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13. Oktober 1997:
Teil 3 des großen Staffel-6-Handlungsbogens. Auf der IKS Rotarran heuert ein bekanntes Gesicht an: Worfs Sohn Alexander, von dem er sich in den letzten Jahren tüchtig entfremdet hat. Will der Junge tatsächlich fürs Imperium in den Krieg ziehen oder versucht er verzweifelt, die Beziehung zu kitten? Auf der Station möchte Ziyal eine verrückte Familie mit ihrem Vatermonster Dukat und Kira erzwingen.
In Deutschland: Söhne und Töchter, ausgestrahlt am 23. Mai 1998.
Mein erster Eindruck der Folge: Schummeriges Licht, toxische Gewaltehre, halb totes Essen: Willkommen bei den Orcs. Yeah. Ja, ich mag keine Klingonen, diese Halbrussenrockerwilden und ich hätte auch nicht schon wieder eine Worfehrengeschichte gebraucht, erst recht nicht mit dem Sohn, der storytechnisch auf der Erde gut aufgehoben war.
Mein zweiter Eindruck: Yeah, Ziyal, Garaks schnuckelige Freundin mit ihrer tragischen Geschichte, hin- und hergerissen zwischen ihrer Ziehmutter Kira und ihrem manipulativen Drecksfaschovater Dukaaat – latürnich Gul, fast schon wie Princeps beim Augustus, Schein und so. Ich musste ja etwas schmunzel über des Guls Pragmatismus mit dem Kleidgeschenk, wobei ich mich kurz gefragt habe, ob denn Ziyal und Kira jetzt dieselben Körpermaße habe. Aber am Ende ist halt der Schneider schuld, wenn das Kleid nicht gut sitzt. Man muss den guten Gul einfach mögen. Wobei Damar als Laufbursche auch nicht glücklich aussah.
Unterm Strich mochte ich die Folge daher, auch trotz der eher durchschnittlichen Orc-Handlung. Terok Nor könnte von mir aus eine ganze Staffel besetzt sein. Nur schade, dass wir Ziyal und Weyoun nicht in Interaktion sehen.
Nachtrag noch zum heutigen Frühstück von mir: Ich würde es ja abfeiern, wenn die harten Russenrockerorcs zur Entspannung eine Tasse heißen, süßen Kaba trinken würden. Das wäre irgendwie ein guter Bruch mit der fragwürdigen Ehrkultur. 😀
Ich würde mir wünschen, dass Eure Ideen für die Anthologie-Serie bei Paramount gehört und mit Euch zusammen umgesetzt werden.
Die Marktmacht Eures Projektes kann ja wohl langsam auch von Paramount nicht mehr ignoriert werden. Spätestens nach dem schnellen Vorverkauf in Quickborn.
Paramount muss erstmal die miese Qualität seines Onlineangebotes in den Griff bekommen. Mir tun die Fans leid, die Voyager oder DS9 nicht in brauchbarer DVD-Qualität sehen können.
Hallo zusammen,
bin noch nicht ganz mit der Episode und eurer Besprechung durch, würde aber schon gerne etwas zu Dukat, Kira und Ziyal sagen:
Ich denke nicht, dass Ziyal Kira und Dukat als echte Mama und Papa in einer Liebensbeziehung sehen will. Aber sie will, dass die beiden wichtigsten Personen in ihrem Leben sich verstehen. Das ist ein Gedanke, den, denke ich, jeder nachvollziehen kann. Man kennt es doch, man lernt jemand Neues kennen, den man gut leider kann und hofft, dass die Freunde oder der Partner oder jemand anders wichtiges im eigenen Leben, diese Person auch leiden kann. Ziyal will eine heile Welt haben. Sie will eine Mutter und einen Vater haben, aber nicht, dass diese auch Eheleute sein müssen.
Warum ist Ziyal so vernarrt in Dukat? Ganz einfach. Er hat sich zu ihr bekannt und dadurch damals eine Entehrung hinnehmen müssen (Fachtercaptain). Das hat Ziyal wohl gezeigt, dass er bereit ist, für sie Opfer zu bringen, dass sie wichtiger als seine Karriere – vielleicht sogar als sein Ego? – ist. Und an diesem Gedanken hängt sie fest. Sie ist dadurch blind für Dukats Veränderung bzw. Rückkehr zu seinem egoistischen Ich aus der Besatzung. Egal war er macht, in Ziyal wird immer der vielleicht naive Gedanke: „Aber er hat sich für mich geopfert!“ vorherrschen und sie wird hoffen und denken, dass stets Gutes in ihm ist.
Und vielleicht ist Ziyal tatsächlich der einzige Lichtpunkt in Dukats dunkler Seele. Vielleicht wäre sie der Anker gewesen, der Dukat am absoluten Kippen gehindert hätte. Vielleicht hätte sich vieles anders entwickelt, wenn sie nicht gestorben wäre.
Auf der anderen Seite ist Dukat ein Egoist/Nazisst. Er ist sich am wichtigsten, dann kommt lange nichts, dann kommt wieder er, er und er und dann vielleicht etwas anderes. Alles was er macht, soll im ersten Moment ihm dienen. Das Dominion ist in seinen Augen auch nur ein Mittel zum Zweck um das zu erreichen, was er will: Die „Apotheose“ von Dukat. Er will von allen verehrt werden. Er will Bajor nicht wieder besetzen, er will, dass Bajor ihn freiwillig als den guten Herrn anerkennt. Eine andere Art von Abgesandtem. Im Gespräch mit Sisko wird er dies später noch genauer ausführen. Dukat will verehrt werden, nicht weil er Gul, Legat oder Herrscher von etwas ist, sondern seiner selbst wegen. Einfach nur, weil er der ist, wer er ist und weil er seiner Meinung nach alles besser weiß und macht. Die eigene Minderwertigkeit durch Größenwahn kompensieren. Da sind wir wirklich schon bei historischen Diktatoren angelangt.
Daher glaube ich auch, dass es Dukat bei Kira nicht nur um das Sexuelle geht. Klar, das würde er mitnehmen, aber es ist nicht sein Ziel. Er will Kiras Anerkennung. Er will Kiras Verehrung. Er will, dass Kira in ihm das sieht, was er – und vielleicht auch Ziyal – in ihm sehen. Kira ist hier Symbol für Bajor. Auch das wird er später ähnlich von Sisko einfordern.
Vielleicht ist es genau das, was Dukat in Ziyal sieht. Eine Person, die ihn so sieht, wie er sich sieht. Der, der alles richtig macht. Eine Person, die ihnw irklich verehrt. Und das lässt ihn Ende an ihrem Tod zerbrechen. Nicht nur, dass er sie auf eine Art geliebt hat, sondern, dass die einzige Person, die ihn wirklich verehrt hat, weg ist.
Die schöne Kleidung, die Kira beim Essen bei Dukat trägt, ist übrigens die Galauniform, die Dukat und Damar eigentlich von ihr verlangt haben. Auch ein schönes Zeichen von Kira. „Ja, ich zieh die Uniform an, ich spiele das Spiel mit, das du mir aufbürdest“, aber die Uniform ist auch ein Schutzschild für Kira, der zeigt, dass dies ein offizielles Essen ist. Eine Offizierin besucht ihren „Vorgesetzten“ zu einem Essen. Keine zivile Kleidung, keine Vertraulichkeiten, keine Nähe. Erzwungene Anerkennung des „höheren Status“, aber keine echte Verehrung!
Grüße
Noch eine kleine Ergänzung zum Thema, warum Kira und Odo sich ins Quarks setzen, um über einen möglichen Widerstand zu sprechen.
Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass Odo ein Wechselbalg ist und von den Jem’Hadar als Gründer angesehen wird. Die würden sich auf keinen Fall erdreisten zuzuhören, über was sich Odo da unterhält und vielleicht würden sie auch die Cardassianer daran hindern dies zu tun. Oder den Caradssianern würde einfach nicht geglaubt, wenn sie zu Weyoun rennen und sagen, der Odo heckt etwas aus.
Warum bildet sich auf Bajor kein Widerstand? Nun, da gilt wohl dasselbe wie bei Kira in der letzten Folge. Das fehlen von bekannten Mustern aus der Besatzung. Es gibt keine Truppen auf Bajor, es gibt keine Gewalt. Das alltägliche Leben auf Bajor wird vom Dominion erstmal nicht beeinträchtigt. Daher wird es nicht als eine Besatzung angesehen. Man arrangiert sich damit. „Es geht uns ja gut, das Dominion ist nicht wie die Cardassianer“. Und das Dominion führt ja nicht Krieg gegen den Abgesandten, sondern gegen die Föderation. „Dass der Abgesandte gerade nicht da ist, wird schon seinen Grund bei den Propheten haben. Vielleicht ist das ja der Plan der Propheten, dass das Dominion alles übernimmt. Dann kann der Abgesandte im dann herrschenden Frieden ja wieder zu uns nach Bajor zurückkehren“.
Ich denke, dass sich viele Bajoraner die Situation schönreden, weil sie nicht so schlimm wie die Besatzung ist und sie im Moment keine großen Nachteile daraus haben. Ganz im Gegenteil, das Dominion respektiert sie und versorgt sie sogar. Das Dominion (über Cardassia) gibt sogar 15 Industriereplikatoren an Bajor, 7,5-mal mehr, als die Föderation an Bajor gab (ob da die 12 vom Marquis geklauten und vielleicht von den Cardassianern später eroberten dabei sind?).
Die Propheten selbst müssen in ein paar Folgen von Sisko selbst ja erstmal auf das Problem mit dem Dominion gestoßen werden.
Und ich glaube auch nicht, dass Rom offiziell für den Geheimdienst der Sternenflotte arbeitet. Er redet sich das vielleicht ein und blieb bestimmt sogar aus der guten Absicht da, um – wenn möglich – Informationen an die Sternenflotte weiterzuleiten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Geheimdienst aktiv auf ihn zugegangen ist.
Grüße
Wobei es schon nett gewesen wäre, nur mal kurz zu erwähnen, dass sich in den Provinzen Antioch und Maqqaba sowie in der Hauptstadt Proteste gegen den Vertrag mit dem Dominion gebildet haben, dass aber u.a. die Kai sich für diesen Vertrag ausspricht. Einfach mal so zwei Sätze. JMS hätte daran gedacht.
Hallo. Zum Thema Alexanders Alter… In meinem Kopf wurde Alexander immer um 2259 gezeugt, also in dem Jahr, als Worf und K’Ehleyr laut ‚Klingonenbegegnung‘ eine Liason hatten. Somit ist er dann eben 6 oder 7 Jahre alt, als er in ‚Tödlicher Nachfolge‘ auf die Enterprise kommt. Und damit konnte ich immer gut leben. (Ich kann auch so gut leben, aber halt eine Nuance schlechter 🙂
Aber anscheinend wird in ‚Tödlicher Nachfolge‘ explizit erwähnt, dass Alexander bei Worf und K’Ehleyr letzten Begegnung gezeugt wurde, eben in ‚The Emissary‘ und so steht es auch in allen Quellen. Aber war das wirklich so klar? Meine Erklärung würde dann auch die 5 Jahre legitimieren, in denen Worf sich nicht gekümmert hat – auch wenn er von dem Sohn gar nichts wusste. Aber solche Details sind ja in Streitgesprächen eher nebensächlich.
Nunja, das Altern der Klingonen ist eh völlig kaputt. Erst altern sie anscheinend voll schnell. Dann sind das kriegerische Typen die gerne früh und ehrenvoll im Kampf sterben. Und dann werden sie doch ohne weiteres an die 200 Menschenjahre alt, bei annehmbarer Gesundheit (Kor, Koloth, Kang). Das macht einfach keinen Sinn für mich. Und ich kann vieles nachsehen. Da tu ich mich aber schwer.
Wenn man nur kurz erwähnt hätte, dass die drei Dudes auf irgendeinen Feldzug durch eine Raumanomalie in die Zukunft gefallen sind, ohne Chance auf Rückkehr ins 23. Jahrhundert – gekauft. Warum auch nicht? Aber ich vergaß, dubiose Raumanomalien haben es ohnehin ausschließlich auf Föderations-Raumschiffe abgesehen. Anderen Völkern passiert sowas nie im Weltraum.
Alles Gute derweil.
Moin zusammen,
während die Handlung auf der Station für mich ziemlich gut funktioniert vom Schmieden der Rebellionspläne bis zu Kiras Abneigung gegen ihren Erzfeind und Beschleimer, aber auch der Zuneigung gegenüber ihrer Ziehtochter, knirscht und knarzt es auf dem Klingonenkutter weil mir die Interaktionen besonders zwischen Worf und Sohn nicht ansatzweise glaubhaft rüber kam. „Junge wat haste dich verändert“, war mein erster Gedanke. Ich hatte den Eindruck der Darsteller spielte sich selbst und Ähnlichkeiten mit früheren Alexanders waren nicht erkennbar. Das kommt davon wenn man für einen Charakter eben ein zu wildes Darstellerkarussell veranstaltet. Vom weinerlichen Mobbingopfer zum akzeptierten Familienmitglied in Nullkommanix – what??? Die Klingonen wurden uns schon lang genug als harte Krieger mit unerbittlichen Ehrbegriffen gezeigt so dass diese urplötzliche Aufweichung all ihrer bekannten Eigenschaften langjährige Zuschauer nicht überzeugen kann. Gegenüber den zuvor gesehenen Folgen fällt die Erzählkunst hier auf unangenehme Weise ab. Wie schon im Podcast zu hören gibt es bei fast allen Menschen eigene Erfahrungswerte bezüglich Eltern-Kinder-Beziehungen und ähnlich gelagerte Konflikte („Junge, ich will doch noch dein Bestes. Mach doch nicht dieselben Fehler wie ich…etc.etc.etc.“), umso ärgerlicher wenn Autoren, die es besser wissen müssten, solche hanebüchenen Plots entwerfen die jeglicher Lebenswirklichkeit widersprechen.
Mein Satz des Tages: „War is much more fun when you’re winning.“ Wer hätte das gedacht?
Danke für die Besprechung der Folge.
Auch als Klingonenfan muss ich sagen, dass ich die B-Handlung besser fand. Schon alleine, weil man durch das Setting auf der Station weniger das Gefühl hat, dass der Sechsteiler unterbrochen wird.
An der A-Handlung ist natürlich cool, dass hier eine ganze Story -ähnlich wie bei Soldiers of the Empire – komplett auf Martoks Schiff stattfindet. Btw, gute Mann ist General und nicht Admiral, also nicht bei einer Navy mit (Raum)Schiffen, sondern beim Heer. Und auch als Admiral (das pendant zum General) würde er nicht ein kleines Schiff, sondern eine Flotte befehligen. Aber egal. Der zweite positive Punkt ist, dass wir wieder eine nicht ganz einfache Vater-Sohn Beziehung haben, aber dieses Mal unter anderen Vorzeichen. Ihr habt ja Paris und Riker angesprochen, aber dieses Mal ist unser Hauptcharakter nicht der Sohn, sondern der sture Vater, der Fehler gemacht hat.
Ansonsten gehe ich mit vielen Fragezeichen da raus. Da ist diese Kampfszene in der Kantine. Ja, Alexander ist kein begnadeter Kämpfer, aber er lässt die dummen Sprüche nicht auf sich sitzen und stellt sich einem stärkerem Gegner. Das müsste ihm doch zumindest einen gewissen Respekt bei den Klingonen einbringen. Dass er halt nur als Klassenclown akzepitiert wird, finde ich zu wenig. Er hätte sich ja in der Folge etwas entwickeln können. Hätte er sich die Anerkennung erarbeiten können, hätte sein Verbleib in den Klingonischen Streitkräften auch mehr Sinn ergeben. So muss ich Euch absolut zustimmen. Er ist wegen Worf dorthin (hätte er nicht einfach zu Starfleet gehen können?), doch was hält ihn dort noch?
Aber Martok ist wie immer super, auf den lasse ich nichts kommen.
Moin allerseits.
Schon wieder eine Klingonen-Folge. Bitte, wem´s Spaß macht… Mir leider nicht. Aber was viel wichtiger ist, hat Sebastin bereits gesagt: Diese Folge unterbicht den grandiosen epischen Sechsteiler. Alle Möglichkeiten, die sich geboten haben, wurde hier veertan. Alexander kommt zurück und Worf ist not amused – daraus hätte man etwas machen können. Aber nicht so!
Außerdem musste ich feststellen, dass Klingonen offenbar keinerlei militärische Ausbildung genießen. Das Bathlet ist doch die Standardwaffe der Klingonen. Haben die keine Grundausbildung, in der sie wenigstens die Grundlagen lernen? Da wäre Alexander doch gleich als Rekrut durchgefallen. Daher ist meine Wertung wesentlich weniger gnädig: Daumen runter!
Jetzt aber noch etwas ganz anderes. Lieber Simon, dass du das Streaming zugunsten der Silberlinge abgeschaltet hast, ist super. Jetzt mache aber bitte noch den zweiten Schritt und kündige diese verfluchten Streamingverbrecher komplett. Ja, mir ist klar, dass ich die Entwicklung nicht aufhalten kann. Aber als Filmfan kann ich die Totengräber der Filmindustrie nicht unterstützen. Streamingdienste produzieren viele Filme und Serien – aber leider nur solche, die sich ihrer Meinung nach verwerten lassen. Filme werden in der Masse immer dümmer. Auf der Strecke beliben da die Produktionen für ein kleineres Publikum, Independantfilme mit kleinem Budget haben es immer schwerer. Und noch etwas: Eure Hoffnungen auf Star Trek in 4k oder sowas könnt ihr glaube ich begraben. Immer weniger Filme und Serien werden noch auf physischen Medien veröffentlicht. Ist sogar verständlich: Die Streamer wollen doch ihr Geschäftsmodell nicht kaputt machen. Als einsamer Krieger gebe ich derzeit viel Geld für gebrauchte DVDs aus, um meine Sammlung auszubauen, bevor es gar keine DV Ds und BDs mehr gibt. Dann mache ich mein eigenes Programm ohne Netflix und Konsorten. Denn leider ist das gute alte lineare Fernsehen auch keine Alternative mehr. Auch die bekommen immer weniger Content, weil die Streamer alles abgreifen und die Rechte nicht mehr rausrücken. Also: Wer Filme liebt, sollte aufs Streaming verzichten. Wie gesagt, ich kann die Entwicklung nicht aufhalten und letztendlich muss das jeder für sich entscheiden. Und mit Star Trek hat das auch nichts zu tun. Aber ich musste das einfach mal loswerden.
Ansonten hat mir eure Besprechung wieder viel Spaß gemacht. Dafür Daumen hoch.
Datenträger muss man sich aber auch leisten können. Ich mag heute nicht mehr 200-300 Euro im Monat für Filme und Serien ausgeben. Lieber gönne ich mir einen Monat AppleTV und schaue da feinste SciFi dieser Tage. Zum nochmal Anschauen werde ich eh nie wieder kommen. Die Zeiten der Jugend sind schon lange vorbei.
Bei Paramount ist leider nur die Qualität von DS9 und Voyager unter aller Sau. Da bin ich froh, die DVDs aus den 2010ern zu besitzen.
Nun, man muss wahrlich nicht jedes filmische Werk per DVD / BluRay sein Eigen nennen, jedoch musste ich als Fan der ersten Stunde (Mai 1972) feststellen dass die Serienboxen gerade für Star-Trek-Fans einen deutlichen Mehrwert bieten. Neben der erwähnten Wiedergabequalität sind es unzählige Extras, Making-Ofs, Kommentare, kommentierte Episoden und Filme, Interviews und Bloopers, rausgeschnittene Szenen etc. etwas das ich nicht missen möchte. Und – es gehört dann wirklich mir. Wann immer ein Onlinedienst verpufft oder seine Inhalte verändert, mein Silberscheiben-Regal nimmt mir niemand weg. Immer wieder gibt es echte Schnapper – die Jubibox mit TOS, TAS, Movies I bis VI hat nur 78 EUR gekostet.
@rupek,
mit der Erfindung von Fortsetzungen wurde das Kino zerstört, das hat schon lange vor Streaming eingesetzt. Im Kino läuft schon sehr lange wenig außer Marvel oder ähnlichem.
Zur Qualität auf Paramount, ich seh das gar nicht, bzw. ich seh zwar schon, dass das Bild nicht so doll ist, aber ehrlich gesagt, ohne ständiges Hinweisen in diversen Podcasts wäre mir das gar nicht weiter aufgefallen, und es stört mich null. Das ist ja keine Landschafts- oder Tierdoku vom letzten Jahr.
Es ärgert mich in erster Linie, dass ich ausgerechnet Paramount Geld geben muss, aber ich zahle aktuell für 12 Monate 3 EUR mit Werbung, damit stärke ich das Imperium nicht mehr als sein muss.
Ahoi Rupek, wow, danke für den Kommentar. Ich respektiere Deine Einstellung und du sagst viele richtige Sachen, ich finde aber Deine Schlussfolgerung zu absolut und hart.
Meine(!) Meinung(!) dazu: Ja, ich mag physische Medien auch lieber, aufgrund der Lizenzfrage, am meisten aber wegen der Bildqualität. Aber dass Streaming automatisch der Untergang der Filmkunst wäre, das ist mir viel zu einseitg gedacht. Wie Stef schon sagt, ist die Fixierung auf Franchises etc. älter als Marvel-Filme, auch in den 90ern entstanden große Produktionen, weil Produzenten dachten, dass sie „verwertbar“ sind, und nicht, weil sie deren Filmkunst so lieben. Gleichzeitig waren die Videotheken meterweise mit Sondermüll gefüllt. Kannste mir glauben, hab davon viel zu viel gesehen. Wir erinnern uns aber halt gern nur an die guten Sachen. Aber es gab eben nicht nur Kubrik, Kurusawa oder Tarkowski. 😉
Gleichzeitig gilt: Streaming braucht permanent neuen Content. Und neben besagtem Sondermüll landen deswegen auch dort mehr Nischen-Produktionen als früher. Severance, Andor, Pluribus, White Lotus, um mal ein Promille zu nennen, dass es das und andere Experimente in dieser Qualität, mit diesem Budget und dieser Form ohne Streaming gegeben hätte, wage ich zu bezweifeln. Zu speziell, zu langsam erzählt, zu wenig Blockbuster-tauglich. Dann gibt’s haufenweise internationale Produktionen, die heute weltweit gesehen werden, während sie früher nach zwei Wochen aus den Programmkinos verschwanden oder sogar nie über ihr Heimatland herausgekommen wären.
Richtig ist, dass es Independent-Filmen durch Streaming schwerer fällt, ins Kino zu kommen und ihre Rechte gut zu verkaufen. Falsch ist aber, dass Streaming solche Filme automatisch verhindert. Im Gegenteil finanziert es viele davon erst, nur werden sie dank der teilweise echt beknackten Algorithmen nicht gefunden. (Wobei Netflix da echt eher evil ist, wenn das stimmt, was die Filmemachern alles vorschreiben.)
Ich finde aber auch nicht, dass Filme immer dümmer werden. Für einige Blockbuster mag das zutreffen, aber ich habe in den letzten Jahren so unfassbar viele geile und intelligente Filme gesehen, dass ich das einfach nicht spiegeln kann. Eher ist das Gegenteil der Fall.
Der Satz, an dem ich mich aber am meisten störe: „Wer Filme liebt, sollte aufs Streaming verzichten.“ Was darf’s sonst noch sein? 🙂 „Wer Filme liebt, geht nur ins Kino“, der „schaut nur im Originalton“ oder nur „4K-UHD“? Oder fährt nach Prag, um The Odyssey in 70mm-IMAX zu sehen? Ich kenne Leute, die sehr intensiv streamen und sich leidenschaftlicher mit Film beschäftigen als mancher Sammler mit ungeöffneten Blu-rays im Regal. Umgekehrt gilt das genauso. Das eine sagt über das andere nichts aus.
Meine Entscheidung, lieber auf physische Medien zurückzugreifen, wäre eine persönliche Präferenz und kein Urteil über die, die das nicht tun. Die Technologie selbst finde ich, sollte mal sowas mit Lizenzfrage, Bitrate, überall verfügbares rasantes Internet und dergleichen im Sinne der Nutzer geklärt werden, im Prinzip nämlich viel besser und komfortabler als stapelweise Plastikkram im Regal. edit: Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das hier z.B.: https://www.kaleidescape.com/ – nur kostet das Gerät alleine fast 4.000 Dollar und ist damit noch viel zu teuer.
Wie gesagt, bin in vielem bei Dir. Aber Streaming ist nicht per se der Feind für mich.
Mal wieder eine schöne Folge von Euch. Ihr ward ein wenig ratlos was Alexander jetzt im Klingonenmilitär macht. Daher ein Erklärungsversuch von mir:
Das sich Alex abgeschoben fühlt ist mehr als verständlich. Vettern hat ne neue und er muss zu Omma und Oppa auf die Erde zu den Menschen. Alles was er immer wollte wird aus seiner Sicht jetzt zu Asche, weil ohne Papa. Und als Standard pubertierender Klingonen will er als Hilferuf einen Suizied als Hilferuf inszenieren der es dem Papa schon zeigen wird zulassen Papas Klingonenehre geführt hat.
Warum ist er nun „Zufällig“ auf der Rotaran gelandet? Ganz einfach: Privet-Klingonenpaula wollte unbedingt dahin wo es gefährlich ist und auf keinen Fall dahin wo Papa ist. Leider „konnte“ nur einer Dieser Wünsche erfüllt werden.
Soviel zu meiner Theorie.
LLAP
Christian
Moin nochmal
Danke, Simon, für deine Antwort. Ja, ich bin manchmal etwas zu radikal, nehme aber gute Argumente als Anregung an. Und deine Argumente sind es wert, darüber nachzudenken. Es ist eben nicht alles schwarz oder weiß. Ich werde in mich gehen und mein Weltbild vielleicht entsprechend anpassen. und wieder hat mir TaD den Horizont erweitert.
Nur am Rande: ich bin kein reiner Filmkunstnerd. Ich mag alles, was mich irgendwie anspricht. Das kann mal Kurusawa sein, aber auch gepflegter Horror oder gute Action. Oder eben Star Trek…
Jakes Rolle als „Kriegsberichterstatter“ fand ich schon bei meiner Erstsichtung von DS9 zu konstruiert. Wir sehen im Star Trek-Universum während des 23./24. Jahrhunderts nur sehr selten Journalist*innen. Die einzige Szene, die mir spontan dazu einfällt, ist der geplante „Rundflug“ mit der Enterprise-B am Anfang von „Generations“, wo tatsächlich Reporter*innen an Bord kommen, um die Ereignisse zu dokumentieren. Ansonsten tue ich mir schwer mit der Vorstellung, dass Zivilist*innen wie Joseph Sisko in New Orleans eine Tageszeitung lesen und sich über die Berichte Gedanken machen oder mit Nachbar*innen Diskussionen zu aktuellen Themen aus Politik, Technik, Umwelt usw. führen. Sowas wird uns einfach nicht gezeigt, weil es nicht zu diesem Universum gehört. Damit es Journalismus geben kann, muss zunächst mal eine „Öffentlichkeit“ existieren, die Nachrichten konsumiert und sich damit eine eigene Meinung zu relevanten Themen bildet. Aber wer sollen diese Personen sein? Joseph wäre ein heißer Kandidat, allein … es wird nicht gezeigt oder erwähnt.
Wer genau liest Jakes Berichte? Sind das nur sesselpupsende Admirals im Sternenflotten-HQ oder irgendwelche schrägen Geheimdienst-Typen wie Luther Sloan? Für wen schreibt dieser talentierte, aufstrebende, junge Journalist eigentlich? Sein erster Text, den er am Ende von „Nor the Battle to the Strong“ schreibt, wird von Bashir und von seinem Vater gelesen. Ok, und von wem noch? Jake schreibt doch hoffentlich nicht nur für sich selbst, für seinen Vater und für Bashir diese Berichte, oder?
An dieser Stelle hat die Konkurrenzserie Babylon 5 einen deutlich besseren Job gemacht! Die dort getroffenen Aussagen über Manipulation und Propaganda sind für uns meiner Meinung nach immer noch aktuell.
Ziyal sehe ich ähnlich wie ihr. Ich kann mich schlecht mit ihr identifizieren und in dieser ganzen Dynamik der Charaktere ist sie eine der schwächeren Figuren. Ich finde auch, dass sie viel zu sehr auf ihre Rolle als Dukats uneheliche Tochter reduziert wird. Das schwingt bei ihr ja immer mit und schadet ihrem Charakter, weil sie eigentlich von ihrem Vater total abhängig ist. Es gibt keine Ziyal, die neben vielen anderen Eigenschaften, z. B. einer erfolgreichen Künstlerinnenkarriere, auch Dukats uneheliche Tochter ist, sondern Ziyal ist ZUERST Dukats uneheliche Tochter, danach kommt lange nichts und irgendwann wird erwähnt, dass sie künstlerisches Talent hat. Eine starke Frauenfigur ist sie auch nicht, sie wirkt eher wie ein junges, unsicheres Mädchen, obwohl das nicht zum Alter der Darstellerin passt.
Alexander ist für mich das Low Light der Episode. Selten wurde eine Figur in Star Trek so unglaubwürdig geschrieben! Der Unterschied zwischen Brian Bonsall und Marc Worden als Alexander Rozhenko ist ähnlich krass wie der zwischen Jake Lloyd und Hayden Christensen als Anakin Skywalker in Star Wars. Auch die Anzahl der Auftritte spricht für sich: Bonsall spielte ihn in TNG immerhin sieben Mal, Worden in DS9 nur zwei Mal. In nur zwei Episoden kann ich mich unmöglich in einen Charakter hineinversetzen, der in TNG über Jahre hinweg komplett anders war als jetzt. Das funktioniert nicht!
Die Ziyal-Handlung ist besser als die Alexander-Handlung, aber richtig überzeugend fand ich nichts davon. Mit Mühe gebe ich den Daumen quer, v. a. wegen der insgesamt guten Charakterdynamik auf DS9.
Das mit Jake sehe ich ganz ähnlich.
Dieses Kriegsberichterstatterding finde ich sehr wohlfeil konstruiert, um ihn auf der Station zu lassen.
Das wurde nur in einer Folge so richtig aufgebaut. Wäre mir Jake über einen längeren Zeitraum als der leidenschaftliche Reporter präsentiert worden, der neugierig ist, recherchiert und seine Quellen hat, dann hätte ich auch verstanden, warum er seine eigene Sicherheit riskiert und die Sorgen seines Vaters und Großvaters in Kauf nimmt, um auf der Station zu bleiben. Und dann der Punkt, dass er so super auf der Station vernetzt ist: Das ist ja die Vorraussetzung für seine Berichte und dann auch für seine Widerstandstätigkeit. Das ist nicht unrealistisch, dass er dort viele Leute kennt, allerdings wurde auch das überhaupt nicht so aufgebaut.
Jake taucht alle 7 Episoden mal auf und definiert sich in erster Linie als Siskos Sohn oder Nogs Kumpel.
Vielleicht hat Jake ja einen Steady-Newsletter.
🙂
Das mit Jake und Journalismus liegt m.E. an der Struktur von Star Trek. Eine Zivilgesellschaft kommt in allen Serien praktisch nicht vor, höchstens als Verwandte oder als Leute, bei denen man gerade zu Besuch ist. Ich setze es einfach als gegeben voraus, dass es eine Öffentlichkeit gibt, die sich über die Weltlage, gerade über einen Krieg, informieren möchte. Klar wäre der alte Sisko da ein gutes Beispiel gewesen „Du, Sohn, ich hab in den Nachrichten gesehen, dass… Stimmt das etwa?“. Das wäre allerdings für die entsprechende Folge kein Mehrwert gewesen.
Danke für die Besprechung der Folge.
Auch als Klingonenfan muss ich sagen, dass ich die B-Handlung besser fand. Schon alleine, weil man durch das Setting auf der Station weniger das Gefühl hat, dass der Sechsteiler unterbrochen wird.
An der A-Handlung ist natürlich cool, dass hier eine ganze Story -ähnlich wie bei Soldiers of the Empire – komplett auf Martoks Schiff stattfindet. Btw, gute Mann ist General und nicht Admiral, also nicht bei einer Navy mit (Raum)Schiffen, sondern beim Heer. Und auch als Admiral (das pendant zum General) würde er nicht ein kleines Schiff, sondern eine Flotte befehligen. Aber egal. Der zweite positive Punkt ist, dass wir wieder eine nicht ganz einfache Vater-Sohn Beziehung haben, aber dieses Mal unter anderen Vorzeichen. Ihr habt ja Paris und Riker angesprochen, aber dieses Mal ist unser Hauptcharakter nicht der Sohn, sondern der sture Vater, der Fehler gemacht hat.
Ansonsten gehe ich mit vielen Fragezeichen da raus. Da ist diese Kampfszene in der Kantine. Ja, Alexander ist kein begnadeter Kämpfer, aber er lässt die dummen Sprüche nicht auf sich sitzen und stellt sich einem stärkerem Gegner. Das müsste ihm doch zumindest einen gewissen Respekt bei den Klingonen einbringen. Dass er halt nur als Klassenclown akzepitiert wird, finde ich zu wenig. Er hätte sich ja in der Folge etwas entwickeln können. Hätte er sich die Anerkennung erarbeiten können, hätte sein Verbleib in den Klingonischen Streitkräften auch mehr Sinn ergeben. So muss ich Euch absolut zustimmen. Er ist wegen Worf dorthin (hätte er nicht einfach zu Starfleet gehen können?), doch was hält ihn dort noch?
Aber Martok ist wie immer super, auf den lasse ich nichts kommen.