#50: Patterns of Force (TOS 2.21)

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16. Februar 1968:
Die 50. Ausgabe Trek am Dienstag wird mit der „verbotenen“ Episode gefeiert. Nachdem Simon und Sebastian geklärt haben, wann verfassungsfeindliche Symbole gezeigt werden dürfen, reden sie über eine Geschichte, in der sich Leichtfüßigkeit und Schläge in die Magengrube seltsam abwechseln.

In Deutschland: Schablonen der Gewalt, Videopremiere am 18. März 1996, ausgestrahlt im Pay-TV am 25. Juli 1999, im Free-TV am 4. November 2011.

10 Gedanken zu “#50: Patterns of Force (TOS 2.21)

  1. Hallo ihr zwei, wieder einmal Vielen Dank für die neue Folge. Jeden Dienstag auf dem Weg zur Arbeit freue ich mich riesig euren Podcast zu hören. Zur Folge, ihr hättet noch etwas mehr auf die Synchron Geschichte eingehen können. Sie wurde ja damals für die Videoveröffentlichung synchronisiert und diesmal wurde sich an das Orginal gehalten und keine Quatsch-Syncro benutzt. Es konnten auch fast alle Syncronsprecher von damals engagiert werden, die aber deutlich älter klingen. Lange Zeit hielt sich auch das Gerücht, dass ZDF hätte sie doch synconisiert und umgechnitten und wollte sie damals unter dem Titel „Kirks Traum“ senden. Das wäre dann so eine Nummer wie bei „Amok Time“ geworden. http://old.synchronkartei.de/classic%20guide/Sat1-Folgen/Schablonen%20der%20Gewalt.htm und http://www.dippold.org/startrek/serien/tos/2_21.PHP
    Da wir inzwischen bei Folge 50 eures Podcast angekommen sind eine Frage bezüglich „The Cage“ wollt ihr den auch noch besprechen? Als Kompletisten solltet ihr dies zumindestens überlegen. Auch wenn ihr natürlich mit dem Zweiteiler “ The Menagerie Part 1&2″ einen großen Teil schon besprochen habt. Würde mich trotzdem freuen.

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    • Hallo Merikus,

      die Synchronfassung, muss ich gestehen, habe ich noch nie gesehen oder gehört, weil ich die Folge im Jahre 1999 schon vor längerer Zeit gesehen hatte. Faszinierend finde ich die Idee einer Traum-Inszenierung à la „Amok Time“. Es wäre nicht toll gewesen, aber sicher interessant.

      Aufgrund Deiner Frage hab ich mir nochmal unsere Menagerie-Folgen angehört. Eigentlich wüsste ich nicht, was wir noch weiter zu „The Cage“ sagen könnten. Aber wie findest Du die Idee, demnächst zum Anfang der zweiten TNG-Staffel eine Sonderfolge zu machen, in der wir über das Fernsehspecial „The Star Trek Saga: From One Generation to the Next“ sprechen? Denn genau dort wurde „The Cage“ am 4. Oktober 1988 zum ersten Mal ausgestrahlt – und dann könnten wir auch ein paar Worte dazu verlieren.

      Bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

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  2. Hallo ihr beiden,
    ich finde mal sollte keine Angst oder Skrupel vor dieser Folge haben. Der Autor wird schon eine Intention gehabt haben. Das Nazi Deutschland auch von Star Trek verwurstelt wurde, mag niemanden Überraschen. Auch in den 60er Jahren werden die sich um Einschaltquoten bemüht haben.
    Die Aussage von diesem „Führer“ ? war: „Hat am Anfang funktioniert“. trifft ja auch auf unsere eigene Geschichte zu. Was daraus wurde, ist natürlich der blanke Horror. In Real und in Sience Fiction.
    Ich möchte aber noch sagen, dass wir keine Skrupel haben sollten uns diese Folge heute anzusehen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt, nicht nur weil unsere Geschichtsbücher Made in USA waren, sondern weil wir Deutschen ein neugieriges Volk sind und auch unsere eigene Geschichte kritisch hinterfragt haben. Ich denke, dass ist eine Eigenschaft die wir den Amerikanern, auch noch heute, voraus heben.
    Dabei möchte ich zu bedenken geben, dass der größte Genozid der Menschheitsgeschichte an den Native stattgefunden hat, in den ehemaligen Territorien der heutigen USA und das es bis Heute nicht aufgearbeitet wurde. Im Gegenteil ist der Rassismus dort auch heute noch Salonfähig.
    Zwar befasst sich TOS auch in einer Folge mit „Indianern“, aber auch dort wird deren reiches, kulturelles Erbe, mit erfundenen, teilweise lächerlichen Ritualen eher mit Füßen getreten.
    Diese Informationen habe ich, da ich persönlich mit Menschen der Apache und Lakota Nationen befreundet bin.
    Zum Schluss möchte ich noch Sagen, dass Euer Podcast echt Klasse ist, auch wenn wir bei einigen Folgen nicht einer Meinung sind. 🙂 Der Wolf im Schafspelz zum Beispiel ist eine richtig schöne Detektiv Geschichte und es macht mir sehr viel Spaß die Tonspur beim Einschlafen als Hörspiel zu Hören.
    In diesem Sinne, macht weiter so,
    Viele Grüße,
    Volker

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    • Hallo, Volker,

      Teilweise gebe ich dir Recht, wir sollten keine Scheu haben, uns mit solchen Werken zu befassen, sie zu diskutieren und zu hinterfragen.

      Aber haben wir wirklich aus unserer Geschichte gelernt? Einige sicherlich, aber die sind oft schon von vornherein an solchen Themen interessiert. Aber wie kommt es dann zu solchen Dingen wie der NSU-Mordserie, die so lange unerkannt blieb? Oder Protesten gegen Ausländer und Asylbewerber? Wie können so viele Menschen ihre Stimmen der Afd geben? Wie Kanzler Gorkon so schön sagte: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns“.

      LL&P
      Bridge

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    • Hallo Volker,

      da hast Du völlig recht. Andere Völkermorde geraten leider allzu schnell in Vergessenheit, weil die schiere Industrialisierung und Systematisierung des Pogroms am jüdischen Volk vieles andere (gefühlt?) in den Schatten stellt.
      Ich habe oft das Gefühl, wenn die Menschheit sich überhaupt bessert, dann geschieht das nicht in einer stetigen Aufwärtskurve, sondern in einer Sinuskurve, die um eine nur leicht nach oben geneigte Gerade schwingt. Aktuell, ohne jetzt zu einem großen politischen Diskurs ausholen zu wollen, verorte ich uns wieder in einer Abwärtsbewegung.
      Was amerikanische Ureinwohner angeht, hat TNG viele Jahre später mit „Journey’s End“ ein wenig Wiedergutmachung versucht. Picards Sprachlosigkeit in dieser Situation beeindruckt mich jedesmal, wenn ich die Episode schaue.

      Bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

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  3. „Muss man wissen“ 🙂 -> starkes Zitat fast ganz am Anfang! Ich war einer der Glücklichen, der ein Exemplar von den Autoren signiert bekam. Gutes VerSTörungsbuch, nicht nur über Flugscheiben (ic hab’s nie geschafft es zu Ende zu lesen). Aber das führt am Thema vorbei, weil Medizin ist ja Mathe und Bio ist Physik, wobei Magie = Physik durch Wollen ist! Muss man (alles) wissen!

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  4. Hallo, Jungs,

    Ich habe mich immer gewundert, warum Episoden aus „harmlosen“ Vorabend-Action- und Abenteuerserien mit Bezug auf die Nazis im deutschen Fernsehen nicht gezeigt wurden. Waren die deutschen Programmchefs einfach zu feige dafűr? Offensichtlich ja, nach dem, was ihr hier an Hintergründen geschildert habt. Danke fűr diesen informativen Podcast.

    Die Nazis wurden ja schon frűh von Film und Fersehen auf die Schippe genommen. „To be or not to be“ habe ich auch gesehen, nicht nur die Lubitsch-Fassung, sondern auch das Remake von Mel Brooks. Selbst diese űberdrehte Version ist besser als die Star Trek Folge. Wahrscheinlich wussten die Produzenten nichts davon, aber 1967 hat ein Geschichtslehrer in den USA ein Experiment durchgeführt, das als „Die Welle“ in die Geschichte eingegangen ist und auch als Roman und als Film grosse Furore gemacht hat. Angesichts dessen, was da passiert ist, klingt die Erklärung von Meredyth Lucas einfach nur lächerlich.

    „Hogan’s Heroes“ lief nicht nur zur selben Zeit erfolgreich im US-Fernsehen, es wurde auch in denselben Studios, nämlich bei Desilu, produziert.

    Am bekanntesten ist natürlich der unerreichte „Große Diktator“ von Charlie Chaplin, der schon 1940 entstand. Später soll Chaplin gesagt haben: „Hätte ich von den Schrecken gewusst, ich hätte Der große Diktator nie zustande bringen können.“

    Űber den Grund, weshalb John Gill mit seinem Experiment gescheitert ist, sagt Kirk :“Er hat die falschen Schlüsse gezogen.“ Die Nazis waren schon irgendwie effizient, aber das beruhte auf Furcht, Hass, militärischem Drill (Stichwort HJ) und der allgegenwärtigen Propaganda.

    Den „Schlussgag“ habt ihr anscheinend nicht ganz verstanden (oder ich habe euch nicht verstanden, dann entschuldigt bitte). Kirk droht nicht mit einem Bűrgerkrieg, er meint nur: „We’ver just been through one civil war, let’s not start another“.

    Natürlich gibt es auch von mir fűr diese Folge nur ein 👎. Für euren Podcast dagegen ein 👍

    LL&P
    Eure Bridge

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    • Hey Bridge,

      erwischt! Ja, den Schlussgag fand ich tatsächlich etwas zu seltsam und hab ihn deswegen nicht richtig kapiert.

      Deinen Hinweis auf „Die Welle“ finde ich sehr gut und treffend. Schade, dass wir daran nicht gedacht haben – schließlich haben wir das in der Schule intensiv durchgenommen. Genau so wie Ben Ross das Experiment durchführt, hätte es ein Historiker vom (unterstellten) Format eines John Gill tun müssen.

      Bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

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  5. Ich habe diese Folge zum ersten Mal vor über 20 Jahren auf einer Star Trek Convention in Hamburg gesehen, bei der sie im Original im Videoprogramm in einem Nebensaal lief. (Auf der Convention habe ich übrigens auch Bridge getroffen! :-))
    Die legendäre verbotene Folge, endlich zu sehen. Danach dachte ich: Naja, war ja gar nicht so schlimm. Much ado about nothing.

    Heute kann ich mich meiner Meinung von damals nicht mehr anschließen. Ich habe die Folge seitdem nicht mehr gesehen, erst jetzt am Wochenende wieder, und je mehr ich danach darüber nachdachte, desto mehr habe ich mich geärgert.

    Vielleicht war ich damals nur so entspannt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass der rechte Hass sein hässliches Haupt wieder so öffentlich erheben würde, wie es leider heutzutage geschieht, selbst im Bundestag.
    Jetzt schaue ich diese Folge und finde manche Dialogsätze unfassbar.

    Kirk „should make a very convincing Nazi“. Lustig.
    Gerade Leonard Nimoy wird ein Satz wie der über das aufregende „gambling“ in den Mund gelegt. Derselbe Nimoy, der jahrelang deutsche Conventions nicht besucht hat, da er Deutschland den Nationalsozialismus nicht verzeihen konnte.

    Und dann die Sache mit der „guten Seite“ der Nazizeit, der „Effizienz“. Wie naiv konnten die US-Autoren denn bitte sein? Wo gab es denn Effizienz? Produktivität durch Zwangsarbeit? Schnelle Mobilmachung, weil das ganze Volk im Totalen Krieg mithalf? Das alles mag ein paar Jahre „gutgehen“, dann ist dieses System dem Untergang geweiht.

    Ich weiß, ich renne bei Euch allen hier offene Türen ein, aber manchmal muss man sich aufregen. Fetter Daumen nach unten.

    Verboten war die Folge ja auch nur in Deutschland. Für das amerikanische Publikum war das alles scheinbar ganz normal. Hmm.

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  6. Eine schöne Folge von euch zu einer nicht so tollen Folge der Originalserie.

    Den Umstand, dass es da in der nordamerikanischen Historiographie eine Strömung gab, welche den NS-Staat als „effizient“ ansah, wusste ich nicht. Ich kann mich spontan nur an einen Vortrag um Deutschen Panzermuseum erinnern, bei dem erzählt wurde, wie ineffektiv der Panzerbau im Dritten Reich war. Generell finde ich die Diskussion, ob es effektiv war oder nicht aber sehr eigenartig.

    Als Historiker muss ich aber auch noch eine Kritik äußern: Der „Wirtschaftsaufschwung“ der jungen BRD hatte zwar beachtliche Wachstumsraten, aber er geschah nicht von alleine. Im Rahmen des ERP („Marshall-Plan“) gelangten Kredite in die BRD, wurde die Wirtschaft mit anderen westeuropäischen Staaten koordiniert (OEEC) und die von den US-Amerikanern organisierte Einführung von Breitbandwalzwerken sorgte für eine westdeutsche Adaption des fordistischen Systems. Das war kein reiner BRD-Verdienst, sondern eingebettet in einen viel größeren Rahmen.

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