#218: Violations (TNG 5.12)

Episode herunterladen (MP3, 71 MB)

3. Februar 1992:
Erneut ist Enterprise Bühne für eine dysfunktionale Vater-Sohn-Beziehung. Eine ullianische Familie kommt an Bord und verspricht das, was die Rückspultaste monatlich liefert. So versucht sich Star Trek daran, ein besonders heißes Eisen anzupacken. Sebastian wittert Ausrutscher, sowohl harmlos-typographischer Natur als auch besorgniserregende beim Bill.

In Deutschland: Geistige Gewalt, ausgestrahlt am 14. April 1994.

Dieser Beitrag hat 18 Kommentare

  1. Julien

    Ich musste bei dieser Folge an Nemesis denken. Könnte sein, dass die Vergewaltigung durch Shinzon an dieser Folge erinnern soll?
    Erinnerungsbibliothek, das klingt nach einer Datenbank für personalisierte Werbung.
    Um eine weitere Serie zu pitchen, hätte ich gerne eine Anwaltskanzlei auf einem Raumschiff (mit William Shatner als Seniorpartner), die von Raumstation zu Raumstation fliegt, um den von der Enterprise gefassten Verbrechern rechtlich beizustehen. Jeff, fajo, Thomas Riker nach DS9,…

    2
  2. Martin

    Diese Folge ist für mich ein Tiefpunkt der ganzen Serie. Man erfährt bereits vor dem Vorspann die Lösung dieser krimi-ähnlichen Geschichte und muss dann 40 quälende Minuten lang zuschauen, wie die Crew der Enterprise 1 und 1 zusammen zählt. Der einzige rote Faden ist hier: Immer dann, wenn wir eine Alien-Spezies zum ersten und gleichzeitig letzten Mal in einer Folge sehen, wird es richtig schlecht.

    4
  3. Michael from Outer Space

    Hallo Simon, Hallo Sebastian, Hallo an alle Zuhörys!

    Erstmal bedanke ich mich ganz herzlich bei Simon und Sebastian für die Verlosung, bei der ich zwar nicht den Hauptgewinn, aber immerhin eine schöne TAD-Tasse mit einem lieben, handgeschriebenen Gruß von Sebastian gewonnen habe. Vielen Dank, ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut! 😁😍 😘 TAD ist eben DOCH der beste deutsche Star Trek-Podcast… 😉

    Den aktuellen Podcast zu „Violations“ habe ich noch nicht gehört, vermute aber stark, dass heute beide Daumen nicht nach oben zeigen werden.

    LL&P
    Michael from Outer Space

    6
  4. Daniel

    Nach langer Kommentarabstinenz muss ich euch auch mal wieder etwas schreiben. Aber zuerst: Wieder ein schöner Podcast zu einer eher mäßigen Folge.

    Aber zwei Punkte sehe ich etwas anders als ihr.
    1. Warum vertrauen sie Jev, als er seinen Vater belastet? Nun ja, dieser hat ja gleich zu Anfang der Folge deutlich gemacht, das sein Sohn gar nicht die Fähigkeiten besitzt, tief in die Erinnerungen anderer Wesen einzudringen. Jev hat ja „nur“ sehr begrenzte Fähigkeiten, verglichen mit seinem Vater, wieso es durchaus plausibel ist, dass die Crew ihm glaubt. Nach ihrem Wissenstand hat ja nur der Vater die Fähigkeiten so etwas zu tun.

    2. Picards Hinweis, das man so etwas in der Föderation juristisch nicht belangen kann. Wenn man davon ausgeht, dass die Justiz im 24. Jahrhundert nach denselben Grundsätzen funktioniert wie heute, dann benötigt sie für einen fundierten Anfangsverdacht (der für eine Klageerhebung ausreichend ist) zumindest einen stichhaltigen Beweis. Und Erinnerungen, die nachweislich manipulierbar sind, reichen dafür meiner Meinung nach absolut nicht aus. Sieht man ja am Ende der Folge, das man ja fast den Falschen angeklagt hätte. Bei den Ullianern, die mit Erinnerungen und deren Manipulation sicher schon jahrhundertalte Erfahrungen besitzen, sieht das Justizsystem in diesen speziellen Fällen sicher deutlich ausgereifter aus.

    Ansonsten bedanke ich mich mal wieder bei euch für eure Arbeit, die mich seit über 4 Jahren von der ersten Folge an Woche für Woche in wohligen Erinnerungen an meine Jugend schwelgen lässt.

    Grüße aus dem mittlerweile ziemlich abgekühlten Erfurt
    Daniel

    3
    1. Ronnsen RD

      Hallo Daniel,

      zu 1. Da stimme ich Dir zu und was für mich noch viel deutlicher ist: Tarmin wird von Beginn der Episode an als übergriffiger Lüstling aufgebaut.
      „Hoho, bei so einer schönen Frau kann ich gar nicht an mich halten! … Ich kann gar nicht verstehen, dass die Leute etwas dagegen haben, wenn ich mit meinen Wurstfingern in ihren Erinnerungen rumpopel! Jetzt hab Dich doch mal nicht so!“
      Ein Grund mehr, ihm viel leichter zu unterstellen, diese Grenze zu überschreiten.

      2. Hier sehe ich die Sache anders: Jev wurde auf frischer Tat ertappt im Quartier von Troi. Spuren des Übergriffs sind im Gehirn messbar und ich bin überzeugt ein vulkanischer Ermittler könnte z. B. mittels Geistesverschmelzung noch ne Ecke mehr rausfinden. Wenn man Jev mental scannt, würde man mit Sicherheit die „geraubten“ Erinnerungen von Troi, Riker und Beverly finden. Meiner Ansicht nach hätte man hier ohne Probleme auch ein Strafverfahren eröffnen können. Da hätte man ja auch gerne Unterstützung von der ullianischen Heimatwelt anfordern können, nur halt den Typen nicht einfach laufen lassen in der Hoffnung, die Ullianer werden das schon regeln. Brauchen nicht selbst die für einen Prozess die Aussagen von Troi, Riker und Beverly? …sehr fadenscheinig.

  5. Driver 8

    Star Trek, wie Laternenpfahl ganz unten!

    Die Erinnerungsdatenbank: das kollektive Gedächtnis hat alles bewahrt, warum müssen sie dann sammeln gehen?!

    Ein Ulianer auf Reisen: wozu nimmt man Jev mit, wenn er nicht teilnehmen kann?!

    Verbaler Missbrauch: mein Sohn, der Versager — alle lächeln höflich?!

    Jevs finsterer Plan: er manipuliert Erinnerungen um dem Vater zu schaden und wählt Troy, die das spüren müsste?!

    Geistige Vergewaltigung: Picard will nach den Borg nichts mehr in seinem Kopf, aber generell kann man damit niemandem Leid zufügen?!

    Auch wenn man hier „am Grab“ von Gene Roddenberry steht, ist es das schlechteste Denkmal, das man ihm setzen konnte.
    Man kann nur hoffen, dass die Menschen des 24. Jahrhunderts sich weiterentwickelt haben werden … und bessere Drehbücher schreiben.

    1
    1. Kleiner Bruder

      Hi Driver!

      Da hast du ein paar gute Punkte. Ich wäre vielleicht nicht ganz so streng.

      Warum sie Erinnerungen sammeln? Nun, wer sich mit Geschichte beschäftigt, der weiß, wie unzuverlässig Rekonstruktionen geschichtlicher Ereignisse sind. Ein paar echte Erinnerungen zu sammeln, wäre da sicher hilfreich.

      Der Jeff ist einfach Familie, der darf auch mal was von der Welt sehen. Vielleicht lernt er ja was. Und er darf die Koffer tragen.

      Verbaler Missbrauch, das trifft es. Aber da müssen Picard und Co aufpassen, dass sie diese wichtigen Gäste bei Laune halten. Und „sie sind eben noch nicht so weit entwickelt wie wir, hö hö“.

      Dass Troi die Ulianer nicht spüren könne, das wurde schon ziemlich zu Anfang gesagt. Schon wieder. Wie bequem für die Autoren. Aber wenigstens ohne Spieluhr.

      Ist hier jemanden aufgefallen, dass Picard hier reagiert wie Kirk? „Ich will nicht, dass mir jemand im Kopf herumpfuscht!“ Dass das Potential hier unterschätzt wird, ist natürlich der Handlung geschuldet.

  6. Kleiner Bruder

    Hallo zusammen!

    Jep, die Folge war allenfalls durchwachsen. Dabei hätte es nicht viel Änderungen benötigt. Ein Fehler ist, dass Jeff (notsmart) von Anfang an als Täter feststeht. Bei Columbo funktioniert das, weil wir wissen, dass er dem Täter schon auf der Spur ist. Hier hat das was von Kasperletheater – Pass auf, das Krokodil! – Wo? – Hinter dir! – Meint Ihr wirklich?
    Aber natürlich hat die Crew hier schlechte Karten, Daniel hat das schon ganz gut analysiert. Klar ist nur, dass psychische Kräfte wirken, und das genau dann, als Telepathen an Bord kommen. Und warum sollen sie Jeff nicht glauben, wenn er seinen Vater belastet? So was tut „man“ doch sonst nicht, oder?

    Der Gedanke dahinter ist wohl, dass der Täter bei seiner Attacke „Spuren“ im Gehirn hinterlässt. So zumindest sah das aus, wenn man in den Erinnerungen plötzlich den Jeff auftauchen sah. Kann ja keiner ahnen, dass der einzige Ermittler diese Spuren fälschen kann.

    Und, ihr habt es gesagt, diese Übergriffe bleiben merkwürdig folgenlos. Mein Vorschlag: Ein anderes Besatzungsmitglied (Ro?) hat eine traumatische Vision – und bringt sich daraufhin um. Jetzt wirds persönlich für die Crew.

    Juristisch ist das wohl tatsächlich nicht so einfach. Picard und Co hatten zwar mehrfach mit Telepathen zu tun, aber die traten eher als Ausnahmen auf. Nicht wie bei B5, wo es sogar ein Psi Corps gab. Sicher haben entsprechende Völker da eigene Regeln für solche Fälle, aber die haben ja auch ganz andere Möglichkeiten zur Strafverfolgung. Vor welches Gericht könnte man den Jeff überhaupt stellen?

    Es gibt noch eine ganz andere Folge, an die ich hier erinnert wurde: „Wolf In The Fold“/“Der Wolf im Schafspelz“. Sogar die Auflösung kam genau wie hier, dadurch dass man nachforschte, wo so etwas schon passiert war.

    Nicht unspannend, aber für eine richtig gute Folge fehlt dann doch der letzte Schliff. Vielleicht sah das auf dem Papier besser aus?

  7. Michael Kleu

    Insgesamt würde ich auch einen Daumen quer geben, wobei ich die Riker-Frage wie Simon sehe.

    Bei der Idee, verschüttete Erinnerungen hervorholen zu können bin ich gedanklich zu Dune abgedriftet, wo es ja das spannende Phänomen gibt, dass die Erinnerungen der Vorfahren in den Nachfahren weiterleben. Auf etwas Ähnliches bin ich kürzlich in Pierre Boulles Roman „Der Planet der Affen“ (1963) gestoßen.

    Die Erinnerungen der Vorfahren aktivieren zu können, wäre mal wirklich praktisch, da es eine Art Zeitreise ermöglichen würde.

    Damit drifte ich zu Tolkien weiter, der in einer seiner Geschichte „The Lost Road“ darüber nachsinnt, dass nur über Träume oder Visionen Zeitreisen möglich wären, wobei er an anderer Stelle vermutet, dass man Träume vererben kann.

    1
  8. BjoernHH

    Ich hatte das Ende der Folge nicht mehr so ganz in Erinnerung(!), und daher dachte ich am Anfang: Das kann doch nur eine falsche Fährte sein, den Jev da mit finsterer Musik finster gucken zu lassen.
    Aber Pustekuchen, es war leider so plump geschrieben, ohne falsche Fährte.

    Riker hat nicht etwa den richtigen Riecher, wenn er den schleimigen Belgier oder hier Jev verdächtigt, sondern meiner Meinung nach kann er halt alle Typen nicht ab, die sich für Deanna interessieren oder für die Deanna sich interessiert.
    Ein ziemlich eifersüchtiger Kerl. Er darf alles machen, aber Deanna soll mal schön enthaltsam und allein bleiben.

    Und am Ende der Folge, als der Vater erschüttert von den Taten seines Sohnes ist, dachte ich mir: Wärst Du mal ein bisschen netter mit ihm umgegangen.
    Damit will ich nicht sagen, dass immer das Elternhaus schuld ist, wenn jemand später Böses tut, aber durch die Erziehung werden sicherlich viele Tendenzen mitgegeben.

  9. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Mir gefiel die Folge auch nicht. Ich möchte sie nicht zweimal sehen (ich glaube sogar ich habe sie tatsächlich nur einmal gesehen!)

    Ich glaube auch nicht, dass zwischen Bill und Deanna etwas schlimmes vorgefallen ist. Wenn, dann hätte sie ihn wohl kaum geheiratet, ganz zu schweigen davon, dass die Ehe kaum so lange gehalten hätte wie wir es später sehen.

    Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Columbo und dem Täter war es ja gerade, was den Reiz und den Erfolg der Serie ausgemacht hat. Davon kann hier keine Rede sein.

    Das Konzept der Erinnerungsdatenbank finde ich allerdings faszinierend. Ich glaube nicht, dass die Ullianer jeden Erinnerungsfetzen von jedem Hans und Franz ans Licht holen und bewahren wollen, und wer nicht will, der muss auch nicht. Das klingt eher wie die Sammlung von Zeitzeugenberichten aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust. Als ich den Begriff „Zeitzeugen“ gegoogelt habe, bin ich auf mehrere Webseiten gestoßen, die sich mit sowas beschäftigen, um daraus zu lernen und damit das nicht wieder passiert. Hier ein paar Beispiele für die, die sich dafür interessieren :

    https://www.zeitzeugen-portal.de/

    https://www.dhm.de/lemo/zeitzeugen

    https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/ns-zwangsarbeit/227569/zeitzeugen-erzaehlen

    Wir wissen ja alle aus eigener Erfahrung, wie sehr einen die eigenen Erinnerungen täuschen können. Wenn man sicherstellen könnte, dass man sich richtig erinnert (sofern man das wirklich möchte), das fände ich toll. Allein schon aus der Sicht eines Hobbyhistorikers. 😁

    Aber jetzt freue ich mich erstmal auf die nächste Rückspultaste (ist wirklich schon wieder ein ganzer Monat rum? Tied löpt…).

    LL&P
    Eure Bridge

  10. Anarch

    Folgen wie diese sind es, die Riker für mich zum Unsympathen gemacht haben. Wie oft hat die Figur eigentlich das Motiv Vergewaltigung oder versuchte Vergewaltigung erhalten über alle Staffeln hinweg? Auch wenn es wahrscheinlich immer nur optische Täuschungen waren: Das hat meinen Eindruck von ihm geprägt.

    Zu Picards Rechtsaussage:
    Könnte das ganz einfach eine Kritik an unserer Rechtsprechung gewesen sein, statt ein hinkendes Drehbuch und mangelnde Vorstellungskraft?
    Nämlich daran, wie ungerecht, aussichtslos oder frustrierend die Rechtslage oder der Prozess in Vergewaltigungs- und Missbrauchsfällen sein kann/ist und wie oft jemand davonkommt?
    (Aussage gegen Aussage, unvollständige Definition einer Vergewaltigung, Victimblaming, falsche/manipulierte Erinnerungen, Drohung, etc.)

    1
  11. Roger

    „Violations“ fand ich immer schon schwach und es gefiel mir auch jetzt beim „begleiteten“ Rewatch nicht. Nach dem Hören eures Podcasts und dem Lesen der Kommentare ändert sich daran auch überhaupt nichts. Einmal musste ich zwar lachen, als in Deannas Vision plötzlich der ältere Ulianer auftaucht und „Imzaaadiii“ stöhnt, aber das war wohl nicht das Ziel dieser Szene. Eher unfreiwillig komisch.

    Abhaken, vergessen, weiter geht’s… nächste Woche wird es – befürcht ich – nochmal zäh, aber die übernächste Folge könnte ein Knaller werden.

    Lg Roger

  12. Michael from Outer Space

    Hi,

    ich habe den Bill nie als Vergewaltiger gesehen. Wie Bridge schon sagte: Warum sollte Deanna ihn heiraten, sich von ihm schwängern lassen und mit ihm ihre gemeinsamen Kinder großziehen, obwohl er sie vergewaltigt hat? Die ganze Serie und auch die späteren Kinofilme geben keinen Hinweis darauf, dass er ihr sowas angetan hat.

    In meinem Kommentar zur letzten Folge behauptete ich fälschlicherweise, Deanna könnte sich gegen den Angriff nicht wehren. Das stimmt natürlich nicht, weil sie Jev am Ende ja bekämpft. Für mich ändert sich deswegen aber nichts an dem Typ von Geschichten, die Troi immer wieder bekommt:
    3.03: The Survivors
    Troi hört unablässig die Melodie einer Spieluhr, was sie total fertig macht. Sie selbst kann aber nichts dagegen unternehmen.
    4.10: The Loss
    Troi verliert plötzlich ihre empathischen Fähigkeiten, was sie total fertig macht. Sie selbst kann aber nichts dagegen unternehmen, bis sie ganz am Ende erkennt, dass zweidimensionale Wesen die Ursache sind.
    5.12: Violations
    Troi wird telepathisch vergewaltigt und wehrt sich am Schluss gegen den Vergewaltiger.

    Es geht aber weiter mit diesen Episoden!
    6.03: Man of the People
    Ein böser Typ missbraucht Troi als Müllkippe für seine negativen Emotionen. Sie kann nichts dagegen unternehmen.
    7.18: Eye of the Beholder
    Ein Mörder greift Troi telepathisch an und bringt sie beinahe dazu, Suizid zu begehen. Worf rettet sie in letzter Sekunde.

    Star Trek: Nemesis
    Picards Klon Shinzon vergewaltigt Troi auf telepathische Weise, ohne dass sie sich dagegen wehren kann.

    Mir gehen diese Geschichten spätestens nach dem dritten Mal auf den Sack! Ist den Autoren nix mehr eingefallen?

    LG
    Michael from Outer Space

    1. Anarch

      @Michael from Outer Space:
      Die Autor:innen sollten zumindest mal ihren persönlichen Hang zu Vergewaltigungsphantasien ggü. Troi (oder gar der Schauspielerin?) überdenken… O_o

      Toi konnte da eindeutig besser trennen, als ich (Trugbild Riker vs. Riker). Allerdings gibt es auch in der Realität leider Frauen, die Vergewaltiger heiraten. Das alleine wäre für mich noch kein Argument.
      (Plus: Die Filmbranche der damaligen Zeit sah Vergewaltigung meinem Eindruck nach als Kavaliersdelikt oder maximal als schlechten Sex. „Ups, passiert, na, egal.“)

      1. Michael from Outer Space

        Hi Anarch!

        „Allerdings gibt es auch in der Realität leider Frauen, die Vergewaltiger heiraten.“
        Das mag sein, es macht den Bill aber nicht zum Vergewaltiger. Nehmen wir mal an, er hätte Deanna tatsächlich vergewaltigt: Wieso kommt diese Erinnerung nicht in einer der 177 anderen TNG-Folgen oder in einem der vier Kinofilme hoch, sondern ausgerechnet hier, wo der Vergewaltiger Jev an Bord kommt und Deanna wirklich vergewaltigt?

        LG
        Michael from Outer Space

        1. Anarch

          Hi Michael from Outer Space
          Vielleicht nur, weil die Autor:innen den Plot nicht weiter verfolgten.
          Oder weil das längere Verfolgen von meist Trauma-auslösenden Ereignissen in Star Trek selten gegeben war. Picard durfte wegen der Borg noch etwas weiter leiden, aber ansonsten…

          Aber natürlich gebe ich dir Recht: Riker war nicht als Vergewaltiger angelegt. In mir hat sich der Eindruck bloss festgesetzt, weil der Schauspieler in TNG mehrere Male einen mimen musste und das offenbar zu gut rüber brachte. Ausserdem finde ich seinen Flirtmodus teils übergriffig. Aber auch das ist ein Kind seiner Zeit und mag zudem auf Frauen ganz anders wirken. Im Vergleich zu Kirks oder 007s Herumgezerre ist das ja schon harmlos.

  13. Ronnsen RD

    Hallo zusammen!

    „Bin ich mal ganz clever!“, hat er sich gedacht! „Spare ich mir mal Arbeit!“, hat er sich gedacht! „Durchforste ich mal per Textsuche alle Scripte von TNG auf Trekcore und suche dort per Textsuche nach „Mister Riker“! Genial, das wird schon stimmen!“ … hat er sich gedacht!!
    Ja… am Arsch stimmte das! Kann ja keiner ahnen, dass sich dieses verfluchte Schauspielerpack nicht an den Text hält!! *gnpf* 😉

    Soviel zum Thema, Mister Riker.
    Was mir allerdings aufgefallen ist: im Script steht für Riker immer „Mister“ ausgeschrieben, wohingegen für Data, Worf etc. auch öfter mal schlicht „Mr.“ steht. Ein Skandal, der seinesgleichen sucht!

    Zur Folge:

    „Violations“ zählt jetzt nicht wirklich zu meinen Favoriten. Nicht mal zu den Folgen, die ich gerne sehe. Sie ist halt da.

    Die Frage um Rikers „Vergewaltigung“, die zu Recht auch Sebastian verstörte, hat mich auch beschäftigt. Mit Simons zurechtgebogener Erklärung kann ich durchaus auch leben und sie rückt auch das angedotzte Bild von Bill wieder gerade. Allerdings bringt genau das die ganze Folge für mich in Schieflage.

    Denn dann stellt sich mir die große Frage: Was für eine Motivation hat Jev, die Dinge zu tun, die er tut?

    Möchte er einfach jemanden mental vergewaltigen oder nur Gewalt antun?
    Labt er sich an den traumatischen Erinnerungen anderer Leute?
    Hat er Spaß daran, Leute Leiden zu sehen, wenn er traumatische Erinnerungen hervorkramt, die sich aber lieber vergessen möchten?

    Und wenn dem so ist, wie kommt dann Troi auf den Zug?
    Wenn sich Riker in dem Moment (nach dem Pokerspiel) korrekt verhalten hat, kann das für sie keine traumatische Erinnerung sein. Jev macht es durch sein Eingreifen zu einem Trauma.

    Oder ist Jev einfach sadistisch und macht gerne „normale“ Erinnerungen zu traumatischen Erfahrungen?

    Dann haben aber die Erinnerungen der anderen, die hier herangezogen werden, keinen wirklich roten Faden:

    Troi: kein Trauma, es sei denn, Riker hat sie wirklich bedrängt/vergewaltigt.
    Riker: unentschieden, könnte ein Trauma sein, sollte es aber nicht, sondern sein Job.
    Beverly: Trauma, weil toter Ehemann.
    (Geordi: Trauma, weil blind, Feuer und Eltern weg)

    So, was ist jetzt Phase? Wühlt sich Jev durch traumatische Erinnerungen und lässt sie noch traumatischer werden oder nimmt er normale Erinnerungen und macht sie zum Trauma? Oder beides, oder wie oder wat oder wer?
    In der einen Variante ist Riker ein schmieriger Grabscher, wenn nicht sogar Vergewaltiger, dann würde die Figur Jev für mich aber mehr Sinn ergeben, in der anderen Variante hat Riker nichts getan, das macht für mich aber die Folge kaputt.

    Und wenn Jev so geil auf Traumata ist, wieso greift er sich nicht den Elefanten im Raum und grabbelt in Picards Kopf rum? Immerhin hat der sein Borg-Trauma noch lange nicht überwunden.

    ———-

    Gerichtliche Verfolgung:

    Was Picard hier statuiert, ist schlicht Blödsinn mMn. Sorry, aber da hat jemand nicht wirklich nachgedacht beim Script schreiben. Mentale Vergewaltigung/Folter haben auch schon bei z. B. den Vulkaniern gesehen und werden wir auch wieder sehen. (ST 5: Spock & Valeris, ENT: T’Pol & Tolaris, ST Nemesis: Troi & Shinzon/Viceroy).

    Bei so vielen Rassen innerhalb der Föderation, die telepathische Fähigkeiten besitzen (Vulkanier, Betazioden etc.) müssen einfach entsprechende Strafklauseln schon formuliert gewesen sein, gerade bei Interspezies-Kontakten.

    Selbst wenn es solche Regeln nicht gibt, dann eröffnet man halt einen Präzedenzfall. Nur weil für eine spezifische Ausformung eines Verbrechens kein Gesetz existiert, heißt das nicht, dass man so einfach davonkommt. Nur weil vorher noch nie jemandem mit einer PS4 der Schädel eingeschlagen wurde, heißt das nicht, dass man das nicht strafrechtlich verfolgen kann. Man geht halt eine Abstraktionsebene höher: gefährliches Werkzeug. „memory invasion“ ist allemal eine Art der mentalen Gewalt.

    Fazit:

    Die Idee hinter der Folge ist durchaus interessant, allerdings finde ich sie nicht gut ausgearbeitet. Hier wird ein großes Fass aufgemacht, kurz dran genippt, mit viel „Ohh“ und „Ahhh“ drin rumgerührt und dann aber nicht ausgetrunken. Es knarzt mächtig, egal wie man es dreht (siehe oben). Mit Erinnerungen, die wir schon in früheren Folgen gesehen haben, wäre ne Menge mehr möglich gewesen.

    Was mir aber positiv auffällt ist, die visuelle Umsetzung der Geschichte. Die Erinnerungssequenzen sind ideenreich gestaltet und auch alle individuell verschieden in Effekten, Perspektive und Ton. Wirklich schön zu sehen, dass man da sehr kreativ heranging.

    Das rettet für mich die Folge noch auf einen Daumen quer.

    1

Schreibe einen Kommentar