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5. November 1997:
In einem anderen Hosenbein der Geschichte sahen wir bereits, wie die Voyager in ein Höllenjahr geriet. In dem temporale Torpedos Janeway und B’Elanna ins Jenseits beförderten und Tom zu Harrys Schwiegervater wurde. Nun holt die Serie auf und (womöglich aufgrund temporaler Löschtechnologie) ereignet sich eine Version ohne Kes, aber mit Seven. Fortsetzung folgt übernächste Woche.
In Deutschland: Ein Jahr Hölle, Teil 1, ausgestrahlt am 8. Januar 1999.
Kurz zum deutschen Titel: „Das Jahr der Hölle“ klänge so nach einem Jahr, in der einmal die Hölle los war. „Ein Jahr Hölle“ klingt aber nach einem Jahr, in dem jeder verdammte Tag die Hölle war. Eine echte Knochenmühle, eine Maloche, ein Ackern, Sackern, Rackern, Heulen und Zähne klappern, quasi jeden Tag leben wie ein Podcaster. DAS ist „Ein Jahr Hölle“.
@Simon: Du saßt mit Walter „Imperator“ Reindl bei der Vorstellung eines Shooters? O.o AWESOME.
Normalerweise würde man auch einfach „Ein Höllenjahr“ sagen. Vom Klang her finde ich aber „Das Jahr der Hölle“ schöner. Es erinnert mich auch immer etwas an eine andere Serie:
„Es war das Jahr des Feuers, das Jahr der Zerstörung, das Jahr, in dem wir zurückeroberten, was uns gehörte. […]“
Also, ich denke das beide Hitchcock-Filme kennen, dürfte wohl auf ihre Verbindung zu Lt. Paris liegen. Der hat ja bekanntlich eine Leidenschaft für das 20. Jh.
btw. Annorax. Ich habe mal AI benutzt, da mir der Begriff für Fan nicht geläufig war. Bei mir ist das eher der slang Otaku. Tatsächlich leitet sich der Begriff wohl sogar vom Kleidungsstück ab. Der bezog sich ursprünglich auf Train-Spotter, die in Anoraks an der Strecke standen um Züge zu sehen/fotografieren. Das soll von einem gewissen Radio-DJ John Peel zuerst etwas abwertend erwähnt worden sein. Was wiederum eine Parallele zum eher mir bekannten Slang Densha Otaku aufweist, der genau das gleiche aussagt.
das war ein richtiges Brett damals.
heute sehe ich die Folge eben etwas erwachsener. gute science fiction mit den begrenzten Mitteln des damaligen Star Trek Produktionsteams.
viele gute erinnerungen an diese episode, ist ja ein zweiteiler 🥰
In meinem „Kes und das Geschenk“-Knäuel habe ich einen Logikbug entdeckt, der es auflöst. Nur um es am Ende des Zweiteilers wieder zu verknoten. Übernächste Woche im Podcast mehr dazu. Für Simon liegen Aspirin bereit.
Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, ob ihr auch die Knotenlösung findet, und auf eure weiterführenden temporaltheoretischen Klimmzüge!
Ist Kes am Ende von Before and after nicht wieder ein Säugling und beginnt quasi von ihr Leben von vorne? Und sehen wir hier nicht die „zweite“ Zeitlinie? Vielleicht gab es immer eine Anomalie die die Voyager durch den Borgraum führt, aber Kes spürt intuitiv, dass diese Anomalie von ihr ausgehen muss (und mit Zeitreise Hokospokus in „vorherigen“ Zeitlinien nur der Effekt , aber nicht der Auslöser zu sehen war).
Ich kann mich nicht richtig gut erinnern, will mit jetzt durch nachgucken auch nicht den Spaß verderben. Das ist nur bis jetzt meine Theorie.
Viele Grüße,
ChrSchl
P.S.: Wie gerne würde ich die Zeitlinie manipulieren um am 8. September mir einen Tag frei zu nehmen. Vielleicht sehen wir uns Abends.
Viele liebe Grüße,
ChrSchl
Bin noch mitten in der Folge. Bin aber schon temporal verwirrt, weil ich die beiden Folgen wieder als Sat 1 TV Film abgespeichert habe. Ihr bei der Nennung des deutschen Erstausstrahlungsdatums aber gar nicht drauf eingeht, dass dies im Rahmen eines Sat 1 TV Events war. Hoffe, ihr löst die nächste Woche noch auf.
Wobei es nächste Woche ja erst wieder auf die Station geht. Also in zwei Wochen.
Positiv: Terok Nor!!
Negativ: Klingonen 🙁 Alles wird schlechter mit Klingonen.
du weißt noch, dass das in SAT1 den Zweiteiler als Film ausgespielt hat? Ich bin beeindruckt. Jetzt, wo ich es lese, fällt mir ein, dass SAT1 das manchmal gemacht hat, aber nur ganz verschwommen.
Ich stelle beim Fortschreiten der Besprechungen fest, dass ich einfach GARNICHTS mehr weiß über Voyager-Folgen. Den Folgentitel hab ich dieser Resistance-Holodeckfolge zugeordnet. Scheint es gar nicht zu sein, es sei denn nächste Woche kommt dieser Teil.
Ich habe es extra noch nicht geschaut, warte noch bis Sonntag vor der Besprechung.
Du denkst vermutlich an den Zweiteiler „Das Tötungsspiel“ (The Killing Game), der sollte uns hier in ein paar Monaten erwarten…
Ich denke ja, dass Anorax in seinem Zeitschiff in der Zeit stehen bleibt, wenn er also alles in seinem Sinne korrigiert hat, kann er an derselben Stelle wieder einsteigen und es ist nur die Zeit vergangen vom Tod des geliebten Menschen bis zu seinem Aufbruch mit dem Zeitschiff
Ich hatte das für mich so gelöst, dass dieses Alienvolk halt 600 Jahre alt wird und ihnen noch genug Zeit dann bliebe.
Ich schon wieder 😉
Also eigentlich hattet Ihr das Kes-Problem schon gelöst: Wenn man davon ausgeht, dass mit der Vernichtung der Zal-Kolonie an Tag 1 bereits geändert wurde, dass Kes überhaupt an Bord der Voyager kam, erklärt das 1. warum in der Folge niemand von ihr spricht und 2. warum die Voyager in Jahr 4 beim Jahr der Hölle ankommt. Denn dann hat es den Sprung durch The Gift nicht gegeben.
Dann haben wir allerdings am Ende das Problem, dass – wenn die Zeitlinie wieder hergestellt ist – man den Sprung durch The Gift trotzdem nicht gemacht hat, denn sonst wäre ja das Jahr der Hölle nicht passiert.
Der Knoten lässt sich also höchstens nach hinten verschieben, nicht aber lösen.
Letztendlich war es wohl so, dass die Autoren mit The Gift Kes einen würdigen Abschied gegeben haben und dennoch der Versuchung nicht wiederstehen konnten, das in Before und After angeteaserte Jahr der Hölle nicht nochmal aufzunehmen. Sie haben wohl gehofft, dass das niemandem auffällt und damit die Rechung ohne Sebastian gemacht.
*dingdingdingding* Ladies & gentle-aliens: We have a winner.
Exakt, Swantje! Mit einer kleinen Ergänzung, aber die bewahre ich mir noch auf.
Einer meiner liebsten Doppelfolgen – nicht nur von VOY. War damals ein Brett im TV …
Ihr habt da heute aber ganz nebenbei eine lustige Frage gestellt, die mir nie aufgefallen ist: Wer ist eigentlich Wissenschaftsoffizier auf der Voyager. Und stimmt: fehlt komplett.
Bei TNG ja im Grunde auch, aber die Rolle übernimmt ja faktisch Data.
Bei VOY war die Rolle glaube ich Janeway zugedacht – wenn man mal rückblickt auf die ersten Episoden, wie sie da das Loch im Warpkern flickt, stapelweise Pads auf dem Tisch hortet, wenn sie in neue Nebel fliegen, … Mit der Einweihung des Astro-Labors kommt die Rolle aber definitiv 7of9 neu zu – das Labor ist für sie im Grunde Spocks Guckröhre, ja.
Spannend, was man jahrelang einfach so hinnimmt … Vielleicht fehlt der Wissenschaftsoffizier ja, weil die Voyager gar nicht auf einer Forschungsmission war und Janeway dachte: „Ich komme ohne aus, was soll’s.“ 😅
Naja, aber jetzt mal nüchtern: Die Voyager hat keinen Wissenschaftsoffizier, weil es kein Wissenschaftsschiff ist. End of story,
Wenn man dann aber im Gammaquadranten gestrandet an sich selber den Anspruch formuliert – was mehr als einmal ausgeprochen wurde -, auf dem Heimweg Star Fleet like alles zu untersuchen und alles zu kartographieren, was einem unterwegs vor die Linse läuft, dann wäre es nicht unangebracht gewesen, diese Position einzurichten. Man hat als Schiff und seine Crew eine neue Aufgabe, man nimmt sie an, dann sollte man das auch institutionalisieren.
Janeway tut das nicht. Vielleicht, weil sie es angenehm findet, dass so alles im Zweifel zu ihr selber kommt.
Ich hatte den selben Gedanken. Die Voyager sollte ja erstmal nur ein paar Markisen fangen. Eventuell hätte es dann noch den Wissenschaftsoffizier Karl-Heinz Schmittchen gegeben, der am Ende froh war, noch nicht auf dem Schiff gewesen zu sein – bis er sich dann in der Raumschlacht von letztens wiederfand und dort zerfretzelt wurde. Blöd gelaufen.
Moin zusammen,
Aspirin wege temporaler Verwirrung bitte auch für mich. Bei all diesen alternativen Latex-Kiras und was wäre wenn ich zurück reiste und Baby-Hitler tötete lassen mir die Birne platzen, denn ich denke, wenn man es nur über die erste Wenn-Dann-Kausalität weiter spinnt man in unzählige Paradox-Löcher fällt. Also lasse ich es mit leicht zusammengekniffenen Augen und somit latenter Unschärfe an mir vorbei rauschen und versuche gar nicht erst das faktisch und auch in drei Millionen Jahren Unmögliche für plausibel zu halten. Freds Zeitzwiebel, Schauspiel, neues Set sind Inhalte an denen ich mich erfreuen kann. Wie aufwändig war das „Wieder-Schön-Machen“ des Filmsets?
Hast du denn Nichts gelernt, als Einstein damals in der Zeit zurück reiste und ohne Adolf die Russen halb Europa besetzt haben? Bzw. ich habe mit Russland Europa bis Lissabon besetzt. Wenn das der Putin mitbekommen hätte.
Ich habe da immer den Knoten im Kopf, wie sich Anoraks Manipulationen im Rest des Universum auswirken.
Denn wenn die schon seit 200 Jahren an der Zeit(Linie) rumspielen: Was im ST Universum ist noch original?
Es wird ja bereits dutzende Male (wenn nicht öfter) der Strahl abgefeuert worden sein.
In der Serie wirkt es so, als wären die Auswirkungen lokal begrenzt, aber das kann eigentlich nicht sein.
Man könnte natürlich sagen, das auslöschen einer Kolonie im Krenim space oder sogar das der Zal hat keine Auswirkung auf Föderation und co. im Alpha und Beta Quadrant,
aber irgendwie wäre es nicht mehr die „originale“ Zeitlinie.
Es ließen sich allerdings viele Ungereimtheiten in Universe erklären: Ach da wurde wohl wieder die Zeitkanone abgefeuert 🙂
Und wo waren da bitte Dumler und Lucsly bzw. noch eher die Zeitwächter der Relativity, Enterprise oder sogar Discovery? 😉
Hallo Kai
Als Annorax und seine Leute auf die Voyager aufmerksam werden, sagt er doch irgendwas wie „Dieses Schiff sollte keinen Einfluss auf die Geschehnisse“ haben. Das deutet für mich darauf hin, dass a) Annorax bereits über die Existenz der Voyager Bescheid weiss und b) somit ein Föderationsschiff vom anderen Ende der Galaxie, aber auch alle anderen bekannten Spezies im Alphaquadranten keinen (nennenswerten) Einfluss auf die Entwicklungen dort haben. D.h. er kann seit 200 Jahren dort herumdoktern, das beeinflusst Klingonen, Romulaner und Menschen offenbar nicht im Geringsten.
Sag ich ja, aber trotzdem hat sich irgendwie die Zeitlinie verändert.
verstehe, du hast recht..
die Auswirkungen sind evtl. im Delta-Quadranten grösser und je weiter weg man geht, desto subtiler sind die Veränderungen?
Ich finds schon stark, dass hier endlich, endlich, endlich mal eine Star-Trek-Besatzung über einen längeren Zeitraum – pardon my french – komplett am Arsch ist. Es gibt eben keine clevere Lösung, die irgendwie alles in wenigen Tagen wieder hinbiegt. Der unbekannte Weltraum ist ein potentiell krass feindlicher Ort. Und Star Fleet zu sein bedeutet im Zweifel, auf sich allein gestellt unlösbaren Aufgaben gegenüber zu stehen. Und daran zu scheitern und elendig allein irgendwo fern von zu hause zu krepieren. All das wurde immer behauptet, hier wird es gezeigt. Nicht für irgendwelche Leute, sondern für die Main Character der Serie und das der Serie gegenständliche Schiff. Boldly go, where … hier wird endlich mal eingelöst, was daran eigentlich so boldly ist.
Es gibt halt immer einen dickeren Fisch im Teich.
Das allein finde ich gut.
Ich hab aber auch beim gucken erneut an mir beobachtet, was das mit mir macht. Ich finds super interessant. Ich fände es auch als komplette Staffel super. Aber so als 90er Star Trek … ich glaube, ich hätte das dann doch lieber als gesonderte Serie. Bei Voyager find ich es gut, aber ich muss das in dem Ausmaß auch echt nicht jede Woche haben. Eine ganze Staffel davon, also das wäre echt schnell alt geworden. Wie viele Wochen kann man Janeway dabei zugucken, echt mega angefressen zu sein? Wie lange trägt es, dass die Voyager kaputt geschossen ist und sich irgendwie so durchlaviert? Wie viele Geschichten kann man damit erzählen?
Das alles bringt mich zu meiner stehenden Grund-These: Wir alle sind heutzutage in der Rückschau immer schnell mit einer starken Meinung zur Hand, inwieweit 90er Star Trek so viel besser gewesen wäre, wären die Entscheider in den Studios doch bloß nicht so feige gewesen. Aber ich fürchte, diese Entscheider und ihre Marktforscher, die kannten uns alle besser, als wir uns selber heute in die Tasche lügen.
(jetzt mal völlig ab davon, dass die natürlich unsere gleichaltrigen Entsprechungen in den USA besser kannten, und sich für uns hier drüben exakt gar nicht interessierten)
Dies gesagt zu habend ein paar gewohnt Überdraufrumgedachte Detail-Anmerkungen:
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– Man soll so techno babble nicht zu dolle hinterfragen. Aber warum genau gehen deren temporal verschobene Torpedos so problemlos durch Voyagers Schilde? Ihr habt das sinngemäß folgendermaßen formuliert, und so in etwa verstehe ich das auch: Deren Torpedos fluktuieren in der Zeit und sind ständig ein paar Mikrosekunden (?) vor oder hinter der Gegenwart. Okay. Cool. Das macht sie zugegeben unmöglich zu messen (Grüße an die Quantenphysik). Aber warum treffen sie deshalb im Flug auf das Ziel nicht auf einen Schild? Das Schild war doch in den paar Sekunden davor und danach ebenso da und existent wie in der Gegenwart. Dann zerschellen sie halt ein paar Mikrosekunden vor oder hinter unserer Gegenwart an dem damlas oder demnächst das Schiff umspannende Schild, clever. Krasse Technik, much beeindruckend, bringt genau nichts.
– Selbstverständlich kennen die Leute Filme. Denn die sind doch nicht auf einem hochklassigen Star-Fleet-Schiff mit Holoraum geboren worden.
Die erste Staffel TNG ist noch nicht so lange her. Wo wir lernen, das ist eine brandneue Zukunftstechnologie, um Crews deep in space Unterhaltung zu bieten. Und gleichzeitig bringen Quark auf DS9 seine Holosuites einen einträglichen Profit. Das ist also selbst zu dieser Zeit ganz offensichtlich nichts, was einfach so jeder in seiner Wohnung hat. Zumal diese Technik eine eigene, extrem von jeder anderen Infrastruktur abgekoppelte Energieversorgung benötigt, was wir von der Voyager lernen. Und da haben wir noch nicht darüber geredet, wie krass gefährlich sich diese Apparatur in TNG auf dem Flagschiff mehrmals zeigt und dass das also definitiv noch (?) nicht ausgereift genug für ein überall erhältliches Endkundenprodukt ist.
Die Leute haben also zweidimensionale Bildschirme zu Hause. Und sie gucken darauf Filme, wie wir es heute tun. Was denn sonst? Die Darstellungsweise diktiert das Medium.
Die Frage ist eher, warum Leute nach so vielen Jahren immer noch Hitchcock-Filme gucken sollten (was Leute abseits akademischem Interesse ja nicht mal heute tun), und ob da in der Zwischenzeit echt so wenig passiert ist.
– Das Kes-Problem. Ich will weder Swantje noch Sebastian was wegnehmen. Ihr seid beide tiefer drin und vermutlich klüger als ich. Aber ich finde, wenn man das nicht einfach so als Plot Hole weglächeln will (big if tbh), dann geht das einfacher:
Dasselbe Jahr heißt ja nicht zwingend zur selben Zeit. Ein Jahr ist lang.
Ein Jahr ist andererseits aber auch nicht soo krass lang. Und das führt uns dann wieder zurück zu:
Vielleicht war der Schub, den Kes der Voyager gab, gar nicht so stark, wie angesagt wurde? Hatten wir da nicht ohnehin schon Zweifel dran, weil man seltsamerweise immer noch im Borg-Raum war?
Und da verliert niemand was. Kes hat halt getan, was sie konnte. Der Gedanke zählt – und zehn Monate Fortschritt oder so sind ja auch ncht nichts. Und wer weiß, vielleicht hat genau der das Raum- und Zeitkontinuum manipuliernde Shit des Asterix-Volks ihren lieb gemeinten Fünf-Jahres-Schubser zwischendrin abgebremst.
Kes hat nix wronges getan. Die Straße war leider schlecht geteert und zwischendrin so Freak-Aliens, nicht ihre Schuld.
Moin, ihr beiden!
Warum dürfen Patient:innen nicht einschlafen?
Dafür gibt es mehrere Gründe, aber einer der Hauptgründe ist tatsächlich, dass wenn Personen einschlafen und es ihnen wegen Verletzungen oder auch schweren Erkrankungen schlecht geht, wir als Fachpersonal den Zustand der Patient:innen nicht mehr vernünftig einschätzen können. Das heißt sollten diese Patient:innen sich verschlechtern, können wir das einfach nicht mehr sehen. Bei Bewusstsein können diese Patient:innen einfach sagen: „Oh, es tut jetzt einfach hier mehr weh“, oder „Es wird schlechter“ oder „Es tut mir mehr weh“. Außerdem ist der Bewusstsein Zustand grundsätzlich ein Anhaltspunkt für die Beurteilung von Patient:innen. War die Person am Anfang wach und wurde danach immer schläfriger, das kann im Krankenhaus für zum Beispiel Neurolog:innen ein bedeutenden Hinweis geben, was mit dem Patient:innen passiert ist.
Des Weiteren ist es natürlich auch so, dass wenn wir Menschen einschlafen, gewisse Reflexe weniger werden. Das bedeutet, es kann sein, dass die Muskulatur in zum Beispiel der Zunge erschlafft und nach hinten fällt. Im Schlaf wird auch der Puls und der Blutdruck niedriger, was bei einigen Verletzungen oder Erkrankung auch eher weniger positiv ist.
Das heißt also, es ist tatsächlich so, dass es Sinn macht Patient:innen auch im realen Leben erst einmal wach zu halten. Selbst wir im Rettungswagen lassen Patient:innen eigentlich niemals einschlafen. Die meisten meiner Kolleg:innen und auch ich haben damit tendenziell nur schlechte Erfahrungen gemacht. Unter genauer Beobachtung und ärztlicher Obhut im Krankenhaus ist das dann natürlich möglich.
Zumindest ich sage ganz häufig zu meinen Patient:innen: „Wir sind bald am Krankenhaus und dann bekommst du ein vernünftiges Bett und kannst dich endlich ein wenig ausruhen.“
Ich hoffe, das hat ein wenig geholfen bei eurer Frage.
Viele Grüße von der deutsch/dänische Grenze
Nils
vielen Dank für den interessanten Exkurs!
Sehr hilfreich, vielen Dank für die fachmännische Aufklärung. 🙂
Ich würde nicht zuviel da hinein lesen, dass B’Elanna und Harry „Über den Dächern von Nizza“ kennen.
Es kennt ja heute auch fast jeder den „Glöckner von Notre-Dame“, aber wieviele haben wohl das Buch von Victor Hugo gelesen oder wissen überhaupt von dessen Existenz?
Vermutlich kennt man auf der Voyager hauptsächlich die Holodeck-Fassung von 2367, in der Brigitte Auber am Ende „Memory“ von Andrew L. Webber singt.
Dass das Zeitschiff Euch an Babylon 5 erinnert ist kein Zufall. „Foundation Imaging“ hat bis Staffel 3 die Weltraumeffekte für Babylon 5 gemacht (Bevor Doug Netter seine eigene Firma gegründet hat) und sie haben für das Schiff Teile der B5-Außenhülle verwendet.
Deswegen hatte ich wohl ein Deschawü. Ich dachte aber eher an ein Schiff der Alten in B5.
Hallo zusammen,
kurze Idee, was es Annorax bringt, 200 Jahre lang das Imperium wieder herzustellen, wenn die Besitzerin der Locke dann bestimmt eh schon tot ist.
Ich denke, dass diese Locke nicht nur eine emotionale Komponente darstellt. Wenn man berücksichtigt, was mit der Locke am Ende des 2. Teils passiert, könnte ich mir vorstellen, dass sie eine Art temporalen Anker darstellt, mit deren Hilfe Annorax eben in diese Zeit zurückkehren kann oder diese Zeit in kleinen Teilen in die Zukunft ziehen kann.
Allerdings würde ich auch vermuten, dass genau dieser Anker auch verhindert, dass die Kolonie wiederhergestellt werden kann, weil ein kleiner Teil davon nie wirklich verloren ging und die Zeitline oder das Schicksal das nicht „überschreiben“ kann.
Die Art, wie die Locke meiner Meinung nach gelagert wird, könnte auch darauf hinweisen, dass in dieser Kolonie auch eine Art von Zweitverzerrung (wie das Zeitschiff außerhalb der Zeit) existierte und die Kolonie nach ihrer Wiederherstellung eben genau so in der Zeit überdauert hat und Annorax so einfach in die Kolonie zurückkehren kann.
Oder, Annorax ist sich bewusst, dass die Personen auf der Kolonie nach 200 Jahren tot sind. Simon meinte ja auch, dass es ihm vielleicht schon reicht, dass sie Personen einfach schon nur leben bzw. gelebt haben, wenn auch ohne ihn. Aber vielleicht versteht er auch mehr von temporalen Vorgängen und er weiß, wenn er den Grund der Vernichtung der Kolonie ausschaltet, wird in der Kolonie auch ein Annorax existieren, der dort in Frieden leben kann. Dieser Annorax ist nicht der auf der Zeitschiff, das ja weiterhin nicht von den Veränderungen beeinflusst wird. Und vielleicht reicht ihm dann, dass irgendwo ein anderes Ich von ihm glücklich ist. Oder es gibt für ihn eine Möglichkeit, sich mit diesem anderen temporalen Ich zu verschmelzen. Wenn Captain Braxton in einigen Folgen zurückkehrt, werden wir etwas Ähnliches erzählt bekommen, was auch nicht leicht zu verstehen ist. Zeitreisen und andere temporale Gedönse sind halt nicht immer einfach zu verstehen, wenn überhaupt.
Grüße
Alexander
Hallo noch mal,
meine Idee für das Kes-Geschenk-Problem:
An Tag 1 löschen die Krenim eine Zahl-Kolonie aus. Wie auch immer verhindert dies, dass Kes an Bord der Voyager geht oder sie früher verlässt. Daher auch keine Erinnerung ein Kes‘ Bericht über die Krenim, weil es ihn nicht mehr gibt. Und genau so gibt es auch Kes‘ Geschenk nicht mehr. Die Voyager ist wieder 10000 Lichtjahre weiter von der Erde entfernt. Die Crew weiß es eben aber nicht, da sie es nur so kennen (Zwischen „Die Gabe“ und „Ein Jahr Hölle“ hat sie dann eben andere Abenteuer erlebt, die wir nie erfahren werden Vielleicht sind sie da auch auf die Krowtonanwache gestoßen, von der uns „Equinox“ erzählen wird). Dadurch wird die Zeitersparnis durch Sevens Neuberechnung des Weges auch um so besonderer, weil sie eben noch einen viel weiteren Weg vor sich haben.
Problem an der Theorie: Ohne Kes an Bord würde es auch einige andere Entwicklungen geben. Seven wäre wohl tot, weil Kes ja eines der Implantate aufgelöst hat. Aber da lassen sich bestimmt Lösungen finden.
Oder, fällt mir gerade noch ein, als Kes noch an Bord war, war das Krenim-Reich einfach viel größer. Vielleicht war es genau diese eine Kolonie, die Annorax wiederherstellen will, die weit draußen lag und die die Voyager dann auch früher erreichen konnte. Und da die Kolonie jetzt irgendwie aus der Zeit verschwunden ist, traf die Voyager eben erst nach Kes‘ geschenk, 10000 Lichtjahre später, auf die Krenim. Vielleicht war das „Todesschiff“ Voyager sogar für den Verlust der Kolonie verantwortlich und keiner kann sich daran erinnern. Annorax weiß gar nicht, wen er sich mit Fred an Bord holt!
Allerdings gibt es dann Probleme mit dem Ende des 2. Teils. Außer Kes‘ Geschenk hat die Voyager auch an der Kolonie vorbeigeschleudert.
Oder das Geschenk ist wegen Sevens neuer (Q-hafter) Macht präexistent. Es passiert immer, egal in welcher Zeitlinie. Janeway wird morgens wach und die Voyager ist über Nacht 10000 Lichtjahr näher an der Heimat. Keiner weiß warum, aber einem geschenkten Gaul…
Oder die biotemporale Kammer des Doktors hat alles durcheinander gebracht. Sie zog ja auch die Chronotonpartikel an. Vielleicht trafen in Kes dann auch verschiedene Zeitlinien zusammen. Sie gab noch kein Geschenk, aber sie sind doch irgendwie schon weiter.
Ich bin auf eure Auflösung gespannt!
Bisher auf jeden Fall eine tolle Besprechung! Bin erst beim rasierenden Tuvok!
Grüße
Muss natürlich Kes‘ neuer (Q-hafter) Macht heißen. Nicht Sevens.
War das nicht in „The Neutral Zone“, dass Data sagte, Film und Fernsehen seien irgendwann abgeschafft worden?
Sicher war das lineare Fernsehen gemeint. Durch die großen Datenbanken und die guten Subraumverbindungen kann man jeden Schnipsel an Unterhaltung und Information jederzeit überall problemlos abrufen.
Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass in den Kriegen in den 1990ern und danach sicher auch sehr viel aus dem Bereich Kunst und Unterhaltung verloren ging und danach auch erstmal wenig Zeit und Muße war, Neues zu schaffen. Als Filmfan wäre wohl ein Sebastian aus dem Jahr 2126 sehr traurig über das halbe, verlorene Kunstjahrhundert.
Deswegen kennt auch niemand Star Trek in Star Trek. 😀
Hat nicht sogar Harry Kim selbst in der Episode „Futures End“ über das Fehrnsehen abgelästert und das Holodeck als einzig wahre Unterhaltungsform angepriesen? (In der Szene in der die Kes und der Neelix sich Soap Operas im Besprechungsraum angeguckt haben)
Dafür scheint er aber doch sehr interessiert an Filmen zu sein…
Bin verwirrt. Hat Kes denn nun die Voyager weiter Richtung Heimat geschickt oder nicht?
Ich hatte immer gedacht, dass die Autoren schlecht rechnen können (wie bei den häufigen Anlässen, bei denen Sternzeiten nicht hinhauen), aber vielleicht sind es deshalb noch 65 Jahre nach Hause, weil Kes‘ Geschenk gar nicht stattgefunden hat.
Kopfschmerzen.
Hallo zusammen
Wieder einmal eine sehr schöne Besprechung, freue mich sehr auf Teil 2.
Die Idee, in die Zeit einzugreifen und mit den Auswirkungen klar zu kommen, wird für mich in der Serie „Timeless“ (gab es mal auf Netflix, weiss nicht, ob es noch dort ist) am besten umgesetzt. Kurz angeteasert: In der ersten Folge verhindern die Protagonisten, dass die Hindenburg abstürzt, worauf sich die Geschichte ändert und die Gegenwart eine andere ist. Und so geht es zwei Staffeln lang weiter, kann ich sehr empfehlen.
Es grüsst
Roger
stimmt, timeless hat mir auch gut gefallen, war sicher keine high-quality-Serie, aber wenn man ein bisschen geschichtlich interessiert ist und Abenteuer-Scifi mag, dann ist die nette Abendunterhaltung. Da hätte ich mir durchaus mehr Staffeln gewünscht.
Zu „Was wäre wenn…“
Bei der Frage erinnerte ich mich sofort an Wolfgang Jeschkes „Der letzte Tag der Schöpfung“: Was wäre, wenn die USA weit vor der menschlichen Zivilisation das ganze Öl aus den arabischen Förderstätten abgepumpt, per Pipeline durchs trockene Mittelmeer in die Nordsee verfrachtet und dort per Zeitmaschine entnommen hätten. Eine durchaus unterhaltsame Geschichte.
Ganz klar, die Araber würden die Straße von Gibraltar sprengen, damit das Mittelmeer volläuft.
Wirklich ein tolles Buch über Zeitreisen und die Verwirrungen dadurch.
Mal noch ein, zwei Gedanken bzgl. der Frage, warum die Voyager sowohl in der Zeitlinie von „Before and After“ als auch in der tatsächlichen Zeitlinie in Jahr 4 auf die Krenim trifft.
„Before and After“ und die daraus resultierende Zukunft findet ja, wie Sebastian so schön sagt, in einem anderen Hosenbein der Geschichte statt. In dieser Zeitlinie ist Seven nicht an Bord, das heißt, die Ereignisse von „Scorpion“ finden nicht so wie bekannt oder sogar gar nicht statt. In „Scorpion“ wurde die Voyager eine Zeitlang von den Borg abgeschleppt. Ich habe die Folge nicht mehr genau im Kopf, aber wurde da gesagt, in welche Richtung die Voyager da gezogen wurde?
Möglicherweise wurden sie da ja entgegen oder zumindest quer zu ihrer ursprünglichen Flugrichtung gezogen, so dass sich allein dadurch ihr Weg eigentlich verlängert hat, was erst durch Kes‘ Geschenk wieder ausgeglichen wurde. Wenn sie quer zu ihrer ursprünglichen Flugroute gezogen wurden, kann es dann auch sein, dass sie aus einer etwas anderen Richtung auf das Krenim-Imperium zugeflogen sind. Eine Richtung, in der das Krenim-Imperium nicht so weit ausgedehnt ist, so dass es eben wieder passt.
Verbunden mit der oben von Alexander geäußerten Theorie, dass das Krenim-Imperium in der „Before and After“-Zeitlinie viel größer war, kommt mir das recht passend vor.
Die Borg nehmen mit der Voyager im Traktorstrahl tatsächlich Kurs auf den Alpha-Quadranten. Später wird dies ja sogar zum Streitpunkt, als Seven nach der Zerstörung des Kubus sagt, dass man zu einem anderen Borg-Planeten fliegen sollte und Fred dann sagte, dass das eine Reise 4 Tage in die falsche Richtung wäre.
Die Borg haben der Voyager hier eher noch ein paar Kilometer geschenkt mit ihren besseren Warpantrieben.
Ok, damit verabschiedet sich meine Theorie. 😅
Trotzdem danke.
This podcast is so a̶̶w̶̶f̶̶u̶̶l̶ awesome!
Hallo
Asche auf mein Haupt! Ich habe mir jetzt nicht die vorangegangenen Kommentare durchgelesen, aber 1-2 eigene Anmerkungen brennen mir unter den Nägeln:
1. Ich finde es sehr schade und hochgradig unplausibel, dass über sterbende Besatzungsmitglieder von der übrigen Crew einfach so hinweg gegangen wird. Mir fällt das in vielen Voyager-Folgen auf und ich möchte hier insb. auf die erste Tote in der Folge verweisen. Janeway oder Jakotay erwecken nicht einmal Ansatzweise den Anschein von Trauer oder Erschütterung. Ca. 150 Leute leben seit Jahren auf diesem kleinen Schiff zusammen und die Drehbuchautor*innen machen daraus genau gar nichts. Wenn jemand stirbt, dann tut man so als wäre er*sie völlig irrelevant. Dabei müssten die sich nach so vielen gemeinsamen Abenteuern alle sehr gut kenn und unheimlich stark zusammen gewachsen sein. Diese Unlogik und auch erzählerisch vergebene Chance schreit mich immer wieder gerade zu an und wirft mich völlig aus der Story. Ich finde das enfach furchtbar. Stellt Euch doch mal vor wie gut die Serie wäre, wenn sie da mehr draus gemacht hätte.
(Ganz abgesehen davon, dass man – auch in Star Trek – nicht festsellen kann, ob jemand tot ist, wenn man ihm*ihr für eine halbe Sekunde an den Hals fasst. Naja, vielleicht kann Chuckles das ja … „a cuchi moya!“ .. :-/)
2. Die Escape-Pods am Ende werden alle an einem Ort abgestezt. Die haben doch keinen Warpantrieb (oder?). Wo sollen die denn hin? Ich nehme mal an, sie wurden wenigstens in einem Planetensystem abgesetzt (im freien Raum wäre ohne Arpantrieb echt grausam und ein Todesurteil), dann sind die ja nun alle in ein und dem selben Planetensystem. Dabei sollen sie sich doch verstreuen. Sieht natürlich drametischer aus, wenn alle gleichzeitig starten, ist aber völliger Unsinn. Style over substance.
Grüße
Thomas
Wobei sich die Gleichgültigkeit gegenüber verstorbenen Redshirts durchs gesamte Franchise zieht, das hat Voyager nicht exklusiv.
Es gibt einige Ausnahmen, aber die bestätigen nur die Regel.
Ah und nochwas: Wenn für den Annorax die Zeit steht, wieso machen die das dann schon 200 Jahre? Außerdem handeln sie ja (tun etwas) und das geht nur wenn die Zeit vergeht. Sie müssten also auch Altern, denn alle anderen Stoffwechselprozesse laufen ja auch ab, denn sie Denken, reden, essen … . Naja, die suspension of disbelief wird wieder mal deutlich über Gebühr beansprucht, dass sich die Balken biegen … knarz
Das mysteriöse Geräusch klingt nach einer Waschmaschine. Vielleicht ein Nachbar über oder unter Sebastian?