#245: Past Prologue (DS9 1.02)

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10. Januar 1993:
Nach dem Pilotfilm Emissary ist längst noch nicht alles so, wie es mal sein wird auf DS9, also werfen wir in der Fortführung einen Blick auf die bisher nicht zweifellos geklärte Loyalität der Major Kira. Ein weiterer, unvergesslicher Cardassianer gibt sein Debüt, die Kusine von Michael Bay wird angefunkt und die Verbindung zu TNG wird erneut untermauert, diesmal in Gestalt der Duras-Schwestern.

In Deutschland: Die Khon-Ma, ausgestrahlt am 30. Januar 1994.

Dieser Beitrag hat 69 Kommentare

  1. Asterix

    Moin aus Hamburg,
    Ich habe mir gerade die Folge Deep Space Nine S01E03 Die Khon-MaIch angeschaut und mußte feststellen das die Deep Space Nine Folge eine ziemlich politische Geschichte ist. Ich bin mir nicht sicher ob ich Deep Space Nine und Politik mag. Die Folge ist sehr politisch finde ich. Ich hoffe es bleibt nicht so politisch. Ich fand die Folge nicht besonders spannend.

    Die erste Szene die mir aufgefallen ist war die Szene mit mit den Schwestern. Im Hintergrund ist eine Frau zu sehen die aussieht wie Lal (Datas Tochter).

    Zweite Szene die mir aufgefallen ist: eine Ratte läuft durchs Bild. Später sehen wir das war Odo.
    Da ich die Aufzeichnung von Tele5 schaue kann ich keine Zeitangabe machen. Im Sommer konnte ich alle Ds9 Folge von Tele5 aufzeichnen.
    So ersteinmal die Besprechung hören.

    Mfg Asterix

    1. Asterix

      Schreibfehler Korrektur: Deep Space Nine S01E03 Die Khon-Ma

      1. Maestro84

        Jo, war auch erst verwirrt. Oder hat Netflix die Folgen falsch einsortiert? Nicht, dass es eine Rolle spielen würde.

        1. Simon

          Erklären wir in der Folge. Wir gehen nach der ursprünglichen Ausstrahlungsreihenfolge – da lief nach dem Pilotfilm diese Folge.

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    2. Maestro84

      Gerade DS9 war schon damals hochpolitich und auch aktuell (Kriege in Jugoslawien). An dem Thema kommt man bei der Serie nicht vorbei.

  2. sirCris

    Hallo Zusammen

    Ich bin natürlich voll in die Falle getappt, und wollte vorauseilend schonmal die zweite Episode auf Netflix anschauen und war dann verwirrt, als ihr die Khon-Ma (ich glaube so ist’s richtig geschrieben) angekündigt habt, hat aber dennoch gereicht vor dem Podcast die Folge anzusehen.
    Nun, zu Odo als Ratte, warum verwandelt der sich in eine terrestrische Ratte? Wäre doch viel naheliegender ein ähnlich geartetes Tier von Bajor oder Cardassia zu wählen…hm…

    Herzig finde ich den Beshir, der noch so unschuldig und naiv wirkt, erfrischend…

    Mit Kira hatte ich damals Mühe, sie benimmt sich dermassen unreif für einen solch hochrangigen Offizier, das mag/mochte ich nicht so.

    Mir gefallen die DS9-Folgen deutlich besser als damals bei der Erstausstrahlung, liegt wohl daran, dass ich jetzt weiss was noch kommt, oder auch daran dass ich nicht mehr in meinen 20ern bin. Die Geschichten sind deutlich anspruchsvoller und komplexer als bei den Vorgängerserien, was ja eigentlich wünschenswert ist.

    1. Ebenezer Scrooge

      Die Ratte ist produktionstechnisch nunmal viel einfacher umzusetzen.

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  3. SilberGibbon

    Moin ihr beiden. Ich hätte zu Odo eine Anmerkung. Ihr erwähnt, das Odo sich für das Publikum zurückverwandelt. Meine Lesart dieser Szene(mit dem Wissen der ganzen Serie) wäre aber, das Odo sich für seine Originalform momentan noch schämt wegen der Lehren seines Cardassianer-Lehrers und dadurch vor allem wegen seiner heimlichen Liebe zu Kira, das er immer versucht als Humanoid aufzutreten. Damit sie Ihm zugeneigt ist und er häufiger in Ihrer Nähe sein kann. Danke für den Podcast und viel Erfolg und Glück für euch beiden(+alle Gäste).

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  4. Elias

    Ich höre gerade die Folge und habe eine Anmerkung zu Katharyn Powers, der Autorin der Episode:
    lustigerweise schrieb sie nicht nur „Code of Honor“, die dritte Folge von TNG, und “ Past Prologue“, die (nach Produktionsreihenfolge) dritte Folge wie TNG, wie ihr es ja erwähnt habt, sondern auch die dritte Folge von „Stargate SG-1“ mit dem Titel „Emancipation“. Diese Episode hat mit „Code of Honor“ vor allem gemein, dass sie sehr problematisch ist. Während in CoH die schwarze Bevölkerung sehr stereotyp und durchaus rassistisch dargestellt wurde, wird in der SG-1-Folge die asiatische bzw. in diesem Fall mongolische Bevölkerung eines Planeten sehr stereotyp dargestellt. Außerdem gibt es in der Episode eine Menge Sexismus. Sie scheint tatsächlich die Person für dritte Episoden gewesen zu sein. Stargate blieb sie auch im Gegensatz zu Star Trek auch noch über die Jahre als Autorin erhalten und schrieb dort auch noch deutlich bessere Episoden.

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    1. Michael from Outer Space

      Hallo Elias! 😉

      An die Englisch sprechende mongolische Bevölkerung auf diesem Planeten in SG-1 kann ich mich auch noch sehr gut erinnern! 🤣 Ja, die Folge ist sexistisch und rassistisch.

      LL&P
      Michael from Outer Space

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  5. Ebenezer Scroodge

    Ist es eigentlich legitim im zusammenhang mit dem Bajoranischen Wiedererstand von Terrorismus zu sprechen ?

    1. Roger

      Ein Satz dazu aus dem Wikipedia-Artikel zu „Terrorismus“: Die Grenze zwischen „Widerstandskämpfer“ und „Terrorist“ ist weltanschaulich geprägt und daher oft strittig.

      Auch nach dem Studium dieses oder anderer Artikel kann diese Frage aus meiner Sicht nicht so eindeutig beantwortet werden. Da jedoch die Rückeroberung der eigenen Souveränität das Ziel der Bajoraner war, würde ich den bajoranischen Widerstand eher einer Guerilla-Bewegung zuordnen als einer Terrorgruppe.

    2. Bridge 66

      Ich glaube in einer späteren Episode fällt der Satz: „Des einen Widerstandskämpfer ist des anderen Terrorist.“ Es kommt auf die Perspektive an. Und sicher ist es schwer zu beurteilen, welche Sichtweise „legitim“ ist.

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      1. Don

        Dass diese Grenzen fließend sein können, wurde ja auch in „The High Ground“ (TNG) schonmal thematisiert.

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  6. Dominik Hug

    Ich kann mir vorstellen, dass diese eher komplexere Episode mit viel Polit-Bla diverse Zuschauer, die einfach eine easy Trek-Episode konsumieren wollten, etwas abgeschreckt hatte.

    Tahna Loss empfinde ich als höchst unterdurchschnittlichen Antagonisten, aber die ganze Entwicklung innerhalb der Crew, der erste Auftritt von „Plain and Simple“-Garak war grossartig.

    Da ich in den 90ies DS9 bereits auf Sat1 konsumiert hab, erinnere ich mich noch an die Übersetzung des „Modisten Garak“ – und irgendwie hab ich immer „Nudist Garak“ verstanden und nie so ganz geschnallt, wo der denn nackig durch die Gegend rennen soll.

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    1. Sebastian

      Ich fand es schön, dass Garak bereits in Folge 3 der ersten Staffel auftauchte. Das Gespann Bashir/Garak ist, nach Mollari/G’kar aus B5, mit mein liebstes in Serien.

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  7. Martin

    In der DVD Box ist dies auch die dritte Folge. Ich liebe diese Episode, sie macht sofort klar, warum DS9 eine großartige Serie ist.
    ich bin leider fast tot umgefallen, als ich letzte Woche den Pilotfilm auf dem Beamer guckte, so katastrophal ist die Bildqualität im direkten Vergleich zu DS9. Um das Problem zu lösen habe ich einen DVD Player reaktiviert und schaue das nun auf meinem Röhrenfernseher (ehemaliges Top of the Line Modell von B&O). Sehr zu empfehlen!

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    1. Martin

      Es muss natürlich heißen „im direkten Vergleich zu TNG“.

      1. Barash

        Wer wie ich übrigens nicht mehr an einen Röhrenfernseher rankommt, aber auch auf DVD schaut, dem empfehle ich, es mit einem möglichst ollen Abspielgerät zu versuchen. Das beste Bild habe ich letztlich mit meiner PS3 erreicht; auch natürlich nicht perfekt, aber besser (bzw.. weicher und augenfreundlicher) als die stark verpixelten Upscale-Versuche meines UHD-Players

  8. Barash

    Wie toll ist eigentlich Bashirs Versuch, sich von O‘Brien verwanzen zu lassen? Hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm, wie früh er schon Bond spielen wollte… 🙂

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  9. Roger

    Hallo zusammen

    Da ich die ersten beiden Staffeln DS9 nicht so präsent habe, wird der Rewatch für mich sicher interessant. Denn anders als bei den TNG-Folgen (und später auch die Episoden von VOY) kann ich nicht mehr in jedem Fall sagen, wie es aussieht oder was als nächstes passieren wird. In dieser Episode war das für mich schon mal ein guter Vorgeschmack. 🙂

    Garaks ersten Auftritt hatte ich jedenfalls nicht mehr so homo-erotisch auf dem Schirm, wie er mir jetzt rüberkam. Ich freue mich auf weitere Überraschungen in den kommenden Wochen.

    Was mir bei euren Besprechungen, insbesondere bei „Emissary“ schon aufgefallen ist: Ihr bezieht in euren Aussagen vermehrt auch künftige Ereignisse mit ein und zitiert Situationen oder Entwicklungen, welche erst in späteren Staffeln passieren werden. Finde ich persönlich übrigens sehr angenehm, dass wir nicht so tun müssen, als wüssten wir nicht wie es ausgehen wird. Auch wenn dies einige Leute, welche die Serie erstmals sehen, unter Umständen spoilert.

    Schöne Woche, bis bald

    Roger

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  10. sternburg

    Diese ganzen Fanatiker, die das Wurmloch sprengen wollen, um endlich wieder ihre Ruhe in ihrem ziemlich uninteressanten Winkel der Galaxis zurück zu kriegen …. oder auch nur die Leute, die darüber meckern, dass wegen des Wurmlochs jetzt hier plötzlich dauernd so viele Leute und deren Profite und strategischen Bedeutsamkeiten und Stress und überhaupt rumspringen …

    Das alles erinnert mich wahnsinnig an meine Jugend in Berlin (West). Wo sich nach dem Fall der Mauer sehr lauschige Wohngegenden in Kreuzberg, Neukölln, Wedding etc, in denen sich so mancher in der uninteressanten Sackgasse im Schatten der Mauer seine lauschige kleine Existenz zusammenbaute, plötzlich inmitten der großen Stadt wiederfanden.

    Wo sich plötzlich laute und stinkende Verkehrströme durchzwängten. Und wo von heute auf morgen auf billigem Wohnraum aufgebaute, alternative oder auch einfach geruhsame Lebensentwürfe in den unerbittlichen Mahlstrom der kapitalistischen Raumverwertung geworfen wurden. Und letztlich viele, viele Menschen schlichtweg verdrängt wurden, weil sie an diesen Ort inmitten der großen Stadt aus diversen Gesichtspunkten – meistens, aber nicht immer ihr Einkommen – einfach nicht mehr hinpassten.

    Ich war damals für die Maueröffnung und ich bin heute für das Wurmloch. Aber so ein bisschen nachempfinden kann ich das schon.

    Kurze Anmerkung: Ihr postuliert am Rande, dass Odo vielleicht noch nicht so ganz darauf klarkommt, seine Arbeit jetzt in einer Demokratie zu verrichten. Denn die macht alles so mühsam.

    Das ist inhaltlich richtig, aber was Odo die Arbeit schwer macht ist nicht die Demokratie. Sondern der Rechtsstaat.

    DS9 ist keine Demokratie. Die provisorische Regierung von Bajor scheint – wir erfahren darüber (derzeit?) nicht so wahnsinnig viel – irgendwie demokratisch legitimiert zu sein. Es wäre sicher nicht falsch, anzunehmen, dass Bajor eine Demokratie ist oder sich in einem Übergangsstadium zu einer Demokratie befindet. Außerdem ist die Föderation eine Demokratie (zumindest wird das immer behauptet – so richtig in Action erleben wir diese Demokratie eigentlich nie).

    Das macht aber DS9 nicht zur Demokratie. DS9 ist exekutiv ein rein militärisch geleitetes, exteritoritales Gebiet, in dem ein vom Militär der Sternenflotte eingesetzter militärischer Statthalter absolute Entscheidungs- und Verfügungsgewalt über alle zivilen und militärischen Personen und Unternehmungen ausübt. Er tut dies in lockerer Unterwerfung unter die demokratisch legitimierten Gesetze Bajors und der Föderation. Aber das macht er nicht, weil sie dort gelten, sondern weil die Sternenflotte – und meinetwegen auch er selber – das für richtig hält und von ihm verlangt.

    Denn zumindest nach meiner Lesart soll und würde er jederzeit von diesen Gesetzen abweichen, sobald übergeordnete Interessen oder Prinzipien der Sternenflotte dies gebieten. Zum Glück ist der Respekt vor den Gesetzen Bajors dediziert im Einklang mit den Prinzipien und Interessen der Sternenflotte, weshalb das eine weitgehend theoretische Überlegung ist.

    DS9 ist also keine Demokratie. Aber die Sternenflotte folgt den Prinzipien des Rechtsstaats. Und damit über Sisko auch Odo. Und das ist anstrengend. Fühl ich.

    Viele Buchstaben für eine klitzekleine Formulierungs-Petitesse. Wie gesagt, inhaltlich macht das überhaupt keinen Unterschied.

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    1. Sebastian

      Als Mitarbeiter bei einer Behörde kann ich Odos Frustration verstehen. Die Arbeit bei staatlichen Organen ist wohl in Diktaturen, gerade im Bereich Strafverfolgung, so viel einfacher. ;).

      1. Tom

        Der Unterschied: In einer Diktatur werden ein paar Unschuldige zuviel verhaftet. In einer Demokratie ein paar wirklich Schuldige zu wenig.

        Dabei ist es zweifellos eine Frage des Standpunkts, was man bevorzugt. Nicht von ungefähr gibt es gerade innerhalb der Polizei Strömungen, die in eine gefährliche Richtung abzudriften drohen …

      2. Tom

        Wer will sich schon im staatlichen gewahrsam wiederfinden, ohne sich irgendeiner Schuld bewusst zu sein. Und das nur, weil einem Amtsträger unbekannterweise deine Nase nicht passt …

        Ich habe ebenfalls mal bei einer Behörde gearbeitet. Aussagen wie „Das gönn ich dem A***“ nicht“ waren da durchaus an der Tagesordnung. Aber der Staat hat das Machtmonopol. Und wer für den Staat arbeitet, übt einen Teil dieser Macht aus. Wer sich dabei nicht an geltende Gesetze hält, macht sich des Machtmissbrauchs schuldig und macht sich selbst strafbar. Und das ist auch gut so. Was, wenn ddiese mentalität ausufert.

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  11. Tom

    Was mir auffällt: Das spektakuläre Wurmloch spielt fürs Erste überhaupt keine Rolle mehr.

    1. Tom

      Nachtrag: Ooops, da war ich zu voreilig.
      Das Wurmhole spielt durchaus eine Rolle, aber nicht als Brücke in einen entfernten Quadranten und auch nicht in Bezug auf die seltsame lebensform, die da drin existiert. Es dient hier lediglich als Zankapfel, also sozusagen als McGuffin. In der darauffolgenden Episode, die ich zuerst geschaut habe, kommt es gar nicht vor.

  12. Tom

    Was mich irritiert: Kira hat den Rang eines Majors und Sisko ist nicht mal Captain, sondern nur Commander, so wie Riker. Sie müsste also im Rang 2 Stufen über ihm stehen. Trotzdem gehen die beiden von Anfang an miteinander um, als wenn Sisko das Sagen hat. Gleich beim ersten Zusammentreffen fragt sie ihn, ob er ihr Chefbüro haben will, was er bestätigt. Wieso zum Geier ist ein bajoranischer Major einem Sternenflotten-Commander unterstellt?!? Wobei die Sternenflotte angeblich nur da ist, um zu helfen und zu unterstützen. Die Realität schaut offenbar anders aus. Die Bajoraner werden mit ihren Dienstgraden nicht ernst genommen. Da wäre ich an Kiras Stelle auch angesäuert. Kaum ist eine Besatzungsmacht fort, kommt gleich die nächste.

    1. Sebastian

      Wikipedia sagt, dass Captain bei der Luftwaffe der us-amerikanischen Streitkräfte der sechsthöchste Rang ist – Major existiert dort nicht -, während der Major bei Heer und Marine eins über dem Captain steht. Star Trek orientiert sich da wohl, wie meistens, an der Luftwaffe. Ich weiß aber auch gerade nicht, wie die Dienstränge bei den Bajoranern sind?

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      1. Tom

        Die Bajoraner waren ja jahrzehntelang iim Widerstand gegen die cardassianische Besatzung. Wahrscheinlich gab es da gar keine Dienstränge. Meines Wissens gab es die in der französischen Résistance auch nicht.

        Wird im Laufe der Serie jemals aufgeklärt, woher Kira ihren Rang hat? Wurde er ihr von Starfleet „ehrenhalber“ verpasst, ähnlich wie weiland Wesley? Oder haben die bajoranischen Verhandler darauf bestanden? Aber was soll der Mumpitz, wenn der Rang von vornherein dazu dient, sie zu demütigen …? Bei TNG gab es nach dem Captain nur noch den Admiral und keinen Major. Aber das Rangverhältnis wäre in etwa dasselbe, als würde Lt. Commander Data plötzlich Captain Picard Befehle erteilen. Und Picard würde die auch noch ausführen. 😉

        Ich denke, wenn man schon eine Hierarchie etabliert, wird man sich was dabei gedacht haben. Ansonsten hätte man Kira einfach ohne Rang da reinsetzen können. Das ging aber wiederum auch nicht, weil sie ja eine Kommandoposition inne hat. „Lieutenant Kira“ hätte sich da bestens in das Machtgefälle eingefügt, war den Autoren aber wohl aus unerfndlichen Gründen zu wenig.

    2. sternburg

      Um ehrlich zu sein, ich verstehe die Frage nicht. Ich sehe den Rangordnungskonflikt nicht zwischen einem bajoranischen Major und einem Commander der Sternenflotte. Das sind einfach unterschiedliche Dinge.

      DS9 gehört wohl Bajor, aber sie wird von der Sternenflotte in alleiniger Verantwortung betrieben. Sonst wäre Sisko dort nicht Alleinherrscher.

      Man sollte sich das vielleicht nochmal vergegenwärtigen: Sisko holt sich niemals für Entscheidungen ein formales Einverständnis Bajors ein. Auch nicht, wenn es z.B. um juristische Fragestellungen gegenüber Einzelpersonen geht, die überhaupt nicht (mehr) die militarische Absicherung der Station betreffen.

      Und Kira arbeitet dort als Bajors Verbindungsoffizier. Das könnte sie in einer beobachtenden Funktion tun, mit dem Recht der Einsicht- und Stellungnahme. Oder auch als eine Art gleichgestellter Aufsichtsrat der Eigentümer über die Betreiber. Man hat sich – warum auch immer (ich persönlich finde das aus pragmatischen Gesichtspunkten durchaus nicht unvernünftig) – dagegen entschieden. Stattdessen hat man sich dafür entschieden, dass sie als bajoranischer Miltär in hoher Position in der Exekutive von DS9 voll eingebunden mitarbeitet, ohne dabei Teil der Sternenflotte zu sein. Soweit ich als Pazifist das beurteilen kann, in unserer Zeit keine für Verbindungsoffiziere völlig ungewöhnliche Position.

      Und von da aus weitergedacht ergibt das alles Sinn:

      Voll eingebunden heißt in der militarischen Kommandostruktur der DS9-Exekutive denklogisch, dass sie sich in diese Kommandostruktur einordnet. Und das heißt, dass Sisko ihr gegenüber – für die Dauer ihrer Abordnung auf DS9 – weisungsbefugt ist. Ob Sisko dabei formal Commander, Admiral oder Bordschütze ist, spielt keine Rolle. Er ist nunmal derjenige, der von der Sternenflotte als Statthalter und Oberbefehlshaber von DS9 eingesetzt wurde. Und da Bajor der Föderation die Besetzung dieser Position gestattet, hat Kira als bloße Beauftragte der bajoranischen Regierung dies nicht zu hinterfragen.

      Und umgekehrt geht es weder Sisko noch die Sternenflotte insgesamt etwas an, welchen bajoranischen Rang und Titel die Person trägt, die von Bajor auf diese Person des Verbindungsoffiziers entsendet wurde. Es ist völlig egal, ob Kira im bajoranischen Militär mit Major Kira, Professor Klimbim oder General Bergfrühling angeredet wird. Kira ist nicht Teil der Sternenflotte. Ihr Rang bemisst sich nicht nach den Kriterien der Sternenflotte sondern nach denen Bajors. Und wenn Bajor als Verbindungsoffizier einen bajoranischen Major entsendet, dann wird dieser von den Mitgliedern der Sternenflotte gefälligst auch mit seinem bajoranischen Rang angeredet, also als Major. Das ist nichts anderes als grundlegende Höflichkeit.

      Mit welchem Rang sollte man Kira auch sonst anreden? Einen Sternenflottenrang kann sie ja nicht haben.

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      1. Tom

        @sternburg Deine Beurteilung klngt plausibel … aber in der Besprechung (ich habe mir das nochmal angehört) heißt es, Kira habe den Rang eines Majors von der Starfleet zuerkannt bekommen.

        Wenn ich deinen Kommentar richtig verstanden habe, willst du darauf hinaus, dass Bajor auf DS9 eigentlich nichts zu melden hat, obwohl die Station rein rechtlich den Bajoranern gehört. Habe ich dich da richtig verstanden? Auch in dem Sinne, dass du dieses Procedere verteidigst? Oder gibst du nur den „advocatus diaboli“?

        Da ist mir die Erklärung mit den Starfleet Rängen, die sich an der der Hierarchie der US-Navy orientieren, deutlich sympathischer, auch wenn das erstmal verwirrend ist.

        1. sternburg

          > „Wenn ich deinen Kommentar richtig verstanden habe, willst du darauf hinaus, dass Bajor auf DS9 eigentlich nichts zu melden hat, obwohl die Station rein rechtlich den Bajoranern gehört.“

          Du hast mich erst einmal dahingehend richtig verstanden, dass dies mein Eindruck ist.

          Ich möchte dazu sagen, dass mein Eindruck vielleicht nicht so wahnsinnig wertvoll ist, weil mein letzter DS9-Rewatch schon einige Jahre her ist und vor allem sehr lückenreich war. Um ehrlich zu sein, die ersten zwei Staffeln schaue ich in erster Näherung jetzt gerade zum ersten Mal. Ich rede hier mit den allermeisten Anwesenden nicht auf Augenhöhe.

          Aber soweit ich das beurteilen kann, finde ich persönlich diesen Eindruck aus den genannten Gründen ziemlich zwingend, ja.

          > „Auch in dem Sinne, dass du dieses Procedere verteidigst?“

          Was heißt verteidigen? Erst einmal ist es so, wie es so ist (wenn mein Eindruck stimmt).

          Aber ich finde das in der Tat nicht völlig abwegig. Bajor hat gerade andere Sorgen, mit dem Wurmloch konnte niemand rechnen, eine Präsenz der Sternenflotte im System ist sowohl im Interesse Bajors als auch in dem der Sternenflotte und so Stützpunkte auf dem Gebiet eines souveränen Staates, die man über Zeit der – innerhalb gewissen Grenzen – alleinigen Verantwortung und Kommandogewalt anderer Staaten übereignet, das ist kein uns auf der Erde in der Gegenwart komplett unbekanntes Konzept.

          Ich bin übrigens in Berlin (West) aufgewachsen. Grüße nach Ramstein.

  13. aufi

    Hallo zusammen,
    also die Star FLeet ränge richten sich nach denen der US Navy, da kommt der Captain direkt unter den Admiralsrängen. Dann der Commander. Im Vergleich zur Army und Air Force wäre dass der Rang des Lt. Colonel. Darunter gibt es dann den Major. Also hätte Kira nach dieser Logik dann doch den niedrigeren Rang.

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  14. Nippel

    Oh Mann, jetzt habe ich immer die Verbindung von Spencers Dorf und die Infrastruktur von DS9 im Hinterkopf… Irgendwie cool!

  15. Nippel

    Und dass Garak auf den Doktor steht ist auch interessant!

  16. Hermann

    Endlich fühle ich mich aus belesenem Munde bestätigt, dass ich nicht der einzige bin und war, der eine homoerotische Zuneigung von Garak in Richtung Bashir erkennt. Ich fand es immer schade, dass das nur so angeteasert wurde, aber nie, wenn auch vermutlich im Unglück endend, weiter vertieft wurde.

  17. Chris

    Die Frage nach der Position des „H“ im Titel beantwortet „Deep Space Nine – Hinter den Kulissen der Raumstation“ von Armin Breitenbach auf Seite 30 wie folgt:

    „Synchronisation:
    Der Episodentitel ist mit ‚Khon-Ma‘ falsch geschrieben, da die Widerstandsgruppe ‚Kohn-Ma‘ heißt“

  18. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!

    Spannend, wie viele Fragen diese Episode aufwirft. Da ich immer auf der Suche nach Erklärungen bin, hier meine 5 Cents.

    Den Unterschied zwischen den Rängen von Kira und Sisko erkläre ich mir damit, daß sie verschiedene Zuständigkeitsbereiche haben. Da die Bajoraner keine Erfahrungen mit dem Betrieb einer Station haben, hat Sisko dort die alleinige Befehlsgewalt. Kira dürfte höchstens Angehörigen der bajoranischen Streitkräfte etwas befehlen. Nebenbei fiel mir auf: haben denn die Bajoraner keine Raumflotte, meinetwegen aus Restbeständen der Föderation, oder wenigstens eine „Raumpatrouille“? Es geht doch nicht an, dass Cardassianer im bajoranischen Raum rumballern dürfen wie sie wollen?
    Bei der Kohn-Ma musste ich an die israelische Haganah denken, eine paramilitärische Organisation zur Zeit der britischen Mandatsherrschaft über Palästina. Interessanterweise ist Kohn ein häufiger jüdischer Name, abgeleitet von Cohen, was Priester bedeuten soll. Ich persönlich bevorzuge Khon-Ma, das sieht weniger vertraut aus.

    Dass Kira ihrem ehemaligen Kameraden vertraut finde ich ganz normal, haben sie doch gerade erst zusammen auf einer Seite gestanden. Ärgerlich finde ich nur, dass sie sich – wieder mal – persönlich gekannt haben sollen. Wie wahrscheinlich ist so was? Das ist nur wieder die Serienlogik.

    Wirklich überrascht hat mich, dass Garak nur in dieser einen Folge der ganzen ersten Staffel aufgetreten ist. In der Rückschau war er von Anfang an ein wichtiger und ständiger Charakter in DS9. So kann man sich täuschen. Sein Verhalten kam mir immer so vor, als wollte er bewusst seinem Gegenüber durch seine Aufmerksamkeit schmeicheln. Persönliches Interesse am Gegenüber wäre in seiner Position doch eher unwahrscheinlich.

    Vielleicht schaffe ich es heute noch, euch ganz zu hören.

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  19. Bridge 66

    Hallo Kleiner Bruder,

    Im Pilotfilm wurde gesagt, daß die Cardassianer das bajoranische System erst ganz kurz zuvor verlassen haben. Gul Dukat sagte sowas wie: „Vor zwei Wochen war das hier noch mein Büro“. Und bei ihrer Abreise haben sie alles mitgenommen, was ihnen wertvoll erschien, den Rest haben sie zerstört. Auf dem Planeten sieht es wahrscheinlich nicht besser aus. Ich glaube kaum, dass die Bajoraner sowas wie eine Raumpatrouille haben, schon gar nichts, was es mit einem cardassianischen Kriegsschiff aufnehmen könnte.

    LL&P
    Bridge

    1. Kleiner Bruder

      Und da lässt die Föderation die neuen Verbündeten und eine Station mit Föderationspersonal einfach allein? Oder wollte man Rücksicht auf die Gefühle der Bajoraner nehmen und nicht gleich das nächste Kriegsschiff im Orbit kreisen lassen? Konnte die Enterprise – oder irgendein anderes Schiff – nach Entdeckung des Wurmlochs nicht wenigstens so lange bleiben?

  20. stef baura s

    meine zwei liebsten Podcaster,
    ich möchte gar keinen Beitrag zur Folge direkt schreiben.

    Stattdessen schreibe ich über meine „vibes“, wie es so schön neudeutsch heißt.

    Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich die letzten 2 Podcasts von Euch genossen habe. Es kommt mir vor wie eine Belohnung, die man sich die letzten 4,5 Jahre erarbeitet hat.
    TOS war nie so meins, obwohl ich nun durch Euch ein neues Verständnis und etwas mehr Wohlwollen gewinnen konnte, TAS war seeeeehr anstrengend. Die Filme bei Euch zu hören war nice to have, wie gesagt, Kirk und Co. ist nicht so meins.

    Dann kam TNG und ich war im Glück, kann fast jede Folge der Serie auswendig, habe mich gefreut, von Euch bestätigt oder auch mal widerlegt zu werden. Es war (und ist) ein großer Spaß mit Euch TNG zu zerlegen.

    Aber jetzt DS9, wenn ich höre mit wieviel Liebe Ihr schon jetzt, in den ersten 2 Folgen von den Charakteren sprecht, wie Ihr die Raumstation würdigt und wie schon so viele Andeutungen für den Verlauf der Serie kommen, das ist wie ein riesiges Geschenk, und ich darf jetzt (fast) jede Woche eines mit Euch auspacken.

    der ganze Podcast vom Dienstag, mehr noch als Eurere Pilotfilmbesprechnung, war ein rosarote Wohlfühlkugel für mich.

    Mir wurde erst jetzt klar, wie sehr ich an DS9 hänge und was es mir bedeutet.

    Danke dafür.

    Sorry, wenn das etwas pathetisch rüberkam, aber ich kann es nicht anders ausdrücken.

    Liebe Grüße
    Stef

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    1. deftone

      Dem möchte ich mich hier anschließen 🙂

      Ich habe zwar tos und tas übersprungen (war auch beides nicht meins) aber höre mit grosser Begeisterung gerade parallel noch TNG nach 🙂 (leider habe ich euren Podcast erst diesen Herbst entdeckt)

      Ihr macht das so toll und es ist eine Freude euch zuzuhören 🙂 vielen lieben Dank dafür!

  21. Christopher

    Leider muss ich sagen, dass je öfter ich DS9 gucke, desto langweiliger wird es. Als ich jung war und die Erstaustralung gesehen habe, habe ich die Serie geliebt. Ich habe des Öfteren versucht ein re-watch zu starten, musste aber immer abbrechen, weil es einfach zu langweilig war. Ich kann erst ab S2 E26 anfangen zu gucken.

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  22. Joe

    Bin nicht ganz sicher, aber habt Ihr bei TNG nicht bei der Wertung andersherum argumentiert? Also bei dieser Folge sagt Ihr, Ihr gebt den Daumen hoch weil es eine frühe Folge ist und später werdet Ihr kritischer, weil die Serie da besser wird.
    Ich meine bei TNG war eher die Argumentation „Ich weiß was da noch kommt und daß die das viel besser können, darum nur Daumen quer.“
    Aber vielleicht hab ich das auch falsch in Erinnerung.

    1. Sebastian

      Nachdem wir es gefühlt tausend Male geschrieben und gesagt haben, müsste doch langsam klar sein: Wer versucht, unsere subjektiven und tagesformabhängigen Wertungen gegeneinander aufzuwiegen – vor allem diejenigen, die Jahre auseinander liegen – der bekommt nachts Besuch vom Daumenkasper. Und der schneidet die Daumen dann ab! Jawohl: Ab, ab, ab!

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  23. Kleiner Bruder

    So, geschafft. War doch gut gemacht, eine Motivation für den Tahna, die ich nachvollziehen konnte. Ein Widerstandskämpfer, der nicht mit dem Widerstand aufhören kann, obwohl – oder weil – sich die Lage geändert hat. Nur eben nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Gut erzählt, gute Charaktere mit tollen Szenen, nicht zu übertrieben. Und eine abgeschlossene Handlung, die in den größeren Rahmen eingebettet ist, das könnte es öfter geben.

    Eure neue Titelmelodie erinnert mich an eine CD mit SF Melodien von GSO (oder so ähnlich) die ich noch irgendwo liegen hab. Auf YouTube sind ein paar dieser Stücke zu finden.

    Ich bin gespannt, ob DS9 das Niveau halten kann.

  24. Odo sein Eimer

    Ich möchte gerne mal ne Bresche für die Deutsche Synchro schlagen. Nicht unbedingt für die Qualität der Übersetzung, aber definitiv für eine Sprecherauswahl: Ich maaaag F. G. Beckhaus als Garak. Punkt.

    In den späteren Staffeln machten sie dann nochmal einen Glücksgriff mit Udo Schenk für einen gewissen Vorta. Schade nur, dass man für Brunt, F!C!A!, dann einen anderen gewählt hat.

    1. Bridge 66

      Atan „viel schlimmer – das war Science Fiction!“ Shubashi

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      1. Don

        😄

        Ich bin Friedrich G. Beckhaus ein paar mal begegnet. Ein äußerst sympathischer Mensch!

  25. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    es ist ja wieder mal ein Fest beim Zuhören *freu*, vor allem Eure Begeisterung angesichts des Feuerwerks der Stars. Dass Kira bei Bens Bossin petzen geht, hat mich schon beim ersten Gucken genervt, denn aus dem echten Leben weiß eigentlich jeder, dass sowas nach hinten los geht. So auch hier geschehen. Aber ansonsten ziemlich großes Kino. Beim schmalzigen Gaststar mit der Föhnfrisur hatte ich auch gleich daran gedacht, dass hier doch wieder der ideale Unsympath zum Flirt für Deanna gefunden wäre, hihi.

    Netz quillt wirklich über vor homoerotischen Phatasien zu Garak und Bashir. Man gibt bei Google nur „Garak“ ein und als Vorschlag Nummer drei taucht schon „Garak Bashir“ auf.

    Odo von Ratte zurück zu Odo, das musste einfach sein, denn seit CGI auch (bedingt) fernsehtauglich wurde und dieses Morphing begann zum üblichen Handwerkzeug der Filmkunst zu werden, da musste man doch auch zeigen was man drauf hat, oder?

    Das Gewusel auf der Promenade fand ich schon beeindruckend, auch weil hier so viele Statisten engagiert waren, die meisten ja sogar mit viel MakeUp und Masken. Das hat was von den irdischen Schmelztiegeln wie London oder New York, wo es auch schwierig ist für Constables und andere Ordnungshüter, die diversen Interessen unterschiedlichster Gruppen im Zaum zu halten. Dass DS9 dem Publikum mehr an Denkarbeit überlässt und den Erklär-Bill häufig weg lässt, ist ein mutiger und auch nötiger Schritt, denn nichts ist so ärgerlich als wenn man das Publikum für blöd hält und das auch jeder erkennen kann.

    Das Ende war auch sehr erwachsen, denn wie oft wiegt das Nicht Gesagte schwerer als das was ausgesprochen wird?

  26. Michael

    So eine Folge kann man mal bringen. Schadet ja keinem. Das Intressante ist die Einführung von Garak und sein Zusammnspiel mit Bashir. Aber nur wenn man die Kenntnisse über die Figuren aktiv verdrängt. Im Lichte der Dinge die noch kommen fällt die Handlung leider in sich zusammen. Da macht Garak rückwirkend eine schlechte Figur. Ein Meistermanipulater der sein Gegenüber so falsch einschätzt, müsste rückwirkend die Eignung zum Spion aberkannt werden.

  27. Don

    Moin!

    Das ist das erste Mal in TaD, dass Ihr, Simon und Sebastian, das Podcast-Intro gemeinsam sprecht, oder? Das finde ich sehr schön! 🙂

    Oh ja, Garaks Auftritt ist das Highlight dieser Folge.
    Warum er so scheißfreundlich zu Bashir war, erfahren wir ja erst viel später. Er war auf Drogen – Andrew Robinsons Augen passen da auch wunderbar zu diesem Umstand.

    Ich mag die (Mach-)Werke von Michael Bay auch nicht besonders. Die „Bad Boys“-Filme fand ich ganz unterhaltsam und das Video von Meat Loafs „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ hat mir gefallen. Das wars dann aber schon.

    „Major Barrett“ – wie geil! 😂

    Toral, den wir dann in einer späteren Folge von DS9 wiedersehen werden, war allerdings der Sohn von Duras, nicht von seinen Schwestern.

    In den Kommentaren zu „Emissary“ wurde bemängelt, dass man eigentlich nie bajoranische Atheisten zu sehen bekommt. Nun, Tahna Los scheint aber dann doch genau das zu sein. Er ist bereit, die Heimat der Propheten mit einer Bombe zu beschädigen, wenn nicht gar zu zerstören.
    Und er spricht auch immer nur recht technokratisch vom Wurmloch und interpretiert sie ausschließlich aus wirtschaftlicher und isolationistischer Sichtweise. Er will lediglich, dass keine anderen Spezies ins bajoranische System kommen; was die Entdeckung des Wurmlochs durch den Abgesandten in spiritueller Weise für das bajoranische Volk bedeutet, scheint ihm egal zu sein. (Kira lässt diesen Aspekt in ihren Gesprächen mit Los allerdings auch konsequent aus.)

    btw: „No more wormhole, no more Federation or Cardassians. Or anyone.“ klingt schon ein bisschen wie „Then you shall have no treaty, no vaccine, and no Lieutenant Yar!“
    Solche Sprüche scheinen also wohl so ein „Katharyn Powers“-Ding zu sein!

    Ihr habt erzählt, dass man sich gegen die ursprüngliche Idee, dass Kira und Tahna mal ein Liebespaar waren, entschieden hat. Gut so! Leider war man einige Zeit später dann nicht mehr so zurückhaltend (siehe Vedek Bareil oder auch Ronin Shakaar de la Vega) und entwickelte damit die Serie konsequent immer mehr zu einer „Lindenstraße im Weltraum“.

    Fazit?
    Tja, die Folge ist so extrem vorhersehbar, dass es schon wehtut. Die Duras-Schwestern waren dazu noch sowas von entbehrlich und wirkten wie lieblos in die Handlung gequetscht.
    Normalerweise würde ich hier den Daumen runter geben. Einzig Garak sorgt dafür, dass dieser dann doch noch quer geht!
    Garak war überhaupt sehr wichtig. Nach den letzen Auftritten schienen sich die Cardassianer zu ihrem eigenen Klischee zu entwickeln. Dies wurde durch Garak (hier nocht nicht so sehr, aber in späteren Folgen) durchbrochen.
    Die Cardassianer, denen wir bisher begegneten, wendeten Lügen deshalb an, weil sie sich davon einen Vorteil versprachen. Bei Garak kommt da allerdings noch etwas hinzu: Er lügt, weil er Freude daran hat, weil es Befriedigung schafft. Er ist geradezu ein Philosoph der Lüge, ein Künstler der Lüge. Sodass er dann auch mit stolzgeschwellter Brust einmal sagen wird, dass alle seine Lügen wahr sind!
    Garak ist so genial, wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden! Gegen ihn wirken alle anderen Cardassianer wie stümperhafte Bürokraten.

    So, das wars dann von meiner Seite für dieses Jahr. Beamt Rutscht alle gut rein, v.a. natürlich Sebastian und Simon.
    Ich für meinen Teil kann sagen: 2022 kann nur besser werden als das Vorjahr!

  28. Doris

    Die seltsamen Betten: wieder eine Verbindung zwischen Babylon 5 und DS9 entdeckt 😀! Auf einer Station sind Multifunktionsmöbel aus Platzmangel wichtig: man schläft also auf einem Bügelbett…

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  29. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Ein Frohes Neues Jahr mit hoffentlich erfreulicher Wendung zum Besseren Euch allen! Ich freue mich immer darüber, wenn Ihr in einer Eurer Besprechungen vom Ableben eines Star Trek Schauspielers oder anderer Beteiligter berichtet und eine Folge dieser Person widmet. Oft haben wir diese Menschen eben wegen ihrer unveränderlichen Filmpräsenz als „ewig jung“ in Erinnerung, und es erinnert mich daran, dass nichts ewig währt, auch unsere Existenz nicht.

    Der Algorithmus ließ eine Videozusammenfassung aufpoppen über 20 Schauspieler/innen, die bei Star Trek tätig waren und 2021 verstarben. Vielleicht ein passender Tag dieser Menschen heute noch einmal zu gedenken…

    https://youtu.be/lbuhepgoNzc

  30. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Danke auch von mir für diese schöne Besprechung. Scheint ja doch mehr an der Folge dran zu sein als ich in Erinnerung hatte . Ursprünglich gefiel sie mir nicht so, wahrscheinlich weil ich Tahna als Antagonisten auch nicht so dolle fand und Kira sich echt doof verhalten hat. Aber das gibt sich ja glücklicherweise bald.

    Welchen Stellenwert hat Garak in der Serie? Gute Frage. Auf jeden Fall ist er ein faszinierender und geheimnisvoller Charakter. Beim ersten Mal wirkte er auf mich genauso unangenehm „schleimig“ wie auf Bashir – aber mit einer gewissen Würde. Ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken soll. Und er ist eine wichtige (wenn auch nicht die einzige) Schlüsselfigur für die Serie, eine Verbindung zwischen Bajor, der Station und Cardassia, zwischen der Vergangenheit der Besatzung, der Gegenwart auf der Station und der Zukunft nach dem Dominion-Krieg. Jede Folge mit Garak ist zweifellos ein Highlight, dennoch ist er nicht unbedingt mein Lieblingscharakter, schon gar nicht von ganz Star Trek. Wie sagte Dax so schön in „Trials and Tribble-ations“: „Not him – Spock“ 😘

    Übrigens habe ich noch einen netten fun-fact gefunden, weiß leider nicht mehr wo: Garaks Tarnung als Schneider ist kein Zufall. In der Agentenserie „Solo für ONKEL“ (The Man from UNCLE, 1964-68) diente eine Schneiderei als geheimer Eingang zum ONKEL-Hauptquartier.

    Kiras Frisur gefällt mir hier auch wesentlich besser als im Pilotfilm.
    „Hast du die Folge mit Tashas Schwester nicht gesehen?“ – Ging ja nicht, während der Besatzungszeit da hatten sie ja nichts. 😢
    Möglicherweise haben die beiden Widerstandszellen, Kohn-ma und Shakaar, bei der einen oder anderen Mission mal zusammengearbeitet, weshalb Kira sagen konnte, sie hätten zusammen gekämpft. Aber sie haben sich nicht so gut kennengelernt wie Kira dachte. In ihrem Idealismus hat sie ihn dann falsch eingeschätzt.

    Über Nana Visitor habe ich auch interessantes zu berichten: Vor ihrer TV-Karriere war sie eine bekannte Musical-Darstellerin am Broadway. Das liegt in der Familie, denn sie ist die Nichte von Cyd Charisse (1922-2008), einer erfolgreichen Schauspielerin und Tänzerin der 50er Jahre, unter anderem Partnerin von Gene Kelley in „Singin in the Rain“ und „Brigadoon“ sowie von Fred Astaire in „The Band Wagon“ und „Silk Stockings“.

    So, das war’s von mir für dieses Jahr, kommt gut rüber
    LL&P
    Eure Bridge

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  31. Kleiner Bruder

    Interessanterweise scheint der Schneider nicht nur für Agenten wichtig zu sein (The Kings Man), sondern auch für Weltraumhelden.
    https://youtu.be/C2t-RZuF74s
    Data sein Hals hat jetzt gerade übrigens eine sehr besinnliche Star Wars Folge, unter Mitwirkung von Sebastian.

  32. Steffen

    Hi zusammen,

    wenn man sich die Folge anschaut stellt man fest, dass diese Thematik leider zeitlos ist. Ich finde es mutig, so eine Folge gleich als erstes nach dem Piloten zu senden, passt aber sehr gut zum Gesamt bild von DS9. Es ist eben der Anfang einer noch sehr fragilen Beziehung zwischen der Föderation und einem Volk wie den Bajoranern, die nach einer jahrzehnte andauernden Besatzung einiges aufzuarbeiten haben.
    Was mir weiterhin gut gefällt, ist dass sich eben nicht am Ende einer Eposide gleich jeder Konflikt in Wohlgefallen auflöst. Wie schon im Piloten begonnen, sehen wir weiterhin Spannungen zwischen Kira und Sisko und ich finde es gut, dass man sich hier Zeit lässt, dass sich die beiden annähern.

    Die Podcastfolge war sehr unterhaltsam. Nur jetzt wo ich quasi zum ersten mal „live“ mitschaue ist da plötzlich diese Wartezeit von einer Woche bis zur nächsten Folge. Das hatte ich bisher nicht und kommt mir ungewohnt lange vor.
    Gut, dass ich bei TNG noch im rewatch bin, da kann ich dann zwischendrin weiter machen.

  33. Michael Kleu

    Es gibt Zeiteinteilungen, die von der Natur vorgegeben sind, wie Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Umlauf des Mondes um die Erde und der Erde um die Sonne etc.

    Dann gibt es Zeiteinteilungen, die wir Menschen uns ausgedacht haben, wie z.B. die Woche und deren Dauer. Es gab ja auch die Woche mit 8 Tagen (Nundinalzyklus der Römer) und in der Französischen Revolution hat man die 10 Tage-Woche ausprobiert (3 Dekaden = 1 Monat).

    Den Tag unterteilen wir in 24 Stunden, weil sich das Duodezimalsystem eben so toll zum Rechnen eignet. So kann man die 24 durch 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und sich selbst teilen.

    Bei 26 Stunden kann man nur durch 1 und 13 teilen. Warum sollten sich die Bajoraner*innen freiwillig so ein System antun?

    Verstehe ich nicht. Hat vermutlich was mit Religion zu tun 😉

    Bei den Kolleg*innen von der Trekkiepedia gibts übrigens ne coole Folge über Zeit in Star Trek.

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    1. Sebastian

      Hey Michael,

      es gibt bestimmt Erklärungsansätze, so wie ich den Star-Trek-Laden kenne, z.B. in der Sekundärliteratur.

      Meine Idee mit den 26 Stunden ist: Das ist eine föderationszentrische Größe, die sich – wie alles in der Föderation – an unserer Erde ausrichtet. Ein Tag auf Bajor dauert vielleicht zehn oder zwölf oder hundert bajoranische Zeiteinheiten (wie auch immer die heißen), aber eben auch 26 unserer irdischen Stunden. Da ist es schon komisch, dass es „glatt“ mit 26 aufgeht und nicht 26,2913 oder so dauert, aber vielleicht ist jeder Sonntag am Tagesende kompensatorische 27 Minuten länger. Oder so. Wie Schalttag oder Schaltsekunde, nur häufiger und länger. Was für die Besatzung schön ist, weil man zum Wochenstart ein wenig ausschlafen kann.

      Diese Idee ist wahrscheinlich kaum haltbar (halt selbst zusammengesponnen aus dem, was die Serien hergeben), aber ich mag sie ganz gerne. Deswegen mache ich einen Bogen um Technical Manuals oder andere ernstzunehmendere Auseinandersetzungen. Anders als bei Behind-the-Scenes-Infos bevorzuge ich in diesen sowieso fiktiven Angelegenheiten meine eigene, schrullige Phantasie.

      Schönes Restwochenende,
      Sebastian

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      1. Michael Kleu

        Hi Sebastian,

        „Da ist es schon komisch, dass es „glatt“ mit 26 aufgeht.“

        Das habe ich mir auch gedacht, aber mit Deiner Erklärung kauf ich das.

        Wer schrullig genug ist, sich über so etwas Gedanken zu machen, ist auch schrullig genug, diese Erklärung zu akzeptieren 😉

        Viele Grüße

        Michael

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  34. Nippel

    Toll, wir die Kommentare jetzt durch die Decke schießen!!!

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    1. sternburg

      Einerseits ja. Anderseits war es vielleicht nicht so richtig klug von mir, den Haken mit den E-Mail-Benachrichtungen zu setzen (ächz).

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  35. Stefan

    Vielen Dank für eure Besprechung!

    Zu der 26 Studen-Sache möchte ich aber anmerken, dass Garak bei 28:20 für mich ganz eindeutig von „twenty-fifty-five hours“ spricht, also von 20:55 (in der deutschen Synchro ebenfalls. Widerspricht aber natürlich nicht der Tatsache, dass der Bajor-Tag 26 Stunden lang ist 🙂

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  36. Ole

    Hallöchen,

    für mich wollte Major Kira ihrem (ehemaligen) Widerstandsgenossen einfach glauben. Damit ist ihr Verhalten für mich gut nachvollziehbar. Beispiele für irrationales Handeln, auch von eigentlich klugen Leuten, gab und gibt es ja nicht selten.

  37. E. Plebnista (aka Yodacat)

    Hallo Simon, Hallo Sebastian!
    Erst Eure erstklassige Besprechung der Folge hebt sie für mich aus der Mittelmäßigkeit heraus. Eure Beobachtung der subtilen Untertöne bei der Begegnung Garak/Bashir ist mir bisher noch nie aufgefallen, macht aber insofern Sinn, da ja Garak auch eine Hommage an Romanfiguren eines John LeCarre (z. B. „Der Schneider von Panama“) ist. Für mich ist Garak ebenfalls die faszinierendste Figur der gesamten Serie. Andrew Robinson kannte ich zuvor aus „The New Twilight Zone“ (Mitte der 80er), wo er die Ermordung JFKs zu verhindern versucht. Das spielte er damals schon sehr einprägsam.
    Übrigens liebe ich eure Vergleiche: Avery Brooks wäre wirklich ein sehr guter Spencer im „Spencer-Dorf“, er war aber nur Hawk! Robert Urich war Spenser : ) Zudem habt ihr dem deutschen Titel (unbewußt) eine neue Deutung hinzugefügt: „Wat is mit die Kohlen?“ Daher „Die Kohlen-Ma“!
    Super TaD-Folge, macht die Episode erst richtig gut!

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