Trek Nights #6: Felo und das Multiversum

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Spätabendlich still und schummrig ist es in der Offizierslounge der Refit-Enterprise. Die pastellfarbene Deko wirkt beruhigend, der Blick auf die majestätischen Warpgondeln macht ehrfürchtig. Geistige Getränke werden gereicht, Disko-Outfits getragen. In dieser stimmungsvollen Atmosphäre führen Simon und Sebastian ein Gespräch mit Maus-Zeichner und Podcast-Legende Felo, bekannt aus Der Sumpf und Data sein Hals, über Trek-Erinnerungen, über Illustration und über Dinge, die hätten sein können.

Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Felo

    So schnell kann man also zur Legende werden!! 😀
    Was für ein schöner Abend!

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  2. Kleiner Bruder

    Hi!
    Danke für eure aktuelle Sendung, und Dank an Felo für seinen informativen Einblick in ein doch eigentlich kreatives Berufsfeld. Ich stelle mir das echt hart vor, kreativ zu sein – und dann nicht zu dürfen.
    Das mit dem „sexistischen Klischee“ hat mich noch etwas beschäftigt. Sollte man hier nicht eher von „Murphys Law“ sprechen? Ich meine, ein Klischee kann ja nur deshalb existieren, weil es eine Vorlage dafür gibt. Vielleicht ist es auch gar keine Frage der Statistik, sondern der Wahrnehmung. Tritt nämlich das Gegenteil vom Erwarteten oder Erhofften ein, dann bleibt das stärker im Gedächtnis als das erwartete Ereignis. Und nur der Bruch mit dem Erwarteten gibt ja überhaupt erst die Grundlage für eine Story.
    Ihr habt noch die Bedeutung des Kanons angesprochen. Damals bei TOS hat angeblich niemand gedacht, dass das zehn Jahre später überhaupt noch jemand sehen würde. Aber jede Serie braucht schon ein gewisses Grundgerüst, das dem Zuschauer Kontinuität vermittelt. Eine Krimiserie, in der der Ermittler jede Folge andere Gewohnheiten pflegt wäre auch sehr verwirrend. Die Herausforderung sollte es – meiner Meinung nach- sein, spannende Geschichten zu erfinden, die in den etablierten Kanon passen, Lücken füllen, offene Fragen beantworten. Alles einfach umzuschmeissen ist doch billig.
    Zu Star Trek und Star Wars gibt es einige mehr oder weniger gelungene Videos. Meistens werden Antriebe und Waffensysteme gegeneinander aufgerechnet. Wenn ich mal ausser Acht lasse, das Star Wars vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxie spielt, dann kann ich mir Wars gut als die Zukunft von Trek vorstellen. In Trek z.B. ist nur ein relativ kleiner Teil der Galaxis bekannt, in Wars ein größerer Teil. In Trek gibt es Jedi- Fähigkeiten, aber keiner sagt etwas dazu. In Wars haben die Jedi versagt und geraten langsam in Vergessenheit. In Trek ist Data noch etwas Besonderes, in Wars sind Droiden alltäglich.
    Allerdings ist auch Wissen verloren gegangen, wie das Beamen. Aber so etwas gab es ja schon mal mit den Iconianern.
    Einen Kommentar habe ich jetzt erst vor kurzem gelesen: „Bei Star Trek gegen Star Wars gewinnt Star Wars – weil Disney mehr Geld hat“
    (Übrigens – Felo, du siehst auf deinem Bild ziemlich alt und müde aus. Ist das Absicht? )

  3. Felo

    So vieles zu beantworten…

    Erst mal das wichtigste. Das ist keine Absicht, das ist Realität: ich BIN alt und müde! 😉 Dafür hab ich mich aber zehn Kilo schlanker gezeichnet, das gleicht das wieder aus.

    Zu dem schlechten Klischee kommt (das hab ich etwas außen vor gelassen, darf man aber eigentlich nicht vergessen) halt auch noch dazu, dass da immer noch ein sehr überholtes gesellschaftliches Frauenbild mitschwingt. Das muss in solchen Fällen nicht absichtlich geschehen sein, denn schließlich ist es nun mal biologisch die Frau und nicht der Mann, die Kinder bekommen kann – aber ganz lange war es (und ist auch heute noch) in vielen Gesellschaften beklagenswerterweise so, dass die Rolle der Frau als die angesehen wurde / wird, deren Aufgabe es ist, (das Heim zu hüten und) Kinder zu bekommen. Das muss, wie gesagt, überhaupt nicht die Kernaussage in einem solchen Narrativ sein, in dem eine Frau nach einmaligemm Sex automatisch schwanger zu werden „hat“, aber so was schwingt leider wahrscheinlich immer etwas mit, und gibt dem ganzen halt eine sehr hässliche Note. Und daher verstehe ich durchaus, wie gesagt, die Watsche, die wir damals bei Data seinem Hals für die etwas unreflektierte Herangehensweise an dieses Thema bekommen haben.

    Zu etwas schönerem: meinem Beruf. Ein Projekt, an dem ich diesen Sommer als Animator mitgearbeitet habe, das ich eigentlich auch noch hätte erwähnen können, weil es einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht hat – und das, OBWOHL ich beim Animieren die „Unterwäsche anderer Leute angezogen habe“:
    DIE MUSIFANTEN von Sabine Dully und Meike Fehre. Ein ganz herzallerliebster, schräger, witziger Weihnachts-Trickfilm, den man auf Kika entweder an Weihnachten im Fernsehen (25.12. um 9h25) oder in der Mediathek schauen kann:
    https://www.kika.de/die-musifanten/sendungen/sendung129076.html
    Der Job hat mir, wie so oft, wieder mal gezeigt, dass man als Zeichner und Animator nicht zwangsläufig das eigene Design zeichnen muss, um kreativ sein zu können und Spaß an der Arbeit zu haben.

    Ich hoffe, Simon und Sebastian verzeihen, dass ich hier so schamlos Werbung dafür mache, aber der Film ist einfach so schön geworden, dass ich finde, er verdient das. 🙂

    Mir gefällt übrigens der Gedanke, dass, wenn sich Star Wars in einer sehr, sehr, sehr entfernten Zukunft (also WEIT weiter entfernt als die Disco Staffel 3) abspielt, das durchaus passen könnte: die Menschheit hat sich so weit ins Weltall verbreitet, dass es seine Anfänge und Ursprünge schon lange vergessen hat.
    Etwas anders, aber nicht ganz unähnlich (wenn ich meine verschwommene Erinnerung richtig bemühe) ist das ja auch bei Battlestar Galactica (aber da möchte ich jetzt meine Hand nicht ins Feuer legen.)

    1. Parlatio

      Battlestar oder Kampfstern?

      Ja. In einem war die Erde der Ursprung, im anderen nur eine vergessene Kolonie. Soweit ich mich erinnere.

      Nun muß ich mich noch mal ein Bisschen in die Nesseln setzen. Zwar habe ich die Folge noch nicht gehört, aber was ist denn das schon wieder für eine Geschlechterdebatte? Das ist doch, außer zur Fortpflanzung, völlig wurscht. Und dann sind beide *gleich* wichtig. Man könnte aber mal ein wenig an der Gleichstellung in diesem Land arbeiten und *endlich* die Lohn/Gehaltsunterschiede abschaffen. Das ist doch staatlich geförderte Diskriminierung und ein furchtbares Vorbild. So nach der Art: Aha, guck mal, ’ne Frau ist gleich weniger wert. Sorry, war wahrscheinlich völlig am Thema vorbei, mußte aber grad mal sein. 😉
      Hated mich ruhig, mir völlig egal.

      Das war eigentlich schön in TNG. Wir haben hier zwar den starken Klingonen in der Sicherheit, aber „the Boss“, das ist die Tasha. 🙂

      1. Felo

        Das wurde im Podcast auch gar nicht so sehr zur Geschlechterdebatte gemacht, keine Sorge.

        Es wurmt mich in dem Zusammenhang höchstens ein bisschen, dass durch die allgemein verstärkte Reiz-Erhöhung vieler politisch sinnvoller Themen (Du sprichst da mMn ganz richtig die Lohnunterschide an) Begriffe wie „Debatte“ mittlerweile schon fast stigmatisiert sind. Eine Debatte war ursprünglich nichts Negatives, aber ähnlich, wie heute das Wort „Alternative“ zu einem Wort geworden ist, das sofort negative Assoziationen weckt (vielleicht aus anderen Gründen?), möchte man sich instinktiv immer gleich distanzieren, wenn einem das Führen einer Debatte unterstellt wird – „Um Himmels Willen, nein! Eine Debatte?! Nein! DAS wollte ich nicht!“, weil Debatten heute mehr mit Meinungsschlagabtäuschen in den sozialen Medien, auf mehr emotionalen als argumentativen Ebenen gleichgesetzt sind.

        Ich weiß, es ist schwer, auf solche Reize, auf die wir alle (da kann ich mich überhaupt nicht ausnehmen!) mittlerweile so konditioniert sind, nicht sofort anzuspringen.
        Hör einfach mal in die Folge, wir können dann gerne noch weiter drüber diskutieren, wenn dein Eindruck dann noch besteht. 🙂

        1. Parlatio

          Oh, enschuldige bitte, wenn das so hart rüberkam. Ich vergesse immer, daß Text ohne Gesichtsausdruck und Tonfall schwer zu interpretieren ist. Wollte niemanden anpflaumen, oder so. Die Emojis verschwinden irgendwie immer aus dem Text. Das „mal reinhören“, wäre allerdings mit Zeitmarke besser gewesen. Sind ja 2 Stunden. Ich denke aber mal, du meinst „Das seltsame Verhalten der Vulkanier zur Paarungszeit“. 😉
          Da war doch so was mit diesem Pon-Farr, oder wie man das schreibt.

          Etwas haben wir aber auch aneinander vorbei geredet. Ich bin nicht so darauf angesprungen, sondern mehr darauf, daß ich genau so was andauernd aufs Brot geschmiert bekomme, und es halt ganz einfach zu beenden wäre. Und ich hab meine Ruhe. Will mich nicht streiten, bin mehr der Wembley-Typ. Sorry noch mal, alles gut.

          Debatte ist, glaube ich, negativ besetzt, weil es in der Politik mißbraucht wird. Da gibt’s ja Debatten, aber es kommt nichts dabei heraus. Das stumpft halt ab. So: Ja ja. Red du nur, wird ja eh nix.

          Nee, mein Job ist es eigentlich, faule Witze zu machen. Wie etwa: Gut, daß du nur Animator bist. Um ein Haar wäre es ein Re-Animator geworden. Ha. Ha. Ha.
          Aber bleibe du mal nur bei deinem Zeichenstil. Wenn ich im Fernsehen so über neuere Trickfilme stolpere, die wirken oft so seltsam glatt und steril? Kanten und Ecken sind mir lieber.

          Anderes Thema: Ich möchte euch an dieser Stelle mal einen Zeichentrickfilm empfehlen. Den habe ich mit 4 gesehen und der hat mich getroffen wie ein Schlag: „Herrscher der Zeit“, meine zweite Science-Fiction überhaupt. Ich habe wirklich da gesessen und gedacht: „Das macht ihr nicht im Ernst.“ Aber es lief im Kinderprogramm. Ja, nur das Gesinge war nicht so meins. Wieso wurde eigentlich früher in jedem Trickfilm gesungen? (In der Maus auch. Immer so am Ende) Weißt du da als Insider was?

          1. Felo

            Alles gut, keine Sorge. Ich glaube, ich hab mich mehr über mich selbst geärgert, das mich das Wort getriggert hat, und hab mich dann in meiner eigenen Schreibe verheddert.

            Die Herrscher der Zeit ist auch ein Trickfilm aus meiner Kindheit, der mich nachhaltig geprägt (und verstört) hat. Das lief zu einer Zeit im Kinderfernsehen, als der pädagogische Ansatz sehr viel weniger schonend war als heute. Da hat man Kindern z.T. sehr viel härtere Nackenschläge zugemutet, oder sich einfach viel weniger Gedanken gemacht. Dazu kommt ein Aspekt, den ich zumindest Ende der 90er, als ich ins Berufsleben eingestiegen bin, noch ganz stark zu spüren bekommen habe: in Deutschland galt alles, was Zeichentrick oder Comic war, erst mal als „für Kinder“! Heute hat sich da die Wahrnehmung schon stark geändert, von einem Zustand wie z.B. in Frankreich oder Belgien, wo Comics schon seit jeher ganz selbstverständlich als alters-unspezifischer Teil der Kunst und Kultur betrachtet wird, sind wir in Deutschland allerdings noch ganz schön entfernt.

            Übrigens, wo ich das hier nun schon so schamlos für die Eigenwerbung nutze: Du kennst sicher auch unsere Folge über die Herrscher der Zeit? Wenn nicht: https://data-sein-hals.der-sumpf.de/2020/08/09/data-seine-engelsgleichen-tennis-socken/

            Das mit dem Singen… da kann ich auch nur raten. Ich vermute, es hängt mit den Gesangs- und Tanz-Einlagen zusammen, die in der „goldenen Ära“ der Hollywood-Filme einfach zu Unterhaltungs-Filmen dazugehört haben, die sich in abendfüllenden Trickfilmen, z.B. Schneewittchen, auch festgesetzt haben, und irgendwann aus den (vor allem Disney-)Trickfilmen nicht mehr wegzudenken waren, lange nachdem die Tanz- und Sing-Filme schon keine großen erfolge mehr waren. Ich glaube, das hat bei Disney erst mit „Ein Königreich für ein Lama“ aufgehört.
            Aber mein Einblick ist da genauso laienhaft, das muss ich zugeben.

  4. gepee

    Ich werd Felo diesen Monat einfach nicht los – jeden Tag Adventskalender, und jetzt auch noch hier 😉 Ich habs sehr gerne gehört, gerade auch die Einblicke ins Berufsfeld, spannend!

    Zum Thema Listenliebe: Da ich Podcasts immer unterwegs höre, mir nix aufschreiben und auch nicht alles merken kann, liebe ich an Felos Podcasts neben dem Inhalt auch die tollen linklisten zu jeder Folge – da find ich echt alles, was im Podcast erwähnt wurde, ohne großes Suchen und guck deshalb auch gerne mal weiter, wenn mich was interessiert.
    Hier dagegen *hust* musste ich daheim dann schon etwas suchen, bis ich wiedergefunden habe, wie die Bücher heißen, die Sebastian empfohlen hat – ich freu mich aber, da hab ich an den freien Tagen was Schönes zu lesen

    Ach ja, falls es noch jemandem geht wie mir:
    Star Trek Myriad Universes
    Bd 1 Infinity’s Prism
    Bd 2, der in der Folge angeteasert wurde, Echoes and Refractions
    Bd 3 Shattered Light

  5. Parlatio

    Noch mal zu HDZ: Endlich mal jemand, dem es genau so ging! Ich dachte auch: Ja so wie der Jaffar, so müßte man sein. Wie sage ich das jetzt ohne Spoiler? Sehe ich das richtig, daß in der Höhle kurz vor Schluss *zwei* Mikrofone liegen? Das ist doch nicht das Skelett von dem Vierbeiner!
    Nein, die Folge von euch kenne ich nicht. Muß man ändern.

    Eins noch zu Comics sind immer für Kinder: Ganz bestimmt sogar. Ich habe deshalb mit höchstens 14 von jemandem einen Comic namens „Schwermetall“ bekommen. Was war denn da drin? Ach die MARV-Story von Sin City. Ja ja. Ist für Kinder. Hmmm. „Unterwegs mit Odysseus“ war auch ganz reizend animiert.

    Aber wenn man schon durch „Wenn der Wind weht“ und „“Farm der Tiere“ vorgeschädigt ist… Wenigstens ist mir dieser Kaninchenfilm erspart geblieben.
    Was könnte man denn heute seinem Kind geben? Vielleicht „MAUS“? Brrrrr. Vorsicht Leute, das war Sarkasmus.

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  6. Michael from Outer Space

    Hallo Simon, Hallo Sebastian, Hallo Felo!

    Ich schmiere euch erstmal Honig ums Maul: „Trek Nights“ ist das beste Format seit es TAD gibt! 😉

    Felo, bei deinen Mäusen stelle ich mir vor, wie sie schlecht gelaunt sind, derb fluchen, zynische Kommentare abgeben, rauchen, Alkokohl trinken und in einem heruntergekommenen Apartment dahinvegetieren. Das ist eine Version der Maus aus der „Sendung mit der Maus“, die den ehemaligen Kinderstar Jahrzehnte später als abgehalfterten Promi zeigt. Sie hat nicht nur ihre beste Zeit, sondern auch drei Ehen (zwei mit dem Elefanten und eine mit der Ente), Gerichtsverfahren wegen häuslicher Gewalt und Autofahren unter Drogeneinfluss sowie mehrere Aufenthalte in der Entzugsklinik für Zeichentrickfiguren hinter sich und versucht gerade „clean“ zu werden. Ihre Bewerbung für das „Dschungelcamp 2021“ wurde von RTL mit einer Absage beantwortet. Heutzutage müssen doch alle Charaktere gebrochen und dreckig dargestellt werden, oder? Krusty der Clown ist ja auch so ein Typ: Sobald die Kamera ausgeschaltet wird, verwandelt er sich in ein depressives, quarzendes Wrack. Bei der Maus war das bestimmt ähnlich. Wenn du so einen Comic zeichnen und veröffentlichen würdest, hättest du mindestens einen Leser sicher! 👍👍👍

    Genug von TAD haben?!? Lieber Sebastian, wie soll DAS bitte funktionieren? 😅

    LG
    Michael from Outer Space

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  7. Michael Kleu

    Star Wars spielt vor langer, langer Zeit in einer weit enfernten Galaxis, also in einer Märchenwelt, weshalb es ja auch Magie, schwarze Ritter und zu rettende Prinzessinnen gibt.

    Star Trek hingegen spielt in unserer fiktiven Zukunft.

    Star Trek könnte ein Bestandteil der Welt von Star Wars sein, Star Wars aber kein Bestandteil der Welt von Star Trek.

    Abgesehen von diesen sinnfreien Gedanken 😉 möchte ich noch sagen, dass mir die Sendung mit Felo sehr gut gefallen hat!

    Das Fettnäpfchen mit der Schwangerschaft hatte ich im ersten Moment nicht verstanden, jetzt hat es aber geklingelt. Es suggeriert Frauen neben dem bereits Gesagtem ja auch: Wenn Ihr mit einem Mann schlaft, werdet Ihr schwuppsdiwupps schwanger und dann könnt Ihr sehen, was Ihr davon habt!“ Insofern hat Felo völlig Recht damit, dass das ein überholtes Narrativ ist. War mir gar nicht so bewusst.

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  8. Kleiner Bruder

    Hallo Michael!
    „Sinnfrei“ sagst du? Aber klar, natürlich ist es das. Über Film und Fernsehen zu diskutieren und sogar zu spekulieren, das macht nicht satt und bringt kein Geld. Ja, es bringt die beteiligten Firmen nicht einmal dazu, bessere Filme zu produzieren.
    Und doch… Gerade hatte jemand (ich glaube, es war bei Frühschoppen Nr. 13)😉 einen Link zu einem Gedicht von Rilke gepostet. Auch wenn ich diese schwärmerische Diktion nicht nachvollziehen kann, so hat er doch auf eine gewisse Weise Recht. Klar, eine Statue anzuschauen, noch dazu eine kaputte – was macht das für einen Sinn? Aber es beeinflusst ihn.
    Nicht wenige fühlen sich ja auch von den Philosophien beider Reihen angezogen, ob es nun die der Föderation oder die der Jedi ist. Dazu kommt, dass der Mensch ein kreatives Geschöpf ist.
    Sinnfrei? Über Unterhaltung zu spekulieren? Ja, aber…
    (Und auch Star Trek enthält das eine oder andere märchenhafte Element)👽🖖👩🏻‍🔬🧘‍♀️🧙‍♂️🚀🛸

    1. Parlatio

      Ach ihr seid mir ja solche Herzchen! 🙂

      Wollt ihr nur noch das tun, was Geld bringt? Ihr seid doch keine Ferengi. Wenn man sich über solche sinnfreien, fiktiven Dinge Gedanken macht, verhindert das, daß ihr eure Phantasie verliert. Somit schärft ihr euren Sinn dafür, Wunderbares zu erkennen und zu würdigen. Laßt euer Werkzeug nicht durch Vernachlässigung rosten! Klar, man kann völlig ohne leben. Aber *wozu* dann noch? Ich weiß, daß es heißt: “ Der einzige Sinn des Lebens ist das Leben selbst.“
      Für Tiere mag das in Ordung gehen; Aber für Menschen?
      Gedichte sind ja nicht für’s Hirn da, sondern für’s Herz. Für jeden gibt es eines. Man muß es nur erst finden.

      Ach, jetzt komme ich mir wieder wie ein Idiot vor. Ich poste es trotzdem. 😉

      1. Michael Kleu

        Siehe oben meine Antwort auf Kleiner Bruder. Ich war einfach nur defensiv, um möglichst keine Diskussionen auszulösen.

        Kann ich mir fürs nächste Mal sparen 😉

        1. Parlatio

          Oh, ich wollte nicht diskutieren, sondern beschwichtigen oder beruhigen. Aber da siehste mal. (Die Emojis sind schon wieder weg. Nur einer ist da.)

          Trotzdem, ich diskutiere auch gerne mit euch. 🙂

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          1. Michael Kleu

            Alles gut 😉

            Mir ist nur wichtig, dass hier nicht der Eindruck bestehen bleibt, ich würde Diskussionen wie die Star Wars/Star Trek-Überlegungen als sinnfrei betrachten.

            War natürlich auch nicht der klügste Gedanke von mir, etwas öffentlich in ein Forum zu schreiben und dann Diskussionen aus dem Weg gehen zu wollen 🙂

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    2. Michael Kleu

      Hallo Kleiner Bruder,

      ich meinte meine Gedanken, nicht die Gedanken im Podcast. Es gibt ja Fans, die ellenlange Grundsatzdiskussionen über so was führen. Mit meiner Selbstironie wollte ich verhindern, dass sich jetzt irgendwer an meinen Worten aufhängt und zu diskutieren beginnt.

      Dementsprechend war es nicht geplant, stattdessen jetzt diese Diskussion auszulösen 😉

      Da ich hier seit längerer Zeit jede Folge höre und kommentiere und die meisten von Euch wissen, womit ich mich so beschäftige, wäre es aber auch ein bisschen überraschend, wenn ich das „sinnfrei“ auf die Diskussion als solche bezogen hätte, oder?

      Schöne Grüße

      Michael

      1. Don

        „…etwas öffentlich in ein Forum zu schreiben und dann Diskussionen aus dem Weg gehen zu wollen“

        Auf Twitter nennt man sowas ja DruKo. ^^

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    3. Michael Kleu

      „Und auch Star Trek enthält das eine oder andere märchenhafte Element.“

      Richtig. Das wird in den entsprechenden Diskussionen, wenn man sie ausführlich führt, entsprechend berücksichtigt. Auf das ganze Franchise bezogen fällt das bei Star Trek aber nicht so ins Gewicht, was bei Star Wars – zumindest auf die Episoden IV-VI bezogen – anders ist.

      Viele Grüße!

      1. Parlatio

        Ich würde mal behaupten wollen, daß der Grad der Märchenhaftigkeit in Star Trek abnimmt, je neuer die Serie ist. Es kommt mir jedenfalls so vor. Vielleicht trifft das auch auf Star Wars zu? Da gehören doch auch die beiden Ewok-Filme dazu.

        Obwohl – Die waren überraschend hart, zumindest für die Menschen darin. Aber das trifft auch auf viele Märchen zu. Die waren im Ursprung auch nicht unbedingt für Kinder gedacht.

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        1. Michael Kleu

          Bei Star Trek kann ich das gerade noch nicht so genau sagen, weil ich noch im Rewatch bin und das erste Ansehen zu lange her ist.

          Aber auf Star Wars bezogen habe ich genau das, was Du sagst, kürzlich in einem Aufsatz über Darth Vader als Bösewicht geschrieben. Ich komme da zu dem Schluss, dass Star Wars mit den Episoden I-III deutlich weniger märchenhaft wird.

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          1. Parlatio

            Das „alte“ Star Wars bedient sich auch viel an der Sagenwelt. Die meisten Elemente scheinen meiner Meinung nach aus der Arthus-Sage entlehnt. Obi Wan als Merlin, der Lehrmeister. Und Han Solo? Wahrscheinlich Lancelot. Gut, bei Darth Vader als Mordred hat man natürlich die Vaterrolle gewechselt; Um den unappetitlichen Inzest heraus zu nehmen, würde ich sagen. (Siehe Arthus, Mordred, Morganas Blutlinie) Hmmm. Darth Vader trägt auch Teile von Merlin in sich. (Das Teufelskind)
            Aber bei Sagen gibt es ja immer mehrere Versionen und Übersetzungen. Da können wir mal weiter drüber reden, wenn ich mit „The Fairie Queene“ fertig bin. 😉

            Egal ob Sagen, Märchen oder Legenden, ich liebe sie alle. 😊
            Oh. Das paßt zum ersten Kommentar dieser Folge. Felo sollte lieber nicht Legende sein, denn dazu müßte er erst mal aus der Welt verschwinden…

            Und sie bilden immer wieder Vorlagen für tolle neue Sachen. (Ja. Das tut Shakespeare auch.)

          2. Michael Kleu

            @Parlatio:

            König Arthus wird in diesem Zusammenhang selten thematisiert. Das ist spannend!

            George Lucas hat ja nie ein Geheimnis daraus gemacht, welche Rolle Joseph Campbells „The Hero with a Thousand Faces“ für Star Wars spielte. Falls Dich das interessiert, googel mal „Heldenreise“. Im Wesentlichen geht es darum, dass man sämtliche Mythen der Welt auf ein Grundgerüst zurückführen kann. Star Wars passt wie Popo auf Eimer auf dieses Gerüst. Tatsächlich verwendet man heute oft Star Wars, um die Heldenreise Campbells zu veranschaulichen.

            Und George Lucas hat auch immer wieder durchblicken lassen, von welchen konkreten Vorlagen er sich wo hat inspirieren lassen. Da gibt es viel gute Literatur zu.

            Das ist alles eine Mischung aus Western, Samuraifilmen, griechischer Mythologie, fernöstlichem Spiritualismus und was weiß ich noch allem. Das ist ein unerschöpfliches Thema, weshalb Star Wars witzigerweise von Joseph Campbell in dessen Publikationen relativ gleichberechtigt zu den klassischen Mythologien der Menschheit behandelt wird.

  9. Parlatio

    @Michael Kleu
    Die Heldenreise ist mir ein Begriff. Der Großteil der Fantasy ist ja nach diesem Schema aufgebaut. Wenn es nicht gerade um einen MacGuffin geht… 😉

    Aber wenn man nach den Ursprüngen suchen will, dann muß man auf die ganz alten Sachen zurück. Und viel älter als „Gilgamesch“ ist schlecht möglich. Im Bereich Fantasy ist man dann schnell bei „Fairie Queene“ und „Orlando Furioso“. Im Original nicht ganz einfach zu lesen, aber einfacher als der „Gilgamesch“. Da bin ich raus.

    Spannend sind auch die Parallelen, die man immer wieder findet. Da sind riesige Strecken dazwischen, zeitlich und räumlich. Trotzdem finden sich bestimmte Elemente und Motive immer wieder. Die Sintflutgeschichte gibt es z.B. nicht nur in der Bibel. Die gibt es auch bei den alten Griechen. Deren Götter heiraten genau so gerne ihre Geschwister, wie die ägyptischen. Und die haben den Verrätergott (Seth) ebenso wie die Edda (Loki), wo das Ragnarök mit einer Sintflut aufwartet. Da drehen wir uns schön im Kreis. ☺

    Und wenn du alle möglichen Sagen, Märchen, Mythen in den Mixer schmeißt und auf Pürieren schaltest, dann kommt ein Smoothie raus, der „Harry Potter“ heißt. Zauberer auf fliegenden Besen. Klar. Und die Tardis? Ist die in Wirklichkeit nur der Schrank aus „Narnia“? 😉

    Auch die, von dir erwähnten Western und Samuraifilme sind sich sehr ähnlich. Da verrate ich dir sicher nichts Neues. (Ach, der Yul Brynner… „Et cetera, Et cetera“)
    Will sich Star Wars bei den Griechen bedienen, muß es vorsichtig sein, denn die gehen in den allermeisten Fällen tragisch aus. Im Großen und Ganzen lese ich lieber Geschichten als über Geschichten. Und dann soll es möglichst unverfälscht sein und den Geist seiner Entstehung widerspiegeln. (Im märchenhaften Orient gab es nun mal Mohrensklaven und eben keine „farbigen Leibdiener“.) Da darf man sich keine Empfindlichkeiten leisten.

    Wenn dich so etwas interessiert, schau dir mal die drei Märchenalmanache von Wilhelm Hauff an. Das sind zwar Märchen, sie lesen sich aber eher wie Abenteuer/Fantasy. Besonders der „Rotmantel“ aus der „Karawane“ ist eine tolle Figur, die es mir sehr angetan hat. (Hier kein Spoiler) Diese Geschichten waren auch ein Auslöser. Welches Kind weiß denn auf Anhieb, was ein „Zirkelschmied“ ist? Das macht neugierig, mich zumindest.

    Wie finde ich jetzt ein Ende? Ach ich höre einfach so auf. Gute Enden schreiben, ist schließlich auch eine Kunst.

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    1. Michael Kleu

      Das würde ich so unterschreiben 😉

      Wilhelm Hauff hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Danke für den Hinweis!

      Ja, Harry Potter ist wie Star Wars. Unglaublich ergiebig.

      Gilgamesch und Enkidu. Die älteste bekannte Bromance der Welt, sagte Louise Pryke kürzlich. Fand ich recht witzig. Der ist aus der Phantastik nicht wegzudenken, aber das Pulver will ich hier noch nicht verschießen, sondern wachte auf die Darmok-Folge 😉

      Ja, griechische Tragödie geht tragisch aus. Anakin Skywalkers Geschichte ist eine solche mit Anlehnungen an Ödipus, v.a. auch, was die self fullfilling phrophecy angeht.

      Ich teile gerade Dein Problem mit dem Aufhören können 😉

      Die oben erwähnte Louise Pryke ist von Beruf Gilgamesch-Expertin und hat auch Ahnung von Star Trek. Sie hat auf meiner Seite mal ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben:

      https://fantastischeantike.de/a-new-way-to-engage-gilgamesh-in-star-trek-and-beyond-gastbeitrag-von-louise-m-pryke/

      Ich glaube, ich frage sie mal, ob sie Lust hat, in meinem Mini-Podcast etwas ausführlicher darüber zu reden.

      Viele Grüße!

      1. Michael Kleu

        Beim nächsten Mal lese ich noch mal Korrektur, bevor ich im Halbschlaf was poste …

      2. Parlatio

        Harry Potter mag ergiebig sein, ist aber nicht mein Ding. Was positiv daran ist, das ist die Tatsache, daß das Geld zur Abwechslung mal beim Autor gelandet zu sein scheint, wo es auch hingehört, anstatt in irgendwelchen Firmenkassen zu versickern.

        Auf die Darmok-Folge warte ich auch sehnsüchtig. Was für ein tolles Volk, was für ein toller Captain! Darauf, daß der Jean-Luc endlich seine Flöte bekommt, warte ich natürlich auch. Highlight-Folgen! 😀

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        1. Michael Kleu

          Ich habe gerade erst angefangen, mit meiner Tochter HP zu lesen. Buch 1 ist ganz ok, aber Buch 2 ist richtig gut. Wenn es stimmt, das ein paar der Folgebände noch besser sind, bin ich sehr gespannt. Aber meine Tochter muss erst ein bisschen älter werden. Teil 2 war fast schon ein bisschen zu kompliziert.

          1. Parlatio

            Hallo Michael Kleu!

            Ich habe mal versucht, dir an deine Infoadresse zu schreiben, weiß aber nicht, ob es geklappt hat. Mußt du mal gucken.

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