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6. Oktober 1997:
Teil 2 des großen Staffel-6-Handlungsbogens. Wann immer Ben Sisko mit einem Starfleet-Team auf einem brüllend heißen Planeten strandet, sind pflichtbewusste Jem’Hadar und verschlagene Vorta nicht weit. Findet sich diesmal ein Weg, die genetische Konditionierung mit Roddenberry-Idealen zu durchbrechen? Auf Terok Nor stellt Kira entsetzt fest, dass sie über Nacht zur Kollaborateurin wurde.
In Deutschland: Entscheidungen, ausgestrahlt am 16. Mai 1998.
Es gibt in der 6. Staffel DS9 ja nicht viele Episoden, die nicht Award verdächtig sind….
Die sechste Staffel DS9 wird sich sicher einen Kampf mit der siebten um Platz 1 liefern. Die letzten beiden DS9-Staffeln gehören zu meinen liebsten und meist gesehenen bei Star Trek.
Das sehe ich ähnlich, beim Rewatch habe ich allerdings meistens das Gefühl, dass die 6. Staffel noch etwas stärker ist. Die Besprechung von Sebastian und Simon war heute übrigens wieder super. Danke!
Die 7. Staffel hat leider auch einige Gurken (Spiegeluniversum, Dax spielt [zweimal!] Detektivin), selbst der Zehnteiler (?) zum Finale hängt durch, wenn Winns Verbündeter plötzlich mit Einschränkungen leben muss (man merkt, ich formuliere spoilerfrei 😉 ) Die 6. Staffel wird deutlich besser abschneiden als die 7., da bin ich mir sicher.
Allerdings hat sie mit „Leben in der Holosuite“ auch die beste Trek-Folge aller Serien zusammengerechnet …
Ich bin auch gespannt, ob ich immer noch vom längeren Finale der Staffel 7 überzeugt sein werde oder ob mich quasi der Weg dahin in der sechsten Staffel im mittleren Alter mehr packt. Und auch ein Charakterwechsel will ja noch beachtet werden.
Ick freu mir auf die Besprechungen der beiden Staffeln. Problem nur: Diese werden ständig von Voyager-Besprechnungen unterbrochen und leider bin ich von Voyager bislang weniger begeistert als ich gedacht hätte. :/
Ironischerweise ist „Leben in der Holosuite“ die einzige DS9-Folge, die ich nie gesehen habe, weil damals irgendwie verpasst, nie nachgeholt und jetzt will ich auch warten, bis sie dran ist.
Sorry, scheint unter falschen Kommentar gelandet zu sein.
Hallo Jungs,
hier nur ein paar Kleinigkeiten von mir:
Es gibt doch auf der Station Überwachungssysteme, unter den Cardassianern bestimmt noch mehr als vorher. Und die Aufnahmen könnten in die Kommunikationskanäle (Radio Free Bajor?) eingespeist werden. Weyoun kann nicht alles verhindern. Natürlich hat Vedek Yassim ihre Aktion für die Öffentlichkeit unternommen, nicht für Kira oder die paar people, die davon Zeugen wurden.
Phil Morris hatte seinen ersten Auftritt in „Miri, ein Kleinling“, nicht „And the Children…“
Das war’s auch schon, bin schon wieder weg 😁
🖖 Eure Bridge
Hey Bridge,
guck ma, da bin ich voll den Treksperts auf den Leim gegangen. Die haben letzte Woche (oder so) hin und her diskutiert, in welcher Folge Phil Morris dabei war. Und haben sich dann offenkundig für die falsche entschieden.
Smartphone ging schwimmen und damit leider nicht über die B-Handlung gekommen…
Also nur kurz dazu:
Eine politische Aktion welche nur Kira politisiert kann durchaus Sinn machen. Kira hat ja Verbindungen zur Federation und bei ihren bisherigen Boyfriends auch eine Affinität zu den inneren Zirkeln der Macht. Zudem ist durchaus auch in unserer Welt eine mögliche Lobbytaktik nicht auf Personen in politischen Positionen zu gehen sondern solche in der Administration. Den zum Teil sind dort die relevanten Machtzentren.
War wohl kaum vom Drehbuch so gedacht. Aber liese sich durchaus so zurrechterklären 🙂
Keine Frage, politische Aktionen, die nur auf eine Person abzielen, sind oft sinnvoll.
Nur: Was, wenn diese Aktion bei Kira dummerweise nicht „gezündet“ hätte? Was, wenn Kira das einfach nur übertrieben gefunden hätte? Dann wäre das ein ziemlich hoher Preis für den buchstäblichen Schlag ins Wasser. Das hält kaum einer Risikoabwägung stand.
Ja ne, das ist schon – wie von euch erwähnt – die übliche Diskrepanz in Star Trek zwischen dem, was wir als Zuschauer an öffentlicher Handlung sehen und medial vermittelt fühlen, und dem, was die Bevölkerung realistisch betrachtet nach den uns gezeigten Prozessen und Gegebenheiten medial so mitkriegen kann.
Ich denke, viel mehr sollte man da nicht reindenken. Das ist ein erzählerischer und ausstattungsmäßiger Grundfehler von Star Trek insgesamt und DS9 (weil das dort speziell mit der sonstigen, lebensnaheren Erzählweise bricht) im besonderen.
Da muss man drüber hinwegsehen oder halt nicht. Ich persönlich kann das so einer Serie aus den 90ern verzeihen. Aber es ist andererseits ja nun nicht so, als wäre uns das nicht auch damals schon als irgendwie seltsam aufgefallen. Und das skurrile daran ist btw, dass Jakes ganze Figur als Charakter nichts anderes tut, als beständig darauf hinzuweisen.
Dies gesagt zu habend ein Wort zum Dialog von Jake mit Kira und Odo, und Kiras schnippischer Bemerkung, er habe doch gar keine Leser:
Das ist zwar richtig. Aber aktuelle Berichterstattung in die Heimatwelt ist ja nur ein Zweck eines Journalisten hinter der Frontlinie wie Jake es ist. Ein anderer ist Dokumentation des Geschehens und der Beweggründe der Handelnden für später – z.B. für den Zeitpunkt, wenn DS9 wieder an die Föderation zurückfällt und/oder Bajor seine Unabhängigkeit vom Dominion zurückerlangt. Eine Möglichkeit, die selbst zu diesem ziemlich aussichtslosen Zeitpunkt im Konflikt angesichts des verminten Wormholes nicht völlig ausserhalb jeder Vorstellungskraft liegt.
Und für diese Dokumentationsaufgabe ist Jakes Interview reines Gold.
Wäre cool gewesen, wenn man Jakes eher dümmliche abbindende Bemerkung in der Szene statt für „falsche Frage ich Depp“ für sowas wie „das wird sich super in meiner Doku später machen“ genutzt hätte.
@Sebastian:
Es ist halt eine Frage wie du das ganze rechnest.
Reales Beispiel aus der Orga wo ich arbeite.
Wir haben uns Anfangs Jahr entschieden unsere Budget für ein Knaller auszugeben. Weil wir glauben das wir uns dadurch langfristig finanzieren können. Die Alternative wäre gewesen, dass wir weiter machen wie bisher aber halt dann erst in 1 Jahr pleite sind als in einem halben.
Wir können uns schon etwas ähnliches bei der Vedek vorstellen. Entweder muss es jetzt klappen oder ich werde halt in 1 Jahr ermordet weil ich dem Dominion im Weg bin.
Ich habe die Aktion nicht so verstanden, dass die Aktion quasi nur für Kira gedacht war. Ich bin mir sicher, es gibt auch bei Star Trek mehr Journalisten (oder Ähnliches bei anderen Spezies), sodass sich der Tod der Vedek auch wenigstens auf Bajor verbreiten wird. Hier will ich aber wieder einmal eine andere SciFi-Serie mit Raumstation erwähnen, bei der es Journalisten – sogar FOX-artige – gibt. Schade, dass Star Trek so gefühlt (?) feindlich gegenüber dem Thema eingestellt ist. Aber Siski jr² ist ja ein Anfang.
Ich find’s komisch, dass man Kira überhaupt erst überzeugen muss. Man müsste doch erwarten, dass sie die erste ist die einen Untergrund auf der Station zusammenbastelt und mit Infos füttert.
Für mich sind beide Teile, die A- und B-Handlung dieser Folge, ein klarer Landarzt. Nicht nur, weil sie halt einfach unter dem Strich gut sind und gut gemacht. Sondern vor allem, weil sie mich bewegt haben. Heute, beim xten Rewatch. Ich fands außerdem spannend zu gucken, ich war unterhalten, alles schön und gut. Das sind Aspekte, da kann man drüber streiten, auch wenn das innerhalb der Zeit- und Budget-Vorgabe schon ziemlich schwer allzu viel besser zu machen wäre. Aber der eigentliche Punkt ist, dass mich diese Folge noch tagelang beschäftigt hat (und bis heute tut).
Ich war auch kurz zögerlich, weil das so eine klare Übergangsfolge ist. Mit zwei Handlungssträngen, die nüchtern zusammengefasst doch eigentlich eher dürr sind. Aber das wäre halt unfair. Denn es hat eine Wirkung. Und das ist das wichtige.
Und ich stimme dem zu, dass wir hier keine Kopie sehen. Es sind halt ähnliche Leute in einer ähnlichen Situation, weshalb sich ähnliche Problemlagen auftun. Und dass das in diesem Krieg ungefähr so ähnlich nochmal passiert, das ist nicht fernliegend. Man würde ja auch kein Banküberfall-Geiseldrama dafür kritisieren, dass schon wieder ein Polizei-Verhandler mit den Geiselnehmern verhandelt. Das ist halt die Ausgangslage. Und nur weil darüber schon mal ein Film gedreht wurde, ist es nicht verboten, darüber noch weitere Filme zu drehen.
Ich stimme außerdem Sven darin zu, dass wir mal wieder zu einer tollen Folge eine tolle Besprechung bekommen haben. Ich sag das nicht jedesmal dazu. Ich bin Berliner. Wenn ich nichts sage, dann schmeckts.
Trotzdem ist das so eine dieser Folgen, über die man von der Logikseite nicht allzu lange drüber nachdenken sollte.
Zunächst mal was persönliches: So geil echte Außendrehs sind. Hier ist mir in diesem etwas konzentrieren Rewatch schon sehr aufgefallen, dass wir wieder am selben Ort sind, an dem das gekaperte Jem’Hadar-Schiff aufgebracht wurde. Und das tat was mit meiner Immersion.
Über die eigentliche große Leere im Raum habt ihr ja schon gesprochen und das kann ich ignorieren bei SciFi insgesamt – aber ziemlicher Quatsch ist das schon. Vergleich navigieren durch einen Asteroidengürtel. Kommen wir zu den eigentlichen Problemen:
Was ist das eigentlich für eine Ausgangslage? Die haben mitten im Feindesgebiet die strategisch extrem wichtige Drogenfabrik des Dominion zerstört, dabei ihre Tarnung auffliegen lassen, sie kriechen als Feindschiff Numero Uno, eine große Zielscheibe auf dem Bug aufgemalt, mit Impulskraft durch besagtes Feindesgebiet, zwei Jem’Hadar-Schiffe hängen ihnen bereits am Arsch und ballern sie im Grunde schon aus dem All, aber dann retten sie sich in letzter Sekunde in diesen unkartographierten Nebel (btw: was ist in diesem Zusammenhang eigentlich ein innergalaktischer Nebel? Nevermind, das ist ja in ganz Star Trek ein seltsames Plot Device), und stürzen dort ab.
Und dann ist ihre Rettung ein Funkspruch nach Hause? Um dort abgeholt zu werden? Da stehen keine Dominionschiffe am Rande des Nebels parat, um jeden, der dort rein- oder rausfliegt, einer peinlichen Befragung zu unterziehen? Und das Dominion ist außerdem zu blöde, um solche Funksprüche abzufangen und zu überwachen? In einer Situation, in der nach allem, was uns erzählt wird, der Milster diese Funksprüche noch so gut verschlüssen kann – es reicht ja, überhaupt Funksprüche aus diesem mysteriösen Nebel zu bemerken? Funksprüche die, nebenbei erwähnt, in dieser Auflösung der Handlung von einem Dominion-Funkgerät abgesetzt werden? Jungejungejunge, das ist schon erhebliches wir haben uns in eine Ecke geschrieben und lösen das jetzt halt irgendwie auf, das merken die nie.
Glücklicherweise wurde diese von euch erwähnte Endszene nie gedreht. Und ich weiß jetzt gerade auch nicht, wie genau eigentlich die nächste Folge das fortsetzt. Aber irgendwie glaube ich nicht so recht daran, dass sie dieses riesige Logikloch sinnvoll füllt.
Anderes Thema: Was motiviert den Vorta eigentlich zu all seinem sisnisteren Treiben?
Die Jem’Hadar sind in ihrer Motivlage glasklar. Wir sind in einer auswegslosen Situation auf irgendeinem Felsbrocken, den das Dominion nicht interessiert. Also besetzen wir diesen Felsbrocken für das Dominion, bis wir sterben. Da haben zwar weder das Dominion noch wir irgendwas von. Aber so sind wir genetisch programmiert, und dem Dominion zu gefallen ist unsere Religion und einziger Daseinzweck. So weit so in sich logisch. Aber trifft das eine Ebene höher auf den Vorta nicht genauso zu? Diese ganze Verachtung und Überlegenheitsgehabe des mittleren Managements gegenüber den ihnen unterlegenen Sklaven der Jem’Hadar, das ist ja alles extrem geil gefilmt und schlüssig und so. Aber sie selber stehen doch zum Dominion und zu ihren Göttern, den Gründern, genauso. Und zudem, anders als die Jem’Hadar, leben sie auch noch in der Überzeugung, im Falle des Ablebens gleich gebildet wieder erschaffen zu werden. Weniger ein Tod, mehr ein Quicksafe. Also woher kommt eigentlich dieser Überlebenswille? Der soweit geht, sich selber dem Feind als Gefangenen zu übereignen und ihm die sichere Passage hinaus zu ermöglichen? Ist nicht auch sein Leben genauso im Eigentum des Dominion, was er nicht einfach so verkaufen kann? Wäre nicht die ihm logische Handlungsweise, die Jem’Hadar erst die Feinde hinwegmetzeln zu lassen und dann mit ihnen dort zu sterben? Woher kommt plötzlich diese unbedingte Wertschätzung der eigenen Existenz – auch gegen die klaren Interessen des Dominion?
Und jetzt mal zu dem sinsitren Treiben des Vorta. Stellen wir uns mal spaßeshalber eine extrem ehrenvolle, jederzeit transparent, fair und weise auftretende Instanz anstelle des Vorta vor. Nennen wir ihn den Spock-Vorta. Oder kurz den Sporta. In diesem Gedankenspiel läuft diese Folge exakt so ab, wie sie auch sonst abläuft. Mit einem Unterschied: In der entscheidenden Szene nimmt der Sporta den Sisko beseite und erklärt ihm in ruhigem Tonfall die Situation folgendermaßen:
„Leute, ich weiß, wir sind im Krieg und sollten uns hassen. Und ich weiß, ihr Föderationsbengel habt so moralische Dingsbumse und so. Es ist nur so, das White geht mir aus. Und das bedeutet leider ohne Umschweife, sobald das Zeug alle ist, werden diese Jem’Hadar erst alles Leben hier töten, und dann sich gegenseitig. Da kann ich auch nix gegen tun, kann keiner der Anwesenden was für, so ist das halt. Deshalb folgender Vorschlag: Solange sie noch auf mich hören, schicke ich sie in einen Hinterhalt, wo ihr sie sinnlos abschlachtet. Ich weiß, klingt brutal und moralisch niderträchtig. Aber denkt drüber nach. Zum einen bedeutet das den Unterschied zwischen einige überleben hier – nämlich ihr und ich -, und niemand überlebt hier. Und zum anderen bedeutet den Jem’Hadar das den Unterschied zwischen einem schnellen Tod in der Schlacht und einer endlosen Qual, gefolgt von einem qualvollen Tod.“
Wenn der Sporta das so verkauft hätte, würden wir dann auch so negativ über ihn denken, wie wir es über den Vorta tun? Und wenn nicht, warum nicht? Rein inhaltlich ist da doch kein Unterschied.
Ich hab da keine echte Antwort drauf. Weil diese Folge will, dass ich den Vorta hasse, und es funktioniert. Ich hasse ihn mit jeder Faser meines Herzens. Trotz der oben stehenden Gedanken. Das u.a. ist exakt, was ich meine, wenn ich sage, dass mich diese Folge noch weiter beschäftigt hat.
Wen ich in dieser Folge jedoch nicht hasse, sondern mit jeder Faser meines Herzens bewundere, das ist Sisko. Nunja, kommen wir doch mal zurück zu der Perspektive des Vortas „Da kann ich auch nix gegen tun“. In seiner finalen Heldenszene kommt Sisko plötzlich auf die Idee, den Jem’Hadar einen Ausweg anzubieten: Wir mit unserer geilen Föderationstechnik, wir haben die moralisch für alle Beteiligten geeignete Lösung an der Hand. Und zwar legen wir euch einfach in Stase und bringen euch in diesem Zustand zu einer geeigneten White-Quelle. Ja geil, Sisko. Vielleicht erzählst du diese Granatenidee ein paar Szenen früher nicht dem Jem’Hadar, sondern dem Vorta? Also der einen Person, die sowas für die Jem’Hadar entscheiden kann? Und dann wäre das alles vielleicht so gar nicht erst passiert?
Aber ich sags nochmal: Das alles tut für mich der Folge keinen Abbruch. Es ist nur Fernsehen. Und als TV-Folge ist sie viel zu wirkmächtig, als dass man in einem normalen TV-Blickwinkel ohne die gesonderte TaD-Brille oder ähnliche Betrachtungsansätze überhaupt auf so Gedanken kommt. Und dafür wurde sie weder geschrieben noch produziert oder gesendet.
Moin zusammen,
Science Fiction ist sicher mit „Schuld“ daran dass die Vorstellung von der Leere des Universums ungenügend ist. Ständig „begegnet“ man jemandem oder irgend etwas wie einem Himmelskörper. Voyager und andere Schiffe treffen alle Naselang auf andere Raumfahrzeuge. Als Beispiel für realistische Reisezeiten sagt das Netz:
„Qo’noS (Kronos): Die Heimatwelt der Klingonen liegt etwa 85 bis 90 Lichtjahre von der Erde entfernt. Bei Warp-Geschwindigkeit entspricht dies einer Reisezeit von etwa vier bis zwölf Tagen.“ Picards Enterprise würde bis zu unserem nächsten Stern Proxima Centauri 16 Stunden benötigen, immer noch besser als die 6300 Jahre mit heutigem Antrieb. Zugegeben: die Geschichten wären wohl sehr ereignislos wenn man selbst mit Warp 9,975 realistische Reisezeiten zugrunde legen wollte, oder man müsste ständig „16 Tage später…“ einblenden. Und – was machen die alle wenn nichts los ist? Lädt dann Tuvok zum Drill-Jogging, Tag für Tag? Schnitzeljagd? Viel Zeit fürs Holodeck.
Die Episode war ein Fest: Kiras lähmende Arbeitsroutine unter neuer Besatzung, hervorragend gespielt und auch Jake und Odo in ihrer quälenden weil verordneten Zuschauerrolle haben mich gepackt. Toll. Danke für die Erklärung Jadzias Passivität – ohne das zu wissen habe ich mich schon gewundert warum man sie wimmernd aufs Krankenlager verbannte. Da weiß man den klimatisierten Studio-Luxus zu schätzen! Wie waren wohl Dreharbeiten auf Hollywoods Sound Stages vor der Einführung der Klimatisierung?
Der Kadavergehorsam der Jem’Hadar und deren Weigerung die „Ordnung der Dinge“ als faschistisches Unterdrückungskonstrukt zu hinterfragen erinnert fatal an heutige rechtsextreme auf Lügen basierende Ideologien, von Coronaleugnern bis zu den Anhängern des US-Regimeführers. Lieber geht man in den Tod als sich einen Irrtum einzugestehen. Allen gemein ist die Bereitschaft zur sinnlosen Selbstzerstörung. Heute aktueller denn je.
Der Landarzt hat mich sehr gefreut. Es gibt noch 50 Tickets für kommenden Samstag im Cinecitta Nürnberg!
Ich finde DS9 zeigt sehr deutlich, dass wir mit moralischen Kategorien von Gut und Böse nicht wirklich weiter kommen. Das sind immer Kampfbegriffe, die idelle aufgeladen sind um zu inkludieren oder exklurieren. Diese Folge zeigt das auch wieder mal sehr gut. Btw. was den Suizid der B-Story angeht. Ich bin nicht der Meinung,dass die fehlende mediale Aufzeichnung, dieses weniger einflussreich macht. Es gab genügend Zeugen und das reicht. Die Geschichte zeigt, dass solche Erreignisse allein durch die spätere Reproduktion und Verbreitung ebenfalls große Nachwirkungen haben können. Wir sind da halt durch unseren Zugang zu Echtzeitmedien etwas biased.
Moin, Menschen mit Etiketten wie „gut“ oder „böse“ zu markieren war noch nie sinnvoll, ist aber nach wie mehr als en vogue unter jenen die nicht zu den hellsten Tortenkerzen gehören. Die Goebbels-Kinder waren sicher immer der Meinung dass ihre liebenden Eltern „gut“ gewesen seien, bis zu ihrer Ermordung durch selbige. Die Sinnlosigkeit des Schwarz-Weiß-Denkens erleben wir z.B. gerade am Beispiel des US-Senatskandidaten Platner.
wie meinst Du das mit Platner?
Ein Hoffnungsträger der Demokraten der für libertäre Werte zu stehen schien kann ebenfalls eine dunkle Vergangenheit haben die seine Integrität so sehr beschädigt dass er als Kandidat ausscheidet. Der Versuch Menschen in „Gute oder Böse“ zu unterteilen muss scheitern.
Ich hatte zuerst nur die rothaarige Dame gesehen und nicht mitbekommen, dass da noch ein weiterer unbekannter Kerl bei unseren Hauptpersonen dabei ist.
Und deshalb fragte ich mich immer: Wieso trägt Bashir denn jetzt eine gelbe Uniform?
Die beiden hatten von weitem gesehen auch ein bisschen Ähnlichkeit.
Und Nog will Garak nie mehr den Rücken zukehren, aber beim Geiselaustausch geht er dann wieder vor ihm. Schnell die Überzeugung abgelegt…
Hallo! Vielen Dank für die schöne Besprechung. Erlaubt mir aber eine kleine Korrektur. Das mit den „Untiefen“ habt ihr nur zu 50 Prozent, man könnte auch sagen falsch, dargestellt. Es handelt sich bei dem Begriff um ein s. g. Januswort, es kann also zwei verschiedenene, gegenteilige Bedeitungen haben. Es kann je nach Kontext sehr tief oder gar nicht tief bedeuten. Ich merke das nur an, weil es doch so ein schönes und seltenes linguistisches Phänomen ist.
Die Sache mit Kira und der Abwesenheit von Dukat und Weyoun habe ich so verstanden, dass sie die beiden vorübergehend vertritt. Dafür spricht auch die (feierliche) Rückkehr der beiden in Sons & Daughters. Ihren Konflikt und die Kollaboration unterstreicht dieser Umstand noch zusätzlich.