Trek am Freitag #5: Trek Religion

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Star Trek zeigt uns eine auf den ersten Blick durch und durch humanistische Zukunft, doch trotzdem finden sich überall metaphysische, spirituelle und religiöse Bezüge. Manche davon sehr offensichtlich, andere gut versteckt. In dieser weihnachtlichen Sonderfolge nähert sich Sebastian mit seinem Gast Manuel diesem Thema an. Frohes Fest!

11 Gedanken zu “Trek am Freitag #5: Trek Religion

  1. Okay, Weihnachten ist für heuer erledigt 🙂 Eine Extraepisode! Was soll da noch besseres kommen?

    Danke euch für das Jahr voller Stunden von Trek-Spaß und Infos.
    Claudia

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  2. Hallo Leute!

    Herzlichen Dank an Sebastian und Manuel für diese spannende Diskussion. Ich bin selbst Atheist, beschäftige mich aber trotzdem mit Religion und Spiritualität, weil sie Teile der Lebenswelt von vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind. Als wissbegieriger Mensch möchte ich das einfach besser verstehen, auch wenn ich vielen Aussagen nicht zustimme.
    Grundsätzlich finde ich, dass sich eine Religion nicht durch das definiert, was in einem heiligen Buch steht oder ein Prophet vor Jahrhunderten/Jahrtausenden gesagt hat. Religion gehört zum Leben der Menschen, die sie ausüben. Darum definiert sich eine Religion ganz einfach durch die Taten der Gläubigen. Inwiefern bilden sie die Glaubensgrundsätze ihrer Religion in ihrem täglichen Leben ab? In einer heiligen Schrift können sehr vernünftige und gute Dinge stehen, aber wenn das nicht gelebt wird, ist es wertlos. Das wäre so, als ob ich in mein Tagebuch schreiben würde: „Ich gehe 3 Mal pro Woche ins Fitnessstudio, um Kraft- und Ausdauertraining zu machen.“, obwohl ich die ganze Zeit über nur faul vor dem Fernseher liege und Kartoffelchips futtere.
    Es gibt viele verschiedene Formen des Glaubens. Ihr habt Data angesprochen, der ein Android ist und trotzdem seinen eigenen Glauben entwickelt. Menschen müssen an etwas glauben, das ist so in unserer Psyche verankert. Ohne Glauben hätten wir keine Ziele, keine Motivation, keinen Lebenswillen. Wir würden schnell krank werden und schließlich sterben. Datas Bestreben, menschlicher zu werden und sich selbst zu verbessern ist für mich persönlich eine Motivation. Ich glaube an bestimmte Dinge, auch wenn sie nichts mit Religion zu tun haben. Als kleines Beispiel führe ich euren Podcast an: Ich finde, dass ihr einen tollen Podcast macht. Deshalb glaube ich daran, dass es mir auch in Zukunft Spaß machen wird, euch zuzuhören. Dafür gibt es natürlich keinen Beweis, man kann es nicht irgendwie berechnen oder vorhersagen. Trotzdem glaube ich daran.
    Mit der Spiritualität kann ich etwas mehr anfangen als mit den Religionen. Ich stelle mir genau wie viele andere Menschen Fragen nach dem Tod, Nahtoderfahrungen, einem möglichen Jenseits und der Existenz einer Seele. Darauf gibt es in meinen Augen keine allgemeingültigen Antworten, jeder muss sich selbst damit befassen und Lösungen finden. Wenn es um solche Dinge wie Esoterik geht, bin ich wiederum sehr skeptisch. Einerseits wollen die Esoteriker einen Gegenentwurf zur Religion anbieten, andererseits verhalten sie sich genauso dogmatisch wie diejenigen, die sie kritisieren. Außerdem glaube ich genauso wenig an Gott wie an die Lehren der Esoterik.
    Zunächst einmal finde ich es gut, wenn jemand einen Glauben hat, egal welcher Art dieser Glaube ist. Wenn der Glaube dazu führt, dass die Menschen respektvoll miteinander umgehen, sich helfen und unterstützen, dann ist das super. Ich persönlich brauche keine Religion, um meinen Mitmenschen Respekt entgegenzubringen und hilfsbereit zu sein. Mein Weltbild hat ja keinen direkten Einfluss auf meine Umgebung. Nur wenn ich ein Weltbild habe und dementsprechend handele, kann ich das Leben anderer beeinflussen. Meiner Meinung nach ist Religion Privatsache. Solange ich gegen kein Gesetz verstoße und niemandem Schaden zufüge, darf ich tun und lassen was immer ich möchte. In diesem Rahmen ist jede Form des Glaubens, der Religiosität oder Nicht-Religiosität für mich vollkommen in Ordnung.
    Zu den Religionen, ihren Lehren und der Art, wie sie gelebt werden habe ich zahlreiche Fragen und Kritikpunkte. Hier möchte ich nicht auf Details eingehen, denke aber, dass diese Kritik gut begründet ist. Dennoch finde ich das Thema Religion spannend. Ich interessiere mich sehr für Geschichte und stoße darum zwangsläufig immer wieder auf Ereignissen, die einen religiösen Bezug haben. Allein um das Grundgesetz zu verstehen, muss ich mich mit dem Christentum befassen. Außerdem bietet es einen Anknüpfungspunkt für Diskussionen, weil religiöse Menschen andere Ansichten haben als ich und darum ein Austausch stattfinden kann.
    Ich habe schon mehr als genug geschrieben. Darum wünsche ich euch allen jetzt Frohe Weihnachten und besinnliche Tage mit euren Lieben. Macht es gut!

    MfG Michael from Outer Space

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    • Hallo Michael,

      vielen Dank für Deinen facettenreichen Kommentar. Mein innerer Agnostiker erkennt sich in so vielem wieder, was Du hier geschrieben hast. Ich trage unendlich viele Fragen mit mir herum, so viel Unzufriedenheit mit dem, was sich „Kirche“ nennt und könnte, wenn man mich lässt, eine Stunde lang über dort erlebte Dinge ranten.

      Aber dann wäre da noch die Gefühlswelt – und genau aus der speist sich mein innerer Spiritualist. Der ist grundsätzlich sehnsüchtiger, steht dem Agnostiker gegenüber, hat genau so viele Fragen und beide streiten ständig miteinander. Ich bin dann derjenige, der entscheiden muss – mal zugunsten des einen, mal des anderen.

      Schon längst hätte ich mich für eine Seite entschieden, wäre ich kein Star-Trek-Fan und würde in mir selbst, dem Agnostiker und dem Spiritualisten die Dynamik erkennen, die auch Kirk, Spock und McCoy haben. Und weil ich die Drei einfach nur super finde, kann ich mein eigenes Spannungsverhältnis gut aushalten. Weil es mir dabei hilft, meine Waage nicht endgültig zu einer Seite kippen zu lassen. IDIC trifft die Dreifaltigkeit und so.

      Warum ich das hier schreibe? Weil ich vergaß, es in der Sendung zu erwähnen, und weil mich Dein Kommentar daran erinnert hat.

      Liebe Grüße & hab ein schönes Rest-2018,
      Sebastian

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  3. Hallo zusammen!
    Meine Güte, da habt ihr aber ein Fass aufgemacht! Ja, Star Trek als Religionsersatz, das passt, gerade in diesen säkularisierten, also verweltlichten Zeiten. Natürlich ist Science Fiction immer ein Kind seiner Zeit, wie ihr gesagt habt. Sie wird von heutigen Autoren für heutige Leser und Zuschauer gemacht, mit den Mitteln, die dieser Kultur zur Verfügung stehen. Da kommen dann natürlich auch religiöse Bilder und Motive vor, auch wenn diese nicht mehr so ganz ernst genommen werden. Da wird die Vorstellung von einem Schöpfer, der sich seiner Schöpfung mitgeteilt hätte, bestenfalls belächelt, die Bibel, wenn schon nicht als „erstunken und erlogen“, so doch als reines Menschenwerk angesehen, und Religion ist immer die Reaktion nicht aufgeklärter Menschen auf das Unerklärliche. Allerdings, nach Jahren des Bibelstudiums und kritischer Betrachtung der aktuellen Rekonstruktion der Weltgeschichte -die keineswegs in Stein gemeißelt ist- tendiere ich doch eher zur Bibel. Leider hat der Manuel den Widerspruch, den er gefunden hatte, nicht näher bezeichnet, das hätte mich schon interessiert.
    Der Manuel hatte ja auch die zunehmende Verwässerung des Glaubens sogar von der Kanzel her kritisiert. Und tatsächlich, wenn man Religion als reines Menschenwerk begreift, was bleibt dann noch ausser einer gewissen Lebensphilosophie a la „seid nett zueinander‘? Da steht mir dann auch Star Trek mit seiner Darstellung von Teamarbeit und geradezu familiärer Atmosphäre näher. Leider, so muss ich zugeben, haben die grossen Religionsgemeinschaften gerade das Gegenteil von dem gezeigt und bewirkt, was man von einer wahren Religion erwarten sollte. Ich denke, sie sind hauptverantwortlich für die heutige agnostisch/atheistische Einstellung der meisten.
    Was ich aber selber faszinierend finde, in einem Punkt hat Star Trek mein -wie soll ich sagen- spirituelles Denken verändert. Als in DS9 die Wurmlochwesen gezeigt wurden, die „nicht-linear“ existieren, da dachte ich zuerst „was für ein Blödsinn“. Bis mir auffiel, das ein Schöpfergott, der „ewig“ existiert, auch „ausserhalb der Zeit“ existieren müsste, und dass die Zeit, also etwas messbares, erst mit der Schöpfung begonnen haben muss. Das macht einige Bibeltexte verständlicher.
    Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, wenn ich hier missionierend wirke (dafür ist das hier vielleicht nicht der passendste Ort), aber vielleicht ist ein vom Mainstream abweichender Standpunkt ja auch mal ganz interessant.
    Vielen Dank für eure unterhaltsame Betrachtung.
    P.S. Auch ich hätte gerne eine genauere „Chronologie der Zukunft“, auch von anderen Star Trek -Welten, Vulkan zum Beispiel. Oder von den Klingonen, einiges über Khaless‘ Taten habt ihr ja heute auch angesprochen. Ich fürchte nur, bei dem heutigen Hang zur Prequälerei wäre das bald überholt…

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  4. Ein sehr interessantes Gespräch zu einem hochspannenden Thema. Ganz persönlich fehlte mir ein wenig eine humanistisch/atheistische Stimme – oder vielleicht auch ein(e) Vetreter(in) einer ganz anderen Glaubensrichtung (z. B. Buddhismus). Das ist aber natürlich Kritik auf sehr hohem Niveau an einer gut gelungenen Folge.

    Euch allen ein frohes Fest (welches auch immer)!

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    • Hey Tim,

      da hast Du natürlich recht. Den skeptischeren Part hätte wunderbar der Simon übernehmen können, aber leider war das terminlich nicht mit seiner Großveranstaltung zu vereinbaren, ohne eine normale Sendung zu verpassen oder aber den vorweihnachtlichen Termin sausen zu lassen.

      Hoffentlich waren wir zwei Dir trotzdem ausgewogen genug. Wir haben uns große Mühe gegeben.

      Mal schauen, wie sich die Reaktionen und Downloads dieser Sendung entwickeln, vielleicht kommt irgendwann eine Fortsetzung… Aber erstmal stehen jetzt andere Sondersendungswünsche auf dem Zettel.

      Liebe Grüße, komm gut ins neue Jahr,
      Sebastian

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  5. Ich möchte Euch mal ganz herzlich danken für diese Folge (wie auch generell für Euren Podcast). Ich bin Atheist, und auch wenn ich in meiner Jugend wie viele andere die Sturm- und Drang-Phase durchlebt habe, in der man für die eigenen Überzeugungen auf die Barrikaden gehen will, empfinde ich heute Missionierung, gleich in welche Richtung, als eher unangenehm. Eure entspannte und informative Herangehensweise an das Thema „Religion in Star Trek“ hat mir außerordentlich gefallen. Dieser gelassene Haltung zu begegnen wünsche ich mir oft in so vielen anderen Bereichen – und auch selbst wünsche ich mir oft, etwas mehr von so einer Gelassenheit im Umgang mit einem selbst wichtigen Themen, was mir, bei allen Bemühungen, immer wieder mal eher so mittelprächtig gelingt (wenn mir im Eifer des Gefechts wieder mal der Gaul durch geht…)

    Als in den 90ern die Star Trek-Serien und -Filme das bei mir am ausgeprägteste Fantum ausgelöst hatten, habe ich recht schnell den Kontakt zu anderen Star Trek Fangruppen (mit Ausnahme meiner Geschwister) gemieden. Der Aspekt „Kann Star Trek als Religion betrachtet werden?“, den Ihr am Ende der Folge ansprecht, hat sich mir damals in einer sehr unangenehmen Form gezeigt: Fans als quasi-religiöse Fanatiker, die in ihrer Verbissenheit und Rechthaberei mich damals dazu gebtrieben haben, mein eigenes Star Trek-Fandom eher privat und im engeren Kreise unseres kleinen Geschwister-StaTrek-Fanclubs auszuleben.
    Hätte ich damals mehr entspannte Fans wie Euch kennengelernt, wäre das vielleicht anders verlaufen. (Nicht nur entspannt in Fragen der Theologie, sondern auch entspannt im Umgang mit dem eigenen Fandom.)

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  6. Also da ‚Star Trek‘ aus dem Jahre 2009 quasi ein direktes Re-Make von ‚Star Wars‘ aus dem Jahr 1977 ist, finde ich schon, dass wir einen Star-Trek-Film mit einer klassischen Heldenreise haben. Mit Kirk/Luke als werdenden Held und Spock/Han Solo als erst widerspenstiger Partner und dann später guter Freund.

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  7. Hallo Sebastian,

    einen Roman, der zwar nicht den postnuklearen Horror als Hauptthema hat, aber teilweise während und vor dieser Zeit spielt, wäre „Federation“ von den Reeves-Stevens (https://www.amazon.de/Federation-Star-Trek-Original-English-ebook/dp/B000FC0OEU). Zugleich ist das Buch auch eine Fortsetzung der TOS-Folge Metamorphosis… 🙂 Das Buch fand ich ganz gut. Man muss nur ausblenden, dass die Story von 1994 ist und durch First Contact widerlegt wurde (Geschichte um Zefram Cochrane).

    Viele Grüße
    Pascal

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    • Hallo Pascal,

      ein Buch, das ich auch als sehr gut in Erinnerung habe. „Federation“ war, wenn ich recht erinnere, sehr stark mit „Generations“ verwoben – nur um dann vom nächsten Kinofilm abgehängt bzw. in einen anderen Seitenarm des Multiversums verschoben zu werden.

      – Sebastian

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