#464: Real Life (VOY 3.22)

Episode herunterladen (MP3, 91 MB)

23. April 1997:
Der Doktor möchte am eigenen Holo-Leib erfahren, wie es ist, eine Familie zu haben (auch wenn alle anderen Voyager-Crewmitglieder auf ihre Lieben verzichten müssen), also lässt er sich vom Computer eine stereotypische 1950er-Jahre-Fernsehfamilie bauen. Angesichts all dieser Harmonie platzt B’Elanna der Kragen und sie gestaltet das Programm realistischer. Oder sollte es heißen: dramatischer?

In Deutschland: Das wirkliche Leben, ausgestrahlt am 11. September 1998.

Dieser Beitrag hat 30 Kommentare

  1. Kleiner Bruder

    Spannend, dass diese Folge gerade jetzt besprochen wird. Vor kurzem wurde sie nämlich in einer aktuellen Folge von Starfleet Academy wieder aufgegriffen, in der der Doktor sich um ein anderes holographisches Lebewesen kümmert.

    5
    1. Maestro84

      Ich bin gespannt, da mir das jährliche Paramount+-Abo noch bevorsteht.

    2. Jochen

      Hi zusammen.

      Ihr sagt, dass es bei Star Trek quasi keine Charaktere gibt, die nach Art anderer Spezies leben, so wie Nog.
      Das gibt es tatsächlich selten, aber wenn man eine Zeit lang drüber nachdenkt, dann fallen einem doch ein paar Beispiele ein.
      Stefan DeSeve zum Beispiel, der von den Romulanern fasziniert ist und bei ihnen nach deren Art lebt (TNG, Face of the enemy).
      Oder Spocks Mutter.
      Oder die Eltern von Amanda Rogers.
      Oder eventuell auch die Eltern der Andorianerin Jennifer Sh’reyen, da sie ihrer Tochter sogar einen menschlichen Namen geben.
      Viele Grüße, Jochen

      4
  2. Maestro84

    Nach zwei recht guten DS9-Folgen jetzt also wieder eine Voyager-Staffel 3-Folge. Auch wenn ich ein Familienmodell mit berufstätigem Mann, einer Hausfrau und Kindern jetzt nicht als rückschrittlich betrachte, so war des Doktors Familie schon anfangs pures Karies. Irgendwie übertrieb es B’elanna dann aber mit ihren Algorythmen, die zum Tod der Kleinen führte. So etwas gibt es natürlich auch, wie gerade ich erfahren musste, aber als Testfamilie war die Situation schon direkt höchste Eskalationsstufe. Da tat mir der Doktor schon leid.

    Die B-Handlung war hingegen belanglos und langweilig. Sogar meine Frau, die nur am Rande eine Folge mitschaut, meinte, dass die Nutzung eines Shuttles in Voyager doch keine gute Idee sei und sie hatte Recht. Ich habe mich hingegen gefragt, warum man bei der Ankunft an einer zerstörten Raumstation nicht erst einmal den roten Alarm aktiviert? Der Raum mit den primitiveren Feinden liegt ja hinter der Crew, da könnte es auch getarnte Schiffe geben.

    Alles in Allem eine wirklich durchschnittliche Folge, bei der ich den Eindruck habe, dass man immer noch dabei ist, Geld fürs Finale zu sparen. Da muss der Skorpion aber auch richtig stechen.

    PS: Ich möchte eine weitere Staffel „Lower Decks“ nur dieses Mal mit Sebastian und Simon, sehen. 😀 .

    1
    1. Maestro84

      BTW: Kommt das Thema Verlust und Umprogrammierung des Doktors nicht nicht nochmal als Thema?

  3. TaiFei

    Eure Einlassungen zur Kultur finde ich hier ausgezeichnet. Das sehe ich ähnlich wie ihr. Kultur funktioniert halt nicht so wie oft in Star Trek gezeigt. Kultur ist immer ein fluider Prozess der ständig neu ausgehandelt wird und auch ständig externen Einflüssen ausgesetzt ist. Star Trek zeigt das oft sehr biologistisch. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob Star Trek das wirklich so unabsichtlich macht. Gerade zur Zeit von VOY gewinnt das Clash of Culture – Ding wieder enorm an Fahrt und ist in einigen gesellschaftlichen Strömungen bis heute sehr präsent. Ich will nicht behaupten, das das vorher anders war aber es gab zumindest den Anspruch darauf.

    1
    1. Murmeli

      Dieser biologische Determinismus geht in den 1990er immer mehr zurück in der Forschung. Ich habe aber den Eindruck das dies in der breiten Bevölkerung erst langsam ankommt. Vgl. die ganze Sex/Gender Geschichte welche immer noch nicht angekommen ist.

      Wenn Star Trek das in den 90er schon anderes gemacht hätten wären sie echt Avant Garde gewesen 🙂

      1
      1. Christian

        Daumen hoch für euch, aber auch für diese Episode.

        Ich mag euch sehr und daher freue ich mich natürlich auch immer wenn man gleicher Meinung ist. Aber ich bin auch ein wenig mit euch gewachsen und ertrage es immer besser, wenn ihr Folgen zerreißt die mich begeistern.
        Shyamalan-haftigkeit würde mich nicht ärgern, New Who mit Tenant hat mich begeistert, auch trotz und wegen der passenden, emotionsgeladenen (und ja, manipulativen) Musik.
        Den Titel der Folge habe ich, sowie die Simulation des Doctors, mit vermeintlichen „Reality TV“ in Verbindung gebracht. Das ist immer irgendwie künstlich, nach Soap Opera Maßstäben zusammen geschnitten und von den Produzenten beeinflusst. Und sei es auch „nur“ die Wahl der Teilnehmer und die Position der Kameras. Der Doctor gestaltet so eine „scrippted Reality“ nach seinen Maßstäben. Dafür hätte es mehr wie eine Operette sein dürfen, aber es ist vor allem eine egozentrische Traumversion. Das Star Trek hauptsächlich irdisches Entertainment bis in die 1960er kennt ist ja ein bekanntes Trope (was echt mal erklärt werden dürfte. Eventl. eine Folge der Dystopie, die der Star Trek Utopie voran gegangen ist). Und das B’Elannas Version dazu führt, dass sich die Familie sprichwörtlich an die Gurgel geht und ein Familienmitglied im (Wett-)Kampf fällt ist ja nur folgerichtig. Die Sterbebettszene hat mich emotional mitgenommen. Klar ist mir aufgefallen wie man hier emotional aufs Tempo drückt und jeden auch noch so billigen Trick aus dem Hut zaubert, damit man emotional berührt wird. Es ist noch nichtmal so, dass die Billo-Retorten-Gefühligkeit mich berührt hat, sondern die Betroffenheit des Doktors den man zu dem Zeitpunkt auch in eine Folge GZSZ hätte schmeißen können. Diese Folge (der Soap Opera GZSZ) hätte dabei noch so schlecht sein können, die Wahrnehmung des Doctors der das Glaubhaft real miterlebt als wäre es Teil seines realen Lebens nimmt mich hier mit.

        Vielleicht hat Voyager bei mir auch immer leichteres Spiel weil ich die Folgen zu erst mit 13/14 Jahren gesehen habe. Sie funktionieren auch noch bei mir als Erwachsener, weil ich mich trotz einiger Mängel gut und gerne drauf einlassen kann.
        Und, ihr sagt das ja auch, die erste Seh-Erfahrung spielt schon sehr mit rein, wie man sehr man die „Mängel“ alten Star Treks zur Seite wischt. Ich persönlich nehme Picards Wesley Diss und DS9 ihre abfälligen Bemerkung in Richtung Ferengi viel mehr übel, als die öffentlichen Häme über Neelix Kochkünste (der ja auch nicht gerade zurückhaltend ist mit seiner Prahlerei als Tausendsassa).

        Ich glaube in ein paar Jahren werde ich auch liebevoll eine alte Folge Trek am Dienstag, den Göttling und Fistrich, aus dem „Regal“ holen um mich an euren Fazit zu erfreuen. Eure Begründungen haben dabei deutlich mehr Substanz als die Sander Zitate die man so hört.

        Ein Doppeldaumen von mir, auch bestärkt durch die Nachträge (von euch aus dem Schnitt und von Starfleet Academy) für eure Folge und dieser Voyager Episode.

        Viele liebe Grüße
        ChrSchl

        1
    2. Kleiner Bruder

      Kultur ist aber auch eine Frage der Kommunikationsmöglichkeiten. Wie gut kann ich andere Kulturen überhaupt kennenlernen, wie akzeptiert wäre die Übernahme auch nur von Elementen dieser Kultur in meinem Umfeld? Gerade hier in Deutschland wird doch deutlich, wie schwierig das selbst in unserem „aufgeklärten“ Land und Zeitalter sein kann. Küche, Sprache, Kleidung, Bräuche, Feste – das fällt irgendwann auf. Oder als Fremder, der versucht, sich der Kultur des Landes, in dem er lebt, anzupassen. Als Westler in z.B. Japan auch nicht so einfach, denke ich. Und in Star Trek sind diese Kulturen nicht nur eine Grenze oder einen Kontinent entfernt, sondern Lichtjahre, in anderen Sonnensystemen. Sind die Kulurträger noch fremdartiger als nur in der Hautfarbe. Kurz gesagt, eine Trennung von Kulturen ist auch in Star Trek immer noch glaubwürdig. Starfleet Academy versucht, glaube ich, gerade ein anderes Bild zu zeichnen, mit Hybriden an allen Ecken und Enden und einem Klingonen, der eben nicht das wandelnde Klischee ist. Was in vielen Rewiews nicht gut aufgenommen wird.

      2
  4. Christian Berger

    Es gibt übrigens noch ein früheres Beispiel für „Reality TV“, sogar noch näher dran an dem was wir heute haben. Im BBC Fernsehfilm „The Year of the Sex Olympics“ von 1968 (leider nur noch monochrom erhalten) wird am Ende eine Familie in solch ein Szenario gepackt.

  5. Mister Incredible

    Moin zusammen!

    Gute Medieninhalte kommen immer mit Bildung (ob mit oder ohne Auftrag), also auch TaD. Wenn man die Logik und Funktion eines Holodecks und eines holographischen Charakters sinnvoll und ohne Widersprüche in eine Geschichte einweben möche, gerät man bei zu genauem Hinschauen wohl immer schnell an seine Grenzen. Es ist wie Beamen, Warp oder Zeitreisen: denk nicht zu intensiv darüber nach, sonst entzauberst du die Geschichte! Wo wir schon bei SFA sind: das „photonische“ Wesen Sam ist für mich der ärgerliche Widerspruch in sich…

    Wo Star Trek immer wieder nachlässig bis faul wird ist die „Technologie der Zukunft“ wenn sie dem Plot dienen soll und dann überraschenderweise das nicht leistet was man annehmen müsste. Wenn wir uns Holodeckprogramme wie ein Computerspiel vorstellen, also programmiert, dann muss man fragen wie explizit alle Handlungsstränge bereits definiert sind oder ob man bei dieser zillionenfach höheren Rechenleistung im Vergleich zum Jahr 2026 (Mooresches Gesetz) nicht die KI wahrscheinliche Begebenheiten passieren lässt die selbige aus dem Fundus nahezu unendlicher historischer Aufzeichnungen durch Algorithmen entwickelt. Wo wir bei realistischem bzw. erwartbarem Familienleben sind.

    Wenn die Datenbank der Voyager mit sämtlichen Bibliotheken der Erde gefüttert wurde plus allen TV-Dokumentationen inklusive Familienleben, sozialen Brennpunkten, Pubertät und Generationen- und Erziehungskonflikten, wieso blendet das Holodeck dem Doktor beim Zusammenbasteln seiner Heile-Welt-Dystopie keinen Warnhinweis ein nach dem Motto „Lieber User, Ihre eingesetzten Parameter sind realitätsfern.“ Und wie explizit musste B’Elanna korrigieren? Hat sie also den Tod der Tochter absichtlich einprogrammiert oder hat die KI gewisse Tragödien-Aspekte auf ihren Wunsch hin entwickelt?

    Kulturelle Durchlässigkeit. Ich bin mir oft sehr unsicher ob ich mir da selbst nicht viel zu häufig selbst auf die Schulter klopfe, weil ich glaube so weltbürgerlich zu sein, wie ich es gern wäre, nur weil ich Pizza, Spaghetti und Tapas mag. Und aktuell Sushi und Okonomiyaki. Die Zugewinne bei den Blau-Xenophoben lassen mich daran zweifeln, dass wir die Offenheit jemals gelernt hätten gegenüber anderen Kulturen. Die japanische Kultur, welche ich zufällig gerade live im Lande erleben darf und ebenso schwierig wie hochinteressant finde, sehe ich übrigens als extrem nicht-integrativ – was ich nicht als Kritik verstanden wissen will und für was es bekannte historische Ursachen gibt. Sie verlangt dem Besucher jedenfalls einiges ab *lg*.

    War nicht Spocks Mutter kulturell „durchlässig“ da sie sich doch auf ein Leben mit Vulkaniern einließ und auch Jadzia Dax mit ihrem Faible für Klingonen? Ich finde, dass die Hauptcharaktere auf Deep Space Nine in dieser Hinsicht deutlich entwickelter sind als bei allen anderen Serien, da so viele Spezies sich die Station teilen und größtenteils gedeihlich kooperieren.

    Danke dass Ihr so schön heraus gearbeitet habt was an dieser Episode „kaputt“ war. Denn so empfand ich sie, auch wenn, wie Ihr schlussfolgertet, viele Darstellungen z.B. der Ehefrau und des Doktors toll waren. „Computer, end program“ mit brechender Stimme, super gemacht. Das kann diese Holzhammerhaftigkeit nicht mildern und das Sterben der Tochter kam für mich wie ein „Och, nee, oder? Muss denn so ein schweres Geschützt nun auch noch sein?“

    Das beinahe verbissene Festhalten an B-Handlungen, auch wenn sie noch so lahm und belanglos sind, wird hier wirklich zum Störeffekt, wenn man sich vornimmt angeblich harten Tobak zu präsenteren.

    Wenn es um unser heutiges / reales planetares Schicksal geht, dann möchte ich nicht versäumen alle Roddenbärchis aus Hiroshima und Kyoto zu grüßen, von zwei Orten die kaum wie andere symbolisch stehen für das Gelingen oder Scheitern unserer Zukunft als Menschheit. Gerade hier ist mein Wunsch groß nach der Utopie einer vernunftbasierten „Föderation“.

  6. Der letzte Excalbianer

    Spannend.
    Ich erinnere mich, dass ich beim ersten Sehen der Folge tatsächlich kurz erwartet habe, es würde sich um Barclays (Holo-) Familie handeln.

    Da Starfleet Academy diese Folge ja nun aufgegriffen hat, habe ich in den letzten Tagen einige Besprechungen dieser Folge gelesen oder gehört; die meisten waren nicht begeistert – ähnlich wie ihr.

    Ich muss deshalb Partei für diese Folge ergreifen; die für mich ein Highlight von Voyager ist.

    Klar, die ersten 30 Minuten sind erstmal eine Art „Datas Tag“ in schlecht. Und die Shuttle-Mission könnte uninteressanter nicht sein.

    (Sogar die Soliton-Welle war besser in die Handlung der TNG-Folge eingebunden – und hatte dazu noch die Idee eines alternativen Surf-Antriebes)

    Aber:

    Die letzten 15 Minuten nach dem Unfall der Tochter heben diese Folge für mich auf das Level von „Das zweite Leben“ für den Doktor.
    Und eigentlich nur wegen eines Satzes, der in eurer Besprechung nicht vorkam.
    Als die Tochter fragt; wann kann ich wieder sehen? Wann werde ich gesund? antwortet der Holodoc: „Du bist zu krank, um gesund zu werden.“

    Und so wie Picardo in der Folge spielt, höre ich dabei: „Du bist zu krank, als dass ICH dir helfen könnte.“

    OH MEIN GOTT – was für ein Moment für den Doktor.

    Der Holodoc, der sich vor ein paar Folgen noch selbst Genialität bescheinigt hat, weil sein zukünftiges Ich eine temporale Kammer entwickelt hat, um Kes zu retten, steht nun am Bett seiner Tochter und muss zugeben: Ich bin nicht gut genug.
    Diese Hilflosigkeit und Verzweiflung die Picardo spielt kann sicher jeder nachvollziehen, der einmal einen geliebten Menschen körperlich oder seelisch hat leiden sehen.

    Von dem Satz aus erklärt sich dann auch die erste halbe Stunde: Seine Familie mag wirken, wie aus einer 60er-Sitcom, aber der Doktor hat sich nur die Familie geschaffen, die er real findet: Eine Familie die ihn für den Größten hält – weil er sich selbst auch für den Größten hält.

    Und deshalb ist für mich auch seine emotionale Bindung glaubhaft – er lebt mit dieser Familie seinen Traum. Mit ihm im Zentrum – so wie er meint, es verdient zu haben.

    Und jetzt zerbricht dieser Traum, weil er (noch dazu als Arzt) nicht gut genug ist. Er muss sich deshalb unendlich schuldig fühlen.

    Ich bin gespannt, ob der Doktor in den folgenden Episoden weniger von diesem eingebildeten Großkotz hat, den er in der Serie bisher häufig gegeben hat.

    Ich glaube aber, dass die Charaktereigenschaft spätestens mit dem Auftauchen von Seven of Nine ohnehin schwächer wird.

    Beim erneuten Schauen der Folge nervt dann die erste halbe Stunde auch nicht mehr (so sehr) weil klar ist: da entwickelt sich eine Katastrophe für die Welt des Doktors.

    Nur die Shuttlemission ist dann immer noch langweilig :).

    Für mich also ein emotionaler Volltreffer.

    Ich leide nicht mit dem Mädchen (das ich keine 10 Minuten kenne) sondern mit dem Doktor.

    Nachtrag: Mich störte anfangs immer der Ausraster von B’elanna (Lass dem Doktor doch seine Phantasie). Wenn wir in den späteren Folgen allerdings einen Blick auf ihre eigene Jugend werfen, wird klar warum ihr diese Posterfamilie dermaßen auf den Senkel geht.

    Allerdings stimmt wahrscheinlich eure Interpretation der Folge eher mit den Absichten der Autoren überein. Die scheinen nämlich kein Vertrauen in diese Episode zu haben. Wenn wir später den Doktor erleben, wie er durch ein Trauma quasi handlungsunfähig wird, dann deshalb weil ein 08/15-Crewmitglied stirbt weil der Doktor bei einer Triage Harry Kim vorgezogen hat. Und das ganze dann auch noch, ohne eine Verbindung zu dieser Episode zu ziehen. Zum Heulen.

    Starfleet Academy versucht nun immerhin, dem radikalen Moment aus dieser Episode für den Doktor das passende Gewicht zu verleihen.

    Ob das wirklich gelingt, kann ich erst nach dem erneuten Schauen der SFA-Episode für mich entscheiden.

    Danke und Bis bald.

    8
  7. Rupek

    Eines vorweg: Alle eure Kritikpunkte und kritischen Fragen sind absolut berechtigt und hundertprozentig nachvollziehbar. Als professionelle Podcaster müsst und sollt ihr das ja auch. Dafür alle Daumen hoch. Aber was mich angeht, muss ich sagen, dass mich diese Folge schon früher insgesamt viel zu gut unterhalten hat. Da kann ich dann über einiges hinwegsehen. Vielleicht bin ich zu einfach gestrickt, aber in der richtigen Stimmung kann mich sogar (selten aber manchmal) Inga Lindström unterhalten.
    Ich schließe mich voll umfänglich an, dass es seltsam ist, dass der Doktor, der ja Zugriff auf sämtliche Datenbanken hat, sich so eine Famile zusammenbastelt, die direkt einer Soap aus den 50er Jahren entsprungen scheint. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass ja auch der Jean, als er im Nexus war, sich eine – wie nanntet Ihr das? – Charles-Dickens-Familie herbeiphantasiert hat. Und das, obwohl er doch so belesen und klug ist und es von daher besser wissen sollte. Ich habe alllerdings damls schon geschrieben, dass das für mich durchaus Sinn ergibt. Denn der Jean hat alles seiner Karriere untergeordnet. So etwas wie eine Familie hat er selber nie erlebt (außer als Kind, was ja aber auch nicht gerade glücklich war). Dass dann so ein „Idealbild“ entsteht, das mit „Realität“ wenig bis gar nichts zu tun hat, ist nachzuvollziehen.
    Wo ich ganz bei euch bin, ist die ebenso sinn- wie substanzlose B-Handlung, die man zugunsten der eigentlichen Geschichte hätte weglassen können. Ich werde allerdings den Verdacht nicht los, das Jeri Taylor die ursprünglich gar nicht geplant hatte. Wahrscheinlich haben da wieder ein ppar Schlips- und Bedenkentäger bei Paramount genörgelt, wo denn da die SiFi bleibe. Und das könnte auch erklären, warum die Folge weder Fisch noch Fleisch ist und selber nicht so ganz weiß, was sie eigentlich erzählen will. Ich spekuliere einfach mal, dass die Autorin ein stimmiges Buch vogelegt hat (dass sie das kann, hat sie schon manches Mal bewiesen) und dass dann diese blöde, unspannende B-Story eigefügt werden musste, wodurch das ganz Gebilde ins Wackeln kam. Fazit: Sicher keine awardverdächtige Folge, aber für mich unterhaltam genug für einen nach oben zuckenden Daumen.
    Zum Schluss noch eine Frage, die ich hier nicht erschöpfent diskutieren möchte: Ihr sagtet, dass es euch erheblich missfalle, dass die Folge versuche, den/die Zuschauer/in zu manipulieren. Und da frage ich mich: Gibt es überhaupt einen Film, der das nicht versucht? Ist das nicht sogar das Wesen jedes Films? Ein Autor oder Regisseur will seine Geschichte erzählen und tut alles dafür, dass wir sie ihm „abkaufen“. Ob das gelingt, ist eine komplett andere Frage. Aber das Ziel ist es immer.
    Aber dass nur am Rande. Ich danke euch für eine wieder einmal fundierte und sehr interessante Besprechung. Ihr werdet immer besser!

    4
    1. Maestro84

      „Allerdings gebe ich zu bedenken, dass ja auch der Jean, als er im Nexus war, sich eine – wie nanntet Ihr das? – Charles-Dickens-Familie herbeiphantasiert hat. Und das, obwohl er doch so belesen und klug ist und es von daher besser wissen sollte. “

      Naja, klug und belesen und ein konservativ-bürgerliches Familienbild schließen sich ja nicht aus. Von Jeans Kindheit bekomme ich hingegen Kopfschmerzen. Picard ist schonmal kein safeword.

      2
  8. Florian

    Seltsam das die Folge so schlecht wegkommt ich liebe die, muss mich jedes Mal beömmeln über das was der Doc. für ne normal Family hält und was Belana da raus macht

    3
    1. Maestro84

      Zum Beömmeln war mir das Ende doch zu hart.

      1
  9. Andreas

    Ich hab die Folge jetzt zweimal gehört, aber das Wort für das Gewinnspiel fehlt, oder hab ich was verpasst?

    5
    1. Sebastian (TaD)

      Ja, ich habe versäumt, es in die Folge zu schneiden, sorry. Wird nächste Woche nachgeholt.

      4
      1. BlueShirt

        Hätt‘ schwören können, das Lösungswort ist „Grangahaus“…

        1
  10. Uwe

    Auf die Idee, es könne sich um eine Satire handeln, wäre ich nach dem Shift zur „realistischen“ Familie nie gekommen. Vor allem der Schluss ist völlig überzogen.
    Und wie belanglos kann eine B-Story sein. Die Frage ob Tom diese Partikel einsammeln konnte, wurde übrigens völlig vergessen.

    Eine Kleinigkeit hat bei mir beständig Fragezeichen aufgeworfen: Mehrfach wird in der Familie darauf hingewiesen, dass ja jemand das offenbar komplizierte „kochen“ übernimmt. Gleich am Anfang sagt die Mutter, beim Festessen handele es sich um eine replizierte Mahlzeit.
    Wie aufwändig ist es für irgendwen, sich vor den Replikator zu stellen und „Sauerbraten rheinische Art, aber ohne Rosinen“ oder „Gagh, südklingonisch“ zu sagen? Warum bekommen alle das gleiche Essen? Mein Verständnis von diesen Replikatoren war immer, jeder kann sich zu jeder Zeit das bestellen kann was er/sie mag. Idealerweise sorgt der Replikator für alle notwendigen Vitamine und Spurenelemente, die wir (oder der eingeladene Andorianer) so brauchen.

    3
  11. Kleiner Bruder

    Moin auch!
    So ein Glück, gerade habe ich Urlaub, und wo die Folge in der aktuellen Serie gerade vorkam war ich froh, hier reinhören zu können. Einige der Vorwürfe werden heute auch den neuen Serien gemacht, zu soapig, für Teenies, zu viel erklärt. Da hat sich anscheinend nicht so viel verändert. Voyager sollte aber ja auch eher eine Serie sein, die mit Action und nicht mit Charakterentwicklung punktet. Insofern ist diese Folge durchaus positiv zu sehen.

    Ein paar Gedanken dazu: warum hat der Computer eine 50er Jahre Bilderbuchfamilie geschaffen? Nun, „ideal“ oder „beispielhaft“ kann schon mal zwei Dinge bedeuten, entweder als repräsentativer Durchschnitt oder als „daran kann man sich ein Beispiel nehmen“. Und die Familienkonstellation konnte der Doktor sich wohl aussuchen.
    Der Zweck dieses Programms war ja, die Crew besser zu verstehen. Ihr meintet, als Doktor müsse er doch auch Psychologe sein. Muss aber nicht. Wenn ein Arzt ein guter Fachmann ist, dann hat er sich doch normalerweise spezialisiert. Unser Doc ist ursprünglich auch nur ein Notfallprogramm. Und typische menschliche Erfahrungen fehlen ihm, das versucht er hier nachzuholen. B’Elannas Programm ist zwar sehr verdichtet für diese Folge, aber im Grunde trifft sie den Kern. Streit, das Aushalten anderer Meinungen, Verlust, das sind zentrale menschliche Erfahrungen.
    Zwischendurch fielen mir die Coneheads ein, die ja auch ein Problem damit hatten. Da sagt die Mutter zur Tochter: „In einer Frauenzeitschrift stand, du kannst mir alles anvertrauen“. So hätte man den Doktor natürlich auch schreiben können. Und natürlich können wir mit dieser Handlung nicht so richtig mitgehen. Das Leid anderer ist sowieso meist sehr abstrakt, und hier wissen wir, es ist eine Simulation innerhalb einer TV Erzählung. Aber für den Doktor müssen wir es als real annehmen, zumal wir ja nur Ausschnitte seines „Familienlebens“ zu sehen bekommen.

    Die Raumanomalie? Ja, kann man machen. Vielleicht war die ursprüngliche Handlung auch zu kurz? Und mit den Themen Risiko und drohender Verlust kam das ja dann doch noch so hin. Nachdem ich aber jetzt verstärkt auch in andere Franchises hineingucke, wie Warhammer 40k, sehe ich solche Raumanomalien langsam etwas anders. Der Subraum ist ja bewohnt, wie wir aus einer TNG Folge wissen. Und das kann Folgen haben.

    1
    1. Michael from Outer Space

      »Ihr meintet, als Doktor müsse er doch auch Psychologe sein. Muss aber nicht. Wenn ein Arzt ein guter Fachmann ist, dann hat er sich doch normalerweise spezialisiert.«

      Ja, es gibt hochspezialisierte Ärzt*innen, die an der Entwicklung von Impfstoffen oder in einem anderen komplexen Fachgebiet arbeiten. Diese Ärzt*innen müssen nicht täglich empathisch mit ihren Patient*innen umgehen und auf sie trifft deine Aussage zu: *Sie* müssen keine oder zumindest keine tiefgehenden Psychologie-Kenntnisse besitzen.

      Der Holodoc ist doch aber genau das nicht, weil er ein Allround-Talent sein MUSS: Er ist der einzige medizinische Offizier an Bord und auch die einzige Person, die Behandlungen, Operationen usw. durchführen kann (inwiefern das plausibel ist, werde ich in einer anderen Episode der Serie zur Diskussion stellen). Somit ist der Holodoc Sanitäter, Allgemeinmediziner, Augenarzt, Zahnarzt, HNO-Arzt, Internist, Anästhesist, Chirurg, Dermatologe, Radiologe, Virologe usw. in Personalunion. Er kann sich gar nicht auf eine dieser vielen Spezialgebiete konzentrieren, weil dann die Arbeit liegen bleiben bzw. die Leute wegsterben würden!

      In seiner Rolle als Allgemeinmediziner und bei der Untersuchung von Patient*innen muss der Holodoc sehr wohl ein gewisses Maß an Empathie anwenden, ansonsten vertrauen ihm die Leute nicht. Er hockt ja nicht 24/7 in seinem Labor und legt Zellkulturen an oder analysiert Krankheitserreger, ohne mit anderen Besatzungsmitgliedern in Kontakt zu kommen.

      2
      1. Kleiner Bruder

        Okay, soweit plausibel. Nur: es war die Rede von Psychologie, nicht von Empathie. Psychologie ist ein eigenes Fachgebiet, Empathie wäre in allen zwischenmenschlichen Beziehungen wünschenswert. Aber wie diverse Erfahrungen zeigen kann man die auch bei Allgemeinmedizinern nicht voraussetzen. Ausserdem wurde die Holodoc ja, wie gesagt, als Notfallprogramm erschaffen, um menschliche Ärzte zu unterstützen. Da wäre Psychologie oder Empathie wahrscheinlich zweitrangig, vom technischen Standpunkt aus gesehen. Und so kommt der Doc ja auch rüber.

        1
  12. BjoernHH

    Die nächste Check up Untersuchung von B‘Elanna wird bestimmt grandios.
    Da wird der Doctor dann hoffentlich Trauma mit Trauma vergelten. Ich könnte es ihm nicht übel nehmen… 🙂

    1
    1. SarahCrusher

      Ich denke eher B‘Elanna und der Doktor sollten nicht mehr alleine gelassen werden, bzw. jemand anders sollte sich um die technische Überprüfung des Docs kümmern, aber das Ereignis was mir gerade dazu einfällt liegt ja weit in der Zukunft.

  13. Michael from Outer Space

    Mich irritiert schon die Prämisse von „Real Life“. Der Holo*Doc* hat das Holo*Deck* bisher genauso zur Freizeitgestaltung (oder auch für andere Zwecke wie wissenschaftliche Simulationen und Trainings, was wir in Star Trek ein paar Mal sehen) benutzt. Das wird er in Zukunft ebenfalls tun, dabei denke ich z. B. an die „Fair Haven“-Episoden. Der ganze Vorteil des Holodecks besteht darin, dass dort komplexe Szenarien und Simulationen erstellt und abgespielt werden können, so wie wir das mit unseren heutigen Computern auch tun. Wenn ich eine Simulation erstelle und starte, kann es vorkommen, dass sie nicht meinen Vorstellungen entspricht. In diesem Fall halte ich das Programm an, schreibe es um und starte es neu. Das würden Torres, Paris, der Harald und alle anderen Besatzungsmitglieder genauso machen. Wie gesagt: der Holodoc verwendet diese Technologie auf dieselbe Weise wie alle anderen an Bord.

    Jetzt spielt er dieses Programm mit seiner „Familie“ durch und merkt, dass er seine „Tochter“ Belle nach ihrem tragischen Unfall nicht retten kann. In dieser Situation wäre doch die logische Schlussfolgerung, dass das Programm entweder von B’Elanna oder vom Holodeck selbst so geschrieben wurde, dass Belle stirbt! Wenn ich z. B. ein Action-Adventure zocke und einen epischen Kampf verliere, während dramatische Hintergrundmusik spielt, weiß ich ja auch, dass meine Niederlage vom Spiel wahrscheinlich vorgesehen ist. Warum kapiert der Holodoc das nicht? Er hat das Programm mit einem Heile-Welt-Szenario erstellt, B’Elanna hat es modifiziert, um ihm die unangenehmen Seiten des Familienlebens zu vermitteln. Es haben also zwei Personen mit gegensätzlichen Absichten an diesem Programm herumgepfuscht! Warum nimmt der Holodoc es überhaupt noch ernst? Wieso hat der „Tod“ dieser Holofigur auf ihn einen dermaßen starken emotionalen Einfluss? Weshalb führt er nicht einfach einen Neustart durch, so dass Belle wieder „lebt“? Warum schreibt er das Programm nicht wieder um?

    Ich kann mir gut vorstellen, dass auch in anderen Holoromanen (z. B. in der Gothic-Horror-Novel), die an Bord gespielt werden, Charaktere sterben. Brechen Janeway & Co. dann jedes Mal emotional komplett zusammen? Und wieso sollte das jetzt beim Holodoc der Fall sein? Warum spielt man überhaupt Holoromane, wenn dieses Medium eine Gefahr für die psychische Gesundheit der Crew darstellt?

    Eigentlich hätte der Holodoc bei Belles Tod schnallen müssen, dass Torres ihm damit etwas vor Augen führen will. Diese Erkenntnis hätte seine Einstellung zum Familienleben verändern können, aber nicht die über-dramatisierte Abschieds/Todes/Trauer-Szene. Die Story rückt den Holodoc meiner Meinung nach in ein schlechtes Licht, weil sie ihn als oberflächlich darstellt. Er lässt sich von einer fiktiven Holosimulation über Gebühr und gegen jede Vernunft so stark emotionalisieren, dass ich sogar seine Eignung als Arzt in Frage stelle. Hmmm… wie wird der Holodoc wohl reagieren, falls er einmal in eine Triage-Situation gerät und entscheiden muss, welche Person er zuerst behandeln soll…? Aber das ist eine Diskussion für einen anderen Dienstag!

    Insgesamt finde ich den Umgang mit Hologrammen in VOY sehr seltsam und teilweise ethisch fragwürdig. „Real Life“ ist eine der Episoden, die bei mir eine Menge Fragen aufwirft. Weitere Geschichten dieser Art werden folgen, z. B. im Zweiteiler „Flesh and Blood“ in Staffel 7.

    1. Kleiner Bruder

      Meine 5 Cent: der Holodoc hat keine Erfahrung mit solchen Geschichten, deswegen spielt er die ja durch. Er hat überhaupt so gut wie keine Erfahrung mit dem, womit Menschen sich manchmal von klein auf herumschlagen müssen, sich aber auch unterhalten lassen. Und deswegen trifft ihn das auch so extrem. Und er hat ja versucht, zu „cheaten“, indem er das Programm beendet und sagt „alles gut, nichts passiert“.

      1
  14. SarahCrusher

    Ich mag die Folge und nachdem wir vorletzte Folge eine alternative “spacige”Familie für Kim und letzte Folge eine temporäre Familie von Kes sahen, hier also eine holographische vom Doc, find ich ist das ein interessantes Trio von was-wäre-wenn Familien-Geschichten.

    Nach längerem Überlegen bin ich der Meinung dass sich diese Folge eigentlich auch um eine B‘Elanna Folge handeln könnte und die Geschehnisse die in Faces angedeutet wurden nachhallen. Offensichtlich beschäftigt sie sich derzeit wieder mit ihrer klingonischen Herkunft, was mit dem klingonischen Liebesroman dargestellt ist.
    Das gemeinsame Abendessen in der perfekten „menschlichen“ Familie, etwas was sie in ihrer Kindheit nie hatte, dies so hautnah, wenn auch nur holographisch, zu erleben bringt bei ihr das Fass zum Überlaufen.
    Sie hätte dem Jeffrey alle Möglichen komischen Freunde geben können Cardassianer, Ferengi, Talaxianer aber sie (na gut die Autoren) wählt die Klingonen. Die dann auch für unseren Doc maximal nervig dargestellt sind, so dass er sich daraufhin lieber Vulkanische Freunde für seinen Sohn wünscht, wird sie sicherlich getroffen haben als sie es erfahren hat oder genau dies bestätigen wie sie manchmal fühlt. Ihre Klingonische Seite stört.
    Für mich ist das jedenfalls eine Folge mit der ich spätere Folgen, wahrscheinlich vorletzte oder letzte Staffel mit B‘Elanna nochmal anders bewerten werde.

    1
  15. Bin ich zu doof oder habt ihr ein Gewinnkennwort angekündigt und dieses nie genannt?! Ich habe mir den Podcast jetzt ZWEIMAL komplett angehört und es nicht gefunden … 🙁 Vergessen …? Dem Schnitt zum Opfer gefallen …? Oder bin ich inzwischen DOCH geistig umnebelt …? Hätte GERNE die DVD-Staffel 3 von „Strange New Worlds“ gewonnen. :/ 😉

    1. Sebastian (TaD)

      Mahlzeit Martin,

      siehe oben, hab ich Andreas vor vier Tagen beantwortet: Ja, ich habe versäumt, es in die Folge zu schneiden, sorry. Wird nächste Woche nachgeholt.

Schreibe einen Kommentar

Dein erster Kommentar bei uns? Lies dir vorher bitte unsere TaD-Netiquette durch.