#373: Projections (VOY 2.03)

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11. September 1995:
Ein scheinbarer Kazon-Angriff und die plötzliche Fähigkeit des Doktors, sich in strategisch wichtigen Räumen der Voyager außerhalb der Krankenstation zu manifestieren, sind lediglich der Auftakt einer massiven Identitäts- und bald sogar Realitätskrise der holografischen KI. Muss der Doktor seine Welt zerstören, um zu überleben? Nervenbündel und Teufelchen Barclay will ihm da ganz schön was einreden.

In Deutschland: Das Holo-Syndrom, auf VHS am 23. Mai 1996, ausgestrahlt am 4. Oktober 1996.

Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Michael from Outer Space

    Hallo Simon, Hallo Sebastian!

    Eure Besprechung von „Projections“ ist für mich eine sehr willkommene (wenn auch kurze) Ablenkung von der Europawahl! 😉

    Das Ende der Folge finde ich zwar ziemlich vorhersehbar, aber dennoch ist es ganz lustig. Auch Dwight Schultz als Reg Barclay hat mir gefallen.

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  2. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Physiognomie beschreibt das Gesicht eines Menschen in seiner Erscheinung, und die hat der Doc immer. Was gemeint ist: die Physis, die Körperlichkeit.

    Ach ja, dieses ständige Star-Trek-Schiff-Geht-Kaputt-Gedöns… wie oft schon haben wir den Bill und viele andere über tonnenschwere Stahlträger steigen sehen, wenn wieder mal „totale Zerstörung“ gezeigt werden sollte? Dazu gehört zwingend der Plastikschlauch in Ofenrohriffelung, von der Decke hängend und Trockeneisnebel raus blasend und, absolut unverzichtbar, Wunderkerzen-Funkenflug, seit Discovery auch immer gern durch Bühnen-Gasflammen-Zauber angereichert. Jede klapprige Neckarfähre heute hat besseren Brandschutz als die Star Ships der Zukunft.

    Das Thema „reales Leben in der Föderation‘ hattet ihr erst kürzlich. Inklusion missglückte in den 1990ern komplett, in den 2020ern musste es daher immer gern LGBTQI und nonbinär werden, was wiederum verkrampft-inklusiv wirkte in seiner Ausprägung und wie es beleuchtet wurde. Vermutlich lässt bei bei der populistisch-vergifteten Stimmung aber gar kein unverkrampfter Umgang mehr erzielen, denn irgend jemand wird sich immer beschweren. Barclay wirkt hier nicht sehr nerdig, eher wie die unbarmherzige Lautsprecherstimme im Escape-Room, welche die verbleibende Zeit ansagt bis Game-Over.

    Mir liegen diese verschachtelten und vorhersehbaren Simulation-in-Simulation-Plots nicht mit ihren „Hoppla-alles-nicht-echt-Effekten“, weil es zu oft passiert, und warum ist Default-Setting eigentlich nicht „Sicherheitsprotokoll aus“ so oft wie das versagt? Echte Sicherung wäre: „wenn kaputt, schalte ich mich ab“. Wenn wir in unserer Branche auf diesem Sicherheitsniveau arbeiteten, würde es jeden Tag -zig Transportunfälle geben mit tausenden Todesopfern. Menno! „The Inner Light“ setzte einen hohen Standard für Simulationsplots, aber wann sahen wir etwas in dieser Qualität wieder?

    Hoffnung setze ich in „Strange New Worlds“. Die haben schon so viel Überraschendes und Frisches gebracht, gerade in Staffel Zwei; denen würde ich „A Normal Day On Earth“ wirklich zutrauen. Bitte, bitte…mehr Mut und füllt die Föderationslücken!

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  3. 8472Simon

    Der Grund warum das Holodeck nicht abgeschaltet werden konnte fand ich diesmal sogar echt gut. Sie konnten das Programm beenden, aber der Doktor wäre ja dabei kaputt gegangen. Deshalb durfte er ja auch das Holoschiff nicht zerstören. Bei einem Menschen hätte man es einfach abgeschaltet, aber niemand hatte Hologramme für die Nutzung vorgesehen.

    Der Konflikt am Ende war für mich eher dass er entweder selber handelt oder seiner Crew vertrauen muss die ihn zu Beginn ja nicht so gut behandelt hat.

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    1. Sebastian

      Den von Dir genannten Konflikt, nur eben richtig herausgearbeitet – das hätte ich tatsächlich sehr gern gesehen. Die schlechte Behandlung wird aber überhaupt nicht thematisiert, dabei hätte es sich so angeboten, wenn auf Chakotays „Wir sind deine Freunde“ gekommen wäre: „Wirklich!? Lass mal hinterfragen.“ Kommt aber nicht, stattdessen bleibt dieses Angebot an Drama ungenutzt. Es wird immer schader, wie viel hier liegengelassen wurde, je länger ich darüber nachdenke.

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  4. Christian Berger

    Also erst mal danke für die großartige Besprechung. Es ist immer wieder ein Genuss euch zu zuhören.

    Es gibt übrigens noch eine andere Sci-Fi Anwendung für „Messebananen“. Man kann damit, wenn man wenig Geld hat, ein „Kraftfeld“ machen.
    Die BBC hat das hier in einem Vorspann gemacht:
    https://www.youtube.com/watch?v=uiXF0nsteQ8
    Ist natürlich so wunderbar albern, was die vermutlich auch so erreichen wollten, und jemand konnte mal einen Tag mit dem Henry spielen. (Quantel Henry war ein fortschrittliches Offlineschnittsystem aus der Zeit mit dem man solche Sachen machen konnte)

  5. Bridge66

    Hallo Jungs,

    Darüber, ob und wenn ja in wie weit holographische Charaktere echte Personen sind, haben sich Tanja und Peter von Trekkiepedia in ihrer Episode 024 schon vor fast zwei Jahren des längeren und breiteren ausgelassen. Ich denke allerdings, daß die Datenbasis nicht ausreicht, um zu einem Ergebnis zu kommen. Es ist wie es ist: Die Autoren bauen sich die Hintergründe immer so zusammen, wie es die Episode gerade erfordert, da kommt es unweigerlich zu Widersprüchen, und das nicht erst seit New Trek. Solche philosophische Gedankenspiele mögen für den einen oder anderen faszinierend sein, für mich sind sie Zeitverschwendung.

    Auch mag ich diese verschachtelten Psychospielchen nicht. Die lassen mich immer ratlos zurück.

    Sebastian, ich gehe davon aus, daß du für deine Recherchen auch auf Memory Alpha zurückgreifst. Du musst nicht erst auf eine HD oder 4k-Version von Voyager warten, um zu erfahren, wer da alles im Crewverzeichnis steht. Ganz unten unter „Other References“ findest du die Liste.

    🖖Eure Bridge

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  6. Lucas

    Eure angesprochene Langzeitsimulation gibt/gab es schon vor dem Doc (Voy: Rettungsanker):
    „Haley ist die holografische Assistentin von Doktor Lewis Zimmerman und wird 2367, schon vor dem Erstellen des MHN, von ihm aktiviert. Neben Roy und Leonard ist sie die einzige, mit der Dr. Zimmerman interagiert. Sie ist sogar so wichtig für Dr. Zimmerman, dass er 2376 ein wichtiges Symposium auf Vulkan absagt, als ihre holografische Matrix zusammenbricht.“
    https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/Haley

    Sogar noch vor dem 2. Auftauchen Moriartys in 2369, nach seiner Erschaffung durch Laforge in 2365 (https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/James_Moriarty)

  7. Jule

    Wieder eine sehr unterhaltsame Folge! Besonders amüsant fand ich, mit welch unterschiedlichen Augen und Bewertungen ihr beide die Folge wahrgenommen habt. Ich liebe euren „Kuschel-Podcast“, aber so eine Meinungsverschiedenheit ist doch auch mal was Schönes. Ich selbst bin da bei Sebastian. Diese Folge ist für mich eine totale „Frame of Mind“-Kopie, nur dass die verwirrende „Illusion in einer Illusion in einer Illusion“-Idee hier sogar noch weniger komplex und damit weniger gelungen erscheint. Und dass ausgerechnet Chakotay am Ende als großer Retter auftaucht (scheinbar nur, weil Robert Beltran noch nichts zu tun gehabt hat in der Folge) und behauptet, der Doctor wäre so wichtig und sie wollen ihn nicht verlieren. Wichtig als Arzt für die Voyager, sicherlich, aber als Freund? Hatten Chakotay und der Doctor bisher überhaupt schon mal ein „off duty“-Gespräch? Wohl kaum. Sein Auftritt wirkt für mich völlig deplatziert. Noch deplatzierter als Barclay, dessen Anwesenheit bei komischen Holodeck-Fantasien ja leider fast schon geschriebenes Gesetz ist.

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  8. Tanja

    Bei meinem Catcher (Podbean) sind eure letzten beiden Folgen bisher nicht zu sehen. Ich dachte schon,… Zum Glück kann ich die gleich hier runterladen.

  9. Ghostbuster

    Eine besondere TAD-Ausgabe mit Seltenheitswert (Simon = Daumen hoch/Sebastian =Daumen runter). Da würde mich ja glatt mal interessieren, wie oft das in der TAD-Historie der Fall war. Aus der Erinnerung kann ich nur sagen, dass es höchst selten der Fall ist.

    Spannend aber auch, dass beide Argumentationen wunderbar schlüssig sind und mein Empfinden zur Folge sehr gut abbilden. Grundsätzlich mag ich ja Folgen sehr, die uns Zuschauer in eine völlig unerwartete Situation schleudern und sich nach und nach die Lösung herauskristallisiert. Zudem bietet sich für den Holo-Doc eine solche Ausgangslage ja geradezu an. Daher ist es schon bedauerlich, dass die Folge nahezu 90% der Zeit mit deftiger Überzeugungsarbeit seitens Barclay/Chakotay verbringt, anstatt der philosophischen Komponente dem Thema entsprechend sinnvoll Raum zu geben.

    Danke für eine erneut und immer wieder launige Besprechung, die viele Fragen aufwarf, die auch mir aufkamen (warum überhaupt Barclay?, etc.).

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  10. Jochen

    Hi zusammen.

    Warum hat der Kazon Neelix in der Küche nicht direkt angegriffen sondern blieb trotz seiner Schusswaffe in seiner Deckung?
    Der Grund ist,dass er gesehen hat,dass Neelix unter der Auswahl seiner Wurfgeschosse auch einige Schalen mit Erdnüssen hatte und der Kazon eine starke Erdnussallergie hat. Bei Kazon ist das nochmal viel extremer als bei Menschen. 😉

    Egal,wie man die Folge findet,ist es meiner Meinung nach nicht ganz fair ihr vorzuwerfen,dass sie nichts Neues macht. Diese Umkehrung „das Hologramm ist echt und alle anderen sind Hologramme“ ist schon eine ganz neue Facette,würde ich sagen. Es wird aber natürlich trotzdem immer noch viel recycelt.

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    1. Sebastian

      Mahlzeit Jochen,

      andersherum könnte man sagen: „Hologramme sind echt und umgekehrt“ oder „Bashir wird von einem Telepathen überfallen“ sind lediglich die SciFi-Aufhänger. Für mich ist insbesondere bei diesen prämissenbasierten High-Concept-Ideen viel entscheidender, wie tief man von da aus in die Charaktere vordringt. Hier habe ich das Gefühl, nicht viel Neues über das Innenleben des Doktors erfahren zu haben. Das zu kritisieren, finde ich nicht unfair. Darum geht es bei gutem Storytelling.

      Schöne Restwoche Dir,
      Sebastian

  11. Dwight Wilmerding

    Ab dem Moment an dem Nelix einen Kazon durch den Bewurf von Obst und Gemüse in Schach gehalten hat, wusste ich, dass diese Folge offenbar nicht ernst genommen werden will. Der Kazon hat vermutlich einmal ein ganzes Dorf abgeschlachtet, um sich seinen Namen zu verdienen, und jetzt lässt er sich von Nelix und seinen Apfelsienen in die Flucht schlagen. Mit dieser Erkenntnis hat die Episode mir viel Freude bereitet.

    Vielen Dank im Übrigen, das Ihr mich dazu inspiriert VOY auf englisch zu sehen. Ich fand Nelix immer nervig, jetzt ist er mein Lieblingscharkter.

  12. Marcus

    Hallo TAD-Team,

    dass die philosophischen Themen in dieser Folge viel zu kurz kommen, ist wirklich ein Jammer. Insbesondere das Stichwort „Emergenz“, welches von Sebastian(?) genannt wurde, hätte man kurz aufgreifen können. Allerdings hätte dann auch Gefahr bestanden, dass sich diverse religiöse Gruppen auf den Schlips getreten fühlen, wenn man die These in den Raum stellt, dass das Bewusstsein nur eine Randerscheinung entsprechend komplexer (in diesem Fall simulierter) Neuronen-Strukturen ist.

    Aber jetzt eine steile These meinerseits: die limitierte Funktionsweise von Computern im 24. JH ist vielleicht realistischer, als man glauben mag. Wir sehen auch in der Realität viele Gruppen, die es gut fänden, wenn DRM und „Trusted Computing“ allgegenwärtig wäre und Computer nur besondere, vorgegebene Dinge tun könnten. Cory Doctorow hat das schon vor vielen Jahren als „The coming war on general computation“ genannt. S.a. https://www.youtube.com/watch?v=HUEvRyemKSg

    Ich kann mir das Szenario im Star Trek Universum gut vorstellen: als Holodecks und Replikatoren in die Nähe der Machbarkeit rücken, kommt ein Politiker oder Badmiral daher und sagt so etwas wie „wir müssen simulierte Vergewaltigung auf Holodecks unterbinden!“; oder „es muss verhindert werden, dass man mit einem Replikator Bomben herstellen kann!“. Vielleicht gibt es auch zu der Zeit noch Konzerne, die ihre Markenrechte gegen Missbrauch in Replikatoren und Holodecks verteidigen wollen.
    Und parallel kommt ein Business-Man daher und sagt: „Wir sollten aus allen Holodeck-Artefakten NFTs machen!1!!“
    Anfangs versucht man es dann noch mit komplexen kryptographischen Signatur-Verfahren aber es kommen regelmäßig Enrollment-Keys abhanden und deren Management wird viel zu umständlich. Und dann nochmal 50 oder 100 Jahre später ist es eben so weit: keine Möglichkeit, Backups vom Doktor zu machen, weil diese Funktionen im tiefsten Kern des Systems nicht mehr möglich sind. 🤷

    Unabhängig von der aktuellen Folge möchte ich euch aber auch nochmal Lob und Dank für euren Podcast aussprechen. Ich war immer nur „Gelegenheits-Trekkie“, aber eure Besprechungen sind immer tolle Unterhaltung und haben mein Interesse für Star Trek definitiv wiederbelebt. Morgen Abend leite ich sogar eine Session des Pen&Paper Rollenspiels „Star Trek Adventures“! Das Regelwerk hat mir sehr zugesagt, da es relativ leichtgewichtig ist und man sich auf die Charaktere und Geschichten konzentrieren kann. Und durch regelmäßiges TAD-Hören fühle ich mich auch gut gewappnet, diese Runde zu leiten 😄 Ich bin schon sehr gespannt!

  13. BjoernHH

    Die Szenen mit Kes fand ich super, und die Vorwärtsrolle des Doktors durch die Trümmer der Kombüse war auch große Body Comedy!

    Ansonsten alles etwas vorhersehbar und trocken. Früher fand ich solche Folgen definitiv besser.

  14. CptCalhoun

    Spannend das ihr mal wieder mit euerer Meinung so weit auseinander liegt. Auch wenn ich die Story jetzt doch auch damals schon arg vorhersehbar finde, gefällt sie mir einfach wegen des guten Schauspiels von Robert Picardo. Es war so mit einer der Folge, warum ich den Doktor damals beim schauen von Voyager immer schon für mich als Highlight wahrgenommen habe. Picardos späteres Auftauchen bei Deep Space Nine haben den Effekt dann nur noch verstärkt.
    Daher geht der Daumen für mich hier auch wie bei Simon nach oben, zwar nicht glanzvoll aber doch eindeutig selbstbewusst.
    Auf der FedCon dieses Jahr hatte Robert Picardo übrigens zu dieser Folge noch eine spannende Anekdote im Panel erzählt. Die Szene wo der Doktor Barclay nämlich eine Schelle zurück gibt, war von Picardo spontan improvisiert. Es gab nun großes Tabu mit am Set, weil Picardo und Schulz das so gut fanden, Frakes und andere aber nicht vom geheiligten Drehbuch der Woche abweichen wollten. Frakes sorgte dann dafür das Picardo instant bei Jerry Talylor anrufen durfte, um das okay für die Änderung einzuholen. Dies führte laut Picardo zu einem halbstündigen Telefonat, was dann auch eine Drehunterbrechung von einer halben Stunde zur Folge hatte, was ihm wohl einige Leute, nach Eindruck von Picardo, am Set übelgenommen haben. Der Kompromiss war dann, dass die spontan gedrehte Szene bei der Endfassung berücksichtigt wird, wenn die Stelle aber nochmal gedreht wird, wie es im Script steht. Picardo sagte, er hätte an diesem Tag eine wichtige Lexikon gelernt. Wenn du bei Star Trek Voyager spontan sein willst, sei es 4 Wochen vor Drehbeginn, wenn du das Drehbuch zur Erstlesung erhältst und deine Anmerkungen danach an das Autorenzimmer zurück geben werden.

  15. Florian

    Fand die Folge immer recht cool

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