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14. April 1997:
Vor drei Jahren wurde Kira gekidnappt, mit dem Gesicht einer cardassianischen Spionin ausgestattet und dem Widerstandsführer Ghemor als Tochter untergejubelt. Eine unerwartet innige Verbindung entstand. Nun übernimmt sie die schwere Aufgabe der Sterbebegleitung, verbunden mit jeder Menge Gewissensbissen – und dann mischt sich noch das Dominion mit dessen neuem Handlanger Dukat ein.
In Deutschland: Die Überwindung, ausgestrahlt am 16. März 1998.
EXAKT zwei Stunden Laufzeit? Prophetisch. Freue mich, auf dem Arbeitsweg mit dem Hören anzufangen 😊
Vermutlich hat Dukat den Leichnam aus seinem Grab beamen lassen und dann nach Cardassia Prime überführt.
Hallo Ihr beiden,
vielen Dank für Eure Besprechung.
Das ist eine Folge, die ich noch gar nicht so oft geschaut habe.
Als ich sie am Sonntag sah, war ich sehr angetan von Nana Visitors Schauspiel. Ich fand die Szene, wo sie Ghemor beim Trinken helfen will zwar etwas übertrieben, aber doch auch realistisch. Als meine Patentante langsam „verschwand“, mit einigen Auf- und Abs über Monate hinweg, habe ich ihr öfter auch beim Trinken geholfen, und je nach ihrem Zustand und je nach Trinkgefäß (man benötigt unterschiedliche, zum Zustand passende!), ist das tatsächlich gar nicht so einfach, wenn man nicht geübt ist.
Kiras Beschreibung über das Sterben Ghemors trifft genau die Todesnacht meines Vaters, wir saßen mehrere Stunden an seinem Bett, weil klar war, dass es zu Ende geht, und das Sterben war in diesem Fall genau so. Viele viele Atemzüge im Morgengrauen, die kein Ende nehmen wollen. Ist schon 17 Jahre her, hab ich nie vergessen.
Ich war sehr überrascht von Kiras Zeilen, auch dass sie mich so berührt haben, dass ich selbst heute, 5 Tage nachdem ich die Folge rewatcht habe, sie immer wieder im Ohr habe.
Insofern, Danke an DS9 Writer, Danke Nana Visitor, für diese eindrückliche, ehrliche, nicht sentimentale Szene!
Grüße
Eure Stef
Tolle Folge, schöne Besprechung.
In meinem Alter sehe ich, wie gut das Ausharren beim und Begleiten eines Sterbenden getroffen ist (inklusive Kiras unsicheren Wasser-Verschütten btw). Und wir sollten uns hier ja immer noch bewusst machen, dass das eine 90er-Entertainment-Fernsehserie ist und kein slowakischer Schwarz-Weiß-Film.
Und auch sonst sehe ich da heute mehr drin; insbesondere Kiras psychologische Sperre, beim Sterbenden auszuharren, und wie schwierig sie damit umgeht, und wie sie das am Ende doch überwindet. Muss ich nicht ausführen, habt ihr alles notwendige zu gesagt.
Aber wie mir jetzt beim Wiederschauen nochmal aufgefallen ist, damals hatte für mich diese Folge eine zentrale Szene und eine zentrale Aussage, und das ist Bashirs Satz: „Er verdient nicht, allein zu sterben. Niemand verdient das.“
Das hat mich damals zutiefst beeindruckt. So tief, dass es mich bis heute kalt erwischt, wenn ich diesen Satz beim lockeren Rewatch höre und merke, wie der damalige Eindruck bis heute ein Glocke in mir anschlägt.
Und das (Achtung: persönliches Befindlichkeitsbloggen) erinnert mich daran, wie sehr mich zwei nachmittägliche TV-Serien in meiner Kindheit und Jugend in meinem Wertekanon geprägt haben. Das war zum einen Star Trek TNG („was würde Picard tun?“). Und später dann M*A*S*H.
Was Bashir da sagt, das ist ein MASH-Satz. Eins zu eins.
Und so selbstverständlich und banal das oberflächlich rüberkommt, da steckt ein grundlegendes Menschenbild drin. Dieser eine Mensch, der da gerade im Sterben liegt, der mag noch so schlimme Dinge verbrochen und noch so heftige Strafen verdient haben, oder einfach egal sein oder fremd oder feindlich oder sonstwas, genau jetzt liegt er im Sterben und genau jetzt verdient er nicht allein zu sein, weil das kein Mensch verdient, niemand. Keine Bewertung seiner Person überwiegt dieses absolut geltende Menschenrecht jedes Menschen.
Wer diese eine Wahrheit akzeptiert, der kann davon ausgehend ne ganze Menge andere Dinge nicht mehr tun. Oder denken.
In diesem einen so banal wirkenden Satz steckt zu Ende gedacht sowohl für jede Einzelperson als auch gesellschaftsübergreifend enorme Sprengkraft, geradezu revolutionäres Potential. Und das ist, was mich als Jugendlicher so berührt hat und bis heute tut. Ich will hier ehrlich sein: Ich hab es bis heute nicht geschafft, diesem Ideal wirklich zu entsprechen und ich habe es auch nicht vor. Aber allein sich dem bewusst zu sein, sich dem zu stellen und sich daran zu reiben – so wie Kira es tut -, das scheint mir ne Menge wert.
Auch wenn ich heute kapiere, dass das eigentlich gar kein so zentraler Punkt dieser Folge ist.
(übrigens ist – passend zu eurem kurzen Abschweif – M*A*S*H in der deutschen Synchro besser als im englischen Original, aber das nur am Rande)
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Dukat schlendert selbstredend deshalb ohne eigenen Personenschutz auf DS9 rum (btw: das habt ihr meines Erachtens eher noch unterverkauft; wer dort hasst ihn den nicht?), weil er auf Odo und seine Kompetenz und emotionsbefreite Professionalität vertraut. Die kennt er schließlich noch von seinen Zeiten auf Terok Nor. Und Weyoun ist ja eh alles egal.
Was mich vom Stuhl schmeißt ist eher, wie wir später beiläufig erfahren, dass die dort nicht etwa rübergebeamt oder mit einem Beiboot übergesetzt sind. Nein, die haben den schweren Kriegspott an DS9 angedockt. Das nimmt dem geilen Sternenzerstörer doch instantan jedes Bedrohungspotential. Man ist anscheinend ernsthaft mitten im kalten oder eher lauwarmen Krieg streng diplomatisch unterwegs, und das dicke Schiff war nur für den richtigen Auftritt gedacht. Spannend.
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Ich weiß grade nicht, ob ich das schon mal gesagt habe. Aber diese gar nicht mal wirklich schockierte oder gar verletzte, sondern eher empört-verblüffte Reaktion von Marc Alaimo, als Kira ihm die Teetasse an den Kopf wirft – Gul Dukat ist in all seinem Gehabe schlicht Zyklotrop (von Spirou und Fantasio).
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Simon, der Fressalienkorb-Korb ist für Altpapier zum sammeln und wegbringen. Bist Du überhaupt richtiger Deutscher?
Hallo zusammen,
Eine echt starke Folge, die ich auch erst richtig würdigen kann, seit meine Familie meinen Opa in seinen letzten Stunden begleitet hat. Ich finde es gut, wenn Medien solche Themen aufgreifen und gut umsetzen.
Ich glaube nicht, daß Dukatchen und Weyoun eine Sekunde lang unbeobachtet auf DS9 herumgetappert sind. Wenn Odo Quark bespitzelt, nimmt er ja auch alle möglichen Formen an. Wozu hat man denn einen Shapeshifter wenn nicht für so was.
Lovely Grüsse!
Eine sehr intensive Folge, die mir gut gefallen hat und an die ich mich kaum noch erinnert habe. Vielleicht ein bisschen verdrängt, weil schweres Thema?
Jetzt freue ich mich auf Quickborn!
Jungs, Ihr kommt hoffentlich mit dem Auto?! Der Bahnstreik hat meine Pläne jedenfalls ganz schön durcheinandergebracht, schnell noch ein Auto gemietet.
Da ihr in dieser Folge mal wieder „Rätselhafte Fenna“ angestimmt habt: Ich finde das passt viel besser zur Melodie zu „Vamos a la Playa“.
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho,
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho
Rätselhafte Fenna,
hier auf Deep Space Nine,
Rätselhafte Fenna,
wer mag sie wohl sein?
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho,
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho
Rätselhafte Fenna,
Sisko jagt ihr nach,
Rätselhafte Fenna,
unters Pylonendach
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho,
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho
Rätselhafte Fenna,
ein Alien? ein Klon?
Rätselhafte Fenna,
nur eine Projektion!
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho,
Rätselhafte Fenna
oh, oh, ohoho
Hallo zusammen,
erneut eine sehr gute Besprechung. Danke, ihr beiden.
Zum Thema Sterbebegleitung könnte man sicher noch ganz viel sagen, doch ihr habt das schon sehr gut ausgearbeitet, daher nur zwei kurze Gedanken zur Folge:
ich würde sagen, dass Kira und Ghemor nicht regelmäßig „geskypt“ haben. Sonst hätte Ghemor sie ja nicht „im Auge behalten“ müssen, wenn er regelmäßig von ihr auf den neusten Stand gebracht würde.
Vermutlich hat Kira absichtlich keinen Kontakt mehr zu ihm gesucht, um seine Position in der Dissidentenbewegung nicht zu gefährden. Wenn eine Bajoranerin regelmäßig bei dir anruft, könnte das durchaus verdächtig wirken.
Dann fande ich es sehr, sehr gut und wichtig, dass wir kurz vor Ende Kira bei ihrem Gebet sahen. Sie war auf der Suche nach einer Lösung für ihr Dilemma. Ihr Verstand (durch Odo dargestellt) hat ihr schon die Ausrede wegen der sie Ghemor meidet weggenommen. Sie müsste eigentlich zu ihm gehen, aber sie will oder kann es einfach nicht. Da sind die Schulgefühle ihrem Vater gegenüber und die Belastung jemandem beim Sterben zu begleiten. Es sagt schon viel aus, dass Kira bewusst auf Dukats Manipulation eingeht – und ich bin der Meinung, dass sie ganz genau weiß, dass er sie manipulieren will -, weil dies ihr eben diese Ausrede gibt, dem allem aus dem Weg zu gehen.
In ihrem Herzen weiß sie aber auch, dass sie zu Ghemor gehen muss.
Daher sucht sie Rat bei den Propheten. Und es ist so gut, dass genau in dem Moment Julian reinkommt. Gerade so, als hätten die Propheten ihr Gebet erhört und Kira durch ihn auf den rechten Weg gebracht.
Ich finde, das ist eine wunderbare Szene, die viel schäwcher wäre, wenn Kira einfach nur in ihrem Quartier gesessen hätte, als Julian reinkam.
Grüße
Alexander
Es ist und bleibt immer etwas schade, dass Sebastian so abfällig über deutsche Synchronarbeiten sprechen muss. Mal kurzerhand über sämtliche Synchronfassungen eines Jahrzehnts herzuziehen mag für einen kleinen (vielleicht auch größeren) elitären Kreis mal ganz witzig sein, ist für sich genommen aber nur überheblich und polemisch. Unzählige großartige schauspielerische Sprecherleistungen derart herabzuwürdigen und auf wenige handwerkliche Fähigkeiten zu reduzieren ist eben auch unnötig, aber vor allem unfair.
Und nun darf Sebastian sich freuen und die Hände reiben, dass hier wieder ein Synchronfreund aus dem Loch gekrochen kommt und sich in einer späteren Folge darüber lustig machen. Sieh es doch lieber als Kompliment, wenn sich Zuhöris mit eurem Podcast auseinandersetzen und schätze es wert.
Grundsätzlich leistet ihr aber hervorragende Arbeit und das Woche für Woche. Ich höre viele Podcasts, aber im optimalen Verhältnis von Quantität und Qualität wird euch wohl auch in Zukunft niemand das Wasser reichen können. Absolut erstaunliche Leistung. Und Simon ist einfach großartig in jeder Silbe.
Vielen Dank für dieses Projekt, dass STAR TREK nochmal so schön werden lässt, aber auch für andere Podcaster eine Inspiration ist. Ein Mehrwert in jeder Hinsicht, quasi die gelebte Definition von Infotainment. Ihr liefert auf den Punkt spannende und hochinteressante Hintergrundinfos mit einem durch und durch grandiosen Humor, bei dem ich nicht selten mal laut lachend pausieren muss.
Ich wünsche euch weiterhin von Herzen viel Erfolg und plane auch definitiv finanziellen Support, da ich solche Projekte gern unterstütze. Aber rund um das Thema Synchronfassungen geschieht mir hier zu viel Ungerechtigkeit. Und bevor ich nun falsch verstanden werde, natürlich dürft ihr euren Podcast gestalten wie ihr wollt. Ich melde hier nur ein Störgefühl zurück, dass mich und möglicherweise auch andere davon abhält zu unterstützen. Ein Störgefühl, das gar nicht sein müsste.
Mangelhafte Drehbücher, wohlgemerkt der englische Originaltext, bekommen im Podcast deutlich häufiger von mir einen auf den Deckel als die Synchronisation.
Dann die Frage: Was ist ein gerechter Umgang mit Medienrezension? Gar nicht so einfach zu beantworten.
Ungerecht wäre es sicher, wenn ich ohne konkrete Belege polemisieren würde. Was ich nicht tue. Ich benenne jedes Mal Textstellen.
Ungerecht wäre es auch, wenn ich die Personen als solche angreifen würde. Was ich auch nicht tue. Ich kritisiere die Arbeit, nicht den Menschen.
Zu solchen persönlichen Angriffen, wie ich sie nicht fahre, zähle ich auch das mit dem „Hände reiben“, also das Stilisieren meiner Person zu einem hämischen Wesen.
Ansonsten: Danke für das Lob!
Für ungerecht halte ich auch, ein ganzes Jahrzehnt Synchronisation pauschal herabzuwürdigen, in diesem Fall die 90er. Um diese Aussage ging es mir. Konkret ist hier nichts, polemisch ist es sehr wohl und damit deiner Definition nach auch ungerecht. Und das habe ich kommentiert.
Solltest du dich tatsächlich durch die Formulierung „Hände reiben“ angegriffen fühlen, entschuldige ich mich. Es war lediglich salopp formuliert. Die Wahrnehmung, ich würde deine Person so zu einem hämischen Wesen stilisieren wollen, ist weit gegriffen und eine etwas unversöhnliche Äußerung. Mein anschließendes Lob hat sicherlich aufgezeigt, dass ich so nicht denken mag. Aber ich respektiere, dass man solche Schlüsse ziehen kann und entschuldige mich.
Ansonsten stimme ich deinen Ausführungen vollumfänglich zu!
In diesem Sinne: Bleib weiter kritisch in jede Richtung. So muss es auch sein. Die Zuhöris machen es aber ebenso. 🙂
Ich reiche die Hand und sende galaktische Grüße.