#448: The Begotten (DS9 5.12)

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27. Januar 1997:
Odo nimmt ein krankes Changeling-Baby in seine Obhut, was sofort seinen „Vater“ Dr. Mora auf den Plan ruft, alte Ressentiments weckt und eine Debatte um (anti-)autoritäre Erziehung auslöst. Und bei den O’Briens ist es endlich soweit – ihr Nachwuchs könnte auf die Welt kommen, wenn nur Leihmutter Kira endlich zur Ruhe käme. So lösen sich zwei lange DS9-Handlungsstränge gleichzeitig auf.

In Deutschland: Das Baby, ausgestrahlt am 6. März 1998.

Dieser Beitrag hat 27 Kommentare

  1. Heike

    saschahehnesk! 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣

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  2. Dennis

    Bei der Schlussszene zwischen Odo und Kira kommt meiner Meinung nach noch eine besonders tragische Komponente hinzu:
    Just in dem Moment wo Kira mit Shakaar (endlich) schluss macht, wird Odo in einen Changling zurück verwandelt 🙈
    D.h. aus Odos Sicht hat ganz knapp die Chance verpasst, dass er mit seiner großen Liebe eine“normale“ Beziehung als Solid hätte führen können😥
    Das stellt sozusagen auch eine Fortsetzung zu Crossfire dar.
    Ich finde dieses Gefühl drückt Rene Auberjonois mit seiner Mimik ebenfalls besonders gut aus

    1. Don

      In ein paar Wochen in der Folge „A Simple Investigation“ werden wir sehen, dass das durchaus möglich ist für Odo, auch als Wechselbalg eine sexuelle Beziehung zu einer Solid zu haben.

  3. Matthias

    Ich sehe die Changelings nicht als einzelne Lebewesen, sondern als Teile eines einzigen großen Gesamtorganismus. Der Große Link ist für mich so etwas wie das gemeinsame Bewusstsein oder Nervensystem dieses Wesens, und die einzelnen Wechselbälger sind nur temporär abgespaltene Ausläufer davon. Wenn die Gründer junge Proto-Wechselbälger aussenden, dann wirken sie für mich wie unreife „Zellknospen“: ein Stück Rohmasse mit einem kleinen Funken individueller Persönlichkeit, der draußen in der Galaxie Erfahrungen sammeln soll, um später den Gesamtorganismus zu erweitern. Genau deshalb verletzen Changelings einander auch nicht, sie würden damit letztlich sich selbst schaden.

    Aus dieser Sicht ergibt auch die Strafe gegen Odo Sinn. Sie haben ihm seine Formwandler-Fähigkeit nicht wirklich weggenommen, sondern einfach den Zugriff darauf blockiert, sie konnte jederzeit wieder durch Kontakt mit einem anderen Changeling reaktiviert werden.

    Das Baby aus der Folge passt für mich in dieses Modell. Das war nicht einfach nur ein sterbender kleiner Wechselbalg, sondern ein Test. Die Gründer wollten sehen, ob Odo loyal, einfühlsam und ehrlich genug ist, um wieder ein funktionierender Teil des Gesamtwesens zu werden. Durch sein Verhalten hat er diesen Test bestanden. Der Baby-Wechselbalg hat ihm am Ende genau den fehlenden Teil zurückgegeben, den der Link zuvor blockiert hat.

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    1. sternburg

      Aus dieser Sicht ergibt auch die Strafe gegen Odo Sinn. Sie haben ihm seine Formwandler-Fähigkeit nicht wirklich weggenommen, sondern einfach den Zugriff darauf blockiert, sie konnte jederzeit wieder durch Kontakt mit einem anderen Changeling reaktiviert werden.

      Das find ich einen ganz tollen Gedanken.

      Wobei ich auf die Absicht im letzten Absatz verzichten würde. Das würde bedeuten, der Große Link hat einen Nachwuchschangeling spezifisch ausgesandt, um für diesen Test zu sterben, und das geht mir dann doch zu weit. Aber das mal aus Zufall oder aktive Bewertung sowas in der Richtung passieren könnte, das wurde bei der Strafe bedacht.

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      1. Grinning Garak

        Ich finde den Gedanken und die Erklärung auch schön. Nur hat Dr. Bashir (noch der echte) nach Odos Verwandlung in einen Solid meiner Erinnerung nach Organe wie Herz, Lunge etc. in ihm festgestellt. Das spricht dann doch für mehr als nur eine Blockade des Formwandelns. Er musste ja auch essen und hatte einen humanoiden Stoffwechsel.

        Dennoch schöne Erklärung!

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  4. Mister Incredible

    Moin zusammen,
    was für eine schöne bajoranische Geburtsgeräuschkulisse – hätte mich auch kirre gemacht, vor allem des Milesters exaktes Gong-Timing! Dieser Shakaar ist doch sowas von eine belgische Trockenwaffel, man hätte ihn nicht öder erfinden können. Zu langweilig für Kira, definitiv! Dass Odo den Baby-Changeling in ein Trinkgefäß kippte um damit in der Bar zu hocken ist aber auch ein an daumendicken Stahlseilen herbeigezerrter Gag. „Why are you talking to your beverage?“ – der konnte nicht liegen gelassen werden, aber wie wir wissen, soll das wohl öfter vorkommen, wenn das organische Lösemittel bereits der Bio-CPU des Betroffenen zu arg zugesetzt hatte.

    Viel schöner fand ich „Arrest me about some trumped-up charge“, denn bislang wusste ich nicht dass man den US-Zerstörer auch als Verb bekommen kann. Mit dem Erwerb eines Changelings – nun ja, das muss man vielleicht schon unter einem gewissen Gefährderaspekt oder Public Interest sehen, denn wenn ich zum Beispiel einen Schneeleoparden, Komodowaran oder Löwen erwerbe dann hat Vatter Staat doch auch etwas dagegen dass ich dieses Tier in meinem Heim halte.

    Gern hätte ich einmal am Frühsport des Worf Teil genommen, und auch erwartet dass er sich ganz wie Beverly und Deanna in pinkish-bleu Aerobic-Outfit mit Pulswärmern präsentiert. Also ganz „Mister Woof“. Alles in allem eine nette Wohlfühl-Episode mit viel neuer Odo-Emotion die wir so noch nicht kannten. Dass er jemals mit Quark würde feiern wollen – wer hätte das gedacht? Auch der Sisko-Moment des plötzlichen Auftauchen war großartig. „Wie läuft’s denn so?“ – „Es geht voran…“ Herrlich. Fast ein bisschen wie Muttis unterschwellige Warnung. „Vertragt Euch, ich will keinen Mucks mehr hören.“

    Der Blutwein von V-Sinne mundet mir übrigens auch gefällig – und gelungen finde ich auch die mitgelieferten bauchigen Weinkelche mit Klingonen-Gravur. Diesen Trunk werde ich bei passender Dinnerparty kredenzen (bin aber nicht sicher ob meine Gäste das alle zu würdigen wissen).

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    1. Michael from Outer Space

      „bin aber nicht sicher ob meine Gäste das alle zu würdigen wissen“

      Nur, wenn sie Shakespeare im klingonischen Original gelesen haben!

      Qapla‘!

      LL&P 🖖

    2. Bridge66

      „Belgische Trockenwaffel“ 😂😂😂😂😂
      Ich schmeiß mich weg!!!
      😂🖖😂 Bridge

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  5. Don

    Vielleicht hat das Baby, das spürt, dass es sterben wird, den instinktiven Drang, sich in die große Verbindung zu begeben. Und das, was dem in diesem Augenblick am nächsten kommt, ist halt Odo. Somit wäre das dann kein besonders herausragendes Wunder, sondern genau das, was ein Wechselbalg halt tut.
    (Zum Glück kam das Baby nicht auf die Idee, sich mit „Bashir“ zu verbinden, dessen Tarnung ist wohl offenbar perfekt genug.)

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  6. BjoernHH

    Was mich beschäftigt hat:

    Wenn das Changeling-Baby immerzu hin- und hergekippt wird, ist da ja ein gewisser Schankverlust, der im vorherigen Gefäß zurückbleibt. Das ist ja ganz deutlich zu erkennen. Wird der Changeling immer weniger? Was passiert mit dem zurückgelassenen Rest? Wird das Gefäß gespült, und ein Teil des Changelings wandert in den Abfluss?

    Ist natürlich keine ernst gemeinte Frage, aber was einem so im Kopf rumgeht…

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  7. Johnny

    habt ihr nicht mal gesagt das ihr keine Werbung macht !? .. interessant wie ihr Werbung definiert.. denn nur weil ihr keine Kohle dafür bekommt ist es doch sehr deutliche Werbung für den Blutwein… sorry aber das ist wieder mal so ein Ding das euch doch in dem Punkt sehr unglaubwürdig macht

    1. Sebastian (TaD)

      Für Klarheit sorge ich hier gerne. Was unten steht, wurde aber auch alles schon im Podcast gesagt. Intransparent sind wir diesbezüglich nicht.

      Also – was bei uns möglich ist…

      Verlosungen und damit verbundene Vorstellung von Produkten mit Star-Trek-Bezug. Über das Bereitstellen der Produkte hinaus ist das für den Hersteller unentgeltlich. Siehe diverse DVDs/Blu-rays in der Vergangenheit.

      Redaktionelle Vorstellung von Produkten mit Star-Trek-Bezug, insofern wir kostenlose Testmuster erhalten. Diese Produktvorstellung erfolgt unentgeltlich. Solche redaktionellen Inhalte im Stil einer Verbraucherinformation sind keine Werbespots, sie sind aber naturgemäß mit einer Werbewirkung verbunden. Siehe diese Folge.

      (Diese beiden Fälle – Verlosung und Produktvorstellung – sind außerdem wertvoll für unsere persönlichen Kontakte bei Paramount. Wir haben aufgrund unserer Hilfsbereitschaft im Gegenzug schon einige Male schnelle, freundschaftliche und unbürokratische Unterstützung in inhaltlichen Belangen bekommen, die ansonsten nicht möglich gewesen wäre und die den Podcast jedes Mal besser machte.)

      In Ausnahmefällen bezahlte, von uns selbst eingesprochene Werbung für Produkte mit Star-Trek-Bezug. Solche Werbung kennzeichnen wir am Anfang und am Ende mit einem deutlichen Audio-Einspieler („Werbung Start“ – „Werbung Ende“) Diese tatsächliche Werbung suchen wir sehr streng aus, denn einerseits muss der Star-Trek-Bezug klar gegeben sein und andererseits möchten wir nur solche Werbeinhalte, die unserem Publikum außerdem auch eine hörenswerte Information vermitteln. In diesen Kriterien entscheiden wir so streng, dass es mittlerweile über vier Jahre her ist, dass solche Werbung letztmalig im Podcast vorkam. In dem Fall ging es um einen Streaminganbieter, der Star Trek ins Programm aufgenommen hatte.

      Was bei uns *nicht* möglich ist: Fremd- oder selbst eingesprochene Werbespots ohne Star-Trek-Bezug. Damit gemeint sind beispielsweise Spots für Energydrinks, Onlinedrogerien, Finanzdienstleistungen, andere Audioformate, Katzenfutter oder Verkaufsplattformen. Wer Podcasts hört und meine Auflistung liest, weiß genau, welche Podcasts und welche Werbespots ich meine. Das gibt es bei uns nicht.

      Für tiefergehende Infos zum Thema Werbung/redaktionelle Inhalte kann man das UWG und seine diversen Kommentare googlen/nachlesen.

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    2. Simon (TaD)

      Sebastian hat dazu alles Wichtige gesagt. Was mich mit Verlaub aber durchaus ärgert, ist der Vorwurf, dass wir uns „wieder mal“ unglaubwürdig machen. Aha.

      Johnny, bitte versteh das nicht als persönlichen Angriff, Kritik lesen wir gerne, aber als Teil eines Podcasts,

      – der seit April 2017 wöchentlich liefert und liefert und liefert,
      – im Gegensatz zu vielen anderen Casts im Unterhaltungsjournalismus mit dieser Reichweite keine Sonderfolgen hinter einer Bezahlschranke versteckt;
      – dazu noch trotz regelmäßiger Anfragen zu 99 % auf Werbung verzichtet, um die Zuhörerschaft nicht zu nerven,
      – der bis auf eine Ausnahme vor vier(!) Jahren dafür nie etwas bekommen hat (und das war seehr übersichtlich),
      – der bei den restlichen unter 1 % immer darauf achtet, dass es thematisch passt oder sogar Mehrwerte in Form von Gewinnspielen bietet
      – und dabei jeden Monat überlegen muss, ob die Kohle mit diesem Konzept überhaupt irgendwann ansatzweise mal ausreichen könnte, um guten Gewissens weiter den Aufwand zu betreiben –

      da reagiere ich auf das Wort „unglaubwürdig“ etwas allergisch. Nichts für ungut.

      Viele Grüße
      Simon

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    3. Florian

      Warum machen die sich den unglaubwürdig? Seltsamer Vorwurf und selbst wenn sie Werbung machen würden, der PC koste nix und ich bin glüklich das mein Trauriges Leben davon bereichert wird die Jungs können doch machen was Sie wollen

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    4. sternburg

      Immer bisschen peinlo, die Gastgeber auf ihrem eigenen Webspace gegen Vorwürfe zu verteidigen, was sie sehr gut selber können. Insofern streng persönliche Wortmeldung (als ähm zahlender Kunde):

      a) Man kann aus Geschmacksgründen viel für oder gegen TaD empfinden, würde ich alles gelten lassen, aber „unglaubwürdig“ finde ich ziemlich daneben, „wieder mal sehr unglaubwürdig“ geradezu abwegig. Man muss es ja nicht mögen, dass die Jungs sich für ne Gratis-Buddel Wein so viel Platz in ihrer Sendung freiräumen lassen. Jedes Menschen freie Entscheidung. Aber mich würde schon mal interessieren, welchen selbst gesetzten Prinzipien sie damit widersprechen und sich also unglaubwürdig machen. Der damit gesetzte Vorwurf lautet, dass man ihnen ihre verlautbarten Prinzipien nicht mehr abnehmen kann, sie letztlich für Menschen hält, denen man nicht glauben kann. Vielleicht bedenken, ob das wirklich gesagt werden wollte und bei der Formulierung ggfs nochmal beigehen, nur als Anregung.

      b) Als Fan einer im Kern TV-Franchise aus meiner Kindheit finde ich es angenehm, nebenbei von solchen an die allerengste Zielgruppe gerichteten Special-Interest-Produkten aus unserer Nachbarschaft Bericht zu bekommen, von denen ich sonst nicht erfahren würde. Mich persönlich hats eher abgeschreckt (ich mag keinen Rotwein), aber das ist hier nicht der Punkt. Ich hasse Reklame und ich habs trotzdem gern gehört. Also gehe ich mutig davon aus, dass dies anderen ähnlich ging.

      Ist ja letztlich auch einfach son Community-Vibe-Ding, nach meinem Empfinden jedenfalls.

      c) Es ist letztlich Reklame , da beißt die Maus keinen Faden ab. Liebe TaDeriche, nur mal so als Anregung: Vielleicht wäre das ein sinnvoller Anlass, sich für Kapitelmarken zu interessieren. Ich weiß, ich rede über anderer Leute Arbeit. Aber wenn Johnny son Ding wie den Blutwein komfortabel überspringen möchte, ich fänds nicht verkehrt.

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      1. Valdorian

        Das mit den Kapitelmarken ist gar nicht so verkehrt, sofern das technisch umsetzbar ist. Ist natürlich etwas Mehrarbeit, aber vor allem für die (unvermeidbaren) Spoiler, die in letzter Zeit (mit Ansage) aufgetreten sind, wäre so eine Karpitelmarke sehr hilfreich.

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  8. Oliver

    Sebastian und Simon, danke Euch für Euren Einsatz das jede Woche eine neue Folge kommt. Ihr versüßt mir meine Arbeitsfahrten damit! Und es macht unheimlich viel Spaß Euch zuzuhören. 😃👍

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  9. sternburg

    Ich unterschreibe alles, was ihr über Shakaars unmögliches, kindisches Verhalten gesagt habt. Aber ich hab auch son bisschen Verständnis für ihn, weil:

    So magisch eine Schwangerschaft ist, letztlich ist das – insbesondere gegen Ende – eine beschissen anstrengende Zeit. Auch für den Mann, deren Partnerin das durchmacht. Shakaar und Kira führen jetzt ohnehin schon eine Fernbeziehung. Also nicht die fernste Fernbeziehung in Star Trek denkbar. Eher sowas wie er ist in Hannover der Ministerpräsident von Niedersachsen und sie lebt und arbeitet in Hamburg. Aber Fernbeziehung bleibt Fernbeziehung. Und dann ist das nichtmal sein Kind und auch nicht ihr Kind. Er erlebt diese ganzen unangenehmen Umstände, den ganzen Shitload an Stress, die Ängste und Sorgen um seine Liebste, ohne jede emotionale Bindung dazu, woher auch. Und man darf nicht laut werden und seine eigenen Bedürfnisse artikulieren, weil was für ein Scheiß-Mann wäre man dann, denn alle anderen Beteiligten – insbesondere die Schwangere – sind viel stärker betroffen, es ist also absolut korrekt so eingerichtet, dass die eigenen Probleme von allen ignoriert werden, aber es fühlt sich halt trotzdem unfair an, da kann man nichts gegen machen, weil es so ist. Und dann drängelt sich da zu allem Überfluss auch noch dieser Working Man Tüüüp in seiner ganzen Milster-haftigkeit maximal breitbeinig rein, als wäre er der Vater des Kindes, den die eigene Frau austrägt, der er aber nunmal auch ist. Auch dagegen kann man ja nichts sagen, er ist nunmal der Vater.

    Das ist einfach ne echt unangenehme Situation. Ein schwer vorstellbarer emotionaler Stress, den er nirgendwo hin ablassen kann.

    Wie diese Slapstick-Miniaturen mit Shakaar und dem Milster delivered wurden, das beschädigt den Charakter, keine Frage. Was heißt beschädigt, es wirft den ohnehin schon viel zu blassen Charakter endgültig unter den Bus. Aber dass Shakaar da scheiße drauf war und sich deshalb unangebracht verhalten hat, dies an sich fand ich weder unglaubwürdig noch falsch. Sondern einfach realistisch.

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    re „Noch nie hat ein Changeling einem anderen Leid angetan“:

    Ich hab da bei den 1000 in alle Himmelrichtungen ausgesandten Chaneling-Babys auch nochmal dran denken müssen.

    Ich weiß nicht, ob das von den Autoren so gedacht war. Aber ich finde, in dieser Frage bietet diese Folge eine einleuchtende Antwort. In einem hübschen Bogen von dieser Bemerkung am Anfang zu einer Begebenheit am Ende.

    Denn was wir daraus lernen, ist in Bezug auf die Changeling-Entwicklung ja vor allem eines: Die ideale Herangehensweise ist weder Odos rein kommunikative, noch Moras‘ Zwang-Apparaturen, sondern eine Kombination aus beidem.

    Heißt letzlich: In der Entwicklung eines Proto-Changeling vom angendalosen Schleimbatzen hin zum denkenden und handelnden Changeling ist es unabdingbar, ihn zwischenzeitlich mit Gewalt, mit Schmerzen, mit Leidzufügung zum Formbilden zu zwingen. Man kann und sollte das so sanft und verständnisvoll begleiten wie Odo, aber es muss trotzdem gemacht werden. Schwarze Pädagogik im Grunde (etwas, was bei uns Deutschen nochmal stärker räsonieren sollte als beim US-Publikum btw).

    Und daraus wiederum lässt sich schließen: Exakt das werden die Changelings im Great Link auch mit ihrem Nachwuchs, mit ihren Proto-Changelings vor Ort tun. Vermutlich eleganter und einfühlsamer und rundum behüteter, aber etwas Zwang und Leidzufügung wird schon dabei sein.

    Und das wiederum sollte man jetzt mal kontrastieren mit der Herangehensweise, mit der der weibliche Changeling Odo damals auf dem Heimatplaneten das Formwandeln näher beibrachte. Das war ein zu 100 % kommunikativer Ansatz. Da gab es keinen Zwang, keinen Drill, keine Vorgaben, ausschließlich Empathie und Möglichkeiten aufzeigen. So wie Odo in dieser Folge an dieselbe Aufgabe heranging.

    Aber Odo war halt auch, so bedauernswert und eingeschränkt er „seinen Leuten“ vorkam, so … ich verwende das Wort jetzt einfach mal … so zurückgeblieben sie ihn empfanden, er war eines, nämlich ausgewachsen.

    Nicht ausgewachsenen Proto-Changelings hingegen kann man nur damit nicht kommen, das reicht einfach nicht. Denen darf, kann und muss man Leid zufügen.

    Dies alles zusammengedacht drängt sich mir ein Schluss auf:

    Die Changelings empfinden ihren Nachwuchs bevor er sich entwickelt, in deren Zustand als Proto-Changelings, nicht als Changelings.

    Die haben dazu eher so einen Zugang, der sich irgendwo zwischen unserem Empfinden gegenüber befruchteten Eizellen nach der Zeugung und Fischen gegenüber ihrem Laich orientiert.

    Also sie stehen ihnen nicht gleichgültig gegenüber, das sicher nicht. Aber sie haben nicht dasselbe Empfinden wie wir gegenüber unseren Säuglingen nach der Geburt als kleiner, verletztliche Mitmenschen mit voller Menschenqualität.

    Und so ergibt das dann auch alles, wenn man jetzt den Bogen zurückspannt, Sinn mit den 1000 als Test in alle Himmelsrichtungen ausgeschickten Babys im Kontext des „nie hat ein Changeling einem anderen Changeling ein Leid angetan“: Diese Babys sind für die Changelings keine Changelings. Und so ist beides wahr.

    Sobald against all odds sich einer von denen ins Erwachsenenstadium entwickelt (crazy Vorstellung für den Great Link), in dem Moment kickt das komplette Verantwortungsgefühl aller Changelings für einen der ihren ein. Wie es bei Odo der Fall war. Vorher nicht. Und deshalb konnten die ohne schlechtes Gewissen diese 1000 Proto-Changelings als Testsonden missbrauchen.

    Um die Analogie von oben vielleicht ein wenig überzustrapazieren: Wenn wir heutzutage dutzende befruchtete Eizellen für am Ende eine erfolgreiche In-Vitro-Befruchtung verwenden und genau dem einen fertig entwickelten und geborenen Säugling Menschenqualität zugestehen, dann ist uns diese Denkweise vielleicht gar nicht so fremd, wie es zunächst erscheinen mag. Ich finde daran überhaupt gar nichts falsch. Wer bin ich, über die Changelings zu urteilen?

    Nur Odo, der hat weit weg von seinen Leuten das Memo nicht bekommen. Womit wir übrigens wieder bei Worf wären, der unter Menschen aufgewachsen der orthodoxeste aller Klingonen wurde.

    [sorry, halbe Bibel, aber ich fand den Gedankengang spannend]

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    1. Michael from Outer Space

      Hallo sternburg! 😉

      Ich finde deine „halbe Bibel“ so gut, dass ich darauf antworte! 🙂👍

      Trotz deiner umfangreichen Ausführungen sind die Founders für Odos Entwicklung außerhalb des Great Link und damit auch für seine „humanoidenfreundliche“ Einstellung verantwortlich. Du hast sehr gut beschrieben, dass es nicht seine Entscheidung war, den Great Link als hilfloses Changeling-Baby zu verlassen und in die Weiten der Milchstraße vorzustoßen. Das hat sein Volk für ihn entschieden – aus welchen Gründen auch immer. Darum dürfen sie sich jetzt nicht wundern, dass er über Jahrzehnte in der Gesellschaft von Humanoiden ein Weltbild entwickelt hat, das dem eigenen (also dem Founder-Mainstream) zuwiderläuft.

      Ob die Changeling-Babys dabei als vollwertige Lebewesen betrachtet werden oder nicht, ist meiner Ansicht nach irrelevant. Der entscheidende Punkt ist, dass sie ausgesetzt wurden. Deswegen finde ich Odos Verurteilung für das Verbrechen, einem anderen Changeling Schaden zugefügt zu haben, nicht nachvollziehbar, ungerecht und letztlich unlogisch, weil widersprüchlich. Wenn ich ein Baby habe, das auf meine Fürsorge angewiesen ist und ich es aussetze, muss ich damit rechnen, dass es
      1. aufgrund der Vernachlässigung stirbt
      oder
      2. falls es überlebt, ganz andere Erfahrungen macht und sich anders entwickelt als ich es tat.
      Schlussendlich muss ich einkalkulieren, dass es mich im späteren Verlauf seines Lebens möglicherweise (u. a. für diese Entscheidung) hasst und bekämpft.

      Die Founders setzten Odo vor langer Zeit aus und sorgten damit dafür, dass er von Humanoiden gefunden und „erzogen“ wurde. Jetzt führen die Founders als Anführer des Dominion Krieg gegen eben die Leute, bei denen Odo seit Jahrzehnten lebt. Unabhängig vom Krieg und seinen Folgen ist das eine fiese Tour der Founders! Das kann man nicht damit rechtfertigen, dass sie ihre Babys nicht als Changelings definieren. Sie tragen in jedem Fall die Verantwortung für Odos (im Vergleich zu ihnen) andersartige Entwicklung.

      Daran beißt Odo-Maus keinen Faden ab!

      LL&P 🖖

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  10. Kleiner Bruder

    Respekt auch meinerseits für diese gut durchdachten Überlegungen. Mit den Überlegungen zu den Changelings wird hier ja wieder mal ein ganz großes Fass aufgemacht.

    Die Analogiezu menschlichen Babys ist natürlich schwierig, da ein Mensch ab Beginn der Zeugung ein genetisches Individuum ist. Auch macht jeder Fötus bereits vor der Geburt eigenständige Erfahrungen. Bei den Changelings ist das nicht so klar, einmal erscheinen sie wie ein einziges Individuum, die Grosse Verbindung, dann aber auch als eigenständige Persönlichkeiten. Wo ist bei denen die Grenze? Hat so ein „Baby“, das von der Verbindung getrennt ist, eine eigenständige Persönlichkeit und ein Bewusstsein, oder muss es das noch entwickeln? Hat Odo seinen Sinn für Gerechtigkeit sozusagen geerbt oder entwickelt?Oder wurde das alles gerade so ausgedacht, wie es für die Story passte…?

    Wenn diese „Babys“ als blosser Teil der Verbindung ohne eigenes Bewusstsein gesehen werden, dann wird ihnen nicht mehr Leid zugefügt, als wenn ich mir selber mit dem Hammer auf den Daumen hauen würde. Nun wurde offenbar erwartet, dass sie im Lauf der Zeit ein Bewusstsein entwickeln. Wie groß war die „Gefahr“ aus Sicht der Changelings, dass sie zu einem anderen Schluss kommen, als die „Masse“? Es wäre ja möglich, dass sie davon ausgingen, dass alle ihrer Art die gleichen schlechten Erfahrungen machen, und sich dann begeistert ihrem Rachefeldzug anschließen würden. Und Odo hat durchaus schlechte Erfahrungen gemacht, wenn auch vielleicht nicht so schlechte wie die anderen. Ein gewisses Restrisiko bleibt wohl immer.

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    1. Grinning Garak

      Diese Widersprüchlichkeit, die wir den Foundern vorwerfen (einerseits nicht gegenseitig schaden, andererseits Babys ins All schießen), finden wir aber ansatzweise auch bei uns selbst. Zum einen gestehen wir bereits dem ungeborenen Leben – jedenfalls mit der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter – das Recht auf Leben zu (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG, vgl. BVerfGE 39, 1, 41). Andererseits gewähren wir unter bestimmten Voraussetzungen Straffreiheit bei einer Tötung dieses Lebens bis hin zu 12 Wochen nach Empfängnis (§ 218a Abs. 1 StGB).

      Ich möchte hier keine Diskussion über die moralische Rechtfertigung von Schwangerschaftsabbrüchen lostreten. Aber ich könnte mir vorstellen, dass in der großen Verbindung auch Stimmen existieren, die die Entsendung der Wechselbalg-Bälger kritisch betrachtet haben.

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  11. Tom

    Hättet ihr nicht erzählt, dass … (ich will nicht spoilern, aber wer die Wahrheit keinnt, weiß eh, was ich meine) … ich hätte keinen Unterschied bemerkt.

    Oder deutlicher formuliert: ich HABE bislang keinen Unterschied bemerkt. Wahrscheinlich kommt das noch.

  12. Ben

    Da ist sie nun, die erste Folge auf die ich warten musste. Ich hab es tatsächlich geschafft in einem Jahr und 3 Monaten von der ersten Folge bei jetzt durchzuhören und ihr habt mich sogar bei meinem 1 monatigen USA Roadtrip begleitet. Ich weiß noch genau es war in Pennsylvania als es um das mysteriöse Licht in der nachbarschaft ging das, obwohl da wohl keiner wohnt, zu einer bestimmten Uhrzeit anging und nachts kurz nach 1 immer aus ging 😅
    Die doppelfolge best of both worlds hörte ich komplett auf einer Wanderung von eisenach auf den inselsberg in Thüringen 😁
    Jetzt muss ich wöchentlich warten, vorbei mit dem durchbingen. Aber in der Zwischenzeit hab ich nun mal mit der rückspultaste begonnen 😃😁 macht weiter so jungs, danke für das bisherige 😁👍

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    1. JoeM from the border

      Hallo Ben,
      Herzlich Willkommen bei den „wartenden Roddenbärchies“.✌🏽

      Ich kann deine Situation gut nachvollziehen. Auch wenn der Zeitpunkt des 14-Tage-Wartens bei mir schon etwas her ist.😏
      Viel Freunde bei den weiteren Teilen und viel Erfolg bei der Suche nach „Lückenfüller-Potcasts“😊

  13. JoeM from the border

    Jetzt aber zur Folge:
    Der Sascha Hehn Vergleich war spitze . Ich habe beim „ nochmal-Reinschauen“ immer das Gesicht von „Viktor“ vor mir. Die Körperhaltung war genau die gleiche.
    Toll von euch bemerkt.👍

    Ab Mitte der 5. Staffel hatte ich DS9 nur noch sporadisch gesehen. Damals war ich beruflich etwas beschäftigt und einen Re-watch dieser Serie habe ich (als einzige der bisherigen) nie gemacht. Leider konnte sich meine Frau nie dafür begeistern. Aber das hole ich jetzt mit euch nach.
    Daher war mir die Doktor-Wechselbalk-Situation nicht bewusst. Und ich versuche, die Teile auch „wie damals“ zu sehen, also ohne den Spoiler mit einzubeziehen. Und ehrlich gesagt: das macht die Folgen nach meiner Ansicht weder anders noch schlechter. Ich kann euer zurückrechnen zwar verstehen (würde ich genauso machen) aber man braucht es nicht. Vielleicht führt es auch zu einigen Fragen, die man zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht braucht. Und vielleicht haben auch die Autoren und Regisseure beim Dreh noch überhaupt nicht gewusst, dass Dr. Bashir hier schon ein Changeling ist. Einige, für euch fragliche, Szenen wären dann vielleicht doch anders geschrieben worden. Nur eine Überlegung von mir.🤷🏼‍♂️

    Noch eine kleine Anmerkung zur Entbindung:
    Auch wenn es teilweise etwas slapstickartige Situationen im Erzählungsstrang gibt, fand ich die grundsätzliche Überlegung gut, dass eine Spezies eine Geburt durch spezielle Entspannungstechniken und Zeremonien ruhig stattfinden lässt. Als Finale der Wehen ist die Mutter vollkommen entspannt. Das Kind kommt ohne das menschliche, körperlich sehr anstrengende Pressen zur Welt. Irgendwie äußerst spannend. Warum also nicht mal so.

    Freuen mich schon auf die kommenden Folgen ✌🏽

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  14. Bastian

    Spoiler

    Ich lege es mir so zurecht, dass Bashir noch der echte Bashir ist.

    Dem ist im Gefängnis einfach seine neue Uniform bei der Festnahme gerissen und das Dominion hatte von anderen Entführungen noch alte Uniformen übrig….

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