Trek Nights #1: Maya und die Unterhosen-Zwillinge

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Je später der Abend, desto später der Podcast – wir begrüßen alle Lang-Aufbleibenden zur Pilotsendung unserer Late-Night-Talkshow Trek Nights! Damit ihr nicht immer nur dieselben Nasen mit denselben Meinungen hört, laden Simon und Sebastian hier Gäste aus den Weiten des Star-Trek-Universums ein. Den Auftakt macht die wahrhaft galaktische Maya, Applaus-Applaus-Applaus! Heute Abend geht es um einsame Nerds, Zwillinge in Unterhosen und New Trek. Besucht Maya doch mal auf ihrem Blog Tribblemassaker.

Dieser Beitrag hat 25 Kommentare

  1. Kleiner Bruder

    Ahhh! Das ist gemein! Hoppetosse – und ich darf mir spätnachts das Lachen verkneifen, na danke.
    Ebenfalls gemein, dass ihr einen neuen Podcast rausbringt, bevor ich die letzte Folge zuende hören konnte. Obwohl – nee, ist absolut in Ordnung, zu viel gute Star Trek Beiträge kann es gar nicht geben.
    Picard fand ich ja immer ein wenig steif, Klischeebrite halt. Mein (unerreichtes) Vorbild ist da eher Spock – klug, stark, cool. Und auch Kirk fand ich damals nicht sooo undiplomatisch.
    New Trek, da habt ihr einiges genannt. Ich denke ja immer noch, dass es keine gute Idee ist, eine Serie innerhalb eines bestehenden Serienkosmos‘ zu machen, und dann praktisch alles zu ignorieren, was diese Serie charakteristisch macht. Nur eine Menge „coole“ Szenen aneinanderzureihen bringt’s auf Dauer nicht. Bei Pike hatte ich schon das Gefühl, das er reingebracht wurde, um STD zu retten und auch „alte“ Fans zufriedenzustellen.
    Aber als Buchmensch kann ich mich bequem zurücklehnen und abwarten, was andere schreiben.
    Danke an euch alle drei!

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  2. Lisa

    Lieber Simon, lieber Sebastian,
    vielen vielen lieben Dank für Eure neue „Late Night“! Schon gleich nach Start des Podcasts war mir klar, daß ich Euch dazu etwas schreiben muß, denn irgendwie ist es Euch mal wieder gelungen, meine Gedanken zu lesen und mir etwas ins Haus zu liefern, das ich mir von Euch gewünscht habe – kann es sein, daß einer Eurer Vorfahren ein Betazoid war?

    Obwohl mein geheimer Wunsch an Euch eigentlich mehr in Richtung „Das intergalaktische Quartett“ ging, denn das originale, literarische fehlt mir so sehr. Das schickte immer sehr starke Egos zusammen in den Ring, die sich immer ambitionierte Argumentationen zu ihrem Lieblingsthema geliefert haben, mit der richtigen Prise Krawalligkeit, aber mit einem unheimlich tiefen Wissen, also genau genug entfernt von rechthaberischer Klugscheißerei. Witzigerweise war bei den erhitzten Diskussionen von Reich-Ranicki & Co der Kerngegenstand auch immer etwas ziemlich Ausgedachtes: literarische Inhalte, also Fiction ohne Science.

    Euer megasympathischer Gast Maya hatte von Anfang an einen Riesenstein bei mir im Brett, weil sie ihr ST-Fandom genau wie ich ohne gleichgesinnte Freunde entwickelt hat. Im Laufe des Podcasts fand ich Maya immer sympathischer. Ich fand es auch toll, daß Ihr immer darauf geachtet habt, mit ihr eine sehr respektvolle Kommunikation zu unterhalten, so habt ihr drei Euch sehr gut ergänzt und jeder kam doch ausführlich zu Wort. Hut ab vor Maya, daß sie sich auf das Format eingelassen hat! Es war eine Freude, ihren wohlüberlegten Einsichten und Erlebnissen zuzuhören.

    Gegen Ende des Gesprächs habt Ihr Euch auch insofern mal geöffnet, daß Ihr erzählt habt, was Ihr von dieser oder jener Sache haltet, die nicht schon von Euren bisherigen Sendungen abgedeckt wurde. Obwohl Sebsatian immer sagt „Aber dazu möchte ich jetzt noch nichts verraten, da sage ich dann etwas, wenn es soweit ist.“ 🙂 Ein Satz, der bei mir inzwischen schon ein leichtes Augenrollen auslöst. Ich würde gerne mehr Gespräche von Euch hören, in denen Ihr Euch Folgen- und Serienübergreifend über das ST-Universum unterhaltet. Ich glaube nicht, daß Ihr Euch dabei starke Zügel anlegen müßt, weil Ihr vielleicht fürchtet, daß Eure Hörer Euch dann nicht mehr folgen könnten, bestimmt haben viele Eurer Hörer schon sehr viel Star Trek gesehen. Ihr könnt bei Euren Gesprächen also nach meinem Geschmack noch viel mehr in die Tiefe gehen und gerne mehr „abnerden“. Nachdem Ihr gefragt habt „Wie kamst Du zu Star Trek?“ oder „Was findest Du toll an Star Trek?“, könnt Ihr also sehr gerne auch spezieller nachfragen. Aber das ergibt sich ja meistens im Laufe eines guten Trek-Gesprächs von selbst.

    Bei Eurer Diskussion über das Phänomen New Trek habe ich mal wieder darüber nachgedacht, was für mich als 39jährigen Menschen die Quelle meiner Faszination für StarTrek damals in den frühen 90er Jahren ausmachte. Und entsprechend dazu: Warum findet man denn eigentlich den alten Scheiß besser als die neuen Hits? (Vor allem, wenn man manchmal bei einem Rewatch merkt, daß bei den alten Sachen auch ein paar echte „Stinker“ dabei sind, wie Simon sagte.) Klar, das komplette Fernsehen hat sich verändert, Serien sind die neuen Romane, Erzähltechniken haben sich dabei grundlegend verändert etc etc. Und klar, man wird selbst zum alten Sack, der früher alles besser fand als heute, auch weil man sich sicher früher vieleicht nicht so überfordert fühlte von der Geschwindigkeit und dem Input, mit dem heute alles abläuft (Bevor ich bei Discovery auf die Play-Taste gedrükt habe, habe ich die Spracheinstellung sehr bewußt auf die deutsche Tonspur gestellt, weil ich fürchtete, ich würde nicht alles richtig mitbekommen, wenn schnell irgendwas runtererklärt wird, während die Darsteller durch die Flure spurten oder gleichzeitig drei Schiffe explodieren.)

    Darüber hinaus war aber ST immer eine Vorstellungswelt, in die man gerne eintauchte. Und das konnte man, denn das Universum (oder wie Ihr sagt: die „Lore“) war stimmig. Ich glaube, das liegt daran, daß viele Menschen, die daran gearbeitet haben, vor allem ab TNG, auch selbst Fans waren, ich denke da an Ron Moore, aber auch an Michael Okuda, der mit seinen kontinuierlichen Designs viel zum visuellen Erlebnis beigetragen hat. Ihr redet auch ab und zu von den Schauspielern und wie sie ihre Rollen entwickelt haben, etwa wenn Stewart mal wieder sagte, das und das würde Picard nicht machen. Das ist auf der einen Seite also das handwerkliche Können, das Talent und die Hingabe, die man spürt, weil TNG und DS9 (und wohl auch Voyager und vielleicht auch später mit Einschränkugen Enterprise) einfach gut gemachte Serien waren. Auf der anderen Seite taucht man aber auch gerne in die Vorstellungswelt ein, weil sie utopische Züge trägt. Abgesehen davon, daß so viele Leute ständig bei Kämpfen und Agressionen sterben, möchte man doch gerne dort leben oder zumindest könnte man sich gut vorstellen, dort zu leben. Gute Leute gestalten eine gute Zukunft für alle, hey, da bin ich dabei! Das „alte Trek“ bot mir immer einen moralischen Kompass, an dem man sich gerne ausrichtete, Maya hat das in ihren Ausführungen über die Figur Picard sehr anschaulich ausgeführt. Vielleicht werdet Ihr auch mal einen Gast haben, der sagt, daß Benjamin Sisko sie oder ihn inspiriert, ein Charakter, der viel näher an unserer aktuell unperfekten Existenz verortet ist, aber trotzdem Größe zeigt? Wer weiß.

    Es gäbe noch so viel zu Star Trek zu sagen und so viele Aspekte zu diskutieren, aber ich muß jetzt mal Schluß machen, habe schon viel zu viel geschrieben (Danke für Eure Aufmerksamkeit!). Aber Ihr redet bitte weiter und immer weiter, denn ich kann Euch stundenlang zuhören. Ihr seid klasse, bleibt so wie Ihr seid, Ihr macht das genau richtig! Danke für das neue Format, es paßt gut zu Euch und ist eine schöne Ergänzung. Eure Streams habe ich auch verfolgt, ich war aber ehrlich gesagt ein bißchen überfordert, gleichzeitig den Film, den Chat und Euch im Auge zu behalten. Ich hör Euch lieber beim Sabbeln zu und denk mir meinen Teil dazu 🙂

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    1. Simon

      Toller Kommentar, Lisa, vielen Dank dafür! 🙂

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      1. mayaku

        Ihr habt echt liebe Hörer! 🙂

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  3. CptSparky360

    Hallo,
    euer neues Format finde ich wie meine Vorposter schon sagten ebenso gelungen und einfach klasse. Um ehrlich zu sein habe ich mich sofort an meinen Lieblingspodcast erinnert gefühlt, den es heute leider quasi nicht mehr gibt. Und dazu hätte ich auch gleich einen Vorschlag für einen neuen Gast: ich fände es klasse, wenn ihr in dieser Form vielleicht mal einen – oder noch besser wäre natürlich alle drei – Recken von dem guten, alten Trekcast einladen könntet. Was ja leider auseinander gegangen ist, weil die drei keine gemeinsame Zeit mehr gefunden haben.
    Aber die haben mich und viele andere Fans jahrelang begleitet und die Webseite mit ihren Episodenführern nutze ich immer noch. Von der guten Stimmung und der Feelgood-Atmosphäre, die euch beiden ja auch Maya bescheinigt hat, habt ihr irgendwie den Staffelstab vom Trekcast übernommen. Finde ich. Und die hatte halt echt tolle Gäste wie deutsche Synchronstimmen, Klingonisch Lehrer, Wissenschaftler und so weiter.

    Den Rest dieses Postings, an dem ich gerade eine Stunde gesessen habe, habe ich jetzt gelöscht 🙂
    Wurde vermutlich zu toxisch für Simon und ich versuche mich an Mayas positiven Einfluss zu halten und rege mich einfach nicht mehr drüber auf, sondern schaue es halt nicht mehr. Es gibt ja Space Command und The Expanse 😀

    In dem Sinne: Keep on Trekking \\//

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    1. Simon

      Sparky, danke Dir. Aber lass es ruhig raus und übe Dich bitte nicht in Selbstzensur, um womöglich auf meine Gefühle Rücksicht zu nehmen. Meinungsdiversität muss sein. Alles geht, so lange es nicht auf eine persönliche, beleidigende Ebene hinausläuft. 🙂

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  4. Sören

    Vielen Dank für dieses gelungene neue Format – ich finde ein Gast tut Euch in der Diskussion sehr gut und belebt. Den Zeitrahmen mit rund 90 min finde ich ebenso sehr angenehm konsumierbar.
    Wie haben sich unterschiedliche Leute eigentlich mit dem Star Trek Virus infiziert? Das interessiert mich sehr und bin daher begeistert dass dem Thema auch die notwendige Zeit eingeräumt wurde. In meiner Wahrnehmung habt Ihr auch eine Atmosphäre geschaffen, in der sich Euer Gast sehr wohl gefühlt hat (hab wenig Nervosität wahrgenommen). Gut gefallen hat mir auch, dass Ihr Euch sehr gut zugehört habt und aufeinander eingegangen seid.

    Kurzum: Gerne weiter so und ich bin schon gespannt auf den nächsten Gast und vertraue dort auf Euer gutes Näschen. Der erste Gast und Sendung macht Lust auf mehr! Vielen Dank.

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  5. Ronnsen RD

    Moin zusamm‘,

    ich finde Euer neues Format wirklich super!

    Bevor ich aber näher auf darauf eingehe, muss ich hier erstmal was „aus meinem System kriegen“, wie man so schön sagt.

    Simon erwähnt in der Ankündigung Eurer Gästin Maya ihren Blogeintrag „Wie mies ist die Sternenflotte wirklich?“. Den hab ich gelesen und mir auch den 2. Teil angehört. Dabei ist mir wieder eine Sache aufgefallen, die mir hier und auch bei anderen Podcasts/Youtubern schon öfter begegnet ist: Die Begriffe „Föderation“ und „Sternenflotte“ werden gleichgesetzt, als wäre es ein und dieselbe Organisation.

    Nennt mich gerne pedantisch, aber ich finde, da besteht durchaus ein wichtiger Unterschied.

    Die Föderation ist kurz gesagt eine politische Allianz, also sowas wie die EU.
    Die Sternenflotte ist eine militärische Organisation, zunächst die der „Vereinten Erde“ (ENT) und dann mit Gründung der Föderation wird sie dieser unterstellt quasi als Exekutivorgan.

    Beispiel der Aussage: „Die Sternenflotte ist imperialistisch!“
    Meiner Meinung nach kann die Sternenflotte für sich nicht imperialistisch sein, sondern nur die Föderation kann die Sternenflotte im Zweifel dafür einsetzen, ihre imperialistischen Bestrebungen auszuführen. Also kann nur die Föderation imperialistisch orientiert sein.

    Oft werden auch die Eigenheiten der „Vereinigten Erde“ auf die Föderation umgemünzt, was aber mMn nicht wirklich richtig ist.

    Beispiel:
    Wenn Picard „The Neutral Zone“ Ralph Offenhouse erklärt, dass die Menschheit Macht- und Gewinnstreben überwunden hat und nur noch an der Verbesserung der eigenen Persönlichkeit und daran, einen sinnvoll Beitrag für die Allgemeinheit zu leisten, interessiert ist, gilt das allein für die „Vereinigte Erde“ und vielleicht noch bedingt für die Kolonien der Menschen, aber eben nicht für die Föderation mit ihren über 150 Mitgliedswelten.

    Mir ist klar, dass es auch nur ein Versprecher sein kann und man „Sternenflotte“ sagt und „Föderation“ meint und davon geh ich im Zweifel auch immer aus. Da es mir nun aber auch bei Maya in ihrem Blog aufgefallen ist, wollte ich das hiermit mal ansprechen und nachfragen, ob das nur Haarspalterei von mir ist oder ob das vielleicht doch jemand ähnlich sieht?

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    Jetzt aber zum neuen Format:
    Wie oben von Lisa schon beschrieben, da habt Ihr mal wieder genau ins Schwarze getroffen! So ein Format hatte ich bei den ersten Frühschoppen-Folgen schon vor meinem geistigen Auge, als die Hörerfragen beantwortet wurden. Wie toll es wäre, dass wenn Ihr da auch noch in den Dialog mit dem Fragesteller gehen könntet und ZACK, ein paar Wochen später kommt Ihr mit dieser Geschichte jetzt um die Ecke. Großartig!!

    Ein bisschen hat jedoch mich gewundert, dass
    a) es heißt „Live aus Quark’s Bar“ und dann gibt es keinen Getränkevergleich? Skandal! 😉

    b) es keine Hintergrundgeräusch-Kulisse gibt, so wie man es aus einer Bar kennt… irgendwo schreit mal einer „Daboooo!“ oder „Allamariene!!“
    Das ist jedoch nicht so schlimm, ich hab mir bei Youtube einen Background-Sound mit Geschnatter und seichtem Jazz geladen und das hat zusammen mit Eurem Podcast super funktioniert.
    Wer es testen will, sucht nach „The best 8 hours of restaurant bar background noise with music for comfort“.

    Maya ist eine überaus sympathische Gesprächspartnerin und ich denke, viele Hörer können sich in Ihren Erzählungen („Picard als Vorbild in der Jugend“) wiederfinden. Mit der von ihr und auch von Simon beschriebenen sachbezogenen und lösungsorientierten Art mit Konflikten umzugehen, kann auch ich mich sehr stark identifizieren.

    Bei „Space Force“ ist es mir wie Sebastian gegangen. Ich hab in der ersten Folge auch nicht gelacht und nun scheue ich mich davor die zweite Folge anzufangen. Wahrscheinlich muss ich mir vorher erstmal einen ansaufen und dann einen neuen Versuch starten. 😉

    Zusammenfassend kann ich sagen, es ist ein sehr unterhaltsames und interessantes Gespräch, das Ihr Drei da führt. Immer auf Augenhöhe auch keine reine Fragestunde an den Gast, sondern eine wunderbar ausgewogenen Mischung aus den Erfahrungen und Meinungen aller Beteiligten. Wirklich toll gemacht.

    Ich hätte auch zwei Gästevorschläge:
    1. Tobias Richter von „The Light Works“ (!!!!!)
    2. Wolfgang Bahro (Schauspieler und Star Trek Fan)

    Abschließend nochmal vielen Dank für dieses tolle neue Format. Ich freu mich jetzt schon auf die nächste Folge!

    PS: noch eine Anregung für TAD Merch:
    Eure Köppe aus dem Bild oben als Kühlschrankmagneten!! Shut up and take my money!! 😀

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    1. Lisa

      @Ronnsen RD & @mayaku
      Was für eine spannende und berechtigte Diskussion über die Trennschärfe zwischen Föderation und Sternenflotte! Ein super Thema zum diskutieren, weil durch den Kanon so vieles offen ist und nicht gesagt wird! In meinen Augen untrennbar damit verbunden ist auch eine Diskussion über die Singularität der Förderation in der politischen Galaxie der Zukunft. Denn alle anderen Mächte des Alpha-Quadranten werden uns als Ein-Spezies-Organisation vorgestellt: DIE Klingonen, DIE Romulaner, DIE Cardassianer. Obwohl oft erwähnt wird, daß diese Mächte Kolonien haben, findet man auf einem Warbird oder einem Bird auf Prey niemanden von Aldebaran IV oder Penthat III, der dort Dienst tut, diese Leute scheinen unterdrückt auf ihren Planeten zu bleiben oder stromern als Freischärler durchs All oder beleben exotische Bar- und Basar-Szenerien. Auf der anderen Seite steht ein Dienst in der Sternenflotte auch jenen offen, die keine Föderationsbürger sind: Klingonen, Bajoranern, Ferengi oder was immer Saru ist. Müssen die eine Art von Eid ablegen auf die Föderation? Und wie sieht der aus?

      Bemerkenswert ist das ganze Thema auch unter anderem deswegen, wenn man bedenkt, mit welcher Ignoranz die Amis von damals ihr eigenes föderales System bzw. die von der amerikanisch-englischen Achse maßgeblich inspirierten Vereinten Nationen als Utopie etabliert haben, ohne dabei zu bedenken, daß die stärkste Antipode der Zeit, die UdSSR, sich ebenfalls als ein Zusammenschluß verschiedener Nationen verstand und die Ideologie des Sozialismus eine unabdingbar internationale war, was zum Kalten Krieg des 20. Jahrhunderts inkl. Stellvertreterkriegen führte. Aber das nur am Rande. Ich habe das nur erwähnt, weil sich der jeweils aktuelle historische Kontext immer so wunderbar im Erfinden von Star Trek wiederspiegelt, ein spannendes Phänomen bei einem so langlebigen Franchise – über das Dominion oder die Gründungsgeschichte der Förderation, die uns in Enterprise vermittelt werden sollte, könnte man von dieser Warte aus diskutieren.

      Leider bekommen wir im alten Trek zu wenig Futter über die Zivilisten der Förderation. Deswegen fand ich auch die Entscheidung der DS9-Serienmacher so genial, Jake Sisko so zu entwicklen, daß er keinen Bock auf eine militärische Karriere in der Sternenflotte hat. Ein klarer Bruch zur Ära von Wesley Crusher, wo uns eine Laufbahn in der Sternenflotte immer als das höchste zu erreichende Ziel für jeden Menschen vermittelt wird. Die Sichtweise, daß das Militärwesen auch schmutzige oder zumindest hinterfragbare Aspekte hat, die kritisch betrachtet werden können, führt erst DS9 so richtig ein (wobei auch vorher gute Momente entwickelt wurden, wo das Gewissen bei dem ein oder anderen sich derart lauthals zu Wort gemeldet hat, daß auch mal ein Befehl nicht ausgeführt werden konnte, oder doch zumindest ein etwas zurechtgestutzes “Yes, Sir” herausgepresst wurde).

      Über die ständige Reibung zwischen Militär und Zivilisten, und warum diese Reibung gut und wichtig ist, gibt es eine ganze Serie zu verfolgen: Ron Moores “Battlestar Galactica”, ein Meisterwerk, wie Ihr wißt.

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      1. Ronnsen RD

        In Punkto „Ein-Spezies-Organisationen“ hast Du (@Lisa) völlig Recht. Die sind in der Tat recht „flach“ angelegt. Eine Änderung brachte erst das Dominion, die andere Völker aber quasi versklaven, ähnlich wie die Son’a in ST „Der Aufstand“.

        Ich glaube, man könnte fast sagen, dass keine Zivilisation, die bereits vor dem Erstkontakt über eine militärische Flotte verfügte, dann auch Mitglied der Föderation wird… oder irre ich mich da? Mir fällt zumindest jetzt kein Beispiel ein.

        Andererseits kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass z.B. die Andorianer (ENT) mit der Gründung der Föderation ihre gesamte Kriegsflotte abgewrackt und alles in die Sternenflotte überführt haben, wie es ja aber bei den Vulkaniern der Fall zu sein scheint.

        Wie auch immer… wir wissen nichts über andere militärische Kräfte neben der Sternenflotte innerhalb der Föderation. Wenn es sie nicht gibt, weil man wirklich abwracken muss, dann kann ich mir gut vorstellen, dass kein Volk mit Flotte bei dem Verein mitmachen will.

        Dazu würde auch die Vorgehensweise der Föderation neue Mitglieder zu gewinnen passen… eine Vorgehensweise, die man auch als überaus perfide, hinterhältig oder einfach auch „mies“ (@Maya) ansehen kann.

        Nehmen wir mal den Stand von TNG:
        Wann tritt die Föderation in der Regel mit einer „neuen“ Zivilisation in ersten Kontakt? Richtig: wenn sie eigenständig den Warpantrieb entdeckt/entwickelt haben. Ab dem Zeitpunkt gibt sich die Föderation zu erkennen und nimmt diplomatische Beziehungen auf. Da es in diesem Moment sehr leicht zu Missverständnissen kommen kann, „forscht“ die Föderation schon im Vorfeld verdeckt auf dem Planeten, um die Kultur einschätzen zu können.
        Diese verdeckten Operationen finde ich alleine schon mal mächtig dreist, aber gucken wir mal weiter.

        Ist es dann so weit, sagt die Föderation also freundlich „Hallo“ und winkt (indirekt) mit allen Gaben, die sie da anzubieten haben: Wissen, Technologie, Schutz durch die Sternenflotte etc… ebenso zeigt die Föderation dem neuen Volk, wie gefährlich die Galaxis doch sein kann: überall gibt es totalitäre Großmächte, die andere Planeten erobern und Völker versklaven wollen (Cardassianer, Romulaner etc.). Nur im Schutze der großen Föderation ist man wirklich sicher und im Gegenzug muss man seine Gesellschaftsstruktur nur nach der Charta der Föderation ausrichten, um irgendwann Mitglied zu werden.

        Könnte man da nicht sagen, dass die Föderation ab diesem Zeitpunkt allein durch ihre diplomatische Kontaktaufnahme einen extremen Einfluss auf das neue Volk ausübt? Von solcher Tragweite, dass es eigentlich gegen die Oberste Direktive verstoßt?

        Warum wartet man nicht, bis das neue Volk erstmal seine eigene Raumflotte aufgebaut hat? Bis es erstmal ein paar Planeten im Umkreis besiedelt/erobert hat? Warum muss man so früh schon von Seiten der Föderation auf dieses neue Volk einwirken? Vielleicht um potenzielle Gefahren durch andere Völker so früh wie möglich auszuschalten & neue Völker im Sinne der Föderation „gleichzuschalten“? Ist das jetzt „Sanfter Imperialismus“?

        Es würde zumindest erklären, warum es bis auf die Sternenflotte keine anderen Militärmächte gibt, weil die Mitglieder der Föderation nie eigenen Kriegsflotten hatten.

    2. Michael from Outer Space

      Hi Ronnsen!

      Ich finde deinen Beitrag sehr gut und hatte mich auch gefragt, wie die Sternenflotte als Unterorganisation der Föderation „imperialistisch“ sein oder handeln kann. Die US Navy handelt ja auch nicht imperialistisch, sondern (wenn man dieser Ansicht ist) die US-Regierung.

      LL&P
      Michael from Outer Space

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  6. Thomas

    Tolles neues Format. 🙂

    Eine Anmerkung zu „The Orville“: Es stimmt schon, die Serie ist von TNG stark inspiriert, aber als ein Klon würde ich sie aber nicht bezeichnen, sondern als eine denkbare Weiterentwicklung. Ich finde die Charaktertiefe sehr gut. Alle haben Besonderheiten, Stärken und auch Schwächen. Auch insgesamt finde ich die Handlungsstränge komplex. Es gibt nicht nur gut und böse. Auch wie einige Dinge verhandelt werden, finde ich gut. Z.B. die Folge, wo es um die Tochter und am Ende um den Sohn von Klyden geht. Also um die Geschlechtsanpassung. Da gibt’s zum Schluss kein Happy End und dieses Ereignis trägt sich mal mehr, mal weniger Sichtbar durch die Serie an Hand der Beziehung von Klyden zu seinem Partner. Auch geht es um das Zusammenleben verschiedener Kulturen in einer Organisation.

    Für mich war die Serie nach Stark Trek Discovery sehr erfrischend.

    Das mit den teilweisen albernen Humor stimmt schon, das kann ich nachvollziehen. Ehrlich gesagt, hat es meinen getroffen.

    Meine Hoffnung war, dass ihr diese Serie auch beim Trek am Dienstag besprecht – so als Seniorenprojekt. 😉

    Liebe Grüße
    Thomas

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    1. Simon

      Wer weiß, was die Zeit bringt, Thomas! 😀

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  7. mayaku

    Ich finde Deine Pedanterie toll 😀 Ehrlich gesagt würde Deine Sichtweise auf die Föderation Star Trek : Picard ein bisschen verständlicher für mich machen.
    Für mich war das nämlich bisher immer so:
    Ich habe die Geschichten darüber, wie toll sich die Menschen auf der Erde entwickelt haben immer als Beispiel für die GANZE Föderation verstanden und dass erwartet wird, dass alle Mitgliedswelten so drauf sind. Müssen ja auch alle z.B. Geld abgeschafft haben und zumindest so weit politisch ähnlich, dass sie einen Präsidenten wählen können. Und einen Föderations-Rat.
    Aber wenn die Föderation viel heterogener war, als ich dachte, dann verstehe ich auch eine Figur wie Olivia Quest in dem Picard-Buch oder auch die Romulaner-hassende Journalistin in der ersten Staffel besser.

    Das Beispiel mit Picards Aussagen zu „Menschheit“ finde ich auch in dem Kontext sehr interessant, denn ich frage mich immer, was „Menschheit“ bedeuten soll. Wirklich nur die Wesen von der Erde? Mir fiel nämlich wieder bei einer Folge TNG kürzlich auf, dass Picard gefragt wird, was für ein Schiff die Enterprise ist und er antwortet (sinngemäß) „Wir sind Menschen!“. Dabei muss man sich nur mal kurz auf der Brücke umsehen, um all die Nicht-Menschen zu sehen. Und ähnliche Aussagen gibt’s öfter.

    Sternenflotte und Föderation sind zwei Unterschiedliche Organisationen, absolut, ich finde es nur mitunter schwierig, sie auseinander zu dividieren.
    Gerade wenn einem in Star Trek überwiegend Wesen präsentiert werden, die Bürger der Föderation sind und in der Sternenflotte dienen.
    Beide haben „Schuld“ in meinen Mecker-Blogs. Ich hab das nicht so genau getrennt. Hach, das ist doch cool. So richtig krass Fachsimpeln! Bin ich immer noch nicht gewohnt 🙂

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    1. mayaku

      Huch, das sollte zu Ronnsen RD drunter 😀

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  8. Benjamin

    Hallo zusammen,
    Nach einigen Wochen in denen mir das Wort „toxisch“ immer wieder begegnet möchte ich mich dazu auch mal äussern.

    Ich würde von mir behaupten – genau wie bei Simon – kein toxischer Fan zu sein. Dies liegt zum Einen daran, dass ich einfach zu alt dafür bin (man sucht sich seine Schlachtfelder ja irgendwann aus) und zum anderen nie der Typ dafür war. Nur weil es mir nicht gefällt muss es nicht schlecht sein.
    Ich persönlich kann sagen, dass ich zu Discovery und Picard sehr ambivalente Gefühle habe. Ich habe beides geschaut und mich währenddessen (und natürlich auch vorher) sehr gefreut. Trotzdem sind beide Serien für mich nichts, was ich immer wieder schauen könnte… und das hat Star Trek für mich immer ausgemacht. Wenn Netflix nichts anständiges hergibt kann man ja immer noch Star Trek schauen 🙂
    Der Fairness halber muss man sagen, dass auch in den 90ern schon bei jeder Veränderung ein Aufschrei durch die – damals nicht so – mediale Welt ging… „Wie kann man eine Raumstation als Spielort nehmen“, „Wieso ist jemand wie Pulaski an Bord“ etc. Es gibt halt immer was zu meckern. Dieses mal sind eben wir die, die meckern und nicht die anderen… das ist dann eben mal so und damit min ich durchaus zufrieden.

    Was mich aber mit dem „New Trek“ versöhnt ist folgende Tatsache:
    Ich bekomme ja jede Woche meinen geliebten „Old Trek“ als Podcast. Hier wird jede Woche genau das getan, was ich an Star Trek immer so mochte und was ich auch durchaus viele viele Male hören kann… Sinnhafte und Reflektierte Unterhaltungen bzw. Geschichten. Da gleicht euer Podcast eben dem Alten Star Trek. Es passt alles in ein großes Ganzes.
    Mittlerweile gehört Für mich zu jeder Star Trek Folge nahtlos und untrennbar eure Podcast Folge. Somit kann ich beschwingt und mit einem Lächeln neuem Star Trek begegnen, es gibt ja auch Star Trek für mich 🙂

    In diesem Sinne vielen Dank für den Podcast und die vielen vielen tollen Derivate 🙂

    Liebe Grüße
    Benjamin
    (Hab das mit dem IPad geschrieben, richtet mich also nicht auf Grund der Rechtschreibung)

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  9. Don

    Für mich wird Rios‘ Schiff ab jetzt immer die „Hoppetosse“ sein!

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  10. Michael from Outer Space

    Hi Maya, Hi Simon, Hi Sebastian!

    Vielen Dank für das tolle neue Format und die spannende Diskussion! In Quark’s Bar nehme ich einen Black Hole und lasse mich von Labertasche Morn vollquatschen, bevor ich mich zu euch dreien an den Tisch setze.

    Ihr habt mir bei über DSC und PIC so was von aus dem Seele gesprochen!! Die Nebencharaktere von TNG und VOY mussten bei PIC sterben, die Hauptcharaktere überlebten. Guinan wird in der 2. Staffel auftauchen… ist sie damit etwa auch schon „angezählt“?! Die Tribbles sind ein schönes Beispiel für die Probleme des „New Trek“. Wie ihr sagt sind es Versatzstücke, die einfach nur eingefügt werden, um sich den Fans der alten Serien anzubiedern. Die Tribbles waren vor ENT in TOS, TAS und DS9 zu sehen. In allen drei Folgen bestand ihre wesentliche Eigenschaft darin, dass sie sich exopentiell vermehren, die Vorräte auffressen und das Raumschiff bzw. die Raumstation überschwemmten. Außerdem mögen sie keine Klingonen und fangen an, laut zu kreischen, wenn sich ihnen einer nährt. Bei ENT nahm Dr. Phlox bewusst eine kleine Anzahl von Tribbles an Bord, um damit seine Tiere zu füttern und erzählt, dass sie wegen ihrer raschen Vermehrung auf den meisten Planeten verboten sind. In „Into Darkness“ liegt dann aber ein Tribble einfach mal so auf McCoys Krankenstation rum und tut nichts dergleichen, ohne dass man eine Erklärung dafür liefert. Bei DSC war es ähnlich und der klingonische Schläfer wurde nicht von Lorcas Tribble enttarnt. Die Autoren hätten sie auch weglassen können!

    Bei Star Trek gibt es keinen Kevin Feige, das hat Christian Humberg in einem Nicht-Fedcon-Bericht schon festgestellt. Ich finde aber, dass es bei Star Trek schon seit TOS-Zeiten großartige Autorinnen und Autoren gab, die fantastische Geschichten schrieben. Ihre Namen kennt ihr alle, darum wiederhole ich sie nicht. Bei VOY hatte ich das Gefühl, der Autorenstab wurde seitens des Studios in seiner Kreativität eingeschränkt. ENT brauchte zu lange, um seine Form zu finden, aber die 4. und leider letzte Staffel war mit ihren Story Arcs wie Simon sagt richtig gut. Das lag nicht zuletzt an Manny Cotos Arbeit. Im Streaming-Zeitalter warteten Serien wie „House of Cards“ und „Game of Thrones“ (die ich beide nicht gesehen habe) mit durchdachten Storys und Charakteren auf, die staffelweise geplant und ausgearbeitet werden. Der riesige Erfolg dieser Serien ist klar auf diese Art des Schreibens, die hochkarätigen Darsteller und die perfekte Inszenierung zurückzuführen. Seit 2009 hat bei Star Trek meiner Meinung nach niemand einen Plan. Zwischen 2009 und 2016 wurden drei Kinofilme veröffentlicht, die in einem eigenen, abgeschlossenen Universum spielen. Seitdem kam nichts mehr nach. Bisher gibt es keine Serie, die dort angesiedelt ist und dadurch sind sie abgekoppelt vom Rest des Franchise. Meiner Ansicht nach (ob sich das mit Zahlen belegen lässt, weiß ich nicht) waren die ersten fünf Filme von „The Motion Picture“ bis „The Final Frontier“ ungleich erfolgreicher als der Reboot es bis dato ist. DSC und PIC erscheinen mir wie ein kopfloses „Rumgewurschtel“ ohne größeres Ziel. Simon hatte die erfolgreichen, aktuellen Serien „Better Call Saul“ und „The New Pope“ schon mehrfach erwähnt. Wenn Star Trek auf diesem Markt bestehen möchte, braucht es erfahrene Autoren und Produzenten. Im Moment sehe ich sie noch nicht.

    Von „The Expanse“ hatte ich in den letzten Jahren viel gehört und gelesen. Ich kenne die Romane nicht, habe mir aber die 1. Staffel auf Amazon Prime Video angesehen und ging mit gemischten Gefühlen aus dem Finale. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, es handele sich um eine atypische SciFi-Serie, die „nur“ im Sonnensystem spielt, Technologien und Raumfahrt halbwegs realistisch darstellt, keine Aliens oder aufmüpfige KIs braucht, die Menschheitsgeschichte mit Kolonien auf dem Mars und Asteroidenbergbau glaubwürdig weiterentwickelt und sich auf eher auf soziale und politische Konflikte anstatt auf Raumschlachten konzentriert. Mit dem Proto-Molekül, das ein Bewusstsein entwickelt und einem Wurmloch, dessen Ausgang in der Nähe eines fernen Planeten liegt, hat die Serie zwar eine andere als die von mir erhoffte Richtung eingeschlagen. Dennoch finde ich die 1. Staffel mit ihren zehn Folgen wesentlich durchdachter, spannender und insgesamt gelungener als DSC und PIC. Immerhin hat „The Expanse“ auch schon den Curt-Siodmak-Preis gewonnen.

    An diesen Beispielen sieht man, mit welcher Konkurrenz eine Star Trek-Serie heutzutage zurechtkommen muss. Wenn ich schon bei den Romanverfilmungen „Game of Thrones“ und „The Expanse“ bin, sollte ich auch „The Man in the High Castle“ und „The Handmaid’s Tale“ erwähnen, die beide auf Romanen basieren und als Streaming-Serien mit aktuell vier bzw. drei Staffeln laufen. „The Walking Dead“ ist die Verfilmung einer Comicserie, läuft seit 2010 und hat mittlerweile seine 11. Staffel erreicht. Sie umfasst derzeit über 146 Episoden und kratzt damit beinahe an TNG mit seinen 179 Episoden. Bei Star Trek erschienen die ersten Tie-in-Romane im Jahr 1967, also schon im Jahr nach dem Start von TOS. Zwar gehörten die Romane nie zum Kanon, aber sie sind seit Anbeginn Teil des Franchise. Warum hat CBS nicht erstmal bei erfahrenen AutorInnen Romane oder Romanserien in Auftrag gegeben und diese als Richtlinien für die neuen Serien verwendet? Das wäre doch gerade bei Star Trek sinnvoll gewesen! Eine Serie muss keine Eins-zu-eins-Umsetzung der Romanvorlage sein. Bei „The Walking Dead“ lassen die Serienmacher ihre Storys bewusst von den Comics abweichen. Das Setting und die Rahmenhandlung sind identisch, aber die Geschichte verläuft anders, in der Serie tauchen Charaktere auf, die es im Comic nicht gibt usw. Damit werde ich als Fan der Serie nicht gespoilt und kann auch nach 11 Staffeln ohne Vorwissen die Comics lesen. Ich finde, das wäre für das „neue“ Star Trek seit 2009 ein gangbarer Weg gewesen. CBS, Kurtzman, Goldsman usw. betonen dauernd, wie „modern“ DSC und PIC sind, aber auf so eine Idee ist bei den Herrschaften niemand gekommen.

    Den Begriff „Hardcore-Fan“ mag ich nicht. Ich kenne z.B. alle Serien und Filme, habe aber vieles nur ein oder zwei Mal gesehen. Ich weiß meistens, worum es in der Story geht und kann mit den Episodentiteln und Charakternamen i.d.R. etwas anfangen. Wenn ich mir einen Star Trek-Podcast anhöre und die Podcaster sagen, sie haben TNG oder DS9 so oft gesehen, dass sie die Dialoge mitsprechen können, wundert mich das, weil ich es nicht kann. Was macht einen „Hardcore-Fan“ aus? Was muss ein Fan tun, um als „Hardcore-Fan“ zu gelten? Manche Star Trek-Fans schauen sich nur eine Serie an und sind darin sehr bewandert, wissen aber wenig über den Rest. Sind das „Hardcore-Fans“ oder muss ein „Hardcore-Fan“ alles, was es jemals von Star Trek gab, in- und auswendig kennen, Conventions besuchen, Raumschiffmodelle bauen und im Alltag in einer Starfleet-Uniform herumlaufen? In meiner Wahrnehmung gibt es weder „Hardcore-“ noch „Softcore-Fans“, sondern nur Fans oder Nicht-Fans. Jeder, der einen oder mehrere Teile von Star Trek mag, für mich ein Star Trek-Fan. Ich mache keine Unterscheidungen.

    Raphael und die anderen Herren vom Perry Rhodan-Podcast „Die Dritte Macht“ nannten die La Sirena auch „Hoppetosse“. Ich war/bin kein großer Fan von Pippi Langstrumpf, meine Lieblingsgeschichte von Selma Lagerlöf war schon immer „Nils Holgersson“. Den Namen finde ich aber schön und habe ihn darum für mich persönlich übernommen.

    Als Vorschläge für Gäste habe ich den erwähnten Christian Humberg und seine Kollegen Björn Sülter, Moritz Wohlfahrt und Claudia Kern vom Podcast „Planet Trek FM“ im Kopf. Außerdem fallen mir spontan ein Dutzend weitere PodcasterInnen ein: Marta und Kuba von „Fantastische Wissenschaftlichkeit“, Andreas und Sebastian vom „Discovery Panel“, Lucie und Iris vom „Rewatch Podcast“, Daniel und Eric vom „Federation Cast“, Anja und Chris von „Tilly vs. Spock“ und – last but not least! – Felix Herzog aka „Felo“, Thure, Markus und die liebe Tanja von „Tea, Earl Grey, Decaf“. Über Gastauftritte der „vier Geister“ Torsten, Christian, Gerrit und Jan aus der fünfteiligen Rückspultasten-Reihe „Eine Weltraumgeschichte“ freue ich mich auch sehr. Ich denke nicht, dass euch die Gästinnen und Gäste ausgehen werden! 😉

    LL&P

    Michael from Outer Space

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    1. mayaku

      (Haha, „Die Dritte Macht“ hatte ich auch schon mit der „Hoppetosse“ infiziert 😀
      Vielleicht schaffe es ja noch, dass keiner mehr weiß, dass das Schiff anders hieß. Also heißt es ja auch nicht. „Hoppetosse“. So ist der Name!)

      1. Michael from Outer Space

        Hi mayaku!

        DU hast also die Umbenennung vorgenommen, sieh an! Jetzt weiß ich endlich, wer dafür verantwortlich ist! 😅
        Nein, im Ernst: mit dem neuen Namen ist mir dieses Raumschiff viel sympathischer als mit dem alten.

        LL&P
        Michael from Outer Space

  11. Scienceblue

    Toll!! Alles was Ihr macht…macht mir Freude! Danke für diese neue Idee, tolles Format 😃👍

  12. Kleiner Bruder

    Hallo Ronnsen!
    Da hattest du dir gute Gedanken gemacht zum Thema Beitrittsangebot zur Föderation. Ich sehe das ganze allerdings nicht so schwarz wie du. Wenn nämlich ein Volk erst einmal einen Warpantrieb entwickelt hat, dann wird es über kurz oder lang mit einem anderen raumfahrenden Volk zusammentreffen. Je später das passiert, desto größer und verheerender könnten die Missverständnisse ausfallen, ich denke da gerade an den Kampf mit dem Gorn.
    Wie weit auch immer dann das Volk ist, das mit der Föderation zusammentrifft, ich kann mir nicht vorstellen, das da irgendein Zwang ausgeübt wird. Natürlich, wer nicht freiwillig mitmacht, der schließt sich von vielen Vorteilen aus, die die Gemeinschaft bietet. Aber seine Flotte abwracken muss sicher keiner. Auch die Klingonen, die zumindest als Partner der Föderation anzusehen sind, nutzen weiter ihre eigene Technik. Wer Vollmitglied ist, der würde natürlich auch seine Raumflotte in die Sternenflotte integrieren, schon der Einfachheit halber. Das Risiko ist dabei natürlich, wenn diese Sternenflotte Mist baut, dann hängt man auch mit drin. Der Vorteil dagegen wäre ein starker Partner.
    (Ganz nebenbei, warum muss es immer der Warpantrieb sein? Warum nicht Hyperraumflug oder Wurmlochtechnik oder Dimensionssprünge?)
    Das Problem eines Erstkontakts wird ja später in TNG einmal behandelt, in der vierten Staffel „Erster Kontakt“.

    P. S., ich wollte diesen Kommentar unter den von Ronnsen plazieren, aber wenn ich da auf „Antworten“ tippe, dann passiert nichts.

    @Michael from Outer Space: ich finde, du hast den „Hardcore Fan“ schon ganz treffend charakterisiert. Aber ich denke, diese Art ist eher selten anzutreffen (außer auf Conventions), schon weil die meisten von uns weder so viel Zeit noch Geld haben. Und die meisten von uns haben doch auch ein Leben im Real Life.🖖😉

    1
  13. Michael Kleu

    Das war mal wieder eine sehr schöne Folge mit einer äußerst tollen Gesprächspartnerin und ich freue mich auf weitere Gäste.

    Ungewohnt war für mich nur, dass hier und da kurze Gesprächspausen auftraten, was ich von den anderen Formaten nicht gewohnt bin, weshalb ich ein paar Mal dachte, meine Verbindung wäre unterbrochen. Aber das macht ja nichts.

    Um Euch mal ein paar Namen für potentielle Gäste in den Kopf zu pflanzen:

    * Bastian Pastewka (soll ja angeblich ein Trekkie sein)
    * Rebecca Haar (schreibt gerade mal wieder an einem Star Trek-Buch)
    * Mona Abdel-Hamids (cooler Vortrag zur Psychotherapie in Star Trek)
    * Thorsten Walch und Reinhard Prahl (beides Autoren, die im Vergleich zu 78er Baujahren der Methusalemgeneration der Star Trek-Fans angehören)

    Mehr fallen mir gerade nicht ein.

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