Der Intergalaktische Frühschoppen #5: Fernweh, Kulturschock & Tinnef

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Sonntagmittag, Frühschoppen-Zeit. Simon zieht es mit dem Finger auf der Landkarte in die Ferne. Hörerin Rommi möchte wissen, ob wir schon mal mit innerdeutschen Kulturdifferenzen zu tun hatten. Sebastian geht mit obskurem Lokalkolorit auf Konfrontationskurs.

14 Gedanken zu “Der Intergalaktische Frühschoppen #5: Fernweh, Kulturschock & Tinnef

  1. Eine schöne Folge, hat mir mal wieder gefallen!

    Also das Urlaubsthema war ja mal besonders interessant. Das schönste Land der Welt ist – finde ich – Abchasien. Da gibt es wundervolle Strände und Berge – das habe ich sonst noch nie gesehen. Das kann ich nur empfehlen – da gibt es auch keine Manfreds. Da Deutschland das Land nicht anerkennt, gibt es so gut wie keine Deutschen dort. Nur viele Russen halt.

    Abchasien 2016

    Als ich 2016 das erste Mal da war, war auch noch die alternative Fußballweltmeisterschaft dort. Das Finale habe ich in einem vollgepackten Stadion mit 90 Minuten spannendem Fußball auf dem Spielfeld (als Fotograf am Spielfeldrand, aber immerhin) erlebt. Danach stürmten die tausenden Fans das Feld. Das werde ich mein Leben nicht vergessen.

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  2. Einige der von Sebastian genannten Begriffe sind auch im Raum Osnabrück, also Süd-Niedersachsen, geläufig. Wir haben einen ähnlichen Slang, mit gelegentlich leicht hanseatischen Färbungen. Ich fand es super, dass ihr beim Thema zwei nicht gesagt habt: „Na endlich mal eine Hörerin die etwas einsendet“ – nachdem es ja zuvor so sehr gewünscht wurde. Nein es war einfach ein super Themenvorschlag.

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  3. #5 war die bisher beste Frühschoppen-Folge. Sehr kurzweilig und witzig, auch weil ich selbst mal einige Jahre in Würzburg gelebt habe.

    Fest & Flauschig und Trek am Dienstag sind wirklich die beiden podcasts, die mich durch die Woche tragen.

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  4. Hallo zusammen!
    Es soll ja Leute geben, die gerne reisen. Das kann ich nicht verstehen. Man bezahlt viel Geld für ein fremdes Bett, fremdes Essen, fremde Viren, Bazillen, usw. Und wenn es wirklich was zu sehen gibt, ist es wahrscheinlich voll.
    Kanarische Inseln, vor ein paar Jahren: Meist bedeckter Himmel, für die Jahreszeit zu kühl, mehr Regen, als dort normalerweise im ganzen Jahr fällt. Mitten im Urlaub schwere Magenverstimmung, kurz vor dem Abflug kriegt das Kind hohes Fieber.
    „Reisen“ kann man heute auch gut von zu Hause aus, mit Dokumentarfilmen oder Büchern (in Anlehnung an Reinhard Mey: Das geht los und funktioniert immer und überall – selbst am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall). Da erfährt man wahrscheinlich mehr über ein Land, als wenn man irgendwelche Bauwerke besichtigt oder Einheimische trifft, die von den Touristen schon genervt sind.
    Am liebsten mache ich Zeitreisen, die Gegenwart kenne ich ja schon. Und da ist nicht nur die Zukunft „unentdecktes Land“, auch die Vergangenheit bietet so manches spannende Rätsel.

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  5. Hallo, Jungs,
    Vielen Dank für drei tolle Themen, die auch noch so gut zusammengepasst haben.

    Im Gegensatz zu anderen Mitgliedern meiner Familie bin ich kein großer „Reisekoffer“. In die Sonne legen und schmökern kann ich auch zu Hause. Im Sommer knallt die Nachmittagssonne voll auf mein Wohnzimmer, so dass man es kaum aushalten kann. Dann muss ich mich auf die Ostseite in mein Schlafzimmer zurückziehen. Und ruhig habe ich es auch. Ich wohne in einer netten kleinen Seitenstraße in einem der grüneren Stadtteile Hamburgs. Unsere Mietergenossenschaft heißt „Gartenstadt“, was ja wohl alles sagt. Wenn ich aber doch mal wegfahre, dann muß es was mit Kultur sein: British Museum, London; Kon-Tiki und Fram in Oslo; Neues Museum Berlin. Gerne würde ich nach Ägypten (näh, nicht die Pyramiden, die sind langweilig, aber ins Tal der Könige oder eine Nilkreuzfahrt…) aber unter den aktuellen politischen und sonstigen Gegebenheiten, nicht zuletzt meiner eigenen Gesundheit, verzichte ich lieber darauf.

    Ich bin und bleibe ein Nordlicht. Wenn es unbedingt sein müsste, würde ich vielleicht noch nach Berlin ziehen, aber mit dem Ruhrgebiet oder gar Süddeutschland werde ich nicht warm. Die Berge sind mir zu… bergig. Mich zieht es ans Meer. Aber das Königliche Amtsgericht habe ich früher gern geguckt und viele der besten Kabarettisten kommen aus Bayern (im engeren und weiteren Sinne). Gibt ja auch viel Stoff da. 😁

    Die Sprache ist ein sehr interessantes Thema. Einige der von Sebastian genannten Ausdrücke verwenden wir hier auch, z. B. Verkasematuckeln, Blümchenkaffee, Kabuff oder Tinnef. Der Heiermann kommt, so dachte ich immer, eigentlich von „Heuer“, dem Seemannslohn. Es gibt aber auch andere Erklärungen: So soll laut einem Lexikon „hei“ in der Kaufmannssprache für „fünf“ stehen, weil „he“ der fünfte Buchstabe im hebräischen Alphabet ist. Aber zum Fünf-Euro-Schein sagt keiner mehr Heiermann…

    In anderen Fällen benutzen wir ähnliche Wörter, mit mehr oder weniger kleinen Lautverschiebungen, z. B. Der Detz oder Dätz ist bei uns der Dööts, die Schnüss ist die Schnute (oder Schnut), Dönekes sind bei uns Döntjes, statt döppen sagen wir dükern und Bömskes sind bei uns Bontjes (oder Bontsches). Da merkt man die Nähe zu den Niederlanden.

    Und für wieder andere haben wir ganz andere Wörter: der Nürsel ist bei uns der (Appel-) Griepsch, für das i-Dötzchen sagen wir auch ABC-Schütze, Zisselmänner sind bei uns (wenn ich das recht verstanden habe) die Piepmantjes (oder Piepmantscher) und wer sich bei euch beömmelt, der höögt sich bi uns. Ach und die Nuckelpinne ist bei uns der Hotschefiedel.

    Vielleicht darf ich euch auch mal ein paar Rätsel aufgeben? Was ist z. B. ein Butenbordskamerad? Und was Bickbeernmus? Was ist ein Döösbaddel? Und was ein Dwarslöper? Was tut man, wenn man Foffteihn macht? Und was hat man, wenn man Grappen in Kopp hat? Was macht Mudder mit ’n Huulbessen? Was ist ein Katteker? Und was ist krüsch? Klöterich kennt ihr vielleicht noch, aber was ist melanklöterich? Was ist ein Pharisäer (Tipp: kein jüdischer Gelehrter)? Hier ist was besonders nettes: Was ist ein Plüschmors? Mein Onkel hatte eine Quetschkommode, mit der er uns gerne an Feiertagen genervt hat. Womit?! Was ist Slackermaschü? Und was ist Tüünkram? Ich hoffe, das war nicht zu vigeliensch für euch?

    Viel Spaß
    LL&P
    Eure Bridge

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    • Mahlzeit Bridge,

      stellvertretend für die vielen Menschen, die schrieben „Das heißt bei uns aber auch so“ antworte ich jetzt einfach Dir mir: Vielen Dank für die vielen tollen Kommentare, das ist augenöffnend.

      Warum ich Dir antworte und nicht allen? Weil Du hier so viele schöne Hamburger Begriffe rausgewämmst hast, von denen ich zugegebenermaßen nur vier Stück zweifelsfrei benennen kann. Ich spoilere die Bedeutungen nicht, kann aber was anfangen mit Döösbaddel, krüsch, Pharisäer (hmm) und Quetschkommode.

      Wer schafft mehr?

      Gute Nacht,
      Sebastian

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      • Moin, Sebastian,

        Vielen Dank für die Rückmeldung. Das ist ja schon mal was. Am nächsten Sonntag löse ich auf. 😁👍

        Bridge

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      • Hm, ich tausche „krüsch“ gegen „Grappen in Kopp“ und erhöhe um „Tüünkram“, aber nur weil eine Kollegin aus Hamburg kommt. 😅
        Bin gespannt auf die Auflösung.

        Neben dem Apfelgrotzen, ist sicher das Brotendstück auch ein vielfältiges Dialektwort. Ich nenne es Kneerzje oder Knörzje – ne ja nachdem wie „Hochdeutsch“ ich gerade unterwegs bin. 😉

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    • Moin moin, leve Lüüd,

      Na, denn wull ik ji dat mol allens verklaren:

      „Butenbordskamerad“ (wtl. Aussenbordskamerad) so nennt der Seemann die Fische.

      „Bickbeern“, so heißen im Norden die Blau- oder Heidelbeeren. Im übertragenen Sinne ist Bickbeernmus Krimskrams oder Siebensachen („Räum dein Bickbeernmus hier weg!“)

      Ein „Dösbaddel“ ist, wie manche wahrscheinlich schon vermuten, ein Dummkopf (alternativ auch „Torfkopp“)

      Der „Dwarslöper“ kommt aus der Zoologie. Wtl. „Querläufer“ sind Krebse, die sich tatsächlich seitwärts fortbewegen. Im übertragenen ein Quertreiber oder Besserwisser.

      Wenn jemand „Foffteihn!“ (wtl Fünfzehn) ruft, ist Kaffeepause, die 15 Minuten dauern kann (aber nicht muß).

      „Grappen in’n Kopp“ sind verrückte Ideen.

      Ein „Huulbessen“ ist ein Besen, der heult, also ein Staubsauger.

      Unser Katteker ist im Süden besser bekannt als „Oachkatzl“: Das Eichhörnchen.

      „Krüsch“ ist der Suppenkasper ode jemand, der „spitze Zähne“ hat: sehr wählerisch beim Essen.

      „Klöterich (-g)“ ist klapperig; ein alter Mensch oder jemand, der lange krank gewesen ist, fühlt sich klöterich beim Aufstehen. „Melanklöterich“ ist abgeleitet von „melancholisch“, also traurig, deprimiert.

      Der Pharisäer ist eine norddeutsche Kaffeespezialität, ähnlich wie Rüdesheimer Kaffee oder Irish Coffee, nur mit Rum statt Weinbrand bzw. Whiskey.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Pharis%C3%A4er_(Getr%C3%A4nk)

      Den „Plüschmors“ habe ich erst im Zuge dieser Recherche kennengelernt, aber ich musste ihn unbedingt mit rein nehmen: Es handelt sich um die Hummel. Wenn das Tierchen tief in die Blüte eintaucht, guckt nur noch der puschelige „Achtersteven“ oder eben der „Mors“ raus.

      Die Quetschkommode ist ein ziemlich bildlicher Ausdruck: Es ist das Akkordeon, auch „Schifferklavier“ genannt.

      Und wenn mein Onkel mit seinem „Schneeeeeeeeeeeeeeeeewalzer“ fertig war, servierte meine Tante Kaffee und Kuchen mit Slackermaschü (= Schlagsahne) baben op. (Kann sich aber auf jede Art Creme beziehen).

      „Tüünkram“ hat nichts mit Greta Tunberg zu tun, ganz im Gegenteil: Es ist ein freundliches Wort für eine häßliche Sache, nämlich Lügen. („Du tüünst doch!“ „Tüün hier nich rum!“)

      Und last but not least:“Vigeliensch“ ist schwierig oder kompliziert, so schwierig wie Violine (Vigelien) spielen.

      So, jetzt zählt mal eure Punkte. 😁

      LL&P
      Eure Bridge

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  6. Hallo,

    ich hatte schon als Kind mit meiner Familie sehr schöne Urlaube an der Nordsee und im Allgäu. Ferne Länder finde ich zwar interessant, aber der Massentourismus stößt mich eher ab. Mit dem „Ballermann“ und ähnlichen Touristenfallen kann ich überhaupt nichts anfangen. Es gibt in Deutschland viel schöne Natur, darum möchte ich gar nicht so oft weit weg fahren oder fliegen.

    Das sauerländische Dialekt-Quiz fand ich sehr witzig!

    Mein Opa mütterlicherseits sagte zu Cola immer „Negerschweiß“. Keine Ahnung, wie er darauf kam.

    LG
    Michael from Outer Space

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  7. Moin Männers, auch von mir gibts wieder Lob: die neue Folge fühlt sich an wie aus einem Guss. Die Themen fließen wunderbar ineinander. Bis jetzt die kurzweiligste Episode. Daumen hoch!

    Beim Thema Reisen bin gerade etwas erleichtert, wenn ich mir auch die anderen Kommentare durchlese. Ich bin nämlich auch kein „Reisemensch“. Einen obligatorischen Sommer- oder Winterurlaub gibts bei mir nicht. Das Geld geht übers Jahr verteilt eher für Konzerte, Festivals oder Conventions drauf. Es ist vielleicht auch von Vorteil, dass man das Meer vor der Tür hat. 😉
    Auch fremde Länder reizen mich wenig nur um der Fremdheit wegen und entspannen kann ich am besten zuhause. Ich könnte mir aber durchaus einen Art persönlichen Themenurlaub vorstellen, mit Reisezielen, zu denen man durch seine persönlichen Interessen irgendeinen Bezug hat: bei mir z.B. Verdun, die Stabkirchen in Norwegen oder Providence, Rhode Island.
    Was mich auch interssiert, wäre mal eine „Auszeit“ in einem Kloster. Das wird ja gestressten Managern immer wieder als Burnout-Prävention empfohlen, quasi als Vorstufe zur Klapse. Aber ich denke, dass die Reduktion des Alltags auf den Mikrokosmos dieser Einrichtung einem durchaus nochmal eine neue Perspektive auf sich selbst und sein Leben verschaffen könnte.

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  8. Tolle Folge hat mir viel Spaß gemacht – spannend finde ich, dass viele der typisch sauerländischen Begriffe auch in meiner Heimatstadt Köln sehr geläufig sind.
    Schnüss, Dätz, etc.

    Dialekt ist schon was feines – es wäre wirklich schade, wenn das irgendwann verloren gehen würde.

    Gefällt 1 Person

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