#297: Sanctuary (DS9 2.10)

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28. November 1993:
Nur wenige Wochen nach Der Umweltfolge™ wagt sich Star Trek erneut an ein heißes Eisen. Als Millionen von Skrreea-Flüchtlingen durchs Auge des Universums (aka Wurmloch) kommen und sich Kentanna (aka Bajor) als das gelobte Land auserkiesen, werden die Willkommenskultur und Kiras schnell geschlossene Freundschaft zur heimatsuchenden Matriarchin Haneek auf eine harte Probe gestellt.

In Deutschland: Auge des Universums, ausgestrahlt am 9. September 1994.

Dieser Beitrag hat 28 Kommentare

  1. soylentsoja

    Ich finde die Folge nicht so schlecht. Ja, es stimmt schon, dass das konstruiert ist, aber ich glaube nicht, dass hier eine ganz deutliche, „teure Botschaft“ vermittelt werden soll. Es ist halt ein Kaleidoskop von verschiedenen Aspekten und Sichtweisen zum Flüchtlingsthema. Das finde ich schon wertvoll genug. -Und ist ja eigentlich in 1 Folge die Miniversion dessen, was DS9 als ganze Serie mit dem Thema Krieg, oder auch mit dem Thema Terrorismus gemacht hat.

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  2. Nippel

    Hallo und guten Tag Zusammen!
    Jetzt muss ich mich doch mal bei dieser Folge melden, da es für mich auch hinten und vorne nicht passt und ich mit meinem Beruf damit viel zu tun habe…
    Schon als der gute Odo beim Rewatch der Folge sagte, es sind drei Millionen Individuen, die ein ganzes Volk ausmachen, dachte ich mir: „Oha, das ist nicht all zu viel!“ Diese doch recht kleine Zahl wurde hier in der Folge die ganze Zeit als großes Problem dargestellt, was mich sehr ärgert, da die Drehbuchautoren in viel zu kleinen Maßstäben einfach gedacht haben. Zum Vergleich: bei mir in Bayern leben so circa 13-14 Millionen Menschen. Weltweit schrammen wir bei der Acht Milliarden Grenze…
    Leider habe ich keine Bevölkerungszahlen von Bajor gefunden, aber wenn man davon ausgeht, dass es eine „arme“ Welt ist, kann man auch locker aus der Hose von MINDESTENS Fünf Milliarden Wesen ausgehen. Hinzu kommt noch die Frage: wie „arm“ und wie „rückständig“ ist Bajor zu dieser Zeit? -Sie besitzen Warptechnick, stehen (sozusagen) davor, in einen Völkerbund integriert zu werden und haben ein strategisch wichtiges Wurloch vor der Haustüre… Im großen und ganzen würde ich behaupten, -ihnen geht es besser als es uns auf der Erde heutzutage geht. Ich gehe davon aus, dass Bajor als einziger großer Staat verstanden wird mit halt verschiedenen Provinzen, die wie unsere Bundesländer funktionieren. Also gibt es auch keine Probleme, wie es bei uns aktuell leider gibt mit totalitären Staaten, Gottesstaaten, Parteistaaten etc… Kurzum: es müsste eine funktionierende Kommunikation unter den Provinzen geben und es sollte ein leichtes sein, unter den Fünf Milliarden Einwohnern diese Drei Millionen Flüchtlinge gerecht aufzuteilen…

    Kurzum möchte ich bei meiner Meinung nur andeuten, dass es sogar für einen so Kriegs gebeutelten Planeten die absolute Möglichkeit gibt, diese Geflüchteten ohne Probleme aufzunehmen. Drei Millionen sind keine Hausnummer, global gesehen. Drei Milliarden schon eher…
    Das alles hört sich für mich nach blau/braunen Überlegungen an, die auch das Große und Ganze nicht verstehen und in viel zu kleinen Maßstäben denken, da es einfach ist.

    Sorry für meine Überlegung, aber es musste raus und ich finde auch, der Daumen nach unten ist hier vollkommen legitim!

    Auf bald!

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    1. Sebastian

      Hey Nippel,

      das stimmt wohl. Die Folge ist der festen Überzeugung und behauptet, drei Millionen wäre in diesem Zusammenhang eine unfassbar große Zahl – ist es aber nicht und dadurch bekommt’s ein ziemliches Geschmäckle. Eine, wie ich finde, von zu vielen Sachen, von denen die Folge denkt, sie würde sie richtig machen. Leider ist gut gemeint nicht gut gemacht…

      -Sebastian

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    2. Maestro84

      So gut, wie in Europa „ein paar Millionen“ Flüchtlinge aufgeteilt werden? 😉

    3. Michael from Outer Space

      Hi, Nippel!

      Ich stimme dir zu, dass die bajoranische Gesellschaft drei Millionen skrreeanische Flüchtlinge aufnehmen könnte. Wenn die Notwendigkeit dazu bestünde, weil die Not der Skrreeaner:innen groß ist und es keine Alternative gibt, wäre es aus humanitären Gründen auch geboten. Mein Problem an der Story ist aber: es GIBT eine Alternative, und zwar Draylon II! Lieutenant Commander Jadzia Dax ist eine sehr kompetente Wissenschaftsoffizierin und hat die ideale Eignung von Draylon II als neue Heimat für die skrreeanischen Farmer:innen festgestellt. Die Skrreeaner:innen können mit Raumschiffen der Sternenflotte sicher und in kurzer Zeit nach Draylon II gebracht werden. Die Sternenflotte wird ihnen bestimmt beim Aufbau ihrer neuen Siedlungen helfen.

      Mag sein, dass auf Bajor Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus oder andere Formen der Diskriminierung zur Ablehnung der Skrreeaner:innen geführt haben. Das wäre ein innerbajoranisches Problem, mit dem die Serie eine ganze Folge bestreiten könnte. Bei Quark sieht man den Speziesismus gegenüber den Skrreeaner:innen ja ganz deutlich. Wahrscheinlich sind manche Bajoraner:innen ähnlich drauf wie er und verhindern mit ihrer politischen Macht die Ansiedlung von Geflüchteten aus Völkern wie den Skrreeaner:innen.

      Wie Simon und Sebastian im Podcast besprochen besprochen haben, kann auch ich nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet Bajor für Haneek der „gelobte Planet“ Kentanna sein soll, auf dem ihr Volk eine neue Heimat finden wird. Es wirkt eher so, als ob Sie sich als selbstbewusste, entschlossene Anführerin beweisen möchte und darum vorschnell diese Entscheidung trifft. Sie lebte bisher im Gamma-Quadranten, hatte dort keine Ahnung, dass Bajor überhaupt existiert, kam gerade erst durch das Wurmloch nach DS9, recherchierte über Bajor und wusste deswegen mit absoluter Sicherheit, dass dieser Planet Kentanna ist?

      Einerseits wäre eine Diskriminierung der Skrreeaner:innen von Seiten der bajoranischen Regierung zu verurteilen. Andererseits besitzen die Skrreeaner:innen keinen Rechtsanspruch auf eine Ansiedlung auf Bajor. Ich sehe zumindest keine Grundlage für einen solchen Anspruch, weil Bajor bisher weder der Föderation noch einem anderen Bündnis beigetreten ist, also eine von allen anderen Staaten unabhängige Politik betreibt und die ideale Alternative Draylon II schon identifiziert wurde.

      LL&P
      Michael from Outer Space

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      1. Nippel

        Hallo Michael from Outer Space!
        Da hast Du natürlich vollkommen Recht damit, dass es keinen Rechtsanspruch dafür gibt. Allgemein hat die Geschichte dieser Folge hinten und vorne große Probleme und die gut gemeinte Message ging vollkommen unter oder besser gesagt, sie wurde so umgeschrieben, dass sie verloren ging.
        Die Grundidee, die ja unsere zwei Gastgeber Simon und Sebastian geschildert haben, dass es ursprünglich geplant war, die beiden Völker zusammenzubringen wäre wirklich die bessere Geschichte gewesen. Was soll’s lieber Michael, es kommen wieder bessere Storys. Habe die Ehre!

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    4. Kleiner Bruder

      Ohne die Folge schon gehört zu haben, kamen mir doch gerade ein paar Gedanken zu dieser Diskussion. Wie groß ist die Bevölkerung Bajors? Nach der langen Besatzung vielleicht nicht allzu groß, aber zwischen fünf und zehn Milliarden fände ich realistisch. Da sind drei Millionen rein zahlenmäßig nicht viel, auch von den benötigten Ressourcen.

      Aber:
      wenn diese Fremden auf eine Gesellschaft treffen, die nach schlechten Erfahrungen auf Fremde schlecht zu sprechen ist und ihnen mit Misstrauen begegnet – viele scheinen ja offenbar sogar dem Föderationspersonal zu mißtrauen –
      Und wenn diese Gesellschaft unter traumatischen Verlusterfahrungen leidet
      Und wenn es Politiker gibt, die alle Möglichkeiten nutzen, sich auf Kosten Schwächerer zu profilieren
      Dann genügen ein paar Leute, um auf Schlagworte wie „Überfremdung“ oder „Verlust der nationalen Identität“ oder „Ausländer nehmen uns Wohnung und Arbeit weg“ zu kommen.

      1. Nelson

        Hallo allerseits,
        ich habe die Folge direkt nach VÖ gehört und mir extra viel Zeit genommen, da euch nicht gefallen wird, was ich zu schreiben habe.

        Erstmal vorneweg: Diskriminierungen sind erstmal alle gleichwertig zu betrachten. Da ist keine besser oder schlecht als die andere.

        Was mich gestört hat, ist die Tatsache, dass ihr Siskos Entscheidung begrüßt, das Kira den Vorzug zu geben, weil er merkt, dass die Aliens ein Matriarchat haben.

        Okay… Wie würdet ihr es finden, wenn Janeway regelmäßig an Chakotey übergeben hätte, wenn sie auf eine Kultur getroffen wären, in denen Frauen nicht als Führungspersonen anerkannt sind?
        Oder wie hättet ihr es bewertet, wenn die Aliens Sisko aufgrund seiner Hautfarbe nicht akzeptiert hätten? Das hättet Uhr garantiert abgelehnt. Aber Sexismus und Rassismus sind beides Diskriminierungen. Das gilt auch nicht nur in eine Richtung. Das Sisko an Kira übergibt, haltet ihr meiner Meinung nach nur für gut, weil er der Mann ist.
        Aber es ist im Grunde falsch.
        Ich arbeite für eine Asylbehörde. Wenn ein Mann aus einem islamischen Land kommt, tun wir auch nicht den Gefallen, dass er eine Frau als Anhörerin ablehnen darf. Das ist aber keine Einbahnstraße.
        Nach eurer Logik hätte Frau Merkel in einigen Ländern ihren Vizekanzler vorschicken müssen.
        Es gab ja schon Diskussionen (die ich verstehen kann), wenn europäische Politikerinnen in einem islamischen Land ein Kopftuch tragen.

        Was ist an der Folge gut finde: Es ist halbwegs realistisch, dass die Frauen bei den Aliens den Hut aufhaben, weil die Männer kleiner und schwächer sind. So halte ich das für realistisch. Bei uns sind Frauen im Durchschnitt 10% kleiner und physisch unterlegen. Da wäre das unrealistisch. Bei uns gibt es eine rechtliche Gleichstellung, die nur funktioniert, wenn die Männer ihre physische Überlegenheit nicht ausnutzen. Andererseits hat man als Mann dann widerrum Pech, wenn es um den Kriegsdienst geht. Da sind wir noch klassisch unterwegs.

        Zudem habt ihr die Flüchtlingssituation von 2015 genannt. Dabei habt ihr den Bosnienkrieg von Anfang der 1990er vergessen. Ich nehme an, dass dieser u.a. ein Vorbild für diese Folge war. Zeitlich würde das passen.

        Also… Es wäre super, wenn man bei Diskriminierungen objektiv bleibt und sich überlegt was es andersrum heißen würde.
        Wie gesagt… Janeway hätte in vielen Folgen aus kultureller Toleranz an Chakotey übergeben müssen, wenn ich eure Einschätzung extrapoliere.

        1. Sebastian

          Wenn es eine Voyager-Folge gibt, in der sich die Aliens vor Janeway ängstigen und nur zu Chakotay (oder Harry oder Neelix) Vertrauen fassen können, wüsste ich nicht, was dagegen spräche. Spontan fällt mir die Episode Virtuoso ein, in der sich die besuchenden Aliens innerhalb weniger Minuten komplett auf den Doktor fixieren, Janeway das sofort akzeptiert und ihm weiten Handlungsspielraum einräumt. Kein Problem also. Ich könnte mich spontan auch nicht daran erinnern, ob Voyager darüber hinaus eine entsprechende Situation herbeiführt. Es gibt – das ist jetzt schon recht weit hergeholt – ein paar Momente, in denen sich Janeway von den misogynen Kazon nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, aber da geht es weder um Ängste noch um kulturelle Vorbehalte. Die Kazon wollen Stunk machen und provozieren, da sind Hände auf die Hüften die einzig richtige Captain-Reaktion.

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  3. KhlavKhalash

    Die von Simon erwähnte Sache mit der Bud Spencer-Mucke kommt auch in „Vier Fäuste gegen Rio“ vor. Die Titelmelodie wird von Bud selbst in der der Jazzkneipe auf dem Saxophon gespielt, bzw. eine Variation davon 🙂

  4. Nils-MS

    Für mich kommt Haneek sehr unsympatisch und undankbar vor, da für mich nicht überzeugend klar wird, warum sich das Volk unbedingt auf Bajor niederlassen muss. Die Sternenflotte und insbesondere Kira legen sich mächtig ins Zeug, um einen bewohnbaren Planeten zu finden, der sich zur Besiedelung eigent und zum Dank wird Kira abschätzig von Heneek behandelt. Die Grundidee ist schön, dass sich zwei Kulturen ergänzen können, aber dann hätte es die Alternative Draylon II nicht geben dürfen und es hätte ein überzeugender Grund zur Besiedlung von Bajor vorliegen müssen.

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  5. CptCalhoun

    Höre gerade eure aktuelle Folge und bin gerade bei dem Part wo ihr beiden über die Expositionsbombe Dominion sprecht. Und wollte meine Gedanken dazu gleich los werden. Für mich macht diese Handlung des Dominions nämlich auch rückblickend durchaus Sinn. Achtung ab jetzt mögliche Spoiler für die Zukunft von Deep Space Nine.

    _Spoiler-
    Wir wissen, dass die Gründer von Beginn an sehr gut über die Föderation und den Alfaquadranten informiert waren und bereits ja auch zu Beginn die Völker dort unterwandert haben. Welche bessere Gelegenheit für eine Gruppe Gestaltwandler einen fremden Quadranten zu infiltrieren bietet den eine Fluchtbewegung von 3 Millionen Flüchtlingen. Da noch niemand weiß, das es sich hier um Gestaltwandler handelt, ist es doch so easy möglich an allen Scannern vorbei zu kommen. Gerade weil wegen der schieren Masse Leute unvorsichtig werden und dich einfach so durchwinken. Und zwar gerade vor allem wenn die männlichen Vertreter dieser Spezies nicht gerade die hellsten Sonnen im Universum zu sein scheinen. Und das sogar wahrscheinlich soweit ohne das Odo was mitbekommt. Außerdem ist dies auch für das Dominion ein erste Abtasten wie die Föderation mit so einer Krise aus dem Quamaqadranten umgeht. Für diese Theorie spricht auch das wir von diesen mächtigen tollen Unterdrückervolk später nie wieder was hören. Da stellt sich die Frage warum das Dominion die ausgerechnet jetzt angreift und diese Fluchtbewegung auslöst und zulässt.
    -Spoiler Ende-

    Alles weitere poste ich dann noch wenn ich die Folge fertig gehört habe.

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  6. Maestro84

    Das Kernproblem der Folge ist, dass es eigentlich kein Kernproblem gibt. Ich kann die Warte der Bajoraner voll und ganz verstehen, immerhin gibt es dort massig Probleme und wenn die Cardassianer eine Region verwüstet haben, dann dürfte da auch erstmal kaum ein Kraut wachsen. Da wäre die Föderation gefragt, die ja aber auch direkt eine perfekte Welt gefunden hat, die zufälligerweise keine Sau beansprucht. Dort können die Skreaner, mit Hilfe der Föderation, eine heimelige Welt für sich aufbauen.

    Natürlich bemerken wir auch die Unterschied zu TNG. Da hätte der John als der edle Weiße, der eh Alles besser weiß, gesagt, dass die Sache schon passt und es hätte geschicket. Aber bei DS9 ticken die Uhren halt anders.

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  7. Max

    Ich finde die Folge eigentlich ganz okay. Die Probleme sehe ich auch großteils nicht.

    Die Föderation hat einen Planeten für die Skreaner gefunden, aus Gründen über die wir Zuseher nur wild spekulieren können wollen die aber auf dem viel schlechter geeigneten Bajor siedeln.
    Das es auf Bajor eine nicht unerhebliche Zahl von Nationalisten gibt haben wir ja in dem Dreiteiler zu beginn der Staffel gesehen. Selbst wenn jetzt wieder gemäßigtere Kräfte an der Macht sind, werden die sich nicht ohne große Not so ein politisches Pulverfass aufbürden. Und diese Not gibt es eben nicht, da Alternativen.

    Wenn man nicht versucht zu viel in die Folge zu hineininterpretieren ist es zumindest für mich ein Daumen zur Mitte, natürlich kann man eine Geschichte von den „bösen undankbaren Flüchtlingen“ oder von den „nationalistischen Bajoranern“ lesen, aber für mich ist es einfach nur ein mittelmäßig bis schlechtes Drehbuch.

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  8. Dede

    Mit Zähneknirschen habe ich dieser Folge zugehört. Diese DS9-Episode ist mir beim ersten Gucken, damals, schon so richtig auf den Sack gegangen. Ich wußte nur nie genau warum.

  9. Joe

    Hätten die Bajoraner ihren bewohnbaren Mond in Progress bzw. Mulliboks Mond nicht verwüstet wäre das doch ein guter Kompromiss als Heinat gewesen. 😄
    Ich fand die Skreeja immer sehr undankbar, eben weil ihnen ein toller Planet angeboten wird und sie nur wegen ihrer religiösen Überzeugungen nach Bajor wollen. Vor allem, dass Kira am Ende vorgeworfen wird „Und ich dachte sie wären meine Freundin“. Kira hat sich ja sogar dafür eingesetzt, aber es war nicht ihre Entscheidung.
    Die Bajoranische Regierung hat wirklich gute Argumente, vor allem weil der Alternativplanet viel besser ist. Die Entscheidung wird ja nicht aufgrund von Vorurteilen oder Fremdenfeindlichkeit gefasst. Sehr schade, hier wurde Potential verschenkt, ein echtes heißes Eisen anzufassen und zu behandeln.

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  10. Roger, over

    Ich komme zu ähnlichen Folgerungen bezüglich der Story, wie ihr sie gemacht hattet.

    Ich möchte noch einen anderen Aspekt einbringen.

    Wir Menschen sind genetisch betrachtet eine Familie und haben weit zurück gleiche Vorfahren. Man könnte jede reale Flüchtlingsdiskussion also auch unter dem Aspekt betrachten, ob wir bereit sind (weit) entfernte Cousins und Cousinen aufzunehmen. Zudem kommt hinzu, dass wir Europäer/innen ja das Produkt von verschiedenen Einwanderungswellen sind – mit Beginn der ersten Jäger und Sammlern. Also eigentlich ist Einwanderung nichts Neues. Wir Europäer/innen sind alles Mischlinge (auch aus Vorfahren, von Personen, die nun zu uns flüchten). Deshalb hinkt auch hier etwas ein allfälliger beabsichtigter Vergleich der Autoren mit unseren Situationen auf mehreren Ebenen

    Eine Geschichte analog mit den Vulkaniern und den Romulanern wäre unter diesem Aspekt vielleicht passender (ich glaube mich zu erinnern, dass die Romulaner ursprünglich von Vulkan kommen).

    Die Bajoraner und die Skrreea sind ja zwei verschiedene Spezies. Hier kommt ein Aspekt rein, den wir so gar nicht haben. Und selbst wenn Neandertaler (oder eine andere Art aus der Gattung Homo) aus dem endlich entdeckten Atlantis 🙂 kommen würden, wäre die Situation immer noch nicht ganz vergleichbar.

    Aber ja, der Umgang mit Rassismus und auf einer anderen Ebene allgemein mit Geflüchteten finde ich spannend – leider finde ich es eben in dieser Folge nicht so gelungen.

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  11. Mister Incredible

    Das Titelbild auf TAD triggerte in mir den Gedanken „Och, nee… jetzt kommt diese schmollende Tante mit dem aufgeklappten Klodeckel aufm Kopp.“ Danke für dieses Sezieren der Episode unter dem Mikroskop, denn nun weiß ich besser warum sie mir nicht schmeckt, sie fühlte sich schon beim ersten Mal „irgendwie falsch“ an. Das kommt wohl davon, dass Charaktere irrational agieren und seltsame Dinge sagen, die ich nicht nachvollziehen kann.

    „Die Wissenschaft braucht keine Religion“. Dieser Satz stammt nicht von mir. Allein Messwerte, Experimente und die Reproduzierbarkeit von Resultaten zählen. Dass Raumfahrt auch im 24. Jahrhundert angewandte Wissenschaft ist, zeigt das allgegenwärtige Technobabble eindrücklich und da Naturgesetze immer und überall gelten, frage ich mich, auf welcher religiös-fanatischen Grundlage da ständig ganze Völker in wallenden Gewändern auf der Suche nach dem Garten Eden durch die Galaxie irrlichtern. Ja, auch ich verstehe, dass Star Trek nur menschliches Leben auf der Erde spiegeln soll. Aber die biblische Kelly Family auf Pilgerfahrt im 24. Jahrhundert? Hmmm…

    Drei Millionen sind weniger als in Berlin leben. Die Individuenzahl des Homo Sapiens überstieg für viele Jahrtausende kaum die Million. Aber das war VOR der Industrialisierung. Eine raumfahrende Gesellschaft braucht mehr… das zeigt schon die Zahl der Involvierten beim Apollo-Programm, und das schaffte nur ein paar Nasen für ein paar Stunden kurz vor unsere kosmische Haustür. Unwahrscheinlich, dass eine Warp-Zivilisation bei 3 Millionen Individuen verharrt. Raumfahrt, Kultur und jeder nicht lebensnotwendige „Luxus“ kann immer nur durch jene Gesellschaften bereit gestellt werden, die ihre Grundbedürfnisse locker befriedigen können und darüber hinaus freie Kapazitäten on top haben. „We are Farmers“ … soso, und wer zum Teufel hat Euch dann industrialisiert? Unwahrscheinlich, dass „Aufklärung“ nicht zu Atheismus und mehr Individualität führt, das Brett vorm Kopf (auf dem Kopf) nicht weg reißt. Noch unwahrscheinlicher, dass ein 3-Millionen-Volk von „Bauern“ über eine so große Raumflotte verfügt um alle 3 Millionen transportieren zu können. Unwahrscheinlich, dass die Dominion so viele alte Mühlen zu verschenken hatten. Wer fliegt denn die Dinger eigentlich? The farmers themselves? Für ein Patriot Raketenabwehrsystem muss man ein Jahr lang üben, aber interstellare Navigation kann jeder Kürbispflücker?Und unwahrscheinlich, dass alle dasselbe Ziel haben. Die Europäischen Auswanderer hatten auch sehr unterschiedliche Ziele, nicht nur die USA.

    Das Patriarchat einfach umzudrehen, das haben wir doch in Form von „Lady Leaders“ schon mal gesehen. Aber selbst in männlich dominierten Stammesgesellschaften der Erde sind Frauen nie auf so depperte Randrollen reduziert wie wir es hier bei den nichtsnutzigen Kerls sehen. War mir doch allzu klischeehaft und „auf elf gedreht“ um mal einen Lüdenscheidismus zu verwenden. („über Tisch und Bänke“ hätte noch gefehlt.) Immerhin wurde einmal die Kapazität von DS9 benannt, 7.000 – oder hatten wir das schon mal zuvor gehört?

    Wieder einmal sah ich ein oft beobachtetes Phänomen bestätigt: je oller die Episode, desto doller die Besprechung. Was hab ich gelacht. Sebastians Phantasien zur alienseker Nahrungsaufnahme (Bifi in den Bleistiftanspitzer) haben das Zeug zum Meme.

    Danke für die wunderbare Konstante namens TAD auch in diesem Jahr! Ein Frohes, Gesundes und hoffentlich Friedvolleres 2023 für Euch alle!

  12. Daniel

    Endlich mal wieder eine Folge, wo ich grundsätzlich anderer Meinung bin als die beiden Herren Podcaster. Herrlich! 😉

    Eines vorneweg: Ich bin mir nicht sicher, ob meine Interpretation der Folge genau der Intention der Macher entspricht. Das ist mir aber auch egal, denn selbst wenn die Schreiber etwas völlig anderes darstellen wollten zählt für mich nur das Ergebnis, nämlich so wie die Folge bei mir ankommt. Und für mich will diese Folge in erster Linie aufzeigen, das es Konflikte/Fragen/Dilemma gibt, bei der keiner der möglichen Lösungswege alle Seiten gleichermaßen zufrieden stellt. Die Kernaussage der Folge ist für mich: Es gibt Situationen, da ist ein Win-Win nicht möglich und egal wie man sich entscheidet … eine Seite wird zwangsläufig enttäuscht den Kürzeren ziehen.

    Für mich ist der Realbezug ganz klar der zum Nahost-Konflikt und zumindest das muss eigentlich auch beabsichtigt gewesen sein, dafür sind die Ähnlichkeiten viel zu deutlich. Auf der einen Seite haben wir hier ein Volk, was einer Terrorherrschaft entkommen ist und auf Grundlage ihrer tiefverwurzelten Religion das ihnen von Gott (oder wie auch immer sie ihr übernatürliches Wesen nennen) versprochene „heilige Land“ sucht und in Form von Bajor auch findet. (Also hier war das Volk Israels zumindest die Grundlage der Inspiration.)

    Auf der anderen Seite hat man das Volk, das gerade aus einer langjährigen Besatzungszeit heraus die eigene Gesellschaft wieder aufbauen will und bei denen ebenfalls die Religion zum identitätsstiftenden Kern der Gesellschaft gehört. Das kann man zumindest plausibel auf die jahrzehntelange Kolonialbesatzung der arabischen Welt vornehmlich durch Frankreich und England beziehen.

    Und auch dass der beanspruchte Subkontinent auf Bajor aktuell eher unfruchtbares Gebiet zu sein scheint, ist sehr mit den lokalen Gegebenheiten im Nahen Osten vergleichbar. Aufgrund der tiefen religiösen Bedeutung dieses Ortes ist es den Juden (oder hier analog die fremde Spezies) völlig egal wie die Lebensumstände sind … sie wollen nur dort leben und egal wie hart es werden würde: Sie wären glücklich.

    Natürlich ist die Lösung, die Cisco und der Rest den Fremden anbietet auf den ersten (und auch auf dem zweiten und dritten) Blick viel logischer weil objektiv besser. Aber, und das ist der Casus Knacksus, sowohl in DS9 als auch in der realen Welt: Religion ist eben nicht logisch und religiöse Ansichten können nicht logisch begründet werden.

    Und da es, wie wir wissen, auf Bajor religiös-nationale Extremisten gibt, und diese auch bei den Fremden, symbolisiert durch die drei Jugendlichen am Ende der Folge, existieren, kann hier keine Entscheidung getroffen werden, die alle Seiten zufrieden stellt.

    Entscheidung pro Bajor: Fremde religiös happy, Bajoraner noch ein Problem mehr als ohnehin schon
    Entscheidung gegen Bajor: Bajoraner zufrieden, Fremde ihres religiösen Zentrums beraubt

    Und in meinen Augen zeigt die Folge diesen Zwiespalt sehr gut. In meiner Lesart stellt sich die Folge nie auf eine der beiden Seiten in dem Sinne: Das wäre die gute und das andere wäre die schlechte Entscheidung. Sondern sie beleuchtet beide Seiten, lässt beiden Seiten in etwa denselben Raum und deutet mit ihren Nebenhandlungen schon mal an, zu welchen Problemen es kommen wenn, wenn Entscheidung A oder B gewinnt.

    Und genau für dieses Dilemma, das eine Entscheidung getroffen werden muss, die, egal wie sie ausfällt, immer nur zu 50% gut sein kann, steht auch das letzte Bild der Folge … die depremierte Kira an der Luftschleuse, die im tiefsten Inneren weiß, dass die Entscheidung gut war, die aber aufgrund ihrer eigenen Religiosität vollstes Verständnis und Mitgefühl für die Fremden hat.

    Ich hoffe das war jetzt nicht zu wirr, aber ich musste mir das direkt nach dem Anhören der Folge aus meinem Hirn schreiben. 😉

    Grüße aus Erfurt gehen nach Nürnberg und Lüdenscheid
    Guten Rutsch,
    Frohes Neues
    und auf ein tolles neues TaD-Jahr!

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    1. Lisa

      Lieber Daniel, vielen Dank, dass Du die Worte gefunden und hier hin geschrieben hast, nach denen ich auch nach dem Hören des Podcasts suchte, die mir aber gefehlt haben. Ich schließe mich Deiner Meinung an. also: Was Daniel sagt! 🙂

    2. Sebastian

      Hallo Daniel,

      danke für den Kommentar! Ich wünschte wirklich, ich hätte die Folge gesehen, die Du beschreibst. Die Folge, in der die Bajor-Sehnsucht der Skrreeaner mit tiefer religiöser Bedeutung plausibel und einfühlsam rübergebracht wird – und weniger als fixe Idee einer einzelnen, dickköpfigen Haneek. Das hätte mir sehr gefallen!

      Sich eine solche Parallele vorzunehmen ist schon wirklich gut, nur dann müssen mich auch Drehbuch und Inszenierung auf diese Seite „holen“. Freut mich aber, dass es für Dich deutlich besser funktioniert.

      Komm auch Du gut ins neue Jahr,
      Sebastian

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  13. Lisa

    Also ich mag die Folge irgendwie! Ich sehe sie einerseits in der Themen-Tradition von TNG, wo ethisch-moralische Dilemmata ohne Ende gewälzt wurden und am Ende immer eine Lösung gefunden wurde, mit der man sein Gewissen ganz gut zur Ruhe legen konnte, weil ein ganz guter Kompromiss gefunden wurde bzw. die Ethik hochgehalten wurde (hier: Ansiedlung der Skreea auf Dralon).

    Andererseits schlägt hier DS9 einen ganz eigenen Pflock ein, wie hier in dieser Serie Geschichten erzählt werden wollen. Die Folge steht in meinen Augen in inhaltlichem Zusammenhang mit der bezaubernden Folge „Destiny/Trekors Prophezeiung“ aus der 3. Staffel. Dort sind es einige Bajoraner, die eine alte Schrift auf ein aktuelles Ereignis anwenden. Dann geht’s weiter mit „Accession/Die Übernahme“ in der 4. Staffel, wo ein alter Bajoraner aus dem Wurmloch kommt und die Gesellschaft wieder auf den Pfad führen möchte, der angeblich im Sinne der Propheten sei. Beides läuft nicht ganz konfliktfrei.

    Was ich sagen will: Hier wird das Hirn schon mal aufgewärmt für Fragen, die später grösser gewälzt werden und meist mit ambivalenteren Schlussakten versehen werden, die „das grosse Ganze“ nicht lösen bzw. harmonisieren (weil dieses echt mega-kompliziert ist). Mir gefällt das ganz gut!

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    1. Sebastian

      Hallo Lisa,

      danke für Deinen Kommentar, bei dem ich wirklich sehr gern anknüpfen würde… aber erst demnächst kann, denn die von Dir genannten Folgen kommen erst noch – no TaD spoilers!

      Komm gut ins neue Jahr,
      Sebastian

      1. Lisa

        Es bleibt spannend! 😄 hier und heute gibt’s von mir schon mal die Einschalt-Garantie.

  14. BjoernHH

    Mir ging es am Beginn auch so:

    So, was schauen wir denn diese Woche? Aha, DS9 ist dran. Hmm, Sanctuary. Was war das denn noch? Auf deutsch „Auge des Universums“, hm, da klingelt immer noch nix.
    Aber als nach ein paar Minuten die rothaarige Spoilerfrisur auf die OPS gebeamt wird, klickt es im Kopf: Ach, diiiie Folge!

  15. n

    Ich hatte bei der Episode ein arges Störgefühl bei rewatches. Danke fürs Ausbuchstabieren, woher das kam.

    Ein witziges Detail habt ihr leider nicht angesprochen. Während Nog beim Konstabler auf der Wache sitzt, guckt er sich die Liste der gesuchten Straftäter an. Die Szene soll vmtl. vermitteln, dass er häufiger da sitzt, weil er einen neuen entdeckt. Niemand geringeren als „Plix Tixiplik“, den wir schon mal in TNG gesehen haben 🙂
    https://memory-alpha.fandom.com/wiki/Plix_Tixiplik

    Dessen Foto hatte man aus einem continuity-Polaroid noch über:
    https://memory-alpha.fandom.com/wiki/Reegrunion

    Schönes Detail 🙂

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  16. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!

    Endlich ist der größte Stress vorbei und ich kann mich wieder den angenehmen Dingen widmen, wie z.B. eurem Podcast.

    Und das ist hier ja wieder extra starker politischer Tobak, den Star Trek uns hier serviert, mit der ganzen, immer wieder aktuellen Flüchtlingsproblematik. Für mich kam das jetzt im großen und ganzen realistisch rüber.

    Die Skreeaner selbst sind ja erst mal die typischen Ausländer. Sie sehen anders aus, haben eine andere Sprache und eine andere Kultur. Hier ist es vielleicht etwas dick aufgetragen mit dieser typischen Macho-Kultur, nur unter anderen Vorzeichen. Da fehlt nur noch, dass sich die Männer verschleiern müssen. Aber das ist ja auch nicht neu, nicht in der SF und nicht in Star Trek.

    Und dann kam die Szene im Replimaten, die ihr so kritisiert habt. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Junge es gewohnt war, sich Reste anderer schnappen zu müssen, um zu überleben. Dass er jetzt jederzeit etwas aus dem Replikator ziehen könnte war wohl noch nicht in seinem Bewusstsein gespeichert. So wird jemand aus einer anderen Kultur, mit anderen Maßstäben, wahrscheinlich traumatisiert, leicht als „dumm“ abgestempelt.

    Ja, und diese Flüchtlinge haben jetzt ein Ziel. Nicht das, wo man sie gerne hin haben will, sondern das, wovon sie glauben, dass es das richtige ist. Hier gebe ich euch absolut recht, das Problem wäre deutlicher gewesen, hätte man sie auf einen unwirtlichen Mond abschieben wollen. Aber das Bajor nach Jahren und Jahrzehnten der Besatzung keine Willkommenskultur hat, das verstehe ich eher als bei einigen Ländern der heutigen Zeit. Wie auch immer, auch Flüchtlinge sind beileibe nicht immer vernünftig, gut und dankbar, und auch das ist realistisch.

    Warum die Föderation sich nicht stärker mit Technik engagiert? Entweder sind die Ressourcen doch nicht so unendlich, oder man befürchtet, dass die Technik missbraucht wird, dass die Leute es sich, sagen wir mal, in der technischen Hängematte bequem machen würden. Oder dass die Geräte auf dem Schwarzmarkt landen würden.

    Quark und die Bajoraner dürfen bei dem allen schlechte Charakterzüge zeigen, ohne der Roddenberry- Philosophie zu widersprechen, denn sie gehören nicht zur Föderation.

    Daß man sein Essen an anderer Stelle reinschieben kann, das gab es übrigens schon bei den Mondbewohnern, ich weiß nur nicht mehr, ob bei Lukian, de Bergerac oder Münchhausen. Die konnten sich das Essen für eine ganze Woche in eine Tasche am Bauch schieben, um Zeit zu sparen.

  17. René

    Guten Abend,

    ich komme eben auf den schmalen Gedanken, dass bei der Entwicklung der Kazon in VOY sich jemand an die Skreeaner erinnert hat.

    Beides sind Vertriebene. Sie sehen irgendwie „natürlich ungepflegt“ aus. Und beide sprangen einer Eroberermacht von der Schippe. Die Skreeaner dem Dominion, weil sie evtl. zu klein und zu unbedeutend waren. Die Kazon den Borg, weil sie denen einfach zu blöd waren um sie zu assimilieren. Haste? Verstehste?

    Grüße an alle
    René

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