#292: Attached (TNG 7.08)

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8. November 1993:
Nach einem üppigen Croissant-Frühstück fühlen sich Beverly und Jean gar nicht mulmig, als sie auf den ungeeinten Föderations-Anwärterplaneten Kesprytt III hinunterbeamen. Doch Zack, sind sie weg. Aus einer Entführung wird ein Knastaufenthalt wird eine Flucht in Ketten wird eine telepathische Annäherung wider Willen wird möglicherweise die Erfüllung der Träume aller Shipperinnen und Shipper.

In Deutschland: Kontakte, ausgestrahlt am 13. Juni 1994.

Dieser Beitrag hat 29 Kommentare

  1. Asterix

    Moin aus Hamburg,
    eine schöne Folgen Besprechung. Ich liebe Filmfehler. Danke für die viele Arbeit.
    Die Gedanken Geschichte ist toll. Ich habe nur eine Frage die mich verwundert und ratlos macht. Warum wurden die beiden nicht verrückt? Ich wäre wahrscheinlich verrückt geworden wenn ich die Gefühle und Gedanken des anderen gehört hätte.

    Mfg Asterix

    1. Swente

      Hallo Asterix, ich schätze mal, das funktioniert nicht in dem Sinne, dass man eine andere Stimme im Kopf hat, die herumplappert, sondern eher so, dass sich das so anfühlt, als fallen die Gedanken dem eigenen Gehirn ein. Genauso die Empfindungen. Der Verstand schafft es dann aber nach einiger Zeit zu unterscheiden, was fremd ist und was nicht. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass sowas eine multiple Persönlichkeitsstörung auslösen kann, insofern ist die Angst vorm verrückt werden berechtigt. Das muss davon mal abgesehen aber such total ermüdent sein…

  2. Swente

    Hallo liebe TaD Gemeinde,

    ich war tatsächlich sehr gespannt auf diese Besprechung. Ich erinnere mich noch an irgendein Star Trek Special von TV Movie oder so, indem es 1994 kleine Teaserberichte zur Staffel 7 gab. Bei dieser Folge stürzte dich der Autor damals recht süffisant auf das „why did you never tell me, that you where in love with me“ Zitat. Ich war dementsprechend damals zwar sehr gespannt auf die Folge, fand sie in meiner Jugend aber auch eher mittelmäßig.
    Beim rewatch in den letzten Jahren wurde mir dann aber auch erst klar, was für eine erwachsene und glaubwürdige Geschichte über menschliche Gefühle das hier ist. Das Lagerfeuergespräch zwischen beiden war meiner Ansicht nach grandios gespielt. Auch, dass es in der Konsequenz jetzt nicht zu einem romantisch verklärten happy end gekommen ist, fand ich perfekt. Während der Jean, der sich nun endlich geöffnet hatte (quasi gezwungen wurde, dieses Gespräch endlich zu führen) von der Erinnerung an alte Gefühle ein bisschen übermannt wurde, hatte Beverley diese Ebene lange losgelassen und konnte und wollte nicht mehr zurück. Das war für mich das glaubwürdigste Ende. Eine tolle, menschliche Folge. Und Bonus: Der Bill konnte richtig glänzen. Daumen hoch.

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  3. Bridge66

    Hallo Jungs,

    Ihr habt da einen interessanten Punkt aufgebracht: Inwiefern war die Situation zwischen Picard und Beverly anders als zwischen Picard und Neela? Korrigiert mich, wenn ich die Details nicht alle auf dem Zettel habe, aber ich reime mir das so zusammen:
    Beverly hatte ihre Versetzung auf die Enterprise unter Picards Kommando selbst beantragt. Er wollte sie nicht auf seinem Schiff haben, konnte aber nichts dagegen machen. Während ihrer mehrjährigen Zusammenarbeit ist Beverly durchaus ein paarmal in Gefahr geraten, aber Picard könnte nicht zugeben, dass er Gefühle für sie hat, und sie bitten zu gehen. Also mußte er wohl oder übel lernen, damit zu leben.
    Bei Neela Darren waren die Gefühle frisch, er hatte sich Hals über Kopf in sie verknallt. Deshalb hatte es ihn vielleicht härter getroffen, als er sie für tot halten mußte. Zwei sind zuviel, Darren konnte er bitten, ihre Versetzung zu beantragen, Beverly nicht. Ergibt das Sinn?

    Leider muss ich sagen, daß solche Charakterfolgen zwar durchaus interessant sind, aber an dieser Stelle in der Serie kommen sie einfach zu spät. Außerdem lag wohl für das angepeilte Zielpublikum der Fokus mehr auf Action als auf Gefühle.

    Die Kes und die Prytt, die waren ja wohl ein Witz. Warum wollten die einen nochmal in die Föderation? Das erinnert mich an gewisse EU-Mitgliedsstaaten, die zwar gerne die Vorteile der Gemeinschaft in Anspruch nehmen, es aber mit ihren Pflichten nicht so genau nehmen.

    Mein Fazit: Mehr als den Daumen quer kann ich nicht geben.

    LL&P
    Eure Bridge

  4. Bridge66

    Nachtrag der Bordhistorikerin:

    Was wäre passiert, wenn Australien der Regierung der Vereinten Erde nicht beigetreten wäre? Man kann da nur spekulieren, aber die Ereignisse in Star Trek: Enterprise lassen mich vermuten, daß es dann wohl eher später als früher zur Gründung der Föderation gekommen wäre, denn gerade die Erde war ja die treibende Kraft dahinter.
    Anfang der 90er hatten die Autoren die Geschichte der Föderation noch nicht so weit ausgearbeitet.

    Bridge

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  5. TFlb

    51:55 Die Szene in der sich Riker und Crusher spiegeln, ist aus „Die Sünden des Vaters“ recycelt. Dort stehen beide vor dem Display. (https://tng.trekcore.com/hd/albums/3×17/sinsofthefather_hd_307.jpg) Man hat hier nur den Bildschirmausschnitt mit der Ministerin eingefügt und in Schleife laufen lassen. (https://tng.trekcore.com/hd/albums/3×17/sinsofthefather_hd_306.jpg). Aufgrund der Farbabstimmung sieht man Crusher ausgerechnet in der Blu-ray-Fassung nicht mehr in der Episode in der sie dort wirklich steht.
    Aber in der DVD-Fassung kann man es noch gut erkennen. (https://tng.trekcore.com/gallery/albums/s3/3×17/sinsofthefather207.jpg und https://tng.trekcore.com/gallery/albums/s7/7×08/attached102.jpg)

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    1. Sebastian

      Danke Dir fürs Aufklären! Allerdings hab ich auch die Blu-ray angeschaut und konnte Beverly sehr gut erkennen. Das mag aber an der generellen, eher „besonderen“ Kontrasteinstellung meines Fernsehers liegen, denn ich sehe auf ihm auch in The Mind’s Eye viel deutlicher als auf anderen Geräten, dass die schattenhafte Romulanerin Sela nur von Denise Crosby gesprochen, aber noch nicht verkörpert wird.

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      1. TFlb

        In dieser(!) Episode sieht man es auch, nur in der Ursprungsfolge Die Sünden der Väter sieht man es auf Blu-ray nicht mehr.

  6. TFlb

    1:26:50 Nein, das kommt hier nicht das erste mal vor, sondern schon im Pilotfilm (ca. nach 1h16min). Dort eiert Picard erst ziemlich herum und fragt dann, ob Crusher sich nicht doch lieber wieder gehen wolle. Er befürworte ihre Versetzung, weil die Zusammenarbeit mit ihm (Picard) sie an eine Tragödie erinnern würde. Erst als sie ihm sagt, sie habe darum gebeten, schwenkt er um und begrüßt sie an Bord. (Sonst hätte er damals schon gestehen müssen, dass es für ihn ein Problem war und er hier nur versucht es herumzudrehen.) So gesehen hat sie damals das Machtwort gesprochen.

    Die Szene taucht allerdings nur in der Film-Fassung auf und nicht in der zweiteiligen Fassung, die man lange Zeit in Deutschland ausschließlich sah.

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  7. René

    Hallo zusammen,

    ihr wollt wissen, welches Gedankenzwiegespräch Beverly und Jean im Beisein von Riker führen? Seid nicht enttäuscht, es ist unfassbar banal…

    Beverly denkt: „Der Jean müsste jetzt unbedingt mal auf die Krankenstation. Der hat die ganze Nacht mit seine Pläte nur eine Handbreit weg vom Lagerfeuer geschlafen und jetzt ist er da oben ganz rot und runzelig…“
    Jean hört die die Gedanken, lacht, und antwortet: „Natürlich! Sicher! Ja, da haben Sie absolut Recht.“

    Soviel dazu.

    Schönen Abend noch und Grße an alle!

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  8. Roger

    Hallo zusammen

    Wie einige andere Episoden der 7. Staffel gefiel auch die mir immer von Anfang an immer und ich schaute die bei jedem Rewatch überaus gerne.

    Dabei finde ich die Szenen auf der Enterprise mit Bill und Worf mindestens so interessant wie die Handlung auf dem Planeten.

    Wie ich an anderer Stelle schon mal geschrieben habe, würde man heute die Beziehung Picard-Crusher wohl von Anfang an eher so anlegen, dass die beiden definitiv fix zusammen waren (evtl. auch verheiratet waren) und sich auf der Enterprise wieder begegnen und mit diese Umstand umgehen müssen (also das, was „The Orville“ mit dem Captainen und seiner 1. Offizierin heute macht). Aber so weit war man damals noch nicht.

    Aus Schweizer Perspektive zu ergänzen: Macht euch keine Sorgen wegen Australien. Ich vermute (leider) eher, dass WIR die letzten sein werden in der Weltregierung (etwa so, wie unser UNO-Beitritt erst 2002 endlich mal geklappt hat) und sich dann diejenigen meiner Landsleute, welche das immer noch nicht schlucken wollen, schmollend in die Täler am Gotthard zurückziehen werden… 😉

    Ich freue mich echt sehr auf die kommenden Besprechungen der 7. Staffel wie „Ronin“, „The Pegasus“ oder „Genesis“ 🙂 Weiter so!

    Lg Roger

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    1. Marco Kurt

      „Genesis“ ist eine meiner beiden Lieblingsfolgen der siebten Staffel von Star Trek: The Next Generation. Die andere ist „Parallelen“.

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  9. Mr.T.Scz

    Filmfehler sind immer witzig. Mir ist auch noch einer aufgefallen. Bzw. kein richtiger Fehler, eher ein interessante Beobachtung. Als Beverly den Abhang „runtertanzt“ ist es nicht verwunderlich, dass sie das so gut hinbekommt. Denn in einer Einstellung kann man sehen, dass die Schuhe, die sie trägt, Fußballschuhen mit einer richtig amtlichen Stollensohle gleich kommen. Kein Wunder, dass die Enterprise D überall mit Teppich ausgelegt ist, wenn die Schuhe der Crew so lange Stollen haben. Oder es waren ihre Außeneinsatz-Schuhe. Aber auch dann eine komische Sohlenwahl.

    Und um mal eine verlorengegangene Tradition eurer Besprechungen auszupacken: Mein „Satz der Woche“ aus eurer Besprechung (nicht aus der Folge) ist ganz klar Simons – garantiert nicht doppeldeutig gemeinte – Bemerkung über Jeans Seelenleben: „Der will halt das Loch stopfen, so wie wir alle doch nur das Loch stopfen wollen.“ (oder so ähnlich, es gilt das gesprochene Wort) Habe herzlich gelacht.

    Hab mich über die beiden Daumen rauf gefreut, habe die Folge auch immer als gut empfunden. Gerade weil die Charakter-Entwicklung so stark ist. Ja, schnell, vielleicht zu schnell. Aber das Setting ist einfach passend in dieser Folge. Genau, wie Swente schreibt, für Jean war das alles sehr plötzlich und daher auch sehr schnell.

  10. Barash

    Als Jean Beverly mit dem Verweis auf das Holodeck beruhigen will, bevor es an den Aufstieg geht, habe ich mich gefragt, wieso er nicht Celtris III erwähnt, da hat man sich immerhin die Mutter aller Abgründe heruntergehangelt.

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    1. Bridge66

      hallo, Barash,

      ich denke, der Jean möchte lieber nicht an Celtris III erinnert werden.

      Bridge

  11. BjoernHH

    Meine Lieblingsszene war die cool durchgeführte Entführung der Prytt-Chefin. Da wird nix erklärt, Riker nickt Worf nur zu und sagt dann: So, dann lasst uns mal rübergehen in die Lounge, da wartet schon jemand. Sehr lässig inszeniert und nicht so wie sonst in allen Einzelheiten erklärt.

    Und am Ende pustet Picard die Flamme der Leidenschaft aus und steht im Dunkeln. Sehr symbolisch. Aber es spricht ja nichts dagegen, die Kerze wieder anzuzünden.

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  12. stef baura s

    hallo Ihr beiden,
    lieben Dank für Eure Besprechung.

    Auch so eine Folge, die ich lange nicht gesehen habe.
    Der Rewatch war diesmal deutlich erfreulicher als das Ferengigenuschel von letzter Woche.

    Hatte das als übelste Schnulze in Erinnerung, wenn die beiden ihre Gedanken lesen können, aber war gar nicht so schlimm, sondern, wie ihr ja auch schön rausschält in Teilen echt unterhaltsam.

    Zu der Kleidung am Schluss sei noch gesagt, so absurd das Gewand von Beverly auch ist, Fates McGadden hat sensationell schöne Beine in der Strumpfhose.

    Ich würde ja zu gerne mal einen Tanzausschnitt vom Broadway mit ihr sehen. Gibt es sowas irgendwo in den finsteren Ecken des Netzes?

    1. Michael from Outer Space

      Fates McGadden 😅

    2. Sebastian

      Dichael Morn!
      (Kann den jemand bauen, der Photoshop beherrscht?)

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        1. Michael from Outer Space

          Sieht finde ich aus, als ob er eine Art Latex-Helm tragen würde. Dichael Morns Mundpartie wirkt, als ob er einen langen Latex-Schnurrbart hätte, der zu beiden Seiten herunterhängt. Er erinnert mich auch etwas an Hagrid aus Harry Potter, weil dessen Gesicht von seiner dichten, schwarzen Haarpracht umgeben ist.

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  13. Michael from Outer Space

    Hallo,

    Simon & Sebastian haben meine Kritikpunkte an der Folge schon herausgearbeitet. Ich erkenne bei „Attached“ ein Muster, das auch in „Captain’s Holiday“, „Lessons“, „Melora“ und in „The Defiant Ones“ angewendet wird: zwei Charaktere geraten in eine außergewöhnliche Lage/Extremsituation, müssen damit klarkommen/sich befreien und finden so auf die eine oder andere Weise zueinander. Dieses Prinzip ist an sich nicht schlecht, auf diese Art können hervorragende Geschichten erzählt werden.

    Manchmal stört es mich aber, weil z. B. Star Trek zeigt, wie es anders und z. T. besser geht. Als Beispiel nenne ich (SPOILER-FREI) eine DS9-Figur, die von einem langen zurückliegenden Ereignis, an dem sie keine Schuld trägt, eingeholt wird und dadurch eine unerwartete Veränderung erlebt, die sie für den Rest der Serie in einem anderen Licht erscheinen lässt. Da wird niemand gefangengenommen und es gibt keine bösen Aliens oder verrückte Technologien (zumindest keine, die wir nicht schon mal in ähnlicher Form gesehen hätten).

    Warum muss „Attached“ wieder eine Action-Abenteuer-Folge sein? Ich habe nichts gegen Action-Abenteuer, aber das hatten wir vor ein paar Wochen schon in „Gambit“. Ich hätte es jedenfalls bevorzugt, wenn Bev & Jean in einer „unspektakulären“ Alltagssituation ins Gespräch gekommen wären und sich über ihre Gefühle ausgetauscht hätten.

    LL&P
    Michael from Outer Space

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    1. Mister Incredible

      Moin zusammen,
      dass man die recht tiefgründige Beziehungskiste in dieses ausgelutschte Zwei-Fraktionen-Brötchen pressen musste, fand ich schade. Die zum gefühlt tausendstan Mal herausgekramte Höhlenkulisse, mit Flammenwerfern und Felsentür wirkte geradezu selbstironisch, als wolle sich Star Trek selbst auf die Schippe nehmen. Da dachte ich noch „wie kann der bloß die gute Jacke wegschmeißen, wenn er nicht weiß wie das Wetter draußen ist und der Tricorder das einzige Ausrüstunfsteil ist?“ Gut spielte die universelle Schlumpfkapuzenanführerin, fand ich. Und der Bill in seiner Genervtheit war super mit „take that junk with you“, hihi. Das leichtfüßige Hinabtänzeln McFaddens war mir auch aufgefallen, jedoch nicht die Stollenpumps. Darauf einen Cresley Wusher.

      Schon irgendwie verwunderlich, dass man Außenaufnahmen finanzierte, wo es doch eher ein Beziehungsplot werden sollte. Schade, dass der Charakterfacettierung so wenig Zeit gewidmet wurde, auch wenn es am Ende rund wurde. Ob der Chef der einzige an Bord ist, der offenes Feuer in seinem Quartier haben darf? Brandgefahr? Aber, ich denke, Spock und Worf haben auch Feuerzauber veranstaltet, so rituelles Zeug, oder? Sorry, mir war gerade irgendwie „oberflächlich“…

  14. Kleiner Bruder

    Schö‘ temme auch!

    Na, ihr kommt auf Ideen! Beverly und Jean diskutieren eine Folge lang über ihre Gefühle füreinander? Ich sag euch, wie das geworden wäre: laaaaangweilig! So kam wenigstens ein wenig Bewegung in die Folge. Und so schlecht ist das doch auch nicht, dass diese Annäherung ganz allmählich kommt und nicht mit der Tür ins Haus fällt.

    Ich würde mich auch nicht als Shipper bezeichnen, aber das Verhältnis der Beiden war ja schon länger auffällig. Und Picard sagt, er habe sich gedacht, sein Interesse für Beverly sei rein hormonell gewesen. Da scheint also einmal eine „hormonell gesteuerte“ Situation vorgekommen zu sein. Vielleicht unter Alkohol? Passt. Hier wäre natürlich Platz für weitere Enthüllungen gewesen, aber das konnte die Serienlogik natürlich nicht zulassen. Helden dürfen nichts Böses tun und eine echte Charakterentwicklung dürfen sie auch nicht durchmachen. Die Folge der nächsten Woche muss ja wieder bei Null anfangen können. Auch wenn Picard für seine (heimliche) große Liebe seine Prinzipien über Bord werfen wollte.

    Wie funktioniert Telepathie? Na, so wie die Handlung es gerade benötigt. Hier scheinen zuerst die starken Emotionen wie Geflüster vernehmbar zu sein. Später wirkt es so, als ob beide pausenlos ihre Gedanken laut aussprechen würden. Es soll ja angeblich Leute geben, die sich selbst in einer Menschenmenge zwischen lautem Stimmengewirr auf etwas oder jemanden konzentrieren können. So ungefähr stelle ich mir eine:n geübte:n Telepath:in vor.

    Die Geschichte mit dem armen Tom Norris ist aber doch sonnenklar: Beverly und er waren damals noch Teenager. Da sitzt er nun bei seinem ersten Date, stolz auf seine ersten Barthaare, hofft auf seinen ersten Kuss – und wird derartig abgewatscht. Nee, Mädchen, so findest du keinen Freund fürs Leben. Jack Crusher muss ein sehr geduldiger Mensch gewesen sein.

    Warum wird ausgerechnet Australien als Beispiel genannt? Nun, wir wissen ja, dass Australien Ende des 20., Anfang des 21. Jahrhunderts stark unter der Energiekrise und erheblicher Bandenkriminalität gelitten hat. Womöglich war das Land bei der Gründung der „Geeinten Erde“ politisch kaum handlungsfähig.

    Und der Planet? Als B-Handlung und Auslöser der A-Handlung ganz brauchbar. Man verspricht sich von der Föderation Vorteile, also versucht man’s mal. Und Rikers „Kirk Move“ ist ganz erfrischend, auch wenn er natürlich nur blufft. Mit einer ganzen Flotte einen souveränen Planeten durchsuchen? Das käme bei den meisten Mitgliedern nicht gut an. Und nur wegen zwei Offizieren, die das Risiko eines solchen Einsatzes kannten.

    Aber auch schön, dass Beverly hier endlich mal eine aktivere Rolle spielen durfte. Hoffentlich hat Stewart das dem Frakes nicht übel genommen…

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    1. Michael from Outer Space

      Hi, Kleiner Bruder! 😁

      Soso, eine Folge, in der die Charaktere nur über ihre Gefühle diskutieren, wäre deiner Meinung nach „laaaaangweilig“? Das kann ich nur als „steile These“ bezeichnen! Mir fallen spontan neun TNG-Folgen ein, in denen „die ganze Zeit nur geredet“ wird und die trotzdem – oder vielleicht sogar deswegen! – spannend sind:
      – „The Measure of a Man“
      – „The Offspring“
      – „Sarek“
      – „The Defector“
      – „Family“
      – „Data’s Day“
      – „The First Duty“
      – „Ethics“
      – „I, Borg“
      – „Dark Page“

      In der DS9-Folge „Duet“ wird auch „nur geredet“. Ich finde sie wie gesagt nicht so gut wie der Rest des Fandoms, aber unsere Diskussion dazu war toll. Die Behauptung, eine Folge könnte nur spannend sein, wenn sie Actionsequenzen enthält, hat Star Trek meiner Meinung nach schon oft (in den bisher bei TaD behandelten Folgen) mit großem Erfolg widerlegt und wird das auch in Zukunft tun.

      Meine DS9-Lieblingsfolgen, z. B. „The Wire“, „Hard Time“, „Homefront / Paradise Lost“, „It’s Only a Paper Moon“, „Far Beyond the Stars“, „The Visitor“ und „In the Pale Moonlight“ glänzen auch nicht durch Action, sondern durch ein hervorragendes Drehbuch, eine perfekte Inszenierung und grandiose darstellerische Leistungen.

      LL&P 🖖 👋
      Michael from Outer Space

      1. Michael from Outer Space

        * ZEHN TNG-Folgen

      2. Marco Kurt

        Irgendwie musste ich an die Folge „Der unmoralische Friedensvermittler“ („Man Of The People“) denken. Da ging es unter anderem auch um den Planeten Rekag-Seronia, der von zwei Fraktionen bewohnt wird. Den Rekagianern und den Seronianern.

  15. Daniel

    was ihr da beschreibt was ihr euch für eine Episode mit Picard und Crusher wünscht: Genau so eine Episode, die all das erfüllt, gibt es bei Voyager mit Chuckles und Kathrin. Aber sobald ihr da seid werdet ihr die Folge vermutlich zu kritisieren wissen;P bin gespannt

    1. Sebastian

      Die Folge, die Du wahrscheinlich meinst, habe ich so in Erinnerung, dass man sich gerade um das Thema erfolgreich drückt. Hab ich aber schon lange nicht mehr gesehen und bin ebenso gespannt wie Du.

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