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21. April 1997:
Nach einem knappen Jahr ohne ferengische Geschäftslizenz ist Quark depressiv verstimmt. Eigentlich sucht er Trost bei seiner Moogie, doch die hat neuerdings ein Tête-à-Tête ausgerechnet mit dem mächtigsten Mann Ferenginars, Grand Nagus Zek. Ehe der Bartender sich versieht, ist er Hals über Ohrläppchen in die Finanzpolitik seines Heimatplaneten verstrickt. Auf der Station will Rom indes einen Ehevertrag aufsetzen.
In Deutschland: Liebe und Profit, ausgestrahlt am 17. März 1998.
Off topic, aber dem letzten Wochenende geschuldet:
Lieber Sebastian, lieber Simon,
ein großer Dank an Euch beide, dass Ihr mir und bestimmt auch vielen anderen so einen tollen Samstag im Beluga-Kino Quickborn beschert habt.
Ich kannte niemanden, habe aber im Umkreis meines Sitzplatzes schnell tolle Kontakte knüpfen können. Alle waren halt froh, dabei zu sein, und deshalb gut gelaunt.
Das Essen war auch super, und die Orga des Kinos war vorbildlich.
Auch ein kurzes Gespräch mit Euch beiden habe ich noch führen können. Ich kannte Euch noch nicht persönlich und hoffe, dass ich nicht nur Blödsinn geredet habe, da ich tatsächlich ein bisschen aufgeregt (starstruck?) war.
Deshalb wollte ich hier einfach nochmals Danke für den Tag und dieses ganze Projekt sagen! Ihr macht das super und sorgt für gute Stimmung in einer zeitweise irren Welt.
Auf die nächsten Veranstaltungen!
Grüße von Björn
Mal wieder eine schöne Besprechung. Ich teile euren Standpunkt, dass das eher eine Farce ist, da es zum Teil doch sehr überzeichnet ist. Allerdings hat Star Trek öfter mal solche Anflüge Kultur zu biologisieren. Die Herausstellung von Kultur als trennender Faktor erscheint auch logisch, wenn wir von Zivilisationen in galaktischen Dimensionen sprechen. Gerade aber im Umfeld von DS9 wo diese ständig mit einander interagieren macht das wenig Sinn. Star Trek geht da aber oft sogar weiter. Die Beziehung der O Brians ist da ein guter Indikator. In TNG war das noch extremer aber auch in DS9 sind beide doch recht konservativ in „ihrer“ Kultur verhaftet. Dass das zwischen Leeta und Rom so ausdrücklich hervorgehoben wird, entspricht diesem Muster.
Wobei sich Rom zumindest bemüht, Leetas Kultur anzunehmen. Leeta müsste ihm schon entgegenkommen – vielleicht beim Thema Bekleidung zu Hause? 😉
Das ist gar nicht mein Punkt (mir ist bewusst, dass du das ironisch gemeint hast) Der Punkt ist, das Kultur so eigentlich nicht funktioniert. Klar werden wir von Traditionen und lokalen Besonderheiten geprägt. Dennoch übernehmen wir zu gerne auch andere Traditionen oder erzeugen Neue und passen sie unseren Vorlieben an. Gerade auch in interkulturellen Verbindungen die dauerhaft funktionieren ist das der Fall. Star Trek befeuert oft so ein biologistisches Konzept von Leitkultur, was halt praktisch nicht existiert. Und ja es ist mir klar, dass Star Trek hier mit Allegorien arbeitet um eine Story zu erzählen.
Dafür sind Star Trek Aliens nun einmal gemacht. Jede Alienrasse verkörpert einen Teilaspekt der menschlichen Kultur und baut diesen zur monolithischen Grundlage ihrer jeweiligen planetarischen Kultur aus.
Klingonen verkörpern die Kriegerehre,
Vulkanier die rationalistische Aufklärung,
Bajoraner die Spiritualität,
Ferengi sind Kapitalisten,
Cardassianer sind Faschisten.
Das alles sind in ihrer Einseitigkeit keine „realistischen“ außerirdischen Kulturen, es sind Spiegelbilder, in denen wir die Eigenschaften erkennen sollen, die in uns selbst angelegt sind, und durch die wir etwas über uns selbst lernen sollen.
Star Trek ist keine Dokumentation, die die aktuellsten Theorien der wissenschaftlichen Astrobiologie zeigen soll, sondern eine fiktive Welt, die erstens unerhalten und zweitens die teure Botschaft vermitteln soll. Und humanoide Außerirdische eignen sich einfach gut, um uns in dieser Weise verschiedene Spielgel vorzuhalten.
Damit das glaubhaft funktioniert, sind diese kulturellen Merkmale biologisch verankert. Notwendig wäre das wahrscheinlich nicht gesesen, aber offenbar hilft es. Star Trek erzählt es uns jedenfall ganz bewußt so – Klingonen sind nun einmal „von Natur aus“ agressiver – B’Ellana kann ein Lied davon singen. Vulkanier nutzen zwar Kulturtechniken, um Ihre Emotionen zu kontrollieren, aber die Serien machen schon deutlich, daß sie dazu viel bessere Voraussetzungen haben als etwa Menschen. Ob Ferengi ursprünglich so angelegt waren, daß ihnen das Geschäftliche im Blut liegt, wird nicht ganz klar. Im vorliegenden Storyarc wird dies ja ganz bewußt aufgebrochen, aber ich denke schon, das auch hier eine biologische Veranlagung sozusagen der Ausgangspunkt ist, von dem man sich nun emanzipieren möchte.
Moin zusammen,
Vorhersehbarkeit und „die Moral von der Geschicht“ lassen diese Episode fabel-haft erscheinen, so dass man jene Zaunpfahltwists mal so akzeptieren kann. Ja, wir wissen schnell dass ihr was über Feminismus erzählen wollt, Schade wenn man einem bekannten Hauptcbarakter dann merkwürdige Ansichten andichtet die der Zuschauer und Fan als wesensfremd empfindet. Es hatte was von Ohnsorgtheater und das lag nicht nur an des Negus‘ Katzengoldkammer. Wenn man „Volkstheater“ dran schreibt und in Moogie eine Helga Feddersen stecken sieht, Henry Vahl in deren Geliebten kann man es abnicken. Die Wanne ist voll. Beim Beamen im Wandschrank machte es „Palim, Palim“.
hi Ihr beiden,
eine tolle Besprechung zu einer Folge, die ich eher zum Fürchten finde.
Aber he, danke Sebastian, für das Wort „Farce“, denn wenn es tatsächlich als sowas wie „Lustspiel“ gedacht war, und man es unter diesem Aspekt betrachtet, dann kann man diese Szenen mit dem Wandschrank etwas besser ertragen.
Ich werde sie trotzdem nicht mehr schauen…
Grüße
Eure Stef
Hej ihr beiden,
Ich kommentiere normalerweise nicht bevor ich alles gehört habe. Aber ich wusste als ich die Replimatszene gesehen habe das es Sebastian wieder gegen Dax interpretieren würde und muss einfach mal gleich wiedersprechen. Für mich läuft hier nämlich genau das Gegenteil, sie weiß genau was das bei ihm bewirkt, und sie weiß das dieser Konflikt irgendwann kommen wird (andere Ferengi, z.B. sein Bruder werden ihn ja auch darauf stoßen). Deshalb muss es jetzt geklärt werden, vor einer Hochzeit. Kann er oder kann er nicht auf die Ferengi Tradition sch*en um mit Leeta zusammen zu sein. Und mit der rosaroten Brille mit der die beiden unterwegs sind sprechen sie definitiv nicht von allein darüber. Rom ist ein People pleaser, Leeta sagt was sie will. Aber wenn dann irgendwann jemand Rom diesen Floh ins Ohr setzt bricht alles zusammen, deshalb gleich klären und in dem Wissen in die Ehe gehen das es geklärt ist. Das müsste doch von der Frau eingefädelt werden die zum einen die größte Lebenserfahrung hat und zum anderen die Ferengi kennt.
Ansonsten auch von mir vielen Dank für das tolle Wochenende 🙂
Und warum kann Dax darüber mit Rom nicht offen darüber sprechen? „Du, pass mal auf, ich mache mir Sorgen, weil…“ Wäre das so eine verrückte Idee? Muss man ihn ins Messer laufen lassen?
Wenn einer meiner „Freunde“ mir auf eine so hintenrumme Art was „beibringen“ will, mit solchen Konsequenzen, ich würde ihn oder sie in den Wind schießen.
Genauso hätte er ja offen mit Leeta sprechen sollen statt mit dem unmöglichen Ehevertrag zu kommen. Ja sie haben ihn da beide ins Messer laufen lassen, Miles genauso. Und einfühlsamer geht es sicher. Aber ich denke nicht dass sie die Beziehung torpedieren wollten. Und Ich glaube nicht dass sie einfach „die Welt brennen sehen will“.
Aber das liegt sicher einfach daran dass wir immer alle ein wenig voreingenommen sind. Für mich ist Dax mein Lieblingscharakter in DS9 und darum gebe ich ihr immer den Benefit of the doubt, während du eher bereit bist Miles Handlungen zu seinen Gunsten zu interpretieren.
Hauptsächlich fand ich es auffällig an dieser Stelle wie ich inzwischen beim gucken einer Folge sage „da wird Sebastian x sagen“ und oft grinsen muss wenn ich es dann höre.
Und diesmal hatte ich Zeit das gleich zu äußern.
Ich würde ein offenes Gespräch, wie Du sagst, einfühlsamer finden, vor allem aber respektvoller. Denn wenn das, was Dax spricht, wirklich geplant war, dann schwingt da dieses „der doofe Rom/die doofen Ferengi kapieren das anders nicht“ mit. How very un-startrek. Meine Auslegung in der Besprechung (blöd dahergelabert; Gier nach flammendem Gossip) finde ich deutlich wohlwollender Dax gegenüber als eine vorsätzliche Lektion für Rom. Wenn die Folge das ernsthaft ausformuliert hätte, hätte ich das auch bei Kira oder Bashir reklamiert, dann aber weniger augenzwinkernd.
Gerade habe ich heute diese Folge gehört, sie kam gestern raus.
Dann auf die Couch, Fernsehen an, Tele 5 – und zag – genau diese Folge läuft gerade!
Was erkärt, warum bei den Ferengi alles, was mit Besitz, Geschäft und Gier zu tun hat so auf elf gedreht wird, ist die Konzeption dieses Volks als Persiflage auf den Raubtierkapitalismus unserer Echtwelt. Dadurch ist die Farce geradezu in der DNS jeder Ferengi-Episode. Dass es dennoch mitunter auch ernsthaft und tiefgründig geht, ist mMn umso bemerkenswerter und liegt wohl an Quarks dreidimensional geschriebenen und beeindruckend gespielten Charakter. Rom und Nog entwickeln sich im Laufe der Zeit ebenfalls immer mehr und bekommen auch Nuancen.
They’re coming out of the closet.
Hallo ihr Lieben, heute war das nadelpieksen etwas zu viel für mich, denn ich finde diese Folge so lustig! Gerade die Kleiderschrank Auftritte. Könnte mich wegschmeißen, vielleicht hab ich einen einfach gestrickten Sinn für Humor.
Ich sehe DS9 erst zum 3. Mal, jetzt mit euch, und meine am tiefsten eingeprägten Szenen sind
1. Odo, wie er sein Büro herrichten und auf Kira wartet, sehnsüchtig, das Highlight seines Tages. Und
2. Brunt, FSA, im Kleiderschrank von Quark.
Meine Essenz von DS9
Das ist screwball comedy, und das Timing ist perfekt, also einfach mal zurücklehnen, genießen, und laugh the pain away.
Grüße