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19. Februar 1997:
Ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, ma hat ma die holografischen Charakterelemente durcheinander – damit serviert Voyager einen Riff auf klassische Horrorfilme. Doch der Doktor ist nicht ganz unschuldig an seiner Transformation von Jekyll zum Hyde, immerhin hat er eigenmächtig an seinen Subroutinen rumgefuckelt. Indes kommt Kes in die Pubertät und angelt sich den belgischsten aller Belgier.
In Deutschland: Charakterelemente, ausgestrahlt am 14. August 1998.
Also ich fand die Folge über den Rickman sehr informierend und habe diese beim Sport vor Weihnachten gehört. Daumen hoch dafür. Ich habe auch letztens wieder mal „Die 10 Gebote“ gesehen und da fiel mir auch der Name Westmore auf.
Diese Folge von Voyager hier hat auch mich, wie aktuell regelmäßig, daran erinnert, warum ich u.a. die dritte Staffel die letzten Jahrzehnte nicht gesehen habe. Angefangen bei dem Belgier, der die reifende Kess abschleppt, der „Mordversuch“, der anscheinend nur zum zwei Meter tiefen Fall mit ein paar Schürfwunden geführt hat, bis zu dem Doktor, der spielt, als hätte ihn der Geist der Siddig el Fadil gerufen. Der einzig positive Punkt der Folge ist, dass Kess endlich erwachsen wird und man mit Wissen aus der Zukunft merkt, dass sie eine Rastlosigkeit entwickelt, die sie langsam weg vom Schiff führt. Mein Daumen geht am Ende aber leider doch runter mit einem Zucken Richtung Mitte.
@Simon: Also falls du noch PC Powerplay-Hefte abzugeben hast….*winkt mit einem Bündel Geldscheine*
PS: Remember Byron!
Damit ist mal alles wesentliche gesagt.
Agrippa Menenius Lanatus – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Agrippa_Menenius_Lanatus#Die_Parabel_vom_Magen_und_den_Gliedern
Moin zusammen,
je wirrer die Episode desto vergnüglicher Eure Besprechung: fast möchte ich mir nur noch schlimme Folgen wünschen. Meine Highlights heute: „postkoitale Körpersprache“ und „Obstsalat mit Oliven“. „Pupertät“ liest man in Internetkommentaren ständig. Dass man mit Föderationstechnik in der Lage ist humanoide DNS zu finden auf Waldboden und an Baumrinden sobald mal einer durch gerannt ist finde ich beeindruckend. Und wie konnte der Transporter Kes orten nachdem ihr Communicator fehlte? Da amerikanische Serie, war sie übrigens auf „Wolke Neun“. Mein erster Gedanke beim Gucken: „nicht schon wieder ein Belgier“. Es ist fast magisch wie treffgenau dieses Lover-Casting bei Star Trek in die Grütze greift. Wer sucht diese Figuren aus? Sind das heterosexuelle Männer die gucken „wer könnte ein Charming Bear sein, aber nicht so dolle, sonst sehe ich ja blass aus“… zusammenhanglose Story und meine Fantasie dachte an „Monster das mit bewusstloser schönen Frau in weißem Flatterkleid durch den Nebelsumpf stapft, während Dorfbewohner mit Fackeln, Hunden und Mistgabeln am Horizont erscheinen.“ Es hatte schon was von Stummfilmhorror der frühen Jahre.
Meine Güte – habt Ihr das Dritte Gesicht? „Das FBI fällt ein in einem anderen Land und ermittelt“. Ihr konntet es doch noch gar nicht wissen, dass am 3. Januar das Dominion durchs Wurmloch kam. Federation, brace for impact in 2026.
„Meine Güte – habt Ihr das Dritte Gesicht?“
Na ja, sooo überraschend kam Trumps „militärische Spezialoperation“ in Caracas nicht, nachdem sie mindstens seit August vorbereitet worden war:
– Abschüsse angeblicher „Drogenboote“ mit Dutzenden Todesopfern
– ein kompletter Flugzeugträgerverband vor der venezolanischen Küste
– ein Kopfgeld von 50 Millionen $ auf Maduro
usw.
Überraschend war höchstens, dass es so schnell ging. Nichtsdestotrotz bin auch ich über die Brutalität des Vorgehens geschockt, aber das schon seit Monaten. Von den globalen Folgen ganz zu schweigen.
Tja, umso wichtiger dass wir von der Föderation uns einig sind.
Interessante militärische Analyse zu Konflikten auf Rura Penthe:
https://youtu.be/8hdthsG8tks?si=HRU03x_eVWczDzAj
Ich höre grundsätzlich eure Voyager-Besprechungen lieber, finde es unterhaltsamer, eben weil es diese seltsamen und schlechten Folgen kombiniert mit den komischen Verhaltensweisen der Charaktere gibt. DS9 ist die bessere Serie, keine Frage, erwachsener. Aber daher sind die Besprechungen halt auch etwas weniger lustig…
dafür bekommt bei den DS9 Folgen immer noch spannende Zusatzinfos zu seinen Lieblingsfolgen.
Ich fand Robert Picardos Evil-Doc eigentlich ganz überzeugend gespielt (zumindest so lange ich nicht wusste, dass er diesen Beißring trägt). Zu 36:20 – in meiner Streaming-Fassung (P.+) spricht er tatsächlich von „Character elements“, das bringt dann allerdings auch T’Pau so aus der Fassung, dass sie den schönen Kal-toh-Stapel fast umschmeißt.
Zu Gandhis Statements am Anfang: er hatte ein sehr, sehr seltsames Verhältnis zur Sexualität (verharmlosend ausgedrückt). Er hat aus religiösen Gründen sehr lange enthaltsam gelebt und sich selbst „getestet“, indem er junge Frauen und Mädchen dazu nötigte, nackt bei ihm im Bett zu schlafen.
du meine Güte, was ein Creep.
Hallo Jungs,
es ist lange her, dass ich die Folge gesehen habe, aber ich kann mich erinnern, dass sie mir nicht gefallen hat.
Haben sich die Produzenten im Senetermin vertan? Sollte es vielleicht eine Halloween-Episode werden?
Was ich nicht verstanden habe: Warum fängt der Doktor wieder an, an seinem Programm „herumzudoktern“? Hat ihm das, was er in der Episode 3.04 „The Swarm“ erlebt hat, nicht zu denken gegeben? Es steht kein weiteres Diagnose-Programm zur Verfügung, das seine Matrix als Ersatzteil hergeben könnte.
Auch von mir gibt es nur den Daumen runter für die Folge und natürlich den Daumen rauf für eure Besprechung.
🖖 Eure Bridge
Sehr schöne Besprechung!
Hach, ich werde Kes vermissen!
Ich auch. Schade dass man so eine integrierte Figur einfach fallen ließ. Auch bei Dax zum Schluss auf DS9 dachte ich „och, nee, oder?“. Wie oft haben wir alle schon erlebt dass eine sparsame Entscheidung aus Budgetgründen sich später als sehr ungünstig herausstellte? TV-Bosse sollten gegen sowas weitgehend immun sein.
Ich kann Sebastian nur beipflichten: Auch für mich war die Rick Berman Folge einer der Höhepunkte dieses Jahres. Unbedingte Empfehlung an alle die sie ausgelassen haben!
Launige Besprechung einer Folge, über die ich eigentlich gar kein weiteres Wort verlieren möchte.
Aber ich bin dann doch hochgeschreckt bei euren (klugen) Ausführungen über Tuvoks Amtsanmaßung. Das ist mir bei dem ganzen Quark irgendwie durchgerutscht. Wie konnte das passieren, wo solche Zuständigkeits- und Kompetenzfragen in Star Trek doch sonst genau mein Ding sind?
(Achtung: persönliches Befindlichkeitsbloggen, Scrollfinger bereithalten) Ich hab da drüber nachgedacht. Und es liegt anscheinend daran, wie Kes den Doktor literarisch in einem Atemzug von zwei Tatsachen in Bezug auf des Belgiers Felssturz in Kenntnis setzt:
a) Tuvok ermittelt in dem Fall bereits.
b) Der Doktor soll bitte bei der medizinischen Notfallversorgung helfen und sofort aufbrechen, er wird bereits erwartet.
Was sie zu b) sagt, beinhaltet denklogisch, dass die Voyager-Crew von den Autoritäten vor Ort um Hilfe gebeten wurde. Und das Kes diese Bitte – hektisch hereinschneiend – dem Doktor überbringt, impliziert, dass dies über sie geschah. Dass sie anwesend war und die Kommunikation über sie lief. Vielleicht hat sie das sogar in dem Moment vorgeschlagen und der Vorschlag wurde angenommen. Lebensnah wäre das.
Und das hat mein Hirn anscheinend mit der Aussage a) verbunden. Auch Tuvok wurde demnach in die Ermittlungen eingebunden, weil die Autoritäten vor Ort die Voyager-Crew um Hilfe gebeten haben. Vermutlich ebenfalls auf ihre Vermittlung hin. Das alles sagt sie nicht. Aber wie sie es sagt, das legt das nahe.
Ihr genauer Wortlaut ist übrigens: „Tuvok assistiert in den Ermittlungen.“ Assistieren kann man nicht ungefragt.
Auch das ist für mich noch immer eine lebensnahe Auslegung des Gesehenen.
Davon ausgehend eskaliert diese Assistenz ein wenig. Bis zur Abriegelung des kompletten Transits von und zu dem Planeten durch die Voyager. Aber nie ohne Kenntnis und Zustimmung der örtlichen Autoritäten. Denn wenn dieser Punkt erstmal gesetzt ist, dann hätten wir einen davon weg eskalierenden Konflikt darüber gesehen. Haben wir aber nicht.
Und ich denke ernsthaft, das ist, was die Folge uns erzählen will.
Jetzt kann man sagen: Hat sie aber nicht. Der berühmte fehlende Halbsatz. Sagt das doch kurz dazu, und Tuvok ist aus dem Schneider. Es ist nur so: Wo hätte dieser Halbsatz fallen können?
Kes konnte das in der Szene nicht sagen. Sie verliert eh schon in ihrer Sorge um des Belgiers Gesundheit viel zu viele Halbsätze über den kriminellen Akt seiner Verwundung. Dies noch dazu zu sagen wäre völlig gestelzt daher gekommen.
Und danach hat die Folge schlicht keine Szene mehr, in der so ein ein Halbsatz reingepasst hätte.
Und das passt zu dem, was ihr über die zwei schönen Folgen gesagt habt, die diese Folge hätte sein können: Die dritte mögliche Folge, die diese eine Folge ebenfalls nur anschneidet, aber nicht wirklich erzählt, ist die, in der die Voyager-Crew als respektierte Gäste die Ermittlungen in einem Kriminalfall auf diesen Planeten unterstützt – und dann am Ende den Schuldigen in den eigenen Reihen findet. Weiß jetzt nicht, wie geil die gewesen wäre tbh. Aber ganz sicher besser als das Gebotene.
Wichtig festzuhalten bleibt meines Erachtens: Tuvok did nothing wrong.
Schuld ist nur das Drehbuch.
ps: Ich habs schon mal woanders gesagt, ich wiederhole mich gern: Für mich steht eure Berman-Folge auf demselben Regalbrett wie eurer furioser Mehrteiler über den Großen Vogel der Galaxis damals. Eventuell als random TaF auch einfach etwas unterverkauft, keine Ahnung. Also hört das Leute, hört das.
Wobei ich den Eindruck hatte, dass auf dem Planeten nur ein großer Außenposten mit einem Raumhafen existiert. Eine planetenweite Sperre wäre sonst ja in Star Trek eh kaum möglich, da, im Gegensatz zu anderen Serien, keine festen Sprungpunkte existieren. So kann man bei Star Wars ja Hyperraumsprungpunkte bzw. in Babylon 5 noch besser die Sprungtore blockieren bzw. letztere sogar zerstören – obwohl letzeres ein schweres (Kriegs)verbrechen darstellt.
Ich denke, ein Schiff wie die Voyager könnte so einen Planeten schon ganz gut abriegeln, wenn es in einem hohen Orbit einfach damit droht, jedes der Kundschafter-Schiffchen aus dem All zu ballern, dass die Atmosphäre verlässt. Man kann ja innerhalb des Planetensystems nicht auf Warp gehen (außer wenn das Drehbuch es verlangt).
Ich hatte allerdings auch den Eindruck, dass dort nicht viel mehr ist als ein großer Außenposten mit einem Raumhafen. Ein bischen was schon, weil irgendwohin muss z.B. der Bergpfad am Ende ja führen. Aber auch nicht viel, weil die A2 war der nicht gerade.
Falls sich noch jemand etwas über den Episodentitel wundert, „darkling“ kann sowohl eine Person mit dunklem Charakter beschreiben als auch etwas, das dunklerer wird oder bereits dunkel ist/im Verborgenen liegt – ein absonderlicher Begriff, den heutzutage im Alltag niemand ernsthaft anbringen würde.
Wer das Wort allerdings durchaus benutzt hat, ist Lord Byron (der echte), und zwar 1816 in seinem Gedicht „Darkness“:
„The bright Sun was extinguished, and the stars / Did wander darkling in the eternal space, / Rayless, and pathless, and the icy Earth / Swung blind and blackening in the moonless air“
In der deutschen Übersetzung wurde daraus „die Sterne bewegten trüb sich durch den ew’gen Raum“.
Könnte mir vorstellen, dass die Inspiration für den Titel aus diesem Gedicht stammt.
Ein schönes deutsches Gegenstück fällt mir leider nicht ein, der englische Begriff verbindet den „Finsterling“ mit der „Finsternis“ und einer allgemein immer dunkler werdenden Situation. Ob die Folge dieses Versprechen einlösen kann, ist eine noch ganz andere Frage.
wow, tolle Info. Woher hast Du so tiefgreifende Kenntnis in das Werk von Lord Byron? Ne Freudin von mir hat ne Professur für englische Literatur, die würde sowas eventuell wissen? Bist Du auch entsprechend informiert.
So tiefgründige Kenntnisse habe ich leider nicht, ich besitze nur als (Ab-und-an-)Übersetzer englischer Texte und allgemeiner Fan englischer Literatur eine größere Sammlung an Büchern und E-Books, darunter auch eine Kollektion der Werke Byrons.
Mir ist das Wort erst neulich in H. G. Wells‘ „The War of the Worlds“ über den Weg gelaufen, deshalb hatte ich es noch ganz frisch im Kopf.