#252: Face of the Enemy (TNG 6.14)

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8. Februar 1993:
Eines Morgens erwacht Deanna und erlebt eine wahre Denver-Clan-Schrecksekunde: Sie scheint zur Romulanerin mutiert! Unter den misstrauischen Augen der gestrengen Toreth improvisiert unsere Counselor und wächst über sich hinaus. So entfaltet sich auf dem rumänischen Warbird Khazara ein vertrackter Spionagethriller, der zugleich die unerwartete Fortsetzung von Unification darstellt.

In Deutschland: Das Gesicht des Feindes, ausgestrahlt am 6. Juni 1994.

Dieser Beitrag hat 56 Kommentare

  1. Köm

    Hi Leute,

    ich will euch kurz rückversichern: Show Notes sind zwar schön, aber da guckt man doch echt nur einmal alle paar Monate rein. Sowas erwarte ich vielleicht vom NDR, aber von euch echt nicht. Alles dufte wie es ist.

    K

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    1. chrysomeles

      Da bin ich bei Köm. Ich finde Shownotes bei Podcasts sinnvoll, die mehrere Themen in einer Folge anreißen & damit dann weitergehende Informationen oder auch Empfehlungen bieten.

      Insbesondere bei euren Episodenbesprechungen habe ich das Gefühl, vollumfänglich informiert zu sein und brauche da persönlich nicht „mehr“.

      Was irgendwann mal nett wäre (sofern es eure Zeit erlaubt) wäre natürlich mal eine Zusammenstellung eurer bevorzugten Quellen im Allgemeinen & zu Sonderfolgen im besonderen, z.B. als Übersicht zentral hier im Blog. Das wäre aber mehr so ein Sahnehäubchending.

      Viele Grüße,
      chrysomeles

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    2. Alte Warpgondel

      Als bekennender Geek habe auch gerne alle Informationen, die ich kriegen kann. Aber praktisch gesehen nutze ich Shownotes nur selten. Es fehlt mir oft die Zeit ausführliche Hintergrund Infos zu lesen. Und wenn ich die Zeit dafür habe kann ich auch selbst die Suchmaschine meiner Wahl bemühen. Eine allgemeine Liste mit Links und vor allem eine mit Literatur wären hilfreich, aber das muss ja nur 1x erstellt werden. Also lieber Sebastian, arbeite lieber an der angekündigten Trek am Freitag Folge als an Shownotes 🙂

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  2. Steffen V.

    Vielleicht erinnert sich ja ein Hörie? Höry? hier, in welcher Folge Beverly sich das erste Mal gefragt hat, was da denn los war?

  3. sirCris

    Komisch, dachte Troi hätte eben nicht das Vinerin gekostet, sondern was anderes, weil sie eben bereits auf Knastschiffen besseres Vinerin gesehen habe, oder habe ich das verwechselt?

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    1. Alte Warpgondel

      Ja ich dachte auch, dass sie was anderes genommen und ihre Unwissenheit mit dem bissigen Gefängniskommentar überspielt hat.

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    2. Bridge 66

      Hi, sirchris,

      Das sehe ich genauso. Als ich die Szene das erste Mal sah, dachte ich gleich:
      „Schei… Sie weiß nicht, was das ist, wenn sie jetzt nach der falschen Schüssel greift…“ – und schon ist es passiert.
      Toreth: „Sie hätten es wenigstens probieren können.“
      Troi: „Ich habe schon auf Gefangenenschiffen besseres gerochen.“
      Und nochmal: Troi ist Empathin, sie kann keine Gedanken lesen (außer die von Betazoiden). Der „Kevin“ hatte keine Chance ihr zu helfen, ohne dass es aufgefallen wäre. Ihr einziger Ausweg war die Flucht nach vorn.

      LL&P
      Bridge

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  4. Dirk

    Rumänischer Warbird? 🤣🤣🤣

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  5. René

    Guten Tag,

    diese Folge lässt das Schicksal der übergelaufenen Romulaner völlig unbeachtet – obwohl dieses in den Feuilletons der Föderationsgazetten ausreichend ausgeschlachtet wurde.

    Nachdem Sektion 31 nach monatelangen Verhören (bei denen natürlich auf die Wahrung der Romulanerrechte Rücksicht genommen wurde) erkannt hat, dass es sich hier um 3 Dampfplauderer handelt, welche substantiell genau Nichts zur Freiheits-/Wiedervereinigungsbewegung beitragen konnten, wurden diese einfach auf die Straße gesetzt.

    Da das Einzige, was sie wirklich besaßen ihre lustigen Klamotten waren, fassten sie nach einigem orientierungslosen Hin und Her den Entschluss eine Partymusikcombo zu gründen. Sie nannten sich ab diesem Zeitpunkt „The Warbirdies“. Quadrantweit bekannt wurden und sind sie für Gassenhauer wie „Ein Bett im Warpfeld“, „Es fährt ein Turbolift nach Nirgendwo“ oder auch „Mamor, Stein und Eisen bricht – und Duranium auch manchmal“. Aber auch so existentiell – nachdenkliche Stücke wie „Für mich soll´s selbstdichtende Schaftbolzen regnen!“ gehören zu ihren unvergessenen Klassikern.

    Das Engagement mit einem Pakled Eventmanager sollte der Combo aber bald zum Verhängnis werden. Statt der andorianischen „Blue Man Group“ buchte er die Warbirdies auf eine Betriebsfeier des Tal Shiar. Ab dem Moment, als sie anhuben ihre neue musikalische Interpretation eines alten Erdenkinofilms anzustimmen („Auf Romulus hört dich niemand schreien“) hat man von den 3 Warbirdies niemals wieder etwas gehört.

    Naja…

    Ach übrigens: Auch den Andorianern half diese Verwechslung nicht weiter. Ihr Musikstück „I am Blue dabbadidabbada“ wurde von der Partymeute auf Risa eher als Tatsachenschilderung denn als Partykracher aufgenommen.

    Grüße

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    1. stef baura s

      lieb’s sehr,
      danke!

  6. Swente

    Hallo Sebastian, Hallo Simon,

    Schnitzelfreude ist die beste Freude. Vielen Dank für die neue spaßige Besprechung. Ich schließe mich dem Urteil an, ich fand es schon damals sehr cool, dass Deanna hier mal den Plot tragen durfte, anstatt nur der Beistellcharakter zu sein. Und auch dass man romulanische Militärs anders zeigt, als nur Bösewichte zu sein, war in den frühen 90ern sicherlich noch nicht usus.

    Was Picards Reaktion am Schluss angeht, klar war es sicherlich einfach lazy writing, aber es kann auch ein neues Licht auf den korrekten Jean werfen, der eben ein wesentlich abgebrühterer Soldat zu sein scheint, als der empathische und emotionalere Sisko, der es im Laufe der Zeit erst werden muss. So gesehen wertet das für mich das Schauspiel von Avery Brooks sogar noch weiter auf, hier den Vergleich zu sehen. Jean sieht die Mittel im Zweck geheiligt, wenn es um eine feindliche Macht geht, im Gegensatz zu seinen Werten in Friedenszeiten…

    Dann hab ich mich noch sehr gefreut, als ihr quantum leap erwähnt habt. Für mich eine meiner liebsten Serien überhaupt, bin ein riesen Fan von Scott Bakulas Schauspiel, weshalb ich auch Enterprise sehr mag. Habt ihr irgendeine stärkere Beziehung zu der Serie?

    Mir kam so der Gedanke, falls ihr mal langeweile haben solltet (hahaha): Ein tolles Format für Sonderfolgen wäre doch: „Ein Blick über den Rand der Untertassensektion“ eine grobe Besprechung von anderen SciFi/Fantasyprojekten der Star Trek Schauspieler (z.B. eben Quantum Leap – Scott Bakula, Dune oder X-Men – Patrick Steward, Beyond Belief – Jonathan Frakes etc.). Bestimmt lässt sich da sogar das ein oder andere Schmankerl ausgraben.

    In diesem Sinne eine schöne Restwoche und liebe Grüße

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    1. Simon

      Hi Swente, danke Dir für die Vorschläge! 🙂 Schau mer mal.

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  7. Driver 8

    Ein düsterer Einstieg, langsam aber direkt, spannend. Bei dem Titel wäre weitere Verzögerung aber auch fatal. Vielleicht nicht akkurat übersetzt, schlägt aber schön die Brücke vom (veränderten) Gesicht über den Blick in das „echte Gesicht“, das Wesen des Feindes bis zum Blick in den Spiegel. Und der Erkenntnis, dass man so verschieden auch nicht ist.
    Ausgesprochen wird es in der Folge nicht, aber mit den im podcast genannten Folgen zurück bis zu Kirk wird nun echt die „Welt der Romulaner“ erschaffen.
    Da kann ich mit den üblichen Fragen gut leben. Wie oft wurde Deanna jetzt „umgebaut“, zeigt das kein Scanner an? Ist sie so inspirierend? Auch Riker hatte in ihrer Anwesenheit schon die Wuptität verhudelt. Tragen alle Romulaner Universalübersetzer, auch wenn sie unter sich bleiben?
    Störend empfinde ich am Ende dann auch den „american way of herosim“: wenn das Ziel erreicht wird war alles gerechtfertigt, wenn du dabei stirbst stellen wir keine Fragen.

    1. Ronnsen RD

      Die Sache mit der Sprache hab ich mich auch gefragt.

      Im Grunde sorgt der Universalübersetzer doch nur dafür, dass man die Sprache des anderen simultan übersetzt bekommt. Die Mundbewegungen der Aussprache können dabei aber nicht geändert werden.
      Wenn wir also davon ausgehen, dass Romulaner untereinander nur Romulanisch sprechen, würde man als Agent, der kein Romulanisch spricht und trotzdem den Mund aufmacht, sofort auffliegen.

      Dieser Universalübersetzer ist aber sowieso so ein seltsames Gerät. Bei den Klingonen scheint er auch nie richtig zu funktionieren, denn die können sich ja auch onScreen in ihrer Sprache unterhalten, fluchen etc… ohne dass man es versteht oder es automatisch übersetzt wird. Seltsam, seltsam…

  8. Maestro84

    Das ständige Umoperieren ist ja auch in anderen Serien so eine etwas zu einfache Lösung.

  9. Roger

    Hallo zusammen

    Einmal mehr sehr schön besprochen und alle Aspekte, welche auch bei mir Fragen aufgeworfen haben, aufgegriffen. Nice! 🙂

    Da erinnere ich mich echt noch an 1994, wie ich nichtsahnend das Intro gesehen habe und – zusammen mit Deanna – erschrocken bin… und mich dann während dem Intro (und kam nicht auf Sat1 sofort schon Werbung???) gefragt habe, was da wohl mit ihr passiert war. Fand ich einen sehr geilen Moment.

    Die Situation um DeSeve finde ich merkwürdig. Auch dass man danach nie mehr was von ihm gehört hat – wenn man bedenkt, dass er zu Beginn der Episode als riesen Sache aufgebaut wird.

    Ja, die Szene beim Essen interpretiere ich so wie die Vorredner: Deanna hat keine Ahnung und greift zum falschen Gericht. Da sie aber nicht gesagt hat „Au ja, das probiere ich“, sondern einfach ihr Pokerface aufgesetzt hatte, konnte sie sich mit ihrer Bemerkung dann retten.

    Überhaupt Deanna: Super, was sie hier bietet und wie sie von Szene zu Szene in die Aufgabe hinein wächst. Ein bisschen hat sie das ja schon in der Westernfolge angedeutet, nur hier galt es mal Ernst. Ich glaube nicht, dass sie sich gänzlich neu erfunden hat an Bord des Romulanerschiffs. Eher dass sie sowieso vorhande, aber auf der Enterprise im Normalfall verborgene Charakterseiten auspackte und einsetzte.

    Ich habe es damals so gesehen, dass die Handlung sich in der neutralen Zone abspielte. Das hatte aber damit zu tun, dass ich den Begriff „neutrale Zone“ früher so interpretiert habe, dass sich dort alle Parteien aufhalten dürfen. So wie sich in einem neutralen Land auch die Bürger aller anderen Länder aufhalten dürfen, auch wenn sich diese untereinander feindlich gesinnt sind. Aber da die neutrale Zone offenbar anders funktioniert, sehe ich nun, dass es da tatsächlich ein Logik-Problem gibt.

    Lg Roger

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    1. Driver 8

      Das Schauspiel von Marina Sirtis finde auch ich überaus angemessen. Es ist eine Art Method-Over-Acting, aber sie kann sich nur uns Zuschauer:innen mitteilen und wir sollen genau wissen was sie fühlt. Und ja, die Entwicklung vom Akademie-Häschen zum Killerkarnickel ist sehenswert! Die aufsteigende Wut ist für mich „nachfühlbar“, wenn man sieht wie sie herumgestoßen und ausgenutzt wird.

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  10. Joe

    Ich seh da gar kein Problem: Die Location, wo der Frachter zerstört wurde, war vermutlich einfach ein Raumbereich, der weder von Romulanern noch von der Föderation beansprucht wird. Die Enterprise und andere Forschungsschiffe erkunden doch permanent Raumgebiete, die noch nicht kartographiert sind oder zu einer der Großmachten gehört. Und auch komplett unbelebte Systeme gibt es doch noch und nöcher. Wenn die Föderation munter durchs All fliegt , warum nicht auch die Romulaner? Ist ja nicht so, daß die Föderation nur in ihrem Raum bleibt, weil alles andere wem anders gehört.

    Der Vergleich mit Pale Moonlight ist zwar gut, aber was die Schuldgedanken angeht hinkt er sehr: hier sterben 19 Personen. Bei Pale Moonlight zwar erstmal direkt nur weniger, aber durch den Kriegseintritt von Romulus sterben ja Tausende, die alle indirekt auf Siskos Gewissen gehen.

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    1. Sebastian

      Hallo Joe,

      ehrlich gesagt habe ich In the Pale Moonlight immer so verstanden, dass durch den Kriegseintritt der Romulaner der Krieg zugunsten der Föderations-Klingonen-Romulaner-Allianz entschieden werden soll – und dass er womöglich sogar schneller endet. Was wiederum (unabhängig von Siskos fragwürdiger Wahl der Mittel) dazu geführt haben könnte, dass es weniger Kriegstote gibt, nicht mehr. Ob diese Rechnung aufging, lässt sich nicht sagen. Ob man so überhaupt rechnen darf, ist eine ethische Frage. Dass mehr Tote gleichermaßen beklagenswert sind, egal auf welcher Seite, ist keine Frage. Doch ich schätze Sisko nicht so ein, dass er sich auf dieses Unterfangen eingelassen hat in dem Bewusstsein, dass daraufhin unterm Strich mehr Leute umkommen. So richtig beurteilen mag ich das aber erst, wenn wir dort demnächst angekommen sind.

      Schöne Grüße,
      Sebastian

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      1. Joe

        Hallo Sebastian.
        Ja, Du hast Recht damit, daß Sisko den Krieg beenden und die Gesamtzahl der Opfer reduzieren möchte.
        Allerdings sterben dafür eben jetzt tausende Romulaner, die eigentlich überlebt hätten. Er spielt dadurch eim bißchen Gott, „entscheidet“ quasi, wer stirbt. Natürlich nicht direkt, aber schon so, daß eigentlich unbehelligte Personen dank seiner Entscheidung im Krieg umkommen. Seine Motivation war sucherlich die, den Krieg zu gewinnen und dadurch die Gesamtzahl der Toten zu reduzieren, aber unter dem Aspekt könnte die Föderation auch einfach kapitulieren und sich unterordnen, dabei gäbeves noch weniger Opfer.

  11. Don

    Moin!

    Don’t call it Schnitzel.
    Wo Du doch in Farnken lebst, freu Dich einfach wie ein Schäuferle!
    https://www.youtube.com/watch?v=tNIzanD8T08

    An sich fand ich diese Quasi-Shownotes, die Sebastian zur TOS-Zeit in den ersten Kommentar packte, eine schöne Sache. Aber ich muss auch zugeben, dass ich dann letztlich eher selten draufgeklickt hatte. Es war für mich eher so wie eine Art Tagging der Podcastfolge, welche Themen darin so behandelt wurden. Die man dann auch über die Suchfunktion finden könnte.

    Yeah, es kommt wieder ein Trek am Freitag! 👍 😊

    Ja, Carolyn Seymour ist wirklich großartig in dieser Folge!

    DeSeve ist einer wie die Leute, die aus Deutschland nach Syrien gingen, um sich dem IS anzuschließen. Es gibt ein klares Freund-Feind-Schema, es gibt eine Machtstruktur, die einem sagt, was er zu tun hat und ihm gleichzeitig das Gefühl gibt, ein kleines, aber trotzdem wichtiges Rädchen im Getriebe zu sein.
    Umso passender finde ich es auch, dass er irgendwann die Nase voll hat und wieder zurück will. Auch dies haben wir ja bei den IS-Heimkehrern erlebt.

    Der Elvis des Ostens hieß Dean Reed.

    Wenn ja, wie Sebastian drauf hinwies, gegenüber den Romulanern ziemliche Funkstille herrschte, man also nicht sehr viel über die wusste, machte das die Faszination für DeSeve vielleicht nur noch umso größer.

    Troi sagt natürlich, dass sie an der Akademie ausgebildet wurde, weil es ja auch genau so war. (Sie verschweigt jedoch logischerweise, dass sie damit eigentlich die Sternenflotten-Akademie meinte.)

    8. Januar 2030 – Oh ja, vor „Nemesis“ haben wir wohl alle Angst; oder zumindest Abscheu!

    „Bill spielt das Publikum: ,Ist doch ne Verarsche hier!‘.“
    => Naja, eigentlich nicht. Denn wir als Zuschauer wissen ja im Gegensatz zu Riker bereits, dass der Warbird anwesend ist, nur halt getarnt.

    Vielleicht ist der Kaleb-Sektor ein neutrales Gebiet, dass weder von der Föderation noch vom Romulanischen Sternenreich beansprucht wird?

    Crusher hat nicht nur Trois Gesicht zurückoperiert, sie hat auch ihre Haare mit Turbo-Booster wachsen lassen. Eigentlich hätte sie die nächsten Monate doch mit einem Bubikopf auf der Enterprise rumlaufen müssen.

    Dass man da so über die Taten N’Veks hin’veksieht, liegt vermutlich einerseits daran, dass sich die echte Major Rakal und erst recht nicht diese betrügerischen Korvallianer als Helden eignen und andererseits, dass N’Vek sich opferte. Aber es stimmt schon, es bleibt ein fahler Beigeschmack!

    Interessant, dass Sebastian hier „In the pale moonlight“ nennt. Anscheinend sind es v.a. die Romulaner-Folgen, die die Föderation bzw. die Sternenflotte ziemlich schlecht dastehen lassen. Denn neben der genannten Folge fällt mir da noch „Inter Arma Enim Silent Leges“ ein, die, wie ich finde, sogar ein noch schlechteres Bild der Sternenflotte zeichnet, sie erscheint uns dort als durchtrieben, heuchlerisch und geradezu amoralisch! Sisko macht sich in ITPM wenigstens noch Vorwürfe, aberAdmiral Ross in IAESL dagegen zuckt mit den Achseln und sagt „Isso, kann man nix machen!“.

    Dass die Toreth so integer dargestellt wurde, war nicht Zufall, sondern die Grundlage der ganzen Geschichte. Erst dadurch konnte Troi doch diese ganze Tal-Shiar-Haltung überhaupt erst für sich verinnerlichen!

    Fazit?
    Eine gute Folge, in der Marina Sirtis mal zeigen konnte, was sie kann. Auch wenn ich finde, dass Carolyn Seymour ihr fast ein bisschen die Show stiehlt.
    Die gesamte Geschichte ist zwar völlig an den Haaren herbeigezogen und es gab da schon ein bisschen zu viele glückliche Wendungen. Aber trotzdem geht der Daumen rauf.

    Immer wenn Ihr den „Belgier“ erwähnt, fallen mir zwei Sachen dazu ein:
    1.) Unter Belgiern stelle ich mir eigentlich eher kleine untersetzte Privatdetektive mit beachtlichem Schnauzbart vor.
    Und 2.), dass ich den „Belgier“ mal in einer „Golden Girls“-Weihnachtsfolge gesehen habe, in der er einen Pfarrer spielte, der irgendwelche auswendig gelernten sozialkritischen Kommentare heruntersalbadern durfte. Und als Pfarrer war dieser Schauspieler mindestens so überzeugend wie als Devinoni Ral!

    Schade, dass Christian nun nicht mehr dabei ist!

    btw: Die Netiquette finde ich sehr gut! 🙂 (Ich hoffe, soviel durfte ich dazu thematisieren.)

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    1. Simon

      „Ich freu mich wie ein Schäuferle!“ – lache seit fünf Minuten. Sehr gut!

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  12. Alte Warpgondel

    „Badass-Deanna“ – endlich mal!! Bei dem was der Writer’s Room dem Charakter bisher zugetraut hatte, war die Star Fleet Offizierin oft nicht richtig erkennbar. Das hätte man schon viel früher machen sollen und ich stimme Simon und Sebastian zu, dass hier viele Chancen verpasst wurden. Leider hatte TNG ab da nicht mehr so viel Zeit vor sich. Aber besser spät als nie, und ohne „Face of the Enemy“ hätte es die Folge in der Deanna den Test für Brückenoffiziere absolviert und zum Commander befördert wird vielleicht nie gegeben.

    An der TaD Besprechung hat mir sehr gut gefallen wie Sebastian anhand des Abschusses des Frachters den moralischen Kompass der romulanischen Kommandantin heraus gearbeitet hat. 18 aus ihrer Sicht unnötige Tote wollte sie nicht einfach so verantworten müssen. Da hatte ich voll den Utopiebalken der Föderation im Auge, habe das gar nicht gesehen und ich war nur auf Deannas Seite. Die „böse“ Romulanerin ist vielschichtiger als gedacht und will kein unnötiges Blutvergießen.

    Aber eine Einschränkung sehe ich da schon und so ganz nach Norden zeigt der Kompass von Commander Toreth nicht. Sie war im Vergleich zum Frachter überraschend schnell bereit die Enterprise anzugreifen und auch zu zerstören. Und das wären dann über 1000 Tote gewesen. Darunter auch viele Zivilisten, die an Bord leben. Etwas, das sie als Warbird Kommandantin sicher weiß. Aber in dem Moment sieht sie die Enterprise nur als gegnerisches Kampfschiff, das ihren Warbird tracken kann. Das wären dann wohl aus Toreths Sicht alles legitime Opfer gewesen, da die Föderation der – zumindest gefühlte – Hauptgegner des romulanischen Imperiums ist, auch wenn man sich nicht offiziell im Kriegszustand befindet. Man hätte sich ja auch einfach davon machen können statt das Gefecht zu suchen. Die Doktrin der Föderation ist es eben nicht einfach los zu feuern und ein Angriff wäre wenig wahrscheinlich gewesen. Hier schließt sich für mich der Kreis zu Ensign DeSeve auf der Enterprise, der nach 20 Jahren auch schon gemerkt hat, dass der Kompass auf Romulus ebenfalls viele Himmelsrichtungen haben kann. Toreth ist in erster Linie Soldatin des Imperiums – auch wenn sie erfreulich vielschichtig ist –  und daher mit Vorsicht zu genießen.

    Eine von mir befürchtete Plotentwicklung,  hat sich dann aber nicht bewahrheitet – ich habe die Episode schon lange nicht mehr gesehen. Nachdem DeSeve damit um die Ecke kam, dass er Spock gar nicht persönlich gesprochen hat habe ich eine Falle gewittert, vor allem in Kombination mit den Codes für das Überwachungsnetzwerk, die Deanna preisgeben sollte. „Aaach, darum geht es also. Die Romulaner wollen die Codes“. Es kam anders.

    Dass Deanna als Counselor diese Codes haben soll fand ich aber auch unlogisch. Bis dato hatte sie den Test für Brückencrew noch nicht gemacht und selbst dann wäre das nur eine ziemlich dünne Begründung dafür gewesen. Solche Codes sind sicher nur für Captains und höher verfügbar und selbst Picard müsste wahrscheinlich erstmal im Bordtresor nachschauen und das Kärtchen mit den Codes lesen…

    Etwas unlogisch fand ich auch, dass Deanna trotz der Romulaner OP sofort und problemlos von der Enterprise Crew erkannt wird. Dabei ist sie aus deren Sicht doch auf der Konferenz und wird auch noch nicht vermisst. Andernfalls hätte man darüber sicher gesprochen. Und nun soll sie  auf einmal auf einem Warbird sein…na gut, es waren nur noch ein paar Minuten Sendezeit übrig. Ich kaufe es mal mit Vorbehalt.

    Der Raumsektor ist ausserhalb vom Föderationsgebiet und vom romulanischem Imperium. Dss muss ja nicht gleichbedeutend mit der neutralen Zone sein.

    Alles in allem aber eine schöne Folge und Daumen nach oben. Wir lernen mehr über die Romulaner und dass es Nuancen gibt und nicht nur das bisherige Schwarz/Weiß aus bösen Militärs und guten Dissidenten. Und es gibt ab jetzt „Badass-Deanna“ 🙂

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  13. Driver 8

    Denke, die „Rangelei“ ist nur das übliche Problem. Die Sternenflotte übernimmt nicht alle militärischen Ränge und deren Abfolge. Real ist der Kommandeur eines Schiffes „ungezwungen“ Käpt’n. Als Ensign hätte DeSeve an Anzahl und Farbe der „Knöpfe“ den Rang erkennen müssen, Autor:innen oder die „continuity“ unter Termindruck nicht unbedingt.

    [Transporter room]
    RIKER: […]
    DESEVE: Yes, sir. Commander, I must speak with Captain Picard.

    [DeSeve’s quarters]
    DESEVE: Commander.
    PICARD: At ease. It’s Captain, actually.

    http://www.chakoteya.net/NextGen/240.htm
    https://memory-alpha.fandom.com/de/wiki/Sternenflottenränge
    https://www.linguee.de/englisch-deutsch/uebersetzung/at+ease.html

  14. Roger

    … übrigens noch ein Nachtrag zum „rumänischen“ Warbird (ein Insider??? 😉 )

    Da passt die Analogie ja in zweifacher Hinsicht ebenfalls:

    1.) Das Rumänische ist eine romanische Sprache und entstammt somit dem Latein, welches von den Römern abstammt und an denen haben sich die Macher ja orientiert (ohne jemals zu erklären, warum die Romulaner und das römische Reich der Erde so viele Parallelen aufweisen)

    2.) Im rumänischen Regime unter Nicolae Ceausescu existierte ebenfalls eine Geheimpolizei, die „Securitate“.

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  15. sternburg

    Das dreieckige Ding am Anfang ist selbstredend gar kein profaner Spiegel, sondern ein Interocitor.

    Deshalb findet Deanna ja auch sofort den Lichtschalter und nicht zum Beispiel die Steckdose für den Rasierapparat. Weil der Interocitor das kann!

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      1. Alte Warpgondel

        Er meint das seltsame Kommunikations Device aus dem Sci Fi Film „Metaluna IV Antwortet Nicht/ This Island Earth“ von 1955.

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        1. Bridge 66

          Oha, lange her, dass ich den Film gesehen habe. Ein Klassiker. Vielen Dank für den Tipp.

          LG
          Bridge

  16. sternburg

    Zu Folge will ich es kurz machen: Das ist so eine dieser herausragenden, ganz ganz tollen Star-Trek-Folgen, der es sehr gut tut, wenn man über Details nicht allzulange nachdenkt.

    Von mir zwei Daumen hoch und ein Award. Und sei es nur dafür, dass der so arg gebeutelten Deanna Trio (und Marina Sirtis) endlich vom Drehbuch der Respekt gezollt wird, der einer fucking Flagschiff Lieutenant Commander mit Spezialbegabung gebührt. Nichts gegen eine Fachkraft für psychologischen Beistand und tiefen-emphatische Beurteilung von Gegnern und Freunden im engeren Führungskreis, das fand ich immer cool und modern an TNG. Aber das ist ja über weite Strecken nicht, was Troi da macht. Wenn wir ehrlich sind, dann beschränkt sich ihre Aufgabe darauf, ab und an Leuten halbgar und eher so mittelkompetent die Hand zu halten und dabei dekorativ auszusehen. Gut, dass damit hier mal aufgeräumt wird. Und auch sonst mag ich die Folge.

    Ich würde aber auch niemandem Schläge anbieten, der einen Daumen zu Seite oder sogar nach unten zeigt. Die Argumente dafür liegen auf dem Tisch, man muss sie nur aufsammeln.

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  17. sternburg

    Ich finde übrigens, dass – bei allem Schrecken, den wir hier von der romulanischen Stasi erfahren – diese ganze romulanische Militär- und Geheimdienst-Diktatur eher an Schrecken einbüßt und differenzierter gezeichnet wird.

    Eben weil wir einerseits vom schrecklichen Schicksal von Toreths Vater erfahren, der als harmloser alter Mann wegen ein paar unbotmäßiger Äußerungen einfach mal so verschwunden wurde. Aber andererseits erfahren wir dies von Toreth. Während sie dies vor ihren Offizieren in offenem Hass einer ihr vor die Nase gesetzten Vertreterin dieses Geheimdienstes entgegen schleudert. Und dies auch noch als offene Kritik am System und am Geheimdienst an sich formuliert. Und wir bekommen nicht den Eindruck, dass sie sowas zum ersten Mal so gesagt hat. Ohne, dass sie selber bisher abgeholt wurde oder irgendwelche Angst zu verspüren scheint, dass irgendwann auf dem Weg zum Bäcker mal ein Kleinbus mit abgedunkelten Scheiben neben ihr hält.

    Diese Folge zeichnet ein furchterregendes Bild vom Tal Shiar, da gibt es nichts dran zu relativieren. Aber nach dieser Folge ist der Tal Shiar auch nicht die Gestapo, auch dies gilt es festzuhalten.

    Ansonsten hübsche Analogien: Dass so ein paranoider Geheimdienst-Staat super zu unterlaufen ist, in dem man eine Person des Geheimdienstes – wirklich mehr so mittel durchdacht – ersetzt und das dann nur deshalb funktioniert, weil sich niemand traut, einfach mal nachzufragen, das ist schon echt on point.

    Und zu Euren moralischen Erwägungen zum Heldenstatus dieser Operation; das erinnert mich sehr an meine Kindheit und Jugend in Berlin (West). Wo diejenigen, die Leuten aus Berlin (Hauptstadt der DDR) heraushalfen, ausschließlich heldenhafte „Fluchthelfer“ waren. Während sie auf der anderen Seite geldgeile, verbrecherische Schleuser waren, die in ihrem verwerflichen Tun über Leichen gingen. Eine nüchterne Geschichtsschreibung hat dann später herausgearbeitet, dass bei dem einem oder anderen dieser Storys vielleicht auch mal ein Grauton zwischen all dem – je nach Blickwinkel – Weiß oder Schwarz nicht völlig auszuschließen sei. Hat dann aber eigentlich kaum noch jemanden interessiert, der Ton war gesetzt. Was in diesem Beispiel (wer weiß) vielleicht so auch ganz gut ist.

    Zynisch betrachtet wäre es eigentlich recht interessant zu erfahren, wie wohl damals die B.Z. und die Abendschau darauf reagiert hätten, wenn sich ein Kommando-Unternehmen von Republikflüchtlingen den Weg in den Westen freigeballert und dabei 18 Reichsbahner erschossen hätte. Zum Glück ist das eine akademische Betrachtung mit Chips auf dem Sofa (unter anderem, weil damals wirklich alle wussten, dass dies garantiert nicht der erfolgversprechenste Weg war).

  18. Asterix

    Moin aus Hamburg,
    Die Folge erinnert mich sehr an die Zeit der der Deutschen Teilung und den eisernen Vorhang. Leute versuchten in den Westen / Föderation zu kommen. Die Methoden sind dabei eigentlich egal. Für die Leute die fliehen wollen zählt nur wegzukommen. Für andere nur Geld als Fluchthelfer und wieder andere haben ein hörers Ziel vor Augen. Was links rechts neben der spur passiert ist dabei oft nur Mittel zum Zweck.

    Mfg Asterix

  19. Also als Militärhistoriker muss ich hier eine kleine Korrektur aussprechen: Robert McNamara war der US-Verteidigungsminister unter Kennedy und Johnson von 1961 bis 1968. Die bisher einzigen zwei Atombombenabwürfe der USA geschahen aber 1945 unter Präsident Roosevelt. Das Verteidigungsministerium gab es damals aber noch nicht, sondern separate Kriegs- und Marineministerien.

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    1. Don

      Es war allerdings unter Harry S. Truman und seinem Minister Stimson (Roosevelt war da bereits verstorben).

      Aber Robert McNamara hatte immerhin die McNamara-Doktrin ausgearbeitet, die sich weg von der Atombombe als reine Abschreckung hin zu den Strategien eines tatsächlich durchführbaren Atomkriegs entwickelte. Insofern fand ich Simons Ausführungen gar nicht mal so falsch.

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      1. Sören

        Fairerweise muss man sagen das McNamara lernfähig war und sich in den 80er Jahren von seiner Doktrin entsagte und schließlich auch zu den Mitunterzeichnern der Global Zero Plan, der eine Welt ohne Atomwaffen forderte

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        1. Alte Warpgondel

          Immerhin etwas Weisheit im Alter. Ich verweise auf McNamara aber gerne mal im Job als Negativbeispiel. Er war ja bevor er Verteidigungsminster wurde Manager bei Ford. Den Vietnam Krieg hat er dementsprechend mit KPIs (Key Performance Indicators) bzw. Kennzahlen geführt, allen vorran der berüchtigte Body Count. Das erzähle ich dann gerne, wenn von der Geschäftsleitung mal wieder versucht wird die Arbeitsleistung nur über Zahlen zu messen – „erlegte“ Support Tickets, verfasste Schrifstücke, getätigte Anrufe usw. ohne den eigentlichen Arbeitsinhalt zu sehen. Aber jetzt wird es wohl doch zu Off-Topic. Ein weiterführendes Diskusdionsforum bei Discord &Co. hätte durchaus seinen Charme 🙂

  20. Ingo

    Deanna ist die dritte Person aus der Enterprise-Crew auf einem Alien-Schiff. Picard durfte mal bei den Borg mitfliegen. Dort hat man sich mit der optischen Anpassung besonders viel Mühe gegeben.

    Folge mag ich. Romulaner, gute Geschichte für Deanna, durchaus spannend. Innendesign des Warbirds nicht sehr überzeugend.

    Hatte sie nicht mehr in lebendiger Erinnerung, wie so viele Folgen aus der 6.Staffel. Liegt vermutlich an der Druckbetankung durch SAT1 damals.

  21. BjoernHH

    Lustig, wenn man den Herrn Deseve so ausspricht, wie Simon es am Anfang tut, klingt sein Name wie „deceive“, also „täuschen“.

    Wir waren sicherlich alle radikaler in unseren Ansichten, als wir jung waren. Da ist das Herz noch stärker und man kennt noch nicht alle anderen Meinungen.
    Ich war damals bestimmt auch schneller total für oder total gegen eine Sache, und inzwischen denkt man auch mal über die Argumente der anderen Seite nach und sagt öfter mal: Kommt drauf an, so einfach ist das nicht.
    Insofern ist der IS- Vergleich nicht schlecht, ich musste auch an junge deutsche überzeugte Kommunisten denken, die nach dem zweiten Weltkrieg in die DDR gegangen sind, da sie vom sozialistischen Projekt überzeugt waren. Diese Richtung von West nach Ost gab es ja auch.

    Die Klingonen sind nicht nur eine besondere Spezies, weil sie ganz viele doppelte redundante Organe haben, sondern weil ihre Haare in ein paar Wochen auch um 30 Zentimeter wachsen können. Bin beeindruckt.

    Es bleibt das Problem der Kommunikation.
    Ist Deanna fließend in romulanisch? Einen Kommunikator als Übersetzer hat sie ja nicht dabei.
    Hypnoschulung?
    Ich habe das ganze Übersetzungsproblem in Star Trek nie verstanden und muss es wohl so hinnehmen.

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    1. Ronnsen RD

      Sollte der Übersetzer bei der Sternenflotte echt nur im Kommunikator drin sein? Wie unpraktisch ist das denn? Kann ich kaum glauben. In TNG finden wir doch so oft Beispiele, wo die Leute keinen Kommunikator dabei haben und trotzdem jeden verstehen.

      Mehr Sinn ergibt da schon, was wir später in DS9 sehen: Die Ferengi haben ihren Übersetzer ins Ohr implantiert. Ich bin immer davon ausgegangen, dass wäre bei der Föderation/Sternenflotte bzw. allen anderen genauso.

    2. Michael Kleu

      „Lustig, wenn man den Herrn Deseve so ausspricht, wie Simon es am Anfang tut, klingt sein Name wie „deceive“, also „täuschen“.“

      Das habe ich mir auch gedacht.

  22. Michael from Outer Space

    Hallo!

    Ich mochte die Shownotes, weil Simon und Sebastian so viele interessante Filme und Bücher erwähnen. Wegen Sebastians Empfehlung in „Time’s Arrow“ habe ich mir den Roman „Ein Yankee aus Connecticut an König Artus‘ Hof“ von Mark Twain gekauft. Gelesen habe ich ihn noch nicht, aber er liegt bereit.

    Ich finde es spannend, wie DS9 die Ideen aus TNG aufgreift:
    Die „Face of the Enemy“-Story mit Deanna, die gegen ihren Willen als Romulanerin getarnt wird, begegnet uns in einer Episode der 3. DS9-Staffel wieder.
    Die „Quantum Leap“-Idee mit Jean, Deanna und Data, die sich an Bord eines romulanischen Schiffes wiederfinden und sich dort gegenseitig erkennen, der Crew aber als Romulaner:innen erscheinen, gibt es auch in einer DS9-Folge der 5. Staffel.

    Insgesamt haben Simon und Sebastian meine Meinung über „Face of the Enemy“ sehr gut wiedergegeben. Ich finde es auch sehr schade, dass Deannas Charakter so lange nur Staffage war und keine richtig guten Geschichten bekam. Ich habe mal gelesen, dass Marina Sirtis auf Conventions gerne sinngemäß sagte:
    „Nachdem Deanna Troi eine Sternenflottenuniform trug, wurde sie von den Fans als viel professioneller wahrgenommen.“

    Das liegt aber nicht nur an der Uniform, sondern an der verbesserten Rolle.

    Ich freue mich schon auf den Heiligabend 2029 (?), wenn bei Simon und Sebastian der in remanisches Geschenkpapier eingepackte Shinzon unterm Christbaum liegt!

    LL&P
    Michael from Outer Space

  23. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!

    Bei den Shownotes bin ich ein bisschen zwiegespalten. Einerseits mag ich die Übersicht, was angesprochen oder zitiert wurde oder wo es Parallelen gibt. Andererseits ist so eine Übersicht ja auch irgendwann überholt. Und so wichtig wie in einem wissenschaftlichen Sachbuch sind sie auch nicht – ich will ja nicht Doktor der Trekkologie werden. Könnt ihr auch von mir aus gerne weglassen.

    Feedback könnt ihr vielleicht unterbringen, wenn ihr den Reboot von TAD macht – mit „The Man Trap“ (TAF 21) habt ihr ja schon angefangen. Und Ergänzungen oder Korrekturen (😈) schreiben wir euch gerne in den Blog.

    Die ursprüngliche Idee mit drei Figuren, die den Platz tauschen erinnert mich doch sehr an „Mirror, Mirror“. Und was wäre Qs Absicht dabei gewesen? Gut dass sie das nicht gemacht haben.

    Irritierend fand ich das schon, dass Deanna offenbar von Nevek ins kalte Wasser geworfen wurde, ohne vorher gebrieft zu werden. Angesichts der Risiken doch sehr unvorsichtig. Was die Sprache betrifft, kann ich mir eine Hypnoschulung durchaus vorstellen. Dabei wäre ihr dann auch das Wichtigste über Ränge und Schiffsarchitektur beigebracht worden (wie man zur Brücke kommt oder zu den Quartieren beispielsweise). Nur ein Kochbuch war leider nicht dabei.

    Das erinnerte mich an den „Hauptmann von Köpenick“, der – zumindest in der Version mit Heinz Rühmann – im Gefängnis ein Militärhandbuch auswendig gelernt hatte. Und Deanna erwähnt sogar Knastessen! Das mit dem unbedingten Gehorsam gegenüber Vorgesetzten, der nicht hinterfragt werden darf ist wohl ein grundsätzliches Problem in Diktaturen.

    Wenn ihr den Alltag auf anderen Schiffen sehen wollt, von Lower Decks gibt es Ausschnitte auf YT „Vulkan Lower Decks“, wo schon als durchgedreht gilt, wer nur ein wenig Eigeninitiative zeigt, sowie „Klingon“ und „Borg“.

    Was wird wohl mit Toreth passieren, wenn sie wieder nach Hause kommt? „Ach, eine Tal Shiar soll das gewesen sein? Und was war Ihre Rolle dabei?“

    Die Beurteilung Neveks teile ich nicht. Klar, ein Held ist er nicht unbedingt, aber nach romulanischen Maßstäben hat er wohl folgerichtig gehandelt. Und eine „unbescholtene“ Tal Shiar Agentin – da sehen wir ja, dass selbst auf Romulus die Meinungen geteilt sind. Ganz abgesehen von „unbescholtenen“ Söldnern. Nach Starfleet Maßstäben kann man ihn nicht beurteilen.

    Hätte jetzt einer der Flüchtlinge behauptet, Spock wäre tot und er habe seinen Platz eingenommen, warum nicht? Es hätte einfach eine Schutzbehauptung sein können.

    Die Folge hätte sicher noch ein paar Erklärungen vertragen können, trotzdem, für eine TV Episode ist das gut gelungen. Fast hätte ich sogar einen Award erwartet.

    1. Driver 8

      Die Entscheidung wer wann wie für welche Taten bestraft wird gehört bei uns zu den Rechtsgrundsätzen. Bei einer Agenten-/Abenteuergeschichte hebelt man das gern durch direkte Lebensbedrohung aus.
      Nur ist es N’Vek der die Sache plant, durchführt und alle tötet die im Weg stehen. Um die Besatzung des Warbird dürfte es auch geschehen sein. Alles für Vize-Prokonsul M’ret und zwei Assistenten. Der ist Dissident, in Amt und Würden nur über das Peter Prinzip gestolpert?

  24. Alte Warpgondel

    Hypnoschulung – gab es das schon mal in Star Trek? Ich erinnere mich allerdings daran, dass es Hypnoschulungen in den Perry Rhodan Heften gab.

    1. Driver 8

      In „Verräterische Signale“ (TNG: 4×24 – The Mind’s Eye) wird Geordi von Romulanern(!) gekidnappt und über die Anschlüsse seines Visors „gehirngewaschen“. Vielleicht ein Fortschritt in der Forschung?
      Die einzige „Kassette“ die N’Vek ohne Verdacht zu erregen in der Imperialen Leihbibliothek mitnehmen konnte war „Romulanisch für Halb-Betazoiden“. 😉

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  25. Steffen V.

    Finde die Shownotes-Idee gar nicht schlecht. Oft höre ich euch im Auto und will mir manche Tipps aufschreiben. Das geht während der Fahrt nicht, also versuche ich mir alles bis zur Ankunft zu merken. Das ist bei manchen Folgen eine Herausforderung 😀 Verstehe aber dass das aufwändig ist und bisher habe ich es auch irgendwie geschafft.

  26. Florian

    Mochte die Folge immer, auch wenn die Story absurd ist.
    Fand aber auch immer die Romis cool.

  27. Mister Incredible

    Moin zusammen,
    Ick weeßet nich, mit dieser Episode werde ich irgendwie nicht warm. Als ich die in Vorbereitung zur TAD-Besprechung guckte, dachte ich „Och nee, nicht dieses romulanische Kammerspiel.“ Ja, Troi darf endlich mal im Mittelpunkt stehen und ja, die Gegenspielerin ist stark. Dennoch fand ich es mager. Schon wieder diese ewig ausgelutschte Nummer der umoperierten Spezies. Das sehen wir ja dann auch bei DS9 mit Major Kira wieder und für meinen Geschmack zu oft. Ich stelle mir vor, ich sollte von heute auf morgen einen Briten spielen, wobei mein Englisch ziemlich gut wäre und nehmen wir mal an, ich käme akzentfrei davon, niemals würde ich glaubhaft simulieren können als sei ich in dieser Kultur zu Haus. Sie binden uns einen Bärem auf.

    Troi wird gekidnappt, und niemand merkt’s bei der Konferenz und auch nicht am Arbeitsplatz. Come on! Dass die Kommandantin von Troi entmachtet werden muss, wissen wir von Anfang am. Hui, das Blatt wendet sich. Dass der Mummenschanz auffliegen muss, wissen wir auch. Das Blatt wendet sich erneut. Doppelhui. Fühlt sich doch ein bisschen an wie in einem rumpeligen Geisterbahnkabinchen, und ich weiß, dass nach der nächsten Kurve der Enthauptete aus dem Sarg springt.
    Die Musik, die ich mal als unheilvolles Hintergrundgrummeln beschreibe, tat ihr Übriges. Das schnittige Romulanerschiff sah von innen aus wie eine 1980er Jahre Möbelausstellung, die eine Kiste im Laderaum sah aus wie billigste Pappe.

    Früh war in der Besprechung Eure Begeisterung zu spüren, aber ich konnte da einfach dieses mal den Anschluss nicht finden. Das war mir doch zu konstruiert und aufgesetzt.

    Dass man vor 30 Jahren noch solche vermeidbaren Fehler machte und nicht mehr wusste, welcher Charakter wann den Filmtod starb oder nicht, das ist doch haarsträubend. Hat denn niemand mal ein Video gehabt oder ein Script? Gab es denn Romulan Ale irgendwo zu trinken? Ich finde, das muss aber mal sein, denn wenn der Landarzt es besorgen kann, muss es auch bei den Erfindern auf dem Esstisch vorkommen.

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  28. E. Plebnista (aka Yodacat)

    Hallo Simon, Hallo Sebastian, sehr verehrte Sonderbotschafterin Beverly Göttling,

    wieder einmal ein wunderbarer Podcast. Man freut sich doch schon jetzt auf die Besprechung von „In the pale moonlight“.

    Da direkt neben meinen Fernseher ein etwa 50 cm großer Romulan Warbird (im TNG-Design von Andrew Probert) steht, gehören die Romulaner seit den 90ern zweifelsohne zu meinen liebsten Völkchen im Alpha-Quadranten. Ein Eindruck, der natürlich durch NEMESIS stark getrübt, aber nicht getilgt wurde.

    Sebastian erwähnte, dass seine Phantasie durch die Nutzung eines Schwarzen Loches in der Antriebskammer des Warbirds angeregt wurde. Da ich dies kurz vor dem Einschlafen hörte, träumte ich wenig später von genau diesem winzigen „Schwarzen Loch“ an Bord des Schiffes, mikroskopisch ergänzt durch die Vorstellung von einem noch winzigeren Maximillian mit einem klitzekleinen Dr. Hans Reinhardt darin. Beinahe so, wie in diesem bayrischen Volkslied mit dem Birnbaum „Drunt in der Grünen Au“, das ich öfter meiner kleinen Nichte vorsingen soll.

    Also, vielen Dank für die Inspiration für dieses Bild, mein Romulan Warbird wird nie mehr wie vorher angesehen werden!

    Live long and prosper & Hinein, hindurch und darüber hinaus!

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  29. Michael Kleu

    Ich hatte diese Folge überhaupt nicht mehr auf dem Schirm, fand sie dann aber richtig gut. Überhaupt sind in den Staffeln 6 und 7 ein paar Folgen, die zeigen, zu was diese Serie noch hätte fähig sein können.

    Ich habe es jetzt nicht überprüft, aber beim Gucken hatte ich so das Gefühl, dass die Romulaner – zumindest bis zu dieser Folge – das Star Trek-Volk mit den meisten weiblichen Führungspersönlichkeiten ist.

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  30. Steffen V.

    Zwei Dinge fallen mir noch ein.
    Zu dem komischen Passwörtern, die den Starfleet chief of cybersecurity alt aussehen lassen: Ich bin der festen Meinung, dass es nicht um die Buchstaben geht, die da gesprochen werden, sondern um das Stimmenmuster. Die Buchstaben sind nur „Trägermedium“. Aber die Freigabe gibt es, wenn die Stimme richtig klingt. In den 90ern sicher eine gute Idee.
    Und dann ich etwas anderes. Ihr habt mal erzählt, dass Marina Sirtis und Denise Crosby eigentlich für die jeweils andere Rolle vorgesehen waren. Und spätestens nach dieser Folge glaube ich, dass das die bessere Wahl gewesen wäre! Fand Tasha immer ein bisschen drüber. Als Kanzler hätte sie vielleicht eine bessere Figur angegeben und Deanna als Sicherheitschefin kauft man ihr doch ab. Immer mit einem Colt im Halfter 😉

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  31. TaiFei

    Hallo, wieder mal eine tolle Folge und ja eure Betrachtung zu Picards Reaktion am Ende der Folge wirft einen Schatten auf die Föderation. Das sehe ich recht ähnlich. Tatsächlich kam das auch schon öfter vor und wird in DS9 auch noch einmal stark in den Vordergrund treten, wenn die Marquis-Folgen kommen.

    Gerade auch das Verhalten vieler Charaktere, siehe Bill, und die Ankündigung eines Kriegsgerichts gegen DeSeve ist hoch interessant. Wir erfahren hier ja nur die Tatsache, dass er der Föderation den Rücken gekehrt hat um ins Romulanische Empire zu emigrieren. Also ich habe keine Ahnung, wie die Rechtscharta der Föderation nun genau aussieht aber lt. UN-Menschenrechtskonvention wäre das gar kein Verbrechen. Da er auch nur ein Fähnrich war, dürfte er kaum über wesentlich relevante Geheimnisse Bescheid gewusst haben und Desertation hätte er einfach mit seinem Austritt aus der Sternenflotte vermeiden können. Ein Austritt aus der Sternenflotte scheint kein Problem zu sein, dazu reicht es aus, wenn man seinen Kommunikator und eventuell noch seine Rangabzeichen ablegt. Zumindest wird das in anderen Folgen so suggeriert. Also was genau will man DeSeve denn nun überhaupt vorwerfen? Hier wird die Föderation schon recht autoritär dargestellt.

    Das ist mir auch schon in Standgericht aufgefallen und nein damit meine ich nicht das Austicken von Richterin Satie. Viel interessanter ist ja die Lüge des Simon Tarses. Wenn er sich veranlasst sah zu lügen, was die Identität seines Großvaters angeht, so scheint es in der Föderation oder zumindest in der Sternenflotte eine Art von Nürnberger Rassegesetzgebung zu geben, ansonsten wäre die Herkunft des Großvaters ja völlig irrelevant und gar nicht Gegenstand des Aufnahmeverfahrens.

    Leider bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das einfach lazy writing ist oder ob dahinter Absicht steht.

  32. Dominik

    Eine tolle Troi-Episode, welche insofern traurig ist, als dass man es vollbracht hatte, Marina Sirtis Figur für fast 6 Jahre komplett unter dem Radar zu halten und, Ausnahmen bestätigen die Regel, ihr einfach schwache Dialoge in den Mund zu legen.

  33. Ronnsen RD

    N’abend!

    Tja, wie wir auch in dieser Folge wieder feststellen, kann Martina Sirtis richtig gut schauspielern, und zwar immer dann, wenn sie NICHT Deanna Troi spielen muss, sondern eine Troi, die jemand ANDEREN spielen muss. Bei „A Fistful of Datas“ war sie super als Revolverheld und hier läuft sie sogar zu Höchstform auf.
    Ihr Major Rakal (Ochmonek) fängt ein bisschen kleinlaut an, aber schon nach ein paar Sätzen kommt sie richtig in die Rolle rein und spielt im Laufe ihrer Tal Shiar „Dienstzeit“ immer schönere Melodien auf einer Klaviatur bestehend aus Drohung und Einschüchterung. Sie macht sich ihre neu gewonnene/erzwungene Position sogar zunutze, in dem sie bei Ne’Vek genau diese neuen Hebel ansetzt und droht, ihn als Verräter auffliegen zu lassen, was sie als Mitglied des Tal Shiar jederzeit tun kann.
    Hier sehen wir auch zum ersten Mal romulanische Rangabzeichen am Hals. Die gabs vorher nie, soweit ich das nachgucken konnte.

    Was ich nicht gelungen finde, ist das Brückendesign des Warbirds. Bei der Größe des Schiffs ist die Brücke gerade zu winzig im Vergleich zur Enterprise. Zumal es sich im Vergleich zu „Containgon“ doch schon sehr verändert hat. Genau genommen, sehen wir bei jeder Begegnung mit einem Warbird immer ein mehr oder weniger anderes Brücken-/Hintergrunddesign. Beim ersten Kontakt sitzen auch noch zwei Hanseln nebeneinander („The Neutral Zone“).
    Auch dass um den Chefsessel herum alle Leute stehen müssen, hat mich betroffen gemacht. Selbst die Klingonen in ihrem mickrigen Bird Of Prey dürfen alle sitzen auf der Brücke und das als stahlharte Krieger, die sonst auf blankem Metall pennen. Bei den Romulanern hätte ich da doch etwas mehr Komfort erwartet. Alles wirkt irgendwie sehr unzweckmäßig, zumal die beiden Herren vorne auch noch fast den Hauptschirm verdecken.
    Ich frage mich, ob es eigentlich das gleiche Set ist, wie in der Folge „The Next Phase“… nur halt ein bisschen umgebaut? Zumindest der Stuhl des Captains scheint der gleiche zu sein.

    Na gut, ansonsten finde ich die Folge aber durchaus spannend gemacht. Carolyn Seymour macht ihre Sache auch hervorragend. Sie hätte von ihrer Präsenz her einen würdigen Tomalak Ersatz abgegeben, aber dafür ist ihre Rolle wiederum „leider“ zu rechtschaffend.
    Daumen hoch für diese schöne Deanna-Folge!

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