#474: Call to Arms (DS9 5.26)

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16. Juni 1997:
Woche für Woche strömt Dominion-Flottenverstärkung durchs Wurmloch Richtung Cardassia. Wenn die Föderation länger tatenlos zusieht, wird sie bald mit einer Übermacht konfrontiert sein, also spricht Ben Sisko ein Machtwort und errichtet eine Blockade – auch wenn es heißt, dass offener Konflikt entbrennt. Doch egal, wie viele Charaktere voneinander Abschiede nehmen: Der Baseball bleibt.

In Deutschland: Zu den Waffen!, ausgestrahlt am 25. März 1998.

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Mister Incredible

    Moin zusammen,
    Yay, der Landarzt! Auf den hatte ich gehofft! DS9 erzählt anders als TOS oder TNG staffelübergreifende Geschichten, und daher stört mich eine Teaserrampe gar nicht, im Gegenteil: wie wohltuend-beunruhigend wenn Charaktere und Zuschauer fürchterliches Ungemach dräuen sehen und sich ein Showdown anbahnt. Geradezu erfrischend wenn eine Erzählweise vom Standard abweicht und mich überrascht. Ich fand es gut und gar nicht störend.

    Der Ziyal-Garaksche Mundbussi hat mich auch etwas aufgeschreckt. Nanu, dachte ich, wenn Garak eine Art Patenonkel / Pflegevater als Rolle übernimmt kommt das aber schon recht intim rüber. Aber wer weiß, auch auf Erden gibt es ja die seltsamsten Begrüßungs- und Abschiedsrituale, vielleicht ist es eben cardassian-special was wir da sehen.

    Der tolle Flow dieser Folge gefiel auch mir und besonders wie schön „Love, oh, Love“ in vier ganz unterschiedlichen Varianten eingewoben wurde. Es ist so pfiffig gemacht dass ich immer mehr staunen muss und es benennen;
    1. Liebe im Hochzeitsmodus, quasi ausgesprochen / vollzogen
    2. Bruderliebe mit Geschwisterkämpfen gewürzt
    3. Die erklärte Liebe im Vorvermählungsstadium
    4. Eine zarte sich noch entwickelnde Liebe im Hoffnungsstadium

    Und das in einer Sittewazion (wie der Kölner sagen würde) eskalierender Kriegsvorbereitungen. Die Vibes dieser Episode riefen Erinnerungen an Februar 2022 wach und das was zwei Flugstunden östlich von uns passierte und immer noch passiert. So schnell wie sich das Leben aller DS9-Bewohner verändert so unvermittelt könnte es auch mit unserer bundesdeutschen Kleingartenidylle vorbei sein, wenn das Rominion angreift. Wie blöd dass unsere Föderation gerade durch orangefleckige Ballsaalitis geschwächt ist… ein 30 Jahre altes TV-Werk hat nichts an Bedeutung verloren. Ganz doll wow!

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  2. Ramrod

    Was für ein Kommentar das es nicht möglich wäre die Föderation zu verminen :D.

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    1. stef baura s

      ja, da hab ich auch lachen müssen.

  3. Maestro84

    Eine grandiose Finalfolge, bei der bei nur 45 Minuten alle Charaktere zum Zug kamen und bei der mir nichts Großes zum Kritteln entgegen kam. Einzig in der B-Note empfand ich die Schlacht als etwas statisch, gerade auch, weil die Konkurrenz in Form von Babylon 5 schon vorher bewies, wie geil Raumschlachten sein können, wenn ua. der Raum wirklich genutzt wird. Bei DS9 nutzte man damals noch zu lange Modelle und Knallfrösche, die manchmal rüberkamen wie bei Raumschiff Gamestar.

    Ich sehe übrigens immer noch kein Problem damit, wenn ein mittelalter Mann mit einer jungen Frau zusammen ist. Gerade auch bei Umständen wie den beiden Betroffenen hier.

    PS: Viel Erfolg bei der Planung der Con, bei der hoffentlich viele (andere) Hörer auftauchen. Ich bin für sowas leider zu gehemmt, aber das betrifft auch andere Cons.

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    1. sternburg

      Just for the record (das hier ist sicher nicht der richtige Ort, um das auszudiskutieren):

      Ich sehe übrigens immer noch kein Problem damit, wenn ein mittelalter Mann mit einer jungen Frau zusammen ist. Gerade auch bei Umständen wie den beiden Betroffenen hier.

      Ich finde das schon problematisch. Insbesondere unter den gegebenen Umständen.

      Das Stichwort ist Machtgefälle.

      Ziyal ist eine gerade so halbwegs erwachsene junge Frau, die sehr, sehr einsam ist, tief traumatisiert und extrem verletztlich. Alles an ihr schreit Anlehnungsbedürfnis, die Suche nach Sicherheit, und dass sie unendlich jemanden braucht, der sie zunächst mal endlich als Person wahrnimmt, nicht als Objekt.

      Garak hingegen ist, nunja, Garak.

      Ziyal zu vErfÜhrEn wäre für Garak unter diesen Umständen – mit Verlaub – so einfach, wie Fische in einem Fass zu angeln, wie der Engländer sagt. Und genau dann sollte man das nicht tun.

      Das schöne ist aber (und deshalb traue ich mich auch, das hier anzusprechen): Wir brauchen uns darüber nicht streiten. Weil Garak das auch tatsächlich nicht tut.

      Garak verhält sich perfekt. Er bietet ihr diese Sicherheit. Er behandelt sie endlich als Person – durchaus auch in Eigennutz, denn er selber ist ja ebenfalls einsam. Er nutzt die Situation aber nicht aus.

      Wie DS9 diese Lage verhandelt, ist – nicht nur für die Zeit – nach meinem Empfinden erstaunlich vorbildlich und ziemlich gut gealtert.

      Keine Ahnung tbh, ob man sich damals diese Gedanken wirklich gemacht hat. Garak hat schließlich durchaus noch seinem Charakter und seiner Position innewohnende, denkbare Motive, so zu handeln (es wurde in dieser Folge TaD erwähnt). Aber beim heutigen gucken empfinde ich ganz persönlich das trotzdem als wohltuend. Sehr wohltuend.

      Und Du kannst, wenn Du magst, anders empfinden. Es nimmt Dir nichts weg. Wir können das beide gut gucken.

      Denn selbst, wenn man sich wünschen würde, dass Garak die offensichtlichen Avancen von Ziyal zulässt: Solch komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen existieren. Das ist ja trotzdem nicht lebensfremd, was Garak da tut.

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  4. Jochen

    Moin zusammen.
    Call to arms und In the cards gehören zu meinen liebsten DS9 Folgen und gleichzeitig zu denen, die ich am häufigsten gesehen habe, weil ich die VHS von meiner nordirischen Gastfamilie beim Schüleraustausch bekommen hatte.

    Zwei Anmerkungen zu Call to Arms:
    – Ich glaube den Romulanern ist schon bewußt, dass sie dem Dominion auf Dauer nicht trauen können, aber für den Moment ergibt es trotzdem Sinn, die Situation auszusitzen, weil sich zwei mächtige Rivalen in einem Krieg gegenseitig aufreiben würden. Dem geschwächten Sieger könnten die Romulaner in alter Stärke begegnen.
    – Ich finde das Krasseste, was in dieser Folge passiert, ist der Angriff auf die Schiffswerften. Das ist ein großangelegter, offener Angriff, der von der Föderation ausgeht, BEVOR es eine Kriegserklärung gibt. Zwar sind schon Schiffe an der Cardassianischen Grenze verschwunden und gleichzeitig mit dem Angriff auf die Werft startet auch das Dominion den Krieg, aber ich finde das schon ein starkes Stück. Oder gab es eine Kriegserklärung?

    So oder so grandiose Folgen

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    1. sternburg

      Das ist ein großangelegter, offener Angriff, der von der Föderation ausgeht, BEVOR es eine Kriegserklärung gibt

      Wow.

      Das ist ein kluger Gedanke, den ich noch nie hatte. Warum eigentlich nicht?

      Wenn ich das aus Sicht des Dominion durchdenke erinnert mich das btw an die Situation, die ich immer wieder im Telespiel „Civilization“ habe: Ich beginne völlig harmlos, an total legitimer Stelle meines Reichs strategisch Einheiten zusammen zu ziehen, die man eventuell vielleicht weiß man noch nicht könnte sein irgendwann für einen rein defensiven Akt der Vorwärtsverteidigung einsetzen möchte. Und bevor ich damit fertig bin, fordert mich das dumme Arschloch von Nachbar – nur wegen der paar Einheiten an seiner Grenze – dazu auf, den Krieg zu erklären oder später mit einem großen Lügner-Malus zu leben. Unfair.

  5. Schöne Folge und verdienter Landarzt für mich.

    Zur Yammok-Soße: Vielleicht hat die Föderation bzw. Bajor ja auf Waren aus Cardassia mit Zollbeschränkungen belegt. Dann würde das die Handlung von Odo und Kira mit Dax erklären.

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    1. Mister Incredible

      Dennoch reichlich drastisch Waren zu zerstören. Werden Zollvergehen offenbar oder Sanktionen wurden umgangen – sofern von der Ware (z.B. Rohöl) keine Gefahr ausgeht und ein Produkt sicher ist, dann gibt es Strafen wegen dieser Handelsverstöße, aber die Waren werden nicht zerstört. Wir erfahren nicht ob die Soße eine Fälschung ist und verbotene Zusatzstoffe enthält *lg*. So läuft es 2026, denke ich, oder?

      1. Das hoffen wir ;-). War auch eher ironisch gemeint. Natürlich ist es absolute Willkür was da gemacht wird und viel zu drastisch

      2. stef baura s

        nun ja, ich zumindest erinnere mich noch sehr genau daran, dass ich auf dem Höhepunkt des Glykol-Skandal ca. 1986 mal mehrere Paletten Wein in den Gulli gegossen habe, unter tatkräftiger Mithilfe einiger Azubis, weil diese nicht „gut genug“ etikettiert waren, und der Exporteur nicht willens oder könnens war, uns andere Etiketten zu liefen.
        Die Ware wurde im Rahmen der Verzollung vom Zoll beschlagnahmt, lag dann ewig bei uns auf Lager, und schließlich wurde diese Entscheidung getroffen.
        Der Wein hatte kein Glykol-Problem, nur ein Etikettierungsproblem.

        Ein andere Charge Wein haben wir mal mühsam umetikettiert, auch eins von diesen Dingen, womit sich schlecht bezahlte Spedition-Azubis in den 80ern ein Zubrot verdient haben.

        Hach, was waren die Beamten vom klitzekleinen Zollamt Mannheim-Handelshafen damals aufgeregt, dass mal was spannendes unter ihrer Aegide passiert…

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  6. sternburg

    Ich finde nicht, dass Bashir zu dieser Folge wenig beiträgt. Ich finde ganz im Gegenteil, seine professionell-abgeklärte, lakonische, aber im Subtext auch extreme Schrecken kanalisierende Art rundet diese großartige Folge erst so richtig ab. In jedem „Hm-hm“, in jedem „dann mach ich mal die Krankenstation bereit“, in jedem „and now we wait“ stecken unausgesprochen und doch ausgesprochen ganze MASH-Staffeln.

    Diese Folge wäre nicht dieselbe ohne Bashirs kurze Beiträge. Bei weitem nicht.

    Das ist auch eine Bashir-Folge. Ganz zentral.

    Ach, und btw ich will seinen Namen immer „Bashier“ schreiben (kA warum tbh), und muss das ständig nachgucken. Wer weiß, vielleicht steckt in dieser Line sogar etwas persönliche Erfahrung von Alexander Siddig El Tahir El Fadil El Siddig Abderahman Mohammed Ahmed Abdel Karim El Mahdi.

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    Der Umgang von unter anderem Sisko mit dem Konzept freier Presse ist franchiseweit etwas off, das stimmt schon. Das soll vermutlich das – (nicht nur) in den USA – übliche Misstrauen des Militärs als auf Loyalität, Befehlskette und Geheimhaltung aufgebauten Apparats gegenüber den störenden Zeitungsfritzen-Schnüfflern darstellen. Aber das passt halt nicht zur Doppelrolle von Starfleet als einerseits militärischen Arm aber andererseits auch diplomatischen Vertreter und Wissenschaftsbehörde der Föderation. Und schon gar nicht passt das zu Siskos Rolle als Bürgermeister von DS9 und Verbindungsmann zum bajoranischen Volk. Ich meine, der Mann setzt noch im Pilotfilm alle Hebel in Bewegung, damit im Westerndorf wieder ein Saloon und ein Hufschmied aufmachen, aber Jahre später fällt er vom Stuhl, wenn Bajors wesentlichste Staatsentscheidungen in der Zeitung verhandelt werden? Wer soll denn das glauben?

    Ich finde aber auch, dieses Verhalten fühlt sich für mich als Publikum überhaupt nicht so an, wie dieses militärische Misstrauen. Wie es sich hingegen anfühlt: Exakt wie der üblich misstrauische Umgang der Film- und Fernsehbranche mit der Celebrity-Presse. Ich würde einige Jetons darauf setzen, das ist es, was wir da aus dem Writers Room geliefert kriegen.

    Und hier ist übrigens auch mein einer Kritikpunkt an dieser Folge: Mir fehlt in dieser Unterhaltung mit Jake massiv eine abschließende Bemerkung von Sisko in der Richtung von: „Okay Jake, meinetwegen. Aber wenn Du das so machen willst, dann musst Du mir ab jetzt immer, und ich meine immer, verlässlich ansagen, sobald ich mich nicht mehr mit meinem Sohn unterhalte, sondern mit dem Journalisten. Zum einen, weil das gutes journalistisches Handwerk ist. Und zum anderen, weil ich mich sonst ab sofort nie wieder mit meinem Sohn unterhalte und immer nur mit dem Journalisten. Und das kann niemand wollen.“

    Jake und Bejamin Sisko sind eines der ganz wenigen Vater-Sohn-Gespanne in der TV-Geschichte, die realistisch und erwachsen zu so einem Agreement hätten kommen können. Für die das sogar sehr nahe liegt imho. Dieses Problem einfach so hängen zu lassen hingegen, steht ihnen nicht. Und es wirft auch Jake als integren Jung-Journalisten einigermaßen unter den Bus. Das hätte so eine schöne, die freie Presse und die ehrlich miteinander umgehende Familie feiernde, Szene sein können. Schade drum.

    Wo ich aber widerspreche: ich finde gar nicht, dass Sisko hier zum ersten Mal Jake nicht ermuntert, nicht unterstützt. Ich kann Dir nicht verbieten, Deinen Job zu machen. Das klingt mürrisch. Das klingt, als würde er das gerne tun (und vermutlich stimmt das sogar zum Teil). Aber was steckt denn da drin? Da steckt drin, dass er Jakes Beruf ernst nimmt. Da steckt drin, dass er Jake nicht mehr (allein) als seinen kleinen, zu beschützenden Sohn, sondern als berufstätigen Mann sieht. Dessen Berufsausübung Jake eigene Rechte in eigener Verantwortung verleiht, die sogar seine Rechte als Vater und Stationskommandanten einzuschränken vermögen. Das finde ich in Jakes Lebensphase ausgesprochen unterstützend.

    Wie viele (TV-) Väter hätten das gesagt? Und wie viele wären sehr wohl der Meinung gewesen, ihrem Sohn solche Flausen verbieten zu können? Militärkommandanten-Väter der 90er zudem?

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    Ich bin der festen Überzeugung, Weyoun ist so ein Typ, der es mega geil …. moment, so würde er es nie formulieren … der es kraft seiner Kompetenz als ausgesprochen zielführend und gewinnbringend empfindet, für allfällige Interviews, Hintergrundgespräche und fachlich-politische Einordnungen einen echten Korrespondenten des Federation News Network an Bord der Station zu haben, der zudem als dessen Sohn auch noch mit der abgeleiteten Popularität, Sympathie und Gewicht des Star Fleet Frontlinienbeauftragten und Abgesandten die Botschaft des Dominion zu Bayor, in den Föderationsraum und in den gesamten Alphaquadranten trägt.

    Lass das Kind mal ruhig freie Presse spielen. Den wickel ich doch dreimal im Vorbeigehen um den Finger.

    „… ich danke _Ihnen_, dass Sie sich die Zeit nehmen, junger Mann. Und gut, dass sie gleich zum Punkt kommen; ihre Frage ist sehr berechtigt. Denn sie zeigt ein weit verbreitetes, mich tief besorgendes Missverständnis über … [schwafel]“

    Oh mann, das wäre sooo gut. Schade, dass wir das nie sehen.

    Nunja, jedenfalls könnte ich mir gut vorstellen, dass Jake durch a) seine internen Kenntnisse durch Gespräche mit u.a. seinem Vater, b) seine gut ausgeprägte instinktive „Menschen“-Kenntnis und c) den typischen jugendlichen Leichtsinn auf genau so einen Gedanken kam. Und sich deshalb gar nicht so dolle in Gefahr wähnte. Plus das von Euch erwähnte: Das Dominion muss strategisch darauf achten, als verlässlicher Vertragspartner wahrgenommen zu werden. Und da wäre es tatsächlich unklug, dem – explizit nicht militärischen – Sohn des Abgesandten was anzutun.

    Also Jakes Entscheidung ist schon dumm, keine Frage. Aber sie ist nicht so dumm, wie sie erst wirkt.

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  7. stef baura s

    hallo Ihr beiden,

    vielen Dank für die tolle Besprechung.

    Mit Sichtung dieser Folge war ich dann so hooked, dass ich mir die kommenden 3 auch gleich noch angeschaut habe, obwohl ich mir vorgenommen hatte, auch DS9 nur häppchenweise mit Euch zusammen zu gucken.
    Aber ich konnte es einfach nicht lassen, es ist soooo gut.

    Schade, dass wir wegen dem Voyager-Block etwas länger werden warten müssen auf Eure Besprechungen.

    liebe Grüße
    bleibt gesund, viel Freude und auch Erfolg auf der Fedcon

    Eure Stef

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  8. BjoernHH

    Ich erinnere mich dunkel, dass der Anfang der sechsten Staffel DS9 irgendwie im Block gesendet wurde oder auf einem anderen Sender oder so, ich kriege es nicht mehr ganz zusammen.

    Die ersten sechs Folgen konnten wir damals sehen, ohne lange warten zu müssen.
    Verdammt, ich hätte Tagebuch führen sollen. Schlechtes Gedächtnis.

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  9. Michael from Outer Space

    Die getarnten, sich selbst replizierenden Minen sind eine dermaßen mächtige Waffe, dass sich selbst die jahrtausendealte Militärmacht des Dominion die Zähne daran ausbeißt!

    Wenn diese Minen ein Wurmloch blockieren können, dann können sie auch Handels- und Versorgungsrouten abriegeln oder ganze Planeten, vielleicht sogar PlanetenSYSTEME, vom Rest der Galaxis isolieren.

    Die Einsatzmöglichkeiten sind gewaltig (und gewalttätig): vom Lahmlegen der Nachschubwege des Feindes im Vorfeld eines Krieges bis zu Genoziden durch das Aushungern von Kolonien, die auf den Import von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern angewiesen sind, ist alles umsetzbar.

    Wenn ich die politischen, diplomatischen und militärischen Verhältnisse in DS9 ernst nehme, müsste jetzt folgendes geschehen:

    1) Die Föderation setzt das Minenfeld gegen das Dominion ein. Die Flotten des Dominion werden blockiert und es ist gezwungen, große Mengen an Ressourcen für die Beseitigung des Minenfeldes aufzuwenden.
    2) Andere Fraktionen, z. B. Klingon*innen, Romulaner*innen, Tholianer*innen und Breen beobachten den Krieg genau und merken, dass sie diese Waffe auch gerne hätten. Selbst radikale Pazifist*innen müssten sich für die Minen interessieren, weil sie nicht damit angegriffen werden wollen.
    3) Es entsteht ein Wettrüsten der interstellaren Mega-Extraklasse, weil alle möglichen Mächte in den Besitz dieser Waffe kommen wollen – und zwar möglichst vor allen anderen. Das Wettrüsten mit Atomwaffen und KI-Kampfdrohnen unserer Zeit ist im Vergleich dazu ein Kindergeburtstag.

    Die beiden Waffenhändler Hagath und Gaila aus der Folge „Business as Usual“ und Michael Eddignton, der Anführer des Maquis, hätten diese Minen ohne mit der Wimper zu zucken für ihre Zwecke eingesetzt! Und wenn sie es getan hätten, werden andere es ebenfalls tun.

    Ich finde es spannend, dass Star Trek im VOY-Cliffhanger „Scorpion“ und im DS9-Cliffhanger „Call to Arms / A Time to Stand“ kurz hintereinander jeweils eine revolutionäre, sich selbst replizierende Superwaffe (die Anti-8472-Nanitenwaffe bzw. das getarnte Minenfeld) etabliert, die in beiden Serien das Machtgefüge MASSIV verändern müsste. Aber nur VOY thematisiert diese Veränderungen überhaupt, obwohl DS9 bei politischen Themen eigentlich die Nase vorn hat.

    Die Episode und eure Besprechung haben mir wieder mal sehr gut gefallen. Ich finde es nur etwas schade, dass DS9 die Konsequenzen dieser Technologie nicht weiter verfolgt.

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    1. Kleiner Bruder

      Guter Kommentar. Da kommt mir spontan eine Idee: solche Minen brauchen ja riesige Mengen an Energie, sowohl als „Explosivstoff“ als auch zum replizieren. Könnte es sein, dass solche Minen nur unter bestimmten Bedingungen funktionieren, wo zum Beispiel genügend verwertbare Strahlung vorhanden ist?

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  10. Florian

    Einfach eine Wahnsinnsfolge!

  11. Alexander

    Hallo zusammen,

    eine prima Besprechung zu einer hervorragenden Folge. Ich freue mich immer über eure ganzen Hintergrundinformationen, die ihr ausgrabt.

    Zur Folge: Ich finde, dass „Zu den Waffen“ eine extrem bedeutsame Folge für Deep Space Nine ist.
    Die Föderation eröffent mit der Verminung des Wurmlochs den Krieg. Gerade die Föderation, die ja normalerweise den Weg der Diplomatie geht, ist der Kriegseröffner, weil sie wissen, wenn weiterhin tausende Schiffe durchs Wurmloch kommen, stehen sie bald mit dem Rücken zur Wand. Gerade, wenn die anderen Mächte im Alpha- und Beta-Quadranten sich dem Dominion anschließen. Daher lieber den Krieg zu den eigenen Bedingungen beginnen. „Wenn du Frieden willst, rüste dich für den Krieg, denn sonst kommt der Krieg zu dir.“ Dennoch würde man dies von der Föderation nie erwarten. Und in TNG wäre das auch nie passiert. Die Autoren hätten das nie durchbekommen, dass die Föderation keine diplomatische Lösung findet.

    Dann, die Föderation verlässt die Station. Deep Space Nine, die Serie, die sich ewig anhören musste, dass eine Serie, die nur auf einer Station spielt, langweilig sein wird. Eine Serie, die immer wieder bewiesen hat, welche gradiosen Geschichten sie erzählen kann, auf der Station. Diese Serie verlässt die namensgebende Station. Das ist eine extreme Zäsur in der Serie und ein guter Punkt mal über die Entwicklungen von eine paar der Figuren zu schauen:

    Sisko, der in „Der Abgesandte“ am liebsten weg von der Station möchte. Der jetzt für sich Bajor als seine Heimat anerkannt hat. Der jetzt weg muss und nicht mehr weg will. Der aber alles in seiner Macht tun wird, um zurückzukehren.
    Und seine kleine Ansprache war möglich, weil sich die Dominionflotte kurz zur Neugruppierung zurückgezogen hatte. Und ich finde es gut, dass sich Sisko trotz des Risikos die Zeit genommen hat, diese Ansprache zu halten. Er hinterließ eine Symbol für Dukat, hierließ aber auch etwas in seinen Leuten, dass sie nicht aufgeben sollen. Diese Minuten waren sehr wichtig.

    Kira, die in „Der Abgesandte“ Sisko am liebsten wieder wegschicken würde. Die so gegen die Föderation als „neue Besatzungsmacht“ war, muss diese nun schweren Herzens ziehen lassen und zulassen, dass die alten Besatzer – und Dukat – zurückkehren. Aber sie hat Vertrauen in ihre neuen Freunde gefunden. Sie weiß, dass Sisko und die anderen DS9 nicht im Stich lassen werden. Sie weiß, dass sie die nun kommende Zeit durchstehen kann. Und daher verlässt sie auch nicht die Station. Sie könnte ja nach Bajor gehen und alles was kommt ignorieren. Aber sie bleibt – trotz Dukat -, weil sie weiß, dass die anderen zurückkehren werden.

    Jake, der Junge der lange nicht wusste, was er machen soll. Der sich noch selbst einen Feigling nannte, weil er im Krieg gegen die Klingonen weglief, zeigt jetzt den Mut direkt in die Höhle des Löwen zu gehen. Um dafür zu sorgen, dass Sisko und die anderen nicht vergessen werden. Er weiß jetzt, was er will. Er will schreiben. Die Wahrheit schreiben! Und schön, dass Sisko das akzeptiert! Der Charakter wird ernst genommen. Wo Sisko in „Die Karte“ noch so wirkte, als würde er Jakes Schreiben für die Presse nicht gut finden, so unterstützt er ihn hier wieder in seiner Wahl.

    Nog, der kleine Ferengi, der in „Der Abgesandte“ noch direkt auf eine kriminelle Karriere zusteuerte, ist jetzt ein Vorzeige-Sternenflottenoffizier. Nicht nur, dass er als Kadett gleichberechtigt mit den anderen Offizieren auf der Brücke der Defiant sitzen darf, er darf sogar für Sisko sprechen. Nicht O’Brian, nicht Dax. Nog, der Kadett, darf sprechen, wie es jetzt weitergeht!

    Und dann diese in meinem Augen extrem wichtige Szene auf dem Jem’Hadar-Kreuzer, kurz vor dem Angriff. Drei Figuren: Damar, Dukat und Weyoun. Drei Figuren, für die diese kurze Situation vollkommen verschiedene Bedeutungen hat.

    Damar: eine Figur, die hier klar zeigt, was seine Vorstellungen sind. Cardassiar muss wieder mächtig sein. Aber auch Damar, der immer auch abhängig von seiner Umgebeung ist. Als Dukats Steuermann auf dem Frachter war er eher ein Nichts. Dem in Ungnade gefallenen Dukat unterstellt. Aber auch schon dort auf der Suche nach Aufstieg. Versuchte sich über Zyal mit Dukat gut zu stellen, indem er ihr „Messertricks“ zeigt. Und jetzt, beim Angriff auf DS9, gleich der Größenwahn, nach absoluter Herrschaft. Interessant, was dieser Charakter noch alles erleben wird. Er wird noch gewaltig die Karriereleiter hochfallen und damit zugleich seinen Höchst- und Tiefstpunkt erreichen. Bevor er wirklich sein wahres Gesicht zeigen kann. Aber hier will er erstmal nur Cardassiar als Beherrscher haben.

    Dukat: Für ihn ist all das persönlich. Sein persönlicher Konflikt mit Sisko, den er hier endlich überflügeln kann. Seine persönliche Niederlage, dass er DS9 einst aufgeben musste, kann er endlich wieder rückgängig machen. Kira, die er stehts begehrt hat, jetzt wieder in seiner Reichweite. Dukat sind Cardassiar und das Dominion egal. Dukat geht es um Dukat. All diese persönlichen Dinge, werden im Laufe der Serie noch wichtige Rollen spielen.

    Und dann Weyoun: Ich fand den Satz von Weyoun extrem stark, dass das Dominion seine Verträge ehrt. Und ich denke, diese Inkanation von Weyoun glaubt an diese Idee des Dominions. Ordnung herstellen und bewahren. Er kann sich, glaube ich, wirklich nicht vorstellen, dass sich jemand ehrlich gegen das Dominion stellt, weil in seinen Augen, das Dominion etwas absolut Gutes es. Das würde auch zu „Die Karte“ passen. Weyoun gibt Jake die Karte, weil für ihn ganz klar ist, dass eigentlich alle unter die schützende Hand des Dominions gehören. Warum mit Sisko Streit anfangen, wenn man ja eigentlich Verbündete sein sollte?
    Und ich denke auch, dass das auch auf Jake gewirkt hat. Jake verlässt sich auf Weyoun, dass ihm auf DS9 nichts passiert. Selbst unter Dukat. Weyoun wird nicht zulassen, dass Jake etwas passiert. Bis es die Gründer es befehlen! Und das wird der Knackpunkt in den folgenden Episoden werden. Für Weyoun beginnt hier nicht der Krieg, sondern es ist der Anfang des Friedens, den das Dominion bringt. Nur dumm, dass die anderen das nicht einsehen wollen.

    Eine wirklich geniale Folge.

    Grüße
    Alexander

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