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1. Oktober 1997:
Die Subroutinen des Doktors sind wie elektrisiert, denn der Notruf eines Holo-Artgenossen ereilt die Voyager. Die Rettungsmission wird für B’Elanna und ihn zum Trip in das Spukschiff eines Putzfimmel-Psychos, der aus seiner Mordlust an allem Körperlichen kaum einen Hehl macht. Indes hat Teenager vom Dienst Harry bei der ersten Teamarbeit mit Seven Schwierigkeiten, Beruf von Romantik zu trennen.
In Deutschland: Der Isomorph, ausgestrahlt am 27. November 1998.
Nach dem gestrigen Fußballabend fühle ich mich wie der Isomorph und kann meine sabbernden, triefenden und ausfließenden Mitmenschen heute nicht ertragen. Vielleicht bastel ich auch heute Abend an meiner Deathmachine als Vorbereitung fürs Wochenende. Aber egal.
Die A-Handlung empfand ich als eher lahm. Nett, dass Onkel Doc mal wieder aus seiner Praxis raus darf, aber irgendwie kam der üble Psychopath nicht wirklich so gut rüber. Ich musste allerdings zusammenzucken, als die arme B’elanna fast ihr Herz im Stile Indi 2 verlor. Das sah schmerzhaft aus.
Bei der B-Handlung dachte ich mir hingegenen: Ach Harald, deine Rolle hätte eigentlich auch nach Staffel 3 enden können. Dieser Charakter wird sich nicht mehr weiterentwickeln, hier gibt er das Pubertier, das nicht in der Lage ist, mit der Kollegin Ms. Latex-Boobs zusammenarbeiten. Kalt duschen oder ein kurzer Abstecher aufs Klosett könnten helfen. Von einem hochstudierten Offiziersanwärter erwarte ich mehr, aber vielleicht soll Harald auch wirklich einfach nur den jungen Trekker darstellen, der vor dem Bildschirm sitzt.
Mein Daumen geht bei der Folge auf jeden Fall runter. Ich wurde nicht gut unterhalten. Übrigens fand ich es nicht sehr stimmig, dass Paris und Kim dem Großvater seine Arbeitsstätte umprogrammieren. Sind wir denn hier im Kinderprogramm oder was? Voyager ist im Vergleich zu DS9 schon oft Star Trek fürs Mittagsprogramm nach der Schule. Vielleicht fällt auch nur der Vergleich direkt zu DS9 auf.
Moin zuammen,
so unterschiedlich kann Wahrnehmung sein: ich wurde exzellent unterhalten – ich habe mich gegruselt und war bestens amüsiert bis zum lauten Lachen. Was will ich mehr? Etwas schade fand ich die Szene der Indizienbeseitigung zu Beginn weil schon offengelegt wurde wer der durchgeknallte Bösewicht ist. Gut, es schafft dann die Spannung des „und wann merken sie es endlich?“. Ja, die aus dem Ruder laufende KI ist kein neuer Plot (HAL) aber immer wieder ein reichlich abzuerntendes Feld. Irgendwie ist es auch wie so vieles bei Star Trek prophetisch – denn inzwischen sorgen sich Menschen durch KI ersetzt zu werden. Wer hätte das Ende der 1990er gedacht? Wir sahen damals den „Millennium-Bug“ dräuen und fürchteten dass unsere Röhrenmonitore sich blau färbten…
Tuvoks Beförderung: wer kennt es nicht, aus Filmen oder wenn Gelegenheit gehabt im echten Leben dass mal zu verkosten, wenn solche Beförderungen, Abschiede, Hochzeiten – was immer – zu feiern ist in den USA, einer steht auf (und schlimmstenfalls danach noch weitere) und erfreut die Anwesenden mit saftigen Anekdötchen aus dem Leben des / der „Betroffenen“ von albern bis hochpeinlich, und alle im Saal lachen herzlich oder gekünstelt weil aus Höflichkeit. Ich finde dass diese Sequenz sehr die US-Gesellschaft spiegelt.
Kasperle und das Krokodil… schon der plötzlich zu Boden gefallene Hammer hätte ein Warnsignal sein müssen, spätestens als sich der Psychomorph gezeigt hatte. „Sach ma, Bro, was haste denn vorhin mit dem Hammer vorgehabt als du hinter uns rumgespukt hast, hmmm?“ Die kinderstundenhafte Ahnungslosigkeit ist bei Star Trek leider oft zu Haus, wie auch die ständig unzureichenden Sicherheitsprotokolle, fehlende Security, kein Michael Collins der im „Orbit“ wartet – sie machen das einfach viel zu oft nachdem es schon x mal in die Hose ging. Naja.
Die über allem schwebende Frage für mich lautet: was will denn der Irre mit seinem Notruf erreichen außer dass er weitere „Organics“ anlockt? Selbst ein so aus dem Ruder gelaufener Spinner wird nicht glauben dass er die Galaxie von allem Organischen befreien könnte. Nun hat er doch selbige schon auf seinem Schiff erledigt, müsste sie aber eigentlich ins Vakuum beamen, weil die Leichen doch in Kürze reichlich einzelliges Leben der unangenehmen Art produzieren dürften. Ich würde sagen, dass aus seiner Sicht „Mission Accomplished“ war und der Notruf komplett überflüssig. Die Fehlfunktionen scheinen nicht seine größte Sorge gewesen zu sein, und die Databasedes Schiffs sollte doch über alle nötigen Informationen und Werkzeuge verfügen um sich damit selbst reparieren zu können. An Zeit mangelte es ja nicht. Also – die Motivation blieb mir nebulös. Wunsch nach Gesellschaft bei gleichzeitiger „Revulsion“, ja, in psychisch Erkrankten kann beides nebeneinander oder in stetem Wechsel vorkommen. Zu Verweisen auf psychische Probleme allgemein finde sich offensichtlich nichts als Hintergrundinformation. Hierzu hätte sich vielleicht etwas angeboten mit einzuflechten.
Das Ende mit Britzelkabel gab mir „Audrey-II-Vibes“ in der abgeschwächten zweiten Version des Horrorladens. Und Fische = sauber weil im Wasser? Naja, eigentlich schwimmen sie durch ihre eigenen Ausscheidungen und die anderer, wobei diese wohl zumeist Richtung Meeresgrund sinken um dort den Tisch für jene zu decken, die aufgrund der Tiefe weniger Leckerchen vorfinden.
Die Seven-Kim-Handlung hat mich köstlich amüsiert. So ungelenk wie sich Harry hier verhält kennen wir den Charakter eben, es passt – auch wenn man sich immer wieder fragen muss: kann jemand mit Beziehungserfahrung so dämlich sein? Ja, kann er. Wer weiß welche Oma die Beziehung auf der Erde arrangierte? Mer waaßet nit. „Möchtest du kopulieren? Zieh dich aus, ich tu dir nicht weh.“ Herrlich emotionslos und dennoch kooperativ gespielt, als ob es einen technischen Fehler im Team zu anaylieren galt. Ich habe es gefeiert. Aufgrund seines Unterhaltungswertes Daumen hoch. Ich freue mich auf den 11. Juli – gestern noch 32°C prognostiziert, heute aber 37°C für Nürnberg. Ich las dass Cinecitta die Bude kühlt mittels eigenen Blockheizkraftwerks. Aber bitte nicht heizen 🙂