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24. November 1997:
Einige Monate nach der Enthüllung Bashirs als genetisch Manipulierter hat sich der Stationsdoktor wieder gut integriert, doch nun besuchen ihn in Form von Lauren, Jack, Sarina und Patrick vier, die zwar seine Herkunft teilen, aber in einem Institut interniert wurden. Erst ist Julian abgetörnt, doch der laufende Dominion-Krieg fasziniert die Inselbegabten, so dass es den schlafenden Tiger Khan in ihm weckt.
In Deutschland: Statistische Wahrscheinlichkeiten, ausgestrahlt am 4. Juli 1998.
Moin zusammen,
eine Episode deren Zauber sich nicht auf den ersten Blick erschließt und durchaus lange gekaut werden muss vor dem Schlucken. Jack hat mich oft genervt – und so war die Rolle angelegt – also Herzlichen Glückwunsch, es hat geklappt. Die Theaterhaftigkeit des Werkes ließ mich an „die Physiker“ denken auch wenn der Plot nicht vergleichbar ist, jedoch Überlegungen zu Folgen unseres Handelns in Bezug auf Massenauslöschung existierte in beiden Fällen. Die Assoziation mit Autismus und Inselbegabung, denke ich, hat vermutlich jeder beim Ansehen dieser Folge, und ich denke dass es „typisch Star-Trek“ ist so ein Thema zu beackern, wissend, dass es die Nische bedient aber kaum ein Massenpublikum erreicht. Eure sorgfältige Betrachtung erleichterte mir den Zugang jedenfalls sehr, so dass ich die Episode besser würdigen kann. Viele authentische Charaktermomente, Seitenhiebe etc. lockerten das düstere Thema auf. Wie toll dass man mal was auf Vorta (vortisch?) hörte. Herr Combs hatte sich hierzu auch sehr erheiternd gehäußert.
Fehleranfällige Föderation? Was soll man zu den schon häufig zitierten fehlenden Sicherheitsprotokollen sagen? Es ist quasi auch ein Teil des Markenkerns von Star Trek, dass man wie deppert in immer wieder dieselben Fallen tappt. Runterbeamen und keine Wache im Orbit-Shuttle parken und sich von Bogenschützen hops nehmen lassen, einen Fake-Diakon auf OPS beamen und sich als Geisel nehmen lassen, und auch kürzlich spazierte Una Chin-Riley ganz allein in ein Alien-Schiffswrack auf der Ur-Erde um ein Iridium-Ei zu bergen. Es setzt sich also auch bei New Trek fort – müssen wir wohl mit leben. Euer Votum habe ich aufgrund der speziellen Trekkigkeit dieser Episode und besonderer Charaktere geahnt und kann es größtenteils nachempfinden. Als mutiges Experiment würde ich es bezeichnen.
Die Erwähnung von Averna ließ Erinnerungen aufploppen bei mir an meine frühere Handelskarriere, als wir auf einem Branchentreff der Uhrenindustrie waren in Funktion der Einkäufer, während beim abendlichen Beisammensein der Europaboss einer großen japanischen Uhrenfirma uns mit diesem Likör abfüllte. „乾杯“ (Kanpai) – und eine Flasche nach der anderen ging über den Tisch. Herr Dings aus Japan hatte vielleicht auch nur „kaufen“ mit „saufen“ verwechselt…
PS: Happy Moving Day, lieber Simon! Möge der unterbrechungsfreie Datenstrom mit Dir sein!
Es gibt „Hole in bucket“ z.b. von Harry Belafonte:
https://www.youtube.com/watch?v=xVAvMIhvqfk
Wiki sagt: „There’s a Hole in My Bucket“ (or „…in the Bucket“) is a children’s folk song based on a protracted humorous dialogue between two characters about a leaky bucket. The song is believed to have originated in Germany by the 1700s, and was well-known in England and the United States by the 1930s.
wirklich krass wie unterschiedlich die Wahrnehmung der folgen ist, gerade im Wechsel mit Voyager.
ich fand die Folge wirklich nicht überzeugend. die Charaktere zu drüber und ich konnte so gar nicht zu ihnen eine Verbindung aufbauen. klar könnte es noch viel schlimmer dar gestellt sein, aber das war für mich einfach zu viel Klischee. und auch wenn es nicht einen direkten Bezug zu heutigen real existierenden Menschen mit Einschränkungen gibt, ist die Darstellung für mich so klar darauf abzielend (gerade für die 90er), dass ich nur viel den Kopf schütteln konnte. freut mich, dass das für euch schön war, ich hatte letzte Woche mit dem Großvater auf Spurensuche dafür umso mehr Spaß.
auch die (teure) Botschaft (es braucht die Menschlichkeit), war jetzt für mich nicht so erleuchtend, dass ich mir „wow“ gedacht habe.
nunja, dann hören wir uns nächste Woche wieder im Delta zu quadranten.
Ich mag die Episode, und deswegen freut es mich, dass ihr mit so viel Begeisterung und Wohlwollen bei der Besprechung dabei gewesen seid. Das fällt besonders ins Gewicht, weil ich die mir die Folge letztens im Deltaflyers Podcast angehört habe, und die Folge da im Allgemeinen nicht gut gekam – teilweise aufgrund von Kritik, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte, und nich dementsprechend etwas verwirrt zurückgelassen hat.
Wenn das doch alles nur nicht so stereotyp dargestellt worden wäre, hätte das eine durchaus interessante Folge sein können.
Dass Patrick plötzlich eine Brille trägt, ist mir auch aufgefallen. Hab auch zurückgespult, er ist gerade noch so im Bild und tritt dann heraus, sehr schöner Fehler.
Ich habe aber auch weitere Betten im Raum gesehen, die schlafen da also.
Die Foundation Vibes hatte ich ebenfalls beim Schauen der Folge. Die in vier Personen aufgesplitterten Eigenschaften (Angst, Lust etc.) erinnerten mich dadurch auch an den Pixar-Film „Alles steht Kopf“.
Besonders schön fand ich, dass Miles wohl nur seinen Kumpel Julian vermisst hat und die Reparatur gar nicht nötig war. Er kriegt noch einen Spruch der vier Gäste und brummelt nur sowas wie „hätte bestimmt demnächst sowieso repariert werden müssen“.
Die Liebe zwischen Miles und Julian wird immer deutlicher.
Meiner Meinung nach passieren in dieser Story zu viele unglaubwürdige Dinge:
1. Die vier psychisch instabilen Zivilist*innen Jack, Patrick, Lauren und Sarina kommen auf die Station, weil Bashir ihnen helfen will, „einen nützlichen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten“ (was auch immer das bedeuten soll – es wird nicht erklärt).
2. Sie sehen sich Damars Rede an, weil in dem Frachtraum, in dem sie untergebracht sind, „aus Gründen“ plötzlich ein Monitor hängt.
3. Anhand der Analyse seiner Rede „destillieren“ sie im Handumdrehen detaillierte Informationen über seine Rolle im Dominion.
4. Anschließend erstellen sie aus einer einzigen holografischen Aufzeichnung der Friedensverhandlungen eine messerscharfe Analyse über die Pläne des Dominion.
5. Das Oberkommando der Sternenflotte ist von dieser *einen* Analyse *superbegeistert* und gewährt vier Personen, die noch nicht mal Offiziersränge besitzen, Zugang zu strenggeheimen Informationen.
Wenn die Sternenflotte SO dämlich ist, brauchen sie sich nicht zu wundern, dass sie den Krieg verlieren! Was haben diese Sesselfurzer*innen im Sternenflotten-HQ denn erwartet, was Jack & Co. mit den Daten anstellen würden?!? Sie haben sich in dieser Folge durch ihre Dummheit an den Rand einer Niederlage manövriert.
Ihr sagt: „Jack ist gefährlich“, „Lauren kann man nicht auf andere Menschen loslassen“, „Patrick muss betreut werden“ usw., aber was ist mit der grenzenlosen Blödheit der Admiralität? Die sind viel gefährlicher, weil sie die Geheiminformationen besitzen und einfach so herausgeben! DARAUS entsteht doch die tatsächliche Gefahr in der Story. Eigentlich müsste die Admiralität der Sternenflotte umgehend ins berühmte „Institut“ eingeliefert und rund um die Uhr bewacht werden.
Jack & Co. sind „selbstverständlich“ zur selben Zeit auf DS9 wie Weyoun und Damar, damit die Folge stattfinden kann. Als hätte das hinter den Kulissen jemand geplant!
Merkwürdig finde ich, wie es Bashir gelingt, Sarina zu überzeugen: Er erklärt ihr, dass Jack, Patrick und Lauren wegen *Hochverrats* angeklagt und verurteilt werden, falls sie dem Dominion die Infos übergeben. Hochverrat bedeutet für mich: Höchststrafe, lebenslange Haft, scharfe Bewachung, ständige Verhöre etc., das volle Programm eben. Aber Bashir weiß doch längst, was die drei in diesem Moment tun! Warum genügt DAS nicht für eine Anklage wegen Hochverrats? Die Drohung der Anklage wird in dieser Szene als eine große Sache inszeniert, aber letztlich ist sie egal.
Im späteren Verlauf der Serie wird „Sektion 31“ als *Geheimdienst der Sternenflotte* eingeführt! Überlässt dieser *Geheimdienst* auch allen, die *ein Mal* etwas Vernünftiges gesagt haben, sämtliche geheimen Infos der Sternenflotte?!
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Die Zusammensetzung von Jacks Gruppe finde ich unglaubwürdig, kontraproduktiv und lebensgefährlich. Alle vier bekommen schon in den ersten Szenen klar definierte Eigenschaften: Jack ist gewalttätig, Patrick ist kindlich, Lauren ist lasziv und Sarina ist passiv. Diese vier Personen bräuchten meiner Ansicht nach individuelle Therapien und Strategien. Eine aggressive Person wie Jack darf nicht mit Sarina zusammengebracht werden, weil sie sich überhaupt nicht gegen ihn wehren kann. In einer Szene nimmt er sie ja sogar als Geisel und droht, sie zu ermorden! Warum lässt Bashir als behandelnder Arzt/Therapeut DAS zu?! Sowas ist nicht nur unprofessionell, sondern fahrlässig. Und eine sehr kindliche Person wie Patrick passt nicht zu Lauren, die als lasziv und sexuell überaktiv dargestellt wird. Wer bringt denn bitteschön eine kindliche, unreife Person mit einer sexsüchtigen Person zusammen?! What could possibly go wrong?
Jack, Patrick, Lauren und Sarina wirken auf mich nicht wie Patient*innen einer psychiatrischen Einrichtung, sondern wie ein Set aus einem Sammelkartenspiel, z. B. „Pokémon“, „Yu-Gi-Oh!“ oder „Magic: The Gathering“. Diese Spiele sind, soweit ich weiß, auf Zusammenstellungen sehr unterschiedlicher Charaktere ausgelegt: der erste greift mit Feuer an, der zweite schützt sich durch ein Energiefeld, der dritte benutzt eine Art Tarnung und der vierte kann seine Gegner auf mentaler Ebene manipulieren.
In der Episode geht es vorrangig um Dramatik und Konflikte, aber nicht um glaubwürdige Charakterentwicklungen.
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Am Ende tun alle so, als wäre gerade eben *nichts* vorgefallen, obwohl …
die Sternenflotte strenggeheime Daten an psychisch instabile Personen übermittelt hat!
Jack & Co. kehren ins „Institut“ zurück …
nach dem drei von ihnen auf DS9 einen handfesten HOCHVERRAT begangen haben!
… und man geht wie selbstverständlich zur Tagesordnung über.
Fin.
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Lustig finde ich, dass Keiko *schon wieder* nicht auf der Station ist!
🤣🤣🤣
Keikos einziger Daseinszweck ist mittlerweile ihre ständige Abwesenheit. Na ja, so eine Fern-Familie mit zwei Kleinkindern kann ja auch schön sein.