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3. Februar 1997:
Dass der angebliche Vorzeigeoffizier und eigentliche Maquis-Chef Michael Eddington ihn in Staffel 4 übertölpelte, nagt gewaltig an Captain Sisko. Ohne dass das Publikum es mitbekam, jagte er den Ex-Untergebenen seither pausen-, aber auch erfolglos. Deswegen kommt zur Schmach nun noch die Schande: Starfleet fordert, dass er den Fall an Colonel Sanders abgibt. Doch ohne ihn. No more Mr. Nice Ben.
In Deutschland: Für die Uniform, ausgestrahlt am 9. März 1998.
Hinweis: Aufgrund von technischen Problemen unseres Podcast-Hosters (mehr Infos hier) ist die Folge nur schwer abrufbar über den RSS-Feed und obenstehende Links. Auf YouTube könnt ihr sie unter diesem Link an“sehen“. Sobald die Probleme gelöst sind, vernichtet sich dieser Hinweis von selbst.
Moin zusammen,
„Fesselnd“ ist eine zutreffende Beschreibung, so fand ich diese Episode auch. Die Motivation des Eddington (einer großen Filzstiftfdynastie entstammend…) blieb reichlich schwammig und theatralisch präsentiert, aber gut. Routiniert geschrieben, gespielt, gefilmt, mir hat es gefallen und auch die „nautische Stimmung“ auf einer nur ansatzweise funktionsfähigen Defiant störte mich wegen eines Genre-Mixes nicht. Das Polizeiauto war halt nicht über den TÜV gekommen.
Nachvollziehbar wegen unbezahlbarer Massenszenen, jedoch schade, dass man gar nicht versuchte wenigstens einmal eine bedrohliche Detonation einer Massenvernichtungswaffe über einem Trek-Marktplatz mit Treppe und Brunnen zu zeigen und Darsteller die erschreckt in den Himmel starren. Auch die flüchtenden Cardassianer waren nur ein Metallkasten im Orbit.
Diese „insanely convenient“ Störanfälligkeiten von Starfleet-Technik hatten wir öfter schon als Thema. Vielleicht läuft die Sternenflotte wie Systeme der Bundeswehr noch mit Basic V2 oder MSDOS von Floppy Disks. Das 3-D-Bildtelefon fand ich nicht überzeugend: sie haben da einfach jemanden in eine Plastikmarkierung am Boden gestellt, die Beleuchtung war identisch wie auf der Brücke und das „Hologramm“ warf sogar einen Schatten. Man hätte es gepixelt machen sollen oder hie und da mit einer flimmrigen Bildstörung versehen, wie man es später bei DSC oft sieht. Jo, ich weiß: die elektronische Videoverfremdung war damals zu teuer.
Eine Star Trek Büro-Soap hätte man gut einbetten können in eine Serie die ein Leben auf der Erde im 24. Jahrhundert zeigt. Ach, schon wieder Post vom einem Lieferanten: „wir haben eine Zahlung von 59 Bars of Gold Pressed Latinum erhalten, leider ohne Verwendungszweck. Sternzeit 50245.7 Wegen mehrerer identischer Beträge können wir die Zahlung nicht zuordnen. Bitte teilen Sie unverzüglich die Rechnungsnummer mit. MfG Quark“
aus technischen Gründen kann ich die Folgen noch nicht hören, deswegen stelle ich mal ganz frei die „Familiengeschichte“ in den Raum:
Meine jetzige Frau hatte DS9 vor mir nie gesehen. Natürlich sahen wir uns die ganze Serie (damals schon meine Lieblingsserie) zusammen an und sie war von Folge zu Folge begeisterter. Sie mochte die Serie und die Charaktere sehr. Dann kam „For the Uniform“ …
Den Einsatz einer biologischen Massenvernichtungswaffe konnte sie Sisko nie verzeihen. Auch Dax im übrigen nicht, dass sie dazu am Episodenende nur einen Scherz übrig hat. Sisko gehört zu ihren unbeliebtesten Charakteren – nur wegen dieser einen Sache.
Und sie hat ein Stück weit recht. Was hier geschieht und von der Sternenflotte toleriert (!) wird, ist absolut unglaublich. Und es beschädigt auch „In the Pale Moonlight“ für mich. „Moonlight“ war jahrelang eine meiner liebsten Episoden und in meinen Augen ein Meisterstück. Aber inzwischen kann ich die ganze Story nicht mehr ernst nehmen. Warum soll ich Sisko abnehmen, dass er moralische Probleme mit zwei, drei Morden hat, wenn er ohne großes Zögern das Ökosystem eines ganzen Planeten zerstört?
Das Ende macht mir die Folge Etwas kaputt. Sisko hätte vor das Kriegsgericht gehört und mindestens Worf und Dax ehrlos entlassen gehört. Mal mit einem Lacher einen Klasse M-Planeten zu zerstören, das ist ein Unding in so einer Folge.
Ich glaube das Marquis Kolonie (ca. 1:36:00) kann man so verstehen, dass es eine der Kolonien mit Föderationsbürgern in der DMZ ist (weil beide Seiten haben ja Kolonien mit ihren Bürgern in der DMZ) bei denen man von starken Marquis Sympathien ausgeht.
Die Mittel zu denen Sisko hier greift müssten eigentlich ein Kriegsgericht bzw. ein Strafgericht nach sich ziehen. Was er hier de Facto gemacht hat ist die eigene Zivilbevölkerung mit einer Massenvernichtungswaffe anzugreifen. Wer so etwas macht der hätte in Homefront keine großen Reden schwingen dürfen. Interesanter ist, dass Worf diesen Befehl einfach mal ausgeführt hat. Es gab mal die Episode wo der Fakt, dass Sternenflottenoffiziere nicht einfach jeden Befehl ausführen genutzt wurde um einen Punkt zu machen.
Zu der Frage gibt es eine andere Lösung aus strategischer Sicht es gibt dutzende. Mal damit angefangen, dass wir wissen Starfleet hat massiv viele Schiffe in der Hinterhand (Dominionkrieg demonstriert das). Wenn die wirklich wollten, dann stellen die in jeden Orbit von potentiell bedrohten Planeten ein echtes Kriegsschiff ab und dann können die Marquis sich mit ihren umgebauten Zivilschiffen die Zähne ausbeißen.
Was er hier macht ist zu sagen alle auf den Planeten sind Mitschuld an dem was der Marquis macht also Feuer frei. Nach der Logik stimmt dann auch das Argument alle abzuschieben, weil es Straftäter mit Migrationshintergrund gibt aber auch das Argument, dass in einer Region wo Rechte Straftäter was tun alle anderen auch Rechts sein müssen, weil sie haben es ja nicht verhindert. Oder um es kurz zu machen diese „Logik“ ist keine sondern ein Scheinargument. Angriffe auf unbeteiligte Dritte sind immer falsch.
Und letztlich begibt sich Sisko damit in die Logik von Insurektions. Nehmen wir an wir haben 20 Aufständische und du tötest 7. Bleiben 13 richtig? Nein weil die 7 toten hatten Freunde, Familie, werden Propagandistisch ausgeschlachtet. 20 – 7 = 50 in der Logik von Aufständen.
Denn an der Stelle fällt eure Analyse schon etwas flach. Was hier passiert ist schon deutlich mehr als ich muss aus meinem Haus raus. Umsiedlungen im großen Stil sind auch kulturell eine Frage. Nicht umsonst gibt es den Begriff des kulturellen Genozids (ist hier vermutlich nicht was passiert aber es gibt da Abstufungen beim Thema Vertreibung). Was wir ja in anderen Marquis Folgen durchaus auch beobachten konnten ist, dass die Cardarsianer durchaus staatlich organisiert ihre Kolonisten in der DMZ bewaffnet haben. Der cardarsianische Geheimdienst, das Militär usw. haben sich auch nicht immer korrekt verhalten wenn es um das Einhalten der Abkommen ging.
Vergessen wir auch nicht, dass damals als Eddington die industriellen Replikatoren gestohlen hat Kira durchaus empört war, dass die Föderation den Cardarsianern so viele gibt Bajor aber nur einen. Es gibt Gründe für die Haltung und die Aktionen der Föderation und der Sternenflotte. Aber aus der Sicht derer, die von diesen Entscheidungen betroffen sind gibt es halt auch gute Gründe dagegen.
Mal das Thema Dominion. Ihr sagt Sisko soll Eddington sagen deine kleinen Probleme sind nichtig. Well der Marquis kann da aber auch argumentieren. Ok nehmen wir das Dominion ernst. Die Cardarisaner und Klingonen sind wie wir jetzt 100% wissen unterwandert und geschwächt worden. Was ist derzeit die vermutlich problematischte Grenze der Föderation? Die DMZ hier steht nix was uns verteidigt. Die neue cardarsianische Regierung ist schwach und braucht Hilfe also sagt denen könnt ihr haben aber wir bekommen dafür dieses Gebiet voll und mit dem Recht dort auch so zu agieren, dass es unser Gebiet ist. Zack DMZ ist jetzt Föderationsgebiet Marquis hat keinen Grund mehr zu rebellieren und wir können Verteidigungen gegen das Dominion aufbauen.
Die Sache ist halt es gibt immer mehr als nur schwarz und weiß bei diesen Themen. Geht Eddington viel zu weit? Ja! Terrorismus auf diesem Level ist kein Wiederstand mehr. Aber hat die Föderation hier evtl. ein echtes Legitimitätsproblem und es liegt daran, dass sich so etwas wie der Marquis überhaupt bildet und dass er offensichtlich Leute anzieht? Nicht wirklich von der Hand zu weisen. Die Föderation geht Kompromisse bei ihrer Ethik und Moral ein. Das ist aus deren Sicht Vernünftig aber Bajoraner z.B. sehen das halt durchaus anders (die waren vermutlich nicht happy über die Föderationshaltung dem Wiederstand keine Waffen zu liefern weil es ein interner cardarsianischer Konflikt ist).
Ehrlich gesagt müsste Sisko hier vors Kriegsgericht. Das hier ist also ob damals die Bundeswehr einen Haufen Linke Journalisten von der Straße geschnappt und medienwirksam verprügelt hätte bis die RAF sich ergibt. Mit dem Argument ist ja keiner gestorben …
Meiner Meinung nach geht „For the Uniform“ an mehreren Stellen deutlich zu weit.
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ERSTENS haben wir Benjamin Lafayette Sisko, einen gestandenen Starfleet Captain, der ganze ACHT (!!!) Monate damit verbringt, seinen ehemaligen Sicherheitsoffizier Michael Eddington kreuz und quer durch die Badlands zu jagen. Hat der Mann nichts besseres zu tun? Ich würde ihm zurufen: „Get a Life, Captain!“
Gezeigt wurden uns die wilden Verfolgungsjagden, bei denen die Defiant bestimmt mehr als einmal in vollem Karacho mit quietschenden Reifen um eine enge Kurve bog und dabei eine Radkappe verlor, während sie unbeteiligten Passant*innen auswich, leider nicht. Der Hardboiled Cop namens Ben „Dirty“ Spencer trägt seine Smith & Wesson Model 29, mit der er Eddingtons Handlager einen nach dem anderen eiskalt ins Jenseits befördert, von früh bis spät im Halfter mit sich herum und ölt sie wöchentlich – wir sehen es bloß nie. Schade!
Ich kaufe dem Spencer die „knallharter Großstadtbulle“-Story nicht ab. Das ist neben dem
– Stationskommandanten
– alleinerziehenden Vater
– Erzfeind von Gul Dukat
– traumatisierten Wittwer
– Abgesandten der Propheten, d. h. dem bajoranischen Jesus
– Baseball-Fan
– ehemaligen Kapitän des Ringerteams an der Sternenflottenakademie
– Saufkumpanen von Curzon Dax
– Lebensgefährten von Kasidy Yates
– Sohn eines stolzen Restaurantbesitzers
eine Facette, die mir einfach zu weit geht. Es ist eine Umdrehung zu viel, die man dem Charakter des Ben Sisko hier verleiht.
Sidney Poitier spielte in „Shoot to Kill / Mörderischer Vorsprung“ von 1988 auf viel überzeugendere Weise einen hartgesottenen FBI-Agenten in San Francisco.
Siskos Rachefeldzug finde ich genauso unglaubwürdig wie die von Kirk und Picard. Ich verstehe nicht, warum Autor*innen immer wieder auf dieses abgenutzte, klischeebeladene Stilmittel zurückgreifen.
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ZWEITENS haben wir Michael Eddington, einen „Maulwurf“ des Maquis, der sich auf DS9 eingeschlichen hatte, um Sabotageakte durchzuführen. Ich nehme ihm zwar ab, dass er sich selbst als Freiheitskämpfer und Held sieht, aber die Dualität zwischen Freiheitskämpfer*in / Terrorist*in wurde meiner Ansicht nach mit Kira Nerys schon viel besser behandelt. Ich verstehe einfach nicht, wie und wann Eddington zum Massenvernichtungswaffen auf unschuldige Zivilist*innen abschießenden Blofeld-mäßigen Superbösewicht mutierte, der IM ALLEINGANG (!!!) die Defiant und beinahe auch Deep Space Nine lahmlegt. Und Odo ist sich immer noch unsicher, ob wirklich *alle* seine Computerviren eliminiert wurden, hört, hört! Da kann sich ja noch die eine oder andere spannende Story entwickeln (oder auch nicht, weil Eddingtons Viren wieder in der Versenkung verschwinden).
Den Plot eines Bösewichts, der das Raumschiff schon längst verlassen hat, aber trotzdem mithilfe von Computertricks für reichlich Ärger sorgt, werden wir übrigens bald in VOY wiedersehen („Worst Case Scenario / Rebellion Alpha“). Residierte Eddington in seinem Hauptquartier in den Badlands in einem Bunker unter einem Vulkan, von wo aus er seine mega-fiesen Pläne schmiedete und dabei eine auf seinem Schoß liegende weiße Langhaarkatze streichelte?
„MUHA-HA-HA-HA!!! Böse zu sein macht Spaß!“
Hier erfahren wir zum ersten Mal, dass der Spencer ihn sogar zum Essen einlud und sich mit ihm in der Holosuit Baseball-Spiele ansah! Und wieso hat man uns das nie gezeigt, als Eddington noch in seiner Tarnung des Sicherheitsoffiziers auf der Station diente? In der Serien-Realität hatten er und Sisko ein professionelles Arbeitsverhältnis und nicht die aus dem Hut gezauberte halbe „Bromance“, die uns hier verkauft werden soll.
Auch dieser Aspekt ist komplett unglaubwürdig.
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DRITTENS ärgert mich die Konsequenzlosigkeit von Siskos Handlungen:
1) Zuerst verweigert er den Gehorsam, indem er Eddington weiterhin verfolgt, obwohl das Oberkommando ihm längst andere Befehle erteilt hat.
2) Zum Schluss vergiftet er die Atmosphäre eines ganzen Planeten und macht seine Bevölkerung damit zu Vertriebenen.
Wofür gibt es in der Föderation/Sternenflotte eigentlich so unglaublich viele Regeln und Gesetze? Damit sie nach Belieben gebrochen und ignoriert werden können, ohne dass jemand zur Rechenschaft gezogen wird? Ich würde jedenfalls nicht für so eine Organisation arbeiten und mein Leben riskieren!
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Den Sinn des „Holokommunikators“ hat sich mir nie erschlossen. Inwiefern wird ein Dialog „dynamischer“, wenn Sisko in seinem Stuhl sitzt, während sein Gesprächspartner als Hologramm vor ihm steht? Die Dynamik hält sich hier in engen Grenzen. Außerdem wirft die technische Umsetzung In-Universe Fragen auf: Wenn zwei Personen mithilfe technischer Geräte, z. B. mit Telefonen, kommunizieren wollen, muss jede der beiden Personen ein Telefon zur Verfügung haben! Beim Holokummunikator muss es genauso sein. Aber wieso sollte Eddington auf seinem Maquis Raider ein solches Gerät installieren? Hat Odo neben seinem Schreibtisch im Büro einen Holokommunikator, in den er sich hineinstellt, um mit Sisko zu telefonieren, wenn dieser wieder mal mit der Defiant in den Badlands auf Verbrecherjagd geht?
Am besten haben mir die Sequenz gefallen, in der die Defiant von der Station ablegt. Auch Nog als improvisiertes „comm. system“ war nett.
Für mich damals wie heute eine echt starke Folge Star Trek. Schade das ihr am Ende anscheinend keinen Landarzt gefühlt zu haben scheint.
Die geschnittene Szene steht für mich nicht unbedingt in den Widerspruch zu Simons Theorie über Eddington, die ich übrigens teile. Klar wird er den korrekten Starfleetoffizier geben haben um abzulenken. Die Sache ist aber glaub ich auch gerade die, wenn du dann nur den blöden Dienst nach Vorschriftentypen machst, und dich sonst nie für die anderen Leute interessierst, dass die dann auch nur drauf warten, dich mal irgendwie in die Pfanne zu hauen. Wenn Eddington hier aber den feinen Weg zwischen Überkorrektentypen im Dienst und im privaten aber auch mal den netten Saufkumpel gibt, der zwar oberflächlich bleibt, kann ihm das vielleicht sogar helfen. Sei das der Milster ihn vielleicht nicht gleich beim Chef verpetzt, wenn ihm mal was komisch vorkommt, weil der Michael sich an Orten rumtreibt, wo ein Sicherheitschef vielleicht nicht verloren hat. Oder es hätte eine Stelle geben, wo er dem Milster mit dem Virus kompromittierte Speicherchips in das Werkzeugköfferchen gemogelt hätte.
Die beschädigte Defiant war für mich auch ein Mittel zum Zweck, um vielleicht auch das Gleichgewicht zwischen Marquischiff und Starfleet herzustellen. Was das neue Holosystem angeht, hatte ich erst gedacht, der Milster hätte den Befehl das Teil abzuschalten wirklich wörtlich genommen, indem er es einfach wieder ausgebaut hat. Aber das es ja noch einmal kommen wird, klappt das leider so nicht.
Siskos tat am Ende ist natürlich super diskussionswürdig. Wäre auch cool gewesen, wenn am Ende dann vielleicht nicht nur ein Gag, sondern ein grimmiger Admiral gestanden hätte, der dem Spencer nochmal was zum Thema Werte der Föderation erklärt. Wie Eddington hier auch schon sagte, jetzt verraten sie ihre Uniform und sie merken es nicht mal.
Interessant wie Meinungen auseinander gehen. Gerade das was Sisko am Ende getan hat plus den Umstand, dass es ohne Konsequenz blieb disqualifiziert diese Folge für mich von jeglichen extra Lorbeeren.
Vergessen wir nicht die Folge wo Sisko Worf gesagt hat er muss besser sein als im Gefecht auf ein sich entarnendes nur mit großer Wahrscheinlichkeit feindliches Schiff zu feiern. Starfleet stellt 100% sicher daß es feindlich is bevor man feuert oder man ist die Uniform nicht wert.
Einmal Planetenweiten Genozid bitte Mr. Worf. Nach Siskos eigener Predigt an ihn hätte Worf den Befehl verweigern und Sisko festnehmen müssen.
Ohne jetzt sagen zu wollen, dass das irgendwas besser macht: Es war kein Genozid. Er hat den Planeten für Menschen unbewohnbar gemacht, die ihn jetzt verlassen müssen. Wir erfahren meines Wissens von keinen direkten Todesfällen durch den Angriff.
für mich ist nicht klar, ob Eddington wirklich bereits von vornherein als er auf DS9 ankam Mitglied des Maquis war und die Crew unterwandert hat, oder ob er nicht doch tatsächlich der Vorzeigeoffizier war, für den wir ihn lange gehalten haben, und er nur irgendwann (im Laufe der 4. Staffel?) die Seiten gewechselt hat.
Vielleicht wurde er bei einer Beförderung übergangen oder hat aus anderen Gründen den Glauben „an die Uniform“ verloren?
Wer bei einer Beförderung übergangen wurde, ist frustriert. Aber wird jemand dadurch zum fantastischen Massenmörder?
Ich hätte einfach gerne mehr (genauer gesagt: VIEL mehr!) über Eddingtons Motivation und seine Radikalisierung erfahren. Der Typ hat ganz offensichtlich mehr als eine Meise unterm Pony. Ich kann ihn wirklich nur als megalomanischen Superschurken beschreiben.
Eben.
Seinen Verrat in For the cause kann ich noch halbwegs damit erklären, dass er irgendeinen Sinneswandel gehabt hat oder einfach von Starfleet desillusioniert ist.
Vielleicht hatte er auch ein Erlebnis als er auf Außenmission in den Badlands war.
Aber hier in der Folge hat er einfach ne Meise und verhält sich fast schon wie ein irrer Bond-Bösewicht.
Diese Charakter-Entwicklung wird einfach nicht erklärt, und ich finde sie ehrlich gesagt auch ein bisschen drübba
Ich möchte die Folge aber auch nicht schlechter reden als sie ist.
Ich finde sie echt toll, für mich ein Highlight der 5. Staffel.
Und Sebastians Vergleich mit einem Cop-Film hatte ich vorher noch nie so gesehen, finde ich aber tatsächlich auch sehr passend.
Danke dafür, wie ihr das so treffend heraus gearbeitet habt.
Solange wir auf den Hoster warten, anscheinend gibt es auch auf Reddit TaD-Hörer:
https://old.reddit.com/r/startrekmemes/comments/1pcfpmx/war_crimes_no_one_will_survive_whamaggedon_in/
Was ist denn mit dem Steam los?! Strömt nicht! 😉
Siehe Hinweis in der News oben … 😉
Sisko ist doch in der „Marquis“ Doppelfolge von seinem „ehemaligen“ Akademie Freund Hudson wegen dem Uniform Thema schon ganz tragisch enttäuscht worden, der die Seiten wechselte und von dessen ableben er auch noch von Eddington (wenn ich mich recht erinnere) selbst erfahren hat. Das derjenige ihn dann auch noch aus seiner Sicht im Stich lässt ist wirklich geschickt eingefädelt.
Ich glaube Worf hatte, mit der Bemerkung, dass die Torpedos mit dem neuen Sprengkopf nicht so zielgenau sind, noch versucht dem Sisko auf diskrete Weise mitzuteilen: „Hömma Chef, bisse Dir sicher das wir das so machen sollen?
Also ich würde das besser lassen!“
Auch Worfs Zögern (Sisko muss den Feuerbefehl, wenn ich mich richtig erinnere, zwei Mal erteilen) gibt mir zu denken.
Hallo zusammen,
konnte weder die Folge noch den Podcast bisher genießen. Habe aber schon mal in euren Kommentaren gestöbert und bin erstaunt, wie die Folge hier so weg kommt. Habe das gar nicht mehr so in Erinnerung.
Aber wie so oft, suche ich bei solchen Diskrepanzen gerne nach in-Fiktions-Erklärungen. Möglicherweise haben wir hier einen weiteren Schritt gesehen, wie die Föderation weg von der Utopie hin zu Dystopie geht. So wie Simon und Sebastian auch schon manchmal angemerkt haben.
Offiziell ist die Föderation noch nicht im Krieg mit dem Dominion, aber sie rüsten sich auf jeden Fall dafür. DS9 wurde stärker bewaffnet. Die Defiant wurde nach DS9 versetzt. „Homefront“ hat schon einen kleinen Ausblick gegeben, was möglich ist und wie einige denken. Und wir wissen auf jeden Fall, dass Sektion 31 schon eine Waffe abgefeuert hat.
Vielleicht hat die Föderation im Moment einfach keine Zeit oder sogar Lust, sich ernsthaft mit dem Maquies zu beschäftigen und ignoriert daher, was Sisko macht. Schlimmstenfalls ist sie sogar froh darüber, dass sich Sisko um das Problem gekümmert hat und man sich jetzt wieder auf den kommenden Krieg vorbereiten kann.
Und selbst, wenn sie Siskos Handeln verurteilen, könnten sie überlegen, dass sie ihn im Krieg als Kommandant von DS9 dringend brauchen und daher ein Auge zudrücken.
Auf jeden Fall eher eine Föderation, wie wir sie später in „Picard“ erleben dürfen, als noch zu TNG-Zeiten.
Wenn wir aber mal davon ausgehen, dass die Föderation hier nicht als Dystopie geplant ist, dann könnten wir auch sagen, dass die Föderation Opfer ihres eigenen Erfolges geworden ist. Was bedeutet das? Ich arbeite als Föderationsbürger, um mich und die Menschheit voranzubringen, so erklärt es und Jean. Aber, was passiert denn, wenn ich mich plötzlich nicht mehr verwirklichen kann?
Was ist, wenn ich auf Utopia-Planitia gerade am neusten Warp-Antrieb forsch und plötzlich heißt es: Alles eingestellt, alle Resscouren gehen in den Bau von Kriegsschiffen. Disziplin wird das für einige Zeit machbar machen. Aber will ich jahrelang Phaser bauen, wenn ich eigentlich friedliche Technologie erforschen möchte?
Oder ich bin frischer Captain auf einem Forschungsschiff. Ich soll auf meine erste Deep-Space-Mission gehen und plötzlich hießt es hier: Nein, abgesagt! Eskortdienst an der DMZ oder sogar Kampfeinsatz. Wie lange kann ich das noch als „Selbstverwirklichung“ verbuchen, bevor ein gewisser Drill eintreten muss? Bevor die Föderation anfangen muss sich umzustellen und ihre Werte nach neuen Prioritäten zu sortieren?
Okay, ich bin abgeschweift. Was ich sagen will ist, dass die Föderation natürlich Werte hat, die sie vertreten will und sollte. Aber aktuell kommt sie immer mehr in Situationen, in denen sie leider immer mehr Kompromisse eingehen muss. „Homefront“ zeigte es: Freiheit vs. Sicherheit. Da wurden die Werte noch einmal hochgehalten. Doch wie ist die aktuelle Situation? Krieg mit den Klingonen. Angriff der Borg. Und das Dominion steht vor der Tür. Da ist man durchaus mal bereit Sicherhheit höher zu hängen und das eine oder andere Auge zuzudrücken, wenn es dem Überleben der Föderation und ihrer Werte (wenn in diesem Moment auch selbst mit den Füßen getreten) dient. Oder eben nur dem Überleben. Seien wir ehrlich. Selbst ein Mensch 2.0 ist sicher bereit einiges Unschönes zu tun, um selbst zu überleben.
Was ist mit Sisko selbst? Eigentlich sollte er nicht so handeln. Dieser Meinung bin ich auch. Natürlich fühlt er sich von Eddington verraten, aber dennoch reagiert er hier sehr übertrieben, nicht so, wei wir es erwarten würden. Gibt es auch hier eine mögliche in-Fictions-Erklärung? Schwer. Mir würde zuerst einfallen, dass er noch unter den Prophetenschatten leidet und nicht klar denkt. Vielleicht haben die Propheten sogar ihn und die anderen absichtlich beeinflusst, damit sich die Geschichte so entwickelt, wie wir sie in den nächsten Folgen sehen werden. Oder die Propheten dachten: „Abgesandter, du musst dich bald auf Bajor konzentrieren! Räum mal im Hinterzimmer auf!“
Ja, ist ein ganz schwaches Argument, ich weiß.
Vielleicht arbeitet er auch im Auftrag der Föderation oder unwissend im Auftrag von Sektion 31. Sollte er sich beschweren und die Befehle verweigen? Ja, auf jeden Fall. Aber auch auf Sisko wirkt der drohende Krieg schon. Auch er könnte denken: „Ich muss hier jetzt für einen Schlussstrich sorgen. Bald habe ich andere Sorgen und kann keine zweite Front hinter mir gebrauchen.“ Gerade, wenn man davon ausgehen muss, dass Sisko nicht wissen kann, dass das Dominion sich mit Cadassia verbündet. Aktuell käme der Krieg rein aus dem Wurmloch. Ein Zugang, den man recht gut verteidigen könnte. Da will man neben der Hauptfront nicht noch einen Störfaktor, egal wie klein er ist.
Okay genug fantasiert. Das ist das Schöne an Fiktion. Man kann alles mögliche reininterpretieren und mir macht das großen Spaß.
Bin auf jeden Fall auf Simons und Sebastians Besprechung gespannt.
Grüße
Die ganze Geschichte macht den Sisko irgendwie kleiner.
btw: Hätte der Hays-Code in den 90ern noch gegolten, wäre spätestens jetzt klar gewesen, das Siskos Schicksal zum Ende hin kein gutes mehr werden würde.
Die Folge steht für mich symptomatisch für das Versagen von Voyager, was den Marqui (puh, wie schreibt man das) betrifft.
Zur Vorbereitung der neuen Flagschiffserie wird dieser Konflikt mehr oder weniger elegant auf Weisung von oben in TNG reingepopelt, damit er zu Start der Serie etabliert ist.
Voyager macht dann so ziemlich gar nix daraus (bloß nicht die 14-jährigen Gelegenheitskonsumenten überfordern!) und die wirklich guten Marquis Folgen sind dann (wieder mal) bei DS9.