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15. Januar 1997:
Harry hat Teenager-Trouble – er ist unerwidert verschossen in Marayna, eine holografische Animateurin im Paxau Resort. Folgerichtig (?) wendet er sich in Sachen Liebeskummer an Tuvok, der, eine halbe Galaxie von seiner T’Pel entfernt, ebenso romantisches Interesse entwickelt. Doch womit die beiden in der Dreiecksbeziehung gar nicht rechnen (und die Tadderiche auch nicht), ist eine Stalkerin.
In Deutschland: Das andere Ego, ausgestrahlt am 24. Juli 1998.
Mahlzeit!
Nur ein paar kurze, unverbundene Gedanken.
Ein weiterer Schwachpunkt der Folge, wie ich finde, ist:
Man steckt in einem potentiell entzündlichen, ergo gefährlichen Nebel fest, der Antrieb versagt aus ungeklärten Gründen – und Harry entscheidet während seiner Schicht selber (!), dass er dienstunfähig ist und einfach mal ins Quartier (respektive aufs Holodeck) geht; Tuvok hat während einer solchen Krisensituation Zeit und Lust, aufm Holodeck seine Stäbchen irgendwo reinzustecken, um Harmonie zu erzeugen…
Das ist natürlich nichts im Vergleich zu der lächerlichen Darstellung der Figur Harry, aber meiner Meinung nach auch der völlig unglaubwürdigen Motivation Morenas.
Es gibt in der Folge ein paar hübsche Nebenszenen, aber die eigentliche Handlung finde ich hahnebüchen.
Daumen runter.
PS.: An Vorik gefällt mir auch die Stimme des Schauspielers so gut, dass ich es mal erwähnen möchte.
Moin zusammen,
Wieder eine höchst vergnügliche Besprechung! Tuvok fand Haralds Liebesleid „interessant“. Nicht „faszinierend“. Das war bestimmt Absicht. Nicht nur war sein Schmachten ob der unerwiderten Liebe unreif, es war sogar extram infantil, denn wenn ich mitbekomme wer sich im echten Leben in fiktionale Charaktere verknallt ohne zudem Filmhandlung von echter Welt unterscheiden zu können, dann sind es unfertige Menschlein, die nicht nur jung an Jahren sind aber bedauerlicherweise wohl auch arm an kognitiven Fähigkeiten. Den ohnehin von Drehbüchern nicht umschmeichelten Harald so zu misshandeln um dem Großvater deutlich mehr Tiefe zu verleihen, da möchte ich fast nachvollziehen dass Herr W. sich in Las Vegas Trost suchte. Auch ich konnte mich nicht an diese Folge erinnern, obwohl ich sie sicher schon einmal sah. (Eine Episode die nie zuvor ein Mensch… liegt es an der widersprüchlichen Story?)
„Ich will meine Gefühle ausschalten weil mein Liebeskummer so weh tut“, das ist wirklich Dr. Sommers Teenie-Bravo-Ecke. Schlimm.
Ich las dass Picado Regie führte, dann die Knutschszene, und es fühlte sich für mich leider bräsig-plump an. Schade, dass dessen einzige Szene schlüpfrig sein sollte, denn der Hawaiizauber hätte sicher für den Doc noch zu anderen Ananas-Genüssen beitragen können mit weniger Augenbrauenhochziehpotenzial. Ich hätte ihm zugetraut sich intelligenter in Szene zu setzen.
Die Marayna fand ich schauspielerisch gut, anfangs sehr sympathisch und fresh, jedoch ihre charakterlichen Kehrtwenden bis zum Stalking und dann die unkomplizierte Einsicht zum Schluss, au weia. Köstlich amüsiert haben mich der Stockschnupfen, Eure nasalen Kostproben (wäre mal einen Podcast wert) und „hock da wie eine Leuchtturmwärterin“. Ich habe mich auch gefragt „what???“. Ihr positioniert da eine Raumstation damit alle auf eurem Planeten was Nettes zum Gucken haben und manipuliert dafür an natürlichen Prozessen im All herum? Ihr habt dafür nicht mal ein Work Shift Rotation Ding oder saisonale Neubesetzung wie sie auf jeder antarktischen Forschungsbasis besteht? Schläft die auch mal? Dann sagt der Großvater „frag mal nach Ablösung“ und Marayna so: „Jo, super Idee, danke.“ Und das war’s?
Trotz aller neuen Einblicke vor allem über Vulkanier und mancher netten Szene fand ich die Antagonistenplot unglaubwürdig und konstruiert, Herr Menosky war wohl auf dem „Holz-Steg“ (morsch) um beim hawaiianischen Badevergnügen zu bleiben. Platsch! Daumen quer, auch weil – wieder mal – Harald zur Witzfigur wurde. Dass es da Befürchtungen gab („die schreiben mich raus“) kann ich verstehen.
Hallo,
zur „Dr.-Sommer-Bravo-Ecke“: Wir sollten auch nicht vergessen, dass es ja nicht Harrys erster Liebeskummer gewesen sein dürfte. Immerhin hatte er auf der Erde eine Freundin, die er in der ersten Wochen im Delta-Quadranten sicher auch vermisst hat und darunter gelitten haben dürfte.
Und als er Libby in „Non Sequitur“ wiedergetroffen hatte und auch wieder „verlor“ wird er auch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen sein.
Harry wird hier wirklich wie ein 14-Jähriger dargestellt.
Ich finde es auch interessant, dass Harry lieber zu Tuvok geht und seine Emotionen unterdrücken will, statt darüber nachzudenken, das Hologramm einfach zu löschen. Für ihn scheint ja eine Beziehung (wie auch immer die aussehen würde, vielleicht auch nur körperlich) zum Hologramm absolut zu widerstreben. Also, warum nicht löschen? Oder wäre das unethisch in seinen Augen?
„Oder wäre das unethisch in seinen Augen?“
Ich finde das Verhalten der Voyager-Crew gegenüber Hologrammen über die Serie hinweg sehr widersprüchlich und seltsam. Bei den entsprechenden Episoden werde ich darauf zurückkommen.
Die Frage, unter welchen Umständen ein Hologramm beendet oder gelöscht werden darf, gehört sicherlich zu den ethischen Überlegungen, die in Bezug auf Hologramme (und generell bei synthetischen Lebensformen) gestellt werden sollten. Bei Marayna stelle ich mir solche Fragen noch nicht, weil sie ja eben kein Bewusstsein besitzt, sondern als Avatar von Außen gesteuert wird.
Was die Hawaii-Musik betrifft, habe ich mal ein wenig gegoogelt und bin auf folgenden Eintrag gestoßen, vielleicht meint ihr das:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lap-Steel-Gitarre
🖖 Eure Bridge
Exakt das Instrument muss das sein – ich hab das nie übereinandergebracht, weil es bei Hawaii-Musik *und* bei Country zum Einsatz kommt.
Unter anderem in einer meiner liebsten Coverversionen von Blue Bayou.
Immerhin weiß ich jetzt, wo das Meme her ist:
https://knowyourmeme.com/memes/are-you-two-friends
Ansonsten hat mir noch der Hawaii-Horror gefallen, besonders weil das gefährliche Hula-Girl immer weiter grinst beim Würgen.
Ansonsten hat mir der Großvater-Plot nicht so gemundet, weil da die Harry-Schote so dranbackte.
Die halbe Stunde bis Fatal Attraction hätte man meiner Meinung nach besser auf die Hälfte eingedampft, dann hätte man vielleicht im Rest noch mehr mit dem Hula-Horror anfangen können.
Ich weiß ja nicht, wie ich die aktuellen Voyager-Folgen als Jugendlicher gefunden habe – bei Sat 1 *haha* -, aber aktuell geht mir so dieses 80er-Zeichentrickniveau doch etwas auf den Zeiger. Diese Woche der 12 jährige Harald, der nach der Akademie, auf der u.a. die psychologische Eignung von links nach rechts getestet wird, ein Verhalten zeigt, welches selbst für einen Fähnrich weit weg von zu Hause kindisch daherkommt. Vor Allem sollte es in der Gesellschaft durchaus bekannt sein, dass man sich mal in einen Holodeck-Charakter verguckt, hier eben in die MILF der Woche – Merke: Harald steht auf ältere Damen.
Dass sich am Ende das Alien der Woche als an Einsamkeit leidende Technikerin entpuppt, bei deren Gesellschaft man anscheinend nicht in der Lage ist, Stationen automatisiert laufen zu lassen – oder wenigstens eine Crew von mehreren Leuten für eine zeitlang installiert -, machte den Braten auch nicht weiter fett. Es ist übrigens auch sehr fragwürdig, wie sich Aliens, der Technologien der der Föderation doch hinter her hinken sollen, locker mal in die Rechner der Voyager hacken. Bei Bill Musk von 1996 hatte der wenigstens noch Zugriff aus Technologien von in fünfhundert Jahren zur Verfügung.
Mein Daumen geht da mal weit runter und irgendwie bestätigt Staffel 3 bislang meine Erinnerungen von anno Schnee.
PS: Sind Paris und B’elanna eigentlich auf englisch schon beim „Du“? Im Deutschen dauert das ja noch länger – ein bekanntes Problem bei Synchros damals.
PPS: Ich bin nicht verdächtig, etwas gegen schöne Frauen mit offensiver Darstellung zu haben, aber dass der Pircard(o) sich eine Szene mit solchen reinschreiben kann, war selbst für die 90er….eklig. Und danach ging es sicher ab zur Party vom Jeffrey.
Ich gehe in der Episode einfach davon aus, dass man in Psychologie und Soziologie auch gut 200 Jahre weiter ist und ähnliche Fortschritte erzielt hat, wie in der Technik (gerade wenn man eine Crew praktisch auf engstem Raum für alle Ewigkeit am Leben halten kann, wie auf der Voyager wäre das zumindest wünschenswert). Daher denke (hoffe) ich, dass das Verhalten und die Offenheit des Ensigns Sinn macht, aber ich es als Mensch des 21. Jahrhunderts noch nicht nachvollziehen kann (wie halt auch beim Technobabble im Allgemeinen, das ja auch oft schwachsinnig wirkt 😉 ).
Ich muss zugeben, dass mir gerade das Ende der Folge gut gefallen hat.
Ganz toll und einfühlsam gespielt, wie da eine Einsame einen Einsamen erkennt.
Okay, der Lösungsvorschlag, mal nach ner Ablösung zu fragen, war natürlich plump und doof.
Lustig war, dass Tuvok nach dem späten Verlassen des Holodecks einfach das Programm beendet! War er denn der letzte Besucher des Luau? Werden da gerade andere Kollegen gerade sehr unsanft aus ihrem Schäferstündchen gerissen? 🙂
Haben wir ne Chance auf Welpenfotos? Vielleicht bei Instagram? Hat Simon da ein eigenes Profil?
Ihr fragt: warum verschwinden nur die Holo-Figuren beim Ausschalten der Kontrollkonsole?
Mögliche Antwort: Alles eingebrannt offenbar… schlechter Bildschirmschoner =)
@Sebastian: Danke für die Erwähnung! 😉
Bei Haralds unreifem Verhalten ist doch klar, wieso seine Chefin ihn nie für eine Beförderung in Betracht zieht! Warum soll sie jemanden befördern, der noch nicht mal mit seinen Gefühlen bei einer unerwiderten Liebe klarkommt? Das würde ich an ihrer Stelle auch nicht tun. Stellt euch mal vor, ein Harald auf dem geistigen Niveau eines 12-jährigen besäße weitreichende Befugnisse an Bord der Voyager. Ich glaube, die Crew hat schon genug Stress und will sich DAS nicht auch noch antun.
Übrigens wird uns die Story „Harald verknallt sich in die falsche Frau“ noch mehrmals in der Serie begegnen.
Auch die Tatsache, dass es als „ganz normal“ angesehen wird, sich in eine Holo-Figur zu verlieben, finde ich irritierend. In TNG war Barclay der Sonderling, weil er solche Dinger angestellt hat. Wahrscheinlich gibt es in der Sternenflotte noch mehr Leute dieser Art.
Auch das Verliebtsein in ein Hologramm werden wir im Zusammenhang mit Fair Haven wieder zu sehen bekommen.
„In TNG war Barclay der Sonderling, weil er solche Dinger angestellt hat. Wahrscheinlich gibt es in der Sternenflotte noch mehr Leute dieser Art.“
Ganz bestimmt sogar. Aber nicht auf der Enterprise! Da wird uns ja gerne verkauft, dass auf ihr nur die Creme de la Creme arbeitet. Die Besten der Besten der Besten. Wir erinnern uns an Rikers Reaktion, als Ro meinte, dass Dienst auf der Enterprise besser wäre als im Knast zu sitzen.
Da muss ein Sonderling wie Barclay natürlich auffallen.
Und dann ist da die Voyager, stellvertretend für den Rest der Flotte: Da arbeiten halt die „Normalos“. Die mit diesen menschlichen Problemen. Menschen 1.0 oder vielleicht 1.5. Das gibt es auf der Enterprise nicht!
Dass auch auf der Enterprise im Wirklichkeit nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigen die Charakter ja auch oft genug (Geordi und seine Hologramme, Riker und die Frauen, Troi und die Nichtberatungen, …). Aber die haben eben Glück, dass sie zur Kommandocrew gehören und dass man ihnen ihre Eskapaden eher mal nachsieht. Andere werden halt beim ersten Fehlverhalten ausgetauscht. Daher sehen wir auch ständig neue Gesichte auf dem Schiff. 😉
Vielleicht ist es das große Glück von Harry, dass er in den Delta-Quadranten geschleudert wurde. Könnte gut sein, dass er nach einer „normalen“ Mission auch gleich ausgetauscht worden wäre.
„Hat seine Gefühle nicht im Griff. Bitte auf eine Deep-Space-Station am Rande der Föderation versetzen, wo er kenen Schaden anrichten kann!“
Grüße
Ich hab das so verstanden, wie man heutzutage (und insbesondere im Produktionsjahr) dazu steht, wenn sich Menschen unrettbar in Boyband-Sänger, Schauspieler oder sonstige Popstars verlieben: Grundsätzlich normal, muss sich niemand für schämen. Passiert mit Teenagern halt. Aber wenn Rolf aus der Buchhaltung abgelenkt und am Boden zerstört ist, weil sich Teens Apart aufgelöst haben, dann sorgt das schon für hochgezogne Augenbrauen.
Aha, daher kommt das Meme.
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Ich hab mich beim gucken dieser Folge abwechselnd vor Fremdscham gewunden oder ernsthaft geärgert.
Und das nichtmal unbedingt wegen des groben Plots. Sondern wegen der Dialoge und dem Drehbuch. So reden doch keine Menschen! Und so verhalten sich auch keine Menschen. Und wenn, dann will ich nichts mit ihnen zu tun haben.
Ich fands einfach nur unangenehm. Rundum unangenehm.
Und dann fallen für mich auch ein paar schöne Ausgestaltungen der vulkanischen Kultur nicht ins Gewicht oder dass mir die Tom-Paris-Szenen ganz gut gefallen (also die ohne Kim). Von mir zwei Daumen runter. Und hätte ich drei, wären es drei.
Interessant jedoch, eure andere Meinung zu hören. Ich find sie auch gut erklärt, ich verstehe das, aber es überzeugt mich nicht.