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26. November 1997:
Der holografische Maestro Leonardo verdankt intergalaktischen Taschendieben seine neugewonnene Freiheit. Das undankbare Florenz hinter sich lassend betreibt er nun in Amerika, am Hofe seines Gönners, des Prinzen Tau, multidisziplinäre Kunst und tüftelt an Apparillos. Bis eines Tages seine Auszubildende Catarina mit ihrem Arbeitskollegen Tuvok wieder auf der Türmatte steht und fliegen will.
In Deutschland: Apropos Fliegen, ausgestrahlt am 29. Januar 1999.
Moin zusammen,
ach, sehr froh bin ich darüber dass ich trotz höheren Alters und Schichtdienst im Verkehrswesen noch ganz gut schlafen kann ohne gar auf Chemiebomben zugreifen zu müssen. Gestern am frühen Abend von einem sehr frühen Einsatz zurück, entsprechend müde, wach gehalten bis 23 Uhr. Um 4:40 Uhr hochgeschreckt: Mist, Wecker war noch vom Vortag gestellt. Wecker aus, Nasszellenbesuch, TaD runter laden (*lg*), weiter schlafen ohne Wecker. Um 9:30 Uhr aufgewacht. Bin wohl gefühlt erst 16, hihi.
Ein risahaftes Ferienresort wäre für Frau Janeway viel zu profan gewesen, out of character, das hatte man sicher im Kopf als man ihr das Leonardo-Setting verpasste. Tante Käthe braucht eben auch in ihrer Freizeit die „intellectual challenge“…
Wie auch andere TaD-Hörer war ich zu meiner Überraschung von dieser Episode doch ganz gut unterhalten, auch wenn man gewisse Schwächen spüren konnte. Klar, man hat sich an Standarderzählungen bedient die schon hundertfach – auch bei Star Trek – zu sehen waren: wie oft wurden technisch „Rückständige“ entgegen der Prime Directive an Bord eines Raumschiffs geholt um dort The Wonders of Advanced Technology mit Emotionen zwischen Euphorie bis Furcht zu verarbeiten. „There’s no glass!“ – „Force Field“. Billiger Effekt wenn zu oft bedient, jedoch denke ich bedient man sich hier dem was in jedem von uns sicher schon vorgangen ist: „Ach, wenn mein Opa das heute sehen könnte“. Smartphone, Flachbildfernseher, KI-Recherche, Spracherkennung. Ich denke dass es deshalb so gut funktioniert weil wir uns gegenüber dem „Früher“ immer schon als so viel fortgeschrittener betrachteten. Da sich die meisten auf reine Technologie fokussieren und auf nichts anderes, muss die Frage gestellt werden in wie weit ein Immanuel Kant einem Donald Trump und anderen dieses Spektrums ethisch-moralisch überlegen waren. Immerhin: Jean Luc erwähnte gegenüber Lilly wenigstens einige gesellschaftliche Errungenschaften. (Und was würde mein Opa zu bestimmten heutigen Wahlergebnissen sagen?)
Dennoch fand ich den Renaissance-Blick des Leonardo ziemlich charmant. Verstanden hatte ich weder wie er aus dem Holodeck auf den Planeten kam wie auch der Glider, denn dieser war doch auch Teil einer holographischen Projektion und hatte keinen eigenen Holo-Emitter. Ich denke, dass jeder Zuschauer bemerkte, dass man Logiklöcher absichtlich in Kauf genommen hatte um bestimmte Szenen zu bekommen – wissend dass dieses der Story nicht gut tat. Das Danger-Schild hatte ich bewusst als Widerspruch gar nicht wahr genommen, vermutlich weil ich damit beschäftigt war zu ergründen welche Art Industrie zu sehen war. Ich hatte „Raffinerie“ getippt. Störend empfand ich sehr das Fehlen jeglicher Statisten in so einem großen Induestriekomplex… humanoidenleere Szenen sind sicher viel billiger, zumal bei Star Trek immer noch teure Masken und Kostüme nötig wären. Das Kaschieren des Warnschildes war wohl auch zu teuer. Yep, der Bösewicht war eine sehr lahme Figur. Selbst sein Herumballern hatte was von scheuem Viertklässler beim Fangen-Spielen, die Körpersprache war untauglich für einen Fiesling.
Wenn „Daumen runter“ ziemlich schlecht bis grottenschlecht bedeuten kann, müsste man vielleicht die Daumenwertungen noch in Plus, Minus, Neutral unterteilen. Nach dem Hören Eurer Besprechung würde ich meine Daumenrichtung von 12 auf 3 Uhr ändern. Cheerio.
Jo, eine Folge Voyager, bei der ich den Eindruck habe, ich hätte aus Versehen die zweite oder bestenfalls dritte Staffel eingelegt. Ich gehe mit, dass eine reine Leo-Folge vielleicht besser gewesen wäre. So war die Folge halt nur unteres Mittelmaß: Ein unterdurchschnittlicher Gegner, mittelmäßige Kulissen bis hin zu einem unterdurchschnittlichen Spannungsbogen. Alles zieht meinen Daumen eher Richtung 5 Uhr, am Ende landet der auch unten. Gerade mit so einem Gaststar hätte man Mehr anfangen können.
PS: Lustig, dass der portugiesisch-spanische Navigator Vasco Rodrigues als Leonardo aus Vinci von Portugiesen entführt worden sein sollte.
PPS: Der deutsche Titel ist mal wirklich einer der dümmsten im Franchise. Und ich bin da sehr tolerant bei Serien- und Filmtiteln der damaligen Zeit.
Hoppala Fliegen
Was für ein Desaster. Ich weiß echt nicht, was die sich bei dieser Folge gedacht haben. Ich bin wirklich ein großer Voyagerapologet, ich halte Nemesis für eine großartige Folge, ich schaue mir sogar ganz gerne Ex Post Facto an und kann mich für Twisted begeistern. Aber das was hier mit Concerning Flight abgeliefert wurde ist wirklich schlimm. Es quietscht an jeder Ecke. Wie kann die Voyager, die gerade überfallen worden ist, einfach weiterfliegen, ohne dass die Diebe das nicht merken? Haben die auf dem Planeten keine orbitalen Scans um mal Nachzugucken, wer da so vor der Tür steht? Warum hat der Chefbösewicht (großartiger Hinweis mit der Frisur und seinem Prinzendasein) keine Ahnung, wen er da überfallen hat und, dass die ihn jetzt besuchen?
Den für euch positiven Punkt, die Erklärung, warum das Hologramm nicht verstehen kann, was es ist, ist für mich noch dazu der größte Fehler in der Folge und regt mich auf. Jedes andere Hologramm, was wir bis jetzt getroffen haben, zeichnet sich dadurch aus, dass es auf den Trichter kommt, was es ist und damit zurecht kommt (zumindest, wenn es sich um einen Hauptcharakter der Folge handelt). Und dann ist das auch noch ein hoch intelligenter Kopf, der dahinter steht. Warum sollte ausgerechnet Leonardo DaVinci zu doof dafür sein? Moriarty hat’s doch auch kapiert! Notfalls könnten Harry und Belana ein bisschen am Holoprogramm herum frickeln und natürlich könnte Janeway sich mal ein paar Stunden Zeit nehmen und ihm das erklären, vielleicht sogar bis ans Ende der Staffel eingestreut. Was für ein Bullshit! Ich nehm sonst wirklich jede vereinfachte Erklärung mit und gebe mich mit wenig zufrieden, solange eine spaßige Idee heraus kommt. Aber das hier ist nicht spaßig! Das ist überhaupt nicht durchdacht und ich rege mich furchtbar darüber auf!
Aber immerhin ist hiermit, zumindest für mich, die schlimmste Voyagerfolge überstanden. Und das nach dem (für mich) Totalausfall auf der Station letzte Woche. Immerhin kanns nur besser werden. Die Abstufung „nicht so schlimm wie Ressurection“ kann ich allerdings mitgehen, da wollte ich meine Hausaufgaben gar nicht machen, hier wollte ich wenigstens checken, ob meine Erinnerung so schlimm ist wie die Realität. Leider war dem so.
Eure Folge war wie immer unterhaltsam
Hey ihr Beiden,
das war eine unterhaltsame Besprechung. Ihr schafft es, auch eher seltsame Folgen humorvoll zu besprechen und ich hoffe, der Humor geht euch nicht aus. Ihr müsst euch nicht rechtfertigen, wenn ihr Voyager nicht mögt. Ich schaue die Serie gerade zum dritten Mal am Stück (das letzte Mal vor der Pandemie) und ich muss sagen, dass ich Voyager inzwischen doch recht anstrengend finde. Einerseits wegen der fehlenden Serialisierung und dem inkonsequenten Verhalten der Charaktere. Andererseits wegen der Behandlung und Sexualisierung von Seven Of Nine (fehlen von Agency und Autonomie). schön, dass euch die seltsame Szene aufgefallen ist. Was sie angeht wird in den kommenden Folgen noch harter Tobak auf uns zukommen.
Danke Dir, Stargazer!
„Ihr müsst euch nicht rechtfertigen, wenn ihr Voyager nicht mögt.“
Das ist es ja gerade: Ich mag Voyager. Habe nie was anderes behauptet. Die Serie hat einige meiner liebsten Star-Trek-Episoden, deswegen würde ich nie sagen, dass ich Voyager nicht mag.
Im Vergleich zu DS9 hat die Serie bei mir auch keinen Vor- oder Nachteil. Keine der beiden Serien war meine „Fünf-Tage-die-Woche-nach-der-Schule-Serie“.
Für beide habe ich in den Jahren 1995 bis 1999 jeden Monat 39,90 DM ausgegeben. Jeden Monat gleichzeitig je eine Videokassette mit zwei Episoden bekommen. Absolut identische Grundvoraussetzungen. Es hat nicht eine Serie einen Verklärungsbonus, den die andere nicht hat.
Voyager hat aber auch Konzepte (z.B. Cheesy Action oder übermäßig viel Borg – so viel, bis aus ihnen die Bore-g werden) und Episoden, die bei mir nicht zünden.
Ein schwankungsstarkes Ding, Voyager, für mich Licht und Schatten. Deswegen würde ich nie sagen, dass ich die Serie nicht mag. Aber auch nicht, dass ich sie bedingungslos wertschätze.
Woche für Woche bleibt es mit Voyager wild. Ich hoffe, wir schaffen es immer, unsere Sichtweise möglichst transparent zu machen. Und abstrahiert nachvollziehbar, auch wenn alle Roddenbärchis selbst (hoffentlich) zu individuellen Urteilen kommen.
Ehrlich gesagt hat Voyager für mich auch den größeren podcastérischen Reiz als Deep Space Nine. Für mich ist DS9 freilich die konsistentere Serie, aber deswegen auch weniger aufregend in der Besprechung.
Nur eine kleine Korrektur: Die prächtigen Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle stammen von Michelangelo, nicht von Meister Leonardo.
Sonst wieder eine schöne Besprechung.
NRW-Abitur. Bei Anderen reicht das auch nur zum Kanzler. ;p
Das mit dem „Computergesetz“ was ihr meintet ist vermutlich „Moore’s Law“. Der hat mal postuliert, dass alle X Monate sich die Anzahl an Elementen pro IC verdoppelt. Das hat jetzt nichts direkt mit der Geschwindigkeit von Computern zu tun, da diese nicht nur davon abhängt.
Bei Mobiltelefonen gibt es beispielsweise viele Transistoren in Spezialeinheiten, die bestimmte Aufgaben nicht unbedingt schneller, aber mit weniger Energieverbrauch machen können. Da gibt es dann zum Beispiel JPEG-Beschleuniger, weil die schneller sind, als die CPU. Werden die nicht gebraucht, so werden die halt ausgeschaltet.
Und ja, die Idee, dass so ein Schiffscomputer eine einzelne Kiste ist, finde ich auch fremd. So was ist auch heute auf Schiffen eher verteilt.
Es war allerdings Petrarca, der den Mont Ventoux bestiegen hat und nicht der Petrarch den Mount Verdun.
Dieser Typ, der da mit dem „Fallschirm“ vom Eiffelturm sprang, hieß Franz Reichelt.
Faszinierender noch als dass er praktisch ungebremst in der Erde einschlug, fand ich ja, wie der da oben an der Balustrade einen Tisch hingestellt hatte, darauf einen äußerst wackligen Stuhl und dann allen Ernstes von dieser „Konstruktion“ abspringen wollte.
https://www.youtube.com/watch?v=pI40vjUfCkM
Sebastians O-Ton: „Und darum gibt es auch nächste Woche https://www.fantastische-wissenschaftlichkeit.de/category/wieder-voyager-podcast/ .“ 😀