#40: Friday’s Child (TOS 2.11)

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1. Dezember 1967:
Wenn sich Jim, Spock, ein schmächtiger Klingone und ein Volk skandinavischer Wasserballer durch eine verwirrende Handlung und die Vasquez Rocks kämpfen, kann nur einer helfen: McCoy – Frauenrechtler, Austeiler von rechten Haken, Geburtshelfer und Rolltreppe.

In Deutschland: Im Namen des jungen Tiru, ausgestrahlt am 1. Februar 1988.

10 Gedanken zu “#40: Friday’s Child (TOS 2.11)

  1. Was eine vernünftige, nachvollziehbare Message angeht, bin ich auch etwas überfragt.
    Vielleicht muss man aber auch nicht wirklich in jeder Star Trek Folge mit dem Brecheisen nach einer weltverbessernden philosophischen Botschaft suchen. Mich hat die Folge halt gut unterhalten, manchmal reicht mir das auch schon. Speziell die kleinen Momente, in denen die Chemie zwischen Kirk, Spock und McCoy wieder so richtig gestimmt haben, waren für mich große Party! Oder der „Checkov darf wieder mal was für Mütterchen Russland in Anspruch nehmen!“-Moment, das ist für mich jedes mal ein großes Hurrah!
    Dazu schöne, bunte Kostüme, quietschbunte, wilde Außerirdische und jede Menge Action, Explosionen, Pfeil und Bogen, fliegende Fäuste, fliegende Messer, fliegende Kissen – manchmal sind meine Ansprüche halt so niedrig. ^_^ Das hat mir richtig Spaß gemacht!

    Um eine andere Frage zu beantworten: warum Krass (wann stellt sich der eigentlich namentlich vor? Hab ich gar nicht mitgekriegt) den Kapellaner tötet. Ich hab das so verstanden, dass Krass den Tumult nach dem Steinschlag nutzt, um dem Kappellaner heimlich einen der Sternenflotten-Phaser abzunehmen (warum der die verwahrt, weiß auch keiner), und als der Typ aufwacht, schnappt sich Krass dessen Messer, sticht ihn ab, um einen lästigen Zeugen loszuwerden, weil Klingonen damals ja noch hinterhältig und verschlagen waren anstatt ehrenvoll, und weil keiner wissen soll, dass er nun bewaffnet ist. Deshalb wirft er auch das Messer weg, bevor er sich zu den anderen gesellt: damit die keinen Verdacht schöpfen.

    Übrigens, noch eine kleine Randnotitz: McCoys Sohn, Leonard James Akaar taucht im 1. Roman der „Titan“-Reihe wieder auf: dort ist er Cpt. Rikers vorgesetzter Admiral.

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    • Mahlzeit Felo,

      da hast Du natürlich recht. Manchmal darf und muss Star Trek einfach SciFi-Spaß ohne Botschaft sein. Bald kommen einige Episoden auf uns zu, die ich genau deswegen wunderbar finde.

      Deine Erklärung zu Kras‘ Vorgehensweise finde ich gut, das wird so gewesen sein. Schade nur, dass der Regisseur das so unscharf inszeniert hat.

      Als ich den Admiral Akaar seinerzeit auf einem Buchcover sah, hab ich mich sehr gefreut. Er sieht ja exakt wie sein Fatter aus!

      (Leider schrecken mich die ganzen aufeinander aufbauenden Relaunch-Romane aufgrund ihrer schieren Menge ab. Dafür werde ich wahrscheinlich nie Zeit finden, selbst wenn ich hundert Jahre alt werde. Sehr bedauerlich. Ich hätte gern mehr Standalone-Romane, die nicht TOS sind, denn davon zieh ich mir schon manchmal einen rein.)

      Bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

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      • Bei den Romanen geht mir das ganz ähnlich. Mich schreckt die Menge auch ab. Den ein oder anderen hab ich gelesen, dann aber nicht weiter gemacht mit der jeweiligen Reihe, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass da viel zu viel auf mich zukam. (Was aber schon beim 1. Titan-Roman so auf mich gewirkt hat: eine unglaubliche MENGE an Material in einen einzigen Roman gepackt, das steigert u.U. nicht die Qualität, sondern erst mal die Quantität – und das war dann nur einer der Punkte, die mich davon abgehalten haben, da weiter zu lesen.)

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  2. Hallo, Jungs,

    Auch ich kann dieser Episode nur einen Daumen quer geben. Sie war unterhaltsam, aber unausgegoren. Wenn man diese Folge mit Journey to Babel vergleicht, käme man kaum auf den Gedanken, dass beide von derselben Autorin stammen. Es scheint mir eher, als hätten hier viele Köche den Brei verdorben.

    Ich hatte es mir schon länger vorgenommen, aber jetzt habe ich es getan: Ich bin tatsächlich in den Keller gestiegen und habe die Kiste mit den Blish-Büchern heraufgeholt. Wenn Ich es recht verstanden habe, basieren die Adaptionen auf den Drehbüchern. Demnach handelt es sich um eine billige Action-Story nach dem Motto „Ich will Tiru werden anstelle des Tiru“. Eleen kommt dabei gar nicht gut weg, sie ist tatsächlich ein selbstsüchtiges Biest, dass ihr Baby opfern würde, um sich selbst zu retten. Am Schluss stellt sich heraus, dass das Kind gar nicht von Akaar war, sondern von einem namenlosen Krieger, der nach Eleens unrühmlichen Tod die Regentschaft übernimmt. Das Kind gilt trotzdem als Sohn und rechtmässiger Nachfolger von Akaar. Die Klingonen werden nur ganz am Rande erwähnt und Kras kommt gar nicht vor.

    Der Tod des Redshirts war natürlich völlig unnötig. Warum hat er nicht an der Einsatzbesprechung teilgenommen? Wenn er so unerfahren war wie Kirk sagt, warum hat er ihn dann mitgenommen? Und warum hat der Mann beim blossen Anblick eines Klingonen den Phaser gezogen, obwohl dieser keine feindselige Geste gemacht hat? Was bringt man den Typen an der Akademie eigentlich bei? Das vulkanische Hallo?

    Eines muss ich noch erwähnen – und bitte nicht böse sein, ich meine es ganz konstruktiv: Wenn es für euch anstrengend war, über die Folge zu reden, weil ihr nicht wusstet, was ihr sagen sollt, so war es für mich anstrengend, euch zuzuhören. Meine Mutter sagt in solchen Fällen immer: „Erst Kladde, dann Reinschrift“. 😉

    LL&P
    Eure Bridge

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    • Nabend Bridge,

      vielen Dank für Deine Mühe, die Blish-Adaption nicht nur herauszusuchen, sondern auch noch zu lesen. Ich hab gar nicht mehr in Erinnerung, dass diese Geschichten derart signifikant von den Episoden abwichen, aber hey, ich las sie nur einmal im Sommerurlaub 1992 und hatte bis heute viel Zeit, sie wieder zu vergessen.

      Was unsere „gestammelten Werke“ angeht, bitten wir um Nachsicht. Würde ich Einblick in meine Sendungsnotizen gewähren, fändest Du jedesmal ein ausführliches und strukturiertes Dossier vor. Darin sind aber auch immer wieder Stellen, an denen steht: „Häh? Simon fragen.“ Diese Woche stand bei Simon an genau den selben Stellen: „Was ist hier los? Sebastian fragen.“ Dadurch kamen wir natürlich ins Rudern.

      Abhilfe könnten wir durch ein ausführliches Vorgespräch schaffen. Es gibt auch Podcasts, die genau das tun, aber Teil unseres bewusst gewählten Konzepts ist, dass wir uns vorher nicht gegenseitig verraten, was wir (nicht) herausgefunden haben. Das erzeugt, wie wir finden, echte Spontaneität und Überraschungsmomente, und wir würden uns davon nur ungern trennen. Was allerdings auch bedeutet, dass wir in Zukunft bestimmt noch das ein oder andere Mal gemeinsam in Plotlöchern einsinken, wenn diese besonders sumpfig sind.

      Wir werden uns aber Mühe geben, im Kampf um unser Verständnis gewisser Folgen trotzdem nachvollziehbarer für die Hörer zu sein.

      Hab eine gute Woche, bis nächsten Dienstag,
      Sebastian

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      • Hallo, Sebastian,

        Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen. Ich fürchte, mir würde es ähnlich gehen. Deshalb telefoniere ich auch nicht gerne und drücke mich lieber schriftlich aus.

        Es ist keine Mühe für mich, die alten Dinger noch mal zu lesen, vielmehr ist es eine Art Zeitreise in die Vergangenheit. Mitte der 80’er war Raumschiff Enterprise nicht mehr als eine fröhliche Kindheitserinnerung, doch dann kam Star Trek IV in die Kinos und etwa zur selben Zeit die Bücher. Das war der eigentliche Beginn meiner „Fankarriere“. Ich entdeckte einen versteckten Buchladen, der auf phantastische Literatur spezialisiert war, polierte mein Schulenglisch auf, trat in den Fanclub ein (aus dem ich zwischenzeitlich wieder ausgetreten bin), und sammelte jeden Schnipsel, den ich finden konnte. Ich bin auf „Trekdinner“ gegangen und sogar auf zwei oder drei kleinen Cons in der Nähe gewesen, habe Siddig El Fadil und René Auberjonois live erlebt und einige Brieffreundschaften begründet, die allerdings leider wieder eingeschlafen sind. In späteren Jahren wurde es mir dann doch zu viel, mit Voyager konnte ich lange nicht warm werden und die ersten Folgen von Enterprise waren auch nicht das Gelbe vom Ei. Ich war einfach überfüttert, Oberkante Unterlippe. Ein, zwei Jahre später konnte ich dann wieder und jetzt bedaure ich, dass Enterprise so vorzeitig abgesetzt wurde, gerade als es anfing gut zu werden. Discovery wird von Folge zu Folge immer besser, aber mit dem endgültigen Urteil warte ich noch, bis die Staffel durch ist.

        Die Blish-Erzählungen sind eigentlich gar nicht so anders, aber „Das Unglückskind“ ist eines der krassesten Beispiele für Abweichungen. Schade, dass die anderen Serien nicht auch in dieser Form veröffentlicht wurden, abgesehen von den Pilotfilmen und der einen oder anderen Doppelfolge. Ich glaube, so etwas wäre heute wohl nicht mehr verkäuflich.

        Das war ein kleiner Blick hinter MEINE Kulissen 🎭
        LL&P
        Bridge

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  3. Ich muss zugeben, dass ich mit McCoys Ohrfeige so meine Probleme hatte. Und dann will er den „rechten Haken“ auch noch in seine Untersuchungsmethoden aufnehmen. Also sowas.
    Ich dachte, er kennt sich in der Kultur der Capellaner etwas aus. Vielleicht sollte man der Frau mal ein bisschen mehr erklären. Aber Bedside Manners sind nicht so McCoys Ding.

    Rauher Ton damals in den 60ern.

    Lustig waren die gebastelten Pfeil und Bogen. Etwa so haben wir das als Kinder auch versucht. Komisch, bei uns flogen die überall hin, nur nicht zum anvisierten Ziel. Hier half dann wohl die Produktion nach. 🙂

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    • Ihr wart halt damals auch nicht technisch überlegene Starfeet-Offiziere! 😀 (Aber haargenau DAS hatte ich auch kurz gedacht, als ich Kirk und Spock Pfeil & Bogen hab basteln sehen! 😉 )

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  4. Eigentlich wollte ich mal aussetzen, aber nachdem die Folge auch für euch offenbar so schwer greifbar war, sag ich kurz meinen Eindruck, nachdem ich mich gesammelt habe. Ich glaube wirklich, dass hier zu viel verändert wurde. Die Story war von D.C. Fontana anders angedacht und das darin Herumschreiben, hat für mich einen Hickhack hinterlassen, ein Vor und Zurück, das von Ambivalenz strotzt. Klar kann man sie herunterschauen und unterhalten sein, aber für mich wird hier nichts authentisch durchgezogen, was sehr schade ist.
    Die bunte Ambivalenz im Weltall bekommt von mir einen Daumen nach unten.

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  5. Hallo zusammen!
    Kaum zu glauben, dass ihr am Ende Probleme mit dieser Folge hattet. Eure Besprechung war (mal wieder) extrem kurzweilig und spannend.
    Eine Moral dieser Folge könnte ich mir vorstellen: Die moralisch überlegene Kultur (USA, äh nein, Föderation) setzt sich durch. Heute fiel mir auf, warum mir die alten Klingonen besser gefielen als alle neuen. Sie waren pragmatischer, ohne dieses ganze Gefasel von Kampf und Ehre, mehr zielorientiert.
    Gut fand ich auch, wie die fremde Kultur dargestellt war, mit Sitten und Gebräuchen, die eben nicht so irdisch wirken. Obwohl es natürlich auch hier und heute Parallelen gibt, wenn zum Beispiel einige Völker sich Traditionen unterwerfen, die vielleicht in grauer Vorzeit Sinn gemacht haben oder an einem anderen Ort. Das wird dann mit Zähnen und Klauen als einzig richtiges Verhalten verteidigt. Das die Frau in dieser Folge bereit war zu sterben, lag wohl auch daran, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft verloren hatte. Es gab für sie keine Alternative.
    Später wollte sie wohl dadurch, dass sie die Verfolger ablenkt, ihr Kind und ihre Retter beschützen (so habe ich das bei euch verstanden). Für sie war das dann ein glücklicher Zufall, dass der neue Teer in diesem Moment starb, ohne einen eigenen Nachfolger zu hinterlassen.
    Was die Erste Direktive betrifft, kann man sich schon wundern, warum die Enterprise Crew überhaupt anwesend war. Aber offenbar wurde schon viel früher ein Kontakt aufgenommen, so dass es sich hier nur um eine Fortsetzung der schon erfolgten Beeinflussung handelte.

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