#340: Past Tense, Part I (DS9 3.11)

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2. Januar 1995:
Ein Transporterunfall wirft Dax, Bashir und Sisko in die Star-Trek-Version unserer nächsten Zukunft. Im Herbst 2024 führten katastrophale soziale Bedingungen in den USA zur Errichtung von Obdachlosen-Ghettos. Der Weg aus dieser finsteren Epoche in die Roddenberry-Utopie ist weit – und der Fluss der Zeit darf im entscheidenden Moment nicht abzweigen. Fortsetzung folgt nächste Woche.

In Deutschland: Gefangen in der Vergangenheit, Teil 1, ausgestrahlt am 27. Februar 1996.

Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

  1. Georg

    Als ich die Folge das erste Mal gesehen habe, hatte ich mir keine großen Gedanken über das Datum gemacht.
    2024? Das ist doch noch ewig weit hin!
    ..lol.. *heul*

    Ich werde nicht aus der Star Trek Timeline schlau.
    Waren die Eugenischen Kriege schon?
    Oder werden diese kurz vor „First Contact“ zuende gehen?
    Wie passt es dann dazwischen, dass nach den Bellriots alles besser wird?
    First Contact erscheint mir nicht, sozial gesehen, nach den Bellriots zu liegen. Zumindest, was man davon so mitbekommt.
    Oder ist das eine Kelvinmäßige parallele Zeitlinie?
    Wir werden es nie erfahren.

    Was, 95 soll näher an 68 sein, als wir an 95?
    KANN JA GARNICHT SEIN!
    68 ->95 = 27
    95->23 = 28
    ohh..

    Eure Fantheorie, der Vergleich zu City on the Edge of Forever, ist aber eine „Das Drehbuch will es so“, eine andere wäre eine deterministische, nämlich wäre Sisko nicht erschienen, würde es keine Bellriots geben und somit kein Sisko. Also die reine Existenz von Sisko liegt daran, dass er dort zufällig hingebeamt wird.
    Außerdem sehen wir immer nur Siskos Bild, wenn jemand nach den Bellriots sucht. Vermutlich war das schon immer so. Und als Sisko das in der Schule gelernt hat, war da eben ein alter Mann, er weiß ja nicht, wie er aussehen wird in ein paar Jahrzehnten:D

    1. Kleiner Bruder

      Über das Jahr 2022 gab es einen Film, der nicht nur sehenswert ist, sondern auch unheimlich aktuell wirkt. Da gab es auch eine hörenswerte Podcastfolge von Data sein Hals.

    2. Maestro84

      Mein Fisch zum Thema:

      – Eugenische Kriege in den 90ern
      – Erholung der Welt in den 2000ern – 3. Weltkrieg in der Mitte des Jahrhunderts samt Postnukleare Schreckenszeit
      – Erster Warpflug

      1. Sören

        Wir werden ja noch in dritten Staffel von Voyager eine Folge sehen, die in den 90ern spielt und die zumindest ich mit der Zeitlinie Eugenische Kriege so gar nicht übereinander bekomme.

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    3. sternburg

      Das fand ich auch:

      Hey, das ist wenige Jahre nach den Eugenischen Kriegen? Dafür ist diese Gesellschaft doch eigentlich ganz okay aufgestellt.

      Und eines wollen wir nicht vergessen: Im Vergleich zu unserem – nun auch ziemlich klassisitischem – 2023 ist dieses 2024 im Grunde eine Utopie. Weil in deren 2024 auch die Superrreichen und Mächtigen den ÖPNV benutzen. Das ausnutzen und wegsperren der ~Nutzlosen~ haben wir halt im Detail etwas globaler gelöst. Aber Mauern sind Mauern und institutionalisierte Waffengewalt bleibt Waffengewalt.

  2. Dennis

    Hallo,
    danke für die tolle Episoden-Besprechung!

    Ich erinnere mich, dass ich diese Folge als Jugendlicher in den 90ern 2 oder 3 mal gesehen hatte und sie damals ziemlich langweilig fand, vermutlich weil mir der Bezug zu der Thematik fehlte.

    Letzte Woche habe ich sie zum ersten Mal seit langem nochmal geschaut und war fast überwältigt von der Aktualität der angesprochenen Themen.
    Soziale Probleme (nicht nur) in den USA, Zerfall Europas, usw.

    Sebastian hat es treffend beschrieben: eine fast vergessene Doppelfolge!

    Bin gespannt auf euren Teil II und euer Gesamtfazit.
    für mich trotz ein paar Abzügen in der B-Note einen Award wert!

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  3. Steffen von der Insel

    Bin zwar noch nicht durch aber hier schonmal meine ersten Gedanken:

    Zum Thema Quark, Nagus und Schulden:

    Am Anfang der Staffel hatte der Nagus in seiner „Großzügikeit“ ja den Kontakt mit den Karemern hergestellt um Kontakt mit den Gründern aufnehmen zu können. Dementsprechend hat die Föderation (wie Simon schon richtig erkannt hat) Schulden beim Nagus und die will er jetzt eintreiben. Den Hinweis von Sisko dann verstehe ich ebenfalls so wie Simon.

    Zum Thema „Nen Zoom hätte gereicht“

    Ja stimmt schon aber das Budget für Empfänge war noch nicht ausgeschöpft und man steht kurz vorm Jahresabschluss in der Buchhaltung.

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    1. Georg

      Daher auch die Reise in der Defiant.
      Die hatte noch nicht genug Kilometer aufm Tacho, daher musste hier dringend Sprit verbraucht werden, sonst würde es nächstes Jahr weniger Dilithium geben

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      1. Steffen von der Insel

        Oder schlimmeres wie: „Na ihr braucht die Defiant aber gar nicht so oft. Die können wir dann lieber wo anders einsetzten.“

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    2. Bridge66

      Das mit den Gläubigern und Schuldnern hat die deutsche Synchro auch nicht begriffen.
      Da heißt die 111. Erwerbsregel übersetzt:
      „Sieh in Gläubigern einen Teil der Familie und beute sie aus.“
      „People in your debt“ sind aber keine Gläubiger, denen du etwas schuldest, sondern Personen, die DIR etwas schulden. Andersrum ergibt das auch keinen Sinn.

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  4. CptCalhoun

    Also ich fand die Folge damals in den 90er schon klasse. Auch wenn ich die feinen Botschaften wirklich erst immer beim späteren schauen mit Anfang 20 verstanden haben. Die Sache mit dem futruristischen Datum, dass keines mehr ist, haben ja auch schon andere Francises gehabt. Bekanntes Beispiel Back tot he Future welche ja nach 2015 gereist ist. Hat man ja 2015 sogar dann für so eine Marketingkampange für den Film nochmal genutzt. Star Trek hätte hier die Chance mal was ähnliches zu machen, denn das Thema ist ja aktueller den je. Alleine schon das wir weltweit diskutieren Menschen die auf der Flucht sind, erst mal in Lager zu stecken, als Abschreckung. Aber so wie ich Paramount als Firma kenne, wird da wohl nichts passieren.
    Das am Anfang die komplette Stammbesatzung mit der Defiant zur Erde fliegt, finde ich jetzt nicht so krass. Wie gesagt es ist ein Symposium für die Führung der Flotte. Auch wenn es nicht gesagt wird, steckt sicher auch eine politische Aussage darin. So nach dem Motto seht ehr, diese tapferen Offiziere werden mit diesem krassen Schiff jeden Jem‘ Hadar zurück in den Gamma Quadranten ballern. Da finde ich den Vergleich mit den normalen Salesteammeetings die auch ein Zoom Call hätten sein können, doch etwas ungenau. Fragt sich jetzt nur wer solange jetzt auf Deep Space Nine die Stellung halten darf mit welchem Schiff. Spannend auch das der Sisko hier Odo als Sicherheitschef mitnimmt. Eddington, welcher ja als neuer Starfleet Sicherheitschef etabliert wurde, hier nicht mal erwähnt wird und der stattessen jetzt wohl lauf DS9 geblieben ist.
    Bei dem Gespräch über den Transporteraum der Defiant, musste ich auch wieder an eurer Gespräch zur Einführung des Schiffes denken, und dass es sich möglichst stark von der Enterprise oder kommenden Voyager unterscheiden sollte. Jetzt so zwei Wochen vor dem Star von Voyager vielleicht auch eine gute Erklärung, warum es auf dem Schiff nur den Transpoterraum light gibt. Übrigens ist das hier glaub ich auch das erste Mal, dass wir den Transporterraum der Defiant sehen. Bin mir aber gerade unsicher, ob es nicht auch das letzte Mal ist.

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  5. Maestro84

    Erinnert eigentlich nur mich der „Newboooy“-Typ an Kid Rock in jung?

  6. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Die Parallelen zum Hier und Jetzt sind bestürzend. Obdachlosigkeit war damals ein Thema und heute speziell im teuren Kalifornien noch mehr, besonders nach der Covid-Krise. Das Doomsdaygefasel, welches leider oft durch (a)soziale Medien rauscht, nervt mich: nicht wenige meinen, es bräuchte mal einen „Neuanfang“, und den könne es nur nach einem „Dritten Weltkrieg“ geben. Ganz so, als sei es erstens ganz einfach, „danach“ wieder weiterzumachen und es sei zweitens gesetzt, dass dann alles ganz anders, bedeutet „besser“, werde. Was für ein gefährlicher Blödsinn, basierend auf tragischer Unkenntnis.

    Natürlich waren die zwei Gesellschaftsteile, jene in der Isolierhaft, jene im Luxus, grotesk und klischeehaft überzeichnet. Das sterile Büro, lieber Simon, hättest Du Dir doch flott gemütlicher einrichten können, vielleicht durch bajoranische Makramee-Eulen, geklöppelt von Kira. Also, ein Loft an der Bay, wenn erdbebensicher… nehm ich! Dax mit neuer Frise, ganz zauberhaft!

    Ja, die Unberührbaren waren alle viel zu sauber und in zu gutem Zustand, selbst der pöbelnde Cowboy mit seinem seltsamen Logopädie-Duktus wirkte wie frisch gebadet und geföhnt.

    Wer hat eigentlich das Foto vom Ben gemacht, in der zivilen Joppe und wann? Das einzige Foto entstand im Processing Center, und da hatte er noch den roten Strampler an. Und hat dann mal jemand geräteselt, wohin der Volksheld so schnell entschwand? Der echte Bell war ja nun eine anonyme Leiche, oder hat mal jemand dessen DNS / Finger Prints genommen?

    Ich freue mich auf „and now the conclusion“ und Eure Bewertung. Auf jeden Fall schon bis hier her eine bemerkenswerte Folge, die sicher eine sehr teure Botschaft transportiert.

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    1. Maestro84

      Wobei Obdachlosigkeit erstmal Nichts mit Dreck zu tun hat. Sicher, Obdachlose können sich nicht so oft waschen, aber die wühlen ja auch nicht wie Ratten im Dreck. Ich mag daher das (Film)klischee der Marke „Kleben wir dem Assi mal Dreck in die Fresse.“

    2. sternburg

      „Das sterile Büro, lieber Simon, hättest Du Dir doch flott gemütlicher einrichten können“

      Bei dem Büro musste ich die ganze Zeit denken, das sieht exakt aus, wie in jeder random Amiga-500-Wirtschaftssimulation.

      Und das ist auch einer der wenigen Punkte, in denen mich diese – sonst so aufwendig und gut ausgestattete – Folge qua ihres Kulissenbaus rausgehauen hat. Das sieht einfach aus wie von jemandem gebaut, der noch in einem Büro gearbeitet hat. Das wirkt halt leider null, als würde es von lebenden Menschen genutzt und auf eine existierende Stadt runter schauen.

      Und das kapiere ich ehrlich gesagt auch nicht: Ihr fahrt schon so einem Aufwand. Dann nehmt doch als Set irgendein existierendes leerstehendes Büro in Los Angeles. Oder meinetwegen ein Chefbüro auf dem Studiogelände. Und tut da so oder so mit etwas Gemälde und Licht was glaubhaftes vor die Fenster (wenn das Ortskundige nicht sofort erkennen sollen). Kulissenbau ist auch nicht gratis, war das wirklich so viel billiger?

      „Ja, die Unberührbaren waren alle viel zu sauber und in zu gutem Zustand, selbst der pöbelnde Cowboy mit seinem seltsamen Logopädie-Duktus wirkte wie frisch gebadet und geföhnt.

      Das ist vielleicht die einzige Stelle, an der ich der sehr guten Folgenbesprechung widersprechen muss. Da merkt man dann auch (was keine Schande ist), wer noch nie z.B. praktischen Kontakt mit einem Unterkunft für Obdachlose hatte. Diese Menschen in der „Schutzzone“ leben nicht auf einer umzäunten Weide oder so. Da gibt es schon rudimentäre Infrastruktur. Ich stand überletztens im Prinzenbad (Sommerbad Kreuzberg) unter der Dusche neben jemandem, der sich dort ungerührt nass rasierte. Das ist natürlich überhaupt gar nicht vergleichbar. Ich will nur sagen, ausreichend motivierte Menschen finden in den verzweifelsten Lagen Möglichkeiten, sich halbwegs herzurichten. Der Drang zum aufrecht erhalten einer gewissen Restwürde ist nicht zu unterschätzen. Und das macht dann dieses Lager kein Stück weniger krass und menschenverachtend.

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  7. Goddy

    Hallo zusammen.
    Eine gute Folge von euch. Gerade die Parallele zu The Edge of Forever ist mir erst jetzt aufgefallen. Danke dafür.
    Erschreckend ist für mich die Aktualität. Tauscht man Obdachlose/Arbeitslose durch Migranten aus ist man im Hier und Jetzt.
    Sie sollen am liebsten auch eingesperrt werden und nur mit einer Karte das nötigste bekommen.
    Auch sind dort alle Leute überfordert und die Gesellschaft schaut am liebsten weg.
    Aber diese Doppelfolge gibt ja auch Hoffnung das sich was ändern kann wenn die Bevölkerung aufwacht.

    Ich freu mich schon auf den 2 Teil euer Besprechung.

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  8. Florian

    Fand die Folge immer cool.

  9. Kleiner Bruder

    Ja, ja, das Podcast Gewerbe braucht auch Regeln, das kann man schon mal verwechseln.

    Wieder einmal eine „erwachsene“ Star Trek Folge. Ich vermute ja, dass sie nicht „vergessen“ ist, weil sie zu einer ungünstigen Zeit lief, sondern weil sie unbequem ist. Statt Weltraum Abenteuer wird Sozialpolitik gemacht. Und dazu noch mit einer Zeitreise Episode, in der alles vorherbestimmt zu sein scheint. Temporal Investigations wird das nicht gefallen haben werden.

    Eine Parallele in der SF hatte ich oben schon mal kurz genannt, nämlich der Film „Soylent Green“/ „Jahr 2022 – die überleben wollen“. Darin wird uns New York als Slum geschildert. Und als ich mal ein wenig gegoogelt habe, da fand ich folgende Zeile auf einem Aushang aus der Schutzzone A: „New Soylent Ration Requirements“!!!!! Anscheinend ist diese Firma auch zwei Jahre nach dem Skandal noch aktiv.

    Die Idee, dass ein Mensch durch seine Handlungen die Welt verändern kann klingt natürlich arg romantisch. Aber das ist es auch, was Star Trek immer ausgezeichnet hat, die Utopie.

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    1. sternburg

      Man sollte sich überhaupt mit temporaler Mechanik bei Zeitreisen-Filmen nicht all zu sehr auseinander setzen, sonst implodiert das immer. Da ist ja schon diese in allen Fällen extrem super hoch angesetzte Motivation, alle Leute, die bis „heute“ eigentlich existieren sollten, existieren jetzt nicht mehr. Naja gut, aber die merken es ja auch nicht? Und überhaupt, was ist denn mit den Leuten in der jetzt neuen Timeline, verdienen die nicht zu existieren? Und wenn das alles so einfach so komplett auf ein anderes Gleis zu setzen war, wer sagt denn dann eigentlich, dass dieses „heute“ die „richtige“ Zeitlinie ist und nicht nur auch ein Ergebnis irgendeines ähnlich haarsträubenden Zufalls? Wieso also sind „wir“ in „unserer Zeitlinie“ diejenigen, die es zu leben verdienen?

      Das wirkt immer alles so moralisch eindeutig. Bis man mal drüber nachdenkt.

      Oder anders formuliert: Das ist eine der ganz wenigen Gedankenexperimente, in denen man zur moralischen Bewertung halbwegs sinnvoll das – ansonsten grotesk schwachsinnige – sogenannte trolley problem heranziehen kann. Allein das sollte einen schon misstrauisch stimmen.

      Oder nochmal anders formuliert: Wann immer in einer Erzählung eine Zeitreise vorkommt, dann sollte man die damit einhergehenden Mechanismen, Probleme und moralischen Bewertungen einfach hinnehmen. Solange sie ganz an der Oberfläche halbwegs plausibel erklärt und dargestellt werden. Weil es strukturell unmöglich ist, das bis in die letzte Sinnhaftigkeit plausibel zu erzählen.

  10. Georg

    Ich war ja noch nie wirklich gut in temporaler Mechanik, aber weshalb kommt Odo erst am Ende zu O’Brien „die Kommunikation zu Starfleet wurde gekappt“?
    Sollte das nicht sofort passieren, als Sisko sich nach unten beamt?
    Denn zu dem Zeitpunkt landet er in der Vergangenheit und alles danach ist so, als wäre Bell nicht existent.
    Es macht keinen Sinn, dass sich die Zukunft ändert, genau in dem Tempo, wie sich die Vergangenheit ändert, bzw. wie wir es sehen. Das sollte Sofort geschehen. Oder garnicht, weil O’Brien ja in die Vergangenheit reist und Sisko dort genau das macht, was gemacht werden muss, damit die Zukunft sich eben nicht ändert.
    Temporal gesehen existieren die Zeitlinien „Sisko“ und „Besatzung Defiant“ nicht parallel, sondern sind nach dem Beamen seriell.
    Jedenfalls macht das mit den Romulanern wenig Sinn.
    Wir sehen uns mit der Thematik bei First Contact wieder!
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    1. Max

      Ja, da sprichst Du – meiner Meinung nach – einen sehr spannenden Punkt an.
      Dass sich die Zukunft genau in dem Verhältnis ändert, wie die Ereignisse auf der der alten Erde Veränderungen unterliegen, ist schon mehr als seltsam. Ich nehme ja an, man hat das einfach nur aus dramaturgischen Gründen gemacht.

  11. Max

    Es tut mir leid, ich muss es noch mal loswerden, weil es mir immer noch keine Ruhe lässt… Sebastian hat Alixus und Siskos Verhalten in „Paradise“ erwähnt und eben dieses Verhalten ärgert mich nach wie vor: Ich verstehen nicht, warum sich Sisko Alixus unterworfen hat. Dieses „Ich gehe zurück in die Kiste“ hinterlässt mMn auch einen üblen Eindruck, weil es wie ein Echo der Sklaverei rüberkommt, indem man sich der Ungerechtigkeit beugt, und ich finde es nach wie vor krass, dass man Brooks – und, wenn man so will, Sisko – sowas zugemutet hat.

    1. Kleiner Bruder

      Passiver Widerstand. Lieber nimmt man eine ungerechtfertigte Strafe in Kauf, als selbst zum Täter zu werden oder sich durch aktiven Widerstand eventuell selbst ins Unrecht zu setzen. Dazu gehört natürlich ein großes Vertrauen in die Kraft des Guten Beispiels oder Gottvertrauen, wie es einige wenige in der Nazizeit gezeigt haben.

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    2. Sören

      Spannend, ich hatte eine andere Assoziation. In „Die Brücke am Kwai“ wird ein Käfig benutzt damit der Chef des Gefangenenenlagers besonders renitente Gefangene disziplinieren (und brechen) kann. Ich habe dort unseren Spencer auf den Spuren von Sir Alex Guiness wandeln gesehen und nicht die Parallele zur Sklaverei gesehen.

  12. stef baura s

    Ihr zwei beiden,
    vielen Dank für die Besprechung von Teil 1 einer meiner Lieblings-Zweiteiler.

    Ich hatte diesen jedenfalls nie vergessen und fand ihn schon immer gut, war aber auch schon deutlich älter beim Erstschauen. Außerdem kriegt man mich mit Zeitreisen immer…

    Bei den Rewatches fiel mir immer mehr auf, wie sehr sich diese Dystopie bewahrheitet, bzw. wie nahe sie zumindest in der USA schon an der Realität war.

    Inzwischen sind auch wir in Europa nimmer allzuweit von diesem Szenario weg. Insbesondere unsere Wurschtigkeit gegenüber Geflüchteten und (im günstigsten Fall) das Wegblenden dessen, was an den Außengrenzen geschieht, und das Ignorieren der Armut und die Folgen der Betroffenen im eigenen Land, das erschreckt mich sehr.

    Ich freue mich auf die Fortsetzung nächsten Dienstag.

    Eure Stef

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