#31: Who Mourns for Adonais? (TOS 2.02)

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22. September 1967:
Auf Pollux IV begegnen uns wundersame Geschöpfe: Griechische Götter, russische Zaren, dickhalsige Distelköpfe, blutrünstige Sarazenen und die Minsk-Katze. Dazu eine Prise Esoterik und fertig ist eine der unumstritten ulkigeren Star-Trek-Episoden.

In Deutschland: Der Tempel des Apoll, ausgestrahlt am 4. November 1972.

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. timemastertim

    Who mourns for Adonais? Ich frage mich vor allem: Wer trauert um meinen langen, tiefschürfenden Kommentar, den ich am Handy getippt habe und der beim Absenden den Weg der alten Götter gegangen ist. ^^ Nagut, mal sehen, ob ich den Gedankenfaden noch mal wiederfinde…

    Thematisch baut diese Folge eine Fallhöhe auf, der sie wohl nicht gerecht werden kann. Immerhin: Ein bedeutungsschweres Sujet in einem fast komischen Gewand. Klingt nach einem guten Rezept, auch wenn’s nicht durchweg gut funktioniert.

    Wie dem auch sei, das Kernthema der Folge ist ja ein hochspannendes: Hat die wissenschaftlich-rationale Weltsicht die Mythen & Legen der alten Welt ersatzlos abgelöst? Und ist das uneingeschränkt besser? Oder ist uns damit auch etwas unwiederbringlich verloren gegangen?

    Denn darum geht ja die Trauer, die der Titel und Kirks Schlussbemerkung ansprechen, quasi um ein verlorenes Paradies. Mich erinnert das an das zentrale Credo der Romantik (will sagen die Kulturepoche). Im Nachhinein fiel mir auf, dass das angesichts des Folgentitels vielleicht gar nicht so abwegig ist, wie ich im ersten Moment dachte. Schließlich ist der ein Zitat von Shelley – einem der wichtigsten Dichter der englischen Romantik.

    Dass Kirk (in diesem Zusammenhang ein ungewollt bedeutsamer Name, haha!) dabei nicht erkennt, dass sein Glaube an „den einen“ Gott im Grunde nicht weniger irrational ist als der Polytheismus der Antike, macht noch mal eine zusätzliche Dimension der Grundfrage auf. Darüber bin ich zunächst auch gestolpert, mit ganz ähnlichen Überlegungen wie ihr: hat Atheist Roddenberry hier eine Stelle im Script übersehen oder bewusst durchgehen lassen, um konservative Studiobosse und Zuschauer nicht zu verprellen? Gut möglich.

    Aber man muss ja eine Position (hier seine nachgerade antireligiöse Haltung) nicht unbedingt explizit aussprechen, um sie zu thematisieren. Im Gegenteil: gerade das Stolpern lässt einen vielleicht erst recht innehalten und überlegen: Ist der vermeintlich moderne (christliche) Glaube womöglich auch nur ein archaisches Erbe, dass es zu überwinden gilt? Wenn wir uns aller anderen Götter entledigt haben, warum nicht dieses einen letzen auch?

    Echte Antworten liefert diese Story auf solche Fragen selbstredend nicht. Aber eigentlich ist ja Science Fiction genau dann am besten: wenn sie Fragen aufwirft, auf die man dann seine eigenen Antworten finden muss…

    Echt jetzt? All das in einer solchen eher mäßigen Folge? 😀 Ja, ich denke schon. Und genau das ist Star Trek.

    1. timemastertim

      Kleines PS.: Es passt durchaus gut ins Bild, dass der seinem vulkanischen Wesen nach streng rationale Spock außen vor bleiben muss. Apoll scheint zu ahnen, dass er sich an diesem die Zähne ausbeißen wird. Die genannten Fragen stellen sich einem Vulkanier nicht – bzw. nicht mehr.

      Allerdings ist der Vergleich mit ausgerechnet Pan zwar aus den von euch genannten Gründen schon witzig, passt mythologisch aber eigentlich ganz und gar nicht. „He is much like Pan, and Pan always bored me. No sad faces.“ Au contraire: „Pan hat Freude an Musik, Tanz und Fröhlichkeit.“ (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Pan_(Mythologie) )

      1. Sebastian

        Tim, danke für die großartigen Gedanken. Gerade das mit dem verlorenen Paradies, was ich gar nicht so auffing, aber was völlig klar ist – und sogar eine Art Leitmotiv bisher. Ich kann es gar nicht abwarten, bis endlich unsere Hausmeisterfolge erscheint (*hust*), dann greifen wir das auf. Aber vielleicht auch einfach schon in der nächsten Folge, mal schauen.

        (In einer idealen Welt würde ich mit Podcasten meinen Lebensunterhalt bestreiten. Dann gäb es sicher eine Sendung in der Woche, die sich je einen soziokulturelle, wissenschaftliche, ethische, geschichtliche oder philosophische Sache vornimmt und fragt: Was hat Star Trek hierzu gesagt? Und dann noch drei weitere Sendungen.)

        1. timemastertim

          Ah, I hear you. Ich höre soviel Podcasts in letztere Zeit, dass in mir immer mehr der Wunsch reift, sowas auch mal selbst zu machen (mangels Sparringspartner mit technischem Sachverstand wird da wohl erstmal nichts draus… aber wer weiß, eines Tages…). Da wälzt man automatisch Ideen. Und da es das meiste schon gibt (Star Trek der Reihe nach: ihr; Discovery: Discovery Panel, Robots & Dragons; usw.), hatte ich mal einen ähnlichen Gedanken – genau genommen andersrum: Was steckt in dieser Folge an philosophischen Gedanken drin, wie wird das abgehandelt… Aber deine Herangehensweise finde ich fast noch cleverer. Make it so! 😉

  2. Bridge66

    Hallo, Jungs,

    Zum Thema Religion, Gott und Glaube könnte ich eine Menge sagen, aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

    Beim englischen Originaltitel habe ich immer an Adonis gedacht, ähnlich wie Apollo ein Schönling aus der griechischen Mythologie. Bei meinen Recherchen bin ich auch auf das von Tim erwähnte Werk gestoßen. „Adonis“ bezieht sich auf den englischen Dichter John Keats, den Shelley in seinem Gedicht betrauerte. Apollo gilt ja auch als Gott der Dichtkunst, aber da hört die Parallele dann auch schon auf. Mit dem Titel erhebt die Episode einen Anspruch, dem sie nicht im Entferntesten gerecht wird.

    Wie es der Zufall will habe ich vor wenigen Tagen angefangen, die seit 2013 von Fans produzierte Serie „Star Trek Continues“ auf YouTube zu gucken. Und gleich die erste Folge, „Pilgrim of Eternity“, ist eine direkte Fortsetzung von „Tempel des Apoll“. Die Episode und die ganze Serie ist in höchstem Maße bemerkenswert. Das fängt schon mit der Besetzung an: Als Sulu sehen wir „Mythbuster“ Grant Imahara, Scotty wird gespielt von Christopher Doohan, James Doohans Sohn, und Apollo wird von niemand Geringerem gespielt als ihm selbst – ich meine, Mark Forest. Und noch ein Apollo ist in der Folge zu sehen: Jamie Bamber alias Lee „Apollo“ Adama aus „Battlestar Galactica“! Die Kulissen sehen fantastisch aus, als ob es die Originale wären. Und die Story geht einem echt ans Herz, ganz im Gegensatz zu diesem albernen möchtegern-Melodram. Die Reihe besteht aus elf Folgen à 50 min und drei Kurzfolgen. Leider wurde sie nach den Auseinandersetzungen um „Axanar“ eingestellt. Das wäre meine Empfehlung für die Winterpause von DSC.

    Noch ein Wort zur Astronomie: Pollux ist nicht „irgendein Stern“! Es ist der zweitgrößte Stern im Sternbild Zwillinge, auch Beta Geminorum genannt, Ca 34 Lichjahre von uns entfernt. Nur der Vollständigkeit halber. 🙂

    LL&P
    Eure Bridge

    1. Sebastian

      Bridge, damit bestärkst Du, was ich mir letzte Woche notierte: „Continues gucken“. Denn als ich feststelle, dass es a) jetzt abgeschlossen ist, so dass ich es an einem Adventswochenende schauen kann und b) die Lücke zwischen „Turnabout Intruder“ und dem ersten Kinofilm füllt, war mir klar, dass ich das sehen muss.

      Und Pollux, naja, ich sagte schon, dass es den ausnahmsweise „in echt“ gibt, aber danke für die Ergänzung. So viel Zeit muss sein.

      1. Tim

        Und bei Castor & Pollux sind wir ja jetzt auch schon wieder mitten in der Mythologie der klassischen Antike. Sicher kein Zufall. 😉 https://de.wikipedia.org/wiki/Dioskuren

        (Boah, ich hab aber auch wieder Klugscheißwasser gesoffen gerade….)

    2. Michael Kleu

      In Shelleys Gedicht geht es ja u.a. um die Unsterblichkeit des Dichters in Form des Überdauerns seines Werks. Damit wären wir bei der Unsterblichkeit von Kulturschaffenden, was ja dann auch Apollon wieder mit einschließt.

      Das Tolle an der Folge ist, dass einem so viele interessante Brocken einfach so hingeworfen werden, dass man wie verrückt darüber nachdenken und interpretieren kann.

  3. Melanie A

    Moin ihr Lieben,
    wenn ihr zur Fedcon kommt, macht ihr dann auch ein Hörertreffen? 😉

    Zu der Szene als, Kirk Apollo erklärt, dass ihnen der eine Gott reicht, kam mir folgender Gedanke:
    Kirk will Apollo ja reizen um ihn müde zu machen. Kirk muss ja nicht zwingend an einen Gott glauben, um dies zu behaupten. Menschen können ja auch gereizt reagieren, wenn sie sich hinter eine andere Person zurückgesetzt fühlen. Wenn Kirk also davon ausgeht, dass Apollo ebenso gepolt ist, zumal der Anbetung ja verlangt, kann es sich um eine Strategie handeln. Wenn Kirk behauptet die Menschen/Föderation/Föderationsbürger hätten einen Gott an den sie glauben, wird Apollo wütend. Er macht seine Tricks und powert sich aus. Dann können unsere Recken von der Enterprise ihn besiegen und vom Planeten fliehen.
    Somit würde die Behauptung nicht dem Weltbild Roddenberrys bzw. Star Treks widersprechen.

    Falls ihr es nicht erwähnt habt (bin momentan noch nicht ganz durch mit hören) wird diese Folge auch in der Buchreihe „New Frontier“ von Peter David ebenfalls fortgesetzt.

    Dies war wiedermal eine tolle Folge!
    Ich höre euch beiden gerne zu.

    Viele Grüße

    Melanie

    1. Sebastian

      Mahlzeit Melanie,

      auch ein guter Gedanke, um Apollo auf die Palme zu bringen. Ich mag sehr, dass uns die Folge hier Interpretationsspielraum bietet.

      Über Mark McHenry sprachen wir kurz in unserer Aftershow, aber für die Sendung hat es nicht gereicht. Das war einer der letzten NF-Romane, durch die ich mich kämpfte. Das war mir schon seit ein paar Bänden zu absurd, zu comichaft.

      Ein Hörertreffen auf der FedCon gibts bestimmt. Sobald der Termin näherkommt, sagen wir dazu was im Podcast.

      Bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

  4. Felo

    Danke noch mal für die Erklärung des Wortes „Adonais“ im Titel.
    Ich war immer darüber gestolpert und hatte mich gewundert, was das bedeuten soll. Ich dachte dann an eine eigenartige, englische Schreibweise von Adonis und hatte mich immer gefragt, ob man am Ende im Original Adonis mit Apoll verwechselt hat (und das in der deutschen Synchro ausnahmsweise mal korrigiert wurde). Eure Erklärung, dass Adonais im griechischn für Götter steht, macht um einiges mehr Sinn.
    Bemerkenswert allerdings, wie viel klassisches Vorwissen man damit den amerikanischen Zuschauern zugetraut hat! Ich habe mir die Folge im Original angeschaut *, und habe eigentlich erwartet, dass der Begriff Adonais dann doch mal wenigstens kurz erwähnt oder gar erklärt wird. Entweder habe ich total gepennt, oder das kam nicht.
    Ich frage mich, wie vielen originalen, amerikanischen Zuschauern von damals das ebenso wie mir ging, und die dann auch erst Euren Podcast hören müssten, um schlauer zu werden.

    * auch wenn die deutschen Stimmen von Kirk & Co liebe Kindheitserinnerungen in mir wecken, die Original-Stimmen sind um so vieles charaktervoller – speziell Scotty und Checkov machen so viel mehr Spaß im Original!

    1. Michael Kleu

      Jetzt habe ich mich mehr als 2 Jahre davor gedrückt, diese Folge, durch die ich überhaupt erst auf „Trek am Dienstag“ aufmerksam geworden bin, zu kommentieren. Stattdessen habe ich erst einmal mit Staffel 1, Folge 1 begonnen und mich allmählich vorgearbeitet. Jetzt bin ich aber wieder hier angelangt.

      Nur ein paar Punkte:

      Pollux ist Latein für Polydeukes. In dem Mythos der Dioskuren geht es um Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Die Namensgebung ist also recht passend.

      Die Christen haben Pan als Vorlage für ihren Teufel genommen, womit sie Pan ein wenig Unrecht tun. Ähnlich ist es auch Baal etc. ergangen.

      Als „esoterisch“ würde ich das auf keinen Fall einstufen. Es ist eine Rationalisierung des Übernatürlichen im Sinne des 3. Clarkeschen Gesetzes. (Sagt Ihr dann ja selbst.) Ist ja ähnlich wie bei „The God Thing“.

      Carolyn Palamas reagiert hier wie Lt. Marla McGivers in Space Seed. [Jetzt sagt es Sebastian auch gerade 😉 ] Recht problematisches Frauenbild eigentlich.

      Der Satz mit dem einen Gott führt auch in der Forschungsliteratur zu Diskussionen. Eine Erklärung ist, dass Kirk Apollon einfach auf die Palme bringen will. Simons Idee finde ich diesbezüglich jedenfalls sehr überzeugend!

      Apollon tritt in der Mythologie auch als Vergewaltiger auf. Da spielt die Sturmszene sicherlich drauf an.

      Ich denke, dass das versöhnliche Ende den Respekt der Autor_innen vor der Mythologie widerspiegelt. Etwas ähnliches kommt in einem Hellboy-Comic vor, wenn es Hellboy leidtut, Hekate zu vermöppen. Auch, wenn wir die Mythologie als irreal einstufen, bildet sie ja die reale Grundlage für fast alle Geschichten, die bis heute erzählt werden. Insofern ist da ein ambivalentes Verhältnis für mich ganz ok.

      Bei Star Trek TOS wird die Antike übrigens in allen drei Fällen mit Hilfe von Obstschalen dargestellt. Muss wohl an den Weintrauben liegen.

      Von mir gibt es einen Daumen nach oben.

      So, jetzt bin ich aber froh, diese Folge hinter mich gebracht zu haben und nun endlich mit Staffel 2 weitermachen zu können.

  5. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!
    Es war wieder sehr vergnüglich, euch zuzuhören. Nach meinem Empfinden hat diese Folge aber ein ganz großes Problem. Vordergründig geht es hier um Aberglauben gegen Wissenschaft. Aber das stimmt ja gar nicht. Bei diesem Apoll hier handelt es sich ja nicht um eine ausgedachte Figur, als die ein gewöhnliches Wesen sich ausgegeben hätte, oder um einen gewöhnlichen (wenn auch erstaunlich alten) Menschen, der damals die alten Griechen mit irgend welchen Taschenspielertricks hereingelegt hätte. Hier wird eine quasi wissenschaftliche Erklärung gegeben, dass er ein Ausserirdischer mit besonderen Fähigkeiten wäre. Oder vielleicht ein Mutant, einer der X-MEN, wäre ja auch möglich. Mit echter Spiritualität, mit dem „Vater“ oder Schöpfer der Menschen, hat das nicht das Geringste zu tun.
    Ganz nebenbei, dass die Personen in den griechischen Sagen nicht real wären, besonders die aus der Ilias und der Odyssee, ist noch lange nicht ausgemacht. Wobei mich Pan zum Beispiel an einen archaischen Krieger mit Stiefeln und Hörnerhelm erinnert, wie einige alte Statuen sie zeigen. Der hat die griechischen Bauern natürlich tüchtig in Schrecken versetzt.
    Und, was ich mich auch schon lange Frage: wer hat dem Apoll dort sein Tempelchen gebaut? Und wieso sieht das so zerfallen aus? Ist der einfach zu faul zum aufräumen?
    Star Trek Continues hat das ja fortgesetzt, allerdings nicht zum Besten, wie ich finde. Das Ende finde ich sogar megaalbern.
    Viel Spass noch!

    1. Kleiner Bruder

      Okay, ich glaube, ich muss mich hier korrigieren. So kaputt, wie dieser Tempel in meiner Erinnerung aussah, war er wohl doch nicht.

  6. Helmut

    Erzähls der Hand! Möchte man wie Arnie sagen.
    Apoll reicht der Enterprise die Hand und will sich anbeten lassen.
    Dahinter steckt ein neuer Trelane mit einem Tempel anstelle eines Spiegels.
    Gibt eigentlich nicht viel her, hat nichts neues und wenig gutes Altes.
    Die Blondine der Woche gibts mal wieder, aber Kirk kriegt sie wieder nicht.
    Wenigstens darf er ihr den Kopf zurechtrücken.
    Am besten eigentlich unser bayerischer Russe, als er sich um die Paloma kümmern will.
    Auffällig ist, dass man jetzt gerne von der Enterprise irgendwo herunter draufschiesst. Das kommt doch bei diesem komischen Schlangenmonster auch noch mal.
    Sonst war irgendwie nicht erinnernswertes mehr drin, sonst würde ich mich ja dran erinnern.
    Die Darsteller waren zu lustig um den Daumen zu senken.
    Also Daumen quer, mehr ist nicht drin.

  7. Spacedude

    Ich teile Eure Meinung über das Ende nicht. Ich finde das Ende durchaus tragisch und man kann schon Mitleid mit Apollo haben. Ich finde gerade dieses Mitleid auch sehr startrekig. Man muss es mal so sehen: Diese Götter sind Aliens, die einen eigenen Lebensstil und als biologische Wesen bestimmte Bedürfnisse haben. Sie brauchen zum Leben niedere Kreaturen, die sie anbeten. Im Gegenzug dafür bieten sie diesen Kreaturen Schutz und einen gewissen Wohlstand. Es ist also eine Art Symbiose, die den Griechen aus der Bronzezeit wohl auch sehr genützt hat. Die Menschen sind dann aber aus der Symbiose ausgestiegen und einen anderen Weg gegangen. Die Götteraliens bleiben alleine zurück und können ihr Bedürfnis – zumindest an den Menschen – nicht mehr befriedigen. Apollo ist der letzte Gott, der das einsieht.

    Warum ist das tragisch und startrekig? Weil es für mich bei Star Trek immer darum geht, das Fremde zu verstehen, seine Intentionen und Bedürfnisse zu beachten. Kirk & Co. können auf das Bedürfnis nach Anbetung aber nicht eingehen und fügen den Aliens damit einen Schaden zu. Weil es dazu keine Alternative gibt, ist es eben tragisch.

    Oder doch? Die Frau, deren Namen ich vergessen habe, hätte ja tatsächlich bei Apollo bleiben können. Er verehrt sie und will sie zur Göttin erheben. Jetzt muss sie wieder mit Scotty Kaffee trinken und sich irgendwann von einem dickbäuchigen Sterblichen schwängern lassen und damit den Karriereknick einläuten, von dem am Anfang der Episode die Rede war. Bei Apollo wäre es ihr besser ergangen. Wäre Aphrodite statt Apollo erschienen, hätte kirk bestimmt nicht nein gesagt, oder?

  8. Kleiner Bruder

    Hallo Spacedude!
    Mitleid mit Apollo? Ich weiss ja nicht. Wenn diese Aliens nicht grundlegend besser wären als die meisten Menschen, dann würde das auf Dauer nicht funktionieren. Macht korrumpiert, das ist ein Spruch, der so alt wie wahr ist. Gerade das wird in Star Trek immer wieder aufgegriffen und zeigt sich auch in dieser Folge. Nur weil Kirk und Co nicht gleich Hurra schreien wird er sauer. Und ob er wirklich so viel für die Menschheit getan hat, das sei mal dahingestellt.
    Ich persönlich glaube ja, dass die Menschheit ein wenig Hilfe gebrauchen könnte. Da war mal ein lustiger Spruch zum Thema „Sündenfall im Garten Eden“: „Die Menschen werden sich für Götter halten. Dumm nur, dass sie keine sind“.
    Aber glaubst du ernsthaft, Kirk hätte die Enterprise aufgegeben, nur um einer Aphrodite zuliebe ein „Gott“ zu werden? Niemals!

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