#30: Amok Time (TOS 2.01)

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15. September 1967:
Wir starten in die zweite Staffel der Originalserie – und wie in der letzten Woche ist Spock wieder krank. Diesmal untenrum. Man weiß nicht genau, wem das peinlicher ist: Ihm selbst, Jim (der von Bienchen und Blümchen erzählt) oder dem ZDF.

In Deutschland: Weltraumfieber (später: Pon Farr), ausgestrahlt am 12. Januar 1974.

Dieser Beitrag hat 23 Kommentare

  1. SilberGibbon

    Moin. Als erstes Danke für euren Podcast. Ich bin Hörer seit Folge 10 und freue mich jedes mal wieder euch zu zuhören.
    Zu den Vulkaniern: Für mich ist es verständlich das man Kinder die zur selben Zeit das Pon Farr erleben, einander verspricht. damit dieser Zustand beim älter werden keine Gefahr mehr darstellt. Schlecht wäre: sich erst mit dem Blutfieber in eine Single-bar begeben zu müssen. Außerdem besteht die Möglichkeit unter logischen Wesen, sich gegenseitig zu erklären (Hörmal es ist meine Schuld, aber wir passen nicht zusammen) und dann einen anderen Partner zu suchen.
    Bis zum nächsten Mal.

  2. timemastertim

    Dass Vulkanier nicht unbedingt nur alle sieben Jahre mal körperlich kollidieren, haben die Autoren übrigens klargestellt. Die englischsprachige Wikipedia zitiert dazu D. C. Fontana:

    „Vulcans mate normally any time they want to. However, every seven years you do the ritual, the ceremony, the whole thing. The biological urge.“ – https://en.wikipedia.org/wiki/Pon_farr

    So, ich widme mich jetzt mal dem kürzlich erworbenen Reiseführer „Hidden Universe Travel Guide: Vulcan“.

    Live long and prosper!

  3. Bridge66

    Hallo, Jungs,

    Vielen Dank für eure wirklich ausführliche Besprechung dieses Klassikers. Ich finde ja die Vulkanier im wahrsten Sinne des Wortes ein faszinierendes Volk. Umso mehr wundert es mich, das wir über sie viel weniger wissen als z. B. über die Klingonen, obwohl gerade Spock doch einer der beliebtesten, wenn nicht sogar DER beliebteste Star Trek Charakter überhaupt ist. Wer weiß, was wir noch alles gesehen hätten, wenn TOS länger gelaufen wäre. Wusstet ihr, dass Klingonisch als offizielle Sprache anerkannt ist? Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich das gelesen habe. Um das Vulkanische hat sich kein solcher Kult entwickelt.

    Thema Sprache: Ich gucke ja meistens die deutsche Fassung. Eigentlich hatte ich angenommen, dass man die ganze Folge neu durchsynchronisiert, nachdem sie restauriert war. Immerhin war der eine oder andere Originalsprecher schon verstorben oder einfach zu alt für die Rolle. Aber nein – man hat ein wildes Patchwork aus alten, neuen und ganz alten Stimmen zusammengeschustert, was ich sehr störend fand. Ich glaube ich guck sie mir nochmal im Original an.

    Noch ein paar Kleinigkeiten:

    Ich glaube, im Weltraum ist die Gesundheit der Crewmitglieder von größter Wichtigkeit, insbesondere, wenn es um Führungsoffiziere geht. Wenn ich einen Schnupfen habe, kann ich einfach mal zwei drei Tage im Bett bleiben, aber im Weltall kann selbst ein kleiner Schnupfen ungeahnte Folgen haben. In Star Trek gibt es unzählige Beispiele dafür. Deshalb besitzt das medizinische Personal wahrscheinlich weitreichende Kompetenzen. Natürlich hat Oberschwester Chapel einen „Schlüssel“: Emergency Override!

    Wenn wir uns mal im Tierreich der Erde so umsehen, dann fällt auf, dass gerade langlebige Arten, wie z.B. Wale oder Elefanten, lange brauchen, bis sie geschlechtsreif sind und dann bekommen sie meistens auch nur ein Kind auf einmal (Hallo, Gracie!). Vulkanier haben eine Lebenserwartung von über 200 Jahren. Selbst wenn sie sich nur alle sieben Jahre paaren würden, wären sie deshalb nicht gleich vom Aussterben bedroht. Soviel ich weiß hatte Tuvok vier Kinder.

    Ja, T’Pau ist schon eine Marke. Manche spekulieren ja, dass sie so eine Art Tante von Spock ist. Als Ultrakonservative wird sie sich wohl gedacht haben, wer Vulkan besucht, um an einer antiken Zeremonie teilzunehmen, soll gefälligst erst mal seine Hausaufgaben machen. Oder sie ist einfach davon ausgegangen, dass Spock seine engsten Freunde über das Ritual informiert hat.

    Habt ihr schon mal Plomeek-Suppe gegessen? Viele haben sich anscheinend schon daran versucht, allein im Star Trek Cookbook von Ethan Phillips (!) stehen drei Rezepte, aber keines davon entspricht dem, was in der Folge zu sehen war. Ich würde es ja gerne mal ausprobieren, aber ich komme mit den amerikanischen Mengenangaben nicht zurecht.

    Holla, wer hat an der Uhr gedreht?! Da habe ich ja schon wieder einen ganzen Roman verzapft! Okay, für heute ist Schluss.

    LL&P
    Eure Bridge

    1. Sebastian

      Den Dank für die Ausführlichkeit geben wir gern zurück – wie immer tolles Feedback von Dir.

      Obwohl ich leidenschaftlicher Koch bin, habe ich mich bislang noch an keiner Plomeek-Suppe probiert. Was da im Korridor pappt, kann ich auch nur sehr schwer beurteilen. Noch nicht einmal die Farbe mag ich erraten, das verhindert meine ausgeprägte Rot-Grün-Schwäche.

      1. Bridge66

        Mahlzeit, Sebastian,

        „Neelix'“ Rezepte bestehen aus viel Gemüse (logisch!), vor allem Sellerie und Karotten. Was da aber im Korridor an der Wand pappte, war dunkelrot, eher wie Rote Beete, und enthielt keine festen Einlagen. In Wirklichkeit war es wohl nur rot gefärbtes Wasser.
        Vielleicht hilft dir das.

        Bridge

        1. Kleiner Bruder

          Hallo Bridge!
          Inzwischen weiss ich, was das ist. Wässrig, Farbe von Roter Beete? Dann ist es polnischer Barschtsch (wird nur anders geschrieben). Das ist nämlich einfach der Saft von Roten Beeten, nur mit ein paar Gewürzen gekocht. Einer vom Filmteam muss wohl Pole gewesen sein.

  4. Felo

    Ich finde es rein nach vulkanischen Überlegungen durchaus komplett logisch, einen Partner schon im Kindesalter verpasst zu bekommen. Denn die Überlegung, dass sich eine Person im Laufe des Lebens noch entwickelt und es erst im Laufe des Lebens herausstellt, wer am besten zu wem passt, sollte für die vulkanische Logik kein großes Gewicht haben, nach der alles, was zu emotionslastig ist abgelehnt wird, also auch die Frage, ob die Persönlichkeiten der Ehepartner zusammen passen. So ein Kriterium sollte zweitrangig sein, und weit hinter der Frage nach z.B. genetischer Kombatibilität rangieren.

    Andererseits wissen wir ja, dass die Vulkanier keineswegs so logisch und emotionslos sind, wie sie immer gerne tun.

    Noch etwas: dass ein Volk, dass sich selbst die Logik als höchstes Gut auf die Fahne geschrieben hat, in einem derart archaischen, geradezu dekorativen Look daher kommt, selbst bei Zeremonien (oder gerade da!), hat mich schon immer irritiert! DAS finde ich mal unlogisch!

    1. timemastertim

      Wird nicht Sarek in einer späteren Folge gefragt, warum er Amanda, einen Menschen, zur Frau genommen hat? Und seine Antwort, „es erschien mir damals logisch“. Man (sprich: Mensch) rationalisiert sich ja gern emotionale Entscheidungen im Nachhinein zurecht. Vulkanier dürften darin die ungeschlagenen Meister sein.

      Was du ansprichst, hat mir auch immer schon Kopfzerbrechen bereitet: Wozu braucht ein vorgeblich so logisches Volk solche archaischen Rituale mit dem ganzen irrationalen Brimborium? Andererseits kann man das gewiss aus der Geschichte der Vulkanier heraus gut begründen. Sie waren ja ursprünglich eine extrem triebgesteuerte Spezies. Pon farr zum Beispiel ist ein Rest dieses Erbes. Und es entbehrt vermutlich nicht einer gewissen Logik, dies quasi in ein Korsett aus überkommenen Gesten und Gebräuchen zu schnüren, um es der Ratio zu unterwerfen. Ergibt das Sinn oder ist das schon zu verschwurbelt? ^^

      By the way, ich bin da absolut kein Experte, aber: Geht das anderen auch so, dass hier gewisse Anleihen an fernöstliche Weisheitslehren (Konfuzianismus, Zen…) zu spüren sind?

  5. bjoernhh

    Noch mal was anderes: McCoy ist zwar durch seine „He’s dead, Jim!“-Zeilen berühmt geworden, aber erstaunlich ist es, wie zielsicher er die Toten immer bestimmen kann. In dieser Folge ist es okay, da es ja eh ein Trick ist, aber letzte Woche bei Kirks Bruder wurde nicht mal der Tricorder gezückt oder Körperkontakt hergestellt, wenn ich mich recht erinnere. Gleich mal für tot erklärt.
    Gut, dass McCoy immer recht hat.

  6. Bridge66

    Hier noch ein Nachtrag:

    Vor kurzem habe ich mal wieder meine alten „Kuschelrock“-CDs ausgegraben. Auf der zweiten Ausgabe war der Titel „China in your Hands“ drauf, von einer Gruppe namens T’Pau. Da erinnerte ich mich dunkel, dass die Sängerin in einem Interview, ich glaube, es war für „Formel 1“, erklärt hatte, sie hätten sich tatsächlich nach der Dame aus der Folge benannt. Allerdings bezeichnete sie sie fälschlicherweise als Spocks Mutter. Fand ich interessant und wollte das nicht unerwähnt lassen

    Bridge

  7. Cliff Allister McLane

    Der Kommentar kommt vielleicht zu spät, aber egal. Die Figur Chekov wurde, soweit ich mich erinnere, eingeführt, weil in der sowjetischen Zeitung Prawda kritisiert wurde, dass die angeblich so fortschrittlichen Amerikaner zwar einen Japaner und eine Afroamerikanerin an Bord haben, aber natürlich keinen Russen. Da dachte sich Roddenberry wohl „Das lasse ich nicht auf mir sitzen“ und brachte Chekov ins Spiel. Damit haben alle drei „ausländischen“ Rollen der Stammcrew zeitpolitische Hintergründe: Sulu als japanischer Amerikaner 20 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, Uhura als Vorbildrolle während der Bürgerrechtsbewegung (siehe die Geschichte mit Martin Luther King) und Chekov als Produkt des Kalten Krieges. (mit entsprechenden Seitenhieben auf den nationalen Stolz der Russen…)

  8. TaoTao

    Vor nicht einem Jahr ging meine, über Jaaahre zusammengestellte und gepflegte Videosammlung den Weg irdischen Wertstoffs. Aber ich glaube da war Pon Farr und nicht Weltraumfieber dabei, nun gut…

    Wie immer ist viel besprochen und ich komme hinterher getröpfelt, aber auch hier muss es mal wieder sein.
    Dass man einfach bei Leuten ins Quartier hiereinlaufen kann, sahen wir bisher recht oft, ich glaube Chapel braucht da gar keinen Schlüssel. Als sie bei ihm reinplatzt, als er vermeintlich schläft, wollte sie ihm sagen, dass jetzt endgültig doch nach Vulkan geflogen wird. Sie weiß nichts über die Gründe seiner Probleme und macht sich einfach riesig sorgen. Ich kann das schon gut verstehen, er ist seit Tagen arg verändert, isst nicht, in üblem gesundheitlichen Zustand, McCoy bestätigt, dass sein Leben auf dem Spiel steht… Seit spätestens „Implosion in der Spirale“/„The Naked Time“, wissen Spock und wir, dass sie viel für ihn empfindet und sie, dass daraus nichts wird. Dennoch will sie für ihn da sein, ich finde das absolut glaubwürdig, auch wenn ich fand, dass sie sich diesen Besuch hätte besser sparen sollen. – Aber gut, wie er in der Krankenstation wegen ihr laut wurde, hatte sie nicht mitbekommen. Sie hört es erst in T´Prings Angesicht „klirren“. Mehr von ihrer Seite hätte für mich auch am Ende der Folge nicht gepasst.
    Sein Satz mit dem Traum, hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Ich denke, es ist seine Art sich für die Suppe, wegen der man die Wand abwaschen musste, zu entschuldigen. Dass er sich womöglich nicht richtig erinnern konnte, wie mit dem Befehl an Chekov, glaube ich nicht. Hier nimmt er klar Bezug und das Suppenangebot nachträglich an, sein Wutanfall scheint ihm leid zu tun.

    Wann passt es schon mal so gut… auch von mir
    LL&P 🖖🏻

  9. Helmut

    Tja da sind wir nun in der zweiten Staffel mit der ersten Folge die eigentlich zwei Folgen ist/sind.
    „Die Ära des Russen“ beginnt, wie ihr das ausgedrückt habt. Natürlich synchronisiert von einem echten Bayern.
    Aber Checkov ist ja in dieser Folge nicht wirklich wichtig, also beschränke ich mich mal auf die Folge selbst bzw. was das ZDF daraus gemacht hat.
    Warum nur hat man die Folge nicht wie die halbe Serie weggelassen, anstelle sie so zu verunstalten?
    BTW, vor ein paar Folgen habt ihr mal gefragt, ob jemand die kaputte Fassung noch hat. Habt ihr sie inzwischen bekommen, sonst hätte ich da noch was…
    Die eine habe ich aufgehoben, zusammen mit einem Machwerk aus TAS, wo das ZDF ja gleich fast die ganze Serie verschandelt hat. Mehr so als historisches Dokument.
    Zum Glück entführt ihr mich gleich wieder in ein anderes Universum. Aber zum gleichen Ärgen.
    Ihr erzählt etwas von der Star Wars Sammelausgabe mit Episode 4-6. Da möchte ich doch mal fragen (falls ihr in so einen alten Thread hier noch reinschaut): Ist in der späten Sammelausgabe der Murks bei der Übersetzung immer noch drin wie in der deutschen Erstausgabe? Nein, nicht See-Threepio und Artoo-Detoo, an die hat man sich schnell gewöhnt, sondern die Sache mit dem Himmel! Kennt ihr nicht? In Yodas Sterbeszene sagt er im Film noch zu Luke „Da ist noch ein Sky…..walker“. Im Goldmann-Taschenbuch der Erstausgabe wird daraus „Es gibt noch einen anderen Himmel“. Als hätte es damals Google Translate schon gegeben.
    Ups, wieder vom Thema abgewichen, zurück zu Star Trek.
    Die fliegende Suppe war lustig, aber bitte bitte bitte nicht mehr „Schappähl“. Heisst ja auch nicht „Käptn Kööörk“.
    Anstelle Kabine ginge am einfachsten „Quartier“.
    Abgesehen davon dass die Admiräle bei Starfleet auch in dieser Staffel alle völlig doof sind, wird die Folge dann ziemlich gut.
    Die ohne Traum natürlich.
    Was nur irgendwie seltsam ist bei Spocks Heimkehr, die ja ein paar Tage dauern sollte: Warum ist absolut kein Verwandter, z.B. die Eltern da?
    Statt dessen nur Tante(?) T’Pau, die aber mehr so als Chef kommt. Ein wenig fremdenfeindlich ist sie schon, oder?
    Was dann auch irgendwie fies und unvulkanisch war, ist die Falle in die Kirk dann tappt, als der Kampf plötzlich auf Leben und Tod sein soll. Eine solche Verschwendung würden die Vulkanier nicht tolerieren. Von den Verwicklungen, die entstehen können, wenn man einen Raumschiffcaptain mal eben aus familiären Gründen umbringt, mal ganz abgesehen.
    Na ok, Kirk und Spock hauen sich, Kirk zerschneidet sich das Hemd und stirbt scheinbar. T’Pau faltet den sturen Admiral zusammen.
    Und Spock gibt seinem Nebenbuhler noch weise Ratschläge.
    Überhaupt Stonn. Aha, so sieht der Mann also aus, wenn er keine Blechbananenschale auf dem Kopf hat. Aber so recht dauerhaft scheint das mit T’Pring nicht geworden zu sein. Oder wieso heiratet er Jahrzehnte später dann Uhura?
    Nichtsdestotrotz, die Folge schaut sich deutlich unterhaltsamer als man es dann beschreiben kann.
    Wertung: klarer Daumen hoch für „Amok Time“, klarer Daumen runter für „Weltraumfieber“.

    1. Bridge 66

      Hallo Helmut,

      Wer heiratet Uhura? STONN??? Wo ist das denn schon wieder her? Häää??? Bitte um Aufklärung. 😵

      Bridge

  10. Michael Kleu

    Ich habe auch das schwarze Star Wars-Buch zu den Episoden IV-VI. Scheint wohl fast jeder in unserem Alter zu haben 😉

    Obwohl mir die von Euch besprochene Folge grundsätzlich sehr gut gefällt, finde ich, dass ein Zeikampf auf Leben und Tod einen Tick zu weit geht. Das passt für mich nicht in mein Vulkanier-Bild.

  11. Kleiner Bruder

    Fun fact am Rand: das Sternsystem Altair, zu dem die Enterprise eigentlich fliegen soll, tauchte 1956 bereits in einem SF Klassiker auf. In dem Film „Alarm im Weltall“ / „Forbidden Planet“ findet eine Expedition auf Altair IV die Überlebenden eines Raumschiffabsturzes und die machtvolle technische Hinterlassenschaft einer ausserirdischen Kultur. Am Ende des Films wird der Planet gesprengt.

    1
  12. Nagus Zek

    Simon! Schön, dass Dir das musikalische Motiv aufgefallen ist, als Spock sich Jim offenbart, was seine biologischen Probleme angeht. Wir hören es auch später noch in der Folge. Es ist ein ziemlich deutliches Zitat aus (oder hörbar inspiriert von) Stravinskys „Le Sacre du Printemps“ – ein Ballett, indem es um archaische Fruchtbarkeits-Riten aus dem alten Russland geht. Das Stück hat bei seiner Uraufführung 1910 zu Tumulten geführt und gilt musikhistorisch als Meilenstein auf dem Weg zur Moderne. Hör mal rein, ab ca. 26:30 – https://youtu.be/EkwqPJZe8ms

  13. Parlatio

    Ich weiß ja nicht. Vielleicht wollte man hier die Vulkanier ein wenig demontieren, damit der Spock am Ende nicht alle Fans auf sich zieht? (So wie Sheldon in TBBT)

    Vulkanier können ja Alles. Aber wenn man sie alle 7 Jahre zum VÜV nach Hause fliegen muß, weil mal wieder die HU abgelaufen ist? Und dann muß es anscheinend unbedingt eine Vulkanierin sein. Was erzählt dann Papa Sarek seiner Frau? „Es ist wieder so weit, ich gehe mich mal durch die Nachbarschaft knattern“? Ansonsten hätte sich Spock ja auch auf der Enterprise jemanden suchen können. Anwärterinnen gibt es ja. Augenblick. Was machen denn die homosexuellen Vulkanier? Oder gibt es die nicht?
    Und daß kämpfen den Akt komplett ersetzt? Dr. Sigmund sagt: „Gewalt ist ein Ausdruck sexueller Frustration.“ 😉

    Die Bösen profitieren am Ende? Schöner hätte ich es gefunden, wenn der Stonn anderer Meinung gewesen wäre. So nach der Art: „Wenn ich gewußt hätte, daß du eine so intrigante Bitch bist…“
    Eine Hochkultur stelle ich mir etwas anders vor.

    Leider wird es dann bei TNG auch nicht besser. Dort finde ich diese Folge in großen Teilen wieder. Nur heißt sie dann „Code of Honor“.

    Daß Vulkanier ohne Rücksicht auf Gefühle verkuppelt werden, finde ich hingegen logisch. Die versuchen halt sich selbst besser zu züchten. Hört sich aber etwas nach Nazi-Ideologie an. Ob das klappen kann ist deren Problem. Besonders sympathisch waren mir die „richtigen“ Vulkanier (Tuvok, T’Pol) nie. Da weiß man erst, was man am „Mischling“ Spock hat.

    Dabei fällt mir ein, daß man gerade krampfhaft versucht, in diverse Zuchttiere und Pflanzenarten wieder wilde Gene rein zu mischen, weil man die Zucht übertrieben hat. (Siehe die Anfälligkeit der friedlich gezüchteten Honigbiene auf Parasiten, wie etwa die Varroa-Milbe. Die durch afrikanische Wildbienen eingezüchtete Killerbiene hat dieses Problem weniger bis gar nicht.) Ist also vielleicht doch nicht so gut, die vulkanische Methode. Dann hätte Sarek Recht gehabt mit der Aussage, Spocks Mutter zu heiraten wäre das Logische gewesen.

  14. Mister Incredible

    Moin zusammen,
    Wahrlich eine Episode mit Potenzial für Kommentare. Zunächst einmal wunderte ich mich, dass Spock nicht schon vor seinem Dienstantritt auf der Enterprise mal ausgerechnet hat, wann denn wohl der nächste hormonell bedingte Heimaturlaub fällig sei. Das hätte dann vom Crew Scheduling Planner der Enterprise in den Urlaubsplan eingearbeitet werden können …
    Hat man eigentlich vom ZDF irgendwann einmal etwas gehört in Richtung Bedauern, dass sie dem deutschsprachigen Publikum auf so arrogant gouvernantenhafte Art eine Art Episodenfälschung untergejubelt haben?

    Bezüglich der Nachsynchronisation in den DVD-Fassungen… es ist eben eine Folge des ZDF-Schneidewahns. Auch bei „Kennen Sie Tribbles?“ erinnere icn mich an eine Szene, in der Cyrano Jones vom Enterprise-Trio vernommen wird angesichts der Parasitenschwemme. Die fehlt in der deutschen Fassung. Spocks markante deutsche Stimme wird hier vermisst, nachsynchronisiert durch einen anderen Sprecher. Überhaupt waren die Sychronstimmen früher markanter. Spock, Kirk , Pille und auch Scotty mit leichtem Bayerisch. Ohne hinzugucken wusste man wer spricht. Das ist schon bei TNG völlig anders. Es sind austauschbare Stimmen wie aus jedem Werbespot. Daher empfehle ich eher das Original zu wählen auf Englisch. Gegen eine komplett neue deutsche Synchronisation wäre ich auf jeden Fall, denn die tollen Synchronstimmen der 1970er sollten bleiben.

    Was über Jahrzehnte ähnlich bleibt: unsere Helden vom Planeten Erde versuchen sich stets in interkultureller Adaption und Respekt. Man ist immer bemüht, die Kultur der anderen zu würdigen, Fettnäpfchen zu vermeiden, das wird bei TNG, VOY und DS9 immer deutlicher. Aliens hingegen erwarten das Beherrschen der kulturellen Codes durch Erdlinge quasi, bis auf wenige Ausnahmen wie Data oder Odo sehe ich kaum interkulturellen Austausch in Balance. Ist dies ggf. als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen in Bezug auf Ghettoisierung und Parallelgesellschaften wie es durch Migration in westlichen Gesellschaften zu beobachten ist? Hier sind wir bekanntlich bis heute noch dabei die beste Lösung zu suchen.

    Ach, wie viele Gründe gibt es noch um Star Trek zu lieben, wo uns selbst uralte Episoden auch heute noch zum Reflektieren über das Hier und Jetzt veranlassen können. Die fundamentalen Fragen des Menschseines zu stellen, das gelang zu einer Zeit, da kaum jemand sich dieses traute. Vielleicht sollten wir alle versuchen die Lwaxana Troi in uns zu entdecken, dann könnten wir jede interkulturelle Klippe mit eleganter Leichtigkeit umschiffen…

  15. Fussi

    Ich gucke gerade auch nochmal Star Trek komplett durch und höre mir nach jeder Folge eueren Podcast an. Ein paar Auffälligkeiten meinerseits.

    1. Man hätte Spock nicht mal in ein Shuttle setzen müssen. Ein schnelles vulkanisches Schiff hätte ihnen ja auch entgegenfliegen können.

    2. Die Musik im Hintergrund („Spock’s Theme“) erinnerte mich irgendwie sehr an den Bolero von Maurice Ravel. Im Raumschiff und auch beim Hereintragen von T’Pau

    3. Der vulkanische Gruß („Live long and prosper“). In meiner deutschen Fassung (restaurierte BlueRay) haben die zum Abschied Glück gewünscht, genaugenommen „Langes Leben und viel Glück“ – eine blöde Übersetzung. Sollte doch Glück für reine Logiker wenig relevant sein. Später hat man das ja besser übersetzt.

    4. Täusche ich mich, oder gilt der Vulkanier nicht im allgemeinen als ein ganzes Stück kräftiger als Menschen? Das hätte man beim Kampf darstellen können (oder kam es später oder war das eine andere Rasse?)

    5. Putzig, das McCoy vorher wußte, dass er genau das Mittel brauchte und diese eine Spritze mitnahm 🙂

  16. Mister Incredible

    Moin, Fussi!

    1. Wenn es nach sinnvollen Überlegungen und praktischer Umsetzbarkeit ginge, und vielleicht noch nach den ewig geltenden physikalischen Regeln, dann wäre so manches Weltraumabenteuer jenseits von „Apollo 13“ eine ziemlich öde Sache: wer will Leuten dabei zusehen, wie sie über Jahrzehnte (im Kälteschlaf?) durch das Nichts dümpeln? Da muss ich immer an eine VOY-Folge denken, wo alle so gelangweilt herumsaßen, weil eine Weile mal nichts passierte“… da dachte ich „herrje, was für eine verzerrte Darstellung, bei interstellaren Reisen passiert nie was, ewig nicht…“

    3. Über die schrägen bis albernen deutschen Übersetzungen haben wir wohl alle schon häufig die Stirn gerunzelt oder spockig die Augenbraue gehoben. „Prosper“ ist ganz schlecht zu übersetzen, wenn es um einen flockigen und geschmeidigen Gruß geht. Was sollte man sagen? „Prosperierend“ wäre die korrekte Übersetzung oder „gedeihlich“, beides klingt blöd… und „erfolgreich“ bringt’s für meinen Geschmack auch nicht. Gedeihen und Erfolg sind unterschiedliche Dinge. Auch deswegen rate ich jedem, sich lieber auf Originalton ggf. mit Untertiteln zu verlegen.

    5. Der pfiffige Arzt des 23. Jahrhunderts hat immer das passende Ampullenset dabei, das versteht sich doch von selbst. Würde mich nicht wudern, wenn in den Injektionsgeräten nicht noch ein Minireplikator steckte, der die gewünschte Medizin augenblicklich selbst produziert. Ooops – jetzt geht meine Phantasie mit mir durch…

    1. Fussi

      1: Dies bezog sich nur auf die Logik des Plots und war nur ein zusätzlicher Vorschlag zu dem von Simon und Sebastian.

      3: Ja. Das war ist mir eigentlich bewusst. Diese bekannte deutsche Übersetzung ist ja schon Kanon, mir war nicht klar, dass man das Anfangs ganz anders interpretiert hat (natürlich auch hier wieder nur auffällig, wenn man – wie ich gerade – alles Alte noch mal ansieht). Ich habe ja sogar angehalten und die Sprache umgestellt, um zu prüfen, ob die nicht vielleicht im Original auch was anderes gesagt haben. Ja das mit dem Original ist mir auch bewusst, aber so eine Sache. Ich spreche mit Sicherheit ein besseres, als das notwendige Urlaubsenglisch. Einen originalen Film zu sehen ist eine ganz andere Dimension (je nach Sprechgeschwindigkeit, Nuschelfaktor, Slang und Fachbegriffen). So als persönlicher Erfahrungswert: Bei Akte X verstehe ich höchstens 10% (Farscape auch schwer), bei TNG liege ich schon auch mal bei 50% und drüber. TOS habe ich immer als schwer verständlich eingestuft, ging gestern bei einem Test (empel des Apoll) aber noch ganz gut. Mir helfen im Regelfall die englischen Untertitel, die das Problem mit Speed und Nuscheln beheben, aber die entsprechen ja sicher auch nicht immer 1:1 dem Originaltext oder? Mir geht es halt so, dass ich mich bei Originalton ziemlich konzentrieren muss.

      5: coole Idee 🙂

      LG vom Fussi

  17. Fussi

    Nachtrag zu gerade eben, ich hatte einen vergessen. zu Punkt 3.

    Dass ich mich so konzentrieren muss hat auch den Nachteil: Es ist (für mich) ziemlich anstrengend und da Fernsehen ja eher etwas Entspannendes (in meinem Fall nach der Arbeit) sein soll, gucke ich am Ende dann doch wieder die deutsche Version. Da kann ich dann alt doch nebenbei auf mein Abendessen schauen und auf dem Handy eine Message beantworten. Ich finde, um im Originalton wirklich Spaß zu haben muss man schon mächtig fit sein in der Sprache. Ich bin da trotz meines halbwegs brauchbaren Englisch noch lange nicht.

    Also wenn mir jemand sagt, ich solle lieber das Original gucken, würde ich das nicht um Himmels Willen als überheblich bezeichnen, aber ich denke, es ist für viele eine ziemliche Hürde (auch mit Untertiteln, wobei ich die deutschen Untertitel ja sowieso ausschließen würde, ich jetzt von den englischen reden würde) darstellt

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