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30. April 1997:
Obwohl ihre oberste Ministerin keinerlei Gedankengut duldet, welches Dino-Doktrin widerspricht, sind Voth-Wissenschaftler Gegen und sein Protegé Veer auf heißer Spur, um ihre Distant-Origin-Theorie zu bestätigen. Auf Hanon IV (Basics) liegen Hogans sterbliche Überreste, auf Bahrats Station (Fair Trade) kaufen sie Warpplasma, das führt zur Voyager – und am Ende der Suche steht folgerichtig Chakotay.
In Deutschland: Herkunft aus der Ferne, ausgestrahlt am 18. September 1998.
Moin zusammen,
Eure Zusammenkunft namens „Trek aber Fair“ fand ich höchst erquicklich und es überrascht mich immer wieder wie unterschiedlich die Sicht auf Starfleet Academy (und alles andere) sein kann. Ich bin beim Team „Simon & Sebastian“ und stimme zu dass nach ENT nichts mehr kam was mich so richtig in Sternenflottenschwingung versetzte wie es noch Classic Trek schaffte, und oftmals schaffte. Natürlich weiß jeder dessen Blick über Tellerränder hinaus wandert dass Andere dasselbe anders empfinden und beurteilen (können), jedoch war ich mir bei SFA sowas von sicher: „Näää, sowat kann doch keiner gut finden?“ So kann man sich täuschen, wenn man annimmt der eigene Geschmack bei egal was sei universell. Ist er offensichtlich nicht.
Eigentlich hätte ich es ahnen müssen, denn wie oft erleben wir, dass der eine über Loriot lacht, der andere nicht, aber statt dessen über „kennze, kennze?“. Ich liebe Käse, ein Freund speit schon bei Quark (kein fiktiver Charakter). Ich denke bei Blaubraun an Faschismus, andere interpretieren Lügen als Meinungsfreiheit. Die Doktrin… oft musste ich an den derzeitigen Apfelsinenkönig denken. Egal, SFA ist für mich erledigt und mir reicht es künftig YT-Rezensionen mit flotter Nacherzählung zu gucken plus Kritik statt mir diese abstruse Teeniesitcom weiter anzutun.
Zurück zur Doktrin. Zuerst ploppte in meinem Kopf in der Tat nicht Galilei auf, auch wenn es auf der Hand lag, sondern Giordano Bruno welcher zwar Zeitgenosse von Galilei war jedoch deutlich früher und viel radikaler noch die Einzigartigkeit irdischer Schöpfung in Frage stellte, freilich nicht per Messung (Teleskop) sondern allein durch Vorstellungskraft. Er bezeichnete die Sterne als ferne Sonnen zu denen jeweils viele verschiedene belebte Planeten oder Welten wie unsere Erde gehörten, und dass finde ich für die Zeit des späten 16. Jahrhunderts einfach nur bahnbrechend, unerhört, irre mutig und bewundernswert. Sein Beharren auf der Wahrheit führte letztendlich zum inquisitorischen Feuertod im Jahr 1600..
Ob man diese Episode mit dem Dino-Plot heute so produzieren würde unter dem Label Star Trek wage ich zu bezweifeln, gerade weil wir inzwischen so viel unwissenschaftlichen Schwachsinn erleben. Ich nahm an, dass dieses erst mit allgemeiner Internetverbreitung richtig Fahrt aufnahm und zum Drehtermin 1997 quasi noch keine Rolle gespielt hatte und habe mal recherchiert und richtig: das Geplapper von Reptiloiden wurde erstmals von einem Briten namens David Icke im Jahr 1998 in „The Biggest Secret“ raus gehauen. Ich würde also die Autoren dieser Episode davon frei sprechen dass sie fahrlässig den Schwurbel hoffähig gemacht hätten.
„Fresh“ – das empfand auch ich schon wegen des 1/3 Episodenlaufzeit jenseits der Voyager zum Beginn. Die Kontinuität mit Rückgriff auf Hogans Leiche auf Hanon IV, kriminalistische Nachverfolgung von Voyagers „Handelswegen“… superfresh. Ach, wenn doch vieles mehr ein längeres fiktives Leben hätte, wir z.B. des Schiffsarztes virtuelle Familie…
Tempo und Timing fand ich super inszeniert, auch das analytische Vorgehen der Crew als man Eindringlinge vermutete, das war schön geschrieben, hie und da humorvoll. Die Beobachtung der „niederen Lebensformen“ vom hohen Podest der überlegenen Zivilisation erinnerte mich an „Trials and Tribble-ations“. (Diese Röcke! Diese Frisuren, hach, das waren noch Zeiten).
Chakotays Plädoyer für die Anerkennung wissenschaftlicher Fakten war trekkig hoch drei und sprach mir aus dem Herzen. Danke Fred. Etwas vorhersehbar fand ich das Beharren der Herrschenden auf ihrer Doktrin und welche Story erzählt werden sollte, war nicht subtil verpackt, dennoch berührte es mich emotional weil ein exzellentes Schauspiel geliefert wurde von allen. Gegen und die Ratsvorsitzende waren toll. Bei Namen „Gegen“ hatte ich das schon vermutet was Sebastian ausgegraben hatte, denn ich gehe davon aus, dass zumindest bei Classic Trek so etwas nicht Zufall sein konnte, und man hatte sich doch immer schon an anderen Sprachen lustvoll bedient.
Panspermie als theoretisches Konstrukt war zuvor schon Thema, wird bekanntlich auch heute noch diskutiert besonders da inzwischen nachgewiesen wurde dass tatsächlich Marsbrocken auf der Erde angekommen sind, durch Asteroideneinschläge und sonstwas, wobei man aber, denke ich, eine interstellare Panspermie mit fetten Fragezeichen versehen muss. Tolle Geschichte, gut umgesetzt, hervorragend gespielt, mitreißend, Daumen hoch.
Typisch und, weil wir Tante Käthe in dem ihr eigenen Revenge-Bombast kennen, fand ich ihren Oneliner „Sie wollen sich vielleicht irgendwo festhalten?“ als sie Tom das Ballern befiehlt. Ich habe es gefeiert. Intelligente Fische? Ich muss an TNG 2-19 aus der Pulaski-Ära denken mit diesen hinterhältigen Antedianern, die ihre eingelegten Sprotten aus dem Fass schlürften und unseren Schöngeist vom Dienst Worf zu dem Satz „What a handsome race“ inspirierten. Danke für diese wieder mal tolle Besprechung!
Danke für Eure Besprechung. Ich war sehr gespannt auf Eure Meinung.
Ich finde dies ja eine der besten Star Trek-Folgen überhaupt. Ich weiss, ihr habt da andere Kriterien (was völlig ok ist). Ich mag einfach, wie soll ich es sagen, den High SciFi-Concept-Ansatz, so ähnlich wie in Jurassic Parc, Planet der Affen, Time Machine, Back to Future u.a. Also eine tolle Idee/Story. Aber ja, wie Jurassic Parc wissenschaftlich nicht haltbar, aber immerhin schlüssig dargelegt. Und so ist ja auch vieles in Star Trek (Beamen etc.)
Der Vergleich zu Flat Earth finde ich persönlich etwas krass, weil die flache Erde öffentlich quatsch ist. Oder auch die Verbindung zu Schwurblern kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Ich persönlich habe in Star Trek mehr Mühe mit Dingen wie Q, die Pah-Geister u.a., also Geister, Energie-Wesen und gottähnliche Wesen. Aber das bin ich.
Auf jeden Fall hat mich die Besprechung sehr gefreut und es ist immer spannend andere Blickweisen zu hören.
Jo, die ganzen spukhaften Entitäten nerven auch mich, vor allem wenn sie in der realen Welt zu tatsächlichen Veränderungen führen, was man erwartungsgemäß im echten Leben nicht beobachtet. Wunder und Wissenschaft sind eben unvereinbar. Religion als Thema wäre durchaus OK, denn wie wir sehen sind sie und der religiöse Fanatismus für durchaus eine Menge Übel auf der Welt verantwortlich – inzwischen beruft sich sogar die Weltmacht im Westen auf göttlichen Auftrag da angeblich die Entrückung bald bevor stehe. Ich bin da eher bei Karl Marx. PS: hast Du mal gegoogelt woher das „Roger“ im Funkverkehr kommt? *lg*
Haben die Voth denn jetzt überhaupt sowas wie einen Heimatplaneten oder ist dieses riesige Schiff ihre Heimat?
Und wenn letzteres: Ist dies dann auch das Schiff, mit dem sie die Erde verließen (eine Art Arche Noah)?
Es war die Rede von einem „Stadtraumschiff“. Ich gehe daher davon aus, dass das Raumschiff nur eines von mindestens mehreren bis vielen ist.
Ok, das heißt ja dann wohl, dass die Voth seit vielen Jahrmillionen auf diesen Schiffen leben.
Da ist es auch nicht unplausibel, dass Wissen über die Vergangenheit verloren gegangen ist oder nur ungenau weitergegeben wurde, sodass man sich einen anderen Reim darauf machte. Ähnlich wie die Besatzung des Generationenschiffs der Serie, die sich unsere Taderiche zusammen mit anderen damals im Raumschiff Eberswalde ersonnen hatten.
Grundsätzlich finde ich die Idee der antiken Aliens interessant und ich fremdele auch nicht so wirklich damit, dass Aliens Erdenbewohner vor Jahrhunderten in den Deltaquadranten entführt haben, aber leider kommen die Voth etwas unpassend daher, weil ich das Gefühl habe, dass diese als Millionen alte Rasse technologisch und evolutionär weiter sein müssten – ähnlich Vorlonen oder Schatten in Babylon 5. Die Voth sind eher auf einem Stand ~50-100 Jahre weiter als unsere Alphaquadrantschädel. Die Kernaussage der Folge mit dem Konflikt zwischen Wissenschaft und religiösem Dogma hingegen wurde jetzt nicht schlecht erzählt. Und Folgen, in denen der Oberindianer Fred glänzen kann, sind ja immer gut – sofern dabei keine Panflöten spielen und Manitu angerufen wird.
Unterm Strich geht mein Daumen schon hoch, auch und gerade, weil der Anfangskonflikt beim Enttarnen auf der Voyager doch trekkig gelöst wurde.
PS: Bei „Jurassik“ bekomme ich weniger Lust auf Jurassic Park und mehr auf einen Rewatch einer anderen Serie mit einem Jurasik. 😀
Ach ja, noch eine kleine Mäkelei: Auch wenn es von politisch linken Menschen gerne verwechselt wird: Konservativ =/=Reaktionär. Big Mom hier ist wohl als reaktionär besser beschrieben. Wird aber oft und zu gerne verwechselt.
Vor allem, da hier im Podcast immer von „Vir“ gesprochen wurde!
Hallo.
Für mich ist die Folge sehr herausragend und gehört auf die Liste der besten Voyager-Episoden. Es ist jedenfalls eine der Folgen, die mir in den Sinn kommt, wenn ich an Voyager denke.
Erstaunlich, dass sie für Sebastian sogar zu den 5 besten Voyager-Episoden zählt. Umso erstaunlicher, dass Ihr vergessen habt, einen DeKelly-Award zu vergeben! Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass Ihr es vergessen habt, wie neulich das Lösungswort. 😛
Mir schwant ja nix gutes für die restlichen 4 Staffeln, denn es gab bisher 3 DeKellys für Voyager in den Staffeln 1 und 2 und diese Folge soll schon zu den 5 besten aus Sebastians Sicht gehören und bekommt keinen … ?
Ach, schade. Für mich wär‘s wirklich ein Award gewesen.
@ Maestro 84:
Ich finde, es ist gar nicht unpassend, dass die Voth auch mit Jahrmillionen „Vorsprung“ nur einige 100 Jahre technologisch voraus sind.
Ein häufiger Fehler, der in der Beurteilung andere Kulturen gemacht wird, ist, dass die eigenen Erfahrungen zu sehr auf die anderen projiziert werden. Es ist ein Trugschluss zu glauben, nur weil unser Fortschritt (oder der der Föderation) so schnell abgelaufen ist, geht es bei den anderen auch so schnell. Zumindest ein Grund für langsamere Entwicklung wird mit „der Doktrin“ denn auch angeführt (Stichwort: Transwarp). Es kann durchaus noch mehrere geben (siehe unten).
Der zweite Fehler ist die Geschwindigkeit vergangener Entwicklungen in die Zukunft zu projizieren. Es ist überhaupt nicht ausgemacht, dass der Fortschritt in den nächsten 200 Jahren so schnell verläuft wie in den letzten 200.
Es mag z. B. große Katastrophen (Pandemien, Atomkrieg, Supernovae, …) geben, die eine Zivilisation weit zurückwerfen. Das kann sogar mehrfach bzw. immer wieder geschehen. Oder aber bestimmte technologische Entwicklungen führen zu einer für den technologischen Fortschritt ungünstigen Veränderung der Lebens- und Denkweise (siehe auch Überlegung zu KI unten). Beispiele kenne ich da aus der Sience-Ficiton Literatur: Der langsame Zerfall und das technologische Vergessen im galaktischen Empire in der Foundation-Triloge von Isaac Asimov, bei der eine Gesellschaft technologisch einfach so satt war und Maschinen so perfekt waren, dass sie Jahrhunderte keiner mehr warten musste. Als sie dann doch kaputt gingen, wusste niemand mehr wie sie zu reparieren waren. Im selben Buch wurde von einem Charakter Wissenschaft ernsthaft als das Abschreiben von Sekundär- und Tertiärliteratur gesehen. Keiner hat mehr nach Neuem, nach Unbekanntem gesucht.
Die Idee des langsamen Niedergangs eines Imperiums in Foundation wiederum war inspiriert vom Zerfall des Römischen Reichs, wo es ja auch schon riesige Städte mit Kanalisation und fließend Wasser gab. Es hat dann gut 1500 Jahre gedauert, bis man in Europa wieder Kanalisationen baute. Ich zitiere aus Wikipedia: „Im frühen europäischen Mittelalter ging das Wissen um die hygienische Bedeutung einer geordneten Abwasserentsorgung weitgehend verloren. Erst in der Neuzeit wurde aufgrund der Industrialisierung in den stark gewachsenen Städten eine geordnete Abwasserentsorgung installiert.“
Heute könnte man argumentieren, dass mit der Perfektionierung von KI niemand mehr kreative Lösungen suchen muss. Wenn Hausarbeiten bzw. Literaturrecherche zunehmen mit KI geschrieben bzw. betrieben wird, verlernen wir dann nicht die Fähigkeit selbst zu recherchieren, Quellen kritisch zu bewerten und mit Literatur umzugehen? Ich finde, das ist ein realistischer Gedanke. Vielleicht mussten die Voth nach 2 Millionen Jahren KI erstmal wieder lernen selber zu denken … 😉.
Ach, ich finde es ja unheimlich spannend, sich über solche Dinge Gedanken zu machen.
Mein Literaturtipp diesbezüglich:
Jared Diamond: „Arm und Reich – Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“ und „Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“
Mit diesen Anregungen sende ich liebe Grüße aus Halle (Saale).
Euer Thomas L.
Mahlzeit Thomas,
keine Sorge, mit den Landärzten bleibt es spannend. Diese Woche hätte ich ihn gegeben, aber das reicht nicht. Wir müssen uns darüber einig sein. Ich habe Simon deutlich angesehen, dass ich bei ihm auf Granit beißen würde. Es wird sicher noch zahlreiche Gelegenheiten für Voyager geben – immer verbunden mit dem Nervenkitzel, ob wir beide es übereinkommend spüren.
Schöne Restwoche Dir,
Sebastian
Das Römische Reich ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass es auch immer mal wieder zu Backlashes in der Herrschaftsform kommen kann:
Es startete (sofern man Livius et al. Glauben schenkt) als Monarchie, war dann über mehrere Jahrhunderte eine Republik und kehrte dann wieder zur Monarchie zurück.
Interessanter Gedanke. Die Römer waren nach 100 Jahren Bürgerkrieg aber wohl recht happy, dass mit der Monarchie endlich wieder Frieden war, haben die Abkehr von der Republik (zudem nicht zu vergleichen mit dem, was wir heute darunter verstehen) also sicher nicht als Rückschritt empfunden. 😛
Es lässt sich wohl diskutieren, ob eine Rückkehr von einer Oligarchie (Senatsherrschaft) zu einer Monarchie (Cäsar (Kaisar)) mit Senat wirklich so einen Bruch darstellt. Mir klingt dies zu sehr nach einer Gedankenweise, wie sie Civilization eingeführt hat: Stammestum < Monarchie/Theokratie < Faschismus/Demokratie/Kommunismus oder auch Polytheismus < Monotheismus.
Mir geht es eher darum, dass nach zirka 65 Millionen Jahre – die Voth evolutionär viiiiiiiiiiiiiiiiel weiter sein müssten als Gummimaskendinos auf zwei Beinen.
Es stimmt schon. Ich gebe Ihnen recht. Meine Argumente mögen diesen, nach menschlichen Maßstäben extrem langen Zeitraum nicht ganz glaubhaft überbrücken. Aber na ja, es bedarf sicher noch mehr Forschung, um die Unstimmigkeiten in der Distant-Origin-Theorie (bisher keine Spuren einer anderen hochentwickelten Zivilisation auf der Erde, der unzureichende Abstand in der technologischen Entwicklung) auszuräumen. 🙂
… und sie bewegt sich doch!
Yep, an den Award hatte ich beim Ansehen der Episode auch mal kurz gedacht, jedoch wieder verworfen weil mir die „teure Botschaft“ zu wenig subtil vermittelt wurde, auch wenn sie bedeutsam war. Dennoch kommt gelegentlich der Landarzt für mich höchst überraschend.
„Kollaps“ von J. Diamond habe auch ich verschlungen. Sehr zu empfehlen. Wenn vom Zusammenbruch regionaler Mächte wie Maya, Osterinsel, Römisches Reich etc. die Rede ist aufgrund von Gier, Überdehnung und ökologischer Übernutzung dann muss es jedem blümerant werden der diese Effekte zwangsläufig auf den gesamten Planeten extrapolieren muss, sofern er sich traut. Diese Idee von „Heimatwelt kaputt? Egal, wir packen die Koffer und warpen woanders hin“ halte ich als fiktive Lösung für fatal, da vermutlich für alle Zeiten undurchführbar aufgrund bekannter physikalischer / biologischer Limits.
Leider stecken gerade Regierende und Regierte gleichermaßen den Kopf in den Sand und faseln z.B. von Fossil-Subventionen bei drohender extremer Knappheit jenes Grundübels das uns die Zukunft kosten könnte. Kannste Dir nicht ausdenken. Modernes Star Trek könnte sich hierzu gern mal was „ausdenken“, finde ich.
jaaaa!!! eine starke folge. die gags haben funktioniert, tolle erzählstruktur, ein bisschen belana und paris geflirte eingebaut, aber ohne es zu erzwingen oder zu übertreiben, gute dialoge und gaststars, interessante prämisse, geijellll! das war eine wirklich gute folge, da kann man nix sagen. von meiner seite klar ein landarzt, wohl unter den bisherigen top 5 voy folgen. allerdings auch bezeichnend, dass eine folge, die von der klassischen voyager erzählstruktur abweicht, deutlich besser ist. ich habe das gefühl, dass sie auch besser geschrieben ist als vieles bisher gesehene.
Für mich auch eine Top Folge
Eine meiner Voyager-Lieblingsfolgen, auf deren Besprechung ich mich sehr gefreut habe, weil ich mein Urteil aus den Neunzigern quasi nie mehr überprüft hatte, und vor deren Besprechung ich mich gefürchtet habe, weil ich mein Urteil aus den Neunzigern quasi nie mehr überprüft hatte, haha.
Nee, im Ernst, es ist seitdem in der Gesellschaft so viel kreuz- und quergedacht worden, das hätte jetzt auch einfach als Relikt, das mit Akte-X-90s-mäßigem Verschwörungsschwurbel nur noch als Witz anschaubar ist, enden können, aber nee,
die Folge liefert immer noch Gegenwehr, äh, Gegen und Veer.
Einziges „Manko“ ist und bleibt für mich, dass wir keinen Dialog Richtung Toms Transwarp-Flug à la „ich sah auch mal aus wie ihr, was sagt ihr jetzt“ bekommen. Aber das macht angesichts jede TV-Ästhetik sprengender Größenverhältnisse, die meinen Sense of Wonder in den neunten Warpgang schalten, wirklich nichts.
Na klar doch! Das erklärts. Es sind eigentlich Menschen gewesen, haben dann Transwarp erfunden, sind alle damit geflogen und mussten dann als Lurche / Echsen im Deltaquadranten von vorn anfangen! 😀
Nur warum verwandelt sich der Fred Chakotay dann in der nächsten Folge nicht in einen Lurch … ? 😉 Der ist ja ein Stück mit dem Gegen mitgeflogen.
Er ist ja nach eigener Aussage ein sanfter Mann, vielleicht deshalb auch nur sanfter Verlauf bei ihm. ^^
Moin.
Hier ein Erklärungsversuch, warum die Voth nicht viiiiel weiter entwickelt sind:
Als sie die Erde verließen, hatten sie zwar einigs an Technologie, aber keinen Warpantrieb. Aber sie waren gut dafür geeignet, lange Zeit im Kälteschlaf zu verbringen.
Sie verließen die Erde also langsam und schlafend mit vielen, vielen Schiffen. Wenn sie mit sagen wir 0,5% Lichtgeschwindigkeit reisten, dann wären das schon 14 Millionen Jahre Reise für 70000 Lichtjahre, Beschleunigung und Abbremsen ausgenommen.
Ok, sie müßten seeeeehr zuverlässige Technik haben, aber vielleicht sind ja auch viele Schiffe und damit Voth niemals angekommen.
Dann war die Zivilisation klein. Überleben war wichtiger als technologische Fortschritte. Vielleicht hat es ewig gedauert, bis die Population wieder ausreichend groß war.
Dann gab es irgendwann Konflikte, dann haben sie große Kriege untereinander geführt, dann haben sie ihren (neuen) Planeten in die „Steinzeit“ gebombt.
Dann mußten sie sich wieder „erholen“. Irgendwann haben sie den Planeten wieder verlassen und sich neu angesiedelt. Dort ging die Entwickung weiter, schließlich kam es zu einer globalen Naturkatastrophe, der sie damit begegneten, die großen Stadtschiffe zu bauen und den Planeten zu verlassen und seit dem leben sie nomadisch….
Die Tarntechnologie auf Phasenverschiebung ist übrigens für die Föderation ein alter Hut. Die USS Pegasus war damit in TNG bereits ausgestattet. Allerdaings war man damit so verschoben, dass man durch Materie „unserer“ Phase hindurchfliegen konnte. Die Voth sind ja nicht durchs Deck der Voyager gefallen.
Und gab es beim Section 31 Film nicht auch sowas wie eine persönliche Phasentarnvorrichtung?
Ich mag die Folge auf jeden Fall auch sehr, vor allem der Anfang und die Spekulationen der Voth über die Menschen sind toll!
Hallo Ihr beiden,
vielen Dank für Eure Besprechung.
Diese Folge war überraschend gut. Wie immer, kann ich mich null daran erinnern, ich bin mir ziemlich sicher, dass die mir damals auch gut gefallen hat. Und ich hätte geschworen, dass ich mich zumindest an die ganz schlechten und an die ganz Guten erinnern kann. Aber nein.
Ich fand die Galilei Parallele insgesamt super, allerdings erschreckend, dass ein Volk, das so weit entwickelt ist, an alten Dogmen festhält und dafür bereit ist, wissenschaftlicher Fortschritt deshalb zu zerstören. Man würde meinen, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo so etwas nicht mehr passiert.
Bis vor der Pandemie hätte ich auch gedacht, dass unsere Gesellschaft schon so weit ist, bis auf ein paar Ausnahmen, turns out, das Gegenteil ist der Fall und es scheint eher schlimmer zu werden.
Das waren zumindest die Gedanken, die ich hatte.
Dass die Logik nicht stimmt, wegen „wo sind die baulichen Überreste der Dinos“ fand ich für mich jetzt nicht tragisch.
Grüße
Eure Stef
Guten Morgen!
Jetzt habe ich mir schon die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, jetzt möchte ich doch auch meinen Senf dazugeben. Ich habe ja damals Voyager gar nicht mehr geguckt, und als ich die Episodenbeschreibung damals gelesen habe, da habe ich nur mit den Augen gerollt. Fällt dir keine Story ein, bringst du Pseudowissenschaft hinein. Es ist durchaus ehrenvoll, eine Episode über das Primat der Wissenschaft vor Dogma und Ideologie zu machen, aber dann bitte auch Faktensicher.
Und die Fakten lagen hier ja nicht einmal vollständig vor! Gewisse genetische Übereinstimmungen – da sind wir mit den Vulkaniern wahrscheinlich näher verwandt, um mal ein ebenso fiktives Beispiel zu nehmen, als mit den Voth. Und, ihr habt es gesagt, so eine Zivilisation hätte Spuren in der Erdgeschichte hinterlassen müssen. Stattdessen gibt es nur Fossilien von hundsgewöhnlichen Sauriern. Atlantis dazu zu nehmen ist dann der Gipfel, denn nach Plato war das erst rund 9000 Jahre vor den klassischen Griechen passiert, wahrscheinlich aber eher 9000 Monate, was dann in die Bronzezeit gefallen wäre und mehr zu Platos Text passt.
Mit dem Dogma ist das so eine Sache, früher bei Galilei galt ja nicht nur, dass die Bibel immer recht hätte, sondern auch, daß die Kirche auf jeden Fall immer recht hätte, auch wenn sie der Bibel widerspricht. Heute gibt es das Dogma, dass die Wissenschaft den Glauben widerlegt hätte, was aber auch nicht stimmt. Und dann gibt es noch Dogmen, dass man bestehendes Wissen nicht in Frage stellen sollte, wenn man ernst genommen werden will. Da gibt es einen Autor, der spekulative, aber gut begründete Bücher über Troja geschrieben hat. Er berichtete, dass zum Beispiel die Medien gewarnt wurden, mit ihm zusammenzuarbeiten oder auch nur zu zitieren, weil sonst kein ernstzunehmender Historiker mehr mit ihnen zusammenarbeiten würde. Oder denken wir an Ignaz Semmelweiss und die Idee, dass Ärzte sich die Hände waschen sollten. Ein Affront für die ganze Zunft!
Ein Volk, dass seit Jahrmillionen auf Schiffen lebt, aber nicht mehr weiß, woher diese kommen? Warum ist das überhaupt ein Thema für die? Die sich nach so langer Zeit als Immigranten abgelehnt fühlen? Natürlich gibt es Konflikte mit den Warmblütern, das muss uns Menschen immer wieder gesagt werden, wir sind die Rassisten, genauso wie wir Soliden an der Aggressivität der Gründer schuldig sind. Das ist wenigstens ein Punkt, den ich dieser Episode zugute halten kann.
Mal eine Frage: Wurde in TNG gesagt, wann „die Alten“ ihre Gensaat in der Milchstraße verteilt haben? War es vor oder nach dem Ende der irdischen Dinosaurier?
Ich muss auch nochmal Simon in einem Bereich leicht widersprechen. Wissenschaft und der damit verbundene Fortschritt ist sehr wichtig, wie ich als Spieler von Civ & Co nur zu gut weiß, aber auch die Wissenschaft mit ihren Fakten muss auf kulturelle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.