Trek am Freitag #3: Synchronisation

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Das ist Hendriks Studio. Hendrik ist Synchron-Aufnahmeleiter in Berlin, deswegen weiß er viel über dieses Business im Allgemeinen und über die deutsche Bearbeitung von Star Trek im Besonderen. Im Interview mit Sebastian verrät er spannende und ungeahnte Details. (Wer mehr von Hendrik und seiner Frau Anna hören möchte, abonniert den tollen 90s Podcast.)

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. Tobias Migge

    Als Mensch, der sich sehr für das Thema Synchronistation (und auch für Star Trek) interessiert, fand ich die Folge extrem spannend!

  2. Joe

    Sehr interessante Folge. Leider fand ich die Tonqualität auf Hendriks Seite nicht so toll. Auf der einen Seite schade, auf der anderen mußte ich über die Ironie etwas schmunzeln.

    1. Sebastian

      Danke für das Feedback, Joe!

      Hendrik trifft keine Schuld – den Schuh ziehen wir uns an, denn die Verbindungssoftware, die wir verwenden, hat mitunter Kompatibilitätshürden. Da wurde sogar die eine oder andere Silbe verschluckt. In Hendriks eigenem Podcast, den er komplett lokal aufnimmt, ist die Tonqualität super.

      Frohe Ostern & bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

  3. Brigitte Heyer

    Hallo, Sebastian, hallo, Hendrik,

    Vielen Dank für diese hochinteressante Folge. Ich habe mich wie viele andere sehr gefreut, dass Discovery so schnell auf Deutsch verfügbar war. Natürlich war mir klar, dass die Synchronisation nicht innerhalb von 24 Stunden laufen kann, aber was wirklich an Logistik damit verbunden ist, darüber macht man sich keinen Kopf.

    Was mich dabei wundert: Wenn der Bedarf an Sprechern so gross ist, wieso kommt der Nachwuchs so schwer rein? Sind es die extremen Arbeitsbedingungen? Wird das so schlecht bezahlt? Kein Wunder, dass einem dieselben Stimmen immer wieder űber den Weg laufen.

    Soviel ich weiss ist die Synchronisation von Filmen und Serien international eher nicht so űblich – oder irre ich mich da? In Polen z. B. spricht ein neutraler Sprecher den polnischen Text űber das Original drűber – gewöhnungsbedürftig. Da können wir hier bei aller berechtigter Kritik richtig dankbar sein. Dennoch finde ich, dass solche Klopfer wie den Sinn eines Dialogs ins Gegenteil zu verkehren, nicht vorkommen dűrften.

    Was den steifen bzw. lockeren Umgangston betrifft: Frűher war mir nie aufgefallen, dass die Enterprise eigentlich ein militärisches Schiff ist. Einerseits stand in der Handlung die Forschung stets im Vordergrund und die Synchro hat das noch unterstrichen. Dagegen fällt mir besonders in der DS9-Folge „Trials and Tribble-ations“ der Unterschied zwischen den beiden Versionen doch stark auf. Im Deutschen kommt der Spaß, den die Schauspieler bei ihrer Zeitreise hatten, irgendwie nicht so rűber. „Trials“ ist eine der wenigen Folgen, die ich im Original vorziehe.

    „Ich bin fein damit“ – au weia, da sagt ihr was. Und das kriegt man jeden Tag mindestens dreimal im Radio um die Ohren gehauen. Na ja, vielleicht meint Mark Forster das ja auch satirisch, aber ich kriege die Krise, wenn ich das höre.

    Schade, dass so viele von den alten Synchrohasen nicht mehr unter uns weilen, es gäbe da bestimmt einen ganzen Haufen Fragen, die wir ihnen wohl alle gern stellen wűrden. Hendrik, du darfst gern wiederkommen. 👍

    LL&P
    Eure Bridge

  4. TaoTao

    Als begeisterte Hörgut-Konsumentin habe ich soviel mitbekommen, dass es wohl schon wirklich schwer ist, Fuß zu fassen. Wie Hendrik sagte, der Nachwuchs kann sich schlecht mehr was abgucken – in Einzelaufnahmen und es ist offenbar nicht mehr so die Zeit, sich einzuarbeiten (allgemein und in einem jeweiligen Auftrag), wenn es nicht gleich sitzt, hat man wohl wenig Chancen. Wird man nicht gebucht, kann man sich dem zeitlich auch kaum widmen, muss anderweitig Geld verdienen, Flexibilität ist sowohl in meinem Beruf, als auch im Synchron wichtig. Eine Kollegin hatte jüngst nach einer entsprechenden Ausbildung einen zaghaften Versuch gemacht als Synchronsprecherin/ Sprecherin ins Geschäft zu kommen, vielleicht verfolgt sie es auch noch. Der Spagat sich frei zu machen, um verfügbar zu sein vs des nötigen Verdienens und sich entscheiden müssen, für was man Zeit einplant, ist sicher nicht so einfach.
    Zudem scheint mir auch der Wohnort sehr eine Rolle zu spielen. Das kam hier ja auch rüber. Manche Umbesetzungen von „Stammstimmen“ bei einem Serienstart, wurden in der Vergangenheit schon mit Wohnorten und Reisezeiten gegründet. So erwähnte Michael Schwarzmaier auf der Timelash (Doctor Who Con), dass man ihn für Chris Noth in „Sex and The City“ nicht extra anreisen lassen wollte – wer dachte, dass die Rolle sich durch die ganze Serie ziehen würde…

    Ich finde einen tollen Einblick und Erzählungen aus erster Hand, kann man sehr gut im Podcast Lauscherlounge, Kanal Hörgestalten bekommen (wobei ich alle vier Kanäle empfehlen kann!). In Hörgestalten kommen Sprecher selbst zu Wort, erzählen über sich, ihre Arbeit und lesen etwas mitgebrachtes.
    Auch total spannend finde ich im Zuge mit ST Discovery, die online zu findenden und oder in Podcasts eingebetteten Interviews mit Benjamin Stöwe „vom“ Raumschiff Eberswalde, der das Vergnügen hat Dr. Culber zu sprechen.

    Weil es so schön hierher passt: Die heutige Synchronisation bei TOS ist ja mit unter ein Flickenteppich, da ehemals herausgeschnittenen Szenen zum Nachsynchronisieren neubesetzt werden mussten. Da kann man sich wundern, welche Schnipsel sie mal herausgenommen oder so verfremdet hatten, dass korrigiert werden musste, aber auch wie unterschiedlich die Stimmen klingen. Letzteres macht mir persönlich aber immer Freude, wenn ich Norbert Gescher und Joachim Pukaß höre. Beides Stimmen meiner Kindheit, die mich freudig in ganz andere Welten triggern, so z.B. besonders nach Neustadt zu Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg, der „Mann von Karla Kolumna“ und die wundervollen Gastrollen der beiden fand ich immer großartig!

    Larry Nemecek fragte Sebastian ja in einer der anderen Trek am Freitag-Folgen, wie wir darauf reagiert haben, als uns, als Publikum bewusst wurde, dass die Synchro nicht dem Original entspricht, wenn ich mich recht entsinne. Hm, ich finde das kann man gar nicht so sagen, oder? Wir leben ja nun mal mit Synchronisationen ganz selbstverständlich (ich auf jeden Fall) und ich denke, wir sind uns des Umstands auch bewusst (heute). Also auch, dass es Unterschiede gibt. Die deutschen Versionen erschaffen für sich manchmal erheblich etwas eigenes, so dass ich mich bewusst entscheide, was ich mir jeweils anschaue. – Wenn ich die Wahl habe, was uns heute großteils zur Verfügung steht. Es kommt eher eine neue Ebene dazu, mit der ich mich auseinandersetzen kann/möchte/muss. Als ich noch nicht die Wahl hatte, Star Trek z.B. nur auf dem ZDF sah, hat es mich ja sehr angesprochen, das ändert sich nicht mit dem O-Ton oder umgekehrt. (Gut, bei „Die Zwei“ könnte einem das vielleicht passiert sein…)
    Und selbst wenn es keine Inhaltsveränderungen gibt, nehme ich eine Veränderung durch die Synchro wahr. Synchro kann (und ich finde sehr, sehr häufig ist sie es auch) sehr gut sein, besonders bei uns in Deutschland. Dennoch spricht dann jemand anderes, mit seiner Interpretation und in einer Übersetzung, die kulturell und sprachlich auch nur eine Interpretation ist, was alles anders auf mich wirken kann, als das Original.
    Dennoch schaue ich immer wieder gerne (ggf. zusätzlich) synchronisiert, weil es mir etwas in meiner Muttersprache präsentiert und das ist ein Umstand, für den ich mich dann sehr gerne mit der weiteren Ebene, die sie mit sich bringt, beschäftige.

    Toll, dass es hier auch gemacht wird, vielen Dank, Hendrik und Sebastian. =)

    PS. Ich sage es durch aus auch mal, mit etwas „fein“ zu sein, das gibt es seit einigen Jahren im Umgangssprachlichen. „Ich bin fein damit“, „mit etwas fein sein“, im Sinne von damit klar zu kommen, im Bilde zu sein und nicht selbst „fein“ zu sein, dass es einem gut ginge.
    – Sprache lebt, damit bin ich fein. 😉

  5. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!
    Vielen Dank auch für diese „hintergründige“ Folge. Bei dem Aufwand können wir wohl froh sein, dass nicht in jeder Serienepisode neue Sprecher auftauchen. Was mich jetzt gerade interessiert hätte ( vielleicht für ein späteres Gespräch ), ob denn auch mal ein Sprecher sagt: „Nee, so ’nen Mist spreche ich nicht“. Von Star Wars ist doch so was überliefert, dass ein Schauspieler zu George Lucas sagte, solche Dialoge könne man vielleicht schreiben, aber nicht sprechen.
    Bei Originalfassungen soll es ja auch oft vorkommen, dass die Aufnahmequalität nicht so gut ist, weil die Dialoge direkt am Set aufgenommen werden. Ganz abgesehen von der englischen Umgangssprache, die mit unserem Schulenglisch doch einige Übung erfordert.
    Originalfassungen kommen für mich persönlich aber auch nicht in Frage, einfach weil sie extra kosten. Ein Streaming Abo für eine einzige Serie, die mir dann vielleicht nicht mal gefällt, oder eine DVD, die, wenn’s viel ist, zwei mal gesehen wird und dann im Keller verstaubt, das ist definitv zu viel. Dafür muss ich dann eben auf die Free TV Ausstrahlung warten und hoffen, dass auf der Festplatte noch Platz ist.

  6. Don

    Was ich ja damals bei Voyager so fürchterlich fand, war, dass ein paar eigentlich etablierte Begriffe auf einmal völlig anders bezeichnet wurden. Da wurde dann aus dem „Universalübersetzer“ ein „Junivörsel Trensläter“.
    Das könnte man ja vielleicht noch halbwegs verkraften, aber dass dann anstatt von „Subraumsonden“ oder „Subraumanomalien“ plötzlich von „subspazialen Sonden“ und „subspazialen Anomalien“ die Rede war, das war schon ziemlich übel.

  7. sarahtamara

    Ich kenne die Star Trek Filme und Serien nur in Synchonfassung. Da hab ich mir über vieles was in der Folge hier besprochen wurde keine Gedanken gemacht. Das Julian und Miles sich mit Sie angesprochen haben fand ich irgendwo auch nicht komisch, eher so eine Rückbesinnung auf ganz alte Zeiten, da wurde ja auch innerhalb der Familie Eltern und Kinder untereinander gesietzt und so „wie geht es Ihnen Vater?“ usw. gesprochen haben.

  8. Michael Kleu

    Ich habe die Sendung mehr so der Vollständigkeit wegen gehört, bin jetzt aber sehr froh, es getan zu haben. Hat Spaß gemacht und war sehr interessant!

    Jetzt wo Ihr es sagt, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Die deutsche TNG-Synchro kam mir immer irgendwie steif vor. Das habt Ihr schön beschrieben.

    Tolle Sendung!

  9. Helmut

    Da sieht man mal wie klein die Welt ist. Hendrik erzählt, daß er Voyager im Urlaub auf Amrum angeschaut hat und ausgerechnet diese Folge höre ich im Urlaub auf Amrum.
    Vielen Dank für die interessanten Einblicke in die Synchronarbeit. Mir wurde einiges klarer, was mir bisher unverständlch war.

  10. Mister Incredible

    Moin zusammen,

    Da hätte ich schon erwartet, dass bei Star Trek zumindest bei den Hauptsynchronsprachen Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch ein gewisser Begriffekatalog existierte. Es kann ja nicht sein, dass stehende Begriffe aus dem S.T. Universum wie Hailing Frequency, Subspace Message oder Sickbay immer wieder anders übersetzt werden, je nachdem wer gerade am werkeln ist. Und man kann garade bei jüngeren Mitarbeitern in Synchronstudios nicht erwarten, dass diese alle nomenklaturfeste Trekkies sind.

    Als TNG, VOY oder DS9 ins TV kamen, war ich sowieso nicht begeistert, weil ich es als Kind der 1960er hasste, immer wieder Werbespots erleben zu müssen, aber auch deutschen Stimmen waren mir zu austauschbar. Nicht hingeguckt oder Sprecher nicht im Bild… not a chance to find out. Ich finde, die klingen alle wie Werbespotsprecher für Granufink oder Bausparkassen.

    Über die Jahre sind mir in vielen Filmen immer wieder Fehler aufgefallen selbst ohne den Originalton zu kennen. Einmal wurde von einer „Großvateruhr“ gesprochen, ein andere mal schickte jemand ein „Resümee“ ein, sollte wohl Bewerbung oder Lebenslauf heißen. „Critical“ wird fast immer zu „kritisch“, obwohl „bedeutend /unverzichtbar“ korrekt wäre.

    Oft kann ich anhand der deutschen Sprache feststellen, ob ein Film UK/US- oder französischsprachiger Herkuft ist. Wenn Protagonisten sich mit „Mein Lieber“ (mon chèr) ansprechen oder eine Frage mit „aber ja“ (mais oui) beantworten.. warum nicht „na klar“ oder „sicher doch“. Irgendwie finde ich es schräg, denn ich finde, wenn deutsche Sprache, dann auch authentisch deutsch und nicht nur so lala, auch wenn ich es wiederum OK finde, das Lokalkolorit eines Filmes erspüren zu können. Bin da ambibalent. Was meint Ihr dazu?

    Überhaupt… macht uns „dubbing“ sprachfaul? Ich denke schon. Schauen wir auf Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Island, Niederlande, wo nicht synchronisiert wird, sondern Untertitel zur Norm gehören, wie gut wird dort Englisch gesprochen! Die deutsche Synchro kann noch so gut sein… ich finde die Originalstimmen sind Teil der Schauspielkunst und seit ich durch DVD die Wahl habe, verzichte ich gern auf die Synchro. Jemand beschrieb synchronisierte Filme mal als „Stummfilm mit Hörspiel“…

    Einige Sprecher berichteten, dass heute viel mehr Text pro Tag abgearbeitet werde als noch vor 20 oder 30 Jahren und dass wegen des hohen Arbeitstempos und Zeitdrucks die Qualität oft vernachlässigt werde. Allgemein finde ich, dass Stimmen austauschbarer wurden und weniger Wiedererkennungswert haben heute. Kirk und Spock, das waren ikonische Stimmen.

    1. Kleiner Bruder

      Moin Mister!

      Das mit den „Fachbegriffen“ und den Redewendungen kann ich nachvollziehen. Das ist manchmal schon peinlich. Ich sehe aber auch, dass eine Synchro halbwegs lippensynchron sein muss, und da passt dann nicht unbedingt der eigentlich korrekte Ausdruck.

      Über den Originalton habe ich ja oben schon geschrieben, dass der nicht immer gut zu verstehen ist. Und wenn dann noch jemand Dialekt oder Umgangssprache spricht, dann kostet das echt Mühe. Untertitel zusätzlich anzuzeigen ist für mich auch keine Lösung. Da werden die Dialoge nämlich oft verkürzt, um nicht so viel Raum einzunehmen und um schneller gelesen werden zu können. Und dann stell dir vor, ein paar Worte vom Originalton zu verstehen, etwas davon abweichendes ganz schnell zu lesen und gleichzeitig der Handlung im Bild zu folgen. Das ist sicher ein gutes Gehirntralning. Wäre das nicht eher, besonders wenn ich die Sprache nicht verstehe, wie ein Stummfilm mit Text?

      Die Sprecher sind mir da eher egal, solange sie den Tonfall passend hinkriegen. Schwierig wird es natürlich, wenn Stimmen wechseln, wie z.B. in den nachsynchronisierten Szenen bei TOS oder bei Fortsetzungen. Kann es sein, dass da auch eine gewisse Gewohnheit dahintersteckt, wenn du die alten Stimmen vermisst? Denn so, wie man etwas dad erste Mal wahrgenommen hat, ist es ja erst einmal „normal“. Alles andere würde sich automatisch falsch anhören.

      Kurz: ich bin für die Synchro echt dankbar, denn mir hilft das, mich mehr auf die Handlung konzentrieren zu können.

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  11. Helmut

    Hallo nochmal, ich antworte hier mal auf den Beitrag von Mr. Incredible.
    Ein „Begriffekatalog“ ist nicht schlecht, aber wer soll den pflegen und wer bezahlt das? Es würde ja erfordern, dass es eine Art „Amt für Synchronisationsaufsicht“ gäbe. Ich will nicht ausschließen, daß die EU auch das irgendwann zu Tode regulieren will, nur um für irgendwelche unbrauchbaren Funktionäre wieder ein überbezahltes Pöstchen zu finden, aber noch sind wir nicht soweit.
    Dann zum Thema Werbespots. Als ich als Kind TOS gesehen habe, fiel mir immer auf, dass völlig sinnfreie Unterbrechungen und Verdunkelungen im ZDF vorkamen. Die „Acts“ waren damals in Deutschland unbekannt. Als dann TNG und DS9 in SAT1 als Lückenfüller zwischen endloser Werbung auftauchten, hatte ich längst die englischen VHS-Cassetten im Regal, da war mir völlig wurscht wie der Werbesender die Folgen verhunzt.
    Und noch zum Thema Qualität der Synchro. Star Trek war für mich die erste Serie, die für mich als „unerträglich ohne Originalton“ galt. Speziell ausgelöst wurde das aber nicht durch TOS sondern durch die ZDF-Verunstaltung der Animated Series. Endgültig zementiert wurde das Urteil durch die erste VHS-Ausgabe von TNG. Die war sogar so grottenschlecht, daß mein bis dahin Negativ-Rekordhalter „Dune“ von 1984 getoppt wurde. Bis heute schaue ich Star Trek am liebsten im Original. Also, echtes Star Trek, nicht „Enterprise“ und der Rotz danach.
    Nochmal nachgelegt zur Erwähnung eines Lebenslaufs. Auch wenn es nicht wirklich Star Trek ist sondern die JJTrek Parodie, im Kino sollte doch eigentlich mehr Geld für qualifiziertere Leute da sein als im Fernsehen. Trotzdem bietet die Spock-Parodie am Ende des Machwerks, als der Kirk-Rotzlöffel völlig ungerechtfertigt vom Kadetten zum Captain befördert wird, eine Charakterstudie an, anstelle eines Lebenslaufs. Also alles keine Einzelfälle.
    Was ich jetzt nicht ganz kapiert habe, ist deine Erwähnung von „ikonischen Stimmen“. Sind da die Schauspieler oder die deutschen Sprecher gemeint? Shatner ist mit seinem Genuschel und seinen Kunstpausen nun wirklich keine Ikone. GGH ist zwar eine Stimme, die man erkennt, aber eben nicht zwangsläufig mit Kirk in Verbindung bringen sollte, sonst wird das bei Fra Diavolo, Old Shatterhand und James Bond unfreiwillig komisch.
    Richtig witzig wird das bei Seaquest, wo Roy Scheider von GGH gesprochen wird und the Shat als Bösewicht einen Gastauftritt hat. Verwirrung pur.

  12. Mister Incredible

    Hallo, Helmut!

    Meintest Du die „Ads“, also die Commercials, Werbepausen? Als ich in den 1980er Jahren im Einzelhandel arbeitete, war ich kaum jemals zu Haus, als TNG auf Privatsendern lief. War es SAT1, der erste deutsche Privatkanal? Und wann ich mal hineinzappte, waren es natürlich diese grottige Synchronisation und auch die Webeunterbrechungen, die mich nervten. Also verfolgte ich TNG nicht weiter und seit dem auch nichts mehr im Free TV.

    Mit „ikonische Stimmen“ meinte ich natürlich die deutschen Sprecher wie die von Spock und Kirk (die Namen der deutschen Sprecher hatte ich nie parat), oder auch bei Cyrano Jones (Tribbles) hatte man den beliebten fistelnden Sprecher gewählt, der immer die etwas dicklichen Tollpatsche sprechen durfte. Bei TNG hörten sich alle gleich an, schrecklich. Wenn es da um krasse Abweichungen vom Original geht, fällt mir immer „Rose“ von The Golden Girls ein…

    Erst als ich 2020 von Corona „ans Sofa gefesselt“ wurde, entdeckte ich Star Trek erneut mittels eines kostenlosen Netflix-Monats. Dann folgte der Rundumschlag und alle DVD/Blurays standen bald im Regal, von TOS bis DSC, außer Animates Series. Diese empfand ich immer als Verunstaltung. Nach so vielen Jahren ist mein Startrek-Fieber wieder erwacht. Deswegen habe ich TAD auch so spät entdeckt 🙂

  13. Helmut

    Hallo,
    nein ich habe mich nicht verschrieben ich meinte schon die „Acts“. Im US-TV waren die TOS-Folgen immer in 3 Acts unterteilt, die mit längeren Werbefilmchen unterbrochen wurden. Nachdem man dann längst vergessen hatte, worum es in der Folge ging, kam dann immer ein längerer „Logbucheintrag“ um den Zuschauer wieder zurück in die Handlung finden zu lassen. Im ZDF in den 70ern wirkte das seltsam, da es die Werbeunterbrechungen nicht gab, sondern nur eine kurze Schwarzblende und die darauffolgende Logbucherzählung völlig überflüssig rüberkam.
    Unterbrechungen gab es bei Star Trek eigentlich nur bei Wahlen, dafür aber alle paar Minuten um irgendwelches Politikergelaber zu zeigen, dann kam wieder ein Stückchen „Raumschiff Enterprise“ oder auch nicht. Wenn die Herrschaften bei ihrem Gelaber kein Ende fanden und die Sendezeit der Folge um war, tja, Pech gehabt.
    Dann zur Synchro. Die deutsche Synchro ist grottenschlecht und Star Trek kann man nur im Original schauen. Ist einfach so. Aber zwischen dem was das ZDF verbrochen hat und was dann auf VHS bei TNG kam, liegen dann nochmal Welten. Die VHS-Cassetten sind zum Glück verschwunden. Sowas kann man sich noch nicht mal als schlechtes Beispiel anschauen.
    Der von dir angesprochene Gerd Duwner (Cyrano Jones, Harry Mudd) ist aber gerade ein typisches Beispiel für eine Stimme, die so oft überhaupt nicht zum Original passen will. Ok, bei Barney Geröllheimer oder Ernie aus der Sesamstraße kann man es noch gelten lassen, aber bei seiner bekanntesten Rolle überhaupt, Festus in „Rauchende Colts“ klingt Ken Curtis völlig anders als er.
    Trifft aber auch auf Captain Picard zu. Die ganze Vielfalt deutscher Sprecher klingt nicht annähernd wie Patrick Stewart, der eine ebenso markante Stimme hat wie z.B. Tom Baker (Doctor Who).
    Noch zu TAS: Die Animated Series ist keine Verunstaltung, nur das was das ZDF daraus gemacht hat ist eine.

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