#476: The Gift (VOY 4.02)

Episode herunterladen (MP3, 120 MB)

10. September 1997:
Unverhofft gewinnt die Voyager ein neues Crewmitglied – Seven of Nine, frisch dem Borg-Kollektiv entrissen, aber voller Widerstand gegen die neue Existenz ohne die Stimmen der Vielen im Kopf. Auf der anderen Seite heißt es Abschied nehmen von Kes, die ihre nächste Evolutionsstufe erreicht. Hinter den Kulissen viele Fragen rund um Jeri Ryan und Jennifer Lien. Nur hier mit extra Horst-Lichter-Content.

In Deutschland: Die Gabe, ausgestrahlt am 30. Oktober 1998.

Dieser Beitrag hat 39 Kommentare

  1. Sebastian (TaD)

    Hallo Leute.

    Wenn ihr unsere heutige Folge gehört habt, wundert ihr euch vielleicht, dass es die angekündigte Vorverkaufsmöglichkeit noch nicht gibt.

    Aber keine Sorge: Die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Wir schauen mit euch (und sprechen über) im Kino auf der großen Leinwand „Star Trek: The Motion Picture“. Am Samstag, den 11. Juli 2026. Das wird so bombastisch wie der Film und wir freuen uns auf euch.

    Infos zum genauen Verkaufsstart mit Uhrzeit gibt es hier rechtzeitig vorab. Auch auf Discord und im Unterstützenden-Newsletter.

    The Human Adventure Is Just Beginning. Wir melden uns.

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  2. Maestro84

    In Sachen Kes und Sieben von Neun war ich wieder überrascht, wie lapidar Jennifer Lien die Serie verlassen hat. Früher hat mich dies wenig gestört, da ich mit der Elfe nicht viel anfangen konnte, aber jetzt beim Rewatch hatte sie schon gute Folgen. Mit Jeri Ryan konnte ich hingegen schon als Pubertier gar Nichts anfangen, da sie mir viel zu sehr auf „Ey Jungs, Frischfleich für Euch“ getrimmt war und mir das selbst jünger nicht gefiel. Dazu diese unschönen Ganzkörperleibchen, die schon die gute Diana verhunzt haben und in Zukunft noch T’pol verhunzen werden. Ich teile eindeutig nicht des Genes Vorliebe für die Gestaltung von errrrrotischen Frauenklamotten.

    Persönlich mochte ich allerdings den Schwenk der Serie hin zu den härteren Gegnern wie Borg, Hirogen & Co. Da war ich als alter Fiver und SG1-Fans voll dabei, es durfte ruhig mal rumsen und das noch Jahre vor dem guten Jim Beam und der mäßigen Neuauflage von Kampfstern Galactica. Der Charakter der Sieben von Neun entwickelte sich noch ganz nett, gerade im Zusammenspiel mit dem Doktor, aber ich hatte immer den Eindruck, dass der ewige Fähnrich eigentlich eher hätte abgesetzt gehört. Der Harald hatte die Charakterentwicklung eines Turbolifts. Am Ende freue ich mich aber jetzt vor Allem, dass die eher….lahme Staffel 3 von Voyager vorbei ist.

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  3. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Danke für den obigen Hinweis: ich habe die Website des Kinos hoch und runter durchpflügt und dachte schon ich hätte Augentomaten… Enttäuschend zu hören dass Mulgrew ihren Frust an Ryan ausließ… hielt das für den ganzen Rest der Serie an oder hat mal jemand gesagt dass sie mit dem Dissen aufhören solle?

    Auf den Landarzt habe ich sehr gehofft und mich gefreut dass Ihr ihn vergeben habt, denn auch ich fand diese Episode voller mitreißender Charaktermomente, dicht, spannend, emotional packend und authentisch. Natürlich schreit einem Seven’s Catsuit das entgegen was beabsichtigt ist, aber zu behaupten dem Doktor sei nichts Besseres eingefallen, tell me more: es hätte ja auch ein uniformähnlicher Strampler sein können oder so ein Second-Hand-Look wie ihn Fred gern mal benutzt. Oder ein OP-Hemdchen wie wir es auch gelegentlich sehen auf der Krankenstation.

    „Gereifte weiße Männer“ hin oder her – Ihr seid geübte Medienkritiker nach jahrelanger Praxis und ich fand Eure Betrachtung der Seven of Nine im Silberlatex neutral, distanziert genug und facettiert – auf den Punkt. Sex sells, damals wie heute. Schade dass es so ist, immer noch, aber wenn es so ist…. wat willste machen außer die Entscheidung zu kommentieren?

    B’Elanna fand ich mit ihrem „Bord-Circus“ richtig cool, und gepackt hat mich natürlich die Abschiedsszene zwischen Janeway und Kes, die ich umso realer und tragischer fand weil klar wurde dass man sich von der Darstellerin verabschiedete. Beim ersten Ansehen war ich komplett entgeistert dass man die Moderations-Elfe aus dem Cast genommen hatte und dachte „da ist doch das Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft“, freilich wusste ich nichts von den Problemen hinter der Kamera. Fast tragisch und auch irgendwie beschämend dass eine Star Trek Produktion, obwohl sie mal eine psychologsche Beraterin etablierte, im echten Leben einen solchen Ansatz nicht fertig brachte. Immerhin wurde doch für Wang die „Suchtklinik“ ins Spiel gebracht, oder? Super gespielt, runde Sache, ich war voll an Bord und am Ende ein geschickt gesetzter Akzent der Hoffnung „Ihre Lieblingsfarbe war rot“ und eine Abschiedsgeste voller Melancholie in Form der Meditationsflamme im Fenster. Somit gehört „The Gift“ sicher zu den paar Episoden die ich einem Neuling zur Einführung präsentieren würde um ein Gefühl dafür zu entwickeln was Star Trek ist.

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  4. Tanja

    Ich bin auch eine der begeisterten weiblichen Fans von 7of9. Allerdings wundert es mich, dass man es nicht hinbekommen hat einen gemütlichen engen Einteiler an den Leib zu schneidern. Was für mich jedoch vollkommen unverständlich ist, warum jemand auf die Idee kommt, dass 7 die gemütlichen Borg-Schlappen gegen diese High Heels tauschen würde!
    Ich habe übrigens fast ins Lenkrad beißen müssen, als Sebastian meinte, er hätte mal neben einer Figur gleicher Bauweise gestanden und Simon Dr. Phlox in den Raum rief. Wurde ja dann geflissentlich übergangen…. 😉

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    1. Birgit

      Danke! Genau das dachte ich auch als man am Schluss 7 in neuem Outfit sieht… warum zur Hölle sollte man auf einem Raumschiff Highheels tragen?

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  5. Bridge66

    Hallo Jungs,

    bin gerade erst zu einem Drittel durch, aber bevor mir jemand zuvorkommt, hier ein mmn wichtiger Hinweis:

    Zeitindex 00.57.38: Sebastian, ich glaube, du hast den Spruch von der Chefin falsch verstanden.
    Sie sagt: „I’ve got an Ocampan who wants to be something more and a Borg who’s afraid of becoming something less.“
    Zu deutsch: „Ich habe eine Ocampa, die MEHR werden will, und einen Borg, der Angst hat, WENIGER zu werden.“
    Damit meint sie die Loslösung aus dem Kollektiv und die Umwandlung zu einer Einzelperson, einem Individuum.

    🖖 und bis später Eure Bridge

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  6. Jack

    Bin noch nicht komplett durch mit dem Hören, aber ich hätte als Parallele zu Jeri Ryan noch das Casting von Walter Koenig(’s Perücke) dazugenommen. Hier waren die Beweggründe auch nicht sooo statthaft, zielten aber eher auf die Frauen. Aber danke für diese wieder ausführliche Besprechung der Folge.

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  7. stef baura s

    hallo Ihr beiden,
    vielen Dank für die tolle ausführliche Besprechung.

    Ich möchte einen Gedanken zu Mulgrews Verhalten ggü Jeri Ryan teilen:

    Wir müssen uns klar machen, dass das in den 90ern war. Die Fernsehbranche war (ist?!), wie wir ja u.a. durch das Casting von Jeri Ryan gelernt haben, stark männlich dominiert.

    Ryan war 10 Jahre jünger, Fotomodell, natürlich hatte Kate als damals mitt/end40erin Stress wegen so jemand, sie ist ja in diesem Arbeitsklima groß geworden.

    Das Patriachart möchte auch keine Verschwesterung von Frauen, es ist strukturell so gemacht, dass Frauen _immer_ untereinander konkurrieren sollen, der nachwievor anhaltende, sich gar steigernde Schönheitswahn, zeugt davon.

    Ich kenne Kate Mulgrew nicht persönlich, aber dass sie um sich geschlagen hat und zwar gegen den vermeintlichen Feind, kann man auf eben dieser strukturellen Ebene nachvollziehen.

    Ich habe gelernt, dass es zwei verschiedene Ebenen sind, man kann die se Aktion an sich schlimm finden, und ja Mobbing ist schlimm. Man kann gleichzeitig das darüberliegende Konstrukt erkennen, und dabei feststellen, dass auch Kate Mulgrew ein Opfer ist.

    Ich kann das nicht so gut ausformulieren, weil ich mich als 60jährige Frau selbst gerade erst seit ein paar Jahren im Bereich Feminismus weiterbilde. Ich dekonstruiere mein früheres Ich auf solche Verhaltensmuster und hab öfter mal ne Krise deshalb…

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    1. Murmeli

      Als Person die sich professionell mit dem Thema beschäftigt:

      Grundsätzlich alles richtig. Würde aber die individuelle Ebene wirklich nicht aus den Augen verlieren. Auch unter beschissenen Umständen sind wir für unser handeln verantwortlich. Darum schön das Kate sich später bei Jery entschuldigt hat und diese Verantwortung wahrgenommen hat <3

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      1. sternburg

        Internalisiertes Patriarchat oder wie Männer es zeitgenössisch so ekelhaft zu bezeichnen pflegten (und wohl bis heute tun): Stutenbissigkeit.

        Ich mag Stefs kluge Ausführungen ganz dolle, und möchte dem eigentlich gar nichts weiter hinzufügen. Aber …

        … aber, ich weiß nicht, für mich passt das einfach schon ziemlich in ein Gesamtgemälde, dass sich mir von der – mir persönlich natürlich ebenfalls unbekannten – Kate Mulgrew zeichnet. Ich nehme hier mal ein Beispiel von vor ein paar Folgen, dass an sich viel zu unwichtig ist, um mit diesem Thema in einem Kontext genannt zu werden: Die aktuelle Verwendung des Holo Decks in dieser Staffel.

        Man kann über die bisherigen Verwendungen des Holo Decks unter anderem aus feministischer Sichtweise sehr viel negatives sagen, das ist schon alles nicht so super gut gealtert, aber eines steht fest: Bisher war das jeweils ein Ort, an dem sich subalterne Crew Member unabhängig von ihrem Rang versammeln, vergnügen und entspannen können. Sowas wie eine Küche, ein Heart of the Home. Jetzt ist das ein Ort für Janeway und nur für Janeway, um ihren brillianten Geist an anderen brillianten Geistern zu reiben. Und um spezifisch ihr Gelegenheit zu geben, in der Entspannung und Erbauung Geistesblitze zu erschaffen. Und vielleicht noch, damit da mal so ein Sidekick wie Fred reinsteppt und sie auf den rechten Pfad führt.

        Das schreit schon ganz schön Main Character Syndrom.

        Ich möchte Frau Mulgrew gar nicht absprechen, dass sie damals für sich tatsächlich der Überzeugung war, Jeri Ryan für das Unterminieren ihres Beitrags als ikonische Chefboss-Frauenfigur im TV abzulehnen (ob das jetzt ihr gegenüber als Person fair war oder nicht). Was ich persönlich im übrigen ganz ähnlich empfand und empfinde, weshalb das für mich dünnes Eis ist. Ich möchte aber durchaus die Möglichkeit in den Raum stellen, dass sie sich da selber was vormachte.

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  8. Hasperat-Maki

    Nachdem ich dem Podcast nun schon Jahre gefolgt bin kommt hier also mein erster Kommentar auf dieser Seite. Ich wollte eine Perspektive geben, die mir sofort in den Kopf gekommen ist. In meiner Freizeit beschäftige ich mich schon seit sehr langer Zeit mit extremen religiösen Gruppen und treibe mich ab und zu auf der Seite des Internets rum wo sich Sektenaussteiger austauschen und Inhalte über ihre Vergangenheit produzieren. In Foren der Ex-Zeugen Jehovas wird tatsächlich der Begriff der „Borg“ als Alias für die Organisation häufig gebraucht. Deshalb musste ich in den Szenen der Folge diese Woche auch immer wieder daran denken und wie viele Parallelen es zu ziehen gibt. Eine interessante ist die Verweigerung von notwendigen medizinischen Eingriffen und inwiefern Mediziner hier die Wünsche von Personen übergehen können, da Bluttransfusionen in der Religion verboten sind. Tatsächlich ist dies Ärzten nicht erlaubt oder nur in Ausnahmefällen, etwa wenn Eltern Bluttransfusionen ihrer Kinder verweigern. Oder auch wie 7of9 mit der Trennung vom Kollektiv umgeht, die auch von dem „Shunning“ Prozedere der Organisation vergleichbar ist, das Kontaktabbruch beinhaltet. Ihr hattet im Podcast auch die Parallele zu Drogenabhängigkeit gezogen und ich denke tatsächlich, dass diese beiden Perspektiven einfach sehr ähnlich ist. Die Trennung aus der Gruppe ist wie ein Entzug, auch bei Aussteigern aus solchen Gruppen und 7of9s Versuch die Borg zu kontaktieren kann man durchaus als eine Art Rückfall betrachten. Die Trennung aus der Organisation ist sehr traumatisch vor allem, wenn es wie bei 7 nicht freiwillig passiert sondern erzwungen ist und treibt leider sehr viele in die absolute Verzweiflung. Die Dekonstruktion des Weltbildes, was gut und böse ist und auch die Erkundung der eigenen Identität braucht Zeit und kann nicht von außen aufgezwungen werden. In dem Zusammenhang finde ich auch Janeways Vorgehen in der Folge nicht einfühlsam genug auch wenn ich ihr zustimme, dass 7 nicht eigenständige Entscheidungen treffen konnte in ihrem Zustand. Eine therapeutische Begleitung während 7 Zeit gegeben wird zu erkunden was es bedeutet ohne das Kollektiv zu existieren wäre durchaus angebracht gewesen, auch wenn ich natürlich weiß, dass Star Trek immer noch eine SciFi-Serie ist, die sich für sowas nicht immer so viel Zeit nehmen kann. Jedenfalls hilft es nicht unbedingt 7 von Anfang an die Perspektive aufzwingen wollen, die Borg seien nur „böse“, denn sie hat die meiste Zeit ihres Lebens im Kollektiv verbracht und daraus sicher auch eine gewisse Kraft gezogen. Eine zu starke Ablehnung der Borg, könnte deswegen bei 7 eher einen zusätzlichen Rückzug in die Ideologie bezwecken, was ja das Gegenteil ist, was die Crew will. Tatsächlich ging mir die Transformation von 7 am Ende der Folge etwas zu schnell, aber gut, es ist halt eine Fernsehserie mit noch ganz anderen Themen, die es zu behandeln gibt. Grüße an das exjw Subreddit an der Stelle, von denen ich sehr viel gelernt habe. Eine wunderbare Community von Leuten, die ihr Leben nach dem Ausstieg aufbauen und sich gegenseitig unterstützen. Ich habe auch Gerüchte gehört, dass die Borg teilweise auf dem Buch von Dr. Stephen Hassan basieren, welches sich mit Sekten beschäftigt. Aber ob das stimmt ist unklar… auch wenn es eine gute Geschichte ist.

    Noch einen persönlichen Kommentar zu der Wahrnehmung des Charakters der 7: Als eher jüngeres, weibliches Mitglied der Fangemeinde habe ich 7 geliebt. Als junge Teenagerin, die Star Trek als erstes in Wiederholungen am Nachmittag auf dem SyFy Channel begegnet ist, habe ich ihre visuelle Sexualisierung gar nicht wirklich bemerkt auch wenn ich sie heutzutage sehr kritisch sehe. Im Gegenteil, ich fand es toll, dass sie ein komplexer Charakter war. Genauso habe ich auch Janeway wahrgenommen. Ich war total glücklich solche Frauen zu sehen, weil es mir viel wichtiger war, dass weibliche Charaktere vielschichtig sind, als wie sie aussehen. Etwas was ich damals so um 2010 rum in vielen anderen Medien vermisst habe. Auch wenn ich heutzutage viele der Probleme von Voyager sehen kann, auch dank eures Podcasts, ist mein Herz doch noch in großen Teilen von der 12-jährigen erfüllt, für die die „starken Frauen“ von Voyager ein riesiges Vorbild waren, weil sich leider das Fernsehen noch nicht so weit entwickelt hatte, wie ich es vielleicht gebraucht hätte.

    Liebe Grüße und danke, dass ihr mich die letzten Jahre begleitet habt. Ich bin kein Teil der größeren Fangemeinde und hab auch nichts wirklich mit dem Rest von Science-Fiction zu tun. Mein Umfeld hat nix mit Star Trek am Hut, deshalb füllt ihr eine große Lücke 🙂

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    1. Kleiner Bruder

      Hallo, Hasperat-Maki!
      Es ist durchaus gut, neugierig zu sein und nach Infos über auch extreme Gruppen zu suchen. Ein gewisses Weisheitsbuch sagt „Prüft alles, haltet am Guten fest“. Es wird aber auch geraten, Meinungen zu hinterfragen. „Wer seinen Fall als erster darlegt, scheint recht zu haben…“. Nun sind Aussteiger vielleicht nicht die verlässlichsten Informationsquellen. Da das alles hier aber Off Topic ist, will ich mich so kurz wie möglich fassen. Ärztliche Behandlungen im Allgemeinen werden von uns natürlich nicht abgelehnt. Da wird aber auch gern von gewissen Medien auch bei unheilbaren Fällen gerne getitelt „Die Eltern sind schuld!“. Zu Bluttransfusionen gibt es medizinische Alternativen, die sogar besser und sicherer sind, Informationsmaterial gibt es bei uns zum nachlesen und nachgucken.
      Zum „Shunning“, da gibt es schon mal einen Unterschied, ob man bloß nicht mehr mitmachen will, oder ob man die Regeln, wie jede Gemeinschaft sie hat, ablehnt. Jemand sagte mal (in einem anderen Zusammenhang) „Wenn ich Handball spielen will, gehe ich nicht in einen Fußballverein“. Oder, um im SF Bild zu bleiben, als Star Trek Fan gehe ich nicht in einen Star Wars Club. Wenn ich dann noch die ganze Zeit davon rede, wie toll doch Trek sei, und dass Wars blöd ist, dann werde ich wohl eher gemieden.
      Und nein, wir wollen niemanden etwas Böses. Im Gegenteil, Liebe zu Gott – und damit der Respekt auch vor der Schöpfung – und Liebe zum Mitmenschen sind zentrale Punkte des Christentums. Was übrigens auch ein Grund ist, dass ich Star Trek mag. Weil hier auch Respekt vor anderen Kulturen eine große Rolle spielt, auch wenn man deren Ansichten nicht teilt und da nicht mitmachen würde.

      Bei der Gelegenheit viellecht noch zu 7of9, als sie eingeführt wurde, hatte ich das Interesse an Voyager längst verloren und das eher mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen. Auf mich wirkte sie aber, gerade in dieser komischen Klamotte, nie „sexy“, eher streng, unnatürlich, vielleicht roboterhaft. Eine Art Korsett vielleicht, das gegen die ungewohnte Freiheit schützt. Da gab es in TOS und auch später viel freizügigere Kleidung, und in einigen anderen Serien noch mehr. Na, wem’s gefällt, ich brauch’s nicht.

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  9. SarahCrusher

    Da ist also die Folge die mich damals wahrscheinlich dazu gebracht hat nicht mehr jede Folge in Erstausstrahlung schauen zu müssen. Sie ist bittersüß und der Landarzt schaut zu recht rein.

    Ich fand es damals doch sehr bedauerlich Kes aus der Serie zu nehmen und davon zu lesen was hinter den Kulissen geschehen ist. Da hab ich dann doch angefangen mit meiner neuen Lieblingsserie zu fremdeln. Ich als introvertiertes 14-jähriges Mädchen welche auch noch zu den nicht beliebtesten in der Klasse zählte fand es dann doch schön zu sehen wie ein ruhigerer Charakter trotzdem gut in einer Crew voller Sternenflotten-Leuten und ehemaliger Marquies integriert war.
    Der Ausstieg vermittelte mir unterschwellig damals auch irgendwie das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt.

    Wahrscheinlich kommen jetzt viele Folgen die ich dann erst später zu täglichen Wiederholungen im Sat.1 Programm gesehen hab oder vielleicht auch noch garnicht wenn mir in der TV-Programmvorschau zu viel Seven stand. Bin mal gespannt was der etwas erwachsenere Blick auf Seven heute beim Wiedersehen mit mir macht.

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  10. Christiane

    Ich weiß noch genau wann ich Seven of Nine zum ersten Mal gesehen habe. Es war auf der „Star Trek World Tour“ Die feierte am 5. Dezember 1998 auf dem Messegelände in Düsseldorf Weltpremiere und lief dort bis zum 2. Januar 1999. Vielleicht waren einige von euch dort. Ich war damals großer Star Trek the Next Generation Fan, und bin mit meiner Schwester hingefahren. Wir fanden es toll, das Abenteuer auf der Brücke der Enterprise D zu erleben, Klingonen zu sehen, und ein bisschen Star Trek Feeling live zu haben. Am Ausgang stand dann da ein Pappaufsteller von Seven of Nine, und ich wurde so wütend! Ich dachte wirklich, das könnt ihr nicht machen! was für ein Fleisch gewordener Männertraum, was für eine Sexpuppe vom outerspace, ich war schockiert und habe Voyager von da an gemieden. So habe ich leider nicht miterlebt wie Jerry Ryan und die Autoren diese Figur wirklich großartig entwickelt haben und zu einem starken Charakter geformt haben. Gut dass ich das jetzt noch einmal mit euch zusammen erleben kann.

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  11. Corinna

    Ich bin in eurem Alter und mochte Seven von Anfang an. Ihren seltsamen Catsuit habe ich damals eher mit einem genervten Augenrollen betrachtet, nach dem Motto „Okay, das wird halt von Männern gemacht und anscheinend meinen die, dass Frauen so aussehen müssen“. Auch eine Deanna durfte ja jahrelang keine normale Uniform tragen. Zum Glück aber hat man wirklich einen interessanten Charakter draus gemacht und letztendlich kommt es ja immer genau darauf an. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Gegensatz zwischen tiefgründigem Charakter und Babe-Aussehen natürlich total armselig, aber genau das ist Sexismus ja auch.
    Der Vergleich zu Baywatch hat mich echt zum Lachen gebracht, denn ich hab mir vorgestellt wie Seven und der feine Harry in Zeitlupe und mit Popmusik unterlegt einen Schiffskorridor entlanglaufen, mit ganz viel Windmaschine 🙂
    Wie wäre es mal mit einer Sonderfolge zu Frauen in Star Trek? Es gibt so viele spannende Frauenrollen und es ist auch interessant, wie sich das über die Jahrzehnte entwickelt hat. Nana Visitor höchstselbst hat ja sogar ein Buch darüber geschrieben,, das könnte man doch mal einem TaF oder so behandeln?

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    1. Michael from Outer Space

      „Der Vergleich zu Baywatch hat mich echt zum Lachen gebracht, denn ich hab mir vorgestellt wie Seven und der feine Harry in Zeitlupe und mit Popmusik unterlegt einen Schiffskorridor entlanglaufen, mit ganz viel Windmaschine 🙂“

      Und Garrett Wang wurde 1997 vom People Magazine zu einem der „50 Most Beautiful People in the World“ gewählt! Was liegt näher, als ihn nur mit einem Lendenschurz bekleidet durch die Korridore der Voyager stolzieren zu lassen? 😁😍

      Aber dann wäre die Serie vielleicht wirklich zum „Porn Trek“ verkommen…

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    2. Murmeli

      Fände ich super. Da hat es sicher auch einige tolle Leute zum einladen

    3. sternburg

      Es gibt wahrscheinlich kein zweites Franchise, dass über die Jahre so viele und jeweils super spannend zu betrachtende Frauenrollen hervorgebracht hat wie Star Trek. Und jede einzelne ist auf ihre Art problembehaftet und zeitgenössisch interessant. Random Startpunkt, allein über Ilia in Star Trek: The Motion Picture kann man ganze Bücher schreiben, und das ist vermutlich auch gemacht worden.

      Also +1 für diesen Vorschlag.

      Ich möchte trotzdem hier kurz anmerken, dass ich bereits letzte Woche in dieser Kommentarspalte den Baywatch-Vergleich gebracht habe (was die TaDeriche bei der Aufnahme dieser Folge vermutlich noch nicht gelesen haben werden). Anscheinend liegt diese Assoziation für Jungs meines Alters beim Thema 7o9 einfach sehr nahe.

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      1. Maestro84

        Wobei gleichzeitig Star Trek auch auf der anderen Seite moderne Frauenrollen gezeigt hat, sei es eine Uhura, die Mehr macht als Kaffee kochen oder Janeway, die die kernige Chefin ist. Dass sowohl Diana als auch 7of9 als auch T’pol primär die männliche Kundschaft ansprechen sollten – bei Diana vor Allem den männlichen Gene -, ist eben eine andere Seite. Da waren andere Serien der 90er – z. B. Major Carter bei Stargate-SG1, Ivanova oder Delenn bei B5 – sogar schon etwas weiter.

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        1. sternburg

          Ja, absolut. Das war, was ich – etwas ungelenk – mit „und zeitgenössisch interessant“ anzudeuten meinte.

          Fast alle Frauenrollen in der Geschichte von Star Trek haben diese zwei Seiten derselben Medaille.

          Ich hab extra vermieden, Uruha zu erwähnen. Weil das ja mittlerweile quasi ein Meme ist, wie sie sowohl in Bezug auf Sexismus als auch Rassismus gleichzeitig einerseits eine leuchtende Ikone des Progressiven und andererseits ein hochproblematisches Abbild ihrer Zeit ist.

          Diana z.B. ist so ein Charakter, um den ich damals wie heute schwer mein Hirn rumgewickelt kriege. Die ist auf so vielen Ebenen sowohl dekoratives sanftes Beiwerk zum männlichen Macher-Cast, als auch massiv kompetente Chefboss-Frauenfigur, das ist ehrlich schwer zu greifen.

          Und das ist eine der wenigen Dinge, die sich tatsächlich über die Jahrzehnte bis heute im Franchise fortsetzen. Michael Burnham. Ich kann mir nicht mal sinnvoll ausmalen, unter wie vielen Aspekten man Regalmeter voll klugen Ausführungen über die Konzeption, Ausführung und Rezeption dieser Figur vollschreiben könnte. Oder um bei Nebencharakteren zu bleiben, Ortegas oder Chapel in Strange New Worlds. Wie viel man über jede einzelne unter diesem Gesichtspunkt zu reden hätte, a lot to unpack.

          Eine der Gründe btw, warum ich im Laufe der Jahre so viel mehr Kira-Fanboy geworden bin, als ich es damals war. Kira ist schlichtweg „She’s not having it“ as a person. Und sie bleibt dabei trotzdem immer ein vielschichtiger Charakter, emotional ~authentisch~ und nunja eine Frau. Kira Nerys ist für mich als spezifisch weiblicher Charakter nahe an der Perfektion. Und Nana Visitor wird meines Erachtens dafür viel zu wenig gepriesen.

          Das ist einfach ein sehr spannendes Thema. Was natürlich daran liegt, dass es _leider_ auch sonst in den populären Medienprodukten und IRL ein ähm spannendes Thema ist.

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  12. Michael from Outer Space

    Ich bin froh, dass Kes die Voyager verlässt. Ihr Charakter war viel zu unausgereift und fügte sich nicht in die Crew ein.

    Kes definiert sich in „Caretaker“ durch Neelix, weil sie seine Freundin ist und er sie rettet. Zu diesem Zeitpunkt wirkt Kes noch schwach, verletzlich und hilfsbedürftig. Ihre Gefangenschaft bei den Kazon wird in der Serie aber ignoriert – im krassen Gegensatz zu Seven, deren frühere „Gefangenschaft“ im Borg-Kollektiv den Ausgangspunkt ihrer Entwicklung darstellt.

    In Staffel 1 und am Anfang von Staffel 2 finde ich Neelix stellenweise nervig, weil er zu überdreht und eifersüchtig ist. Seine romantische Beziehung zu Kes, die im Pilotfilm buchstäblich erst ZWEI JAHRE alt ist, macht ihn nicht gerade sympathischer.

    Trotz seiner rasenden Eifersucht auf Paris scheint Neelix bei Kes nicht zu Potte zu kommen. In „Elogium“ möchte sie dann unbedingt von ihm schwanger werden, was ich nicht nachvollziehen kann. Diese Beziehung ist von Anfang an so asymmetrisch und dysfunktional, dass ich dort keine Liebe erkennen kann. Kes‘ ach so starker Kinderwunsch wird danach einfach nicht mehr erwähnt. Na gut, die Serie „erklärt“ diese Entscheidungen irgendwie, aber es wirkt nicht durchdacht, eher zufällig: „Lasst uns mal DAS probieren!“, und anschließend: „Nee, Kommando zurück! Wir machen jetzt JENES.“

    Insgesamt wurde Kes für Neelix immer mehr zu einem Klotz am Bein, ich muss es leider so hart formulieren.

    Die Entwicklung von Kes‘ Fähigkeiten treibt sie von Neelix weg, weil sie zu einem „höheren Wesen“ wird, während er der bodenständige Smutje bleibt. Beide sind für sich genommen spannend und haben Potenzial, aber sie passen nicht zueinander.

    Erst nach Kes‘ Abschied kann sich Neelix weiterentwickeln und baut Freundschaften zu Seven, Naomi und Tuvok auf. Dazu war der frühe Neelix noch nicht fähig. Auch die Art, wie er sich später um die „Borg-Kinder“ kümmert, verdeutlicht seine Entwicklung.

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    Seven ist in vielerlei Hinsicht das Gegenmodell zu Kes:

    – Sevens Unterdrückung im Kollektiv und ihre Verletzlichkeit sind der Ausgangspunkt ihrer Story, während Kes‘ Gefangenschaft bei den Kazon keine Rolle spielt
    – Kes will immer nett sein und *vermeidet* Konflikte; Seven stellt zunächst eine Bedrohung dar, weil sie ins Kollektiv zurückkehren möchte und sich einen Dreck um gute Manieren schert, sie *erzeugt* Konflikte
    – Seven wird im Laufe der Jahre immer stärker, je mehr sie sich in die Crew *integriert*; Kes wird immer stärker, je weiter sie sich wegen ihrer Fähigkeiten von der Crew *entfernt*
    – Kes ist spirituell, Seven ist „technisch“
    – Seven bekam ihre Fähigkeiten durch die brutale Assimilierung; Kes besaß von Geburt an das Potenzial zu Telekinese, Telepathie usw.
    – Kes ist warmherzig und aufgeschlossen; Seven ist forsch und misstrauisch

    Seven wächst sozusagen „nach unten“, also in die Crew hinein.

    Kes wächst „nach oben“, aus der Crew und der Voyager heraus.

    Seven ist meiner Meinung nach die spannendere Figur, weil ihr Potenzial besser ausgeschöpft wird als bei Kes. Ich mag Kes trotzdem, aber die Serie lässt sie einfach links liegen. Die Gründe dafür wurden im Podcast ausführlich besprochen, schade ist es dennoch.

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    Kes erinnert mich sehr an Kai Opaka: beide sind intelligent, warmherzig, aufgeschlossen, sympathisch, spirituell und beide werden viel zu früh aus ihrer jeweiligen Serie geschrieben. In meiner persönlichen alternativen Zeitlinie gründen Kes und Opaka zusammen ein Kloster. Kes‘ Pagh ist bestimmt so unglaublich stark, dass es jede Skala sprengen würde.

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    1. Sebastian (TaD)

      Was ist mit Kes‘ Freundschaften zu Tuvok und dem Doktor? Du definierst sie hier ausschließlich über Neelix und das wäre mir zu wenig.

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    2. Florian

      @Michael das sehe ich ähnlich, war mega froh als Kes weg war.( Ich meine den fiktiven Charakter von den Problemen der Armen Jennifer Lien wusste ich damals nichts) Die Beziehung mit dem doppelt? so alten Neelix war mir zu fies und Null glaubhaft und die ganze Zeit fand ich das alles zu nah an ich weiß nicht.. Sie war ja erst 2..
      Dann hatte Sie null gute Storys und Seven of 9 ist 10x interessanter und vom Schauspielerischen Talent eh null zu vergleichen

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      1. SarahCrusher

        Das Argument mit dem Alter lass ich nicht gelten und nervt mich mittlerweile. Wir können Ocampa und Talaxianer Jahre nicht so einfach auf Menschenjahre übertragen, ich fand die Beziehung der beiden nachvollziehbar. Kes und Neelix waren für mich immer im ähnlichem Menschenalter so um die 20 und 25 Jahre vielleicht.

        Und um noch einen vielleicht ganz dummen Vergleich zu bringen das Alter von Katzen-und Hundejahren werden auch unterschiedlich in Menschenjahre berechnet.

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        1. Kleiner Bruder

          Im Prinzip ja, aber: wir sprechen bei Lebensjahren ja auch von „Lebenserfahrung“. Und, ja, die fehlt hier. Beide sind nicht auf dem gleichen Level.

          1. SarahCrusher

            Mag sein, dass Kes weniger Lebenserfahrung hatte, sie hat aber durch Empathie und ihre Gaben doch hin und wieder vernünftiger und erwachsener reagiert als Neelix. Außerdem brauchen glückliche Paare das gleiche Level an Lebenserfahrung? Das würde ich nicht behaupten. Zudem hatte ich irgendwie beim wieder anschauen das Gefühl dass es sich gedreht hätte und Kes manchmal etwas älter wirkte als Neelix – die Zeit auf der Voyager und der Kontakt zu anderen Völkern werden für sie viel lehrreicher gewesen sein als für Neelix.

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    3. sternburg

      Ich kapier das „wächst nach oben“-Argument nicht.

      Kes ist zu Anfang Passagier, im Grunde Flüchtling auf der Voyager. Sie wächst dann aber über die Zeit in die Besatzung hinein und zu einem wertvollen Mitglied der Crew – wobei sie aber immer eine gewisse Distanz und eine Außenperspektive behält. Ist das nicht exakt der „Lower Decks“-Ansatz, den wir bei 90s Star Trek immer alle vermissen?

  13. Murmeli

    Ganz grosses Kino wie respektvoll ihr mit jennifer und jery umgeht.

    10/10

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  14. saruis

    Moin allerseits,
    vielen Dank für eure Besprechung zu der Folge. Wie immer habt ihr es geschafft die Themen der Folge respektvoll zu behandeln und mit einer guten Menge Humor zu vermischen.
    Ein paar Gedanken zu Sevens Catsuit:
    Mich hat das Kostüm beim ersten Mal Voyager nur solange irritiert, wie auch der silberne Catsuit Verwendung fand. Die nachfolgenden Versionen fand ich nicht schlimm und habe sie auch nicht weiter beachtet. Als Frau kann ich mich nicht so richtig darüber ärgern. Klar sind die Umstände, wie es zu dem Catsuit kam zu verurteilen. Die Tatsache, dass ein starker Charakter einen Catsuit trägt und trotzdem nichts von seiner Intelligenz verliert, finde ich aber schön. Gerade heute, wo viel im Netz über die Klamotten von Frauen geurteilt wird und sich Frauen tendenziell dafür rechtfertigen müssen, wie sie angezogen sind, finde ich es schön, dass in Voyager ein Gegenentwurf existiert (auch wenn das natürlich nicht von vorne rein so intendiert war).
    Viel mehr stört mich bspw. die Entwicklung der Bajoranischen Uniformen in DS9. Kira wird ja in ,ich meine, Staffel 7 eine neue Uniform bekommen, die meiner Meinung nach sehr einem Catsuit ähnelt. Ich finde es besonders in DS9 schade, dass man sich von einer klar zweigeteilten Uniform, erst zu einem Einteiler mit Akzenten und dann zu einer sehr Catsuit ähnlichen Uniform bewegt. Gerade bei DS9 müsste man doch meinen, dass die Serie so etwas nicht nötig hat. Diese Entwicklung stört mich mehr, da es kaum thematisiert wird. Stattdessen bekommt Kira immer betontere Uniformen. Der Grund hierfür ist mir schleierhaft und ich finde diese Entwicklung ärgerlicher als alles was Voyager in der Hinsicht macht.

    Das ist natürlich alles nur meine Meinung, ich wollte es dennoch mal in den Ring werfen. 🙂

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  15. Birgit

    Beim Schauen der Folge hat sich mir noch eine Frage zur Funktionalität des Borgkollektivs gestellt. Wenn 7 getrennt ist, hat sie anscheinend dennoch weiter das gesamte Wissen. Das soll ja zur Unterstützung der Voyager eingesetzt werden. Ist das alles in jeder/m Borg extra gespeichert? Dann wären Borg die besseren Padds 😉
    Falls das schonmal thematisiert wurde, hab ich’s leider verpasst oder vergessen!

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    1. Maestro84

      Was ich mich da noch frage (storytechnisch): Warum war 7of9 weiter als andere Drohnen, die im Kern nicht mehr sind als ein kleines Zahnrad in einer großen Maschine? Seven kam viel unabhängiger und individueller rüber. Oder gibt es allgemein im Kollektiv eine Art Offiziersdrohnenrang mit mehr Eigenständigkeit. Quasi wie z.B. bei der Geißel in Warcraft die stärkeren Untoten auch halb eigenständig agieren können.

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      1. Florian

        @ Maesto 84 na weil es so besser in der Story passte da hat sich keiner Gedanken gemacht

  16. sternburg

    Nachdem ich die ersten beiden Teile dieses zweiteiligen Dreiteilers eher unterirdisch fand, hat diese Folge endlich eingelöst, was mir versprochen wurde. Ich mag diese Folge. Nicht so sehr wie ihr tbh. Aber ich mag sie.

    Aber ich muss das aufteilen:

    Den Abschied von Kes fand ich – mit Verlaub – kacke. Ich verstehe euer Argument, dass Leute schon schlimmer aus Serien rausgeschrieben wurden. Aber das macht dieses verquaste Eso-Gelaber doch nicht besser. Die Weltraum-Elfe kann auf dem subatomaren Level (btw bei sowas wie Feuer oder dem Inneren von Gehirnen würde mir persönlich auf dem Molekül-Level reichen) alles und jeden nach Belieben manipulieren. Wow. Mit der besser mal keinen Beef starten. Und sie kriegt auch instantan mit, wenn irgendjemand einen bösen Gedanken in die Tat umsetzt (sie kriegt vermutlich auch sonst alles mit, sie sagt es nur nicht, Un.An.Geh.Nehm.). Das alles kommt natürlich mit einer transzendenten Umwandlung ihrer Person, auf die sie niemand vorbereitet hat, und plötzlich explodiert alles. Uiuiui, wer kam denn auf diese originelle Idee. Vermutlich kleben überall im Delta-Quadranten Aufkleber in U-Bahnen und Taxis, die die Mitnahme von Ocampas verbieten. Alles in allem passt das auf eine fast schon poetische Weise zu dieser Unverschämtheit von Perücke, die man diesem von der Ausgangslage her so interessanten Charakter aufgedrückt hat.

    Und hier muss ich eurem Podcast mal gesondertem Respekt zollen. Zu hören, wie es Jennifer Lien ging und erging, das setzt das alles in einen völlig anderen Rahmen. So sehr, dass meine Bewertung keinen Sinn mehr ergibt. Ich muss da erst nochmal bisschen drüber schlafen. Wie dem auch sei, zusätzliches Lob dafür, wie respektvoll ihr damit umgegangen seid.

    Kommen wir zu Seven of Nine:

    Was für eine große und leider unfassbar zeitlose Thematik. Hier werden die heißen Eisen angefasst. Einige von denen habt ihr in der Folge benannt, vermutlich alle wurden in der Rezensionsgeschichte dieser Folge über die letzten Jahre erwähnt. Mir drängt sich eine Parallele besonders auf, die ihr zufällig nicht genannt habt, nämlich die von Kindersoldaten. In den 90ern eher medial präsentes Problem, bis heute relevant. Ich denke, das war die primäre Blaupause, an der diese Folge geschrieben wurde.

    Aber letztlich ist das auch egal. Denn alle Eisen, die man hier verhandelt sehen könnte und kann, haben eines gemeinsam: Tiefes Brainwashing in frühester Kindheit, und wie man damit bei einem erwachsenen Individuum umgeht.

    Dass Voyager das überhaupt verhandelt, find ich erstmal stark. Voyager macht das in dieser Folge nicht perfekt, bei weitem nicht. Auch nicht bei wohlwollender Betrachtung mit den Mitteln, den gesellschaftlichen Erkenntnissen und dem Raum einer A-Handlung neben einer weiteren A-Handlung innerhalb einer 90s-TV-Einzelfolge. Angesichts dieser Umstände muss man den Maßstab weit nach unten korrigieren, er wude gleichwohl unterschritten. Es wäre Quatsch, dies nach Hasperat-Makis Kommentar weiter auszuführen.

    Trotzdem finde ich, dass Voyager das gut macht. Und so seltsam rushed die Entwicklung am Ende ist, ich hab 2026 ein Tränchen vergossen.

    Aber das ist alles ausreichend kommentiert, deshalb nur kurz spezifisch zu Janeway:

    Ich bin anders als ihr gar nicht der Ansicht, dass sie ihre Kompetenzen überschreitet. Annika Hansen als Seven of Nine ist klar in einem nicht zurechnungsfähigen Zustand. Und daran kann auch erstmal niemand was ändern. btw: Das ist der eine Punkt, an dem das Drehbuch eine sehr genehme Abkürzung nimmt, wenn es so nebenbei und ohne sinnvolle Begründung feststellt, dass ihr Körper die Borg-Implantate irreversibel abstößt – aber 1 Plothole ist kein Plothole in einem character driven Drehbuch; ich erlaube das.

    Jemand muss also für Seven entscheiden. Ich finds super, dass das klar so ausgesprochen wird. Das ist keine Machtfrage. Das ist eine Frage der Verantwortung.

    Und wir haben seit langem etabliert, dass ein Captain auf einen Star Fleet Vessel neben seinen sonstigen Aufgaben auch so eine Art Friedensrichter ist (vgl u.a. Eheschließung). Die Föderationsjustiz ist weit weg. Jemand muss das tun, und Janeway ist die einzige an Bord, die das wirklich tun kann. Also tut sie es.

    Und das tut sie mit großem Verantwortungsgefühl, maximalen Einsatz und ausgesprochen positiver Empathie. Sie kniet sich da richtig rein,
    und ich liebe das. Das ist nicht selbstverständlich gegenüber einer konsequent feindlich agierenden Borg-Drohne, menschlicher Kern hin oder her. Bin mir gar nicht so sicher, ob z.B. Picard das ähnlich intensiv getan hätte. Vielleicht hätte er einiges davon auf Troi und Data abgewälzt. Und das alles technischer und gefahrenbewusster angegangen. Unangenehme Formulierung, aber das ist schon auch vor allem eine dediziert weibliche Führungskraft at its best, was wir da sehen.

    Aber wie sie das teilweise tut, du meine Güte. *augenroll*

    Allein diese Schlüsselszene, wo Seven ihr diese sehr naheliegende Frage stellt. Dieser Moment, in dem Seven gerade in ihrer Ablehnung sich gegenüber Logik offen zeigt. Kathrin, sei doch einfach ehrlich zu ihr, und bleib eng an deiner Aufgabe:

    „Super Frage. Genau deshalb arbeiten wir als Menschen arbeitsteilig: Ich bin derzeit für Deine Entscheidungen verantwortlich. Weil Du das nicht selber kannst. Ob du aber irgendwann selber für dich entscheidungen treffen kannst, das wird medizinisches Fachpersonal entscheiden, nicht ich. Wenn das der Fall ist, und wenn die das entscheiden, dann ja dann darfst du auch sowas für dich entscheiden. Dann werden dir andere Menschen davon abraten, ich zum beispiel. Aber niemand wird dich aufhalten. Wie auch deine Eltern niemand aufgehalten hat. Ich sags aber jetzt schon dazu, bevor deine Erwartungen fehlgeleitet werden: Nach meinem Verständnis werden die allermeisten Ärzte den Wunsch eines Menschen, ins Borg-Kollektiv
    zurüclzukehren, als sehr starkes Indiz dafür ansehen, dass dieser Mensch eben nicht in der Lage ist, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Du siehst, diese ganze Eigenverantwortung, das ist eine Grauzone, und wir Eigenverantwortlichen, wir leben damit jeden Tag. Du bist diesbezüglich zwar ein Extrem, aber streng genommen keine Besonderheit.“

    Das ist doch nicht so schwer. Und mehr will Seven doch in dem Moment auch gar nicht hören. Statdessen sagt sie das dümmste, was man in dieser Situation sagen kann, SMH.

    Eines noch. Ich hab letzte Woche versprochen, weniger voreingenommen auf Jeri Ryans Spiel zu blicken. Und ich muss sagen, das war in dieser Folge spot on. Diese Mischung aus Arroganz, Bestürzung, verraten fühlen und Verletztlichkeit, ich wüsste nicht, wie man das im Rahmen der paar Minuten, die einem so eine TV-Folge bietet, sehr viel besser darbieten könnte. Ich sags jetzt mal, denkt man sich die Star-Trek-Kulissen weg und eine auf Oscar-Nominierung optimierte Film-Erzählung dazu, ich sehe sie mit dieser Performance durchaus in so einem Gefangenlager-Drama auf dem Big Screen. Jetzt vielleicht nicht mehr als hunderte andere Schauspieler:innen auch – aber eben auch nicht weniger. Was ich durchaus erwähnenswert finde bei einer Darstellerin, die Star Trek nunja wohl eher nicht wegen ihrer Leistungen in der Royal Shakespeare Company gecasted hat.

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  17. BjoernHH

    So, nun ist der große Wechsel bei Voyager erreicht.

    So long, Kes, gute Reise, ich werde Dich vermissen!

    Aber es kommen noch so viele interessante aufregende Geschichten, teilweise auch wegen Seven, auf die ich mich sehr freue!

    Die Reise geht weiter!

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  18. Florian

    Das Outfit von 7 of 9 war echt total Banane. Wäre auch gar nicht nötig Jerry Ryan ist ja eh wunderschön. Alles da dran ergab keinen Sinn warum hat Sie keine Uniform ohne Abzeichen oder so bekommen und diese Schuhe . Aber letztendlich sollte man den Schrott gar nicht würdigen und da drüber reden den das hatte man schon nach wenigen Folge gar nicht mehr auf dem Radar weil 7 abseits davon eine so tolle Figur war. Echt das letzte von Kate Mulgrew sie so zu behandeln wie in der 5 Te Klasse ..da kommt eine die ist schöner die mach ich fertig Leider auch auf oft der Arbeit erlebt unter Frauen.

  19. Esther

    Hier ist so ein begeisterter weiblicher Fan. Sevens Outfit empfinde ich als nicht optimal, aber auch Diana hatte manchmal ziemlich knappe Klamotten an. Die Schuhe sind natürlich völlig Banane an Bord eines Raumschiffes.
    Was ich wichtiger finde, Frauen sollten nicht sexualisiert werden (Klamotten hin und her, freiwillig sollte jede anziehen können was sie möchte, ohne angestarrt zu werden) und das ist mMn bei Seven nicht passiert. Keine Anzüglichkeit, keine ekligen Sprüchen oder Blicke der anderen Crew Mitglieder. Harry war pubertär begeistert, aber das empfinde ich als harmlos. Wirklich daneben und sexualisiert finde ich T-Pol in Enterprise.
    Bei Seven wurde vielleicht ähnliches geplant m, aber glücklicherweise nicht umgesetzt.
    Zum Mobbing, da hätte mich tatsächlich mal interessiert wie das abgelaufen ist und was die anderen am Set dazu gesagt haben.
    Viele Grüße an Alle
    Esther

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  20. Sascha

    Ein Gedanke zu Doctor Who. So Plump wie der Übergang von Colin Baker auf Sylvester McCoy war, so ungewollt war dieser vom Produzenten.

    Als man Colin Baker abserviert hatte, erhielt er das Angebot, die Episode noch zu spielen und erst am Ende derselben eine klassische „ich rette euch und muss deswegen regenerieren“-Situation zu bekommen. So war die Folge ursprünglich auch geschrieben.
    Das hat Baker allerdings abgelehnt. Er wollte, wie es zu Beginn seines Engagements zugesagt war, die Staffel zu Ende spielen und wäre dann auch freiwillig gegangen (das ist die Aussage die Baker getätigt hat).

    Deswegen musste kurz vor Drehbeginn alles umgeschmissen werden, und deswegen haben wir den plumpen Übergang (der in der Folge dann aber McCoy schon einige Perlen bot die mit Baker nicht möglich gewesen wären, den der noch nicht regenerierte Doctor hätte keine Regenerations-Nachwehen gehabt was der Handlung einen etwas anderen Verlauf gegeben hätte.

  21. Alexander

    Hallo zusammen,

    eine schöne, ausführliche Besprechung. Fand gut, dass ihr so ausführlich auf die Veränderungen im Cast eingegangen seid.
    Dass Horst Lichter mal hier im „Schtar Trek“-Podcast auftauchen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

    Bei Sevens Menschwerdung unter Janeways „Willen“, sollten wir mal andere Episoden ins Auge nehmen, die ähnliche Themen hatten. Erinnern wir uns mal an „Endars Sohn“ Auch hier gab es ein menschliches Kind, dass nach dem gewaltsamen Angriff von Außerirdischen in deren Kultur aufwuchs. Auch hier stellte sich die Frage, ob es nicht zurück zu den Menschen sollte. Zu seinem Wohl entschied man aber, dass er bei den Talarianer bleiben soll. Hier wurde der Wunsch des Kindes berücksichtigt, obwohl auch die Talarianer als Brutal und Gewaltätig galten und sogar ganz klar Misshandlungen im Raum standen. Er durfte dennoch zurückkehren.
    Warum wurde Sevens Wille dann nicht berücksichtigt? Weil man andere Erfahrungen mit den Borg hatte? Weil die Borg noch brutaler waren? Weil die Borg böse sind? Ich denke ein Problem ist hier wirklich die Sicht auf die Borg. Assimilation gilt als Vergewaltigung. Das wünscht man niemandem und das kann auch nie gerechtfertigt werden. Des Weiteren berichtete Picard, dass er irgendwie noch in Locutus gesteckt hat und zusehen musste, was dieser Borg alles Schlimmes tat, er aber nicht dagegen tun konnt. Die Person steckte also noch irgendwo gefangen in diesem Borg drin.
    Unter der Prämisse würde ich Seven auch befreien wollen. Aber Picard lebte davor schon 40 Jahre und war eine ausgebildete, feste Persönlichkeit und seine Befreiung fand sehr schnell statt.
    Seven wurde mit 8 Jahren assimiliert. Mir fällt es heute mit über 40 schwer, mich han das zu erinnern, was ich mit 8 Jahren gemacht habe. Seven war dann fast 20 Jahre lang Borg. Von ihrer alten „Persönlichkeit“ ist nicht mehr viel übrig. Sie erinnert sich noch daran, dass sie Angst vor der Assimilation hatte. Aber dann „gewöhnte“ sie sich dran. Fand sogar Trost im Kollektiv. Ähnlich dem, wie es mal ursprünglich für ihre Rolle geplant war. Sie wurde Borg. Sie war Borg. Das Menschssein existierte in ihr nicht mehr. Selbst später bezeichnet sich Seven fast immer als Borg. Kaum als Mensch. Das soll die gewaltsame Assimilation nicht rechtfertigen, aber verständlich machen, dass Seven sich selbst nicht als Opfer der Borg sieht. Weil sie es nicht mehr anders kennt. Vielleicht hätte Picard nach 30 Jahren Borgsein auch nicht mehr zurückgewollt, weil sein Menschsein einfach verblasst wäre.
    Eigentlich müsste man dann akzeptieren, dass Seven Borg sein möchte. Wenn es ihre Entscheidung ist.
    Ich finde es gut, dass ihr im Podcast ansprecht, dass man Seven später noch einmal die Wahl geben sollte, wenn man sicher ist, dass sie jetzt einen freien Willen hat. Denn diese Wahl wird kommen. Seven wird sich für das Kollektiv entscheiden (wenn auch nicht frei, wie wir erfahren). Aber auch hier wird dann nicht von Janeway gesagt: „Okay, ist ihr freier Wille“, sondern es wird gleich hinterfragt, dass da was nicht stimmen kann.
    Ähnliches sahen wir auch bei DS9 in „Die Konspiration“. Rugal“ muss nach Cadassia, weil es politisch besser ist. Auch sein Wille zählte hier nicht wirklich.
    Wie ist das eigentlich mit Borg, den Borg, die nicht assimiliert werden, sondern gezüchtet werden, wie wir es ganz am Anfang sehen. Dass auf dem Kubus Kinder entstehen und dann modifiziert werden. Darf man die auch „befreien“?

    Kurzer Beitrag zu Sevens Catsuite. Mal alle Produktions-Gründe ausgeklammert und nur mal die in-Welt-Perspektive angekommen. Der Doktor hat Sevens Kleidung entworfen! Was hat er sich dabei gedacht? Was für ein Bild wirft die Wahl der Kleidung für Seven denn auf den Doktor, dass er solche Kleidung entwürft? Ich finde der Charakter des Doktors leidet ebenfalls unter dieser Entscheidung Jeri Ryan wegen Quote in ein solches Kostüm zu stecken.
    Oder soll das ganze zeigen, dass Aussehen und Sexismus im 24 Jahrhundert keine Rolle mehr spielt. Ist doch egal was jemand trägt. Es geht nur um den Charakter. Hat Seven sich dieses Outfit vielleicht in-universum sogar selbst ausgewählt? Hat der Doktor auch „biedere“ Kleidung entworfen? Irgendwann sagt er zwar mal, dass er auch Abendkleider designt hat, warum dann nicht auch eine Uniform, die dieselben Funktionen wie die enge Kleidung erfüllt?
    Da könnte man eine Frage aus „Andromeda“ aufwerfen, als die Androidin Rommy ihren Erbauer fragt, ob er Handschuhe trug, als er ihre intimen Teile baute. Wenn der Doktor solche Kleidung herstellt, trug er Handschuhe beim Entfernen der Borgteile? Wie weit spielt das alles eine Rolle für die Gefühle, der er mal für Seven entwickelt?

    Und zum Schluss noch ein paar Worte zu Jennifers Liens Weggang.
    Dass mir ihr Charakter gefehlt hat, habe ich schon in der letzten Folge erklärt. Der Umgang mit dem Weggang hat mich aber etwas an das Ausscheiden von Michael O’Hare aus Babylon 5 erinnert. Als er wegging kamen plötzlich riesige Gerüchte auf, dass er untragbar gewesen wäre, ständig Szenen verpatzt hätte, unfair zu den anderen Schauspielern gewesen wäre, …. Nichts davon wurde offiziell bestätigt, aber auch nicht widerlegt und so wuchsen die Gerüchte weiter. Erst nach O’Hares Tod ging Straczynski – wie er ihm versprochen hatte – an die Öffentlichkeit und gab preis, dass O’Hara an paranoiden Wahnvorstellungen litt und man ihn zu seinem eigenen Schutz aus der Serie genommen hatte.
    Irgendwie kam mir das hier bei Jennifer Lien auch in den Sinn. Es gab sicher gute Gründe sie rauszuschreiben, die nicht nur – wie haben eine Schauspielerin zu viel und wollen jetzt ein Borgbabe haben – waren. Ihr selbst vermutet ja auch, dass sie wohl Probleme hatte und ihr späterer Werdegang zeigt leider, dass dem wohl auch so war.
    Schade fand ich, dass aber auch bei ihr eine wilde Gerüchteküche aufgemacht wurde, in der alles möglich vermutet wurde, warum Kes gehen musste. Dass Lien das Makeup nicht vertrug war da das harmloseste, aber auch Übergriffe und alles möglich andere kam auf den Tisch.
    Ich finde es schade, dass bei solchen Sachen nicht offen Kommuniziert wird. Und dabei meine ich nicht, dass man sagt, dass der Schauspieler psychische Probleme hat, aber man vielleicht zumindest sagt, dass es gute Gründe gibt, diese aber zum Schutz der Personen nicht genannt werden. Und man dann auch klar sagt, an folgenden Dingen lag es aber nicht.
    Aber noch mehr finde ich es schade, dass dann gleich über alles möglich spekuliert werden muss und man Schauspieler*innen dann gleich alle möglichen negativen Verhaltensweisen andichten muss.

    Meine 5 Minuten dazu.

    Liebe Grüße
    Alexander

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