#263: Battle Lines (DS9 1.12)

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25. April 1993:
Auf einem namenlosen Mond tobt seit unzählbaren Äonen ein apokalyptischer Kampf. Ein unsäglicher Ort, an dem Tod und Wiedergeburt so alltäglich sind, dass diese Begriffe mittlerweile bedeutungslos wurden. In diese Hölle gerät nicht nur Kira, deren Weltbild wie so oft zerrüttet wird, sondern auch Weltraum-Päpstin Kai Opaka, die sich an diesem finstren Ort ihrer Bestimmung stellt.

In Deutschland: Die Prophezeiung, ausgestrahlt am 10. April 1994.

Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Thobosch

    Hallo ihr lieben TaD’ler,

    wie schön mit euch in die Woche zu starten, denn ich finde auch, die Woche beginnt eigentlich inzwischen wirklich erst so richtig mit der neuesten TaD-Episode.

    Bevor ich zu „Battle Lines“ und eurer Besprechung komme, eines vorneweg. FRAGGLES!!! Big Love. Ich war ja so ein Fan, damals 1985, dass ich sogar für den Kindergarten eine Fragglevespertasche hatte (oder was auch immer da eigentlich drin war) 😊 War ich stolz auf diese Tasche und wie verrückt ist diese Sendung eigentlich erst als Erwachsener? Die allwissende Müllhalde??? Vor der ich megaschiss hatte als kleiner Knirps, die muss doch unter gewissem Drogenkonsum der Autoren entstanden sein. Sehr schöner Einspieler von euch.

    Aber nun zur eigentlichen Episode der Woche. Ich muss gestehen, ich glaub „Battle Lines“ ist mit Sicherheit die Folge, die ich am seltensten gesehen habe. Gestern vermutlich erst zum dritten Mal. Fand die immer irgendwie gurkig. Sie hat aber, auch durch euren Podcast, mich doch überraschend gut unterhalten. Auch ich ertappe mich dabei, wie ich die Folgen von damals, durch euren Podcast nun stets ganz anders und genauer betrachte und analysiere. Überrascht hat mich auch, das krasse Aggro-Verhältnis zwischen Bashir und Sisko. So einen Chef zu haben, da würde ich an Bashirs Stelle aber echt nach einer Versetzung bitten oder den inneren Vantika viel häufiger auspacken(YOU CANT…..FIRE…..ME, be……cause….. I quiiiiiiiiiiit). Was hat denn unser Benjamin bloß gegen den? Klar, gerade zu Beginn ist Julian ein Greenhorn, aber trotz allem ist er doch von seinem fachlichen Wissen einsame Spitze. Es bleibt weiterhin ein Fall für den DS9-Betriebsrat.
    Was mir dann auch noch gefiel war der Gedanke, dass die beiden Völker vielleicht wirklich vom Dominion bestraft wurden, weil sie sich auch erdreisten gegen den „Lauf der Dinge“ aufzumucken. Ihr habt echt recht, die Völker im Gammaquadranten sind echt ziemlich am Popo.

    Aber trotz allem, auch trotz Opakas Tod der lieben Kai von nebenan, fand ich die Folge auch gestern in Summe doch wieder mittelmäßig. Nana Visitors Schauspiel war echt enorm gut, der Tod von Opaka war aber belanglos, weil man eben nie wieder zu ihr in der Serie zurückkehrte. Random death on a random moon. Hätte es ja mal spannend gefunden, welche Nebencharaktere da dereinst überhaupt schon als Alternative zu Opaka in Frage gekommen sind, es gab ja noch nicht so wirklich viele Nebencharaktere. Garak? Nog? Nagus? MORN!?!?!?!?! :-O

    Und den Gedanken hatte ich auch schon als Knirps. „Was passiert eigentlich, wenn die sich gegenseitig die Rübe abhacken?“ Fand ich nie so richtig stimmig dieses Konzept, hatte für mich auch extreme TOS-Vibes. Alles in allem würde mein Daumen quer gehen. Der Impact war mir zu gering, auch wenn ich Opaka echt immer gemocht habe.
    Was mir jetzt bei eurer Besprechung allerdings wirklich sehr gut gefiel, war das eher dialogige (das kein Wort) Fazit, bitte gerne wieder.
    Und ein witziger Nebenfakt. Gestern fiel mir ersma auf wie ohrenzentriert DS9 ist, Oo-mox bei den Ferengis, Pagh erfühlen bei den Bajoranern. Fehlt nur noch der Chief beim Ohrenpuhlen während der Reinigung des Runabouts (lol)

    Freu mich schon auf nächste Woche, wenn einer meiner absoluten Lieblingsfolgen von TNG besprochen werden wird 😊 Bis dahin euch und uns allen noch eine schöne kurze Woche, fängt ja jetzt immer erst dienstags an 😛

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  2. Michael from Outer Space

    Hi! 😉

    Sebastian, das Zitat mit „von Magie nicht zu unterscheiden“ ist das 3. Clarksche Gesetz:
    „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

    Die Zeitschrift „GEO kompakt Nr. 51: Die Geburt des Universums“ enthält ein spannendes Interview mit dem deutschen Physiker Hermann Nicolai. Darin beschreibt Herr Nicolai den hypothetischen Flug eines Raumschiffs durch ein Wurmloch:
    „Wenn Hollywood ein Raumschiff durch ein Wurmloch fliegen lässt, dann wackelt es ein bisschen wie in der Straßenbahn und irgendwann kommt das Raumschiff unbeschadet auf der anderen Seite wieder heraus. In Wirklichkeit ist es aber ganz anders, nämlich so, als würde unmittelbar neben Ihnen eine Atombombe detonieren. Nach diesem Trip bliebe von den Astronauten nicht mehr viel übrig.“

    Beim Lesen des Interviews dachte ich natürlich an Star Trek und seine vielen Reisen durch Wurmlöcher! Zum Glück gehen sie meistens gut aus.

    Kai Opaka mochte ich immer sehr, vielleicht weil sie mich an meine Religionslehrerin in der ersten Klasse erinnerte. Sie war eine nette, kleine, ältere Dame und erzählte uns von Jesus Christus. Obwohl ich heute nicht mehr viel mit Religion am Hut habe, mochte ich sie und ihren Unterricht immer. Camille Saviola verkörpert die Figur finde ich sehr gut. „Battle Lines“ hinterlässt bei mir das schale Gefühl, dass man sie loswerden wollte. Darum hockt sie ab jetzt für alle Ewigkeiten auf irgendeinem Mond im Gamma-Quadranten. Wie unbefriedigend! Wenn sie die bajoranische Päpstin ist und die Bajoraner:innen ihrer Religion eine so große Bedeutung beimessen, müsste es auf Bajor eine Staatstrauer geben! Aber irgendwie ist das alles wurscht. Opaka taucht glaube ich nur noch ein Mal in einer von Benjamins Visionen auf. Ja, Winn Adami und Louise Fletcher sind super, aber sie ist von Anfang an eine Antagonistin. Ich hätte sehr gern gesehen, wie Opaka und Winn miteinander umgehen. Opaka hinterlässt eine große Lücke, nachdem sie sang- und klanglos aufs Abstellgleis geschoben wurde und das ärgert mich.

    Daumen quer für „Battle Lines“.

    LL&P 🖖 👋

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    1. Lisa

      Voll interessant, lieber Michael, deine Gedanken zu Kai Opaka! Auf meiner Netflix-Liste steht noch der Film „Die zwei Päpste“, vielleicht wäre der Film „Die zwei Kais“ noch interessanter. Ob die Bajora-Religion (wie heißt die eigentlich?? Das wird doch in der Serie nie genannt, oder? Geschweige denn die Bezeichnung der verschiedenen Konfessionen…), also ob die Bajora-Religion wohl damit klar kommt, dass 2 lebende spirituelle Oberhäupter existieren? Hm…. das sind doch genau die Themen, über die solche Schriftgelehrten Theologien endlos diskutieren können. Hey, das wär ne spannende Folge, vergesst „The Siege of AR-Dingenskirchen“. Funktionierte aber wohl nur mit einer Story von Umberto Eco 😄
      Ich fand das schnelle Ende von Kai Opaka, die so krass aufgebaut wurde in Emissary, auch überraschend und unbefriedigend. Und ja, auch bei mir hinterließ physische Erscheinung und Kostüm grossen Eindruck, eine Nonne/Äbtissin wie aus dem Bilderbuch! Echt schade, dass sie hier mit dem zweiten Auftritt aus der Serie verschwindet.

    2. Mister Incredible

      Moin,

      Wissen wir denn ob die Darstellerin Interesse hatte diese Rolle als Gaststar weiter zu spielen? Hätte man die ethisch-moralisch inregere Figur der Opaka zu einer finsteren und hinrerhältigen Antagonistin verwursten sollen und wie? Vermutlich kam man zu dem Schluss, dass Ihre Heiligkeit zwar reichlich bajoranische Güte verströmte, der Charakter damit null Konfliktpitenzial im Koffer hatte um es politisch und kulturell mächtig krachen zu lassen, wie es die Nachfolgerin tun wird. Sich mir dem „Teufel“ höchstselbst in leiblicher Extase zu vereinigen, das will doch Ihrer Heiligkeit Opaka sicher niemand zumuten… (genug gespoilert).

  3. Stefan Topo.

    Vielen Dank wieder!

    Ich bin noch mitten beim Hören…aber da ihr es schon in der vorigen Folge angesprochen habt: Ich denke nicht, dass es eine Remastered Version von Star Trek Deep Space Nine je geben wird. Ich denke, dass es die Kollegen vom Trekcast mal waren vor einigen Jahren, die das mal so ein wenig analysiert haben. Die hatten ja ihren Podcast 2012 gestartet aufgrund der Neuveröffentlichung von TNG auf Bluray in HD. Und obwohl man ja keine verlässlichen Verkaufszahlen hatte, konnte man wohl auf ein paar Aussagen der Verantwortlichen zurückgreifen, dazu noch die Veröffentlichungs- und Preispolitik, die sehr hanebüchen war damals. Und da kam raus, dass sich der ganze Aufwand, die Filmrollen ausm Bergwerk zusammen zu suchen, alles neu abzutasten, neue Effekte einzufügen usw., dass sich das alles wohl nie wirklich finanziell gelohnt hat.
    DS9 hat ja auch noch das Problem, dass es nie so populär war wie TNG…und seien wir mal ehrlich….Star Trek ist ein Nischenprodukt, selbst TNG. Klar kennen 80 % der Weltbevölkerung Capt. Kirk oder auch Capt. Picard und natürlich die Enterprise. Aber die wenigsten kaufen sich die Filme, vor allem nicht, wenn man sie schon 20 Mal gekauft hat in verschiedenen Formaten. Das wird mal im TV geschaut oder jetzt vielleicht auch auf Netflix und ab und zu johlt mal einer diese total bescheuerten Floskeln ,,Beam me up, Scotty“ oder sowas.
    Wer soll sich denn DS9 Blurays kaufen? Und nur fürs Streaming wird es sich nicht lohnen.

    Und es gibt für ein Remastering noch ein gößeres Problem bei DS9 und auch Voyager: Die Effekte damals wurden im Gegensatz zu TNG schon immer mehr digital erstellt, aber eben noch in SD-Qualität. Diese kann man also nicht neu abtasten. Man könnte sie hochskalieren, dass geht aber sehr auf die Qualität und will niemand sehen…Beispiele von hochskalierten Teilsequenzen gibt es ja bei TNG und auch vielen anderen remasterten Filmen und Serien von früher genug! Also müsste man diese komplett neu erstellen, damit man sie in HD hat und das will keiner bezahlen, da es gerade in den letzten drei Staffeln von DS9 so viele Effektesequenzen gibt, dass wäre ein enormer Aufwand!
    Und wenn ich mich nicht ganz irre, hat man damals bei DS9 schon irgendwann angefangen, nicht mehr auf klassischen Film zu drehen, der ja keine Pixel hat und somit bis (meine ich) 16K abgescannt werden könnte, sondern auf normalen Magnetbändern bzw. schon Digital dann bei VOY. Also auch da wäre der Aufwand sehr groß oder das Ergebnis zweifelhaft, denn hochrechnen kann ein guter Rechner oder Player SD-Material auch, dazu braucht es keine Aufarbeitung.

    Also, wie dargelegt, ich denke nicht, dass wir diese Serien noch als HD sehen werden….aber wenn ich mich irren sollte, dann freue ich mich umso mehr….die Technik schreitet ja auch voran, aber leider damit auch das Alter dieser Star Trek Serien!

    Weiter so!!!

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    1. Sebastian

      Mahlzeit Stefan,

      die Hinweise auf ein Remastering weiterer Serien sind nicht auf unserem Mist gewachsen (und auch nicht auf dem des Trekcast). Wer den US-Podcast Inglorious Treksperts hört, weiß, dass die Kollegen nicht nur echtes Insiderwissen haben, sondern auch gerne mal zwischen den Zeilen Andeutungen machen, die sich bisher immer bewahrheitet haben. Das war zuletzt die Info, dass der Director’s Cut vom ersten Kinofilm ein 4K-Remastering erhält. Offiziell angekündigt wurde das 2021, aber die versteckten Hinweise der Treksperts haben das schon Ende 2019 in Aussicht gestellt. (Nicht zuletzt hat einer von ihnen, Daren Dochterman, an dem Projekt mitgearbeitet.)

      Wenn die Treksperts sagen (und das tun sie ständig): „Konsumiert alle fleißig diesen Director’s Cut, denn dessen Erfolg wird von Paramount mit Argusaugen beobachtet – und wenn er sich einstellt, dann passieren womöglich *zwinker-zwinker* gute Dinge *zwinker-zwinker*“, dann messe ich dem große Bedeutung bei.

      Ab jetzt Sebastian-Theorie.

      Die heutige Situation ist eine ganz andere als 2012 zu Zeiten des TNG-Remastering. Streaming hat im vier- bis fünfstelligen Prozentbereich an Bedeutung gewonnen und der Markt ist hart umkämpft. Netflix, Disney+, Paramount+, Apple TV und wie-se-alle-heißen pumpen da Milliarden rein. Denn sie bekommen Kunden nur über exklusiven Content, exklusiven Content und nochmals exklusiven Content. Bis Herbst liegt der Director’s Cut ausschließlich auf dieser einen Plattform. Exklusiver Content. Wenn die Formel aus Neu-Abos und Abrufzahlen in diesem Fall kritische Masse erreicht, ist das für Paramount ein Signal. Und heute um ein Vielfaches lohnenswerter zu sagen: „Während Netflix & Co. die alten SD-Kamellen auf den Servern haben, gibt es ausschließlich bei uns ein spektakuläres 4K-Remaster von DS9 und Voyager. Also abonniert!“ Nach einem Jahr Exklusivität folgt dann die Heimvideo-Auswertung, doch das ist heutzutage nur noch Beifang von beinharten Fans.

      Ich mag da falsch liegen, aber die Treksperts taten das bisher noch nie.

      Schöne Restwoche Dir,
      Sebastian

      Ergänzung: Der Director’s Cut war auch ein Techniktest. Der Transfer einer über 20 Jahre alten Produktion, deren digitale Assets ausschließlich in SD vorliegen, in die übernächste Generation. Und es ist, so sagen alle, die ihn schon sehen durften, spektakulär gelungen. (Ich kann’s gar nicht erwarten.) Technologie und Workflow stehen mit diesem Projekt. Die ursprünglichen Renderingdateien von DS9 und Voyager sind alle noch vorhanden. Es ist wie eine Einladung!

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  4. Maestro84

    Den Teil mit dem Schokoriegel und dem Bordbistro im ICE hätte meine Frau aus beruflichen Gründen besser nicht gehört, lieber Simon „Climateshame“ Fistrich *erhobener Daumen*

    Die Folge hingegen gefiel mir ganz durchschnittlich. Kai Opaka kam halt nur einmal vor, daher verspürte ich keine Emotionen durch ihren Abschied. Der Ersatz, bald Kai Win, wird ja ein sehr interessanter Gegenspieler. Ansonsten hatte ich auch Schwingunen an frühe TNG-Folgen mit all den Pappmachekulissen und den Rockern. Wobei Julien ja am Anfang sagt, dass der ein Gebiet von zwölf Quadratmeilen umgrenzt ist, daher ist der restliche Mond wohl nicht zugänglich (Berge? Energiefelder?). Dass der Sisko seinen Doktor aber auch so anpisst, fällt mir auch auf.

    Ich würde daher eher so einen 9 Uhr-Daumen vergeben. Die Folge war besser, als in Erinnerung, aber nunmal nicht bahnbrechend. Und Emotionen, siehe oben, habe ich keine verspürt. Auch kommt mir Kiras Läuterung zu schnell. Aber hey, ich habe gestern gleichzeitig die neunte Folge von PIC Staffel 2 gesehen. Jo, dann doch lieber Rocker in Pappmache.

    PS: Ach ja, mit fast vierzig Jahren und davon fast dreißig Jahren war diese Folge die erste, die ich auf Englisch gesehen habe. Jo, werde ich mal weiter machen. Zwar nur mit Untertitel, da ich Englisch seit Schulende vor zwanzig Jahren nicht mehr nutze, aber ich bleibe dran.

    1. Stefan Topo.

      ,,Aber hey, ich habe gestern gleichzeitig die neunte Folge von PIC Staffel 2 gesehen.“

      Mein herzliches Beileid!

      Da muss man schon wirklich was krasses zu sich nehmen, rauchen, schlucken oder sonst wie in den Körper bringen, dass man diesen Mist erträgt!

      1. Maestro84

        Och, so zehn Stunden im Büro und die darauf folgende Müdigkeit helfen auch. Sollte TAD in vielen Jahren zu PIC kommen, könnte dies lustig werden. Aber erstmal hauen wir uns vorher die Kazon um die Ohren.

        1. Sebastian

          Auch wenn genannte Serie außerhalb unseres Zuständigkeitsbereichs liegt (denn bei uns folgen nach Enterprise ganz andere, spannende und trotzdem wahnsinnig trekkige Sachen): Wenn jemand an egal welcher Serie Freude hat, dann freue ich mich unabhängig von meiner eigenen Meinung mit – und möchte keinen Substanzmissbrauch unterstellen.

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          1. Maestro84

            In neun Jahren, wenn ihr mit Star Trek durch seid, könnt ihr gerne mal einen ordentlichen, deutschen Stargate-Podcast an den Start rollen. Und du musst ja noch B5 schauen und dabei den Grauen Rat hören. Und notfalls gibt es halt noch einen neuen TAD (TerenceundbudAmDienstag) oder einen über Magnum, A-Team, M.A.S.H. oder sowas. Ach ja, in den 2030ern ist das Ende von Young in the 80s auch schon wieder zehn Jahre her. 😉

  5. René

    Guten Tag,

    die Frage, wie die Kai an ihre Prophezeiung kam, hat mich auch beschäftigt. Ich komme zu folgendem Schluss:

    Für Prophezeiungen und Visionen sind Drogen oder die Propheten zuständig. Letztere benötigen außerhalb des Wurmloches zum Transport solcher Dinge ein Medium. Könnte man direkt wieder an Drogen denken… Aber ich unterstelle der Kai mal, dass da außer dem guten bajoranischen Weihrauch nichts läuft.

    Wenn andere Bajoraner bajoranischen „TATORT“ gucken, hängt die Kai vorm Drehkörper rum. Diese Teile sind aber in letzter Zeit rar, einen hat sie sogar dem Sisko mitgegeben. Also mussten sich die Propheten etwas anderes ausdenken.

    Sie suchten einen Weg, der Kai Opaka eine Ahnung oder eine Idee ins Gehirn zu schreiben. Also schufen sie eine alternative Realität, welche dank der Schwurbelleskischen Quantenverschränkung mit ihrer eigenen Realität verbunden war (Technobabbel sei dank muss dies hier nicht näher erklärt werden). In der Vergangenheit dieser Realität (Ja, Vergangenheit! Sie hatten ja vom Sisko gerlernt was das ist und waren nun heiß darauf damit rumzuspielen) nahmen sie Einfluss auf einen Menschen namens Gene (der nahm zum Glück etwas mehr, als nur Weihrauch). Dieser hatte dann die Idee zu einer tollen Science Fiction Serie. Im Verlauf der nächsten Jahrzehnte wurde das Universum dieser Serie immer komplexer und irgendwann kamen zwei Autoren names Somers und Danus auf den Gedanken der religiösen Führerin einer Alienrasse eine Prophezeiung ins Gehirn zu schreiben.

    Diese Entwicklung ist mal krass oder?

    Grüße

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  6. sternburg

    – Ich finde diese Anfangssequenz viel besser als ein „previous in DS9“. Wenn das die Wahl ist, dann möchte bitte keine „previous in“ mehr haben. Ja, ich weiß, das ist nicht die Wahl. Weil sich das ja nicht umsonst durchgesetzt hat und überhaupt weil solche Sequenzen oft genug auch grauenhaft waren. Aber den Einstieg in diese Folge finde ich ausgesprochen gut gelungen.

    – Ich fand das total logisch, dass sich Sisko von der Kai dazu überreden lässt, dem Signal zu folgen. Weil klar, einerseits kann er das mit ihr an Bord nicht verantworten. Andererseits – und der Blickwinkel fehlt mir bei Eurer Besprechung – scheint mir aber auch, wenn diese Würdenträgerin darauf auch auf Nachfrage höflich insistiert, dann ist das keine Frage mehr. Dann ist sie die hochrangige Vertreterin der Gastgeber-Nation, die jedes Recht hat, sich bei dieser Gelegenheit aus der Nähe anzuschauen, wie die Leute der Föderation auf der anderen Seite des Wurmlochs so auf so eine Routine-Situation reagieren, wie da welche Prozesse ablaufen, was die da also so treiben. Dies ohne akute Gefahr einfach abzulehnen wäre ein schwungvoller diplomatischer Sprung mit dem Arsch ins Gesicht.

    Gleichzeitig bringt die Kai dieses Anliegen wahnsinnig charmant rüber und lässt komplett durchblicken, warum sie das eigentlich gerade will. Sie ist einfach nur neugierig. Darf auf ihre alten Tage nochmal dieser Faszination des völlig Neuen und Aufregenden erliegen (da läuft noch mehr, aber das wissen nur wir).

    Und Sisko – dem grundsätzlich so ein schwungvoller diplomatischer Sprung mit dem Arsch ins Gesicht nicht völlig auserhalb seiner Handlungsoptionen erscheint – liest diese beiden Ebenen, fühlt sich entwaffnet, sympathisiert mit ihr und folgt deshalb ihrem Anliegen.

    Und all das passiert in diesen zwei, drei Dialogzeilen. Und all das bringen diesen beiden Schauspieler dabei rüber in dieser hochverdichteten Form. Ich finde diese Szene richtig klasse.

    Aber das ist auch nur, was ich da lese. Vielleicht lese ich da auch zu viel rein, weil mir das so gefällt, das kann ich nicht ausschließen. Aber ich lese das so.

    – Dass Odo als Sprachrohr Bajors auf der Ops von der Situation derart aus der Bahn geworfen wird, finde ich übrigens auch total logisch. Zum einen wegen dem, was uns erzählt wird: Weil er halt diese Leute an den Hacken hat bzw. am Telefon. Zum anderen aber auch, weil er Odo ist. Und Odo ahnt natürlich, was eine zu lange, nicht erklärbare Abwesenheit der von Sisko und Kira ins Indianergebiet entführten Kai mit der Sicherheitslage auf der Station machen wird. Er weiß, dass die Bewohner seines Westernstädtchens demnächst mit Fackeln und Mistgabeln auf der staubigen Hauptstraße stehen könnten. Und weil er Odo ist, weiß er auch, dass sie das nicht nur könnten sondern auch werden, denn er geht nie vom Guten in seinen Leuten aus. Obwohl oder vielleicht sogar weil er sie mag.

    – Diese Folge hat ihre Schwächen. Ja, gerade in der Ausstattung der Kuchen-Rocker. Und so richtig zu lange darf man der Story auch nicht unter die Haube gucken. Aber ich finde schon bemerkenwert, was da im jugendfreien Prime-Time-TV der 90er plötzlich für eine unfassbare Höllenvison abgefackelt wird. Die hat mich eine Weile beschäftigt. Das ist ja an sich eine „Treehouse of Horror“-Folge. Und ähnlich wie bei denen gucke ich dann auch über einiges an Unstimigkeiten hinweg. Und dass davon so wenig später wieder aufgegriffen wird und doch eine ganze Menge Chancen sinnlos verballert wurden, dafür kann diese Folge ja zunächst mal nichts.

    Und weil es dann doch zu viele Szenen und Dialoge und Einstellungen gab (s.o. z.B.), die ich ganz doll mag, geht mein Daumen noch nach oben. Nicht uneingeschränkt. Und ich verstehe auch jeden, der die Folge nicht mag. Wenn ich nicht gut drauf, gehöre ich wahrscheinlich sogar dazu. Aber er geht nach oben.

    Um so lustiger übrigens, dass Ihr mal locker in einem Nebensatz eine noch viel krassere Höllenvision droppt. Einfach mal eben ganz am Ende, nach den Ereignissen dieser 7 Staffeln, nach diesen ganzen Kriegen, nach diesen ganzen schlimmen, aber auch schönen Erlebnissen, nach all dem und nach dem happy end tritt plötzlich Falow aus einer Tür, ruft „Chap 7“ und unseren Helden dämmert: „Scheiße, wir sind immer noch in Chula – das Spiel“. Was für eine perfide sadistische Dystopie. Respekt. Mal gucken, wie ich heute nacht schlafen werde.

    – ps: Dass dieses Schmuckstück der Kai vom Milster nie wieder aufgegriffen wird, finde ich zwar auch kacke, aber auf dem zweiten Blick doch schon verständlich. Denn das ist doch etwas, was man keinem Kind zum spielen gibt. Das ist etwas, was man in eine Schublade legt und seiner Tochter mitsamt der Geschichte seiner Herkunft irgendwann mit 14 oder 18 oder so überreicht (da wir unter Amis der 90er sind warscheinlich zum Abschlussball). Molly O’Brien ist am Ende von DS9 acht oder neun oder so. Es gab also nie einen Anlass, dieses Schmuclstück aus der Schublade zu holen (bis vielleicht auf diese eine Folge – aber da vermisst das wohl auch niemand).

    Ergibt also schon Sinn. Wenn man ausblendet, dass sowas für Star-Trek-Autoren normalerweise auch keine Hindernisse wären. 🙂

  7. Marc

    Sebastian:“ Kira ist so roh“
    Um nicht zu sagen Fähnrich Ro 😜

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  8. Marco Kurt

    Wieder einmal eine tolle Episodenbesprechung.

    Mir gefällt die Folge auch.

    Ein Detail aus der Folge erinnert mich an einer Folge „Mondbasis Alpha 1“.

  9. Sascha

    Ich finde es ein wenig Schade, dass der Verbleib der Kai und Bajors Reaktion darauf so zwischen Tür und Angel abgehandelt wird. Ich hätte die Nachwehen gerne gesehen. Vor allem das Telefonat von Sisko und den Vedeks. Übertragen wir das doch mal ins Hier und jetzt:
    An Bord der Küstenwachenstation Deep Sea 9 klingelt das Telefon.
    „Cpt Sisko hier.“
    „Ja, guten Tach, Kardinal Spirelli hier vom Vatikan, ich wollte nur fragen, ob mit der Rückreise des Papstes morgen alles in Ordnung geht.“
    „Ach Gott, ja, lustige Geschichte. Der is tot.“
    „Tot?!?“
    „Naja, eigentlich nicht wirklich. Eher halbtot.“
    „wie? halbtot? Der wollte sich doch nur die Station angucken und ne Messe halten.“
    „Eigentlich schon, aber dann wollte er sich unbedingt das Bermuda-Dreieck angucken. Und dann sind wir rausgeflogen.“
    „Ohne uns zu informieren.“
    „War ne spontane Entscheidung.“
    „Aber sie haben Begleitschutz mitgenommen.“
    „Äh..“
    *seufz*“Und dann?“
    „Dann haben wir einen Notruf erhalten.“
    „Und Sie haben natürlich ein zweites Schiff gerufen, das diesen Notruf übernimmt und den Papst in Sicherheit gebracht.“
    „Nein, er wollte, dass WIR das übernehmen.“
    „Gibt es da Aufzeichnungen zu?“
    „Die sind leider beim Crash zerstört worden.“
    „Beim CRASH?!?“
    „Ja. Dann sind wir in ein Unwetter gekommen und auf einer Insel gestrandet, da ist er beim Crash gestorben.“
    „Aber sie sagten vorhin, er sei nicht tot.“
    „Ja, er ist am dritten Tage auferstanden von den Toten, hehe“
    „…“
    „Sorry, kleiner Scherz. Jedenfalls stellt sich raus: Auf der Insel tobt ein jahrtausende alter Krieg, bei dem alle Opfer sofort wieder lebendig werden und weiterkämpfen.“
    „Der Papst kämpft jetzt in einem Jahrtausende währenden Krieg?!?“
    „Nein, er versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln.“
    „Warum ist er nicht mit zurückgekommen?“
    „Geht nicht.“
    „Warum?“
    „Technobabbel.“
    „Ich nehme an, Sie haben ein Team hochqualifizierte Wissenschaftler:innen dran gesetzt, um den Papst aus dieser Vorhölle zu erlösen.“
    „Nee, das wollte er nicht.“
    „Kann ich das schriftlich haben?“
    „Nein.“
    „Ich würde jetzt gerne Ihren Vorgesetzten sprechen.“

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    1. Florian

      Göttlich Sascha ! 🙂 Danke

  10. Einsamer Schütze

    Wieder mal eine hoch unterhaltsame TAD-Folge. Die DS9-Folge fand ich leider auch nur so mittelmäßig.

    Der erste Grund dafür sind die Ennis und Nol-Ennis, die auf mich sehr generisch wirken und mich stark an diverse Spezies erinnern, die wir schon in TNG gesehen haben, bspw. die Sammler aus „The Vengeance Factor“ oder die Solari aus „Loud as a Whisper“.

    Das zweite Problem ist Kai Opaka. Nach dem Absturz auf dem Mond ist sie leider einfach nur da. Es wird zwar intendiert, dass sie den Laden jetzt mal ordentlich umkrempeln wird, nur leider sehen wir davon nichts. Zumindest ein kleiner Anfang hätte innerhalb der Folge gezeigt werden müssen.

    Problem Nummer 1 hätte man lösen können, indem man die Ennis und Nol-Ennis durch echte Metaller ersetzt und die ganze Folge als Musical konzipiert hätte. Das hätte den Unterhaltungsfaktor wahrscheinlich ins Unermessliche gesteigert.

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    1. Maestro84

      Da merkt man halt, dass solch ein Thema eher 2-3 Folgen gebraucht hätte.

  11. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Mir gefiel die Folge auch nur mäßig. Wie vor mir schon erwähnt wurde, habe auch ich das Gefühl, dass hier ein Charakter aus der Serie geschrieben wurde, mit dem man nichts anzufangen wusste. Opaka war einfach zu gut für diese Welt. Sie hat ja noch nicht mal einen Vornamen! (Im von euch erwähnten Roman wurde sie Sulan genannt). Umso merkwürdiger, dass man dann mit Vedek Bareil eine ähnliche Figur schuf.

    Die Geschichte mit den Unsterblichen erinnert ein wenig an die Highlander. Die konnten nur sterben, wenn man ihnen den Kopf abschlägt. Moment mal… Und was passiert hier, wenn jemand den Kopf verliert? Kehrt dieser dann wie beim Grünen Ritter wieder auf den Körper zurück?
    Ich will es eigentlich gar nicht wissen…

    LL&P
    Eure Bridge

    1. Mister Incredible

      Moin, aber die Heiligen brauchen doch nur einen einzigen Namen. Michael, Blasius oder Papst Franziskus…

  12. Leider kann ich dieser Episode gar nichts abgewinnen. Ich kann auch nicht wirklich erklären, warum; es fühlt sich einfach so an. Für mich ein Tiefpunkt, von denen es meines Erachtens bei „Deep Space Nine“ auch noch einige weitere geben wird. Aber bald ist ja eine meiner Lieblingsepisoden in ganz „Star Trek“ dran: „Mulliboks Mond“.

  13. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Eine sehr vergnügliche Episode! Ich meine die Eurige natürlich. Ich fand, dass die tollen Leistungen der Darsteller in einem gewissen Kontrast stehen zur Geschichte. Wenn der Papst zu Besuch kommt, dann weiß das jeder vorher. Wie kommt Opaka zum Überraschungsbesuch?

    Ach ja, die fehlenden Anschnallgurte. Bereits seit Beginn der motorisierten Fortbewegung wissen wir, dass bereits 30 km/h reichen, um einen Insassen ins Jenseits zu crashen beim Aufprall. Ein Shuttle, welches bestenfalls mit 280 bis 300 km/h (abgebremst durch eine Atmosphäre) aufprallt, sollte nur noch Hackfleisch beinhalten. Da nützt auch kein Festhalten. „Brace for Impact“. Dieser sinnlose Spruch begegnet mir immer wieder bei der jährlichen Lizenzerneuerung als Crewmitglied im Luftverkehr als falsche Antwort beim Multiple Choice Test. Der Autor der Testfragen war vielleicht Startrekfan? Das korrekte Kommando bei Notlandung lautet „safety position!“. Man hätte am Set auch in den 1990ern Gurte spendieren sollen…

    Die Story der zwei verfeindeten Parteien erinnerte auch mich an den sinnlosen Krieg zwischen den beiden Schwarzweißaliens aus TOS. Die teure Botschaft wirkte holzhammermäßig. Da, schaut her, wie sinnlos der Krieg doch ist! Ja, wir wissen es, und dennoch sehen wir, hält es Diktatoren nicht davon ab.

    Ist es plausibel, dass zwei Parteien sich endlos massakrieren, um anschließend zurück auf Los zu gehen und keine 4.000 EUR einzunehmen? Das wird doch nach dem dritten Durchgang langweilig und selbst der größte Kriegstreiber würde doch auf neue Ideen kommen, wie man sich das Dasein angenehmer gestalten könnte. Ich frage mich, wie schlimm zermetzelt denn jemand sein müsste um nicht mehr zu neuem Leben zu erwachen? Phaseratomisierung? In einen Lavasee springen?

    Die Nichtkommunikation der Opaka mit den Verbannten fand ich seltsam. Es wurde über sie geredet, nicht mit ihnen. Was, wenn beide Parteien die seltsame Omi nicht beachteten und diese vor Langeweile den Lagerkoller bekäme?

    Grüße aus Risa übrigens. Durften zu Besuch auf die Brücke, da wir eine Hochzeitsgesellschaft sind. Der zentrale Stuhl führte zu Assoziationen und ich glaube auf dem Hauptschirm den Mutaranebel zu erkennen. Der Captain entdeckte meinen Combadge und grüßte mit „Make it so!“ Heute Abschiedsessen in Ten Forward…

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  14. Kleiner Bruder

    Ja, die fehlenden Anschnallgurte. Meine Theorie ist, dass ein Teil der künstlichen Schwerkraft dazu genutzt wird, im Fall eines Aufpralls die Insassen „abzubremsen“. Wie man aber immer wieder sieht, reicht das nicht ganz aus.

    Hat übrigens schon jemand „The Day of the Dove“ erwähnt? (Konnte die Folge noch nicht zu Ende hören). Das kommt zu „Let That Be Your Last Battlefield“ noch dazu. Ziemlich einfallslos, finde ich.

    1. Mister Incredible

      Moin, Brother!
      Wie intelligent wirkt es denn für eine hochentwickelte und technisierte Gesellschaft, wenn man die z.B. in Luftfahrt, Kernkraftwerken und allen hochtechnischen Einrichtungen die Redundanz außer Acht ließe und das Versagen essenzieller Sicherheitssysteme nicht einkalkulieren würde? Das ist schlicht praxisfremd. Wir wissen ja, wie oft Raumfahrzeuge bei Star Trek nach Zusammenbruch der Energieversorgung „adrift“ im Raum herumtorkeln. Seltsamerweise funktionieren dann immer die künstlicher Schwerkraft noch (wäre ja auch zu teuer die Darsteller alle mit Geschirr und Drähten vor Bluescreen herumschweben zu lassen) und Lebenserhaltungssysteme wie Druckatmosphäre. Zufällig scheint auch auf allen bewohnten Planeten 1G zu herrschen, wo doch so viele Planeten unterschiedliche Massen haben. Eine „künstliche Schwerkraft“ in einem Shuttle müsste ja, um einen Aufprall auszugleichen, blitzartig die wirksame Beschleunigung messen und kurzzeitig eine Gravitation in Gegenrichtung erzeugen, die aber nicht zu lang dauern dürfte, da sie auch dann tödlich wirkte. Fällt ein Raumfahrzeug vom Himmel, dürfte sowieso nach dem Aufprall nur noch ein Trümmerfeld zu finden sein, selbst bei Zaubermaterialien wie „Duranium“.

      Ich würde mir einfach wünschen, dass Star Trek mit neuen Folgen sich endlich mal mit diesen Widesprüchen beschäftigen würde. Ja, ich weiß, das wird alles nicht NUR für kritische Fans produziert… es wird da auch weiterhin den TBSO brauchen (temporary brain shut off), fürchte ich.

  15. BjoernHH

    Am besten gefiel mir diesmal die „Streußelkuchenpause an der Talsperre“.
    Einfach super!

    3
  16. Ronnsen RD

    Guten Abend zusammen!

    Eine tolle Besprechung zu dieser doch sehr vollgepackten Episode. Danke dafür!

    Die Darstellung der Religion in DS9:

    Ich habe bei der ganzen Thematik das Gefühl, als wollte DS9 Buße dafür tun, wie noch zu TOS Zeiten mit dem Thema Religion umgegangen wurde. Da lief das nach folgendem Schema: primitives Völkchen betet vermeidlich übernatürliches Ding an. Übernatürliches Ding wird von Kirk und Co. als Supercomputer oder fremdes Energiewesen „enttarnt“ und dann verjagt, getötet oder in die Selbstzerstörung gequatscht. Dem jetzt gottlosen primitiven Volk wird offenbart, dass ihr Glaube eine Lüge war, dann gönnerhaft auf die Schulter geklopft und es wird mit einem herzlichen „Ihr schafft das schon! Tschüß!“ allein gelassen.
    Der Umkehrschluss aus dem 3. Clarkeschen Gesetz könnte sein: „Ist durch technischen Fortschritt erstmal alles hinreichend erklärbar, ist kein Platz mehr für Magie/Religion.“ Nach der Prämisse scheint man in TOS noch vorgegangen zu sein, scheint mir.

    In DS9 sehen wir hingegen einen respektvollen Umgang mit dem Glauben an die Propheten, selbst wenn die Wissenschaft das Ganze erklären kann. Die bajoranische Religion wird zwar auch zu einem gewissen Grad entzaubert, aber dieses Mal eben nicht kaputt gemacht. Niemand erhebt sich mehr über den Glauben anderer, nur weil er dessen „Wunder“ besser erklären kann. Ganz im Gegenteil: derjenige, der es entzaubert hat, wird aktiv mit in die Religion eingebunden (Sisko).

    Allerdings muss man den Bajoranern zugutehalten, dass sie eine sehr authentische Religion pflegen, die es ihnen einfach macht, zu glauben. Die Drehkörper sind z. B. Reliquien, die die Existenz höherer Mächte greifbar und deren unmittelbare Wirkung erfahrbar macht. Das ist schon etwas anderes als ein Glaube, der sich mit dem Umdeuten von Dingen wie Zufall, dem Handeln anderer oder Naturerscheinungen behelfen muss, um etwaigen „göttlichen Einfluss“ zu begründen.

    ————————
    Verhältnis Sisko zu Bashir:

    Mir kommt es sehr stark so vor, als hätte Sisko bei Bashir die Schiegervater-Brille auf. Curzon Dax war Siskos Mentor, jetzt mit Jadzia hat sich die Kiste gedreht und Sisko hat diese Rolle eingenommen. Als der gute Doktor in der Vergangenheit gegenüber schon sein Interesse an Dax bekundete, hat Sisko ihm zwar versichert, dem nicht im Wege zu stehen, aber aus seiner Mentorenrolle heraus, kann er nicht anders, als ihn bei allem härter ranzunehmen und nicht alles durchgehen zu lassen. Wer seine „Tochter“ Jadzia Dax haben will, wird sich vor ihm beweisen müssen… permanent! Dabei ist es natürlich von Vorteile, dann auch noch Vorgesetzter zu sein.

    ————————
    Energiewaffen machen zu wenig Schaden:
    Wie Sebastian völlig richtig anspricht, ist das nicht wirklich logisch. Energiewaffen könnten Materie verdampfen, also quasi völlig desintegrieren, auf molekulare Ebene auseinandernehmen. Naniten, die das wieder zusammensetzen können, sind selbst bei Star Trek noch Zukunftsmusik.
    Gerade weil wir ja sehen, dass die Naniten wohl auch etwas Zeit brauchen um befallenen Körper wieder zu heilen. Golin zeigt Sisko einige Verletzte in seinen Reihen, die da in der Ecke liegen und vor sich hin leiden.
    Seltsam ist auch: die Waffen im ersten Gefecht zwischen Ennis und Nol-Ennis, dessen Zeuge wir werden, sehen verdammt nach Energiewaffen aus.
    Denkbar ist, dass die Ennis gar nicht wissen, dass Energiewaffen ihre Opfer auflösen können. Höchstwahrscheinlich haben sie solch starke Energiewaffen nie entwickelt. Schäbige Erklärung, aber möglich.

    Naniten sind wohl wählerisch:
    Die dahinvegetierenden Verletzten passen auch irgendwie nicht zu dem, was wir mit Golin erleben: der wird brutal mit der Klinge dahin gemetzelt und steht keine 10 Minuten später wieder mopsfidel neben Sisko. Warum muss der nicht erstmal zwei Tage leidend in der Ecke sitzen? Ach ja… Hauptcharakter.

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    Paul Collins als Zlangco sieht für mich aus wie der gealterte 80er Jahre Peter Maffay.

    Camille Saviola als Kai Opaka macht immer einen tollen Job. Ihre Darstellung der Kai Opaka hat etwas sehr Kindliches, finde ich. Ihre Neugier und ihr Humor stehen in großem Kontrast zu Kai Winn später. „In den Augen der Propheten sind wir alle Kinder!“, sagt sie zu Kira. Das Amt der Kai ist dann wohl sowas wie die Kindergärtnerin und da würde Sie auch super reinpassen in aller Positivität der Wortbedeutung.

    Schade, dass diese Folge quasi „folgenlos“ bleibt. Man hat wirklich da Gefühl, da kommt noch was und das hier ist nur der Auftakt zu einem größeren Handlungsbogen… auch wegen der Kette für Molly. Man hätte vielleicht die Rückkehr von Opaka zu einem späteren Zeitpunkt planen können, wo größte Not und Zerrissenheit unter den Bajoranern herrschen und es ihre Aufgabe gewesen wäre, als die große geistige Führerin ihr Volk wieder zu vereinen. Hat man leider im Sande verlaufen lassen. Schade.
    Neben der angesprochenen Fortsetzung in Buchform, taucht Golin übrigens auch in „Star Trek Online“ auf und erzählt dem Spieler, dass Opaka Erfolg hatte und nun Frieden zwischen den Ennis und Nol-Ennis herrscht.

    Fazit: „Battle Lines“ bekommt von mir einen Daumen schräg hoch für den letzten Auftritt von Opaka, für Jonanthan Banks als Gaststar und dafür, dass hier Kiras Heilung ein Stück weiter vorangebracht wurde.

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  17. Kleiner Bruder

    Seid gegrüßt, euer Merk- äh, euer Ehrwürden!

    Am Ende gehe ich mit eurer Bewertung mit, auch wenn vieles bekannt vorkam. „Let That Be Your Last Battlefield“, „Day Of The Dove“, eine Strafkolonie mit Shuttleabsturz wie in TNG „Power Play“ – und zwischendurch fühlte ich mich noch an die Midichlorianer erinnert. Aber sie haben etwas eigenes daraus gemacht.

    Auch gut, dass sie Kira in Szene gesetzt haben, ihr eine Entwicklung gegeben haben. Sonst wäre die vielleicht zur langweiligen, nervigen Klischeefigur geworden, mit der niemand was anzufangen weiß.

    Das die Typen auf diesem Mond seid Jahrtausenden immer dasselbe machen ist natürlich Käse. Aber anscheinend haben sie auch nichts anderes zu tun, um ihre Versorgung müssen sie sich offenbar nicht kümmern. Lagerkoller? Ich frage mich, was Kai Opaka ihnen da zu bieten hat, um sie umdenken zu lassen.

    Warum Sisko und seine Leute so selten im Gamma Quadranten sind? Wir haben hier die Truppe von DS9, nicht von „Wormhole Xtreme“. Den Job machen andere, wie wir zuletzt häufig gehört, wenn auch nicht gesehen hatten.

    Ich glaube, bei Kirk hätte das auch nicht viel anders ausgesehen. In „Fridays Child“ konnte auch nicht vermittelt und mit einer Ansprache oder einem Appell ans Gewissen Frieden geschaffen werden.

  18. Michael

    Die Folge mochte ich immer. Hat etwas von „Day of the Dove“. Meine liebste Stelle ist die, wo Dr. Bashir feststellt, dass es an Nanomaschinen liegt.

  19. SarahCrusher

    Die Szene mit Miles und Kai Opaka mit der Kette, mit dem Wissen wie die Folge endet und wie sich DS9 weiter entwickelt, da kann man viel reininterpretieren wenn man mag.
    Die Kai verteilt ihren Besitz, lässt Materielles zurück, das typische „mit warmen Händen verschenken“ wer weiß was sie auf Bajor noch alles mehr oder weniger beiläufig verteilt hat? Vielleicht hatte sie auch schon alles lange geplant? Möglicherweise von den Propheten geleitet. Eventuell hat sie Videobotschaften hinterlassen die ihre Nachfolge regelt, darum musste dies in der Serie auch nicht groß gezeigt werden. In dem sie sagt das Bajoranische Volk soll ihrer neuen religiösen Führung vertrauen?
    Auch die Kette für Molly, soll das vielleicht andeuten sie wird sich auf Bajor niederlassen, dort heiraten? Oder doch mehr Vorsehung die Verbindung zur Familie O’Brien? Dass Miles und Keiko in der Serie nochmals Eltern werden? Weil „Kira und Julian“ (die mit der Kai ! und dem Abgesandten ! zusammen im Shuttle waren) im realen Leben ein Kind zusammen bekommen haben ? wird Molly zur großen (Serien)Schwester.
    Ich kann mich da herrlich in Gedanken verlieren. Für mich fühlt sich diese Folge wegen dieser kleinen Szenen nicht folgenlos an.

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