er Jahren feststellen muss, dass sein Sohn gehörlos geboren wurde. Da gibt es sehr emotionale Szenen, wie die Familie unter dem Rat verschiedener Experten leidet.

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  12. Dann habe ich ja versehentlich alles Richtig gemacht, wenn ich es Gehörlos und Gebärdensprache genannt habe. 🙂
    Zeichensprache findet man bei indigenen Nationen in Nordamerika und Kanada ( Indianer ). Wenn sich Menschen unterschiedlicher Tribes begegnet sind gab und gibt es Zeichen für zb. Pferd, Prärie, Hunger, Freund usw.

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  13. Ist Gebärdensprache nicht einfach ein Teil, eine Unterart von Zeichensprache? Also hast du vielleicht nicht unrecht, Sebastian..
    Ich muss sagen, dass ich eure Folgen ohne Gaststimmen lieber mag.

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  14. Wunderbare Podcast-Folge -ich fand die Einspieler zur Vertiefung des Themas Gehörlosigkeit sehr bereichernd.Vielen Dank dafür! Eventuell gibt es ja in der Zukunft noch weitere Folgen mit einem „Spezial Schwerpunkt“ in denen ein Experte noch etwas orientierendes beitragen kann.

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  15. Hallo ihr Lieben,

    auch von mir vielen herzlichen Dank für die spannende Diskussion von Simon und Sebastian und für TaoTaos interessante Beiträge. TaoTao, ich fand schon deine Teilnahme am Podcast der Nerdizisten zur 2. DISCO-Staffel sehr schön! Du hast eine wirklich angenehme Stimme. Die Kritik an „Loud as a Whisper“ kann ich gut nachvollziehen, trotzdem hat sie mir gefallen.

    LL&P

    Michael from Outer Space

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  16. Mein Senf dazu (wenn auch leicht am Thema vorbei):
    Ich habe in Klönrunden oft das Problem, denjenigen, den ich hören bzw. mit dem ich sprechen möchte zu verstehen. Das liegt nicht an meinem Gehör, das ist normal, ich habe ein Problem mit dem herausfiltern aus dem Sprachgemenge, was möglicherweise an meinem Asperger liegt. Ich gucke dann auch oft auf die Lippen des Gegenübers, das hilft etwas beim filtern.
    Ich möchte jetzt auch nicht von meinem Asperger „geheilt“ werden (sofern man es überhaupt als Krankheit und nicht als neurologische Variation ansieht). Es bereitet mir zwar eine ganze Reihe an Problemen, formt aber auch, wer ich bin.

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  17. Hallo in die Runde,

    noch mal danke für euer Feedback zum Thema und dem Einspieler.

    Jetzt auch mal inhaltliches zur Folge. 😉 Klar, ich freue mich dass Seago mitspielt usw., aber auch ich habe so meine Themen mit der Folge. Interessant und dennoch sperrig trifft es gut.
    Ich gehe mit Elmo, es ist wirklich krass, wie Riva anfangs auf Troi zugeht. Ich finde sie windet sich richtig aufgrund seines Verhaltens. Warum sie ihm keine scheuert? Ich denke sie versucht sich, als von ihm auserkorene Ansprechpartnerin des Schiffes, freundlich, diplomatisch zu verhalten. Seine Art kennenzulernen bei einem Essen ist ok und auch interessant, aber Interesse an ihm von ihrer Seite sehe ich keines. Sie signalisiert für mich gewollten Abstand. Für mich bezieht sich Picards Lob/Dank am Ende ihr gegenüber auch darauf, wie gut sie mit ALLEM umgegangen ist.

    Aber jetzt noch mal zu dem spannenden Thema für mich: der Chor. Was sind das für Leute? Sind das drei von vielen und diese drei sind halt Mo-Mi im Einsatz und hatten hier Pech? Oder waren diese drei exklusiv die Stimmen Rivas, lebenslänglich sozusagen? 😉 Und „Ersatz“ kann er niemals erhoffen? Es ist hier nicht ganz „so schlimm“ wie bei der ersten Darstellung eines Trills (TNG, Odan der Sonderbotschafter), da das Wirtsbewusstsein komplett negiert war. Aber dennoch kommen leichte Leibeigenen-Phantasien auf. (Und das kratzt an tatsächlichen Themen, die in der Realität aufkommen. Was heißt eigentlich, man ist gebucht? Darf man in der Pause auch Pause haben? Darf man sich da lautsprachlich unterhalten?..)
    Wie weit muss sich der Chor wohl von ihm entfernen, um nicht Anteil an seinem kompletten Erleben zu haben oder kann er/können sie das steuern? Ich hätte Ramatis III gerne noch mal besucht.

    Ach und ja, Riva schreit tatsächlich, als er nach dem Ableben des Chors wieder an Bord ist. Gebärdend steht man der „Lautstärken“Bandbreite, Heimlichkeiten, Reimen, Redundanzen, sinnloses Gestammel, Gedichten usw. der Lautsprache in nichts nach.

    Herzliche Grüße
    TaoTao 🖖🏻👋🏻✌🏻

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  18. Nachdem hier in erster Linie über Themen fernab von Star Trek diskutiert wurde, habe ich hier noch einen Link. Auf Stern.de ist Jonathan Frakes Thema. „Star Trek“ und „X-Factor: Das Unfassbare“: „Star Trek“ und „X-Factor: Das Unfassbare“: So sieht Jonathan Frakes heute aus

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  19. Hi Leute:

    Ich weis, das gehört hier jetzt eigentlich grade nicht wirklich her. Aber ich muss meinen Entsetzen mal Luft verschaffen:
    Ich habe grade gehört, dass Star Trek 4 kommen soll. Ich dachte das Elend mit dieser alternativen Timeline in Star Trek hätte endlich ein Ende. Ich würde einen neunen Film in der anderen gewohnten Timeline besser finden. Zumal man bei CBS grade haufenweise neue Serien als eventuelle Vorlage produziert und da ja wohl auch inzwischen die Rechte geklärt sind. Außerdem finde ich es komisch diesen Film als Star Trek 4 zu bezeichnen. Eigentlich wäre das Star Trek 14. Star Trek 4 ist und bleibt für mich: Zurück in die Gegenwart! Ich finde das einfach nur furchtbar !!

    Eine Kleinheit möchte ich aber doch zum eigentlichen Thema beitragen:
    Liebe Grüße an TaoTao !! Deine Infos haben die Folge echt bereichert !!

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    • Hi Torsten,

      ich bin auf deiner Seite! Bei den ersten 3 Reboot-Filmen haben sie sich zumindest noch eigene Titel einfallen lassen. Die Zeitlinie aus den alten Filmen ist glaube ich fürs Kino gestorben, sie wird nur noch in PICARD und evtl. anderen Serien fortgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob das viel mit den Rechten zu tun hat. Wahrscheinlich war es eine Entscheidung, mit der die Story der ersten 3 Filme fortgesetzt werden soll. So wie ich es gehört habe, war zum Reboot ja mehr geplant, z.B. ein offizielles Computerspiel. Das wurde aber nicht realisiert. Vielleicht möchte man das jetzt nachholen. Ich werde mit dieser Zeitlinie jedenfalls nicht warm, weil es da bisher nur CGI und Geballer gab. Star Trek ist aber vieeel reichhaltiger, was Simon und Sebastian mit ihren großartigen Reviews beweisen.

      LL&P

      Michael from Outer Space

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      • Tja, die Reboot-Filmreihe…

        Gerade gestern hat mein persönlicher Lieblings-Star-Trek-Podcast „Inglorious Treksperts“ über das Vermächtnis des 2009er Films gesprochen.

        Deren Sendung deckt das komplette Meinungsspektrum ab und ich habe es sehr geschätzt, wie respektvoll die „Kontrahenten“ miteinander umgegangen sind.

        Zu hören hier – meine wärmste Empfehlung…
        https://www.podbean.com/media/share/dir-9zne7-73f2197

        Bis nächsten Dienstag,
        Sebastian

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  20. „Pulle“…
    Hm…
    *klirr*
    Mensch! „Die Pulle“ aus (T)Raumschiff Surprise ist nicht nur eine McCoy-Parodie sondern hat auch Pulaskieske Züge

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