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7. April 1997:
Quark hat eine Menge Dreck am Stecken, nur würden Euphemisten das meiste davon als Kavaliersdelikte auslegen – am Ende des Tages ist und bleibt er eben doch nur der schlawinerige Barkeeper vom Dienst. Nicht so aber an dem schicksalshaften Tag, an dem er sich überschuldet mit seinem Cousin Gaila sowie dem ruchlosen Waffenhändler Hagath einlässt und in den Abgrund der Gier starrt.
In Deutschland: Kriegsgeschäfte, ausgestrahlt am 14. März 1998.
Nach mehreren Wochen eher mähhhhßiger Folgen bei DS9 und vor Allem Voyager haben Wir hier wieder eine sehr gute. Ich hatte meinen „Spaß“ und musste direkt an den sehr guten Film Lord of War – lange nach DS9 erschienen – denken. Grundsätzlich empfand ich es als sehr gut, den guten Quarch wieder an den Rand der Gier und Moralität zu bringen, auch wenn er am Ende zu gut aus der Sache rauskam. Aber dies ist nunmal wieder dem 90er-Jahre-Konzept der Einepisodenfolgen zu verdanken und damit nicht negativ auszulegen. Der zweite kleine Kritikpunkt wäre der des in Ungnade gefallenen Handlangers, der extra nach DS9 kommt, nur um außerhalb der Kamera mit einem Knall abzutreten. Wobei Hagath ihn sicher auch erwischt hätte, hätte der Handlanger per Skypecall Kontakt gehabt. Aber wie geschrieben: Beide Kritikpunkte empfinde ich als eher klein, wodurch meine Daumen auf jeden Fall hochgehen – für einen Landarzt fehlt dann aber doch der Feinschliff.
Die B-Handlung war hingegen seicht, aber leicht verdaulich. Gefühlt gab es diese nur, damit auch alle Darsteller mitspielen und ihre wöchentliche Lohntüte abholen können. Die B-Handlung störte aber auch nicht aktiv den Grundton der Folge.
Ich habe den guten Sittich somit jetzt nicht negativ in Erinnerung. Wobei ich eh nicht der Richtige bin, um gut beurteilen zu können, ob Kameraarbeit x oder Regiearbeit y herausragend oder nur durchschnittlich daherkamen. Dies können andere Menschen sicher besser beurteilen.
PS: Der Punkt mit der Waffenlieferung an den bajoranischen Widerstand erschien mir erstmal als unlogisch, dann aber als doch logisch, weil die Cardassianer sicher genug eigene Waffen produzieren konnten, aber der Widerstand sicher mehr Bedarf hatte und ggfls. gut bezahlt hat. Und sicher kaufen die Bajoraner auch jetzt noch gerne bei Hagath ein.
PPS: Warum musste ich laufend an den Waffelhändler aus einer Folge Die Redaktion von Gamestar denken? 😀
Das Call of Duty ursprünglich als USarmy Trainingssoftware entwickelt wurde habe ich zwar noch nicht gehört und wie Simon schon angemerkt hatte, wäre dann zumindest in den endgültigen Versionen nicht mehr sehr viel davon übrig geblieben.
Aber bei anderen Spielen wie „Arma“ oder „Full Spectrum Warrior“ war das auf jeden fall so wie Sebastian das beschrieben hat.
Ein anderer Fall ist „AmericasArmy“. Das wurde tatsächlich von der Army selbst herausgegeben, allerdings als Promo/Rekrutierungs- und nicht als Trainingssoftware.
Ich erinnere mich auch noch dunkel an Spiele wie „DeltaForce“, das auf LAN-partys immer von diesen „irgendwie-komischen-aber-hauptsache-es-sind-ein-paar-mehr-Leute-da-Typen“ vorgeschlagen wurde, also solche die es entweder nicht abwarten können endlich aus der Schule raus und rein ins Militär zu können oder solche denen LEEEIiider aufgrund eines Schicksalsschlags (Sportverletzung, was weiß ich) eine Karriere dort verwehrt bleibt.
Diese Spiele, die so voll auf Realismus und taktisches Meldungmachen, etc. getrimmt sind und die man dann 10minuten ausprobiert und dann wie normale Menschen wieder zurück auf „Counterstrike“ wechselt, wurden aber in der Praxis wenn auch nicht offiziell bestimmt zu Trainingszwecken bei diversen Militärs verwendet.
Man möge mir ein wenig den beissenden Spott verzeihen, und jeder soll spielen was er möchte, aber diese Simulatorspiele habe ich nie als Gruppenkompatibel auf LANs empfunden und war mit dieser Meinung (bis auf einmal) damit auch nicht alleine.
So nun aber zurück zur Folge, ich musste nur bei dem Thema eben kurz Senf dazu geben 😉
ansonsten:
„super(podcast den ihr jede Woche auf die beine stellt), danke(für diese unglaubliche Arbeit die ihr da rein steckt und ihn trotzdem kostenfrei anbietet), (macht bitte noch lange und auch über das EnterpriseEnde hinaus)weiterso“
Eigentlich eine beachtliche Fehlleistung von Odo und seinem Team, diesen Showdown im Frachtraum nicht verhindert zu haben.
Haben die wirklich nicht mitbekommen, dass beide Kriegsparteien gleichzeitig an Bord sind und sich über den Weg laufen könnten?
Das müsste doch eigentlich Konsequenzen für Odo haben!
Wie ich letzte Woche schon schrieb: Ich vermisse den alten, grantigen und kompetenten Odo.
Wenn Rom mitgespielt hätte, wäre es dann nicht zur „Romcom“ verkommen?! …sorry 😅
Moin zusammen,
der Plot des „Pakt mit dem Teufel“ war nett eingefädelt aber auch extrem vorhersehbar, das Dissen durch unsere DS9-Besatzung recht plakativ und Quarks Rückkehr zur Ethik per Traumsequenz ein bisschen zu platt. Ansonsten gut gespielt, Berkoff erinnerte mich mit seiner britischen Bedrohlichkeit an Alan Rickman. Schade dass die Nicht-Sprechrolle der Talura so penetrant stumm blieb, das wirkte in keiner Weise real. Eine leichtfüßige Familiengeschichte bei der die Gefahr überschaubar blieb und das Happy Ending schon zu Beginn spürbar. Unterhaltsam, aber wenig Herausforderung an Zuschauer, fand ich, weil das Teufelspaktding schon zu mainstreamplottig ist.
eine höchst kurzweilige Episode. Der Schurke hat gesprochen wie He-Man ..oder war es doch der Magnum ??? .. also in deutsch.
Alles in Allem : Nix Welt-Bewegendes. Quark ist und bleibt eine treue Seele mit weichem Kern. Einer meiner absoluten Lieblinge.
Liebe Genossen > Daumen hoch !
Jo, war die Stimme von Magnum. 🙂
Die Besprechung von „Business As Usual“ hat mich wie jede TaD-Folge sehr gut unterhalten!
Von der Episode selbst bin ich aber weniger angetan als die beiden TaDeriche, weil ich die Geschichten im A- und im B-Plot zu dick aufgetragen und deswegen unglaubwürdig finde.
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OK, der Plot mit dem Milester und Kirayoshi ist tatsächlich charmant. Trotzdem frage ich mich, wieso der Chief nicht von Anfang an um Urlaub gebeten hat. Am Ende wird ihm der Urlaub doch anstandslos gewährt! Mein Fazit lautet hier: „Viel Lärm um nichts.“ Ich kenne mich mit Kinderpflege nicht aus, darum kann ich nicht beurteilen, ob manche Babys wirklich nur auf dem Arm eines Elternteils einschlafen. Dennoch sollte es auf einer Raumstation mit mehreren tausend Bewohner*innen eine Kinderbetreuung in Form von Kindertagesstätten o. ä. geben. Sind die O’Briens die einzige Familie mit einem Baby bzw. Kleinkind? Das halte ich für unwahrscheinlich.
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Im Plot mit Quark, Gaila, Hagath und ihren Waffengeschäften stört mich schon die Prämisse:
Der gewiefte Ferengi-Geschäftsmann Quark, der seine Bar auf Terok Nor/Deep Space Nine seit vielen Jahren betreibt und dabei zahlreiche Umbrüche und Veränderungen (z. B. die cardassianische Besatzung, den Rückzug der cardassianischen Truppen und die Übernahme der Station durch die Sternenflotte, die Belagerung durch den „Kreis“ und den Streik seiner Angestellten) er- und überlebt hat, ist plötzlich wegen ein paar schlecht gelaufener Aktiengeschäfte BANKROTT.
Das kaufe ich der Folge nicht ab, weil Quark nicht so lange als Geschäftsmann überlebt hätte, wenn ihn schon ein paar fallende Aktienkurse dermaßen aus dem Gleichgewicht bringen könnten. Außerdem bekommen wir all das in den ersten paar Dialogzeilen vor den Latz geknallt und das ist mir zu wenig.
Nun steigt Quark also in den interstellaren Waffenhandel ein, verkauft dabei in den ersten beiden Akten tausende, wenn nicht zehntausende Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete und begleicht damit seine Schulden. Es mag sein, dass er schon zu dieser Zeit Gewissensbisse hat. Er unternimmt aber erst etwas, nachdem Hagath seinen ehemaligen Verkäufer Farrakk eiskalt abserviert und ermorden lässt! Gailas und Hagaths Skrupellosigkeit und Geldgier, die gleich zu Beginn offensichtlich sind, haben Quark nicht motiviert, seine Geschäftsbeziehung zu überdenken.
Der geplante Verkauf des Virus an den Regenten finde ich merkwürdig, weil er nichts mit der Holosuite zu tun hat. Der Grund, weshalb Gaila und Hagath Quark in ihre Organisation aufnehmen, sind seine Holosuiten, denn dort kann er holografische Versionen der angebotenen Waffen vorführen! Über das Virus wird nur beim Essen gesprochen. Ich finde, das ist ein auffälliger Bruch in der Story. Wo hätte Quark das Killer-Virus, welches der Regent als Massenvernichtungswaffe einsetzen will, eigentlich herbekommen sollen? Schüttelt sich der Ferengi-Barkeeper die Kontakte zur Beschaffung von Biowaffen aus dem Ärmel oder wie funktioniert das?
Logischerweise weigert sich Quark, eine Massenvernichtungswaffe zu liefern, weil damit *Millionen* unschuldiger Personen ermordet werden könnten. Moment mal, Quark! Du hast bis zu diesem Zeitpunkt schon viele tausend „konventionelle“ Waffen in Form von Gewehren, Bazookas, wahrscheinlich auch Drohnen usw. verkauft. Damit werden doch Personen getötet, oder nicht? Der Unterschied zwischen den von Quark verkauften konventionellen Waffen und der Biowaffe ist „quantitativer“ Art, weil mit der Biowaffe deutlich mehr „Menschen“ (ich sage das jetzt einfach so) getötet werden können. Der Unterschied ist aber nicht „qualitativer“ Art, weil auch mit konventionellen Waffen enormer Schaden und unfassbar viel Leid angerichtet werden kann. Mit konventionellen Waffen wurden und werden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sogar Völkermorde begangen!
Leid kann man nicht quantifizieren bzw. messen und gegeneinander aufwiegen. Wenn in einem Konflikt 1.000 Menschen sterben, ist das nicht „besser“ oder „weniger schlimm“ als wenn 10.000, 100.000 oder 1.000.000 Menschen sterben. Leid sollte minimiert werden, aber dadurch ist das entstandene Leid noch lange nicht moralisch gerechtfertigt. Als anschauliches Beispiel nenne ich hier das bekannte „Trolley-Problem“.
Mehr als seltsam finde ich die „Auflösung“ der Geschichte:
Quark bescheißt seine Geschäftspartner, spielt zwei verfeindete, bis an die Zähne bewaffnete Parteien gegeneinander aus und sorgt dafür, dass sie ihren Krieg *auf der Station* weiterführen… What could possibly go wrong?!
Es ist ja nicht so, als ob dadurch *Unschuldige* gefährdet würden,… oder etwa doch…?
Hmmm… in Akt 2 droht der Spencer, er würde Quark „an die Wand nageln“, wenn er sich wieder etwas zu Schulden kommen ließe… schlussendlich muss er aber nur eine Rechnung für die entstandenen Sachschäden bezahlen, die der Spencer ihm vorlegt… weil in der Föderation seit Neuestem *Rechnungen* ausgestellt und bezahlt werden. Ahhh ja! Wie war das noch, als gegen Ende von Staffel 4 in der Folge „To the Death“ eine Gruppe abtrünniger Jem’Hadar die Station angriff? Sie sprengten sogar einen der oberen Pylonen ab! Die Reparaturen müssen *Unsummen* gekostet haben! Hat der Spencer deswegen eine Mehrwertsteuer erhoben, um das nötige Geld zusammenzukratzen? Oder hat er seine Amazon-Aktien verkauft? Wo kam damals die Kohle her?
Warum wird Quark nicht ebenfalls von einem Killerkommando gejagt, nachdem der Regent von einem solchen Kommando ermordet wurde und Gaila und Hagath ebenfalls vor Killern auf der Flucht sind? Kapiert niemand, dass Quark die Eskalation auf DS9 herbeigeführt hat? Interessiert sich niemand für ihn? Will sich niemand an ihm rächen?
Warum sollte Jadzia dem Schurken Quark jetzt plötzlich verzeihen? Sie haben sich wegen seiner Waffengeschäfte, die in den ersten beiden Akten begannen, zerstritten. Diese Deals hat Quark doch nicht rückgängig oder ungeschehen gemacht! Die Handlungen, für die Jadzia ihm die Freundschaft aufgekündigt hat, bleiben mitsamt ihren Konsequenzen bestehen. Es ist ja sogar so, dass Quark in der finalen Szene wieder mit ihr Tongo spielen kann, weil er sich nicht wie im Teaser dauernd Sorgen um seine Finanzen machen muss. Quark ist es gelungen, sich mithilfe seiner Waffengeschäfte zumindest teilweise finanziell zu sanieren. Jadzia findet das plötzlich in Ordnung, obwohl sie sich ein paar Szenen zuvor noch heftig darüber echauffierte. Quark hat sich zwar entschieden, das Virus nicht an den Regenten zu liefern, aber das dürfte keinen Einfluss auf seine Beziehung zu Jadzia haben. Sie haben sich ja nicht wegen der geplanten Lieferung des Virus zerstritten, sondern vorher.
Mich nervt, dass Quark mit allen seinen Machenschaften durchkommt! Seine Kollaboration mit dem Mörder Vantika in der Folge „The Passenger“ wurde im Podcast erwähnt. Ich habe weitere Gelegenheiten in Erinnerung, bei denen er wenigstens *irgendeine* Art von Strafe verdient hätte:
– „Move Along Home“ (1.10): Quark betrügt beim Dabo und setzt die Crew als Spielfiguren ein (was er nicht weiß, aber er lernt auch nichts aus seinem Verhalten).
– „The Siege“ (2.03): Quark verkauft Shuttleplätze an verzweifelte Flüchtlinge, die ihre Familien und sich selbst vor dem faschistischen „Kreis“ in Sicherheit bringen wollen.
– „Invasive Procedures“ (2.04): Quark verschafft Verad und seiner Bande Zugang zur Station, wo sie anschließend den Dax-Symbionten stehlen und damit Jadzia fast ermorden.
– „Melora“ (2.06): Quark bringt durch seine Machenschaften mit dem Gangster Fallit Kot die beiden Offizierinnen Jadzia Dax und Melora in Lebensgefahr.
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In „Business As Usual“ ist mir Vieles zu konstruiert, als dass ich die Story ernst nehmen könnte. Als Charakterepisode für Quark funktioniert sie meiner Meinung nach nicht. In den bisherigen Charakterfolgen, z. B. in „Necessary Evil“ oder in „Things Past“ mussten Nerys bzw. Odo sich und anderen etwas eingestehen, dass sie lieber verdrängt hätten: Nerys gibt zu, während der Besatzung den bajoranischen Kollaborateur Vaatrik getötet zu haben; Odo gesteht, während der Besatzung unschuldige Bajoraner*innen an Dukat ausgeliefert zu haben. Beide Taten verfolgen sie bis in die Gegenwart. Garak wird mit seinen Taten im Obsidianischen Orden leben müssen, z. B. damit, dass er Odo in „The Die Is Cast“ gefoltert hat, um Informationen zu erpressen (die Odo gar nicht besaß). Auch Nog und der Spencer werden mit ihren „Dämonen“ kämpfen müssen.
Und Quark? Er bezahlt eine Rechnung, die der Spencer ihm ausstellt. Was für ein grausames Schicksal!
Mir haben die Inszenierung und die darstellerischen Leistungen in „Business As Usual“ insgesamt gut gefallen. Vor allem Steven Berkoff bleibt als Waffenhändler Hagath in Erinnerung.