#484: Behind the Lines (DS9 6.04)

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20. Oktober 1997:
Teil 4 des großen Staffel-6-Handlungsbogens. Der neue Widerstand auf Terok Nor treibt einen Keil zwischen Jem’Hadar und Cardassianer und erringt so erste Erfolge, doch leider scheint ein Weg gefunden, das Wurmloch zu entminen. Damar trinkt, Quark trinkt mit und Odo ist auch schon ganz trunken vom Great Link. Auf Starbase 375 derweil muss Sisko lernen, die Defiant allmählich loszulassen.

In Deutschland: Hinter der Linie, ausgestrahlt am 30. Mai 1998.

Dieser Beitrag hat 23 Kommentare

  1. Mister Incredible

    Moin zusammen,
    Schewardnadse – so hieß übrigens auch der Papagei in Ralph Königs „Der Bewegte Mann“, zumindest im Comic, welcher, wenn aus dem Käfig raus, gern über einen Ficus herfiel mit herrlicher Lautbeschreibung „rupf, zerstör, entlaub“. Ich kann mich heute noch weg schmeißen beim Lesen.

    Ja, Odos Vereinnahmung durch die Founderin kann heftig schmerzen und dieses Verlustempfinden gegenüber einem positiv besetzten Hauptcharakter fühle ich auch. Sie machen bei der Konzeption der Antagonisten facettiert weiter. Wir hatten schon Kai Winn und bei Dukat diese „freundlichen Seiten“ entdeckt, auch die Founderin zeigt im Kontakt im Odo empathische Züge. Schön wenn man sich vom alten Bösewichtklischee Hollywoods des händereibenden Har-Har-Har entfernt. Die Wendungen dieser Episode, um im Geologiesprech zu beliben, würde ich sogar als „tektonisch“ bezeichnen *lg*.

    Toll gefilmt und trotz der fühlbaren Beklemmung mit Menscheln und Situationskomik aufgelockert. Ob es der Datentransfer durch umhergetragene Pads ist oder leere Wergwerf-Phaser-Wimmelquirken, dieser fast steinzeithafte Umgang mit angeblicher Hochtechnologie muss schon fast als ironischer Kommentar auf Technikgläubigkeit gewertet werden nach dem Motto „Jaja, ihr denkt auch mit eurem Schnickschnack könnt ihr alles lösen, bis euch das Zeug um die Ohren fliegt und dann bleibt euch wieder nichts anderes als Hirnschmalz und Zusammenarbeit“. Ich freue mich über den Landarzt.

  2. Michael Roski

    Kira: „Kommen Sie, Quark! Denken Sie nach! Hat Damar etwas darüber gesagt, wie er die Minen deaktivieren will?“
    Quark: „Ja… Er sagte etwas über einen Stations- [Denkpause] Defektor.“
    Odo: „Defektor?“
    Kira: „Das ist vollkommen unmöglich. Die einzige Person auf der Station, die etwas über Minen weiß ist…“
    Rom: „Ähm… Ich.“
    Quark: „Defektor… [spricht es eher wie Defekter aus] Das klingt nicht richtig. Möglicherweise war es auch… Deflektor? Ja. Ja, das ist es. Er sagte etwas über den Einsatz einer… Deflektorphalanx.“

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  3. Murmeli

    Ihr greift „höhere Evolutionsstufe“ auf. Etwas was bei Trek und vielem Scifi jo oft vorkommt. Aber aus wissenschaftlicher Sicht totaler Quatsch ist.

    (Evolution geht um Anpassung, nicht weiterentwickeln. Schildkröten sind nicht sonderlich „hoch“ aber ein krass erfolgreiches Desinge, dass schon mega lang überlebt hat)

    Vielleicht wäre es mal ein Trek am Freitag das Wissenschaftsbild das Star Trek vermittelt aufzugreifen? Es harkt ja nicht nur in der Biologie. Wäre auch spannend das einzuordnen. Was ist der Story geschuldet. Was nur schlecht recherchiert. Was aus ideologischen Gründen vorhanden usw.

    Mal als Impuls <3

    Ansonsten wieder ne schöne Folge merci 🙂

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    1. Simon (TaD)

      Korrekt, war auch im Sci-Fi-Kontext argumentiert/gedacht, wo Evolution häufig mit „weiter“ verwechselt wird. Dein Einwand stimmt, biologisch ist das natürlich Unsinn. Wie so vieles in Star Trek, auch in anderen Naturwissenschaften. Jedes Mal drauf hinzuweisen wäre vermutlich auf Dauer auch ermüdend. Und ja, könnte man mal gesondert behandeln, danke für den Impuls. 🙂 Vielleicht passt das ja mal.

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      1. Murmeli

        Jo ne auf Dauer wird das auch langweilig zu hören.

        Aber eben gesondert so ähnlich wie jetzt die Folgen um „Star Trek in den 90er“ usw. die ihr aktuell macht wäre nice.

        Aber das auch als Wissenschaftsphilosoph*in mein Nerd Thema und evtl. gar ned so massentauglich wie ich mir erhoffe😅

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        1. sternburg

          Ich mag alles an dieser Unterhaltung, möchte aber kurz anmerken, dass die evolutionäre Nische der Changelings als unter humanoiden Spezies quasi zeitlos agierende Strippenzieher aus einem sicheren Reservoir irgendwo auf einem randständigen sicheren Habitat heraus schon ziemlich gut das Konzept des survival of the fittest (der am besten an ihre Umstände angepassten) Spezies nachempfindet.

          Side Note: Man bemerke, wie nonchalant die Changeling davon spricht, dass sie vor Äonen auch Solids waren, sich dann aber „evolitionär weiterentwickelt“ haben. Wenn wir daraus mal das „weiter“ rausstreichen (was aus ihrer Binnenperspektive eine sehr verständliche Wertung ist), dann bleibt an Aussage Evolution. Ohne Anlass, ohne Ziel, ist halt so passiert.

          Ein glücklicher Zufall, der (das erfuhren wir früher) zwar erst ne Menge Probleme in der Existenz unter Solid-Humanoiden und ihr widespreading spezicism darstellte, dann aber von ihren Vorfahren (?) in einen Vorteil umgewandelt wurde. Und zwar nicht aus Machtgeilheit oder schnurrbartzwierbelnder Freude am Konspirativem, sondern allein um in einer feindseligen Umgebung ihr eigenes Überleben als Spezies sicherzustellen. Da sind wir dann wieder bei der Schildkröte. Oder beim Kuckkuck.

          Später ist das dann ein wenig eskaliert. Diese evolutionäre Besonderheit auf diesem Wege auszunutzen stellte sich als SEHR erfolgreich heraus. Bisschen wie die frühen Menschen, die den aufrechten Gang zur extrem energieeffizienten Hetzjagd benutzen. Und sich darauf zur dominierenden – hundertausende andere Lebensformen auslöschenden – Spezies auf unserem Planeten entwickelten. Eine Einzelspezies als Geisel einer gesamten Biosphäre, eine Einzelspezies als dermaßen furchtbare Katastrophe, als von ihr persönlich ausgelöstes mass extinction event, dass sich dahinter selbst die die Große Sauerstoffkatastrophe auslösenden Einzeller _und_ das Changeling-Dominion hinter verstecken können. Die von uns auf unserem Planeten ausgelöste Klimakastrophe verbunden mit dem allgemeinen Diversitätskollaps ist eine Form von speziesgebundender Bosheit, die sowohl in unserer Geschichte auf unserem Planeten als auch in komplett Star Trek beispiellos ist. Derart rein böse und vernichtend agieren weder die Borg noch das Changeling-Dominion.

          Und dies alles (sehr verkürzte Darstellung) ausgehend vom aufrechten Gang eines Primaten. Eine in sich unfassbar bescheuerte Idee. Wie jeder weiß, der schon mal bei der Geburt eines Menschen anwesend war – oder versucht hat, einen frisch geborenen Menschen über seine ersten paar Lebensjahren zu begleiten. Das ist objektiv eine der schwachsinnigsten Dinge, welche die Evolution auf diesem Planeten jemals hervorgebracht hat. Und diese Spezies wird auf ewig darunter leiden. Weil sie als Spezies in Fragen des eigenen Überlebens insgesamt zu evolutionär erfolgreich ist. Evolution ist halt nicht klug oder dumm. Evolution findet statt.

          Und das bringt mich zurück dazu, wie die Changelings ihre Evolution, ihre Inweltsetzung, ihre Herkunft zu betrachten scheinen. Ihr hängt euch an der Formulierung „höhere Evolutionsstufe“ auf. Das ist biologisch in der Formulierung zwar Unfug, aus ihrer Sicht aber verständlich. So wie wir Menschen uns aus unserer Sicht gegenüber jeder anderen Spezies auf unserem Planeten instintiv überlegen fühlen. Was ich an dem, was wir über ihre Sicht auf die Dinge erfahren, aber viel bemerkenswerter finde: Die Changeling scheinen – anders als exakt jede bisherige menschliche Gesellschaft – absolut keinen Gründungsmythos zu besitzen.

          So sehr sie auch ihre gegenwärtige Existenz gegenüber allem anderem Leben überhöhen – diese gottgleiche Existenz folgt aus keinem spirituell oder moralisch oder sonstwie begründeten Sinn. Es passierte einfach. Vorfahren von ihnen waren wie alle anderen. Einige veränderten sich, zufällig anscheinend. Jedenfalls ist dafür kein Glaube an irgendeinen Grund oder Anlass übermittelt. Das hat sie erst zu allseits verhassten und bekämpften und gejagten Aussenseitern gemacht. Bis sie diesen evolutionären Quirk im Verborgenen in eigenständiger Cleverness und aus souveränem Überlebenswillen zu einem Vorteil umwandelten.

          Wie auch bei allen anderen Ursprungsmythen weiß niemand, ob diese Changeling-Religion der Wahrheit entspricht. Aber sie ist sehr viel näher an tatsächlicher Biologie als alles, was uns an Mythen bekannt ist. Inklusive der unter nicht-religiösen und perfekt biologisch gebildeten heutigen Menschen weit verbreiteten Story vom Homo Saphiens, der einfach nur nach vielen Jahrmillionen Try and Error der Evolution plötzlich den allen anderen Spezies überlegenen biologischen Bauplan besitzt.

          tl,dr: Die Changelings mögen eine schwer faschistoide Übermenschen-Sichtweise auf sich selbst und alle anderen humanoiden Spezies sporten. Aber sie tun dies – völlig anders als alle uns bekannten Ausprägungen von Rassismus, Imperialismus, Kolonialismus etc – in ihrem Selbstverständnis nicht aus einem falsch verstandenen Konzept von Evolution oder göttlicher Fügung oder sonstwas heraus. Sondern aus einem in sich sehr rational begründetem Interesse an eigener Arterhaltung in einer feindlichen Umgebung. Wurzelnd in einem historischen Kernpunkt an tatsächlicher Existenzbedrohung. Aus dem sie sich selber im Verborgenden als ihrem eigenen Schicksal formdene Existenzen heraus gearbeitet haben. Was dann … ähm … also … nunja … vielleicht etwas eskalierte.

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          1. sternburg

            ps: Wo ich das geschrieben habe … Also wir haben ja seit Beginn von TOS diese allseits vorhandene Frage, welches Star-Trek-Volk repräsentiert welches Klisches-Volk der jeweiligen Gegenwart. Die Klingonen sind ~die Russen~ etc pp.

            Nachdem ich all dies ausformuliert habe ….

            ….

            … ich weiß gerade wirklich nicht, ob ausgerechnet ich 2026 als erstes auf diese Idee komme, oder ob schon alle anderen vor mir auf diese Idee kamen, und ob sie sie super extrem volle kanne dumm und bescheuert ist oder tragfähig, aber …

            sind die Changelings die Juden? Oder genauer: Ist das Dominion ~~~~Der Jude~~~~?

            Alles an mir widerstrebt, in dieses dunkle Loch hinabzusteigen. Aber ich sah genug Schatten an der Wand, die aus diesem dunklen Loch hinaufgesendet wurden, um die Parallelen zu erkennen.

            Ich liebe DS9. Und ich liebe das Dominion als Antagonist. Und man sollte seine Kunst-Rezeption nicht an den Maßstäben der Unangenehmsten ausrichten. Sollte man wirklich nicht. Andererseits weiß ich aber auch wenig bis nichts über die Entstehungsgeschichte dieses Antagonisten in einem von der Kunst-Geschichtsschreibung wenig beachteten kalifornischen Autorenzimmer.

            Also sollte jemand anderes als ich mal versuchen, in dieses dunkle Loch hinabzutauchen, also ich wäre interessiert. Sehr.

            ps @Moderation: Jungs, wenn ihr diesen Post kommentarlos löscht; also würds verstehen. No hard feelings.

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          2. Simon (TaD)

            Achtung, meine persönliche Meinung. Ich habe in der Vergangenheit sicher auch schon etwas voreilig Parallelen zu realen Gegebenheiten gezogen. Macht ja auch Spaß. Aber das hier finde ich viel zu weit hergeholt und ehrlich gesagt auch problematisch, was Du ja auch schon spürst. Wir reden hier plötzlich über Nahostkonflikt, Antisemitismus, historische Verfolgung von Jüdinnen und Juden. Das sind alles brutalst aufgeladende und leider nach wie vor sehr ernste und aktuelle Themen. Da wäre ich mal besonders vorsichtig, sowas 1:1 in eine Sci-Fi-Serie reinzulesen (oder den Machern diese Absicht zu unterstellen), wenn der direkte Bezug fehlt. Und den sehe ich hier nicht. Mich erinnert das an die alte Leier, dass die Ferengi eine Art Satire auf Juden sein sollen. Sie sind Karikaturen auf Profitgier und Raubtierkapitalismus, nicht auf ein reales Volk, und wer (jetzt nicht du) die großen Ohren ernsthaft als Beleg sieht, sollte mal selber intensiv in den Spiegel schauen. Aber zurück zum Thema: Die Formulierung „Ist das Dominion der Jude?“, auch wenn das überspitzt gemeint war, die finde ich allein schon so, vorsichtig formuliert, unglücklich, dass das keine gute Basis für eine ernsthafte Auseinandersetzung ist.

            Aber weil mich das Thema auch aus persönlichen Gründen triggert, versuche ich, sachlich zu antworten: Klar gibt es historische Einflüsse auf die Völker in Star Trek, bei TOS in einigen Fällen mit dem Holzhammer. Aber DS9 ist da (in der Regel) wesentlich schlauer und weiter. Wenn überhaupt irgendein Volk in DS9 eine Allegorie auf Verfolgung abgibt, sind das die Bajoraner, die aufgrund der cardassianischen Besatzung Zwangsarbeit verrichten mussten, enteignet, vertrieben und zum Widerstand gezwungen wurden. Das erinnert schon sehr an ein von Nazis besetztes Europa, und „Duet“ ist da ja auch sehr klar in der Aussage. Aber die Bajoraner funktionieren genauso als Allegorie auf eine zu harte Siedlungspolitik, wegen Besatzung, Vertreibung und der ganzen „Freiheitskämpfer vs. Terrorismus“-Diskussion im Charakter von Kira. Die Macher legen sich da zumindest in meinen Augen offensichtlich nicht fest. Und deswegen funktioniert das für mich auch als Allegorie auf Unterdrückung und dessen Folgen etc. generell und stellt insgesamt kein Abbild eines konkreten realen Konflikts dar. Deswegen halte ich gerade bei DS9 nicht viel davon, dass man wild auf eine reale Gruppe zeigt und sagt: „Die sind gemeint.“

            Und am Ende zeigt das für mich auch, dass die Dominon-These indiskutabel ist. Selbst bei den Bajoranern, wo die Parallelen viel offensichtlicher sind, gibt es keine eindeutige Zuordnung. Wenn das schon bei beim naheliegendsten nicht so richtig aufgeht, dann erst recht nicht bei unseren lieben Wechselbälgern vom Dienst. Man kann sich nicht zwei Aspekte raussuchen (Verfolgung und daraus resultierender Kontrollzwang/Härte) und dann daraus „die Juden“ basteln, diese ausgerechnet auf den Serien-Antagonisten projizieren und das dann ernsthaft als These formulieren, obwohl man da auch Dutzende andere Gruppen einbauen könnte. Das kippt für mich dann nämlich gefährlich nah an Regionen, die Du zurecht als „dunkles Loch“ beschreibst.

            Nicht jede Verfolgungsgeschichte in einer TV-Serie ist automatisch eine Allegorie auf eine bestimmte Volksgruppe. Und DS9 hält das, wie ich finde, absichtlich offen und mehrdeutig. Das muss man dann nicht künstlich verkleinern und sich dabei womöglich noch ordentlich in die Nesseln setzen, weil die realen Verhältnisse viel komplexer sind als das, was so eine Serie uns zeigen will/kann.

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          3. Kleiner Bruder

            By the way – wo wir gerade von den Changelings sprechen, und dass sie früher Solids waren – ich hatte ja mal den Gedanken, dass sie im Grunde so was wie intelligente Schleimpilze wären. Dann könnten sie früher als pilzartige Festkörperwesen gelebt haben. Und nun habe ich vor kurzem erst gelernt, dass die Orks aus Warhammer 40k auch so eine Art Pilze wären, die sich durch Sporen vermehren. Und die sind zwar keine großen Taktiker, aber auch kein freundlichen Zeitgenossen🤔.

  4. Florian

    Mega Folge nach dem Break von lezter Woche. Hab nur nicht verstanden was Euch an der Übersetzung störte? Hinter der Linie mir war klar das damit halt in Feindesland gemeint war das sagt man doch genau so? 🙂

    1. Simon (TaD)

      Es ist zwar klar, was gemeint ist und der Titel ist auch nicht falsch. Wir finden ihn halt nur nicht so elegant, wie er sein könnte. Ist aber reine Geschmackssache und hat keinerlei Einfluss auf die sonstige Rezeption der Folge. 🙂

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  5. Florian

    Weyoun hätte hier einen Oscar bekommen sollen 🙂

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  6. Don

    Vermutlich sollte ich hier jetzt einen „SPOILER!“-Tag setzen, obwohl mir das bei einer 30 Jahre alten Serie immer irgendwie komisch vorkommt:

    Aber leider hat DS9 im Nachgang dann überhaupt nichts draus gemacht und wieder mal die letzte Konsequenz gescheut, „all in“ zu gehen.
    Das lässt die eigentlich grandiose Folge im Nachhinein dann doch etwas schal wirken.
    Ich weiß natürlich nicht, ob es vielleicht hinter den Kulissen Widerstand dagegen gab, etwa von Marc Alaimo, denn Odo wäre ein viel krasserer Antagonist gewesen, als es Dukat jemals hätte sein können.

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  7. Doris

    Sebastian fallen kurz die boleanischen Operationen auf (boolean operations). Da denke ich vor allem an die Logik-funktionen AND, OR, NOR und XOR 🙂 Ein Zufall oder hat der Autor einen interessant klingenden Begriff in DS9 verwertet?

  8. Wir bleiben Troi.

    Perez de Cuellar! Ein Name meiner Jugend, der mich noch mehr fasziniert hat als Schewardnadse. 🙂

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  9. sternburg

    Ich stimme allem zu, was ihr gesagt habt. Inklusive dessem, wie sehr mich der Odo-Shit in der A-Handlung selbst heute (im eigentlichen: gestern Abend) beim xten Rewatch getroffen hat. Und wie fantastisch das aufgebaut ist und überhaupt.

    Aber (und ich sehe die Ironie bei der Bewertung einer zweistündigen Bespechung einer DS9-Folge) mir ist das zu wenig Liebe für die B-Handlung.

    Ja, sie ist kurz und klein und gegenüber der A-Handlung unbedeutend. Aber sie ist für so einen kleinen Seitenblick darauf, wie der Krieg eigentlich so läuft gerade, nichts anderes als herausragend.

    Show not tell. Dafür ist das ein Paradebeispiel. Obwohl, obwohl, obwohl wir nichts davon sehen. Aber wir sehen es doch. In dem, wie sich unsere Charaktere verhalten. Wie sie dieses Ritual der abgefeuerten Batterien zelebrieren (so sinnvoll das sein mag). Wie sie miteinander umgehen. Wie Sisko der Defiant nachschaut. Und wie sie erneut dieses Ritual zelebrieren. Wir sehen was passierte und was passiert. Auch wenn es uns nicht gezeigt wird. Das ist nicht selbstverständlich.

    Und dann noch der Plot an sich: Unsere Helden sind ja bereits voneinander getrennt. Und dann wird in einem klassischen BADMIRAL-Move unser geliebter Captain Sisko auch noch von der zwischenzeitlich so emotional zusammengewachsenen Rest-Crew auf dem kleinen, aber tapferen Rest-Schiff entfernt und in eine Sesselpupser-Position in der Verwaltung verschoben. Und die übrig gebliebene Rest-Rest-Crew auf eine Himmelfahrts-Mission geschickt. Absolut etwas, was das Publikum gelernt hat, zu hassen. Und alle sind okay damit. Weil alle Professionals sind. Tatsächlich hassen alle Beteiligten alles daran, inklusive des „Badmirals“. Aber es ist halt, wie es ist, und das ist die klügste Entscheidung. Das ist ein krasser Meta-Kommentar zu Star Trek insgesamt: Wir sind jetzt keine Fantasy-Serie in Space mehr. Die Stakes sind higher. Und deshalb werden hier jetzt von echten Menschen echte Entscheidungen getroffen und durchgezogen. Die Leute leiden darunter. Ihr als Publikum leidet darunter. Aber so ist so ein Krieg. Die Charaktere haben das verstanden, habt ihr es?

    Dazu passt für mich dann auch nochmal spezifisch dieser lustige Banter unter einigem an lustigen Banter vom Milster, der launisch ansagt, wenn Du hier Captain bist, dann wird niemand mehr da sein, der das sagt. Weil in dieser „schöner Tagtraum, wenn man drüber nachdenkt aber echt keine gute Idee“-Einordnung steckt zwar viel Humor, aber nach meinem Empfinden null Herablassung oder spöttische Bemerkung. Sondern einfach nur die Erfahrung des Soldaten, der weiß, das ist schon passiert, das wird auch wieder passieren. Junger Kollege, nimm das von mir, das willst du nicht wirklich. Das fasst für mich diese B-Handlung perfekt zusammen.

    Und ohne diese B-Handlung könnte die A-Handlung nicht diese Wirkmacht entfalten. Sie zeigt uns, worum es eigentlich geht.

    Ich sag es, wie es ist: Wäre diese B-Handlung Teil einer Folge, die eine schlechte A-Handlung hätte, mir würde das reichen, damit diese Folge in der Summe für mich einen Daumen zur Mitte bekommt. Ja genau, zur Mitte. Ich will das auch nicht überhöhen. Aber das bleibt eine Leistung. Und ich finde, man sollte sie erwähnen.

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  10. Babett

    Hallo zusammen,

    ich habe die Folge zum ersten mal gesehen und war auch extrem Überrascht, als die Founderin plötzlich in Odo’s Büro stand. Mit ihr hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

    Mich hat es auch sehr getroffen, als ich gesehen habe, wie die Founderin Odo beeinflusst hat.

    Man hat ja ab und zu mal solche Folgen, die einem länger im Kopf bleiben. Das war für mich so eine Episode.

    Eure Besprechung dazu fande ich auch wieder ganz toll.

  11. BjoernHH

    Tja, Odo, wer braucht schon Argumente, wenn man Heroin hat, gell?

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      1. Maestro84

        Sex. Also guter Sex, nicht der Standard, den latürnich niemand der hier Anwesenden hat…

  12. RafiB

    Ich frage mich seit einiger Zeit, ob wir bei DS9 vielleicht einen Wechsel vom Badmiral zum Goodmiral sehen.

    In TOS waren eigentlich alle Admirals Badmirals, jedenfalls fällt mir kein Positivbeispiel ein.

    In TNG gab es ein paar, über die könnte man sagen, „Der ist doch lieb!“, oder vielleicht privat ganz nett, aber die Badmirals überwiegen.

    In der ersten Hälfte DS9 gilt das weiter, mit Nechayev als jemanden, die ich gerne weiter gesehen hätte, aber eben als Badmiral, und dann vor allem Leyton als *der* Badmiral überhaupt. Aber nach diesem Höhepunkt dreht es:

    Ross ist ein Goodmiral. Und Martok ist zwar Klingone, und da heißt es nicht Admiral, sondern General, aber ist auch ein Goodmiral (Goodniral?). Die beiden sind jedenfalls (fast)* durchgängig Sympathieträger. (* Abgesehen vom frühen, falschen Martok und später Ross in „Inter Arma …“).

    Und in ENT haben wir dann von Anfang an mit Forrest einen Goodmiral.

    1. Don

      Ross ist wahrlich kein Goodmiral. Er hat sich nur besser getarnt!

  13. Hannes

    Hallo!

    Danke für die tolle Besprechung einer großartigen Episode, hat Spaß gemacht, besonders auch die persönliche Verbindung.

    Zum Titel, den habt Ihr nicht ganz richtig übersetzt: Die Formulierung „behind the line“ bedeutet nicht „hinter feindlichen Linien“, das ist auch im Englischen immer Plural und mit Zusatz: „behind enemy lines“.

    Die deutsche Entsprechung für den feststehenden Begriff „behind the line“ ist „Etappe“. Kennt man heutzutage als Zivilist (und auch als Soldat 😉) aber nur noch aus dem Wort „Etappenhengst“. Die Etappe ist der Bereich abseits der Front, wo das Militär dem Kampfgeschehen zuarbeitet, ohne selbst zu kämpfen, oder wo sich Soldaten erholen, bevor es wieder an die Front geht. Und das passt perfekt, weil Sisko in der Episode zum „Etappenhengst“ gemacht wird (er darf nicht mehr an die Front=“line“, er muss „behind the line“ bleiben).

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