#136: The Schizoid Man (TNG 2.06)

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23. Januar 1989:
Wir fühlen uns ein wenig in die Sechziger zurückversetzt, als bei Star Trek irre Wissenschaftler öfters Androiden zur Lebensverlängerung konstruierten. Mittlerweile haben wir aber einen „Blechmann“ in der Crew und der verrückte Forscher ist niemand Geringeres als sein Opa, also: This time it’s personal…

In Deutschland: Das fremde Gedächtnis, ausgestrahlt am 25. Mai 1991.

Dieser Beitrag hat 28 Kommentare

  1. ChrSchl

    Es gibt genau drei Podcasts, bei denen ich die Stimmen, die Art und Weise wie gesprochen wird und auch die Professionalität dahinter so gut finde, dass ich sie immer hören kann und es mich nie nervt zu zuhören, egal in welcher Verfassung ich bin. Das ist Trek am Dienstag (und Freitag), Die „Wochendämmung“ (lehrreich unterhaltsamer, politischer Wochenrückblick) und „Wrint“ (ein Sammelsurium von Laber- und Lern-/Wissenschaftspodcast). In der aktuellen „Wochendämmung“ wurde erwähnt, dass es völlig normal sei nach 4 Stunden mal eine Stunde wach zu sein und danach weiter zu schlafen. (hier der passende Artikel aus deren Shownotes https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesunder-schlaf-durchschlafen-ist-kein-naturgesetz-1.1484692 )
    Dank euch weiss ich jetzt, wie ich die Stunde sinnvoll nutze. Träume aufschreiben.

    Und auch wenn ihr es nicht hören wollt, ich bin sehr dankbar für euren und den erwähnten Podcasts. Und ganz allgemein bin ich Dankbar zu Existieren. Daher bereiten mir die vielen „Todes*-Episoden (hätte fast doppeldeutig „Todesfolgen“ geschrieben) in Star Trek unbehagen. Zumal Star Trek einen doch oft mit den unbehaglichen Gefühl zurück lässt, dass am Ende einfach Nichts ist. Und da frage ich mich auch bei dieser Episode wie sinnvoll es sein sollte, sein Wissen und Bewusstsein auf eine Festplatte zu speichern. Das wäre ja so ähnlich, als würde man sich klonen. Es ist ja nur eine Kopie und man ist ja gar nicht mehr man selbst. Ob der Verstorbene davon überhaupt was mitbekommt? Und was haltet ihr eigentlich von der Theorie (zu letzt mal wieder begegnet in dem, wie ich finde, schwachen „Breaking Bad“ Film „El Camino“), dass man beim Nutzen des Transporters stirbt und die gebeamte Person nur ein Klon ist?
    Hoffe das ist nicht zu düster und morbide für diese dunkle Jahreszeit und alle die darüber grübeln mögen, kommen zu einem netten Ergebnis oder zumindest zu wieder schönere Gedanken.

    Viele Grüße, Christian

    1. bjoernhh

      Die „Wochendämmung“ findet man leichter unter „Wochendämmerung“. Das war bestimmt eine Autokorrektur.
      Ein wirklicher toller Podcast.

      1. ChrSchl

        Richtig, danke für den Hinweis. Natürlich ist die Wochendämmerung gemeint.

  2. Michael

    Der Daumen geht quer. Die vulkanische Ärztin fand ich super. Sonst ist ja nix Interessantes passiert. Andererseits war sie auch nicht so schlimm wie die Sherlock Folge mit Data im Mittelpunkt.

  3. Volker

    Die Folge die ihr meint ist doch die, wo niemand mehr in den REM Schlaf kommt und sich deshalb auf der U.S.S Britain alle gegenseitig umgelegt haben. Da kam Troi mit ihrem „gezielten Träumen“ um die Ecke.

    Sagte sie im englischen vielleicht „luzides Träumen“ und Arena Synchron hat nur falsch übersetzt ?

    Denn jetzt kommt die gute Nachricht:

    luzides Träumen ist KEINE Sience Fiction !!

    Es funktioniert wirklich !! Was der gute Sebastian da nämlich unbewußt macht, indem er seine Träume auf Band festhält ist: 1. Traumerinnerung verbessern und 2. ein Traumtagebuch führen.

    Alles was jetzt noch fehlt ist 3, ein kritisches Bewusstsein trainieren, 4 Reality Checks im Wachen bewusst durchführen.

    Auf diese Weise macht Sebastian seinem Unterbewusstsein klar, dass ihm Träume in Zukunft Wichtig sind und er wird diese Reality Checks auch in die „Traumwelt“ übernehmen.

    Das Logik Zentrum ( präfrontaler Cortez ) welches im Schlaf normalerweise inaktiv ist, wird einen kleinen Kick bekommen und Sebastian wird im Traum erkennen, dass es sich gerade um einen Traum handelt.

    Was dann passiert ist, dass Sebastian im Trübtraum, luzide wird und seinen eigenen Traum bewusst kontrollieren und steuern kann wie es will. Fliegen, durch Wände gehen, Orte erschaffen und vieles mehr.

    Viel Spaß dabei und lasse uns im Podcast doch mal wissen, wenn es geklappt hat. 🙂

    Die Folge selber fand ich eher Langweilig und Data als Grave irgendwie unglaubwürdig.

    Vielleicht deshalb weil alles soooo offensichtlich war und ich mich verarscht vorgekommen bin, weil ich von Anfang an wusste was los war.

    Bis Dienstag,
    Volker

    1. bjoernhh

      Beim Luziden Träumen muss ich sofort wieder an den Film „Vanilla Sky“ denken. Trotz Tom Cruise ein Superfilm!

      1. Volker

        Naja Vanilla Sky und Inception sind schon sehr Hollywood, aber das luzides Träumen mit ein wenig Übung und Disziplin funktioniert, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen 🙂

  4. Michael from Outer Space

    Hallo Allerseits,

    den von Sebastian angesprochenen „Haarkranz“ wird Data noch bekommen, und zwar in „Qpid / Gefangen in der Vergangenheit“.

    Ich stimme Simon und Sebastian bei der Bewertung von „The Shizoid Man“ zu. Star Trek kann solche Storys viel besser erzählen! Ja, sie ist Teil des Data-Arcs. Trotzdem ist die angesprochene Leichtgläubigkeit seiner Kollegen unglaubwürdig und schadet dem Verhältnis, dass Data zu ihnen aufgebaut hat. Wenn er für die Besatzung doch so wichtig ist wie Picard am Ende sagt, müssten sie ihn dann nicht besser kennen und Graves‘ Lüge schon viel früher aufdecken?

    Graves als „Sugardaddy“ fand ich richtig übel! Erst zum Schluss sieht er seinen Fehler ein und verzieht sich aus Datas Gehirn. Solche totalen Un­sym­pathen sind mir immer zuwieder. Da schaue ich mir viel lieber komplexe Antagonisten wie Q, Sela Kai Winn und Gul Dukat an.

    LL&P

    Michael from Outer Space

  5. Don

    Hallo, schönen Muttertag.

    Die Tonprobleme in der letzten Folge sind mir gar nicht aufgefallen.

    Leider gibt es z.Zt. nicht viel, wofür ich „Danke.“ sagen könnte. 2019 war für mich insgesamt ein eher bescheidenes Jahr.

    „The Prisoner“ („Nummer 6“) ist eine wirklich tolle Serie, über die ich auch stundenlang diskutieren könnte. V.a. die Finalepisode bietet Raum für reichlich Gesprächsstoff!

    W. Morgan Sheppard mag ich auch sehr und habe das dann damals richtig gefeiert, als er bei „Doctor Who“ zusammen mit seinem Sohn den Canton Delaware in „The Impossible Astronaut“ gespielt hat.
    Leider ist er Anfang des Jahres gestorben.

    Ein Grund, warum Dr. Selar und nicht Pulaski nach Gravesworld gebeamt wurde, dürfte doch wohl sein, dass Pulaski keine Transporter mag.

    Worf ist nur aus einem Grund im Außenteam: damit er gefragt werden kann, ob er ein Romulaner ist. ^^

    Dr. Graves hat übrigens ein Maya-Relief in seiner Wohnung zu hängen.

    Patrick McGoohan hat ja auch in „Geheimauftrag für John Drake“ einen äußerst selbstbewussten und (wie ich finde) lauten Agenten gespielt, vielleicht sollte das ursprünglich hier auch in der Folge anklingen.

    Ist ja auch nicht so schwer zu erraten, dass Data von Dr. Soong gebaut wurde, wo er doch nach seinem Vorbild modelliert wurde.

    Eine weitere Folge, die auf „The Measure Of A Man“ hinausweist und die Fragen stellt, was darf man mit Data machen und braucht es sein Einverständnis dafür.

    Kareen scheint sich ja unentwegt im Zehn Vorne aufzuhalten.

    Für mich erhält diese Folge das Prädikat: Besonders mittelmäßig.

  6. Felo

    Ich bemerke zZt. mit viel Faszination, auf wie viele, überraschend viele TNG-Episoden ich gerade stoße, an die ich mich außer dem Titel nicht mehr erinnern kann. „Das fremde Gedächtnis“ ist eine davon: der Titel (der deutsche, wie auch das engliche Original) waren mir schon jeher ein fester Begriff, und haben einfach ganz selbstverständlich dazu gehört, wenn ich an TNG gedacht ahbe, aber beim Ansehen ist mir nur aufgefallen, dass ich mich außer an Dr. Selar an rein gar nichts aus der Folge erinnern konnte!
    (Schade eigentlich, denn das wäre eine Folge gewesen, die sich zum Rewatch für unseren eigenen Podcast, für die Data-sein-Data-Folge durchaus angeboten hätte.)

    Möglicherweise wird mir das in dieser Staffel noch ein paar mal passieren. Die ersten beiden Staffeln liefen bei mir immer etwas stiefkinderlich.

  7. mateschrank

    Ist ja nett, dass du (Sebastian) mich hier erwähnt hast, aber in meiner Erinnerung habe ich den Begriff „Philosophenkönig“ von dir geklaut. Den hattest du in Siegen als ich dort meinen Vortrag hielt benutzt und ich habe ihn von dir übernommen.

  8. Isador

    Hm… Ira erfindet die Methode den humanoiden Geist in einen Androiden zu transferieren…
    Dann sehen wir einen sterbenden Soong…
    Und später taucht Julia auf und ist eine Androiden.
    Sprich Noonien war schneller als Graves

  9. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!
    Willkommen auf Gravesworld – der Grabeswelt. Na ja, was ein Thriller hätte werden können, war immerhin ein nettes Kammerspiel um einen Unsympathen, der entdeckt, dass nicht alle so von ihm begeistert sind, wie er selbst. Und eine dankbare Rolle für Brent Spiner, der einmal mehr sein darf als nur der Data. Ihr hattet es angesprochen, wenn man die Zuschauer so direkt darauf hinweist, was da los ist, dann hätte man auch die Szene zeigen können, wie Dr.Graves seinen Geist in Data überträgt. Aber wahrscheinlich wollte man es sich nur sparen, sich die dazugehörige Apparatur auszudenken und zu bauen.
    Und was auch interessant gewesen wäre, warum Dr.Graves gleich gestorben ist. Er hatte doch angeblich noch ein paar Tage. Hatte er es sich vielleicht anders überlegt, als er feststellte, das nicht er weiterleben würde, sondern nur seine Kopie, und hat seine Kopie ihn vielleicht getötet? Hat er sein Bewusstsein komplett in Data übertragen, quasi als Seelenwanderung? Aber wer hat Data dann wieder eingeschaltet? Für die Enterprise Crew hätte es natürlich anders ausgesehen, wenn Graves und Data nach der Übernahme noch gemeinsam aufgetreten wären.
    Was mich nur wieder wundert, was für eine Wundertüte Data hier ist. Er hat so viel freien Speicherplatz, das ein komplettes menschliches Bewusstsein daneben passt!
    Ist Zehn Vorne vielleicht als Ruheraum gedacht? Bei so vielen verschiedenen Spezies wäre es wohl auch schwierig, sich auf eine Musikrichtung zu einigen.

    1. TaoTao

      Die Überlegungen, wie Graves sich in Data übertragen hat, teile ich. Frage mich seit jeher, ob er dann nur sterben konnte, hatte er sich in Data geladen und blieb dann in seinem Körper nichts mehr übrig? Aber wie kam Data/Graves dann wieder zu sich? Musste Data nicht angeschaltet werden müssen? Ich traue Graves keine Zeitschaltung Datas zu, dann durfte es am Ende nur einmal Graves geben, was entsprechendes nach sich ziehen musste…
      Hach, irgendwie finde ich es ganz gut, dass wir hier im Unklaren gelassen werden. Auch die Frage der Schnittstelle lässt mich grübelnd zurück…

      1. Don

        Data hat doch den „Androiden-Wecker“. Also wird er nach einer bestimmten Zeit damit wieder aktiviert worden sein.

        1. TaoTao

          Muss man den Mechanismus nicht „einstellen“, also durch eine gewisse Anzahl von Drücken oder gedrückt halten? Das meinte ich mit dem Einstellen der Zeitschaltung. Oder aktiviert Data sich generell von selbst wieder? Bleibt er nur demontiert bewusstlos? – So hatte ich es nicht verstanden, aber die Erinnerung daran ist auch wage.

  10. Kleiner Bruder

    Hallo nochmal!
    Da war doch noch die Frage, warum Graves so viel jünger aussieht als Soong. Vielleicht hat er ja einen relativistischen Flug mit Lichtgeschwindigkeit gemacht. So ist er langsamer gealtert als der Rest der Galaxie. Das hätten sie uns aber auch sagen können.

    1. TaoTao

      Ich glaube leider, dass sie sich zu dieser Zeit in TNG keine richtigen Gedanken um die Kontinuität, Datas Lebenslauf und das Drumherum, also auch die Personen seines Umfelds gemacht haben. Auch seine Altersangabe variiert ja stark…

  11. TaoTao

    So, jetzt, hatte mir Notizen beim Hören/Schauen gemacht und musste erstmal überlegen was die noch gleich sagen wollten. 😉

    Der „offene Sarg“ war für mich auch merkwürdig, ich kann mir vorstellen, dass es ein Wunsch von Graves war. Das würde zu ihm gepasst haben, finde ich.
    Und das vermeintliche Kettenhemd – ich dachte direkt, „aha der letzte Kreuzritter“ 😉, ist so typisch TNG – egal bei was, Glitzer- und Pailletten-Stoff ist die Lösung.

    Der gezeigte Test kann, denke ich, Probleme offenbaren, Hauptsache die Sternenflotte weiß womit sie es zutun hat, womöglich war Tasha ja in laufender Behandlung.

    Am Ende, als Picard beim bewusstlosen Geordi den Puls fühlt, frage ich mich, ob der Statist es nicht auch verdient hätte. 😉 Da liegt mindestens noch eine weitere Person, Picard meldet das auch.

    Dass Pulaski so raus war, aus der Graves-Handlung hatte mich überrascht, gerade nach dem Folgenauftakt. Dass sie nicht Beamen wollte ist ein gutes Argument von Don! Da fühlte sie sich wohl zur Beisetzung auch nicht berufen 😉 – nur Dr. Selar war anwesend.
    Das Prinzip der Beisetzung eines Leichnams im All finde ich immer wieder absurd. Dafür kann Voyager mal erwähnt sein, dass sie das aufgreifen…

    Herzliche Grüße
    ✌🏻👋🏻

    1. Kleiner Bruder

      Ja das Pulsfühlen… Führungsoffiziere sind halt besser versichert. Wahrscheinlich hätte sein Anwalt Picard sonst wegen unterlassener Hilfeleistung verklagt.😀🚑
      Die Weltraumbestattung – ich denke, man sollte den Sarg auf einen Kurs zu der nächsten Sonne schicken. Da wird er nicht nur eingeäschert, sondern bildet gewissermaßen den Sternenstaub für neue Welten.

      1. TaoTao

        Und dann sind die Schlussworte der Beisetzung vor dem Rausbekamen… „Möge er nie vom Kurs abkommen.“ 😉

        Das ganze Prinzip ist nicht zu verstehen. Leichen von Bord eines Schiffes zu werfen hatte überlebenswichtige Hygienegründe, im Wasser gingen sie in den Biokreislauf über. Im All kann ich mir gar nichts vorstellen, was dem Ursprungshandlung mehr zuwiderläuft als das.

        1. TaoTao

          „Rausbeamen“ sollte das heißen. Seit einem Update kämpfe ich mit der Tastatur eines doch nicht so smarten Gerätes. 😉

  12. James T.

    Hallo zusammen,

    ich bin zum Erstan Mal hier.

    Frage: Die Konstantinopel! Ein Frachtschiff (in Worten: FRACHTSCHIFF) mit „über 2000 Leuten“ an Bord?? oder ein Schlachtschiff?

    1. TaoTao

      Hallo und willkommen 😀
      Die USS Constantinople war in der Folge eine Woche zuvor zu sehen (Das fremde Gedächtnis/The Schizoid Man). Im Originalton heißt es, dass sie ein Transportschiff ist und gerade 2012 Kolonisten an Bord hat. Auch in der Synchro sprechen sie nicht von Frachtschiff.
      Die Constantinople gehört der Istanbul-Klasse an 😉 und wir hören glaube ich nächste Woche wieder in „Wem gehört Data“/„A Measure of a Man“ von ihr.
      Liebe Grüße
      TaoTao 👋🏻

  13. Michael

    Hat noch jemand beim Staffelfinale von Picard ganz dringend an diese Folge denken müssen?

  14. Michael Kleu

    Ich fühlte mich bei der Folge sehr gut unterhalten. Ich konnte mich aber auch kein bisschen an sie erinnern. Womöglich, habe ich sie gerade zum ersten Mal gesehen.

  15. Mister Incredible

    Moin zusammen!

    Dankbarkeit – als „Boomer“ der frühen 1960er und Kind einer Arbeiterfamilie (wir waren arm nach heutiger Definition) kam ich in den Genuss des sozialdemokratischen Traums der Klassendurchlässigkeit. Ich machte das Abitur, und aus unserer Arbeitersiedlung so viele mit mir, dass man heute von solchen Quoten nur träumen konnte. Solide Ausbildung, Führungstätigkeiten im Handel, heute Luftverkehr, exzellentes Einkommen mit Spitzensteuersatz. Dankbar bin ich, dass ich auf der Wohlstandaseite der Welt geboren wurde, und inzwischen weiß ich sogar, dass ich als weißer Mann Privilegien genoss und noch genieße, die auf Banchteiligung anderer beruhen. Dafür kann ich nicht dankbar sein. Dankbar bin ich für Kurzarbeitergeld, welches mir seit April 2020 fast dasselbe Einkommen garantiert wie zuvor. Ich bin dankbar für ein Sozialsystem, dass mir Krebsbehandlung, Knochenbrüche, Infektionen und sonstwas heilen half und finanzierte. Ich sehe in einem reichen Land westlich von uns 40jährige an Krücken laufen und Diabetiker sterben, weil sie ihr Insulin nicht bezahlen können. Dankbar bin ich, dass mir all das erspart bleibt.

    Dankbar bin ich für eine freiheitliche Demokratie, dass ich hier die Regierung offen kritisieren, mich selbst zur Wahl stellen und gegen Regierungsbeschlüsse klagen kann, ohne spurlos zu verschwinden oder ermordet zu werden. Und daher bekämpfe ich jene Faschisten, die ihr Braun durch Blau tarnen, welche einen totalitären Unrechtsstaat errichten wollen, denn meine Freiheit und die aller Bürger sind mir heilig. Dankbar bin ich, dass ich die Wahl habe. Was ich tun will oder nicht, ob ich religiös sein möchte oder nicht, und dass mir niemand in mein Leben hineinpfuscht. Ja, offenbar können viele mit dieser Freiheit nichts (mehr) anfangen. Ich vermute, weil es ihnen an Bildung und Charakterformung mangelt und Erziehung auf der Strecke blieb. Bildungsungerechtigkeit und Verwahrlosung sind der Sumpf, aud dem Demokratiefeindlichkeit gedeiht. Aus Perspektivlosigkeit wächst der Ruf nach starken Führern, die uns sagen was wir tun sollen. Wie hieß es damals so vollmundig? „Er holte die Jugend von der Straße“.

    Schnee im Winter? In Großstädten meistens ein Matscherlebnis. Ich erlebte das Schneechaos 1978/79 in Norddeutschland. Es war aberwitzig. Mein tollstes Wintererlebnis aber war in den Nullerjahren in den kanadischen Rockies über Weihnachten. Calgary wurde angeflogen, Weihnachten gibts Freiticktes für Angehörige, so hatten viele ihre Partner dabei. Schon vor Abflug hatten wir Übernachtungen in Lake Louise organisiert, holten gleich den Mietwagen ab und fuhren los. Es war „Adventskalender“ pur. Die Landschaft dick eingepudert, rüttelte man an einem Zweig, füllte sich die Luft mit Diamantstaub, der in der Sonne glitzerte. Meterlange Eiszapfen an Dachrinnen, alle Lodges mit geschmackvoller Beleuchtung. In den Lounges riesige Kamine mit lodernden heimeligen Flammen, darüber natürlich der Elchkopf. Der Lake Louise zugefroren, eine große Schlittschuhfläche präpariert, dazu ein Schlösschen aus Eisklörzen gebaut, ein Stand mit heißem Punsch, ein Pferdeschlitten (mit Glöckchen, Ho Ho Ho). Wenn man meint, solche Wintermärchen gäbe es nicht… doch: in dem Rocky Mountains Kanadas. Wir saugten jede Sekunde in uns auf…

    Bevor ich mich in „trekfernen“ Inhalten verzettele, wieder zur Episode:

    Der begnadete Wissenschaftler erinnerte mich irgendwie an Joe Cocker. Den Plot fand ich so-naja. Dazu habem wir dieses „Person X wird von einem anderen Wesen manipuliert/besessen/ gesteuert, alle anderen stehen auf dem Schlauch, und wenn am Ende alles gur wird, befällt den Antagonisten noch die Roddenberrysche Einsicht.“ Hier muss man dem Startrekerfinder wohl am deutlichsten widersprechen, denn egoistische Flachpfeifen hat es immer gegeben, wird es immer geben, und wenn im 24. Jahrhundert kein Geld mehr existiert, folglich keine Banküberfälle, dann wird es immer noch Betrug, Erpressung oder Raumschiffdiebstahl und -hehlerei geben. Milliarden Jahre Entwicklung des Lebens bis zum Primaten und dessen Triebhaftigkeit werden nie zu 100% vom Intellekt kontrolliert werden können. Die Existenz von Kriminalität in der Schweiz und Norwegen, den zwei „Ikonen des Wohlstands“ sind quasi schon der Beweis.

    Die Beisetzungsszene fand ich albern und grotesk, dieses Sargfenster lächerlich, die Trollkapuze des Toten nur blöd. Und wieso stellt man den Sarg fast senkrecht? Haben sie den Toten vorher festgeschnallt, dass er nicht zusammensackt? Überhaupt… diese Analoge zur Seebestattung der alten Seefahrt vor der Erfindung der Kältemaschine… bitte wirklich nicht nur in der Zukunft ankommen, Start Trek, es genügt das späte 20. Jahrhundert.

    Ja, jedes Haus hat eine Beam-Diele. Wird es fertig gestellt bzw. bezogen, muss eine Stelle definiert werden, an der Personen hin gebeamt werden können, mit exakten Koordinaten. Jährlich anzupassen, denn die Plattentektonik / Erdbeben können Verschiebungen auslösen. Und wehe, wenn die Hausfrau / der Hausmann den Staubsauger dort stehen lässt, dann kommt man an und hat einen Vorwerk oder Vampyrette im Rumpf stecken. Was passiert eigentlich mit Staub und Luftmolekülen, dort, wo man sich hin beamt? Hat man das dann alles im Körper oder räumt der Beamstrahl das frei? Dann müsste es eigentlich knallen, wenn bei 4 bis 10 Personen ein Luftvolumen von bis zu 1 Kubikmeter schlagartig luftfrei / vakuumiert wird, oder? Sonst wäre es blöd. Hineinbeamen in einen Sandsturm? Das führt zu sofortiger Embolie! Mückenschwarm in den Tropen = Malaria!

    Diese Bessenheitsplots bei Star Trek halte ich, wie schon mal erwähnt, für eine Spielfelderweiterung für die Darsteller. Wiederholt hörten wir von Ermüdung und Langeweile, weil vielen der häufig eindimensionale Charakter über Jahre zu wenig war und man befürchtete, darstellerisch zu verkümmern. Denken wir zurück, voraus.. eigentlich erwischt es jeden Darsteller, oft mehrfach, dass dieser völlig andere Persönlichkeitsmerkmale spielen darf. Nimoy, Shatner, Crosby, Frakes, Stewart, Dawson, Picardo… und auf dem Holodeck sowieso. Man wiederholt sich hier gern, das wussten die Macher sicher auch, so halte ich das für schlichte „Cast-Pflege“. Gebt Ihnen Abwechslung, damit sie nicht abspringen.

    Auf meiner BluRay finde ich auch eine Hybrid Extended Version von „Measure of a Man“, was kann das denn sein?

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