Episode herunterladen (MP3, 77 MB)
29. Oktober 1997:
B’Elanna und Tom können nicht voneinander lassen – Neelix bekommt Fleckenfieber – Chakotay wird zum alten Knacker – und die Chefin ist noch beschissener drauf als sonst. Keine Frage, auf der Voyager sind Experimente im Gange. Doch stellt sich die Frage, als Seven die verwerfliche Ursache ermittelt: Wie entfernt man eine bestens getarnte Invasion, die bis auf Molekularebene alles im Griff hat?
In Deutschland: Verwerfliche Experimente, ausgestrahlt am 18. Dezember 1998.
Guten Morgen! Danke Simon, dass Du beim Hochdaumen geblieben bist. Ja, die Schwächen sind evident, aber insgesamt war es doch ein großer Spaß. Janeway im Tee, herrlich. Chacos Maske, o Gott. Seven lobenswert, B’Elana und Tom glaubwürdig. Ich mochte es. Der subtile Horror wurde gerade am Anfang mit der Kamera, die immer ein bisschen zu lang auf den Figuren blieb, genial vorbereitet. Die Musik war aber wirklich oft etwas drüber. Gute Besserung, Sebastian und eine schöne Restwoche.
Moin zusammen,
Die spaßigen Szene weiß ich durchaus zu schätzen, nur hängen sie wie kostbare mundgeblasene Kristallkugeln an einem ansonsten entnadelten Weihnachtsbaum. Das Beiwerk reicht mir einfach nicht wenn der Inhalt wenig überzeugend ist, und der Titel sagt uns was der Hauptplot ist. Wieder einmal die Aliens der Woche aus dem Hut zu zaubern welche einer Infektion ähnlich die Crew befallen, angeblich um ein (ehrbares) höheres Ziel zu verfolgen das auch nicht ansatzweise erklärt wird, lässt mich recht ratlos zurück. B’Elannas und Toms spätpubertäres Verhalten fand ich unglaubwürdig – angesehen davon bleibt es unklar ob die Aliens daran mitwirkten – immerhin tourt die Crew seit vier Jahren durch den Delta-Quadranten und klammert sich an das philosophische „was darf ich hoffen?“, bedeutet es aber unumstößlich dass alles Handeln und Denken nur auf dieses eine Ziel ausgerichtet sein soll, welches – wie uns mitgeteilt wurde – alles andere als wahrscheinlich sei zu erreichen, oder sind situationsgerechte Optionen legitim oder sogar geboten? Voyager geht mir auf dieses Basis-Problem allgemein viel zu wenig ein, was ich schade finde, denn es böten sich zahlreiche ethische, moralische und philosophische Fragestellungen. Dieses ständige „ach, da ist ein Klasse-M-Planet, gucken wir doch da mal kurz vorbei“ zeigt mir nicht dass es einen Konsens innerhalb der Crew gibt oder auch einen Dissens, denn ich möchte annehmen, dass nicht alle weitere Verzögerungen gutheißen.
Seven als die Ermittlerin undercover, Neelix im Spiegel, Tuvok mit Janeway, die geschüttelte Massage – alles wunderbar, jedoch bleibt mir zu wenig Fleisch am Knochen, wenn man am Ende aus den Doppelstern zurast und schwupps, die Aliens verschwinden. Der Salat-Epilog erschien mir wie drangetackert weil die Episode sonst zu kurz geraten wäre. Bei mir geht der Damen nur auf 3 Uhr.
Empfehlung: wer sich durch ein moralisch-ethisches Dilemma gedanklich inspiriert fühlt – gerade wenn es historisch ist statt wie hier fiktiv – dem lege ich den Youtube-Kanal „Zwischen Fortschritt und Frevel“ ans Herz von der WDR Quarks Science Cops. Die beiden Journalisten graben größtenteils haarsträubende und ungaubliche Experimente aus der wissenschaftlichen Forschung aus welche oft mit immenser Qual und Leid freiwilliger oder sogar auch ahnungsloser Probanden einher gingen, so dass sich bei jeder Folge die Frage auftut: rechtfertigt das Forschungsergebnis den angerichteten Schaden? Hier übertrifft die Realität in vielerlei Hinsicht oft jede Fiktion, und gerade ein Fan mit trekkigerm Blick auf reale Fragen der Ethik könnte einige Leckerbissen für den Kopf entdecken.
Ich hatte mal vor Äonen einen Bericht zum Thema „Nutzung der Forschungsergebnisse von Ärzten z.B. der SS und der Einheit 731“ gelesen. Abartigste Menschenexperimente, aber wo die Ergebnisse schonmal da waren, wurden sie natürlich auch teilweise verwendet.
Mein Stand dazu: Das Zeug in Dachau etc. geht unter medizinische Folter. Ist dermassen Pfusch das komplett unbrauchbar.
Wie weit das für andere Orte gilt und speziell 731 weiss ich ned. Aber wäre auch da nicht optimistisch.
Die Einheit 731 ist ein noch traurigeres Beispiel, weil deren Führungskräfte nach dem Krieg sogar noch beruflich gut Karriere gemacht haben und ein friedliches Leben hatten. Stell dir einfach vor, Mengele hätte in Westdeutschland noch friedlich leben und in Wohlstand leben können. Japan und seine Kriegsverbrecher, ein Thema für sich.
Ein ziemlich trauriges Beispiel dafür ist Hans Bodo Gorgaß, der Vergasungsarzt (widerliches Wort) der Tötungsanstalt Hadamar. 1947 wegen Mordes in mindestens 1000 Fällen zum Tode verurteilt, 1949 wurde dies dann in lebenslänglich umgewandelt, 1956 auf 15 Jahre Haftstrafe abgemildert, 1958 dann begnadigt. Er durfte dann Karriere in einem Pharmaunternehmen machen und lebte noch bis 1993.
Geschichten wie diese machen einen einfach fassungslos.
Wieder einmal eine tolle Besprechung. 👍
Das ist eine meiner Lieblingsfolgen.
Ich musste dabei auch ein klein wenig an Nagilum denken, der ebenfalls Experimente durchführen wollte. Aber mit der Crew der USS Enterprise NCC-1701-D.
Wie gesagt… ich freue mich darauf, euch in Quickborn kennenzulernen! 😊
Vielen lieben Dank für die Einleitung mit nachts wachliegen und nachdenken usw. Ich höre euch meistens auf der Fahrt zur Arbeit und eure einleitenden Worte haben mir mal wieder den Tag gerettet. Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man merkt, dass man nicht der einzige ist, dem es so geht.
LG
Moin! Es dürfte mit den TaDderichen ähnlich sein wie mit den Star-Trek-Helden unserer linearen Fernseh-Fan-Zeit – es stellt sich nach einigen Jahren ein Gefühl der Vertrautheit ein weil man Teil einer (medialen) Familie geworden ist. Langjährige Zuhöris sind dazu noch zu Kennern erweiterter Lebensumstände geworden, beinahe zu Besuchern auf der Couch, wie z.B. solche Begriffe zeigen: „umgezogen“ oder „Martinshorn“ oder „Das Licht von gegenüber“… und natürlich Lüdenscheidkenner. Doch – besser als jede TV-Episode – ist TaD auch seit Anbeginn bidirektionale Kommunikation! We are Family!
Kleiner Tipp, der mir einfiel, als Sebastian von dem georgischen Wein sprach: Georgische Worte werden in der Regel auf der ersten Silbe betont. (Sagt zumindest meine Frau. Die ist Georgierin.)
Ich trinke nur wenig Wein, aber der (nord)mazedonische ist recht angenehm. Kennt auch nicht Jeder, wird aber – keine Ahnung – wohl in die Richtung des griechischen gehen.
Bei der Schwarzwald-Destillerie „V Sinne“ gibt es echten klingonischen Bloodwine, und auch passende Gläser dazu! Auch die Untersetzer sind schön.
Diese Folge hat bei dieser Runde eindeutig das Problem, dass sie zwischen dem genialen DS9-Block vom Anfang der sechsten Staffel läuft. Damit „unterbricht“ sie schonmal eine gute Geschichte und kann nur verlieren. Persönlich wurde ich aber ganz ok unterhalten und die Geschichte erklärt recht gut, warum der Nick und s‘ Lanchen so heftig direkt am Arbeitsplatz übereinander herfallen. Die angepisste Chefin erinnerte mich ja an einen jungen Chef, den ich mal hatte und mit dem ich mich auf dem Flur heftig gestritten habe. Der war absolut ungeeignet in einer Führungsposition. Ansonsten war die Folge recht solide und für mich einen guten Querdaumen, auch wenn die Prämisse mit den getarnten Forschern über min. Wochen jetzt hier und da hakt. Wobei ich eine ähnliche Spezies auch schon bei Stellaris gespielt habe.
Ach ja, das mit dem Grübeln nachts um 2 Uhr kenne ich „Dank“ zweier Depressionen. Eine XO einer bekannten Raumstation hat mal dazu geraten, in dieser Stunde des Wolfes ein paar Wodka zu trinken. Mein Probleme dabei:
1. Ich trinke keinen Wodka, nur Whiskey.
2. Ich kann nicht um fünf Uhr betrunken zur Arbeit gehen, denn ich bin schließlich kein Chef – der trinkt gerne Kaffee mit Mariacron (weiß offiziell natürlich Keiner von…..).
PS: Ich lasse als Katzendiener nachts gerne aktuell die Balkontür auf. Eine Katze liegt gerne in der Nachtkühle und Dank Netz kann auch Nichts passieren. Als Hundebesitzer sollte man sich eventuell auch die Anschaffung von Schutzfüßlingen für die Pfoten überlegen – auch im Winter bei Salz und Split eine gute Idee.
Einige Ideen und die visuellen Spezialeffekte in der Episode gefallen mir ganz gut, besonders die Horror-Akkupunktur bei Janeway. So fühle ich mich bei einem Migräneanfall auch! Die Entwicklung der Charaktere wird ebenfalls vorangetrieben.
Nicht so toll ist, dass man wieder ein namenloses Besatzungsmitglied über den Jordan gehen lässt, nur um ein Quäntchen mehr Dramatik und Spannung zu erzeugen. Das wirkt auf die Dauer arg billig.
Janeways Action-Lösung finde ich nicht überzeugend, das ist mir wieder zu viel „Janeway haut mal ordentlich auf die Kacke“. Es bestand ja außerdem keine reale Gefahr, denn die Serie musste weitergehen.
Der Jean begegnete Nagilums Terror damals mit einer krassen Entscheidung, die er und seine Crew aber in Würde ertrugen. Und in „Schisms“ blieben die fremden Aliens mit ihren unheimlichen Klicklauten weitgehend rätselhaft. Sie zogen sich nicht zurück, weil sie vom erbosten Jean irgendwie erpresst wurden, sondern weil sie sich selbst dafür entschieden. Das finde ich spannender und gruseliger als so einen Action-Plot.
Die fünfte Staffel wird die Themen „medizinische Experimente“ und „Wissenschaftsethik“ nochmal mit der Episode „Nothing Human“ ansprechen. Diese Story eignet sich glaube ich besser für Diskussionen.
Trotz aller diskutierten Schwächen mag ich die Folge, besonders den Moment wo Seven endlich sehen kann was los ist und man das ganze Ausmaß dieser fiesen Experimente sehen kann. Außerdem hat sie tatsächlich Einzug bei uns in den Alltag gefunden. Mein Mann hat von Star Trek wirklich gar keine Ahnung („Das ist doch das mit Luke Skywalker, oder?“), aber wenn ich mal Kopfschmerzen habe, sagt er zu mir: „Na, steckt mal wieder ein unsichtbares Alien Nadeln in deine Schläfe?“ Schön, dass er sich das gemerkt hat 🙂
Absolutes neues Lieblingszitat:
„Und dann sitzt der Chakotay in seinem Quartier …. und… OHNE JEDE NOT… spielt Panflötenmusik“ 🙂
Vielen Dank für die schöne Besprechung einer meiner liebsten Voyager-Episoden. Es gibt einfach so viele gelungene Einzelszenen, dass ich diese Episode nur lieben kann.
Ich fand die Aliens nicht unerklärlich böse. Sie sind halt getrieben von Ruhm- bzw. Profitstreben. Und ihr eigenes Gewissen beruhigen sie mit der Rechtfertigung, dass sie die Versuche ja machen müssen, um an wissenschaftliche Erkenntnisse zu gelangen. Denn wenn sie’s nicht tun, täte es ein Anderer. Und wer weiß, ob dieser Andere sich so gut um die Versuchsobjekte kümmern würden… Also eigentlich sind sie die Guten.
Genauso banal ist das Böse in unserer heutigen Realität doch auch!
Mir gefällt, dass im Fall von Paris/Torres sowie Janeway nicht ganz geklärt wird, ob ihr Verhalten nun praktisch ausschließlich von Außen induziert ist, oder ob da nicht schon vorher was war, das verstärkt wurde.
Ich würde ja sagen letzteres und da ist es doch spannend zu sehen, was so unter der Oberfläche brodelt. Dass Janeway „reckless“ kann, wenn sie so richtig in Fahrt ist, werden wir im Verlauf der Serie ja nochmal sehen.
Ich gebe zu, ich habe bei eurer Besprechung bis zuletzt gehofft, dass ihr euch der kolportierten Anekdote annehmen würdet, nach der Kate Mulgrew ausgerechnet beim Dreh dieser Episode mit dem Rauchen aufgehört hat um den aufgestauten Frust für’s Method Acting zu nutzen.
PS: Der „Kopfbügel“ bei Zahnspangen nennt sich „Headgear“ und soll die Zahnstellung durch zusätzlichen Zug von Außen verändern.
Ach Sebastian, wie schön dein Kommentar mit dem Würste machen 😀
Höre ich deine/eure Podcasts doch meist genau bei dieser Tätigkeit. Grüße aus der (veganen) Wurstküche!
Jojo